Autor Thema: Der Eid im täglichen Leben  (Gelesen 30907 mal)

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hannes

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #30 am: 10 November 2007, 08:39:40 »
Hier kann ich dir in fast allem zustimmen, was du schreibst.

Dass aber Schleim nur schlecht sei, darin nicht. Aus Schleim bist du geworden. Und nicht nur aus hartem Erdgestein. Selbst wenn dein Vater Steinmetz gewesen wäre, hätte er dich nicht auf anderem Wege als dem genannten zu zeugen vermocht.

Hasse die Heuchler, aber wende dich nicht von denen ab, die Gott lieben und ihn suchen.
 

mh-ing

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #31 am: 10 November 2007, 12:34:12 »
Irgenwie geht mir die Diskussion zum Thema an einem wichtigem Punkt vorbei:
Bei "Eid" Jesu ging es um die Frage der Richtigkeit einer Aussage. Dieser Eid ist niemandem verpflichtet, etwas zu tun, sondern ist die ausdrückliche Pflicht, die Wahrheit zu sagen. Man kennt diesen Eid im Gericht sehr gut. Dort müssen alle wahrheitsgemäß aussagen. Dennoch gibt es dort die Vereidigung, um mit entsprechender Androhung den höchsten, menschlich möglichen Wahrheitsgrad zu erreichen.

Beim "Eid" gegen jemand, tritt man in einen Bund ein. Wenn man sich auf die Verfassung vereidigen lässt, ist man an diese Regeln gebunden. Man muss diesen Eid entsprechend oben anordnen und gehorchen. Dieser Verfassungseid ist daher schon das Eingehen eines Bündnisses und einer Verpflichtung, die ich als Christ nicht mehr mittrage.

Beim "Schwören" ist nun noch mehr enthalten. Jemanden "Schwören" kann sich auf den Wahrheitseid beziehen (noch möglich), jedoch auch die Zusicherung von Tätigkeit, Dienst, Treue usw. beinhalten. Da aber keiner nur die nächsten 10 Minuten seines Lebens kennt, maßt man hier sich etwas an. Zudem ist der Gegenstand des Schwörens nicht im menschlichen Besitz.
Daher die Einschränkung auf "Ja, ja, nein, nein", weil dies einzig unsere menschliche Möglichkeit ist.

Das Problem der "Eide" und "Schwüre" ist, dass man ein Bündnis, eine Verpflichtung eingeht, die Ansprüche und Bindungen bringt. Man ist nicht mehr frei im Handeln und Tun. Die schlimmste Form sind diese Geheimbundeide und Schwüre, oder die Fahneneide bei Soldaten. Dort verpflichten sich die Menschen anderen Menschen auf Gedeih und Verderb.

Ich meine daher:
Eid als Bekräftigung der Wahrheitsaussage ist zulässig im Sinne von Vereidigung (siehe Beispiel Jesu)
Eid/Schwur als Verpflichtung für Tun, Bündnisse oder Absprachen ist m.E. biblisch falsch und abzulehnen.

LG

Martin

Schoham

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #32 am: 10 November 2007, 12:48:57 »
Lieber Martin

Wenn ich dich jetzt richtig verstehe - heisst das, das der Threaderöffner ohne schlechtes Gewissen dieses Schreiben nach deiner Meinung unterschreiben darf?

linux

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #33 am: 10 November 2007, 13:15:06 »
Nein, das darf er nicht, da er sich zu etwas verpflichtet.
Zitat
Hiermit bestätige ich an Eidesstatt, daß der Dongle zur Lizenz-Nr xxx
verloren gegangen ist . Sollte dieser widererwarten dennoch auftauchen, wird
dieser umgehend an xxx zurückgeben.
Vielleicht kann man das so sehen, dass Eidesstatt sich nur auf den ersten Satz bezieht, dann darf er das schon.

