Autor Thema: Der Eid im täglichen Leben  (Gelesen 30906 mal)

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Offline Roland

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #75 am: 12 November 2007, 21:56:21 »
Hallo Michael,

ein Lichtblick - ich freue mich, dass Du Deinen obigen Beitrag (oder waren es Böhm's Gedanken?) relativiert hast und die Geschwister, die im öffentlichen Dienst arbeiten (mit Gelöbnis) nicht als Feinde GOTTES ansiehst.

Da sieht man mal wieder, dass es ganz gut ist, ab und zu mal eine Frage zu stellen, um solche Dinge zu klären.

Jetzt bitte nicht erschrecken, aber mir ist schon wieder eine Frage eingefallen:

Wir hatten bereits gesehen, dass der HERR JESUS sich unter Eid stellen ließ. Aber auch Paulus reagierte bei einer späteren Gelegenheit mit einem Schwur:
Ich berufe mich aber auf GOTT als Zeugen für meine Seele, dass ich, um euch zu schonen, noch nicht nach Korinth gekommen bin.
(2. Kor. 1,23)
Die Bibel bezeugt, dass Paulus an dieser Stelle einen Eid ablegt, um die Korinther von seiner Wahrhaftigkeit zu überzeugen.

Wie vereinbarst Du die Tatsache, dass Paulus einen Eid ablegte, mit Deiner Exegese? Hat Paulus hier gesündigt?

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

offenbarung3-16

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #76 am: 13 November 2007, 04:06:54 »
Hallo Roland,

Zitat
Wie vereinbarst Du die Tatsache, dass Paulus einen Eid ablegte, mit Deiner Exegese? Hat Paulus hier gesündigt?


Ich sehe keinen Eid oder Schwur in 2. Kor. 1,23. Der Text lautet:

Ich berufe mich aber auf Gott als Zeugen für meine Seele, dass ich, um euch zu schonen, noch nicht nach Korinth gekommen bin.

Weiß nicht, wie Du darauf kommst, daß das ein Eid etc sein soll. Ich kann das aus dem Text nicht ansatzweise entnehmen.

Grüße
Michael

Schoham

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #77 am: 13 November 2007, 08:29:18 »
Ich rufe aber Gott zum Zeugen an bei meiner Seele

Nun kommt die Begründung dafür, dass Paulus seinen versprochenen Besuch nicht gemacht hat. Hier soll keinerlei Unklarheit sein; deshalb leitet der Apostel seine Erklärung mit einer aus dem jüdischen Umkreis vertrauten Schwurformel ein. Gerade weil er am Ja zu Korinth unverbrüchlich festhält, müssen sie auch sein Nein verstehen. Das ist ihm entscheidend, darum "ruft" er "Gott zum Zeugen" und gibt damit seinen Worten höchstes Gewicht. Ja, er setzt sich selbst ein, wenn er sagt "bei meiner Seele" (eigentlich:"gegen meine Seele"): Er will sein Leben verlieren, Gott soll ihn töten, wenn er jetzt die Unwahrheit sagt. Deutlicher kann er die Anfeinder wohl nicht mehr zum Schweigen bringen. Es muss ganz klar sein - gerade nach dem vorher Gesagten (V. 18-22) -, dass auch sein Nein aus der Gottesart kommt, nicht "fleischlich" ist und der Gemeinde und nicht sich selbst zugut gesprochen wurde...

Bibelkommentar Band 12 Zweiter Korinther-Brief Heiko Krimmer

Offline Roland

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #78 am: 13 November 2007, 21:46:54 »
Hallo Michael,

im Eid ruft der Schwörende GOTT zum Zeugen dessen an, was er aussagt.

Das Wort GOTTES kennt verschiedene Eidesformeln, z. B.:

- Der HERR sei Richter zwischen dir und mir  (1Mo31,53);
- bei dem Leben eines Menschen (1. Mose 42,15; 1. Sam. 1,26; 17,55; 2. Sam. 11,11; 14,19);
- so wahr der HERR lebt (1. Sam. 14,39; 19,6; 2. Sam 15,21; 1Kön18,10);
- so wahr der HERR und so wahr du lebst (1. Sam 20,3);
bei dem Himmel, der Erde, dem Tempel oder der Stadt Jerusalem (Mt. 5,34f; 23,16ff).

Paulus benutzt in 2. Kor. 1,23 die Schwurformel bei dem Leben eines Menschen. Für das Motiv seines Ausbleibens ruft Paulus ähnlich wie in 2. Kor. 1,18 mit einer Beteuerungsformel (= oder Schwurformel) GOTT als Zeugen an: GOTT möge ihm das Leben nehmen, wenn seine Aussage nicht wahr ist.  Mit diesem feierlichen Schwur (bei dem er GOTT als Richter anruft) verpfändet er daher sein Leben für die Wahrheit.

Daher meine Frage: Wie vereinbarst Du die Tatsache, dass Paulus einen Eid ablegte, mit Deiner Exegese? Hat Paulus hier gesündigt?

