Autor Thema: "Christliches" Forum  (Gelesen 1219 mal)

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Offline Roland

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"Christliches" Forum
« am: 03 Dezember 2007, 21:46:42 »
Nach 10 J. der Vorbereitung fand im November in Kenia ein christliches Forum statt, das den Charakter einer Ökumenetagung hatte.
     
Die Veranstaltung stand unter dem Motto:
„Unser Weg mit Jesus Christus, dem Versöhner“

Teilnehmer:                                                                                                      rund 250 hochrangige Vertreter fast aller christlichen Traditionen und ihrer Organisationen (EKD, ÖRK, WEA, u.a.)
 
Nie zuvor gab es eine ökumenische Initiative mit einem so breiten christlichen Spektrum…  Ein Kommentator berichtet: "Im Plenum saßen Vertreter des Vatikans neben einer lutherischen Pfarrerin, Siebenten-Tags-Adventisten kamen mit orthodoxen Priestern ins Gespräch, ein Offizier der Heilsarmee saß mit Evangelikalen in der Bibelarbeit usw."

Struktur:                                                                                                          Das Forum soll ganz bewusst keine neue Institution darstellen. Es versteht sich vielmehr als offene Plattform, welche die vorhandenen ökumenischen Initiativen ergänzen soll. Um möglichst viele in den Dialog einzubinden, wird um Teilnahme statt Mitgliedschaft geworben.
 
Anliegen:                                                                                                          Das Treffen sollte vor allem der Annäherung zwischen der explosionsartig wachsenden charismatischen Bewegung und den traditionellen Kirchen dienen.   Bisher standen sich diese beiden Lager eher skeptisch gegenüber.

Gemeinsam wurde nachgedacht, wie man am besten die Einheit fördern und Herausforderungen anpacken könne. Die Teilnehmer wurden aufgerufen, sich auf Risiken einzulassen und vertrauten Boden zu verlassen, um Barrieren und Vorurteile abzubauen.                                                                                                     

Der Sekretär des Forumskomitees betonte: "Die größtmögliche Teilnahme von Evangelikalen und Pfingstlern ist eines der wichtigsten Ziele in diesem Prozess. Es ist absolut notwendig, zwischen ihnen und dem ökumenischen Lager einen Dialog in Gang zu bringen."

So ließ man die Hauptreferate beispielsweise ganz bewusst von pfingstkirchlichen Theologen halten.

Charakterisierung der beiden genannten Lager:
Einer der Referenten stellte die unterschiedlichen Schwerpunkte der beiden Lager vor. Die etablierten Kirchen seien primär an der 'Schaffung einer gerechten Gesellschaft' interessiert, während das wichtigste Anliegen der evangelikal/pfingstlerischen Kirchen die 'Seelengewinnung' sei. Letztere hätten bisher aggressive Missionsarbeit sowohl an Christen als auch Ungläubigen betrieben. Viel kostbare Energie sei darauf verwendet worden, andere zur eigenen Form des Christentums zu bekehren.

Ferner müsse man bei der Annäherung berücksichtigen, dass Evangelikale allergisch auf den Begriff "Ökumene" reagierten. Man täte also gut daran, eher von einer Initiative zu sprechen, die 'Wege zur Einheit' erkunde.

Auch hätte dieses Lager Angst vor einem "sozialen Evangelium", das primär auf gesellschaftliche Veränderung ziele.     

Auch fühle man sich von den etablierten Kirchen ausgegrenzt.
Diese hätten ihr Ziel der sichtbaren Einheit oft zu stark forciert und für evangelikale Ohren abstoßend formuliert.
                                                                                                                        Den traditionellen Kirchen wiederum sei die starke Betonung des Heiligen Geistes im anderen Lager verdächtig. Auch  bedauerten sie die mangelhaften Strukturen in den Pfingstkirchen.
 
Außerdem fühlten sie sich durch die mangelnde Dialogbereitschaft der anderen Seite brüskiert.


Methodik:                                                                                                         Wie bringt man nun Teilnehmer mit völlig unterschiedlichem theologischen Hintergrund an einen Tisch? Um die Annäherung zu erleichtern, wurde hier gezielt methodisch vorgegangen, so wurde beispielsweise der Begegnungscharakter des Forums betont. Die Anwesenden wurden ganz bewusst zum Austausch über ihren persönlichen Glaubensweg ermutigt. Bibelarbeit und Kleingruppen wurden als vertrauensbildende Maßnahmen eingesetzt.
       

Botschaft an die christliche Welt:
Gemeinsam wurde bekannt, dass oft Vorurteile zwischen den verschiedenen christlichen Traditionen geherrscht hätten. Künftig wolle man die Vielfalt der Gaben als Bereicherung begreifen - alle seien gleichberechtigte Partner.

Weiter verpflichteten sich die Teilnehmer, zunehmend die Spaltungen zu überwinden;  denn die höchste Gabe Gottes sei EINHEIT, gewirkt durch den Heiligen Geist. Als die gemeinsame Botschaft an die Christen in aller Welt verlesen wurde, brachen die Teilnehmer in spontanen Lobpreis aus.
 

Offizielle Bewertung:
Wegen des globalen Charakters und der erstaunlichen Einmütigkeit wurde das Forum einhellig als historischer Durchbruch und Meilenstein auf der ökumenischen Reise bewertet.

Stimmen führender Teilnehmer:                                                                                                                                                                                                                             
a) „Ich bin überwältigt - dies könnte als ein neues Pfingsten beschrieben werden.“
b) „Die Veranstaltung ist eine Wasserscheide in der modernen Geschichte des Christentums. Der Heilige Geist ist dabei, die Vorwände wegzuwischen, die Christen benutzt haben, um über einander zu urteilen.“
c) „Es geht darum, über unsere Besonderheiten und Unterschiede, Spaltungen und Konflikte, Misstrauen und Ängste, die uns trennen, hinwegzublicken.“
d) Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen: „Wir Katholiken fühlen uns der ökumenischen Bewegung zutiefst verpflichtet; wir haben einige Zeit gebraucht, aber nun sind wir angekommen und hoffen, als loyale Partner anerkannt zu werden. Wir wollen Teil dieses Forums sein, das wir als wesentlich betrachten.“


Erzielte Erfolge:
Die Beobachter sind sich einig, dass die verschiedenen Lager einander eindeutig näher gekommen sind. Es heißt, man habe ein Stück weit gelernt, dass keiner die Wahrheit für sich allein gepachtet habe und man einander brauche. Den Teilnehmern seien die Augen dafür geöffnet worden, dass Gott auch in anderen christlichen Traditionen wirke.
 

Wie sollen wir Ereignisse dieser Art einordnen?
Vorhergesagtes erfüllt sich vor unseren Augen: Die Christenheit rückt mehr und mehr zusammen - allerdings auf Kosten der Wahrheit.
Dieser Prozess wird als Wirken des Heiligen Geistes gefeiert, der doch nach dem Zeugnis der Schrift in alle Wahrheit führen will…   


FAZIT:
Auf zwei Hochzeiten kann die Braut nicht tanzen - man wird sich entscheiden müssen: entweder für die Vision der Ökumene oder für das Reich, nicht von dieser Welt.
Es wäre schön, wenn wir dieses Anliegen vermehrt in unsere Gebete einschließen könnten.

Quelle: Lothar Gassmann
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!