Autor Thema: Die dritte Reformation  (Gelesen 6224 mal)

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Offline Roland

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Die dritte Reformation
« am: 22 Februar 2008, 22:45:48 »
Trotz (oder wegen?) seiner Reformation und all den Differenzen mit der kath. Kirche, hat Martin Luther das Wort EKKLESIA mit dem Begriff "Gemeinde" übersetzt. Es ist anzunehmen, dass er trotz allem noch zu sehr an die Strukturen der kath. Kirche gebunden war. Dies trifft auch auf die meisten sog. "Freikirchen" zu.

Wolfgang Simson hat das in seinem Buch "Häuser die die Welt verändern" sehr gut beschrieben:

Die dritte Reformation

Dadurch, dass er das Evangelium von der Erlösung “nur durch die Gnade und den Glauben” wiederentdeckte, hat Luther eine Reformation ausgelöst - eine Reformation der Theologie. Ab Ende des 17. Jahrhundert kam es in Erneuerungsbewegungen wie dem Pietismus zur Wiederentdeckung einer neuen persönlichen Beziehung des Einzelnen zu Gott. Dies führte zu einer Reformation der Spiritualität, der Zweiten Reformation. Nun geht Gott einen Schritt weiter und rührt die Grundformen der Kirche an.
Damit löst er eine Dritte Reformation aus, eine Reformation der Strukturen.

Die wohl beste Übersetzung von Ekklesia wäre meines Erachtens:
Eine Versammlung von Christen, die sich zum Zweck der Anbetung in einer religiösen Zusammenkunft treffen.

Diese Definiton relativiert das Wort Gemeinde, welches in heutigen Freikirchen meist engstirnig auf sich bezogen wird.

Wer kennt diese Aussagen nicht: "Du musst doch in eine Gemeinde gehen!" oder "Ohne Gemeinde bist du Solochrist!" etc.
Meistens meint derjenige, der solche Aussagen macht, dass die betreffende Person in "seine" Gemeinde gehen sollte.

Wobei der "Christ", mit dem Wort Gemeinde folgendes meint:
Ein Gebäude, in dem alle Mitglieder am Sonntag Gottesdienst feiern, ein Prediger sein Vortrag hält, und 30-60% der Mitglieder sich 1x pro Woche am Abend treffen, um die Predigt zu vertiefen.

Ich möchte hier mal defnieren, wie ich obiges beschreiben würde:
Eine kleine Traube von Mitgliedern kaufen ein viel zu teures Gebäude, stecken viel Zeit und Geld hinein, um noch mehr unter Druck zu kommen, um das Gebäude halten zu können.
Der Gottesdienst ist eigentlich ein Ego-Spektakel, welches unter dem Label "Gemeinschaft" an den Mann gebracht wird. Wie spielt sich ein solcher Gottesdienst wirklich ab ?

- 2-5 Leute treffen sich, halbschlafend zum Frühgebet.

- Die meisten Famlien streiten sich am Morgen, da sie mit den Kindern nicht klar kommen. Die armen Kids mussten viel zu früh aufstehen, weil der Weg in die Gemeinde zwischen 30 und 60 Minuten dauert. Kaum in den kirchlichen Räumlichkeiten angekommen, wird das fromme Lächeln aufgesetzt.

- Wer rechtzeitig kommt, hat noch Zeit ein paar Freunde, meist jene, mit denen man eh im Hauskreis ist, zu begrüssen und einen kurzen Schwatz zu halten.

- Das Spektakel beginnt. Jeder sitzt auf seinen Stammplatz und kümmert sich kaum um seine Nachbarn, sondern schaut auf das, was vorne geboten wird.

- Nun kommt die fromme Begrüssung, Mitteilungen (obwohl diese auch am Ende kommen können, um ein bisschen Abwechslung in den monotonen Ablauf zu bringen )

- Nun kommt eine schlechte Kopie, der so guten Worhip CDs. Zusammengewürfelte "Musiker" versuchen ihr Bestes, was meist sehr ätzend für das geschulte Musikgehör ist.

