Autor Thema: FTA in Gießen wurde als Hochschule akkreditiert  (Gelesen 29657 mal)

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Offline Roland

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Re: FTA in Gießen wurde als Hochschule akkreditiert
« Antwort #75 am: 27 Juli 2008, 15:06:50 »
Hallo Thomas,

danke für Deinen Beitrag.

Zitat von: Du schreibst:
»Nehmt auf euch MEIN Joch und lernt von MIR [...]« (Matth. 11:29) gebietet JESUS CHRISTUS Seinen Jüngern. Dabei genügt bereits eine gute Übersetzung, um zu erkennen, dass die beiden Verben für „nehmt auf“ und „lernt“ im Imperativ (= Befehlsform) stehen (griech. árate bzw. máthete – jeweils 2. Person Plural Imperativ Aorist Aktiv).
Ich sehe es wie Du. Für einen Jünger JESU "genügt" es, von dem HERRN JESUS zu lernen. Natürlich gibt es auch gute und glaubensstärkende Bücher. Aber eine "theologische Akademie" und wie sich diese Einrichtungen auch immer bezeichnen mögen, hat m. E. keine biblische Grundlage.

Zitat
Besteht CHRISTI Joch etwa darin, Anerkennung durch einen gottlos-weltlichen „Wissenschaftsrat“ anzustreben, um akademische Titel wie „Master in Biblical & Theological Studies“ für ein anschließendes Berufschristen-Leben incl. Rentenanspruch zu vergeben?
"Berufschristentum": Dies ist ein interessanter Punkt, den Du ansprichst. Ich denke, dass dieser Punkt es wert ist, in einem separaten Thread behandelt zu werden.

Danke für den Hinweis auf das Buch von Sören Kierkegaard. Wie so oft, trifft er den Nagel genau auf den Kopf.

Zitat
P.S.
Roland, könntest Du die Maße für eingestellte Bilder in Deinem Forum etwas vergrößern?
Man kann die Texte teilweise kaum lesen.
Dazu fehlt mir leider das technische Know-how. Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben, wie sich das bewerkstelligen läßt? Ich benutze den IE 7. Wenn ich mit der rechten Maustaste auf ein Bild klicke, erscheint ein Menü mit der Bezeichnung "Zoom In [+]" . Damit kann ich jedes Bild beliebig vergrößern bzw. verkleinern.

Maranatha
Roland
« Letzte Änderung: 27 Juli 2008, 15:12:38 von Roland »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ted

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Re: FTA in Gießen wurde als Hochschule akkreditiert
« Antwort #76 am: 27 Juli 2008, 19:54:37 »
Roland schreibt:
Zitat
Ich bin auch der Meinung, dass kaum ein Begriff in den letzten Jahren so sehr missbraucht wurde, wie "bibeltreu". Fast alle fühlen sich als"bibeltreu": Zeugen Jehovas, Darbysten, Pfingstler, Calvinisten, Lutheraner, Katholiken usw. Für mich ist der Begriff "bibeltreu" inzwischen ein inhaltleeres Schlagwort. Ich überlege daher, ob in der "Hausordnung" nicht das Wort "bibeltreu" gestrichen werden soll......
Ich seh das auch so, mit der Bedeutungsentstellung von Worten. Am schlimmsten macht sich das bemerkbar bei zentralen biblischen Begriffen wie etwa Glaube, Sünde, Busse. Die Worte kann man aber nicht alle streichen, man kann nur geduldig versuchen, deren ursprüngliche Bedeutung immer wieder auf's neue zu erklären... Leider muss ich in den allermeisten Fällen jedoch feststellen, dass Menschen zu sehr in festgefahrenen Schubladen denken und da nur schwer rauskommen. Aber das ist schliesslich Chefsache, Sache des Geistes Gottes, Menschen hierüber Klarheit zu verschaffen.

Ted

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Re: FTA in Gießen wurde als Hochschule akkreditiert
« Antwort #77 am: 27 Juli 2008, 20:31:45 »
Zum Thema "wissenschaftlich anerkannte Ausbildung" für den wirksamen Dienst im Reich Gottes möchte ich aus dem Buch "Heavenly Man" zitieren. Bruder Yun, ein bewährter Knecht Gottes, der bis auf's Blut widerstanden hat*), schreibt:

Die missionarische Bewegung »Zurück nach Jerusalem“ ist
keine Armee mit Gewehren oder menschlichen Waffen. Es ist
auch keine Gruppe von gut gekleideten, gewieften Professio-
nellen. Es ist eine Armee von chinesischen Männern und Frau-
en mit zerbrochenen Herzen, die Gott mit einem mächtigen
Feuer gereinigt hat und die bereits Jahre des Leidens und der
Entbehrungen um des Evangeliums willen hinter sich haben.
Menschlich gesprochen sind sie Habenichtse und nicht
sonderlich beeindruckend, doch im geistlichen Bereich sind sie
mächtige Streiter für Jesus Christus! Wir danken Gott, „dass
er sich die Schwachen ausgesucht (hat), die aus menschlicher
Sicht Einfältigen, um so die Klugen zu beschämen. Gott nahm
sich der Schwachen dieser Welt an, um die Starken zu demüti-
gen. Wer von Menschen geringschätzig behandelt, ja verachtet
wird, wer bei ihnen nichts zählt, den will Gott für sich haben.
Aber alles, worauf Menschen so großen Wert legen, das hat
Gott für null und nichtig erklärt. Vor Gott stehen wir alle mit
leeren Händen“ (1. Korinther 1,27—29).
Gott beruft Tausende von Hauskirchen-Christen dazu, ihr
Glaubenszeugnis mit ihrem eigenen Blut zu schreiben. Wir
werden die Grenzen Chinas überqueren und das Wort Gottes.
in die muslimische, buddhistische und hinduistische Welt tra-
gen. Tausende werden bereit sein, für den Herrn ihr Leben zu
lassen. Doch sie werden auch miterleben, wie unzählige Seelen
gerettet werden, und viele schlafende Kirchen im Westen auf-
wecken.

(siehe o.g. Buch, Seite 314)

Wie klingt das in euren Ohren? Macht Euch das nicht alle betroffen? Mich jedenfalls! Wie gesagt, das schreibt ein Knecht Gottes, der um der Nachfolge Christi Willen unvorstellbares Leiden ertragen musste, er und die chinesischen Mitgeschwister! Wirklich, bis auf's Blut. Das ist keine Theologie, das ist gelebte Nachfolge Christi mit allen biblisch vorhergesagten Leiden und Früchten. Das beschämt mich bis auf die Knochen in meinem kommoden westlichen Christendasein. Wer das Buch gelesen hat, wird erkennen, dass Gott sein Reich wahrlich nicht auf theoretischen Gebilden sondern auf dem "Leiden mit Christus" Seiner Kinder baut.

Leiden? Wer will das hier in unserer bequemen, wohlstandssatten Gesellschaft denn wirklich noch hören?

Bruder Yun sieht das so:
Gott hat in den vergangenen dreißig Jahren nicht nur uns selbst im Feuer des Leidens geläutert, er hat auch unsere Methoden verfeinert. Wir sind zum Beispiel sehr darauf bedacht, Gruppen von einheimischen Christen zu ermutigen, sich in Privathäusern zu treffen. Wir haben nicht den Wunsch, irgendwo auch nur eine einzige Kirche zu bauen! Auf diese Weise kann sich das Evangelium rasch ausbreiten, es ist für die Behörden schwerer, die Christen aufzuspüren, und wir können unsere ganze Kraft und unser Geld direkt für den Dienst des Evangeliums einsetzen.
(siehe o.g. Buch, Seite 314/315)

Jeder Bibelleser, auch ohne anerkanntes theologisches Studium, wird erkennen, dass Bruder Yun hier exakt die biblischen Masstäbe insbesondere der Apostelgeschichte aufzeigt.

Ich bin wirklich beschämt und muss bekennen, dass es, gemessen daran, sehr schlecht um mich steht. Ich habe noch nicht widerstanden bis auf's Blut, bin aber allzuoft schnell dabei, Gott anzuklagen, wenn mir mal was nicht in den Kram passt. Ich muss bekennen, dass ich leidensscheu, bequem und egoistisch bin.


*) Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde und habt bereits den Trost vergessen, der zu euch redet wie zu seinen Kindern: «Mein Sohn, achte nicht gering die Erziehung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst. Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.» (Hebräer 12, 4-6)

« Letzte Änderung: 27 Juli 2008, 20:36:33 von Ted »

Offline Roland

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Re: FTA in Gießen wurde als Hochschule akkreditiert
« Antwort #78 am: 30 Juli 2008, 19:37:51 »
Hallo Ted,

danke für die Hinweise. In einem anderen Forum wurde dieses Buch ziemlich zerrissen und davon abgeraten, sich das Buch zuzulegen. Schön, jetzt einmal die andere Sichtweise kennen zu lernen.

Aber zurück zum Thema: Wichtige und interessante Infos zur FTA-Akkreditierung gibt es hier:

Die Diskussion um die Akkreditierung der FTA (PDF-Datei)

Shalom
Roland


« Letzte Änderung: 30 Juli 2008, 19:39:33 von Roland »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

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Re: FTA in Gießen wurde als Hochschule akkreditiert
« Antwort #79 am: 20 August 2008, 21:54:12 »
Liebe Geschwister,

auch die Zeitschrift "Zeitjournal" (03/2008) behandelt dieses Thema. In der Zeitschrift wird sehr fundiert auf Argumente eingegangen, die auch hier im Forum genannt wurden.

Die Zeitschrift kann hier kostenlos heruntergeladen werden (PDF-Dokument).