Martin, vielen herzlichen Dank für diese gute Zusammenfassung, und dass Du auf mein Thema eingegangen bist.
Ich wohne übrigens in Deiner Nähe (Neuhaus a.d. Pegn.).
Jürgen
« Letzte Änderung: 10 November 2007, 13:22:28 von linux »

Schoham

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #34 am: 10 November 2007, 14:16:00 »
Eidesstatt - anstatt eines Eides - an Stelle eines Eides.

Also das der Unterzeichner ganz einfach mit seiner Unterschrift sagt und bezeugt, dass er so ehrlich ist und es wieder zurückgibt - falls das verlorene gefunden wurde.

Das sein Wort so viel gelten soll wie wenn er unter Eid stehen würde vor einem Gericht - einer Obrigkeit - vor Gott Selbst.

Wer ein gutes Gewissen hat darf das doch ohne weiteres unterschreiben. Es mit der Unterschrift noch bestätigen.
« Letzte Änderung: 10 November 2007, 14:24:21 von Schoham »

Elishua

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #35 am: 10 November 2007, 14:17:26 »
Danke Martin, du sprichst mir aus dem Herzen!

Wie sieht es mit dem "Bürgen" aus - ich bürge für jemanden! ist das nicht das selbe wie für jemanden zu schwören?

Beispiel: Dein Nächster kommt zu dir mit der Bitte mit auf die Bank zu gehen, da dein Nächster unbedingt einen Kredit aufnehmen muss aber nur einen bekommt, da er keine eigenen Sicherheiten hat, wenn er, eben dich mitbringt und du beschwörst, beeidest oder bürgst für das jenige, weil du dem nächsten vertraust und denkst dir, wird schon gut gehen - und wenn nicht??

Oder du siehst dein Nächster macht eine Dummheit, z.b. er macht aus versehen was kaputt z.b. bei Freunden. Die Freunde sehen es nicht stellen es fest und fragen, warst du das? Wie handelst du? Sagst du die Wahrheit, oder schwörst du, ich habe nichts gesehen!

Im AB gibt es den Eid. Gott schwört bei sich selbst (1. Mose 22, 16-17) gegenüber Abraham, dessen Geschlecht zu segnen und es zu mehren wie die Sterne am Himmel. Die Menschen fordert Gott im AT auf (3. Mose 19, 12), nicht bei seinem Namen falsch zu schwören, (4. Mose 30, 3) nach einem Eid das Wort nicht zu brechen, sondern alles zu tun, wie es beim Schwur über die Lippen gegangen ist. Im NB verlangt Jesus in der Bergpredigt (Matth. 5, 33-37) überhaupt nicht zu schwören, sondern sein Wort auch ohne eidliche Bekräftigung zu halten.

mh-ing

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #36 am: 10 November 2007, 20:36:51 »
Liebe Elishua,
generell, ich schwöre nicht, weil ich das für biblisch falsch halte. Ich war schon bei Gericht als Zeuge und wurde vereidigt auf meine Aussage. Solches ist m.E. richtig und möglich, weil ich ohnehin nur die Wahrheit zu sagen habe -mit oder ohne Eid.
Bürgen für jemanden anderen ist etwas ganz anderes. Ich halte so etwas für Nächstenliebe oder Dummheit, je nach Situation. Viele gute Christen haben mit solchen Sachen ihre ganze Familie ins Unglück gebracht. Ich meine nicht, dass ich verpflichtet bin, für jemand anderem die Schulden auszubaden, die meist nicht ohne Grund und Verschulden entstanden sind. Es gibt aber auch hier manche Ausnahme, die zu bedenken ist.

Jemanden zu decken bei einem Irrtum, Fehler oder Dummheit ist noch kritischer zu sehen. M.E. ist so etwas nicht drin, weil wir dann nicht in der Wahrheit stehen. Es gibt hier aber auch ausnahmen. Meine Mutter erzählte mal eine Geschichte aus dem 3. Reich:
Eine gläubige Familie hatte Juden im Keller versteckt. Die Polizei kam und durchsuchte das Haus. Die Leute wurden gefragt, ob sie Juden im Haus versteckt halten. Die Frau sagte rundweg heraus, dass im Keller Juden seien. Die Polizei hielt das für einen Scherz und ließ den Keller sein.