- Ein meist überbezahlter, volldienstlicher Prediger trägt seine seit Jahren inhaltlich monotonen, viel zu langen Predigten vor. In den hinteren Reihen wird während dieser Zeit nicht selten tief und fest geschlafen. Schliesslich weiss man eine Stunde später sowieso nicht mehr, was erzählt wurde. Respekt vor den Kirchenschläfern, die nutzen die Zeit sinnvoll.

- Nun kommt noch ein Chorus, um es den älteren Semestern Recht zu machen, danach der Segen und dann ab zum Teil, auf den sich alle freuen.

- Alle freuen sich ? Nicht alle, ein kleiner Teil der Anwesenden hat noch sowas wie Gemeinschaft, während sie einen Kaffee trinken und ein paar Kekse verzehren. Etwa 80% der Leute stressen genauso, wie sie gekommen sind, kaum ist das Spektakel vorbei, mit Vollgas nach Hause, oder zu einem anderen Termin.

- Weil je keiner mehr weiss, was am Sonntag gepredigt wurde, muss der Prediger sein Ego befriedigen, indem er seine Predigt zusätzlich als Ablauf für einen Hauskreisabend aufschreibt und die Mitglieder dazu verpflichtet, dieses Blatt durchzuarbeiten. Die Tragik dabei ist, dass der Geist Gottes kaum noch Raum hat und viele dieser Hauskreise mehr als tot sind.


Nun möchte ich noch das Ganze in ungefähren Zeiteinheiten aufstellen:

- Ankunftszeit mit zulässigem Schwatz: zwischen 5 und 10 min.
- Begrüssung mit Bibelstelle: 10 min.
- Lobpreiszeit: maximal 30 min.
- Predigt: zwischen 30 und 90 min.
- Kaffee und Kekse: zwischen 10 und 60 min.

Nun, wieviel Gemeinschaft ist da wirklich?!
Wieviel Zeit hat man tatsächlich, mit anderen zu Reden?
Wieviele tiefe Gespräche und Diskussionen können an einem solchen Sonntag entstehen?

Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Daniel

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Re: Die dritte Reformation
« Antwort #1 am: 13 März 2008, 08:52:21 »
Hallo Roland,
vielen Dank für diesen Beitrag. Es wundert mich, dass hier noch niemand reagiert hat.
Vile gäbe es dazu zu schreiben, vorab nur mal so viel:

Ist es nicht schon zu hinterfagen, dass am Sonntag zum "Gottesdienst" gegangen (gerfahren) wird?
Oder sollten wir zu einer "Versammlung" gehen?

Gehe ich zu einem Gottesdienst, um dann "dort" einen Dienst zu tun?
Welchen? Wenn ich "nur dort" einen Dienst tue:
Welchen Dienst habe ich dann unter der Woche?

Soll nicht unser tägliches Leben im Dienst des Herrn (ein Gottesdienst) sein?

Wenn unser tägliches Leben ein Dienst wäre, dann gingen wir zur "Versammlung" um Gemeinschaft zu haben und unsere Dienste untereinander teilen.

Wenn unser tägliches Leben eher kein "Gottesdienst" ist, dann gehen wir zum "Gottesdienst" um Größtenteils passiv (mit Ausnahme von Lobpreis und ein paar Zeugnisen) eben eine Pflicht zu tun.

Ich denke, das reicht mal fürs erste...

Im Herrn verbunden, Daniel.

Elishua

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Re: Die dritte Reformation
« Antwort #2 am: 13 März 2008, 09:56:19 »
Shalom ihr Lieben,

über dieses Thema "Was ist Gemeinde und Gemeinschaft" hatte ich hier bereits geschrieben:

http://www.hauszellengemeinde.de/portal/index.php?topic=692.0

Wieviel ist Menschenwerk?
Wieviel lassen wir bzw. trauen wir unseren Vater zu?