Viele Grüße

Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

thorstenb

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Zum 15seitigen Artikel des FTH-Rektors
« Antwort #80 am: 01 Februar 2009, 21:48:41 »
Zur Hochschulgenehmigung der FTH scheinen immer noch nicht alle Fragen beantwortet zu sein. In der neuesten Ausgabe von „Bibel und Gemeinde 1/09“ des Bibelbundes behandelt der Rektor der FTH in einem 15seitigen Artikel einige auch hier im Forum diskutierten Punkte. Auf einige fragwürdige Sätze möchte ich nachfolgend eingehen:

1.  „Wichtig ist zugleich, dass wissenschaftlicher Theologie nicht von außen vorgeschrieben werden kann, was in solch einem Bekenntnis stehen darf oder nicht.“ (S. 27)
Warum hat die FTH dann zum einen ihr klares Bekenntnis von 2004 in 2007 umgeschrieben (siehe mein Vergleich hier auf Seite 3) und zum anderen den sehr bedenklichen Äußerungen in der Stellungnahme des Wissenschaftsrats nicht widersprochen?

2. „Solches Bekennen wird immer wieder neu geschehen, je nach dem, was den Glauben jeweils herausfordert und was so in der konkreten Bekenntnissituation (in statu confessionis) als der apostolische Glaube zu bekräftigen ist. Das bedeutet nicht schon, das Glaubensbekenntnis inhaltlich zu verändern, auch wenn Bekenntnisse anhand besserer biblischer Erkenntnis grundsätzlich verbesserbar bleiben müssen!“ (S. 28)
Wie sind dann die sprachlichen und inhaltlichen Anpassungen bzw. Glättungen und Umformulierungen zu verstehen, wenn nicht als „inhaltliche Veränderung“?

3. „Dieser Glaube ist immer wieder in unterschiedlichen Situationen aufs Neue formuliert und akzentuiert worden.“ (S. 29)
Soll das heißen, dass das Bekenntnis von 2007 trotz der o. g. Veränderungen ein Fortschritt gegenüber dem von 2004 darstellt?

4. „Und so entschlossen sich Dozentenkollegium und Träger der FTA im Sommer 2007 - ohne dazu von irgendjemandem aufgefordert worden zu sein - die Chance und den Gewinn eines eigenen Bekenntnisses wahrzunehmen und ein solches zu formulieren.“ (dto.)
Soll mit dieser Aussage suggeriert werden, dass es das „eigene“ Bekenntnis von 2004 gar nicht gegeben hätte?

5. „Dieses sorgfältig selbst formulierte Schriftbekenntnis trat nun im 4. Teil der FTA-Glaubensbasis an die Stelle der ‚Zusammenfassenden Erklärung’ der CE.“ (S. 30)
Trat es an dessen Stelle, weil sich die FTA laut Wissenschaftsrat „von den geltenden Statuten entfernt habe“ und die CE „inzwischen nicht mehr als exklusiver Maßstab der Schriftauslegung verstanden“ wird?

6. „Und deswegen hatte weder der Gründer der FTA die CE als offizielles Bekenntnis eingeführt, obwohl er und sein Dozentenkollegium es teilten; ...“ (dto.)
Diese Relativierung ist völlig unverständlich, da alle Dozenten bis 2008 noch auf die CE verpflichtet wurden.

7. „Dieses neu formulierte Bekenntnis wurde im Spätsommer 2007 dem gesamten Rundbriefempfängerkreis der FTA zugesandt und anschließend ein Jahr lang bei jeder Gelegenheit öffentlich verbreitet. Es hat dazu bis zum Sommer 2008 keine einzige kritische Rückfrage gegeben.“ (dto.)
Diese Aussage ist irreführend! Im Freundesbrief 09/2007 stand unter der Überschrift „Bekennendes Christsein ist gefragt“: „Gerne lege ich diesem Freundesbrief einmal die Bekenntnisgrundlage der FTA bei. Vielleicht kann sie Ihnen persönlich helfen, sich neu Ihrer eigenen Bekenntnisgrundlage bewusst zu werden. Vielleicht kann sie aber auch die eine oder andere Gemeinde oder ein christliches Werk inspirieren, sich eine ähnlich formulierte Bekenntnisbasis zu geben. In unserer relativistischen Zeit ist bekennendes Christsein gefragt.“
Diesen Aussagen konnte oder wollte seinerzeit wohl kaum ein Freundesbriefempfänger widersprechen, klang es doch eher nach einer Hilfestellung mit einem beiläufig erwähnten Bekenntnis. Niemand konnte ahnen, dass dieses Bekenntnis das von 2004 ersetzen sollte. Kritische Rückfragen gab es dann aber im Mai 2008 (Betanien-Verlag, Topic, Hauszellengemeinde-Forum u. a.), als der Trick aufflog.

8. „Fazit: Es liegt auf der Hand, wie präzise dieses Bekenntnis das biblische Selbstzeugnis zusammenfasst, daraus Konsequenzen für den Umgang mit der Heiligen Schrift zieht und dies alles in Anknüpfung an die klassische christliche Bibelhaltung in großer Klarheit bezeugt.“ (S. 33)
Diese Eigenwerbung widerspricht den vielen Bedenken der o. g. bibeltreuen, kritischen Stimmen!

9. „Es ist ein hoffnungsvolles Zeichen von Glaubens- und Religionsfreiheit in unserem Land, dass in der Folge für den Raum wissenschaftlichen Arbeitens auf Hochschulebene die Vereinbarkeit dieses Glaubens mit wissenschaftlicher Wahrheitserforschung öffentlich anerkannt worden ist.“ (dto.)
Mit welchen Methoden bzw. um welchen Preis dies geschah, wurde hier im Forum ausführlich behandelt!

10. „Abschließend soll kurz skizziert werden, was diese evangelikale Theologische Hochschule ihren Studierenden, aber überhaupt für unsere Gesellschaft heute zu bieten hat: 1. Ein klares bibeltreues Profil. ... Diese Hochschule ist nah an der Bibel und nah an den Menschen - weltweit!“ (S. 34)
Auch diese Eigenwerbung widerspricht den nachvollziehbaren Argumenten (s. 8.)!

11. „Als Einnahmen, von denen sie leben kann, ist eine Freie Hochschule - neben den Studiengebühren ihrer Studierenden - vor allem auf die Spenden ihrer Unterstützer und Freunde angewiesen. So ein großes und zukunftweisendes Werk wie eine eigene bibeltreue Hochschule kann nur als das gemeinsame Projekt bibeltreuer Christen bzw. Gemeinden verwirklicht werden. Gott hat mit der Genehmigung und Errichtung einer bibeltreuen Freien Theologischen Hochschule Türen weit geöffnet. Nun gilt es, diese Chance aus Seiner Hand anzunehmen - und sie zu nutzen.“ (S. 35)
Der Beitrag schließt mit einem Spendenaufruf, was dem Autor als Redaktionsbeirat des Bibelbundes natürlich auch gewährt wird. Er fördert aber nicht Ehrlichkeit und Authentizität, sondern verschleiert vielmehr die Wahrheit, für die der Bibelbund einzutreten vorgibt.

Offline Roland

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Welchen Weg geht die FTA? Bibeltreu und/oder wissenschaftlich?
« Antwort #81 am: 17 Dezember 2009, 00:54:18 »
Am 8. Mai wurde die freie Theologische Akademie in Gießen (FTA) nach langen Verhandlungen vom deutschen Wissenschaftsrat (WR) als Hochschule zunächst vorläufig für fünf Jahre akkreditiert (inzwischen ist die staatliche Anerkennung erfolgt). Eine Kontroverse ist im Gang. Stadelmann wehrt sich.
Egal, wie sich die FTA nun aus der Klemme winden möchte. Tatsache ist, dass wissenschaftliche Anerkennung sicherlich keine bibeltreue Vertiefung der Theologie bieten wird. Dazu ist der Wissenschaftsrat viel zu bibelkritisch eingestellt.

Was bedeutet denn "wissenschaftlich"?
Zuerst muss klar sein, was der WR unter "wissenschaftlich" versteht. Ein Zitat aus dem Bewertungsbericht der Zentralen Evaluierungs- und Akkreditierungsagentur Hannover vom 26. Oktober 2004 (damals wurde die Akkreditierung der FTA abgelehnt) bringt es auf den Punkt "Hinsichtlich der gebotenen Wissenschaftlichkeit der Studiengänge sind die Gutachter zudem der Meinung, dass wegen der besonders rigiden Bekenntnisbindung an die Chicago-Erklärung, welche die gesamte theologische Ausbildung durchzieht, den Studienprogrammen "Evangelische Theologie" Wissenschaftlichkeit nicht, bzw. nur unzureichend, attestiert werden kann". Gemäß allgemeinem Verständnis ist Bibeltreue nicht "wissenschaftlich". Insbesondere die Chicago-Erklärung zur Irrtumslosigkeit der Schrift (CE) ist ein rotes Tuch für historisch-kritische Theologen. Solche sitzen aber im WR - und ausgerechnet sie sollten eine bibeltreue Akademie als "wissenschaftlich" anerkennen? Die etablierte Hochschultheologie in Deutschland zeichnet sich durch ein Monopol der Bibelkritik aus, das jede bibeltreue Theologie massiv bekämpft. Deshalb scheiterte auch 2004 der Akkreditierungsantrag der FTA, und darum änderte sie 2007 ihre Glaubensgrundlage.

Wie lange noch bibeltreu?
"Die Akkreditierung ist an die Gewährleistung der Freiheit von Wissenschaft und Forschung gebunden" (StNWR, S. 11). Das heißt: Entweder werden auch bibelkritische Theologen in den Lehrkörper der FTA aufgenommen, oder sie wird ihre Akkreditierung wieder verlieren. Weiter: "Professorenstellen müssen öffentlich ausgeschrieben werden; die wissenschaftliche Qualifikation und pädagogische Eignung der Bewerber müssen durch ein Berufungsverfahren nachgewiesen sein". Es dürfen also nicht einfach bibeltreue Dozenten an die FTA berufen werden; jeder habilitierte Theologe kann sich bewerben, und sollte er wegen bibelkritischer Lehren abgelehnt werden, dürfte das Ärger mit dem WR geben.
Die FTA nennt sich weiterhin "bibeltreu"; doch wie lange ist sie es noch?