Viele Grüße
Roland





Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

offenbarung3-16

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #79 am: 14 November 2007, 05:53:39 »
Hi Roland,


Zitat
Paulus benutzt in 2. Kor. 1,23 die Schwurformel bei dem Leben eines Menschen.

Der Text lautet ja:

Ich berufe mich aber auf Gott als Zeugen für meine Seele, dass ich, um euch zu schonen, noch nicht nach Korinth gekommen bin.

Deine Konstruktion mag interessant sein - sie bleibt aber trotzdem falsch. Paulus wird nicht entgegen der Lehre Jesus handeln und schwören. Es bleibt mir weiterin schleierhaft, wie man auf die Idee kommt, Paulus habe in 2. Kor 1,23 eine sogenannte "Schwurformel" benutzt. Der Text gibt das nun mal nicht her und jeder der 2. Kor 1,23 liest, kann das sehen.

Aus welchen Quellen hast Du die Idee, daß Paulus schwören würde ? Bestimmt aus einer "reformierten".

Hab mal schnell gesucht und gefunden, daß William MacDonald auch falsch lehrt und meint, Paulus habe geschworen. Gut - dann weiß man schon, welcher Autor nichts taugt.

Grüße
Michael
« Letzte Änderung: 14 November 2007, 05:58:36 von offenbarung3-16 »

Schoham

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #80 am: 14 November 2007, 09:17:51 »

 William MacDonald

Diese wären dann auch noch zum Streichen:

Bibel-Kommentar 

D. Martyn Lloyd-Jones

Genfer Studienbibel


Lexikon zur Bibel

Darf ich dich fragen Michael - ob du C.H. Spurgeon auch zu den Irrlehrern zählst?

offenbarung3-16

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #81 am: 14 November 2007, 09:27:44 »
Zitat
Diese wären dann auch noch zum Streichen:

Bibel-Kommentar
D. Martyn Lloyd-Jones
Genfer Studienbibel
Lexikon zur Bibel

Bin ich dabei. Braucht doch eh keiner wirklich. Die, die den Geist nicht haben bzw Jesus nicht mehr oder noch die haben Reden hören brauchen immer ihre Kommentare, Lexika etc etc.

Es ist nun mal nur Gottes Wort 100% Wahrheit - und Lügenschwätzer gibt es genug.

Zitat
Darf ich dich fragen Michael - ob du C.H. Spurgeon auch zu den Irrlehrern zählst?
Er hatte wohl paar calvinistische Anwandlungen, wo er sich sonst noch geirrt hat kann ich nicht sagen. Vieles von ihm ist aber in Ordnung.

Fazit: Nur der Bibel glauben und erst mal keinen "großen" Namen vertrauen.

Schoham

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #82 am: 14 November 2007, 10:09:45 »
Aus welchen Quellen hast Du die Idee, daß Paulus schwören würde ?

Direkt aus der Bibel - so wie die andern auch - die darüber geschrieben haben.
Woher hast du deine Meinung darüber?

Paulus hat Gott zu seinem Zeugen aufgerufen.

Ihn als Zeugen das er Paulus die Wahrheit und nichts als die Wahrheit gesagt hat.

So wahr mir Gott helfe.

Ein Eid - ein Schwur - bedeutet, das man sich auf Gott beruft und genau das tat Paulus.

Offline Roland

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #83 am: 14 November 2007, 18:42:18 »
Hallo Michael,

Zitat
Paulus wird nicht entgegen der Lehre Jesus handeln und schwören.
Richtig, denn Paulus' Eid stimmt mit der Lehre JESU überein. Paulus' Eid steht jedoch im Widerspruch zu Deiner Interpretation von Matth. 5,33 ff.

Zitat
und jeder der 2. Kor 1,23 liest, kann das sehen.
Stimmt, jeder kann die Schwurformel lesen: Ich berufe mich aber auf GOTT als Zeugen für meine Seele,  Offensichtlich liest Du nicht, was in der Bibel steht, sondern handelst nach dem Motto: Was nicht sein darf, das nicht sein kann. Der Textzusammenhang: Paulus kämpft um seine Anerkennung als  Apostel und um den Inhalt des  Evangeliums. Dafür schwört er und ruft GOTT zum Zeugen an ("Schwurformel"). Vielleicht noch etwas grundsätzliches: Der Eid (hier bei Paulus) ist die feierliche Anrufung  GOTTES zum Zeugen der Wahrheit einer Bekundung (= assertorischer Eid)
 
Zitat
Aus welchen Quellen hast Du die Idee, daß Paulus schwören würde ?
Es war "nur" eine Quelle: Das Wort GOTTES

Zitat
Bestimmt aus einer "reformierten".
Genauso falsch wie Deine Interpretation zu Matth. 5,33 ff.

Zitat
daß William MacDonald auch falsch lehrt und meint, Paulus habe geschworen.
MacDonald habe ich in diesem Zusammenhang nicht gelesen, freue mich aber, dass er die Bibel hier nicht durch eine ideologische Brille liest, sondern das wiedergibt, was in der Bibel steht.