Wieviel und mit wem haben wir Gemeinschaft?

Sollten wir nicht als erstes mit IHM Gemeinschaft haben? Und was wurde daraus gemacht? Siehe die so genannten Gemeinden!

Ich denke, daß ist nicht die Gemeinschaft, die sich Jeshua vorstellt!

Liebe Grüße :::54



Ted

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Re: Die dritte Reformation
« Antwort #3 am: 13 März 2008, 17:16:37 »
Ich habe mal gehört, dass das biblische Wort "Gemeinschaft" in erster Linie bedeutet: "Anteilnahme am Ergehen des anderen". Demnach beschränkt sich biblische Gemeinschaft nicht auf blosses "sich treffen", sondern ein tiefergehendes "Miteinander".

Daher sehe ich den Satz "verlasst nicht die Gemeinschaft" in dem Sinne von "hört nicht auf, füreinander da zu sein". Dies wird in der Bibel bestätigt durch Worte wie "Einer trage des andern Last" oder "wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder" [des Leibes Jesu]. "Weinet mit den Weinenden, lachet mit den Fröhlichen". "Ein jeder sehe nicht nur auf das Seine, sondern auch auf das, was den Andern ist." u.v.m.

SO sehe ich das mit der Gemeinschaft.


Offline Roland

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Re: Die dritte Reformation
« Antwort #4 am: 16 März 2008, 15:44:18 »
Hallo Daniel,

herzlich willkommen hier im Forum. Du hast ja gleich einen sehr interessanten Beitrag geschrieben.

Ich finde, dass Du recht hast, obwohl ich zugeben muss, dass sich der Begriff "Gottesdienst" auch in meinem Wortschatz befindet.

Vielleicht noch einige Gedanken zu diesem Begriff:

"Gottesdienst" ist die Übersetzung von lat. "CULTUS". Eine begriffliche Unterscheidung zwischen "Gottesdienst" und "Kultus" war dabei nicht beabsichtigt, ist auch kaum möglich. Will man unterscheiden, so kann man den "Gottesdienst" als den im geschlossenen Raum stattfindenden Gemeindekultus ansehen.

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

christine

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Re: Die dritte Reformation
« Antwort #5 am: 30 September 2008, 23:08:38 »
Hallo,
der Text von Roland spiegelt exakt den Ablauf des "Gottesdienstes" wieder, den ich kennengelernt habe! Die "Geschwister" wissen kaum etwas voneinander, bis auf die, welche in "Leitungsteams" mitarbeiten. Die Woche über besteht kaum Kontakt, ich weiß von einigen, die regelrecht vereinsamen. Wenn darauf hingewiesen wird kommt der Hinweis, dass sie sich eben mehr engagieren und nicht so einigeln sollen...
Das Wort Gottes wird menschenzentriert verkündigt. Korrektur findet nur statt, wenn gegen Kirchenregeln verstossen wird. Ich rede nicht von einer Landeskirche...! Aufgrund meiner Entscheidung mich Taufen zu lassen - von einem Bruder, keinem Pastor...- wurde mir nahegelegt zu überdenken, ob ich noch in diese Gemeinde passe. Der Hinweis, das Kindertaufe nicht biblisch sei, wurde mit den Worten "theologischer Schwachsinn" abgetan.
In unserem "Hauskreis" in dem einige zum Glauben kamen, und der sich aus vielen verschiedenen "Herkunftsnominationen" zusammensetzt, baut Gott sich seine Gemeinde. Ich bin Gott dankbar das ich Geschwister habe, mit denen ich Gemeinde leben kann.

In Römer 12,1 und Jak.1,27 steht was unser Gottesdienst seien soll!

Trotzdem bin ich traurig. Dieses Gefühl von Zugehörigkeit ist nicht zu unterschätzen. Ich weiß natürlich dass ich als Gotteskind zur Gemeinde JESU gehöre, aber es gibt soviele die den breiten Weg wählen, und nur wenige gehen den schmalen steinigen Pfad...
Ich habe Angst vor Isolation.
Wie findet Verknüpfung ausserhalb von organisierten Kirchen statt?

