Autor Thema: Heute noch vom Sühnopfer Jesu sprechen?  (Gelesen 1417 mal)

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Offline Roland

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Heute noch vom Sühnopfer Jesu sprechen?
« am: 19 März 2008, 23:44:03 »
Liebe Geschwister,

zur Info:

D a r m s t a d t (idea) – Ist die Rede vom Sühnopfer Jesu in Predigten angesichts sich wandelnder Gottes- und Opfervorstellungen heute noch vertretbar? Zu dieser Frage hat sich das Leitende Geistliche Amt der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau mit einem Rundschreiben an alle Pfarrer und Dekane der Kirche zu Wort gemeldet.
Man wolle „einen Weg aufzeigen, wie die neutestamentliche Rede vom Sühnopfer systematisch-theologisch und auch zeitgemäß in ihrer Besonderheit für unseren christlichen Glauben verstanden werden kann“, so Kirchenpräsident Prof. Peter Steinacker (Darmstadt). In den letzten Jahren sei das Thema des Sühnopfers in der hessen-nassauischen Kirche zum Teil heftig umstritten gewesen. Unmittelbarer Anlass für das Rundschreiben waren Zerwürfnisse in einer Gemeinde in Oberursel bei Frankfurt am Main vor zwei Jahren. Die dortige Pfarrerin sei der Ansicht gewesen, über den Sühnetod Jesu könne man heute nicht mehr predigen, erklärte der Pressesprecher der hessen-nassauischen Kirche, Stephan Krebs (Darmstadt), auf idea-Anfrage. Darüber sei es mit theologisch gebildeten Laien aus der Gemeinde zu einem ernsthaften Konflikt gekommen, der auch durch Vermittlungsversuche des zuständigen Propstes nicht hätte beigelegt werden können. Die Pfarrerin habe die Gemeinde schließlich verlassen. „Da es dabei um ein Kernstück der Theologie geht, hat sich das Leitende Geistliche Amt entschlossen, hierzu eine grundsätzliche Positionsbestimmung vorzunehmen.“

Opferfreie Gedächtnismahle statt traditionellem Abendmahl?
Die neutestamentliche Forschung habe gezeigt, dass man den Kreuzestod Jesu auch anders verstehen könne als allein als Opfer – beispielsweise mit den Begriffen „Versöhnung“, „Loskauf“ oder  „Stellvertretung“. In jüngster Zeit habe vor allem der Theologieprofessor Klaus-Peter Jörns (Berg/Starnberger See) mit seinem Buch „Notwendige Abschiede. Auf dem Weg zu einem glaubwürdigen Christentum“ Kritik an der Opferinterpretation des Todes Jesu geübt, heißt es in der Handreichung. Er bezeichnet dieses Verständnis als „vorchristlich“, denn es stehe im Widerspruch zur Botschaft Jesu von der unbedingten Liebe Gottes. Jörns plädiert dafür, von den traditionellen Abendmahlfeiern Abschied zu nehmen und sich „opferfreien Gedächtnismahlen“ zuzuwenden. 

Man kann vom Sühnopfer sprechen, muss aber nicht
Nach Ansicht des Leitenden Geistlichen Amts kann allein aus der Tatsache, dass das Opferbild heute vielen Menschen fremd und anstößig sei, nicht gefolgert werden, „dass diese Bildwelt in der christlichen Verkündigung keinen Platz mehr haben darf“. Die Deutung des Todes Jesu als Opfer sei „nach wie vor für die christliche Kirche von höchster Bedeutung“. Das Opferbild werde allerdings zu Recht problematisiert, wenn dadurch „der christliche Gott mit einer Blut fordernden Aura umgeben wird“. Deshalb – so das Fazit der Handreichung – müsse niemand die Heilsbedeutung des Todes Jesu mit Hilfe des Sühnopfer-Bildes auslegen. „Aber man kann sie auch in der Moderne als theologische Zentralidee verwenden, weil sie in ganz besonderer Weise dem christlichen Wirklichkeitsverständnis und Gottesbild entspricht.“ Das Leitende Geistliche Amt der Kirche setzt sich zusammen aus dem Kirchenpräsidenten, seiner Stellvertreterin und den Pröpstinnen und Pröpsten.


Quelle: http://www.idea.de/index.php?id=355&tx_ttnews%5BbackPid%5D=18&tx_ttnews%5Btt_news%5D=62435&cHash=b80d2f4586
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!