Bernd Thurm

Aus: DAS SIGNAL,
Herausgeber: Schweizerischer Bund Aktiver Protestanten
Nr. 165, Oktober 2008, Seite 7
Bezugsadresse:
SBAP
Postfach 423
CH-3000 Bern 5
Tel. 0041-31-381 55 56
Fax 0041-31-381 83 26
Email: info@sbapweb.ch
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Offline Roland

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Köder für Fundamentalisten
« Antwort #82 am: 17 Dezember 2009, 01:04:12 »
Zitat
Am 8. Mai wurde die Freie Theologische Akademie in Gießen
(FTA) nach langen Verhandlungen vom deutschen Wissenschaftsrat
(WR) als Hochschule akkreditiert, zunächst vorläufig auf
fünf Jahre. Liest man aber die Stellungnahme des WR zur
Akkreditierung der FTA, so fragt man sich, was der Preis dafür ist.
Zunächst muss klar sein, was der WR unter „wissenschaftlich“
versteht. Seine Stellungnahme ist zwar recht verklausuliert, aber
ein Zitat aus dem Bewertungsbericht der Zentralen Evaluierungsund
Akkreditierungsagentur Hannover vom 26. Oktober 2004
(damals wurde die Akkreditierung der FTA abgelehnt) bringt es
auf den Punkt: „Hinsichtlich der gebotenen Wissenschaftlichkeit
der Studiengänge sind die Gutachter zudem der Meinung, dass
wegen der besonders rigiden Bekenntnisbindung an die Chicago-
Erklärung den Studienprogrammen „Evangelische Theologie“
Wissenschaftlichkeit nicht, bzw. nur unzureichend attestiert
werden kann“.
Im Klartext: Wer bibeltreu ist, ist nicht „wissenschaftlich“. Insbesondere
die Chicago-Erklärung zur Irrtumslosigkeit der Schrift ist
ein rotes Tuch für historisch-kritische Theologen. Genau die sitzen
aber im WR - und ausgerechnet sie sollten eine bibeltreue Akademie
als „wissenschaftlich“ anerkennen? Die etablierte Hochschultheologie
in Deutschland zeichnet sich durch ein Monopol der
Bibelkritik aus, das jede bibeltreue Theologie massiv bekämpft.
Eben deshalb scheiterte auch 2004 der Akkreditierungsantrag der
FTA, und darum änderte sie 2007 ihre Glaubensgrundlage.
„Ein unbedingtes Festhalten an der Irrtumsfreiheit der Heiligen
Schrift...wird von der FTA inzwischen nicht mehr als exklusiver
Maßstab der Schriftauslegung verstanden“. So stellt der WR denn
auch klar: „Die FTA hat damit notwendige Voraussetzungen für
ein wissenschaftliches Arbeiten und eine wissenschaftliche Auslegung
der Bibel geschaffen“. (Jeweils Seite 50 der Stellungnahme
des WR).
Der WR verlangt noch mehr: „Die Akkreditierung ist an die
Gewährleistung der Freiheit von Wissenschaft und Forschung
gebunden“. Das heißt in der Praxis: Entweder werden auch
bibelkritische Theologen in den Lehrkörper der FTA aufgenommen,
oder sie wird ihre Akkreditierung wieder verlieren. Weiter:
„Professorenstellen müssen öffentlich ausgeschrieben werden; die
wissenschaftliche Qualifikation und pädagogische Eignung der
Bewerber müssen durch ein Be-rufungsverfahren nachgewiesen
sein“. Es dürfen also nicht einfach bibeltreue Dozenten an die FTA
berufen werden. Jeder habilitierte Theologie kann sich bewerben,
und sollte er wegen bibelkritischer Lehren abgelehnt werden, dürfte
das Ärger mit dem WR geben.
So weit soll es aber gar nicht erst kommen: „Ergänzend zu dem
neu eingeführten Berufungsverfahren muss sichergestellt werden,
dass externe Hochschulprofessoren nicht nur fakultativ, sondern
obligatorisch Mitglieder der Berufungskommission sind und über
ein Stimmrecht verfügen“. Der WR verpflichtet die FTA dadurch,
Theologieprofessoren anderer - in Deutschland stets bibelkritischer
- Hochschulen als stimmberechtigte Mitglieder in die Berufungskommission
aufzunehmen. Sollen also künftig Bibelkritiker die
Zusammensetzung des Lehrkörpers der FTA und ihre Ausrichtung
mitbestimmen?

Der abgedruckte Informationsbericht aus dem
„Hauszellengemeinde-Forum“ bestätigt erneut,
wie es bei christlichen Bewegungen und
Einrichtungen allermeist „von Ephesus nach
Laodizea“ geht - also vom Verlust der ersten
Liebe bis dahin, dass der Herr draußen steht
und zum erneuten Einlass anklopft. Dieser
abschüssige Werdegang vollzieht sich dabei
nicht immer per geduldeter Sünde oder lehrmäßiger
Kapitalverbrechen wie der Leugnung
vom Sühnetod und der Auferstehung Jesu,
sondern oft in fast unmerklich kleinen Schritten.
Einer davon besteht im Geltungsdrang
und Streben nach umfassender Anerkennung.
Wie Israel begehrt man einen König, wie ihn
die Heiden haben und will sich an der
Bestätigung durch Gott nicht mehr genügen
lassen. Und diesem Wunsch hat sich nicht nur
die ohnehin für gehobene Ansprüche konzipierte
Ausbildungsstätte verschrieben, der Dr.
Helge Stadelmann vorsteht. Und der greift
stets zu schwerem Kaliber, sobald jemand
kritisch zur besagten Entwicklung Stellung
bezieht. Denn eine Etage darunter bietet auch
die Bibelschule Wiedenest ein „akademisches
Aufbauprogramm“ auf „hohem Niveau“ mit
der Option an, eine Masterarbeit an der
Universität von Südafrika anzuschließen und
so „einen „international anerkannten universitären
Abschluss“ zu erwerben.
1
Die Vollmacht des Dienstes gerät damit aber
zur sachlich-wissenschaftlichen Disziplin inclusive
persönlicher Beehrung. Die Gemeinde
Christi bedarf jedoch schon generell keiner
Titel oder von der Welt legitimierter Theologen.
Sicher war Paulus einer von ihnen,
ordnete seine Studien zu den Füßen Gamaliels
aber der Rubrik „Ich vergesse, was dahinten
ist“ zu. Natürlich ist zur Verkündigung der
frohen Botschaft nötig, die Heilige Schrift und
Zusammenhänge derselben bestmöglichst zu
kennen. Dazu bedarf es eingehenden Umgangs
mit der offenen Bibel, ob allein im stillen
Kämmerlein oder unterrichtet durch berufene
Lehrer des Evangeliums.
Und jede normale sonntägliche Verkündigung
sollte nicht nur evangelistische oder erbauliche
Elemente enthalten, sondern auch in
Zusammenhänge der Schrift wie der Heilsgeschichte
einführen. Geschieht das über gewisse
Zeit, erhalten spätere Prediger damit bereits
ein solides Grundwissen. Was sich aber
jetzt im evangelikalen Raum vollzieht, bleibt
nur als fromme Großmannssucht zu qualifizieren.
Und Sören Kierkegaard merkte schon
vor über anderthalb Jahrhunderten ironisch
an: „Mein Frisör sagt immer, man müsse es im
Leben zu etwas bringen...Ich danke dir Vater
Abraham, dass du es nur bis zum Glauben
gebracht hast“. Und dabei darf man es bis
heute getrost bewenden lassen.

Quelle: Schmidt, Klaus: Freundesbrief Nr. 12, S. 3
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

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Zum Streit um den Kurs der FTA Gießen
« Antwort #83 am: 17 Dezember 2009, 01:10:08 »
Von Pfarrer Reinhard Möller, Aesch BL (Schweiz)

Auszug aus: Zeitjournal Nr. 3 / 2008


I. (K)ein verändertes Bibelbekenntnis?

Dr. Helge Stadelmann, Rektor der Freien Theologischen Akademie (Gießen), möchte "fair und geistlich ausgewogen" [1] bleiben; und diese evangelikale Ausbildungsstätte hat sich bis heute zur Einheit, Verläßlichkeit und Irrtumsfreiheit der Heiligen Schrift bekannt. Auch in mancher Auseinandersetzung, so beispielsweise innerhalb der Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten (KBA). Nachdem sich dann aber der Wissenschaftsrat anfangs Mai 2008 für die Hochschulakkreditierung aussprach, entbrannte eine Diskussion darüber, ob die FTA dafür Kompromisse eingegangen sei und sich für Bibelkritik öffnen würde [2]. Der Wissenschaftsrat und einige Christen sehen das so. Einzelne Mitchristen erhoben daraufhin offen und warnend ihre Stimme, was die FTA verärgerte, die mit einer Stellungnahme vom 10.6.2008 acht Behauptungen als "falsch" zurückwies [3]. Zudem reagierte Stadelmann mit enorm starken Angriffen auf diverse Stellungnahmen und Zuschriften [4]. - Um der Wahrhaftigkeit willen, und um der Brüder und Schwestern willen, ist es unmöglich, hierzu zu schweigen! Deshalb beziehe ich nachfolgend möglichst sachlich Stellung (jeder möge die Quellen selbst nachprüfen!), und stelle mich auch selbst der Sachdiskussion.

Für mich besteht kein Zweifel daran, dass Dr. Helge Stadelmann aus tiefster Überzeugung spricht, wenn er schreibt: "Die FTA betont in ihrer Bekenntnisgrundlage ... besonders solche Glaubenswahrheiten, die mit der weltweiten Evangeliumsverkündigung und mit der Inspiration, Wahrheit, Irrtumslosigkeit und Einheit der Bibel zu tun haben."  [5] Wenn daran jetzt in bezug auf den Kurs der FTA Zweifel laut werden, dann sollte das eigentlich zu vertiefter und offener Klärung führen, gerade unter Brüdern und Schwestern in Christus; leider sieht es diesbezüglich weitgehend anders aus. Zum Stichwort "Verleumdungen" äußere ich mich im II. Teil; zunächst geht es um einzelne Akzente in bezug auf das Bibelbekenntnis.