Ist wahrscheinlich der falsche Thread ...wenn ja verschiebt es bitte.
Ist doch etwas persönlicher geworden als geplant. Alles ist eben noch sehr frisch.

Gottes Segen, Christine

Offline Roland

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Re: Die dritte Reformation
« Antwort #6 am: 06 Oktober 2008, 22:00:48 »
Hallo Christine,

herzlich willkommen hier im Forum. Schön, dass Du Dich gleich beteiligst. Ich würde mich freuen, wenn Du Dich hier wohlfühlst....... Tut mir leid, dass ich jetzt erst antworten kann, aber ich war verreist.

Zitat
Die Woche über besteht kaum Kontakt, ich weiß von einigen, die regelrecht vereinsamen.
Ja, das ist inzwischen leider die Regel und nicht mehr die Ausnahme. Die Bibel sagt, dass am Ende der Zeit die Liebe in Vielen erkalten wird (der Vers bezieht sich m. E. auf die Christen). Ich denke, dass wir bereits in dieser Zeit leben.

Zitat
Wenn darauf hingewiesen wird kommt der Hinweis, dass sie sich eben mehr engagieren und nicht so einigeln sollen...
Klar, schuld sind immer die anderen. Leider wird das religiöse System, in dem sich die Leute befinden, kaum hinterfragt. Von der eigenen Herzenshaltung ganz zu schweigen......

Zitat
Das Wort Gottes wird menschenzentriert verkündigt. Korrektur findet nur statt, wenn gegen Kirchenregeln verstossen wird.
Das ist ein äußerst wichtiger Punkt, den Du ansprichst. Ich bin der Meinung, dass man hier eine fleischliche Versammlung von einer geistlichen unterscheiden kann. In einer fleischlichen Versammlung steht immer der Mensch (mit seinen Bedürfnissen) im Mittelpunkt. In einer geistlichen Versammlung steht GOTT (und Sein Wort) im Mittelpunkt. Auf einen einfachen Nenner gebracht. Fleischliche Christen fragen; "Was will der Mensch?" Geistliche Christen fragen: "Was will GOTT?"

Zitat
Aufgrund meiner Entscheidung mich Taufen zu lassen - von einem Bruder, keinem Pastor...- wurde mir nahegelegt zu überdenken, ob ich noch in diese Gemeinde passe.
Das war eine sehr weise Entscheidung von Dir. Schade ist die Reaktion Deiner Geschwister. Diese Reaktion zeigt, dass sie (zumindest in diesem Punkt) zu keiner geistlichen Urteilsfähigkeit kommen.

Zitat
Der Hinweis, das Kindertaufe nicht biblisch sei, wurde mit den Worten "theologischer Schwachsinn" abgetan.
Wirlich ein überzeugendes "Argument". Ich freue mich, dass Du zur biblischen Wahrheit stehst und Rückgrat hast.

Zitat
In unserem "Hauskreis" in dem einige zum Glauben kamen, und der sich aus vielen verschiedenen "Herkunftsnominationen" zusammensetzt, baut Gott sich seine Gemeinde. Ich bin Gott dankbar das ich Geschwister habe, mit denen ich Gemeinde leben kann.
Preis dem HERRN! Ich habe Kontakt zu einigen Geschwistern, die dieses Vorrecht (noch) nicht haben und unter der Einsamkeit leiden. Die Alternative wäre, in einen "christlichen" Verein zu gehen und ähnliches zu erleben, wie Du geschrieben hast.

Zitat
In Römer 12,1 und Jak.1,27 steht was unser Gottesdienst seien soll!
Amen!

