Autor Thema: Der Eid im täglichen Leben  (Gelesen 30918 mal)

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Ikabod

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #90 am: 07 Mai 2011, 20:47:38 »
Friede sei mit euch!

Grundsätzlich vertrete ich auch die Ansicht von Michael und nach meiner Bekehrung kam ich gar nicht auf die Idee, dass man hier Unterschiede machen könnte und z. B. vor Gericht doch schwören dürfe. Dazu ein kurzer Erfahrungsbericht:

Als ich mich bekehrte und anfing in der Bibel zu lesen, wurde mir unter anderem klar, dass ich trotz weltlicher Scheidung vor Gott nach wie vor verheiratet bin. In meinem Eifer hatte ich nichts besseres zu tun, als dies meiner Frau mitzuteilen (telefonisch, obwohl wir seit Jahren keinen Kontakt mehr hatten). Sie war davon wenig begeistert und hat nach einigen Beschimpfungen wieder aufgelegt. Nach längerer Zeit wurde ich dann von so einer Art katholischer Gericht nach Nürnberg zu einer Anhörung eingeladen, weil meine Frau die Ehe für ungültig erklären lassen wollte. Ich ging hin und schilderte alles Wahrheitsgemäß. Eine liebe Seele hat alles mitgeschrieben und der "Verhörleiter" bat mich, es zu unterschreiben. Ich wollte das gerade tun, als ich auf dem Schriftstück einen Satz las, der einer eidesstattlichen Erklärung gleichkam. Ich sagte, dass ich das nicht unterschreibe, weil der Herr Jesus das Schwören verboten hat. Er hat noch einmal auf mich eingeredet, aber ohne Erfolg. Ich überreichte den beiden noch die Schrift "Religion oder Christus" und verabschiedete mich. Es hat noch viele Monate gedauert (es waren glaube ich sogar mehr als 2 Jahre, weil der zuständige Bischof länger krank war) als ich das Ergebnis mitgeteilt bekam. Die Ehe wurde nicht für ungültig erklärt.

Mein Fazit daraus: Wer sich zum Wort Gottes stellt, zu dem stellt sich auch Gott. Und auch wenn das einmal nicht der Fall sein sollte, so ist es für einen geisterfüllten Gläubigen immer das Bestreben, dass Gott verherrlicht und ihm die Ehre gegeben wird, egal mit welchen Konsequenzen. Man denke nur an die Freunde Daniels: "Wir werden gar nicht erst versuchen, uns vor dir zu verteidigen. Unser Gott, dem wie dienen, kann uns aus dem Feuer und aus deiner Gewalt retten. Aber auch wenn er es nicht tut, musst du wissen, o König, dass wir nie deine Götter anbeten oder uns vor der goldenen Staute niederwerfen werden." (Dan 3, 17+18).

Bei mir war es auch schon einmal nicht der Fall. Vor 2 Jahren machte ich mir Gedanken über die Staatsverschuldung und suchte im Internet nach schuldenfreien Staaten. Zu meinem Erstaunen gab es davon nicht viele. Einer davon war Lichtenstein. Ich informierte mich ausgiebig über das Internet und fuhr dann auch im Sommer 2009 mit dem Leihauto dorthin. Mir gefiel es sehr gut und ich stellte einen Antrag zur Einwanderung. Ich habe alle Unterlagen zusammengetragen und zurückgeschickt. Sollte der Antrag abgelehnt werden, muss ich die Bearbeitungsgebühren bezahlen (weiß nicht mehr genau, wie viel es war, 50 oder 150,- Euro). Als Antwort erhielt ich ein Schreiben, bei dem ich aufgefordert wurde eine eidesstattliche Erklärung abzugeben, dass ich die letzten 3 Jahre keine Schulden hatte. Ich habe das mit Verweis auf die Bibel abgelehnt und darauf hingewiesen, dass sie schon einen Schufaauszug haben, in dem das bestätigt wird. Ich bestätigte in meiner Antwort auch noch einmal, dass ich in den letzten 3 Jahren keine Schulden hatte, aber eben ohne Schwur. In diesem Fall wurde mein Antrag abgelehnt und ich musste die Bearbeitungsgebühr bezahlen.

In der Zeit danach habe ich einmal eine Predigt von Lothar Gassmann gehört, der auch gegen das Schwören an sich ist, aber vor Gericht damit keine Probleme hat. Das hat mich ziemlich schokiert, aber ich habe mich damals nicht weiter damit beschäftigt. Vor kurzem las ich jedoch in Matthäus, 26, 64, dass der Herr Jesus unter Eid ausgesagt hat und ich fing noch einmal zu suchen an und bin auf dieses Forum gestossen.

Nach dem Durchlesen des Themas bin ich auch der Überzeugung, dass Paulus geschworen hat. Um die Frage von Roland nach meinem Verständnis zu beantworten: Ja, ich bin der Ansicht, dass sich Paulus hier versündigt hat. Man darf nicht vergessen, dass Paulus zwar ein eifriger und (normaler weise) vorbildicher Apostel war, aber kein sündloser Mensch. Auch Petrus hat als Apostel noch gesündigt (ich meine jetzt nicht die Verleugnung, sondern die Absonderung von den Heidenchristen).

