Autor Thema: Der Eid im täglichen Leben  (Gelesen 30911 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

linux

  • Gast
Der Eid im täglichen Leben
« am: 08 November 2007, 13:05:25 »
Hallo,

Das Wort Gottes sagt an zwei Stellen (Evangelium, Jakobus-Brief) nicht zu schwören und Formulierungen zu vermeiden, die über ein JA JA / NEIN NEIN hinausgehen.

Ich habe am Arbeitsplatz eine Software Lizenz verloren. Dann fragte ich nach, was der Ersatz der Lizenz kostet. Dabei wurde mir ein Bestätigungs-Formular mitgegeben mit folgender Formulierung:

Zitat
Hiermit bestätige ich an Eidesstatt, daß der Dongle zur Lizenz-Nr xxx
verloren gegangen ist . Sollte dieser widererwarten dennoch auftauchen, wird
dieser umgehend an xxx zurückgeben.

Diese Formulierung stört mich. Was bedeutet "an Eidesstatt"??
Wahrscheinlich anstatt eines Eides, aber warum wird es dann trotzdem erwähnt?

Im Gesetzbuch steht:
§ 156 StGB
"Falsche Versicherung an Eides Statt
Wer vor einer zur Abnahme einer Versicherung an Eides Statt zuständigen Behörde eine solche Versicherung falsch abgibt oder unter Berufung auf eine solche Versicherung falsch aussagt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."


Wie soll man da umgehen? Ist das mehr als ein JA JA NEIN NEIN und damit abzulehnen?
Was meint ihr?

Jürgen

Sarah

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #1 am: 08 November 2007, 13:28:30 »
Grüß Dich Jürgen,

ja, diese Formulierung ist einwenig "störend" das empfinde ich ebenso. Aber wenn Du nun diese Lizenz unbedingt brauchst  :::3 für Deine Arbeit (bist Du angestellt oder selbständig?) dann bleibt Dir ja fast nichts anders übrig als zu unterschreiben - also wenn es nicht allein an Dir liegt.

Wenn es jedoch Alternativen (andere Software Lizenz) gibt, die man ohne "an Eidesstatt" nehmen könnte, wäre es evtl ein Weg, dies zu umgehen.

Aber wenn nun an Eidestatt bedeutet, dass dieses lediglich eine Erklärung anstelle eines Eides (oder eines Schwures) ist, ein etwas, sagen wir mal, "stärkeres" Ja, so könnte man vielleicht doch guten Gewissens unterschreiben? Man könnte auch mal recherchieren, woher diese Formulierung kommt und was sie genau bedeutet und ob es "Alternativen" zu dieser Formulierung gibt oder ob auch Firmen verpflichtet sind, diese zu verwenden?

Ich konnte Dir wohl leider nicht so weiterhelfen Jürgen. Leider habe ich hier keine pauschale Antwort.

Lieben Gruß vom  --sheep--  Sarah


linux

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #2 am: 08 November 2007, 14:07:30 »
Hallo Sarah,

sagen wir mal, "stärkeres" Ja, so könnte man vielleicht doch guten Gewissens unterschreiben?
Danke, dieser Gedanke kam mir auch.

Aber auch die andere Seite: Dieser Ausdruck ist durch § 156 StGB gedeckt, damit bezieht er sich auf die Staats-Ideologie, die man als Religion betrachten kann.

Ich bin freiberuflich, die Lizenz ist das Eigentum der Firma, die mich beauftragt, somit gibt es schon mehrere ways out. Kann schon stur sein, aber man macht sich lächerlich. Vielleicht unterschreibt auch ein anderer ...

Viele Grüße, Jürgen
« Letzte Änderung: 09 November 2007, 12:38:52 von linux »

Schoham

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #3 am: 08 November 2007, 18:15:05 »
@ Jürgen

Unser Reden sollte so wahrhaftig sein das ein Ja oder Nein genügt.
Weil aber viele Menschen es nicht so genau nehmen mit der Wahrheit,
müssen sie wenn sie ganz sicher die Wahrheit sagen, speziell erwähnen
das jetzt die Wahrheit kommt. Und das sagen sie, indem sie sagen, ehrenwort oder ich schwöre es..