Zitat
Ich weiß natürlich dass ich als Gotteskind zur Gemeinde JESU gehöre, aber es gibt soviele die den breiten Weg wählen, und nur wenige gehen den schmalen steinigen Pfad...
Da hast Du (leider) recht. Manchmal habe ich das Gefühl, dass einige den schmalen Weg verbreitern wollen......

Zitat
Ich habe Angst vor Isolation.
Danke für Deine offene Haltung. Ich denke, dass jeder Mensch diese Angst hat. Gerade wir Christen sind in diesem Bereich sehr sensibel, weil GOTT uns auf Gemeinschaft hin erschaffen hat (durch die neue Geburt). Aber diese Angst vor Isolation darf uns nicht dazu verführen, dass wir im breiten Strom mitschwimmen. Ich hatte vor kurzem ein Telefonat mit Ted. Wir sprachen auch über Gemeinschaft. Ich sagte ihm, dass viele Christen Angst haben vor Isolation. Er fragte mich, was denn die Alternative dazu sei? Die "Gemeinschaft", die man in Vereinen ("Freikirchen") usw. findet, bekommt man auch in einer Kneipe, wenn man sich ein Bier kauft. Klingst schlimm, aber ich denke, dass Ted recht hat.

Zitat
Wie findet Verknüpfung ausserhalb von organisierten Kirchen statt?
Dies ist eine wichtige Frage. Im Telefonbuch findet man Gemeinden außerhalb des organisierten Christentums nicht. Eine wichtige Anlaufstelle ist das Internet. Dadurch ist schon der eiine oder andere Kontakt entstanden. Aber in der Hauptsache ist es die Führung GOTTES. Wir dürfen mit unserem Anliegen vor IHN treten. Und er wird unser Gebet beantworten und die Seinen zusammenführen. Davon bin ich fest überzeugt.

Zitat
Ist wahrscheinlich der falsche Thread ...wenn ja verschiebt es bitte.
Ich finde nicht, dass es der falsche Thread ist.

Zitat
Ist doch etwas persönlicher geworden als geplant. Alles ist eben noch sehr frisch.
Deine Ehrlichkeit ist sehr erfrischend in der christlichen Forenlandschaft. Oft erlebt man hier nur irgendwelche abgedroschene Phrasen. Mich jedenfalls beindruckt Deine Offenheit. Aber so stelle ich mir ein christliches Forum vor - dass man ehrlich mit dem anderen umgeht.

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ted

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Re: Die dritte Reformation
« Antwort #7 am: 07 Oktober 2008, 00:19:14 »
Hallo Christine,

allem was Roland schreibt, kann ich mit meinem Amen beipflichten.

Insbesondere möchte ich hierbei hervorheben, dass auch ich sehr angetan bin von Deiner Offenheit und auch Deiner Erkenntnis.

Lass Dich nicht verunsichern.

Es wird eng für die Geschwister in Jesus in dieser, der letzten Zeit. Es ist, wie geschrieben steht, ein schmaler Weg. Eine schmale Pforte, die ins Himmelreich führt.

Von der Welt oder von Namenchristen ist für uns kein Verständnis zu erwarten. Vielmehr kommen die Angriffe gerade aus dem scheinchristlich-religiösen Lager. Das war auch bei Jesus Christus so. Es war die religiöse Elite, die Jesus der weltlichen Gerichtsbarkeit auslieferte und damit dem Todesurteil. Der Knecht steht nicht über dem Herrn.

Liebe Christine, halte fest an Deiner Erkenntnis und Deiner konsequenten Haltung zur Wahrheit der Bibel. Lass Dich nicht von Menschen irremachen.

Der Herr Jesus kräftige Dich und bewahre Dich.

Ted

christine

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Re: Die dritte Reformation
« Antwort #8 am: 20 Oktober 2008, 08:04:25 »
Lieber Ted, lieber Roland,

vielen Dank für Eure Antworten!

Ich bin fest überzeugt das Zeiten auf uns zukommen, in denen es noch wichtiger ist, dass wir uns gegenseitig stärken und verknüpfen.