"Bekenntniswechsel" der FTA

Am 9.5.2008 bekam die FTA telephonisch mitgeteilt, der Wissenschaftsrat habe ihr "die institutionelle Akkreditierung als Hochschule erteilt", und noch am selben Tag teilte Stadelmann das dem Freundeskreis mit [6]. Bereits einen Tag später erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter der Überschrift "Bekenntniswechsel" ein kurzer Artikel zur Akkreditierung [7]. Darin heißt es: "Um die staatliche Anerkennung dennoch zu bekommen, hat die Akademie im Laufe des Akkreditierungsverfahrens ihre Bekenntnisgrundlagen geändert." [8] Hier wurden viele Christen hellhörig, und es entbrannte eine intensive Diskussion - zu Recht, wie genaue Lektüre aufzeigt; und für Freunde der FTA war es neu, dass es ein geändertes Bekenntnis geben sollte ...

Transparenz - eine Frage der Redlichkeit

Das lag daran, dass das dem Freundeskreis gar nicht offen mitgeteilt wurde, so dass man sich fragt, warum es hier an Transparenz mangelte. Gewiss: Im September 2007 lag die "Bekenntnisgrundlage des FTA e.V., zugleich der Freien Theologischen Akademie" als klar gegliederter, zweiseitiger Text dem Rundbrief bei. Aber das Bekenntnis war - was mir (neben inhaltlichen Aussagen) schon damals auffiel - undatiert [9]. Und den Freunden wurde unter der Überschrift "Bekennendes Christsein ist gefragt" von Stadelmann scheinbar nebenbei gesagt: "Gerne lege ich diesem Freundesbrief einmal die Bekenntnisgrundlage der FTA bei." [10]; es klingt so, als ob er das schon längst hätte tun können, es aber eben jetzt einmal mache ... Nirgends wurde gesagt, dass dieses Bekenntnis in Zusammenhang mit dem Akkreditierungsverfahren frisch neu formuliert worden war (auch nicht, durch wen!)! Und was noch entscheidender gewesen wäre: Nirgends gab es eine biblische und sachlich-detaillierte Begrün-dung für Änderungen am Bekenntnistext. Wollte man jede Diskussion vermeiden? Das fehlende Datum weist in diese Rich-tung, denn an Hand vom Datum hätte sich mancher Leser gefragt: Wieso stammt das Bekenntnis der FTA erst aus diesem Jahr? Hat sich da etwas geändert?

Ein inhaltlich verändertes Bekenntnis? "Diese Behauptung ist falsch."

So knapp beginnt der erste Kommentar seitens der FTA in bezug auf kritische Rückmeldungen [11]. Nur: wenn "inhalt-lich" tatsächlich gar nichts verändert wurde (so die Behauptung), warum dann die ganze Arbeit? Wer nichts verändern muss, wer nichts verändern möchte, weil es nichts zu verändern gibt - warum formuliert der ein neues Bekenntnis? Wem soll es dienen? Was wären denkbare Gründe?

Eine Antwort gibt das 76-seitige Dokument des Wissenschaftsrates [12], in dem zur Bekenntnisfrage manches zu lesen ist, so auch: "Mit der 2007 erfolgten Neufassung ihrer Bekenntnisgrundlage hat die FTA eine wesentliche Voraussetzung für wissenschaftliches Arbeiten und eine wissenschaftliche Auslegung der Bibel geschaffen." [13] Und später: "Die FTA hat ... verdeutlicht, dass ihr der Konflikt zwischen Forschungsfreiheit und den aus der Be-kenntnisgrundlage folgenden Grenzen durch die Nachfragen der Arbeitsgruppe stärker bewusst geworden ist. Dies hat zu einer Neufassung ihrer Bekenntnisgrundlage geführt, und in deren Folge zu einer Änderung der Trägersatzung, der Grundordnung und der Studienordnung. / Die FTA bekennt sich in ihrer Glaubensbasis zwar unverändert 'zur göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, ihrer völligen Zuverlässigkeit und höchsten Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung' und unterstreicht ihre Ehrfurcht vor und Liebe zur Bibel als Voraussetzung evangelikaler Theologie. Ein unbedingtes Festhalten an der Irrtumsfreiheit der Heiligen Schrift, wie sie in der sog. Chicago-Erklärung zur Irrtumslosigkeit der Bibel (siehe Anhang 3) behauptet ist, wird von der FTA inzwischen nicht mehr als exklusiver Maßstab der Schriftauslegung verstanden. [dazu diese Fußnote: " Die Abteilungsleiter der FTA haben dies in ihrer Stellungnahme vom 14. September 2007 zum Verhältnis von Wissenschaftlichkeit und Bekenntnisbindung zum Ausdruck gebracht."] Die FTA hat damit notwendige Voraussetzungen für ein wissenschaftliches Arbeiten und eine wissenschaftliche Auslegung der Bibel an der FTA geschaffen." [14]

Das sind deutliche Worte des Wissenschaftsrates - und es ist nicht bekannt, dass dem seitens der FTA widersprochen wurde. Doch gerade das wäre in bezug auf die Aussage "Ein unbedingtes Festhalten an der Irrtumsfreiheit der Heiligen Schrift ... wird von der FTA inzwischen nicht mehr als exklusiver Maßstab der Schriftauslegung verstanden" unabdingbar [15] - zuerst für den Freundeskreis der FTA, dann aber auch in bezug auf die evangelischen Gemeinden und die KBA. Gerade auch, weil Stadelmann schrieb: "In unserer relativistischen Zeit ist bekennendes Christsein gefragt" [16].

Das neue Bekenntnis

existiert also sehr wohl - und die Frage ist, ob es dabei zu "inhaltlichen Verkürzungen gekommen sei" [17]; die FTA sagt: Nein, das ist eine "Unterstellung". Sie hat in dem Punkt Recht, dass weiterhin ausgesagt wird, die Bücher der Heiligen Schrift sind "zuverlässig und ohne Irrtum das wahre Wort Gottes". Viele Evangelikale leugnen die Irrtumslosigkeit der Bibel; die drei zusammenhängenden Chicago-Erklärungen bezeugen sie deutlich (und das in bezug auf den Urtext, was hier nicht weiter behandelt werden kann).

Als inhaltliche Veränderung erwähnt die FTA jetzt: Das neue Bekenntnis "akzentuiert deutlicher als bisher den kreatürlichen Charakter der Schrift ..." [18], das heißt ihre ‚menschliche Seite'. Gemeint ist im Bekenntnis unter (4) der Abschnitt "2. [Menschenwort:]". Auch wenn die FTA sich hier offenbar um sorgfältige Formulierungen bemühte, so muss doch erwähnt werden, dass bibeltreue reformierte Theologen derartige Aussagen als sehr bedenklich werteten, wenn diese nicht untrennbar-eng daran geknüpft wurden, dass die Bibel Gotteswort ist - gerade auch weil sie hierin eine verhängnisvolle Anpassung an Positionen kritischer Universitätstheologie erkannten [19].

Das Bibelbekenntnis der FTA wurde in der neuen Fassung zwar umfangreicher, hat aber gegenüber dem ursprünglichen Text [20] teilweise an Klarheit verloren. Die Fassung von 2004 war eine knappe, aber aussagestarke Zusammenfassung der ersten Chicago-Erklärung (1978); offenbar nahm der Wissenschaftsrat daran deutlich Anstoß - und deshalb wurde er überarbeitet und jeder Verweis auf die Chicago-Erklärung zur Irrtumslosigkeit der Bibel vermieden. Eine neue Formulierung lautet: "Es ist unangemessen, die Schrift anhand von Maßstäben für Wahrheit und Irrtum zu messen, die ihrem historischen Ursprung und ihrem Zweck fremd sind." [21] Dieser Satz ist wohl wegen seiner Kürze missver-ständlich (deshalb jetzt auch umstritten); klarer hieß es früher: "Die Autorität der Schrift wird unausweichlich beeinträchtigt, wenn diese völlige göttliche Inspiration in irgendeiner Weise begrenzt oder missachtet oder durch eine Sicht der Wahrheit, die der Sicht der Bibel von sich selbst widerspricht, relativiert wird. Solche Abweichun-gen führen zu ernsthaften Verlusten sowohl für den einzelnen, wie auch für die Kirche." [22] -

Zur Bekenntnisfrage wäre noch manches zu sagen; ebenso zum grundsätzlichen Streben nach staatlicher Akkreditierung. Hier wäre manches von anderen Hochschulen zu lernen gewesen, so auch von der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel, die seit 1970 mit staatlicher Genehmigung in einem rechtlich andersartigen Umfeld wirkt. - Hier wie dort ist neben der Bekenntnisfrage ebenso entscheidend, wie denn in Lehre und Forschung das Vertrauen in die Irrtumslosig-keit der Heiligen Schrift umgesetzt wird.

Irrtumslosigkeit - aber nur beinahe?

In Zusammenhang mit einer apologetischen Publikation schrieb mir schon 1996 ein evangelisch-reformierter Pfarrer: In bezug auf die Evangelikalen stimme es ihn hoffnungsvoll, dass die FTA Gießen (im Gegensatz zur STH Basel) offenbar von der Irrtumslosigkeit der Bibel etwas abrücken würde. Als Begründung nannte er einen Essay des Neutestamentlers Dr. Armin D. Baum, der sich mit der Genauigkeit von Zitaten im Lukasevangelium und in der Apostelgeschichte auseinandersetzte [23]. Baum schreibt: "Lukas strebte ausdrücklich danach, neben den Taten auch die Worte Jesu und seiner Apostel möglichst wirklichkeitsgetreu (...) aufzuzeichnen (...). Daß er diesem Ziel nahe gekommen ist, läßt sich für das Evangelium durch den synoptischen Vergleich nachweisen.", und zuvor: Dafür, dass Lukas am Originalwortlaut interessiert gewesen sei, dafür "sprechen seine relativ authentische Wiedergabe von Herrenworten im Evangelium ..." [24]. Was bedeutet es, wenn der Evangelist‚ verhältnismäßig zuverlässig aufschrieb, was Jesus gesagt hatte? Was heißt es, Lukas sei "dem Ziel nahe gekommen", als er versuchte, "möglichst wirklichkeitsgetreu" Aussprüche Jesu und der Apostel aufzuschreiben?

