Autor Thema: Nikolausfest  (Gelesen 2178 mal)

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Offline Roland

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Nikolausfest
« am: 19 Dezember 2007, 22:05:55 »
Per eMail wurde mir folgende Frage zugestellt:

wie feierten die leute im mitelalter das nikolausfest
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

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Re: Nikolausfest
« Antwort #1 am: 19 Dezember 2007, 22:08:11 »
Nikolaus von Myra (Myra liegt in Lykien, heutige Südwest-Türkei) war vermutlich in der ersten Hälfte
des 4. Jhds. Bischof von Myra. Zuverlässige historische Zeugnisse über ihn sind jedoch nicht
vorhanden. Gesichert ist bloß der Einfluss eines späteren Abtes Nikolaus (gestorben um 560) des
Klosters Sion bei Myra auf die ursprünglich griechische Legendenbildung.
Aus dem seit dem 6. Jhd. lediglich in Myra verehrten Heiligen entwickelte sich allmählich die Gestalt
des byzantinischen Nikolaus. Die Nikolaus-Verehrung verbreitete sich in jenem Jahrhundert zuerst in
der griechischen, später in der russischen Kirche (russischer Landespatron!). Im 9. Jhd. (dem
Jahrhundert, in dem man das Weihwasser erfand) bürgerte sich der Nikolaus-Kult schließlich in Italien
(z. B. Rom) ein. Von dort brachte ihn um 972 die byzantinische Prinzessin Theophano (ca. 955 - 991)
in den Norden, u. a. nach Deutschland (Theophano heiratete den deutschen Kaiser Otto II. in Rom im
Jahre 972, als sie noch im Kindesalter war; mit dem Traditionskirchentum stand sie stets auf gutem
Fuße). In England und Frankreich wurde der Nikolaus-Kult im 11. Jhd. durch die unteritalienischen
Normannen eingeführt.
Die Nikolausverehrung erreichte ihre Blüte im späten Mittelalter. Da zählt Nikolaus zu den 14
Nothelfern. Er wird zum Schutzpatron der Gefangenen, der Bäcker, der Apotheker, der Schiffer, der
Kaufleute (Hanse), der Juristen und vor allem der Kinder und Schüler. Sein Fest wurde auf den 6.
Dezember festgesetzt.
Die mit dem Nikolausfest am 6. Dezember verbundenen Bräuche gehen auf das in den
mittelalterlichen kirchlichen Schulen seit dem 13. Jhd. ebenfalls am 6. Dezember gefeierte
Kinderbischofsspiel zurück. Ein Schüler übernahm für einen Tag die Rolle des Bischofs, und Umzüge
wurden veranstaltet. Nachdem sich dieses Kinderbischofsspiel auch außerhalb jener Schulen zu
verbreiten begonnen hatte, kamen noch einige Gestalten, die Nikolaus begleiteten, hinzu: Knecht
Ruprecht, Krampous, Gangerl u. a. Diese wurden für die Kinder zu Schreckgestalten, was vom
psychologischen und erst recht vom biblischen Standpunkt aus höchst verwerflich ist!
Martin Luther (1483 - 1546) ließ in den protestantischen Gebieten die Bescherung durch den
Kinderbischof „Nikolaus“ auf das Weihnachtsfest verlegen. Und so wurde aus dem „Nikolaus“ der
„Weihnachtsmann mit Zipfelmütze“, und sein Festtag wurde mit dem Weihnachtsfest zusammengelegt.
In römisch-katholischen Gebieten blieb die Bescherung der Kinder noch sehr lange auf den
Nikolaustag beschränkt, und erst allmählich bürgerte sich der Brauch ein, die Kinder auch am
Weihnachtsfest zu beschenken.

Quelle: Hauszellengemeinde
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!