Ich war gerade auf einer Veranstaltung mit Vertretern der Ev.Allianz sowie der Landeskirche zum Thema christl.Fundamentalismus...
Alle haben sich deutlich von den "Fundamentalisten" (Bibeltreuen) distanziert.
Zitat: "Die Leute sollen sehen, das Christen genau solche Menschen sind wie alle anderen auch....!"

Die Zeit wird kommen, wo sich die Spreu vom Weizen trennt, und dann wird wieder deutlich werden, wer zur Gemeinde Jesu gehört!

Das Traurige ist, ich hatte den Eindruck, dass die Leute wirklich bemüht waren. Nur das System "Kirche" und die damit einhergehenden Verbundenheit dazu macht regelrecht betriebsblind gegenüber Gottes Wort.

Gottes Segen, Christine

Offline Roland

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Re: Die dritte Reformation
« Antwort #9 am: 20 Oktober 2008, 23:45:56 »
Hallo Christine,

Zitat
Ich bin fest überzeugt das Zeiten auf uns zukommen, in denen es noch wichtiger ist, dass wir uns gegenseitig stärken und verknüpfen.
. Davon bin ich auch überzeugt. Ted und ich haben heute telefoniert und uns über Deinen Eintrag unterhalten. Wir freuen uns über Deine Erkenntnis. Ich denke auch, dass es sehr wichtig ist, dass (bibelgläubige) Christen sich gegenseitig stärken und verknüpfen sollen.

Zitat
Ich war gerade auf einer Veranstaltung mit Vertretern der Ev.Allianz sowie der Landeskirche zum Thema christl.Fundamentalismus... Alle haben sich deutlich von den "Fundamentalisten" (Bibeltreuen) distanziert.
Das wundert mich nicht, denn die ev. Allianz ist ein Kind der Freimaurerei. Wenn die Wurzel faul ist, werden es auch die Früchte sein.

Zitat
Zitat: "Die Leute sollen sehen, das Christen genau solche Menschen sind wie alle anderen auch....!"
Die Bibel sagt genau das Gegenteil: Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verändern durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille GOTTES ist.  (Römer 12,2).

Zitat
Die Zeit wird kommen, wo sich die Spreu vom Weizen trennt, und dann wird wieder deutlich werden, wer zur Gemeinde Jesu gehört!
Ja, der HERR wird die Spreu vom Weizen trennen. Möge der HERR uns Gnade schenken, dass wir zum Weizen gehören und den Verführungen in der "christlichen" Szene widerstehen.

Zitat
Das Traurige ist, ich hatte den Eindruck, dass die Leute wirklich bemüht waren. Nur das System "Kirche" und die damit einhergehenden Verbundenheit dazu macht regelrecht betriebsblind gegenüber Gottes Wort.
Ich denke, dass dies wirklich eine feinsinnige Beobachtung ist. Sie denken, dass sie CHRISTUS folgen, in Wirklichkeit folgen sie einem (frei-)kirchlichen System. Sie verwechseln eine Denomination mit dem Leib CHRISTI. Sie folgen blinden Blindenführern.........

Das habe ich auf der HP der ev. Allianz gefunden:

Die Rolle der Evangelikalen wandelt sich
Allianztag: Früher totgeschwiegen, heute gebrandmarkt

B a d  B l a n k e n b u r g (idea) – Die Rolle der Evangelikalen in der Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Während sie früher totgeschwiegen wurden, sind sie seit etwa zwei Jahren ein Dauerthema in den Medien. Dabei würden die theologisch konservativen Protestanten, die von der Evangelischen Allianz repräsentiert werden, allerdings vielfach als gefährlich gebrandmarkt und zunehmend angefeindet. Diese Ansicht vertrat der Dekan der Freien Theologischen Akademie Gießen, Stephan Holthaus, beim Allianztag am 27. September in Bad Blankenburg (Thüringen). Holthaus, auch Leiter des Institutes für Ethik und Werte, kritisierte, dass die evangelikale Bewegung in den Medien sehr undifferenziert dargestellt werde. Evangelikale würden von Vornherein suggestiv als „Strenggläubige“, „Hardliner“ oder „Kämpfer“ bezeichnet. Zudem würden Randthemen wie der Hausunterricht so sehr aufgebauscht, dass der Eindruck entstehe, alle Evangelikalen schickten ihre Kinder nicht zur Schule. „Dabei spielt dieses Thema in den meisten evangelikalen Kreisen überhaupt keine Rolle“, so Holthaus.