Stehen wir von Herzen und innerlich überführt durch den Geist Gottes für die Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift, welche Gottes Wort ist, und bezeugen dann die absolute Wahrhaftigkeit, Widerspruchslosigkeit und Fehlerlosigkeit der gesamten Offenbarung Gottes - oder gehen wir irgendwo aus irgendwelchen Gründen Kompromisse ein? Ob staatliche Anerkennung oder vermeintliche Wissenschaftlichkeit, nichts ist einen Kompromiß wert, denn es geht um die Ehre und die Zuverlässigkeit des dreieinigen lebendigen und niemals-lügenden Gottes!


II. Verleumdungen - aber auf welcher Seite?

Unter Punkt 5 in der Stellungnahme der FTA zu sachlichen Kritikpunkten in Zusammenhang mit dem geänderten Be-kenntnis und der Akkreditierung kann man lesen: "Richtig ist vielmehr, dass eine Grundlage jeder wissenschaftlichen Arbeit die Auseinandersetzung mit gegensätzlichen Meinungen ist." [25] Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, und wenn man dann von Dr. Helge Stadelmann liest, dass die FTA "fair und geistlich ausgewogen" bleiben will [26], dann müsste doch eigentlich alles zum Besten sein ... faire, geistlich geprägte, echte Auseinandersetzung bei gegensätzlichen Positionen. Gilt das auch für Mitchristen? Offenbar weniger.

Im Gegenüber zum Wissenschaftsrat schreibt Stadelmann im neuesten Rundbrief der FTA: "Hier wird endlich ein fairer Wettstreit der Argumente eröffnet." [27] Widerstand "von nichtchristlicher Seite" verwundert ihn nicht, den von politischer Seite definiert er als von "Antichristen" [28]; aber Kritik von rechts, die ist ihm offenkundig ein Ärgernis, das er gar nicht mehr verträgt: Diese Kritiker tituliert er im Rundbrief als "ultra-evangelikale Beden-kenträger" und "Verleumder", um dann in einem ganzen Absatz abfällig über einzelne herzuziehen; hier der Wortlaut:

Stadelmanns Attacke

"Eigentlich war damit zu rechnen, dass sich nach der Hochschulentscheidung einige einschlägig bekannte Leute gegen die FTA zu Wort melden würden: Lothar Gassmann, der gescheiterte Ex-Theologiedozent; Ulrich Skambraks mit seinem immer wieder irreführenden Boulevardjournalismus; Hans-Werner Deppe, der in seinen News diesmal einen Ex-Theologiestudenten als Judas vorschickte; usw. Einige von ihnen verdienen mit dem Diskreditieren anderer ihr Geld. Bezeichnend ist, dass dieselben Leute wie ein Grab schweigen, wenn von einem FTA-Dozenten wieder ein Buch oder ein Aufsatz über bibeltreues Schriftverständnis veröffentlicht wird. Das passt nicht in den Kram, und man setzt auf die Vergesslichkeit der Gläubigen. Einige Zeit später fängt die Verleumdung der FTA dann wieder an. Jetzt werden vor allem Ängste geschürt: Sicherlich werde eine Hochschulakkreditierung um die Preisgabe der Bibeltreue erkauft - und sei es erst in Jahrzehnten nach dem Abtreten der jetzigen FTA-Verantwortlichen und Dozenten! Und sicherlich bedeute die Tatsache, dass die FTA ein eigenes Schriftbekenntnis formuliert habe, ein Abrücken vom bisherigen Bibelver-ständnis! So wird Misstrauen gesät. Und es werden die Tatsachen auf den Kopf gestellt. Denn in dem ganzen langen Akkreditierungsverfahren ging es ja gerade um die Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Arbeit als Hochschule und bibeltreuer Theologie! ..." [29]

Dieser Absatz trägt übrigens die Überschrift "Bedenkenträger und Verleumder" - und er fällt voll auf den Verfasser zurück! Kritik macht Arbeit: Lesen, Nachdenken, sich Austauschen, Beten ... und dann sollte doch der "faire Wettstreit der Argumente eröffnet" werden. Stattdessen fallen zwei Dinge auf: (a) Es ist Stadelmann, der verleumdet, und (b) die evangelikalen Kritiker [in einem Brief nennt er sie schon einmal "unsere evangelikalen Feinde und Neider"] haben sich - soweit mir bekannt - ausnahmslos sachlich, sorgfältig und brüderlich geäußert, und zwar aus echter Anteilnahme am Geschehen im evangelikalen Raum. Und aus geistlicher Verantwortung heraus.

Dr. Lothar Gassmann verschickte mit einem Rundmail eine Pressemeldung des Deutschen Wissenschaftsrates in bezug auf die Akkreditierung. In dessen Aussagen erkannte er "viel Kompromißbereitschaft" seitens der FTA und lud ein, jeder möge das Dokument lesen und sich seine eigene Meinung bilden; zugleich enthielt er sich ausdrücklich jedes weiteren Kommentars. Ist das ein Grund, Gassmann als "Verleumder" hinzustellen und ihn zusätzlich als "gescheiterten Ex-Theologiedozenten" zu diffamieren? Gassmanns Worte zeugen von Zurückhaltung in bezug auf die FTA und von echter Betroffenheit. Und - egal was vor Jahren gewesen ist oder sein mag (Christen wissen um volle Vergebung in Christus!) - viele von uns kennen Gassmann als einen Bruder, der aus der Gnade Gottes lebt, der sich ermahnen und korrigieren läßt, der auf Kritik von Brüdern und Schwestern hört. Stadelmanns Angriff auf Gassmann ist blanke Verleumdung, absolut untragbar im Rahmen christlicher Kommunikation!

Ulrich Skambraks, Herausgeber von TOPIC, wird als zweiter genannt; der Grund: er hat im Juni 2008 auf Seite 1 und 2 von TOPIC einen Hauptbeitrag unter die Überschrift gestellt: "FTA Gießen soll sich der Bibelkritik öffnen". Darüber ist Stadelmann wütend, und deshalb holt er zur pauschalen Verunglimpfung aus: "Skambraks mit seinem immer wieder irreführenden Boulevardjournalismus". Richtig ist, dass sich in TOPIC regelmäßig auch spekulative Artikel finden, so der über den eventuellen Weltuntergang im Sommer 2008 in der Schweiz [30]. Nur: müssen wir immer mit jedem Artikel in jeder christlichen Zeitschrift einig gehen? Wer behauptet so etwas? Und unter "Boulevardjournalismus" verstehen wir eigentlich etwas völlig anderes; doch selbstverständlich darf auch die journalistische Arbeit von Skambraks hinterfragt werden. Nur: warum geht das nicht mit Argumenten, die sachlich an seinem Artikel und den dort mit Gründen entfalteten Aussagen anknüpfen? Der Hauptartikel in TOPIC bringt nach Studium der Quellen einige echte Problemstellen auf den Punkt. Und es handelt sich angesichts der Vorstellungen und Forderungen im Wissenschaftsrat in der Tat um enorme Weichenstellungen. Dass die FTA darüber einseitig-fröhlich informierte, mag verständlich sein; dass sie sich eine gewisse Distanz zur Chicago-Erklärung mit der Bekenntnisänderung aufzwingen ließ, das ist einschneidend - galt doch aus gutem Grund früher (bis wann?), dass die Dozenten jährlich schriftlich gerade diesem Bekenntnis (1978) zustimmen mußten.

Skambraks mag übersehen haben, dass bibeltreue Theologen in großer Sorgfalt immer wieder zwischen dem "Urtext" (dessen Manuskripte wir nicht haben) und dem "Grundtext" (auch Abschriften genannt, deren Genauigkeit zum Staunen ist) unterschieden haben; das gilt auch für diejenigen, die an den drei Bekenntnissen von Chicago mitgewirkt haben. Konsequenterweise wird die Irrtumslosigkeit in bezug auf den Urtext bezeugt (was daraus folgt, gehört zur Überlieferungsgeschichte des Kanons) ... Nur warum kann man von Seiten der FTA darüber nicht ein Gespräch beginnen? Warum gleich diese Verleumdung durch Stadelmann? Skambraks hat doch Recht, wenn er schreibt: "Glaubt man dem (Wissenschaftsrat) als höchstem Wissenschaftsgremium in Deutschland, so muss sich die FTA einer bibelkritischen Wissenschaft öffnen." [31] Hier wird in der Tat die historisch-kritische Methode favorisiert, auch wenn die FTA das nicht möchte!

Als Dritter wird der Verleger (Betanien) Hans-Werner Deppe namentlich angegriffen, wobei deutlich ist, das dieser selbst gar keinen (!) Kommentar verfaßt hatte. Stadelmann schreibt wörtlich: "... der in seinen News diesmal einen Ex-Theologiestudenten als Judas vorschickte", und man fragt sich, ob es noch eine stärkere Beleidigung unter Christen geben könnte, als jemanden "Judas" zu schimpfen. Gemeint ist Joachim Schmitsdorf, der einen sehr sachlichen Beitrag unter dem Titel " Welchen Weg geht die FTA? Bibeltreu und/oder wissenschaftlich?" verfaßte [32]. Unter Bezugnahme auf Zitate wirft er drei Fragen auf: Was ist "wissenschaftlich"?, Was ist "bibeltreu"? und "Wer bestimmt künftig den Kurs der FTA?". Niemand ist gezwungen, seine Ansicht zu teilen - aber seine Argumentation ist stichhaltig, sehr sachlich und kompakt, auch fair. Dass Stadelmann ihn derart unbegründet als "Judas", also als "Verräter" abqualifiziert und verleumdet, das muss andere Gründe haben; jedenfalls ist das Vorgehen von Stadelmann völlig untragbar unter Christen: Und in einzelnen persönlichen Reaktionen hat er sich noch schärfer ausgedrückt, wie Betroffene erschüttert bezeugen.

