Autor Thema: Willow Creek sucht einen Weg aus der Krise  (Gelesen 2611 mal)

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Offline Roland

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Willow Creek sucht einen Weg aus der Krise
« am: 19 November 2007, 20:38:07 »
(12. November 2007/rh.) – Wenn es um Gemeindewachstum geht, steht sofort die Frage nach der Gemeindegrösse im Vordergrund. Doch das Messbare sieht nicht das Wesentliche: Wächst unter den Mitgliedern die Liebe zu Gott und den Menschen? Die US-Mega-Kirche Willow Creek entdeckt Mängel in ihren Schwerpunkten.

Die Willow Creek Community Church (WCCC) bei Chicago hat mit ihren Programmen für besucherfreundliche Gottesdienste die kirchliche Landschaft nicht nur in den USA, sondern im ganzen Westen beeinflusst. Die Inhalte der Gottesdienste wurden auf die Besucher ausgerichtet, das Training für das geistliche Wachstum von Christen trat in den Hintergrund.

Inzwischen ist das zuvor schnelle Wachstum bei Willow Creek verflacht. Im Jahre 2004 wollte die Kirchenleitung unter Führung ihres Gründers Bill Hybels den Ursachen mittels einer Mitglieder-Befragung auf den Grund gehen. Dazu wurden neueste Fragetechniken aus Soziologie und Marktforschung ins christliche Umfeld adaptiert. Leiter des Programms ist Willow-Creek-Pastor Greg Hawkins. Er hat darin Erfahrung aus seiner früheren Beratungstätigkeit für McKinsey. Mit dabei ist auch Eric Arnson, ebenfalls ein Ex-McKinsey-Mitarbeiter und Konsumentenforscher, sowie die WCCC-Kommunikationsverantwortliche Cally Parkinson.

In Willow Creek Chigaco und sechs anderen Gemeinden wurde eine Studie gemacht, die Gefühle, Motivationen und Bedürfnisse der Gemeindeglieder erforschte. Im Zentrum stand das geistliche Leben: Dienst, Bibelstudium, Engagement in Kleingruppen, geistliche Praxis, Teilnahme an Gottesdiensten usw. Die zentrale Frage war: Wie hilfreich ist für Sie die Willow-Creek-Kirche?

Das Ergebnis war ernüchternd: Eingeteilt in sechs Personen-Segmente in unterschiedlichen Wachsstumsstadien zeigte sich, dass 15 Prozent der Befragten ihre Mitgliedschaft in der Kirche kaum noch ausüben, denn Glauben aber nicht ablehnen. Zwei andere Gruppen von fest im Glauben Stehenden äusserte sich unzufrieden mit ihrer Gemeinde und enttäuscht. Zufrieden äusserten sich hingegen suchende Menschen und solche, die neu zum Glauben an Jesus gefunden hatten.

Insgesamt ergab die Studie, dass viele WCCC-Mitglieder im fortschreitenden Alter weder in der Liebe zu Gott, noch in der Liebe zu Menschen wuchsen.

Während eines Vortrags in den USA soll Bill Hybels gemäss dem Informationsdienst „Topic“ gesagt haben: „Wir haben einen Fehler gemacht!“ Zwar habe man jede Menge Leute in die Kirche gebracht, doch geistlich gewachsen seien sie dort nicht. Viele Willow-Creek-Besucher seien unfähig, selbstständig die Bibel zu lesen, zu beten und geistlich zu handeln. Sie würden geistlich nicht genügend ernährt. Hybels wörtlich: "Wir haben Millionen von Dollars in Projekte investiert, die wenig halfen, während wir in andere Gebiete, die bei den Gemeindegliedern sehr gefragt sind, wenig investierten." Man habe es verpasst, die Menschen zu "Self-Feeders" zu machen, zu selbstständigen Christen, die ihren Glauben im Alltag leben.

Willow Creek will jetzt Gegensteuer geben und seine Programme neu ausrichten. Von Busse und Umkehr spricht in der Mega-Church aber niemand: „Es geht hier nicht um Sünde“, schreibt Greg Hawkins im Blog von „Reveal“, „es geht nur darum zu lernen.“

Das neue Gemeindeforschungsprogramm von Willow Creek – aus der Not innerhalb der eigenen Reihen geboren – soll nun weltweit zum Einsatz kommen. Auch das ist typisch für das WCCC-Denken, das, salopp ausgedrückt etwa so lautet: "Was bei uns funktioniert, wird es auch bei anderen. Wir übernehmen die Führung."
In einem nächsten Schritt sollen bereits 500 Gemeinden an der von WCCC ausgearbeiteten Untersuchung teilnehmen. Vorerst kostenlos. Für diese erste Tranche konnten Sponsoren gefunden werden.

Auf der Webseite zum Forschungsprogramm entwickelt sich inzwischen ein reger Gedankenaustausch. Darunter sind auffallend viele kritische Stimmen. So wird bemängelt, dass Willow-Creek das alte Muster beibehalte und Erneuerung aufgrund von Marktforschung suche, anstatt sich an die Anleitungen der Bibel zu halten. Pat Dys schrieb: „Sie räumen zwar ein, dass Sie in der Vergangenheit falsch gelegen hätten. Aber warum soll ich Ihnen diesmal glauben?“

Aufgrund der vielen kritischen Blog-Einträge sah sich Greg Hawkins zu einer Stellungnahme veranlasst. Er betont dreierlei: 1. Es gehe nicht allein um Willow Creek. Das Forschungsprojekt „Reveal“ habe in einem ersten Schritt 30 unterschiedliche Gemeinden umfasst und behandle jetzt 500 weitere Gemeinden.
2. Willow Creek habe keinen Anlass zur Busse. Es gehe absolut nicht um Sünde, sondern um einen Lernprozess. 3. Willow Creek behalte seinen besucherfreundlichen Ansatz weiterhin.