Man ist also schon wieder schnell in einem Gewissenskonflikt. Man wägt Güter ab: Wahrheit gegen das Leben, Schuld gegen Ansehen, Geld für Wahrheit....
 
Man stelle sich auch einen Beamten vor, der nach Gesetzen und Verordnungen handeln muss, die er nach seinem Gewissen für falsch hält. Er hat ja sich mit dem Beamtentum verpflichtet.

Es gibt viele, die sich hinstellen und die reine Wahrheit für sich in Anspruch nehmen. Vielleicht gelingt es jenen in ihrem Rahmen alles ohne Gewissensnöte und Probleme zu lösen. Ich kann das nicht so sagen. Wenn man Familie hat, selbstständig ist, viel Verantwortung zu tragen hat, muss man ständig Entscheidungen treffen, die nicht selten falsch sind, sich als Problem erweisen und man sich schnell in noch größere Probleme hinein bringt.

Ich finde daher die Vorgaben der Bibel überaus angemessen und richtig:
Nur ja-ja, nein-nein, kein schwören (Verpflichtungen eingehen, die man nicht halten kann, die einen binden und knechten). Eid nur dann, wenn es um die Wahrheit einer Aussage geht (die ohnehin wahrheitsgemäß sein sollte).

LG

Martin

Offline Roland

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #37 am: 10 November 2007, 21:50:31 »
Hallo Michael,

Zitat
Es ist hier eben ein Vergleich, daß es wirklich besser ist, Körperteile zu verlieren als daß man in die Hölle kommt. Jesus macht hier einen Vergleich, der zeigt, wie schrecklich die Hölle ist, so schrecklich, daß er diesen schönen Vergleich zieht.
Völlig richtig. Du hast erkannt, dass es sich nicht um eine buchstäbliche Wahrheit (also die Aufforderung zur Selbstverstümmelung) handelt, sondern um eine Metapher. Warum hast Du die Worte JESU richtig eingeordnet? Du hast den Kontext berücksichtigt, in dem die Worte stehen. Außerdem widerspricht eine Selbstverstümmelung der Gesamtaussage der Heiligen Schrift.

Ich möchte Dich daher bitten, bei Matth. 5,33 ff. genauso vorzugehen, damit Du die Verse richtig einordnest und vor Fehlschlüssen bewahrt bleibst.

Zitat
Mit Deine Bibeldeutung kommst DU nie zum Ziel, wenn Du Mat 5,29-30 hernimmst um alles zu relativieren. Relativismus kommt bestimmt nicht vom Herrn Jesus.
Es geht nicht darum, bestimmte Bibelstellen zu relativieren, sondern das ganze Wort GOTTES zu betrachten und nicht eine Lehre anhand von einer oder zwei Bibelstellen zu konstruieren. Dass der HERR JESUS sich unter "Eid" stellen ließ ist nun mal eine Tatsache.

Shalom
Roland
« Letzte Änderung: 10 November 2007, 21:53:58 von Roland »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #38 am: 10 November 2007, 21:58:29 »
Hallo Hannes,

danke für Deine Antwort. Darf ich Dir noch weitere Fragen stellen?

Zitat
damit meinte ich: so wie dieser text übersetzt ist (und nicht nur an dieser stelle), ist er dem deutschen unangemessen.
Wie sollte der Text lauten, damit er dem Deutschen angemessen ist?

Zitat
(ich kann keine übersetzung hier anführen außer eine, die noch nicht verwirklicht ist. sie ist es, an der ich mich orientiere. eine übersetzung, die ihren hörer nicht im stich lässt und ihn auch nicht in die irre führt.)
Jetzt hast Du mich neugierig gemacht. Kannst Du noch etwas mehr zu dieser Übersetzung schreiben (z. B. wer ist der Übersetzer usw.). Sie ist zwar noch nicht fertiggestellt, aber vielleicht wurde ja schon Matth. 5,33 ff. übersetzt? Wie lautet hier die deutsche Übersetzung?