Auch Ulrich Skambraks, Herausgeber des TOPIC Informationsdienstes, bestätigte, dass er wegen einer kritischen Berichterstattung zur staatlichen Anerkennung der FTA, persönlich von Stadelmann beleidigt wurde. So habe Stadelmann in Briefen an andere ihn als Verleumder, gar als Diener des Teufels bezeichnet. Wie er mittlerweile von anderen Kritikern erfahren habe, sei es ihnen ähnlich so ergangen - sogar zum Teil noch viel schlimmer. Wie Skambraks sagte, hege er gegen Stadelmann keinen Groll oder Hass, finde es nur sehr schade, dass immer wieder eine sachliche Ebene mit einer persönlichen verquickt würde. Gerade Christen sollten die Größe haben, um der Wahrheit willen in fairer Weise zu streiten, und sich nicht gegenseitig persönlich fertigzumachen. Aber es sei eine allgemeine menschliche Schwäche, dass wenn Argumente im Kopf fehlen, man schnell "unter die Gürtellinie" ziele.

Ohne Argumente?

Es scheint tatsächlich, dass Stadelmann in bezug auf diese kritischen Rückfragen keine Argumente mehr hat, denn warum sonst versteigt er sich zu dieser Behauptung:
"Einige von ihnen verdienen mit dem Diskreditieren anderer ihr Geld. Bezeichnend ist, dass dieselben Leute wie ein Grab schweigen, wenn von einem FTA-Dozenten wieder ein Buch oder ein Aufsatz über bibeltreues Schriftverständnis veröffentlicht wird."

In den Betanien-Nachrichten, in denen der Beitrag von Schmitsdorf erschien, gab es zugleich ausdrücklich mindestens drei Buchempfehlungen von FTA-Dozenten! [33] Von daher ist diese Aussage Stadelmanns auch rein sachlich nicht zutreffend!

Kritik mag schmerzen, sie mag zutreffen, sie mag unzutreffend sein - doch unter bekennenden Christen sollten wir den Bruder, die Schwester außerordentlich wertschätzen, die uns in Verantwortung vor dem Herrn mit Korrektur dienen möchten. Es ist absolut in Ordnung, dass diese Diskussion in aller Öffentlichkeit geführt wurde, denn das Akkreditierungsverfahren ist auch öffentlich, Bekenntnistexte sind bewußt öffentlich, und die Gemeinde Jesu hat ein Recht darauf, sehr genau zu wissen, was die Ausbildungsstätten glauben und lehren, an denen zukünftige Missionare, Verkündiger und Seelsorger ihre Schulung durchlaufen möchten.

Wenn die FTA ihren Freundeskreis lediglich ansatzweise und euphorisch informiert, dann muss sie sich nicht wundern, wenn einzelne Christen sorgfältig forschen und nachlesen, was der Wissenschaftsrat denn noch so alles auf über 70 Seiten entfaltet. Und wenn Christen dann erstaunt feststellen, dass in Zusammenhang mit dem Akkreditierungsverfahren das Bekenntnis verändert wurde, dass eine Distanzierung von der ersten Chicago-Erklärung erwartet wurde (und in gewissem Sinn auch erreicht wurde!), ist es dann verwunderlich, dass dies von denen, die Gott und Sein Wort lieben, auch warnend-wachrüttelnd kommentiert wird? Ohne Zweifel: Der acht Punkte aufgreifende Text der FTA ist ein Schritt in die richtige Richtung - aber die persönlichen Beschimpfungen und Verleumdungen durch Stadelmann (im FTA-Rundbrief, wie auf anderen Kanälen) sind absolut inakzeptabel. Er bezeichnete Brüder als "Verleumder" (etc.), die sorgfältig-belegt argumentierten und die weder ihn, noch die FTA verleumdet hatten - die Verleumdungen geschahen von seiten der FTA durch deren Rektor. Das ist tragisch; und dennoch habe ich die Hoffnung, dass dies korrigiert wird, und zwar auch gegenüber Personen, die ich hier nicht namentlich nannte, die aber ebenso verletzt wurden.

Immer wieder bringt Gott Verborgenes "ins Licht Seines Angesichts" (Ps. 90,8 / Menge); es dient der Erneuerung, ER will segnen. Jeder von uns bedarf der Gnade und der Vergebung unseres Herrn Jesus Christus - täglich; auch ich. Als die Indienmissionarin Amy Carmichael in bezug auf eigene Schuld beunruhigt war, betete sie: "Herr, mache Du mich zu dem, was ich zu sein scheine."

Fußnoten: [1] Freundesbrief der FTA, September 2007, S. 2.  /  [2] Beispielsweise in TOPIC, Nr. 6/Juni 2008, S. 2: "FTA Gießen soll sich für Bibelkritik öffnen".  /  [3] Beilage zum Freundesbrief der FTA, Juli 2008 (auch im Internet zu finden: www.fta.de).  /  [4] Dazu liegen mir diverse Mails und Gesprächsnotizen vor, wobei deren Kreis über die im Freundesbrief (ebd., S. 2) von Stadelmann namentlich attackierten (Hans-Werner Deppe, Dr. Lothar Gassmann, Ulrich Skambraks) hinausgeht.  /  [5] Freundesbrief der FTA, September 2007, S. 2. /  [6] Freundesbrief der FTA, 9. Mai 2008, S. 1 /  [7] FAZ, 10.5.2008. /  [8] Die vorangehenden Sätze lauten: "Die (FTA Gießen) versteht sich als Stätte evangelikaler Theologie. Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Wer einem vorhermeneutischen Biblizismus huldigt oder an Verbalinspiration glaubt, wird die anerkannten Verfahren historischer Textkritik ausblenden." Ebd. /  [9] Aus dem Dokument des Wissenschaftsrates (siehe unten Fußnote 12) geht hervor, dass der neue Bekenntnistext vom 31.8.2007 stammt. /  [10] Freundesbrief der FTA, September 2007, S. 2 [Hervorhebung: RM]. /  [11] s.o. FN 3. /  [12] "Stellungnahme zur Akkreditierung der Freien Theologischen Akademie Gießen (FTA)", Drucksache 8496-08, Rostock, 8.5.2008. - In diesem Kurzartikel beschränke ich mich auf einen sehr engen Bereich in Zusammenhang mit diesem Dokument, das der FTA bescheinigt, "den wissenschaftlichen Maßstäben einer Fachhochschule" zu entsprechen [Hervorhebung: RM; ebd. S. 10]. Das Dokument enthält eine Reihe von Forderungen an die FTA, von denen eine [ebd. S. 12] bereits umgesetzt wurde: Der Rektor bezeichnet sich im Rundbrief nicht mehr als "Professor" ... Institutionell muss sich die FTA vom "Institut für Israelogie" und vom Institut für Ethik und Werte" trennen; beiden wurde abgesprochen, "wissenschaftliche Einrichtungen" zu sein [ebd. S. 11]. (Links via: http://www.wissenschaftsrat.de/Veroffentlichungen/veroffentlich.htm)  /  [13] ebd. S. 10. /  [14] ebd. S. 49/50.  /  [15] ebd.; Hervorhebungen RM. /  [16] Freundesbrief der FTA, September 2007, S. 2. /  [17] s.o. FN 3 (dort: Ziffer 1). /  [18] ebd. /  [19] Mehr dazu in meinem Buch "An Bibeltreue nicht zu überbieten? Chrischona, Tabor und Liebenzell" (Dornach, 2001), S. 39-41. Es fällt auf, dass es dort auch um "akademische Akzeptanz" geht, wie auch um eine stillschweigende Änderung eines Bekenntnisses ... das sollte uns grundsätzlich hellhörig machen! /  [20] s.o. FN 12; dort S. 71-73 (= Anhang 3). /  [21] Freundesbrief der FTA, September 2007: Beilage: Punkt (4).2. letzter Satz. /  [22] s.o. FN 12; dort S. 73. /  [23] Armin D. Baum, "Hat Lukas Jesus und die Apostel genau zitiert? Die oratio recta im lukanischen Werk zwischen antiker Profan- und Kirchengeschichtsschreibung", veröffentlicht in: "Israel in Geschichte und Gegenwart" (Hrsg. Gerhard Maier), R. Brockhaus Verlag Wuppertal und Brunnen Verlag Giessen und Basel, 1996 (TVG), S. 105-145. /  [24] ebd. S. 145 und 143 [Hervorhebungen: RM]. /  [25] s.o. FN 3 - dort Ziffer 5.  /  [26] Freundesbrief der FTA, September 2007, S. 2. /  [27] Freundesbrief der FTA, Juli 2008, S. 2. /  [28] Auszug aus einem Mail; diese und alle andere Zitate sind belegt. Mailempfänger werden mitunter aus persönlichen Gründen nicht namentlich angeführt - sie sind bei mir einsehbar. /  [29] Freundesbrief der FTA, Juli 2008, S. 2. /  [30] TOPIC, Nr.3/März 2008, S. 5/6: "Experiment: Geht im Sommer 2008 in der Schweiz die Welt unter?". /  [31] TOPIC, Nr.6/Juni 2008, S. 2. /  [32] im Internet: Betanien-Nachrichten 6/2008. /  [33] ebd.; in einem Fall mit dem Zusatz: "Wertvolle Beiträge von Dozenten der FTA (aus "guten alten Zeiten" ...)".