Wir die wir in allem wahrhaftig sein wollen dürfen einfach ja oder nein sagen. Und wenn jetzt eine Behörde oder ein Gericht es von Gesetzeswegen wünscht das man einen Eid ablegen muss oder einen Schwur, dann dürfen wir das tun. Nicht weil es nötig wäre, da wir ja ehrlich sind.  Aber weil die Welt es eben oft nicht ist - muss etwas wichtiges so formuliert werden.

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #4 am: 08 November 2007, 19:57:37 »
Mensch Shoham,

was redet der Anselm nur für Unsinn - eieiei - sagt doch der Herr Jesus klar und stellt Dich als Lügnerin dar (da hat wohl nix geändert):

33 Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht falsch schwören; du sollst aber dem Herrn deine Schwüre halten«. 34 Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, 35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. 36 Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören, denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. 37 Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was darüber ist, das ist vom Bösen.

Mat 5,33



Dagmar

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #5 am: 09 November 2007, 08:00:00 »
Hallo Jürgen,

Mal meine Gedanken dazu. Erst einmal will ich vorweg nehmen, dass ich nicht weiß, ob mir die Formulierung überhaupt aufgefallen wäre und ich vielleicht ohne einen zweiten Gedanken daran zu verlieren unterschrieben hätte.

Vielleicht ist dies ein  „Grenzfall“, da es sich ja lediglich um ein „stärkeres Ja“ zu handeln scheint. Da kann man lange herumrätseln.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, hast Du nicht viel zu verlieren, wenn Du nicht unterschreibst, da es eventuell  andere Alternativen gibt etc. Vielleicht kannst Du diesen Fall gebrauchen als „Übung“ im „Geringen treu zu sein“.  (Lukas 16,10)

Wer weiß, welche Situationen es in naher oder ferner Zukunft geben wird. Vielleicht wird dann wirklich ein „knallharter“  Eid erwartet, wobei auch noch ziemlich viel persönlicher Verlust auf dem Spiel stehen wird. Von mir selbst weiß ich nicht, wie „treu“ ich Jesus dann sein würde. Aber wenn man nicht einmal in kleinen Dingen, mit wenig persönlichem Nachteil treu sein kann oder will, wie soll es dann bei „großen Dingen“ gehen?

LG
Dagmar

Schoham

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #6 am: 09 November 2007, 10:51:26 »
Mensch Shoham,

was redet der Anselm nur für Unsinn - eieiei - sagt doch der Herr Jesus klar und stellt Dich als Lügnerin dar (da hat wohl nix geändert):

33 Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht falsch schwören; du sollst aber dem Herrn deine Schwüre halten«. 34 Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, 35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. 36 Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören, denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. 37 Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was darüber ist, das ist vom Bösen.

Mat 5,33


Es ging im alten Bund darum, das ein Mensch nicht falsch schwören sollten.

Der Text sagt nicht aus - das ein Mensch nie schwören darf. Er sagt aus, das Kinder Gottes es gar nie nötig haben überhaupt zu schwören.

Die Bergpredigt ist die Ausrufung des Reiches Gottes. Hier zeigt uns Jesus auf wie Menschen sein werden die von Ihm Seinen Geist erhalten haben.

Gott Selbst schwört und auch die Menschen im alten Bund haben geschwört.

Wenn unsere Obrigkeit verlangt das wir eine wichtige Sache mit einem Schwur beglaubigen dann dürfen wir das ohne schlechtes Gewissen tun.

Ich möchte dich in Liebe ermahnen doch Anselm Grün nicht anzuklagen. Du machst dich eines Gebotes von Jesus schuldig damit.

Dagmar

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #7 am: 09 November 2007, 11:12:04 »
34 Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt

Zitat
Der Text sagt nicht aus - das ein Mensch nie schwören darf.

??????

Sarah

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #8 am: 09 November 2007, 11:18:10 »
Hallo Maria

Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel...
Das ist doch eindeutig wie ich finde und es steht im neuen Testament! Was gibt es da noch herumzudeuteln? Es ist uns verboten zu schwören. Fertig. Aus


Zitat
Ich möchte dich in Liebe ermahnen doch Anselm Grün nicht anzuklagen.