Quelle: Factum online
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ted

  • Gast
Re: Willow Creek sucht einen Weg aus der Krise
« Antwort #1 am: 19 November 2007, 22:47:44 »
Cool!

Das kommt dabei heraus, wenn die Rechnung ohne den Wirt gemacht wird. Masse statt Klasse. So vitaminarm wie unausgereiftes Obst und Gemüse.

Wenn Menschen/Organisationen meinen, sie könnten's selbst machen, meinen, sie könnten Gott helfen, gar "auf die Sprünge helfen".

Neue Taktiken (=Gemeindewachstum) werden erfunden, dabei ist Gottes Taktik (=Heilsplan) schon perfekt zielführend:
ER baut Sein Reich auf dem Felsen Jesus Christus. Souverän und fehlerlos. Ohne Show und Brimborium. Der rettende Glaube kommt allein aus der Predigt des Wortes Gottes. So geschehen vor fast 2000 Jahren durch die Apostel Paulus, Petrus, Johannes, Matthäus, Markus, Lukas, Jakobus, Judas und die Propheten des Alten Testaments.

Seine Schafe hören Seine Stimme und sie werden nimmermehr umkommen.


p.s. Jaja, ich weiss, Markus (Apostelschüler) und Lukas (Arzt) zählten nicht zu den Original Zwölf Aposteln... - waren aber jedenfalls inspiriert vom Heiligen Geist! Paulus jedenfalls ist ein Apostel, auch wenn nach dem Ausscheiden von Judas Ischariot menschlicherseits ein anderer zu den Zwölfen "gewählt" wurde, von dem aber ausser seiner Wahl in der Bibel nichts mehr zu hören ist...
« Letzte Änderung: 19 November 2007, 23:06:08 von Ted »

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Willow Creek sucht einen Weg aus der Krise
« Antwort #2 am: 20 November 2007, 13:41:56 »
Hi Ted,

Zitat
Das kommt dabei heraus, wenn die Rechnung ohne den Wirt gemacht wird.
Hehe - der war gut.

Es war auch schon zu lesen, daß dieses Wachstum sich auf das Abziehen anderer Christen aus anderen Gemeinden beruhte. Ich denke, die Wechselwilligen sind nun abgeschöpft und jetzt, kommt halt nichts mehr nach. In der Sprache von Willow-Creek: Der Markt ist erschöpft.

Willow-Creek müßte eigentlich nur noch ein wenig mehr fleischlich, noch weltlicher, noch unbiblischer werden - dann würde das Wachstum gleich weiter gehen  ;)

nikodemus

  • Gast
Re: Willow Creek sucht einen Weg aus der Krise
« Antwort #3 am: 20 November 2007, 15:23:38 »
Der rettende Glaube kommt allein aus der Predigt des Wortes Gottes. 

Hi Ted, schön mal wieder von dir zu lesen.  :D
Freue mich immer wieder, wenn du hier auftauchst.

Muß dir aber leider zu dem einen Punkt den du hier schreibst widersprechen. Ich gehöre nämlich zu denen die nicht durch das Hören des Evangeliums gerettet wurden, sondern durch das Lesen der Heilsbotschaft. Ausserdem gibt es auch Berichte von Gefängnisinsassen, die noch nie das Wort gehört haben, aber durch das Studium der Bibel vom heiligen Geist zur Sündenerkenntnis/bekenntnis geführt wurden.

Im Originaltext soll es ja auch heissen: 17 Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi

Verkündigung kann auch demnach schriftlich sein, wie z.B. durch das Lesen der Bibel oder eines Traktates, sofern es auf der Basis des Wortes Gottes ruht. Wichtig ist dabei zu vermitteln, dass der Mensch Buße tun muß, welche überhaupt erst den Eintritt in das Reich Gottes ermöglicht, da Gott darauf mit der Wiedergeburt antwortet.

LG  --heard-- --heard-- --heard--

der Niko

Ted

  • Gast
Re: Willow Creek sucht einen Weg aus der Krise
« Antwort #4 am: 20 November 2007, 18:56:34 »
Hallo Niko,


Zitat
Muß dir aber leider zu dem einen Punkt den du hier schreibst widersprechen. Ich gehöre nämlich zu denen die nicht durch das Hören des Evangeliums gerettet wurden, sondern durch das Lesen der Heilsbotschaft.

Wieso "widersprechen"??? Du sagst doch das gleiche...

Predigt = Verkündigung. Ob per Reden/Lesen oder Schreiben/Lesen, das ist doch nicht ausschlaggebend, gelle  ;)

Zitat
Wichtig ist dabei zu vermitteln, dass der Mensch Buße tun muß, welche überhaupt erst den Eintritt in das Reich Gottes ermöglicht, da Gott darauf mit der Wiedergeburt antwortet.
Absolut richtig!