(Pfr. Reinhard Möller ist seit 22 Jahren Verkündiger und Seelsorger einer unabhängigen Freien Evangelischen Gemeinde südlich von Basel. Vorher war er u.a. auch für Rechtsfragen an der Staatsunabhängigen Theolog. Hochschule Basel tätig, wo er einige Jahre lang eine Vorlesung zur Inspiration der Bibel hielt. Beim "Internationalen Rat für Biblische Irrtumslosigkeit" wirkte er 1982 an der Formulierung der zweiten Chicago-Erklärung zur Hermeneutik mit.)
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Offline Roland

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Verwirrende Töne aus Gießen
« Antwort #84 am: 16 März 2010, 18:25:43 »
„Wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten?“ So fragt Paulus in 1. Korinther 14,8. Auch die Töne, die man in jüngster Zeit von der Freien Theologischen Hochschule Gießen vernehmen kann, sind mehr als verwirrend.


Bibelkritischer Theologe hält Gastvorlesung an der FTH

Am 24.11.2009 hielt der Bochumer Professor Peter Wick eine Gastvorlesung an der FTH mit dem Titel „Schrift und Interpretation“. Darin meinte er, man müsse den Bibeltext an sich vorurteilsfrei ernstnehmen, da man nur so zu echter Interpretation befähigt werde, und mahnte für die Auslegung eine „Multiperspektivität“ an. Das mag ja noch in Ordnung sein, wenn man von der Inspiration und Unfehlbarkeit der Schrift ausgeht und die eigene Fehlbarkeit hinterfragt, um sich durch Gottes Wort korrigieren zu lassen. Was aber meint Wick? Einer kritischen Rückfrage aus dem Publikum, ob dann nicht alles relativ sei, wich er aus: „Nur wer die Welt ganz ernst nimmt, wird frei zur multimethodischen Erforschung.“ Seiner Meinung nach bleibe „die Wirklichkeit als Ganze der begrenzten menschlichen Erkenntnis letztlich verschlossen.“
Im Klartext: Auch die Bibel ist nach Wicks Meinung in sich widersprüchlich und zu hinterfragen. Er leugnet damit die göttliche Inspiration, Unfehlbarkeit, Widerspruchsfreiheit und Klarheit der Schrift. Dies wird aus seinen anderweitigen Veröffentlichungen noch deutlicher. Um zwei Beispiele zu nennen:
• Wick unterscheidet den „historischen Jesus“ vom „dogmatischen Jesus“ der Evangelien, die Widersprüche enthielten: „Diese Multiperspektivität der Heiligen Schriften gewinnt einen unerschöpflichen Facettenreichtum für jegliches Jesusbild, aber sie kann nicht ausschließen, dass in dieser Vielfalt Widersprüche auftreten.“ So in seinem Vortrag „Was wissen wir historisch über Jesus – und welche Relevanz hat die Frage nach dem historischen Jesus für den christlichen Glauben?“ vom 31.5.2008 auf der Tagung des Johanniterordens in Tutzingen.
• Das Johannesevangelium will er – obwohl es ausdrücklich beansprucht, der Tatsachenbericht eines Augenzeugen zu sein – auf dem Hintergrund des heidnisch-ekstatischen Dionysos-Kults verstehen. Siehe Peter Wick, „Jesus gegen Dionysos? Ein Beitrag zur Kontextualisierung des Johannesevangeliums“ in der Zeitschrift Biblica (Fasc. 2 , Bd. 85 [2004]: 179-198), die vom päpstlichen Bibelinstitut zu Rom herausgegeben wird.
Sollten solche Dozenten an einer Hochschule lehren, die für sich Bibeltreue beansprucht?


FTH-Dozent empfiehlt Papstbuch als „evangelikal“

Doch nicht nur von Gastdozenten an der FTH ist seltsames zu vernehmen, sondern auch vom dort lehrenden Neutestamentler Armin Baum. Er empfiehlt im Ehemaligen-Rundbrief der FTH vom Februar 2010 Werke zweier Autoren, die man aus bibeltreuer Sicht Irrlehrer nennen muss.
Baum wörtlich: „…der Papst hat 2007 ein evangelikales Jesusbuch geschrieben“. Von evangelikalen Theologen sollte man indes mehr Unterscheidungsvermögen erwarten können. Zwar schreibt Ratzinger in seinem Buch manches Richtige und widerspricht extremen Bibelkritikern, doch ist zu bedenken:
1. Nur weil ein Buch von der Irrtumslosigkeit der Schrift spricht, ist es noch lange nicht evangelikal. Dieser Begriff leitet sich bekanntlich vom englischen „evangelical“ ab, auf deutsch „evangelisch“, „protestantisch“ oder „reformiert“. Die Irrtumslosigkeit der Schrift stand auch für Rom offiziell nie zur Debatte. Dennoch trennen Rom und die im ursprünglichen Sinne des Wortes Evangelikalen Welten. Die entscheidende Differenz besteht in der Frage, was das Evangelium ist. Hierin hat sich Roms Standpunkt bisher nicht geändert; bei „Evangelikalen“ von heute sieht das scheinbar oft anders aus.
2. Ratzinger bezeichnet sein Buch ausdrücklich als Privatmeinung. D.h. es ist kirchenrechtlich nicht bindend, da er nicht „ex cathedra“ als Papst spricht. Katholische Theologen dürfen also weiter Bibelkritik betreiben.
3. Roms Verhältnis zur Bibel ist zwiespältig. Baum hat recht, dass „die Konstitution ‘Dei Verbum’ … von der Inspiration und Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift spricht.“ Man darf aber nicht übersehen, dass dieselbe Konstitution weiterhin am Deutungsmonopol des kirchlichen Lehramts festhält. Egal, was die Bibel lehrt – die Kirche bestimmt, was es bedeutet. Auf den Punkt gebracht: Was nützt eine irrtumslose Schrift, wenn angeblich niemand außer der Kirchenleitung sie richtig verstehen kann?
Mehr zum Buch siehe in der Rezension in den Betanien-Nachrichten Nr. 57 vom 16. Mai 2007 unter www.betanien.de/verlag/newsletter/newsletter.php?id=61.
Ebenfalls als „evangelikal“ empfiehlt Baum die Werke des anglikanischen Bischofs Nicholas Thomas Wright, wenn auch mit Einschränkungen. Baum gesteht ein, Wright sei „theologisch schwer einzuordnen“; er schreibe „nicht immer überzeugend, aber häufig erfrischend und meistens anregend“.
Wikipedia hat da weniger Probleme, Wright einzuordnen. Er zählt als „Offener Evangelikaler“ zu den postmodernen Relativierern der Wahrheit. Mir wäre solche Lektüre alles andere als „anregend“; statt windiger Menschenworte ist das Wort Gottes weit erfrischender (vgl. Ps 19,8).


FTH begrüßt staatliche Ausbildung von Imamen

Unter dem Titel „Bewegung in der Hochschullandschaft“ begrüßt die FTH im Freundesbrief vom Februar 2010 die Empfehlung des Wissenschaftsrats, zur Ausbildung von Imamen Lehrstühle an staatlichen Hochschulen einzurichten: „Evangelikale werden gegen letzteres nicht sein. Religionsfreiheit, gleich für wen, gehört zu ihrem Erbe.“
Hier irrt die FTH gewaltig, denn Religionsfreiheit ist keineswegs für alle gleich. Sie findet dort ihre Grenzen, wo eine Religion die bestehende Gesellschaftsordnung umstürzen will, wenn nötig mit Gewalt. Solche verfassungswidrigen Bestrebungen darf der Staat nicht auch noch unterstützen, indem er Lehrstühle für den Islam einrichtet.
Vorab: Gottes Reich ist „nicht von dieser Welt“ (Joh 18,36); Christen haben vorrangig keinen politischen Auftrag. D.h. aber auch nicht, dass Böses unwidersprochen hinzunehmen oder gar zu fördern sei. Hinter o.g. Plänen der Politik steckt der Gedanke, über die staatliche Ausbildung der Imame mäßigenden Einfluss auf deutsche Moslems zu nehmen. Doch diese Rechnung wird nicht aufgehen. Das beweist schon der Fall des Münsteraner Professors Muhammad (geb. Sven) Kalisch. Nachdem dessen Ansichten über einen „moderaten Islam“ bekannt wurden, forderten radikale Moslems buchstäblich seinen Kopf. Seinen Lehrstuhl für die Ausbildung islamischer Religionslehrer musste er daraufhin aufgeben.
Darüber hinaus ist der Isl am nicht nur ge waltbereit und gewalttä tig; er ist auch offen antichristlich. Wie kann die FTH dann nur dessen Förderung begrüßen? Man müsste es eigentlich besser wissen; zum Dozentenkollegium gehören mehrere fachkundige Experten.

Fazit: „Wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten?“ Von der FTH sind leider zunehmend seltsame Töne zu hören.

Joachim Schmitsdorf
Quelle: Betanien Medien-Info 03/2010
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Ted

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Re: FTA in Gießen wurde als Hochschule akkreditiert
« Antwort #85 am: 17 März 2010, 02:39:11 »
Was will man da noch sagen...
Es war vorauszusehen, das mit der FTA, äh, nun FTH.

Es war vollkommen klar, denn das Wort Gottes sagt es deutlich vorher:

Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft [...] und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, daß sie gerettet würden. Darum sendet ihnen Gott die Macht der Verführung, so daß sie der Lüge glauben, damit gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit. (siehe 2. Thess 2, 9-12)

Denn es regt sich schon das Geheimnis der Bosheit; nur muß der, der es jetzt noch aufhält, weggetan werden, und dann wird der Böse offenbart werden. (2. Thess 2, 7+8a)

"Der es jetzt noch aufhält", das ist der Heilige Geist Gottes, der in Seinen Seinen Kindern wohnt, die wir noch hier sein werden, bis der Herr Jesus uns zu sich hin entrückt hat.

Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch mit diesen Worten untereinander. (1. Thess 4, 17+18)

Ja, Trost ist uns nötig, denn die Welt hat uns nicht lieb und das Böse ist übermächtig. Wie der Widersacher Gottes und die von ihm im Irrtum gefangen gehaltene Welt unseren Herrn Jesus gehasst hat, so werden auch wir gehasst, denn

Wir sind von Gott, und wer Gott erkennt, der hört uns; wer nicht von Gott ist, der hört uns nicht. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums. (1.Joh 4,6)

Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, daß der Antichrist kommt, so sind nun schon viele Antichristen gekommen; daran erkennen wir, daß es die letzte Stunde ist. (1.Joh 2,18)

Es wird nicht besser werden, nur schlimmer, bis dass der Herr Jesus in Herrlichkeit wiederkommt und Seine Herrschaft auf dieser Welt aufrichtet.

Maranatha, Herr Jesus, komm bald!

Offline Roland

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Eta Linnemanns Vermächtnis
« Antwort #86 am: 07 Januar 2012, 00:58:45 »
Von Ulrich Skambraks, TOPIC, Kreuztal
 
Sie sorgte für Aufsehen mit ihrer radikalen Kehrtwende von einer Verfechterin der historisch-kritischen Bibelauslegung zur entschiedenen Gegnerin: Am 9. Mai 2009 ist die emeritierte Theologie-Professorin Eta Linnemann, Schülerin des Neutestamentlers Rudolf Bultmann (1884-1976), im Alter von 82 Jahren in Leer (Ostfriesland) gestorben.

Die Bibel war früher für die Theologie-Professorin weder Gottes Wort noch verbindliche Wahrheit. Und in diesem Sinne prägte sie Studierende der Theologie in Braunschweig und Marburg - bis Gott ihr Leben 1977/78 radikal umkrempelte. Linnemann bekehrte sich zu Jesus Christus: Öffentlich und unzweideutig sagte sie sich danach von der historisch-kritischen Theologie los. Sie vernichtete ihre eigenen bibelkritischen Werke, und fortan las sie die Heilige Schrift mit anderen Augen.

„Nach wie vor erachte ich alles, was ich gelehrt und geschrieben habe, bevor ich Jesus mein Leben übergab, für einen Dreck", schrieb sie 1985 – und sie bat ihre Leser, dementsprechend ihre früheren Publikationen im Müll zu entsorgen!
Nach der Bekehrung begann für die zierliche Frau eine rege Lehr- und Vortragstätigkeit. Engagiert, aus eigener persönlicher Erfahrung und aus tiefer Betroffenheit klärte sie über die Konsequenzen bibelkritischer Schultheologie auf. Zur Kritik an einer fundamentalistischen Bibelauslegung sagte Linnemann: „Gefährlich ist es nicht, das irrtumsfreie Wort Gottes wortwörtlich zu nehmen, gefährlich ist es, das nicht zu tun."

Diese Überzeugung, zu der sie kompromisslos und entschieden stand, führte in den letzten Jahren zu Konflikten innerhalb der evangelikalen Bewegung im deutschen Sprachraum. Mit Betroffenheit bemerkte sie, dass jüngere evangelikale Theologen mit Elementen und Ideen bibelkritischer Methoden und Theorien sympathisierten. Sie konnte nicht verstehen, dass Pastoren und Älteste von Gemeinden Jugendliche nicht vom Weg an die theologischen Fakultäten staatlicher Universitäten abhielten. Und sie war schockiert, dass evangelikale Verbände, Bibelschulen und Seminare sich mit nicht-christlichen Universitäten verbanden und dabei offensichtlich Kompromisse eingingen.

Eta Linnemann konnte nicht schweigen - und das aus Verantwortung vor Gott und aus Verantwortung gegenüber der christlichen Gemeinde Sie erkannte, wie namhafte evangelikale Theologen: an einzelnen Stellen auf bibelkritische Methoden hereingefallen waren. Sachlich fundiert und mit Herzblut bezog sie in ihren Publikationen deshalb Stellung z. B. gegen Veröffentlichungen von Prof. Dr. Armin D Baum (Freie Theologische Hochschule/ FTH Gießen), Prof. Dr. Eckhard Schnabel (Trinity Evangelical Divinity School, Chicago/USA) und Dr. Heinzpeter Hempelmann (Theologisches Seminar Liebenzell).

Als es dann erste Anzeichen dafür gab, dass die Freie Theologische Akademie (FTA) Gießen in Zusammenhang mit dem Anerkennungsverfahren als Hochschule ihr Bekenntnis zur Irrtumslosigkeit der Bibel abschwächen würde, da wandte sie sich noch einmal warnend an deren Rektor Prof. Dr. Helge Stadelmann.

Wie Eta Linnemann dem Herausgeber von TOPIC im letzten Jahr erzählte, habe ihr Gott bei ihrer angegriffenen Gesundheit noch einmal eine Woche lang „besondere Kräfte" geschenkt, um der Leitung der FTA klar zu machen, auf welchem gefährlichen Abweg sie sich befinde, nachdem sie das klare und eindeutige FTA-Glaubensbekenntnis von 2004 verändert habe. Die FTA hatte im Zuge des staatlichen Anerkennungsverfahrens 2007 (staatliche Anerkennung als FTH Oktober 2008) ein neues Bekenntnis vorgelegt.

In einem über 10-seitigen Schreiben listete Linnemann akribisch auf, wo es aus ihrer Sicht zu Dammbrüchen gegenüber der 2004er Version gekommen war. So stand 2004 noch folgender Passus im FTA-Bekenntnis: „Die Heilige Schrift hat als Gottes eigenes Wort, das von Menschen geschrieben wurde, die vom Heiligen Geist zugerüstet und geleitet wurden, in allen Fragen, die sie anspricht, göttliche Autorität: Ihr muss als Gottes Unterweisung in allem geglaubt werden, was sie bekennt; ihr muss als Gottes Gebot gehorcht werden, in allem, was sie fordert; sie muss als Gottes Unterpfand in allem ergriffen werden, was sie verheißt."

In der 2007er Version lautet dies so: „Die Schriften, in denen dieses prophetische und apostolische Gotteswort aufgezeichnet wurde, gelten mit Recht als heilige Schriften, die von Gott inspiriert sind, durch die Gottes Geist redet und die Glauben verdienen. Diese Schriften bilden den Kanon des Alten und Neuen Testaments."

Linnemanns Kommentar dazu: „Die klare Aussage wird verwässert. An die Stelle von Gottes eigenem Wort' tritt das ´prophetische und apostolische Gotteswort'. Gott wird nicht mehr erlaubt, als Subjekt zur Sprache zu kommen. Die Schriften sind nicht mehr, sondern sie gelten nur noch als heilige Schriften; dass sie von Gott inspiriert sind, dass Gottes Geist durch sie redet und dass sie Glauben verdienen, ist unter diesen subjektiven (= persönlichen) Vorbehalt gestellt. Die subjektivierende Redeweise entspricht voll und ganz den historisch-kritischen Gepflogenheiten."

Ein anderes Beispiel: In der Bekenntnisfassung von 2004 findet sich folgende Überzeugung: „Die Autorität der Schrift wird unausweichlich beeinträchtigt, wenn diese völlige göttliche Inspiration in irgendeiner Weise begrenzt oder missachtet oder durch eine Sicht der Wahrheit, die der Sicht der Bibel von sich selbst widerspricht, relativiert wird. Solche Abweichungen führen zu ernsthaften Verlusten sowohl für den einzelnen, als auch für die Kirche."

Ein entsprechender Passus fehlt in der 2007er Fassung. Dafür findet sich folgendes: „Die Heilige Schrift ist dem Glauben und dem forschenden Verstand in Gestalt sprachlichgeschichtlichen Menschenwortes gegeben. Um zu verstehen, was Gott sagen will, muss der Ausleger ermitteln, was die biblischen Schriftsteller wirklich sagen wollten."

Eta Linnemann schreibt zu dieser Betrachtungsweise: „Das Bekenntnis, dass der Heilige Geist die Schrift sowohl durch sein inneres Zeugnis beglaubigt, als auch, indem er unseren Verstand erleuchtet, wurde verworfen und an ihrer Stelle das Grunddogma der historisch-kritischen Theologie gesetzt, dass nur der professionelle Ausleger in der Lage ist, zu ermitteln, was die Schrift sagt, indem er die Frage stellt, was der Autor seinen ursprünglichen Lesern sagen wollte. Den Heiligen Geist braucht er dazu nicht." Fazit: Gottes Wort wird begrenzt und relativiert.

Folgerichtig fehlt auch ein Passus in der 2007er Fassung komplett, der 2004 so niedergeschrieben wurde: „Der Heilige Geist, der göttliche Autor der Schrift, beglaubigt sie sowohl durch sein inneres Zeugnis, als auch, indem er unseren Verstand erleuchtet, um ihre Botschaft zu verstehen."

Linnemann schreibt weiter dazu: „ .:. als ob Gott nicht in der Lage wäre, sich auch heute durch sein Wort selbst in einer mangelhaften Übersetzung einem Menschen zu offenbaren. Damit soll keine schlechte Übersetzung gerechtfertigt werden ... Die Heilige Schrift ist nicht nur das Zeugnis seiner Offenbarung. Gott selber offenbart sich heute noch durch sie. Wir sind nicht angewiesen auf die kritischen Operationen einer Theologenzunft, für die durch die neue Formulierung Raum geschaffen wird."

Linnemann bringt ihre Erkenntnis in Bezug auf den Vergleich der FTABekenntnisse aus 2004 und 2007 ziemlich unverblümt und messerscharf auf den Punkt:

„Die Unterschiede zwischen beiden Fassungen sind so stark, dass man sagen muss: Was 2004 bekannt wurde, wird 2007 verleugnet. Was man 2004 mit Empörung zurückgewiesen hätte, wird 2007 als Glaubensgrundlage vorgelegt."

Quelle: Topic Nr. 6/2009
Aus: DER SCHMALE WEG Nr. 2 / 2009, Seite 28-30
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!