Autor Thema: Meilenstein in der interreligiös-evangelikalen Ökumene?  (Gelesen 1475 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Meilenstein in der interreligiös-evangelikalen Ökumene?
« am: 29 November 2007, 20:42:55 »
(hwd) In den letzten Wochen kam es zu einer Entwicklung, die einen
 Meilenstein markieren könnte in der Öffnung der Evangelikalen für eine
 interreligiöse Ökumene.
 
Zur Vorgeschichte: Im September 2006 erregte Papst Benedikt XVI. Unmut
in der islamischen Welt, weil er in seiner „Regensburger Rede“ eine
mittelalterliche islamkritische Aussage zitiert hatte. Einen Monat später,
am 13. Oktober 2006, schrieben 38 islamische Gelehrte erstmals einen
gemeinsamen „offenen Brief an den Papst“, um einen intellektuellen
Austausch und gegenseitiges Verständnis anzuregen. Erstmals verfassten
Islam-Repräsentanten aus aller Welt und allen muslimischen Denominationen ein gemeinsames Dokument über die elementaren Lehren des Islam.

Genau ein Jahr später, zum Ende des Ramadan am 12. Oktober 2007, haben sich 138 islamische Repräsentanten mit einem erneuten offenen Brief mit dem Titel „Ein gemeinsames Wort zwischen uns“ an die gesamte
Christenheit gewendet; Empfänger sind die bedeutendsten christlichen
Führungspersonen vom Papst über orthodoxe Kirchenführer und den Präsidenten des Weltkirchenrats bis hin zu Vorsitzenden der Baptisten- und
 Methodistenbünde „und Führern von christlichen Kirchen überall“. Kernaussage des offenen Briefes ist, dass Muslime und Christen („und Juden“ – in diesem Brief meist in Klammern) eine gemeinsame Grundlage in den zwei wichtigsten Geboten hätten, die in beiden Religionen identisch seien: Gott zu lieben und den Nächsten zu lieben. „Lasst diesen gemeinsamen Boden die Grundlage sein für jeden künftigen interreligiösen Dialog zwischen uns.“

Dieser Dialog sei entscheidend für den Weltfrieden: „Wenn Muslime und
Christen keinen Frieden haben, kann die Welt keinen Frieden haben.“ Unter
Berufung auf Koran und Bibel gehen die islamischen dabei davon aus,
dass Muslime und Christen ein und denselben Gott anbeten, betonen dabei
aber immer wieder die „Unität“ Gottes.

Während die offizielle Antwort des Papstes, der sich bisher nur kurz
positiv geäußert hatte, den auf diesen offenen Brief erst in diesen Tagen
(Ende November) erwartet wird, haben Führer der Evangelikalen
gemeinsam mit liberalen Theologen ihre Antwort bereits am 18. November in einer ganzseitigen Anzeige unter dem Titel „Gott und den Nächsten zusammen lieben“ in der New York Times veröffentlicht. Darin drücken sie nahezu überschwänglich ihre Freude über diese Annäherung aus und stimmen den muslimischen Führern im Wesentlichen und von ganzen Herzen zu. Dabei ist es bemerkenswert, dass sogar die EKD wesentlich zurückhaltender und skeptischer auf diesen Brief reagiert hat, da er keine Abstriche an der Vorstellung von der Endgültigkeit und Unüberbietbarkeit des Islam mache, so der EKD-Vorsitzende Huber laut einer Meldung in Idea. Außerdem fiel Huber das unterschiedliche Verständnis von Liebe in Islam und Christentum auf; die christliche Nächstenliebe ist allein eine Reflektion von Gottes eigener Liebe.

Die Evangelikalenführer hingegen reagierten (gemeinsam mit ihren liberalen Kollegen) mit völlig offenen Armen: „Wir nehmen den offenen Brief
als eine muslimische Hand der Gastfreundschaft und Kooperation, die den
Christen in aller Welt hingestreckt wird. In dieser Antwort reichen wir
ihnen im Gegenzug unsere eigene christliche Hand entgegen, so dass wir
mit allen anderen Menschen zusammen in Frieden und Gerechtigkeit leben
können ...“ Sie drücken ihre Hoffnung aus, dass der Weltfrieden durch
einen Frieden zwischen den zwei größten Religionen, Christentum und
Islam, herbeigeführt werden könne. Zunächst bitten sie „um die Vergebung
des All-Barmherzigen [eine Islam-konforme Bezeichnung] und der
muslimischen Gemeinschaft“ [für die Kreuzzüge und „Exzesse im Krieg gegen den Terror“], und bestätigen, dass die gemeinsamen zwei Gebote der Gottes- und Nächstenliebe „eine gemeinsame Grundlage“ sind, „auf der wir zusammen stehen“.

„Wir applaudieren, dass ‚Ein gemeinsames Wort zwischen uns’ so eindringlich die alleinige Anbetung Gottes, ja die Liebe zu Gott, betont,“ „Von ganzem Herzen stimmen wir zu.“ Wie selbstverständlich akzeptieren sie dabei die Voraussetzung, dass der Allah des Islams auch der Gott des Christentums sei. Auf die von in „Ein gemeinsames Wort zwischen uns“ so betonte Unität Gottes, die ja im Gegensatz zur Trinität und zur Gottheit Christi steht, gehen sie nicht ein.
 
Hier möchte ich zu denken geben, was der 1. Johannesbrief lehrt: Der ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater  (2,22-23)
Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht (5,12).
Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben  (5,20).