Evangelikale und Terroristen

Viele Journalisten nutzten auch die Angst der Bevölkerung vor religiösen Extremisten nach den vom 11. September 2001 aus. Sie nennten muslimische Terroristen, die für die Anschläge verantwortlich waren, und evangelikale Christen in einem Atemzug. „Wir Evangelikalen passen ja auch nicht in das System einer toleranten und angepassten Gesellschaft“, sagte Holthaus vor den rund 100 Teilnehmern des Allianztags. „Wir missionieren und vertreten einen Absolutheitsanspruch.“ Das mache Evangelikale zwar noch lange nicht gefährlich, passe aber nicht in eine Zeit, der alles gleich gültig sei.

Für Apologetische Zentrale

Holthaus übte aber auch Selbstkritik. Tatsächlich tummelten sich an den Rändern der evangelikalen Bewegung mittlerweile Gruppen, mit denen er nichts zu tun haben wolle. Namen wollte Holthaus nicht nennen. Er mahnte die Allianz, „moderat, aber bestimmt“ auf Fehlentwicklungen in den eigenen Reihen zu reagieren. Kritik übte er auch daran, dass die Argumente Evangelikaler in sachlichen Auseinandersetzungen nicht immer gut genug seien. Er plädierte deshalb für eine „Apologetische Zentrale der Evangelischen Allianz“, die Argumentationshilfen entwickeln sollte.

Quelle: Ev. Allianz

Auch idea äußert sich zu diesem Thema:

Deutsche Evangelikale sind keine Fundamentalisten

N e u s t a d t (idea) – Der Begriff „Fundamentalismus“ trifft auf die evangelikale Bewegung in Deutschland nicht zu. Darin stimmten der Pfälzer Kirchenpräsident, Eberhard Cherdron (Speyer), und der Rektor der Freien Theologischen Hochschule in Gießen, Prof. Helge Stadelmann, auf einer Podiumsdiskussion am 17. Oktober in Neustadt an der Weinstraße überein.
Wie Cherdron vor den rund 400 Besuchern sagte, erheben christliche Fundamentalisten in den USA einen machtpolitischen Anspruch, sind häufig wissenschaftsfeindlich und meist zum Gespräch mit Vertretern anderer Überzeugungen unfähig. Solche Eigenschaften auf Pfälzer Pietisten anwenden zu wollen, sei „vollkommen daneben“. Die Evangelikalen in seiner Landeskirche zeichneten sich durch eine große Frömmigkeit aus, die sich an der Bibel orientiere. Manchmal wäre es wünschenswert, sie würden deutlicher sagen, wie die Gesellschaft aussehen sollte, so Cherdron. Er sieht keine Anzeichen dafür, dass der unter anderem vom Pfälzer Weltanschauungsbeauftragten, Pfarrer Richard Ziegert (Ludwigshafen), erhobene Vorwurf zutrifft, die evangelikale Bewegung in Deutschland werde aus den USA gesteuert. Zur Klage aus dem Publikum, dass Religionspädagogen das Bekenntnis zur leiblichen Auferstehung Jesus Christi als fundamentalistisch ablehnten, sagte der Kirchenpräsident, für ihn sei es unzweifelhaft, dass Christus am Kreuz für die Schuld der Menschen gestorben und anschließend auferstanden sei.