Viele Grüße
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

hannes

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #39 am: 10 November 2007, 22:53:35 »
In dem Gesetz eurer Väter heißt es:
´Leiste keinen falschen Eid´
und: ´Was du geschworen hast, das halte´.

Ich erkläre hierzu:
Leistet ihr lieber überhaupt keinen Eid.
Weder bei dem Himmel, der Gottes Thron ist,
noch bei der Erde, dem Schemel seiner Füße,
und auch nicht bei Jerusalem - sie ist die Stadt des großen Königs - .

Und schwöre auch nicht bei deinem eigenen Kopf,
denn du vermagst nicht ein einziges Haar auf ihm weiß wachsen zu lassen oder schwarz.

Was du sagst, das halte.
Dein Ja soll auch ein Ja bedeuten,
und dein Nein nichts anderes als Nein.
Alles, was über solche Rede hinausgeht, kommt von einem, der nichts Gutes im Sinn hat.

(Die Arbeit an dieser Übersetzung trägt den Namen: "Lebendige Reden der Schrift. Ins Deutsche übersetzt.")


Liebe Grüße,
Hannes
« Letzte Änderung: 11 November 2007, 08:09:41 von hannes »

Offline Roland

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Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #40 am: 10 November 2007, 23:01:16 »
Danke, Hannes.
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #41 am: 11 November 2007, 07:13:29 »
34 Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, 35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. 36 Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören, denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Mat, 5,34-36 --sheep--

hannes

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #42 am: 11 November 2007, 08:44:41 »
Warum hast du nicht den ganzen Text wiedergegeben, Michael?

Dass Vers 34 so übersetzt wurde, liegt auch an diesem:

Isa 65:16  So daß, wer sich im Lande segnet, sich bei dem Gott der Treue segnen wird, und wer im Lande schwört, bei dem Gott der Treue schwören wird; denn die früheren Drangsale werden vergessen und vor meinen Augen verborgen sein.
Isa 65:17  Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde; und der früheren wird man nicht mehr gedenken, und sie werden nicht mehr in den Sinn kommen.
Isa 65:18  Sondern freuet euch und frohlocket für und für über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich wandle Jerusalem in Frohlocken um und sein Volk in Freude.

hannes

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #43 am: 11 November 2007, 09:14:56 »
und an dem noch näherstehenderen:

Denkt nicht, ich sei gekommen,
um das Gesetz aufzuheben oder das Wort der Propheten.
Ich bin gekommen, es zu vollenden und alles zu erfüllen.
Ich sage euch:
Eher würden Himmel und Erde vergehen
als auch nur eine Silbe von dem, was Gott geredet hat.

Wer auch nur ein einziges seiner Gebote für bedeutungslos erklärt,
wird in der Herrschaft des Himmels auch selbst ohne Bedeutung sein.

Wer aber nach dem Gesetz Gottes lebt und seine Gebote achtet,
wird dann auch selbst hoch geachtet sein.

Ich sage euch:
Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer,
werdet ihr an dem Königtum Gottes keinen Anteil haben. 

Sarah

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #44 am: 11 November 2007, 10:15:08 »
Guten Morgen Hannes  --sheep--,

kannst Du mir das bitte mal erklären was damit gemeint ist bzw was Jesus uns damit sagen will?

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz aufzuheben oder das Wort der Propheten.
Ich bin gekommen, es zu vollenden und alles zu erfüllen.


und

Wer aber nach dem Gesetz Gottes lebt und seine Gebote achtet,
wird dann auch selbst hoch geachtet sein
.

und

Ich sage euch:Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer,werdet ihr an dem Königtum Gottes keinen Anteil haben

Danke und einen lieben Gruß vom  :xxs2 Sarah

« Letzte Änderung: 11 November 2007, 10:17:10 von Sarah »