Aber vielleicht hast Du mit einem Gelübde nicht so große Probleme wie mit der Schwurformel eines assertorischen Eides:

Nachdem aber Paulus noch viele Tage dort verblieben war, nahm er von den Brüdern Abschied und segelte nach Syrien, und mit ihm Priscilla und Aquila, nachdem er sich in Kenchreä das Haupt hatte scheren lassen; denn er hatte ein Gelübde. (Apg. 18,18).

So tue nun das, was wir dir sagen: Wir haben vier Männer, die ein Gelübde auf sich haben; (Apg. 21,23)

Kannst Du möglicherweise erklären, wie Du Apg. 18,18 und 21,23 mit Deiner Auffassung in Einklang bringen willst?

Viele Grüße
Roland
« Letzte Änderung: 14 November 2007, 18:49:33 von Roland »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

offenbarung3-16

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #84 am: 15 November 2007, 05:24:22 »
Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, Mat 5,34
« Letzte Änderung: 15 November 2007, 07:06:49 von offenbarung3-16 »

Schoham

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #85 am: 15 November 2007, 07:05:01 »
Im Gesetz geht es darum, nicht im Namen Gottes falsch zu schwören. (Sachaja 5,3)

Unter der Gnade sagt Jesus Seinen Kindern - das sie es nicht mehr nötig hätten zu schwören - da Er sie durch Seinen Geist so wahrhaftig gemacht hat - das sie erlöst worden sind die Wahrheit zu sagen.

Wer die Wahrheit sagt der darf das auch schriftlich bezeugen. Und dazu Gott als seinen Zeugen nennen.

Hätte ich es mit einem Menschen zu tun - der selbst oft lügt und nicht immer ganz bei der Wahrheit bleibt. Und dieser Mensch würde mir einfach nicht glauben wollen - eben - weil er selbst nicht ehrlich ist - so hätte ich ein gutes Gewissen Gott als meinen Zeugen zu nennen, um damit meinen Worten ein unverrückbares Gewicht zu geben. Nicht weil ich es nötig hätte - da ich im Angesicht Gottes lebe. Aber dem andern Menschen gegenüber um ihm zu zeigen wie ernst ich das meine was ich sage. Und das eben deshalb weil er nicht glauben will, das es die Wahrheit ist.

Die Liebe glaubt alles - das heisst sie ist nicht argwöhnisch dort, wo ihr keinen Grund dazu gegeben worden ist.

offenbarung3-16

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #86 am: 15 November 2007, 07:07:00 »
Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, Mat 5,34

Offline Roland

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #87 am: 15 November 2007, 19:07:22 »
Lieber Michael,

das Zitat von Matth. 5,34 beantwortet leider nicht meine Frage:

Nachdem aber Paulus noch viele Tage dort verblieben war, nahm er von den Brüdern Abschied und segelte nach Syrien, und mit ihm Priscilla und Aquila, nachdem er sich in Kenchreä das Haupt hatte scheren lassen; denn er hatte ein Gelübde. (Apg. 18,18).

So tue nun das, was wir dir sagen: Wir haben vier Männer, die ein Gelübde auf sich haben; (Apg. 21,23)

Kannst Du bitte erklären, wie Du Apg. 18,18 und 21,23 mit Deiner Auffassung in Einklang bringen willst?

Ich würde mich freuen, wenn Du auf meine Frage eingehen würdest.

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

offenbarung3-16

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #88 am: 15 November 2007, 19:19:20 »
Oh Roland, sehe es doch mit den Schwören/Eid einfach ein und versuche nicht krampfhaft irgendwelche Bibelstellen gegeneinander ausspielen zu wollen oder gegen den Stachel auszuschlagen. Bzw Bibelstelle zu bringen, die mit dem Thema nix zu tun haben. Du glaubst doch nicht, daß ich den Köder fressen werde ? Das würde wohl schon ein Kind aus der Sonntagsschule meiner Gemeinde bemerken.
Deine Fragen existieren nur bei Dir - für mich ergeben sich die Fragen überhaupt nicht.

Jesus sagt zu seinen Jüngern (!): Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen! Mat 18,3


Offline Roland

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #89 am: 15 November 2007, 20:26:23 »
Hallo Michael,

bitte nicht vom Thema ablenken. Beantworte doch einfach meine Frage:

Wie erklärst Du den Widerspruch Deiner Auslegung zu Matth. 5,33 ff. zu Apg. 18,18 und 21,23?

Zitat
Bzw Bibelstelle zu bringen, die mit dem Thema nix zu tun haben.
Natürlich haben die Bibelstellen mit dem Thema etwas zu tun, denn die Christen damals hatten ein Gelübde (= Schwören) abgelegt. Dieser Thread behandelt doch das Thema "Schwören", oder?

Dei
Zitat
ne Fragen existieren nur bei Dir
Dann gibt es ja keinen Grund mehr, dass Du meine Frage nicht beantwortest.

Shalom
Roland

P. S.: Was hat Matth. 18,3 mit dem Thema zu tun?
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!