Evangelikale in Europa nicht für Bush-Politik haftbar machen
Laut Stadelmann hat der Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA entstandene christliche Fundamentalismus „auf hohem theologischen und wissenschaftlichen Niveau“ unaufgebbare biblische Positionen vertreten, etwa den Glauben an die Zuverlässigkeit und Gültigkeit der Bibel als Gottes Wort. Erst ab den 1940er Jahren habe er sich zu einer verengten Streitbewegung entwickelt, aus der in den letzten 30 Jahren eine einflussreiche gesellschaftliche Gruppe mit starkem politischen Engagement hervorgegangen sei. Davon distanzierten sich insbesondere europäische Evangelikale. Man dürfe sie nicht für das haftbar machen, was einige religiös-extreme Gruppen in den USA propagierten oder die Politik des „wiedergeborenen Christen“ George W. Bush bestimme, sagte Stadelmann.

Manche Splittergruppen verhalten sich fundamentalistisch
Allerdings gebe es auch in Deutschland einige evangelikale Splittergruppen, die trotz ihrer Selbstbezeichnung als bibeltreu andere Christen verletzten und verleumdeten. Deren aggressive, gesprächsunfähige Geisteshaltung entspreche dem modernen Fundamentalismusbegriff. Mit gelebter Bibeltreue habe sie nichts zu tun. Namen nannte Stadelmann nicht. Echte Treue zum Wort Gottes zeichne sich dadurch aus, dass Liebe und Wahrheit eine Einheit bildeten. Die Podiumsdiskussion wurde vom Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz und Direktor von ERF Medien (Evangeliums-Rundfunk), Jürgen Werth (Wetzlar), geleitet. Veranstalter war die Evangelische Allianz in Neustadt.

Quelle: idea

Shalom
Roland


Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ted

  • Gast
Re: Die dritte Reformation
« Antwort #10 am: 21 Oktober 2008, 01:34:12 »
Zitat
Ich bin fest überzeugt das Zeiten auf uns zukommen, in denen es noch wichtiger ist, dass wir uns gegenseitig stärken und verknüpfen.

Das wir uns gegenseitig stärken sollen, ist eines der wichtigsten Anliegen Jesus für Seine Gemeinde, Seinen Leib, wie unter vielen Stellen in der Bibel auch Paulus schreibt:

Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen (Epheser 5, 19, Hervorhebung von mir)

Es gibt noch zahlreiche weitere Stellen, die sich allesamt in einem einfachen Bild für den Leib [Christi] zusammenfassen lassen: jedes Glied des Leibes existiert nicht aus Selbstzweck, sondern hat eine Aufgabe am gesamten Leib - ein jedes Glied dient den anderen. Der Leib bedarf jedes Gliedes, um seiner Bestimmung gerecht zu werden (siehe Römer 12, 4-8)

Da fällt mir noch das Lied ein "Gut dass wir einander haben, gut dass wir einander sehn... gut, dass wir nicht uns nur haben... sondern der, von dem wir reden, hier in unsrer Mitte ist".

Wir seien ein kleine Aussenseiterrandgruppe, als Fundamentalisten beschimpft, spricht doch auch Jesus von Seiner "kleinen (!) Herde".

Wir seien eine kleine, bedrängte und verschmähte Herde, aber mit einem überaus mächtigen und wachsamen Hirten. Und der kommt bald aus dem Himmel.

Dann wird sich wohl manch ein gefeierter bibelkritischer [Theologe] wünschen, ein "Fundamentalist" gewesen zu sein.

Bis dahin: ermuntert einander...

Offline kenny

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Re: Die dritte Reformation
« Antwort #11 am: 18 April 2009, 11:35:43 »
Es muss uns um den Herrn gehen und um nichts Anderes. Gottesdienste sollen uns helfen, dass wir bestimmte Bibelstellen vertiefen und verstehen. Wir müssen uns einander austauschen. Und in Liebe begegnen.

Wo zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind, da ist Er mitten unter ihnen
Jesus ist der Allergrösste!