Autor Thema: Bibeltreu = Wortterrorist  (Gelesen 1318 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Bibeltreu = Wortterrorist
« am: 22 November 2007, 17:57:01 »
F r a n k f u r t   a m M a i n (idea) – Vertreter von Landeskirchen, Freikirchen und Evangelischer Allianz haben in einer Fernsehdiskussion des Hessischen Rundfunks am 7. Oktober Einigkeit in der Ablehnung eines „christlichen Fundamentalismus“ bekundet. Anlass der Diskussion war die erneute Ausstrahlung der umstrittenen Sendung „Hardliner des Herrn“ von Tilman Jens, zu der sich der Hessische Rundfunk (HR) nach Zuschauerprotesten entschlossen hatte.
Dabei wurden Bilder einer brennenden Bibel nicht mehr verwendet. Der Leiter des HR-Religionsmagazins „Horizonte“, Meinhard Schmidt-Degenhardt, sagte zu Beginn, man wolle religiöse Gefühle nicht verletzen und verzichte daher auf derartige Bilder. Gleichwohl habe man lediglich die Bibel wörtlich genommen. Nach Auffassung des baptistischen Theologen Prof. Erich Geldbach (Marburg) ist es das zentrale Kennzeichen christlicher Fundamentalisten, die Bibel als irrtumslos und unfehlbar zu betrachten. Daraus folge etwa der Kreationismus, die Vorstellung, dass Gott die Erde in sechs Tagen geschaffen habe. Christliche Fundamentalisten klebten an den Buchstaben der Bibel und betrieben „Wortterror“. Viele seien dazu übergegangen, sich nicht mehr fundamentalistisch, sondern „bibeltreu“ zu nennen. Die gemäßigten Gruppen in der Evangelischen Allianz ließen sich zu sehr von diesen Fundis einbinden.

Bindung an die Bibel reformatorisch
Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Jürgen Werth (Wetzlar), lehnte es ab, den Begriff Fundamentalismus auf Evangelikale anzuwenden. Kennzeichen der Fundamentalisten sei ihre Gesprächsunfähigkeit: „Ich bin kein Fundamentalist.“ In ihrer Bindung an die Bibel verwirklichten Evangelikale lediglich das Prinzip des „sola scriptura“ (Allein die Schrift) der Reformation. Die Auslegung der Bibel sei jedoch auch in der evangelikalen Bewegung unterschiedlich. Der Kreis derjenigen, die die Bibel Wort für Wort als verbalinspiriert betrachteten sei in der Allianz nicht allzu groß. Die meisten Evangelikalen befänden sich innerhalb der Landeskirchen. Deren Positionen hätten sich inzwischen mit denen der Landeskirchen angenähert. Die Evangelische Allianz sei eine bunte, breite Bewegung, die jedoch nicht für das Aufkommen neuer Gruppen rechts und links von ihr in Verantwortung genommen werden könne.

Scharfe Kritik am Kreationismus
Auch der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Prof. Peter Steinacker (Darmstadt), sieht eine Annäherung im Verhältnis von Evangelikalen und Landeskirchen. „Ich habe gelernt, dass die evangelikalen Pietisten ein Schatz der Kirche sind, den man nicht herablassend behandeln sollte.“ Früher hätten Evangelikale nicht verstanden, dass er wörtlich an die Jungfrauengeburt glaube, darin jedoch keinen biologischen Vorgang sehe. Dies habe sich geändert. Scharf kritisierte Steinacker den Kreationismus. Er sei ein strikt fundamentalistischer Gedanke. Ein Kreationismus, der meine, Naturwissenschaft zu sein, sei nichts als „Humbug“. Steinacker erklärte weiterhin, der christliche Fundamentalismus habe nichts mit Gewalt zu tun. Wenn Fundamentalismus mit Gewalt gleichgesetzt werde, gebe es in Deutschland keinen christlichen Fundamentalismus. Mit Blick auf die Versetzung des Pfarrers der Dresdner Frauenkirche nach seiner Scheidung durch die sächsische Landeskirche, die in dem Film „Hardliner des Herrn“ kritisiert wurde, verwahrte sich Steinacker dagegen, dies als fundamentalistisch zu bezeichnen. Es müsse das Recht jeder Landeskirche bleiben, eine solche Regelung zu treffen.

Landeskirchen haben aus Fehlern gelernt
Die Weltanschauungsbeauftragte der württembergischen Landeskirche, Annette Kick (Stuttgart), sieht christliche Fundamentalisten im Aufwind. Es entstünden immer mehr unabhängige Gemeinden ohne eine Bindung an Landes- oder Freikirchen. Ein Drittel davon sei wortfundamentalistisch, zwei Drittel seien charismatisch geprägt. Zu dieser Entwicklung habe auch die Selbstsäkularisierung der Landeskirchen beigetragen. Aus diesem Fehler haben die Kirchen nach Worten von Kirchenpräsident Steinacker inzwischen Konsequenzen gezogen. Eine Zeitlang habe man beispielsweise nicht mehr darauf geachtet, ob in evangelischen Kindergärten noch religiöse Bildung vermittelt werde oder ob in evangelischen Krankenhäusern der theolgisch-ethische Hintergrund deutlich werde. Dies habe sich jedoch in den vergangenen 10 bis 15 Jahren geändert. Die Sendung „Hardliner des Herrn“ hatte bei der Erstausstrahlung am 11. Juli im Ersten Programm rund 1,4 Millionen Zuschauer.

Quelle: =58065&tx_ttnews[backPid]=368&cHash=d5a2d7e0f4]idea
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!