Nach den bisherigen Darlegungen sind die meisten in diesem Thema der Ansicht von Lothar Gassmann. Das dürfen sie aber nicht, da ja Paulus hier nicht vor Gericht geschworen hat, sondern innerhalb der Gemeinde. D. h., egal wie die Sache betrachtet wird, Paulus hat sich hier versündigt.

Noch einmal zurück zu dem Herrn Jesus: In dem Zitat von Michael heißt es jetzt nicht, dass der Herr Jesus geschworen hat, sondern er sagt ja nur "Du hast es gesagt". D. h. es wäre allenfalls ein passives Schwören. Doch vermutlich müsste man dazu den Grundtext lesen können, um der Sache auf den Grund zu gehen. Eines möchte ich aber noch zu bedenken geben: Nur weil der Herr Jesus (oder Gott) etwas tut, heißt das noch lange nicht, dass wir das auch dürfen. Es ist zwar richtig, dass er das Vorbild sein soll (und nicht z. B. Paulus), aber es käme schon einer Gotteslästerung gleich, wenn man sein menschliches Handeln mit dem göttlichen rechtfertigen möchte. Wenn Gott uns verbietet, zu schwören, dann heißt das nicht, dass er selbst das nicht tun darf. Er ist souverän und darf alles. Er ist der Herr über alles - wir sind seine Geschöpfe.

Ein Gedanke noch zum Schwören vor Gericht: Es wurde dargelegt, dass das Schwören vor Gericht der Wahrheitsfindung dient und etwas gutes ist. Ich sehe das anders. Man stellt sich hier der Welt gleich. Es gibt keinen Unterschied zwischen Gläubigen, die aussagen und Ungläubigen die aussagen. Richter sind doch nicht blöd. In der Regel merken sie es, wenn jemand lügt oder nicht (zumindes sollten sie das). D. h., wenn ein Gläubiger aussagt, dann sind seine Worte gewichtig (er sagt ja schließlich auch die Wahrheit). Nun fordert der Richter ihn dazu auf, einen Eid auf seine Aussage zu leisten (z. B. auf Antrag des Verteidigers). Der Gläubige verweigert das mit Verweis auf die Bibel. Wird nun der Richter denken: "Na so ein ausgebuffter Halunke! Zuerst lügt er uns hier die Hukke* voll und dann hat er auch noch die Frechheit, sich auf die Bibel zu berufen!" (ich habe das jetzt absichtlich etwas überzogen) oder wird er nicht denken: "Warum sollte jemand, der sich so getreu und exakt an die Bibel hält, nicht die Wahrheit sagen? Das passt nicht zusammen, daher glaube ich ihm auch ohne Schwur".

*ich hoffe, die meisten verstehen den Ausdruck, mir fällt dazu kein besserer ein

Zum Schluss darum meine Bitte: Tut alles in Einfalt eurer Herzen, so wie ihr es lest ohne danach zu suchen, ob es nicht doch noch ein Schlupfloch gibt. Die Bibel ist nicht für Schlaumeier geschrieben, sondern für einfache Leute (1. Kor, 1, 26+27).

Die Gnade Jesu Christi sei mit euch allen!

Offline engelsbrot

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #91 am: 08 Mai 2011, 00:25:19 »
Ihr suchet in der Schrift und meint darin ewiges Leben zu finden,und ICH bin es die von ihr zeugt . Joh. 6.63 , spricht der Herr !
Hat Christus das Gesetz nicht etwas verschärft ; wenn du allein in deinen gedanken eine Frau begehrst, dann ...; wenn du nur deinen Bruder zürnst, dann hast du ihn schon umgebracht !
Welcher Staatsmänner, Frauen oder Politiker, inder Westlichen Welt, schwören nicht auf die Bibel,und behauptet auch noch ,so wahr mir Gott helfe. Ihr etwa auch ? Aber nein  ; ihr bezeugt ja nur den Buchstaben ! DOCH bedenkt dabei bitte; auch der Buchstabe tötet . Nun ist das Gesetz doch nur gültig für die lebenden, nicht für die toten .Was tut ihr also noch so als würdet ihr leben , oder wolltet ihr den Herrn etwa versuchen mit einem Eid oder nicht Eid. Sollte der Herr Sünde zurechnen, wer könnte dann überhaupt bestehen . Israel ist auch noch unter uns !!! Treu und Gerecht ist nur einer, Sein Eid mit uns ist ausreichend und unwiederruflich ! Alles andere ist Eitel und ein haschen nach Wind . Wer macht denn die Wahrheit zur Lüge und die Lüge zur Wahrheit . Sind nicht alle (G)verschworene Gemeinschaften. Und wir ? haben wir ein Bürgerrecht mit Schwur und Eid ? Wenn ja , dann müßen wir Buße tun ,, Deshalb werde ich und mein Haus dem lebendigen Gott folgen und keinem toten Buchstaben mehr.  Halleluja     Epheser 3,14-21 ; Eph. 4. 1-32 ; Eph. 5. 1-6    In der liebe Jesu .