Wenn man diese Lehre ernst nimmt, kann es keine „gemeinsame religiöse
Grundlage“ geben mit denen, die dies leugnen. In der Missachtung dieser
elementaren biblischen Lehre vereinen sich nun die Führer der
Evangelikalen und der Emerging Church mit Liberalen und extremen Charismatikern, um sich dem Islam zwecks Weltfrieden anzunähern. 

Zu den fast 300 Unterzeichnern zählen neben liberalen Theologen u.a. die bekannten Evangelikalen Bill Hybels, Rick, Warren, Brian McLaren (Führer der Emerging Church Bewegung), John Stott, Geoff Tunnicliffe (Präsident der Weltweiten Evangelischen Allianz), George Verwer (Gründer von Operation Mobilisation), Robert Schuller und David Yonggi Cho.
Quellen und weitere Infos: acommonword.com (Internetseite der
muslimischen Initiative, enthält auch die evangelikale Antwort als pdf ), Idea, Radio Vatikan, http://en.wikipedia.org/wiki/A_Common_Word, www.yale.edu/faith/abou-commonword.htm (Evangelikale Antwort mit Namen der Unterzeichner).

Quelle: Betanien Nachrichten Nr. 61
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ted

  • Gast
Re: Meilenstein in der interreligiös-evangelikalen Ökumene?
« Antwort #1 am: 30 November 2007, 03:47:48 »
Zitat
Kernaussage des offenen Briefes ist, dass Muslime und Christen ("und Juden" - in diesem Brief meist in Klammern) eine gemeinsame Grundlage in den zwei wichtigsten Geboten hätten, die in beiden Religionen identisch seien: Gott zu lieben und den Nächsten zu lieben. "Lasst diesen gemeinsamen Boden die Grundlage sein  für jeden künftigen interreligiösen Dialog zwischen uns."

(Hervorhebung von mir)

Ja, die Liebe zu Gott ist das höchste Gebot und die Liebe zum Nächsten ist dem gleich.

Jesus aber sprach zu ihm: "Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte". Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist ihm gleich; "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst". In diesen zwei Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten.  (Mt 22, 37-40)

JESUS CHRISTUS sagt dies im Neuen Testament, und greift damit die Aussage des AT (u.a. 3Mo 19, 18) auf.

Somit erkennen doch auch Moslems die Wahrheit der Rede Jesu Christi an, denn das ist der Kern Seiner Lehre, die Er nicht nur verkündigt, sondern bis zu letzten Konsequenz vorgelebt hat.

Das ist denkwürdig. Denn der Herr Jesus Christus hat sich nicht auf schale Kompromisse eingelassen. Doch die Wahrheit, die Er geredet hat, wurde von Menschen zum Anlass genommen, Ihn abzuurteilen und umzubringen. Da war kein "ökumenischer" Gleichmut zu sehen. Nein, Jesus blieb bei der Wahrheit und nahm es in Kauf, dafür geschmäht und verleumdet zu werden.

Was heute passiert, ist nichts anderes. Man kann wohl der Menschen Freund sein, doch dann ist man Gottes Feind.

...wisset ihr nicht, daß der Welt Freundschaft Gottes Feindschaft ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein.  (Jak 4,4; Hervorhebung vom Autor)

Darum hat sie auch Gott dahingegeben in ihrer Herzen Gelüste, in Unreinigkeit, zu schänden ihre eigenen Leiber an sich selbst, sie, die Gottes Wahrheit haben verwandelt in die Lüge  und haben geehrt und gedient dem Geschöpfe mehr denn dem Schöpfer, der da gelobt ist in Ewigkeit. Amen.  (Römer 1, 24+25; Hervorhebung vom Autor)

Denen, die dem Herrn Jesus nachfolgen wird es nicht anders ergehen als Ihm, denn der Knecht steht nicht über dem Herrn. Haben die Menschen Ihn gehasst, werden sie auch Seine Nachfolger hassen. Und verleumden. Indem sie die Wahrheit in Lüge verkehren.

Haben sie in der Anfangszeit die Christen verfolgt "um Seines Namens willen", so ist doch für die letzte Zeit Verfolgung "um des Wortes Gottes Willen" vorhergesagt.

Und ich sah Stühle, und sie setzten sich darauf, und ihnen ward gegeben das Gericht; und die Seelen derer, die enthauptet sind um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen ,...  (Off 20,4; Hervorhebung vom Autor)

Was Wunder, wenn "Bibeltreue" als "Fundamentalisten" gleichwie Terroristen angeklagt werden? Wenn die, die für das Wort Gottes einstehen, deswegen gar der Lieblosigkeit bezichtigt werden, dann ist darin nichts anderes als die Fortführung der teuflischen Lüge zu sehen, mit der auch der Herr Jesus diskreditiert wurde.

Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den  sollt ihr hören!  (Mt 17,5; Hervorhebung vom Autor)

Höret auf Ihn, den Sohn Gottes, und nicht auf die Stimme des Widersachers, der seit Jahrtausenden das Wort Gottes in Frage stellt und damit Gott zum Lügner machen will.

Es gibt nicht mehrere Wahrheiten, es gibt nur diese eine: Jesus Christus. Darüber kann auch die menschengefällige Religionsvermischung (Ökumene) nicht hinwegtäuschen.

Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zu Dienst? Oder gedenke ich, Menschen gefällig zu sein? Wenn ich den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht.  (Gal, 1,10)

Es gilt: Liebe ist das Gebot, und die Sprache der Liebe ist die Wahrheit, denn Jesus Christus, der Logos, das fleischgewordene Word Gottes ist die Wahrheit und gleichzeitig aufgrund Seines göttlichen Wesens die Liebe in Person.


« Letzte Änderung: 30 November 2007, 03:53:39 von Ted »