Ich habe vor etlichen Jahren ebenfalls in einem Anflug geistlicher Umnachtung diesen Anselm Grün gelesen und habe, nachdem ich erkannt habe, welch falsches "Evangelium" er verbreitet, sämtliche Bücher in den Mülleimer befördert! Darf ich demnach einem Lügner oder einem Möder auch nicht sagen, dass er ein Lügner oder ein Mörder ist? Ist das bereits ein Anklagen für Dich?

Zitat
Du machst dich eines Gebotes von Jesus schuldig damit.

Welches Gebot meinst Du denn, welches sich Michael schuldig macht? Dass er seinen Nächsten nicht liebt? Oder was für ein Gebot meinst Du?

Ist Liebe, keine Kritik mehr äußern zu dürfen? Alles "gut" zu finden?
Ist Liebe, aus Lüge Wahrheit zu machen?
Ist Liebe, alles schönzureden?

Oder meinst Du etwa das Gebot "du sollst nicht falsch Zeugnis reden" ?

Das macht Michael aber auch nicht, denn er sagt die Wahrheit!

Ich frage mich allen Ernstes, wieso wir uns hier überhaupt über einen katholischen  Pater unterhalten müssen, der von einer Talkshow zur Anderen tingelt und dessen Bücher in fast jedem Supermarkt an der Kasse inflationär feil geboten werden?

Ich kann nur jedem den guten Rat geben, seine Zeit nicht mit Büchern vom Ökumene Pater Anselm zu verbringen!

Leute - lest die Bibel. Der Rest ist meist Schmarrn!

Gruß Sarah
« Letzte Änderung: 09 November 2007, 11:35:10 von Sarah »

linux

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #9 am: 09 November 2007, 12:30:50 »
Hallo Schoham,
Deine Begründung, dass man - entgegen dem Wort des Herrn JESUS - schwören darf, kann ich nicht nachvollziehen. Aber das macht nichts, Meinungsunterschiede sind erlaubt.
(Bei meinem ursprünglichen Anliegen ging es nicht um schwören, sondern um die Formulierung "Eidesstatt", die ein Grenzfall zu sein scheint.)

Aber da würde ich Dich gerne fragen, in welchen Punkten sich das sichtbare Leben eines Christen von dem Leben eines Weltmenschen unterscheidet. (außer dem Fisch-Aufkleber am Auto)
Dürfen die Christen grundsätzlich alles machen, was auch die Weltmenschen machen dürfen, wenn das Handeln nach dem Gebot (=Gehorsam) einen Nachteil bewirkt?
Wie sieht es z.B. mit Ehebruch aus? Dürfen die Christen das auch?
Oder den Namen Jesu auf Staats-Befehl ableugnen?
Die vielen Märtyrer, die wegen der Treue in solch kleinen Dingen den Tod erleiden - sterben sie umsonst?

Viele Grüße, Jürgen

« Letzte Änderung: 09 November 2007, 12:45:25 von linux »

Schoham

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #10 am: 09 November 2007, 14:58:43 »
Noch etwas zum Thema:

Jesus beginnt mit dem uneingeschränkten Satz: "Ihr sollt überhaupt nicht schwören!" Aber steht er damit nicht gegen das AT? Wer 3. Mose 19,12 oder 4. Mose 30,3 aufmerksam liest, findet, dass zwar der Falscheid und das Brechen des Eides verworfen wird, aber nicht das Schwören schlechthin...
Man kann also wie beim Scheidebrief sagen, dass der Schwur eine Erlaubnis Gottes darstellt, aber weit mehr angestrebt ist, nämlich die Wahrhaftigkeit, die keinen Eid mehr nötig macht...
Bibel-Kommentar Band 1 Matthäus- Evangelium 1. Teil Gerhard Maier 


Sehr ausführlich legt D. Martyn Lloyd-Jones die Verse aus in dem Buch Berg Predigt. Zusammenfassend kommt er zu dem Schluss:

Im Licht all dessen erscheint es doch mehr als fraglich, den Eid vor Gericht anhand dieser Schriftstelle in der Bergpredigt grundsätzlich abzulehnen. Auf Grund des biblischen Sachverhaltes können wir folgenden Schluss ziehen und sagen: Während man doch nicht vorschnell schwören soll, so gibt es gewisse ernste und wichtige Gelegenheiten, in denen ein Eid nicht nur legitim ist, sondern einem Verfahren eine Autorität und Ernsthaftigkeit verleiht, wie nichts anderes es vermag.
D. Martyn Lloyd-Jones- Berg Predigt  - Seite 318


Manche haben gemeint, Jesu Verbot zu schwören gelte uneingeschränkt, aber Jesus unterzog sich einem Eid (26,63), und Paulus rief Gott als seinen Zeugen an (Röm. 1,9). Gott selbst hat einen Eid abgelegt, damit wir ermutigt würden (Hebr. 6,17). Jesus wendet sich gegen eine enge und irreführende Gesetzlichkeit, die einen besonderen Eid verlangte, damit gesprochene Worte bindend werden. Die Auswirkung solch eines Weges zur Ehrlichkeit ist, dass man nicht wahrhaftig zu sein braucht, wenn man nicht unter Eid steht. Jesus dagegen verlangte eine Redeweise, die so aufrichtig ist, als ob alles unter Eid gesprochen wäre. Er verbot ausserdem den Götzendienst, der in der Praxis enthalten ist, bei etwas geringerem als Gott zu schwören.
Genfer Studienbibel Seite 1520 - zu Matth. 5,34


In der Gemeinschaft der Heiligen, die im vollen Licht Gottes und in der Wahrheit stehen,
ist der Eid überflüssig. Der Christ lebt aber zugleich auch in der Welt und ist drin von Sünde
und Finsternis umgeben. Der Staat ist vielfach auf eidliche Aussagen angewiesen. Auch Christus selbst schwor vor dem hohen Rat (Mat. 26,63), und seine Reden zum Volk, zu
den Jüngern und bes. auch zu seinen Feinden waren oft von einem doppelten Amen – Amen
(wahrlich – wahrlich), begleitet…Auch Paulus beteuerte, wenn er seine Briefe an die im Glauben noch schwachen Gemeinden schrieb, seine Aussagen eidlich (Röm. 1,9; 2. Kor. 1,23; 11,31; Phil. 1,8; 1. Thess. 2,5.10)..
Lexikon zur Bibel - Seite 319 – zum Thema Eid.

Wir wollen dem Kaiser geben was des Kaisers ist - solange es nichts unrechtes ist. Und die Wahrheit zu sagen und es im Namen Gottes zu bekräftigen ist eine Ehrensache. Würden Kinder Gottes sich vor Gericht z.b. weigern ihre Zeugenausage zu beeiden - so würde das der Sache Gottes mehr schaden zufügen als Ihm Ehre geben. Denn der Richter kann nicht in das Herz eines Menschen sehen. Und eine Weigerung würde eher so scheinen wie wenn man eben nicht die Wahrheit gesagt hat.

Der HERR schenke uns allen Hirten Seines Herzens damit wir Sein Wort erfassen können.

linux

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #11 am: 09 November 2007, 15:29:59 »

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #12 am: 09 November 2007, 17:32:02 »
Hallo Jürgen,

vielleicht hilft es weiter, wenn wir uns den Textzusammenhang anschauen.

Zu Matth. 5,33ff.:

Der HERR JESUS fordert zunächst das Verbot des Meineides (3. Mo. 19,12). Dann verlangt Er in Anlehnung an die Einlösung aller GOTT gegebenen Eide (4. Mo. 30,3; 5. Mo. 23,21-22).

Nunmehr wendet sich JESUS klar und entschieden gegen den damaligen pharisäischen Mißbrauch des Schwörens und gegen die Haarspalterei von gültigen und ungültigen Schwüren. Dieser Wortklauberei von geltenden und nicht geltenden Eiden setzte JESUS die Heiligkeit GOTTES und die Heiligkeit des unbedingt verpflichtenden Schwures entgegen.

Für JESUS ist im täglichen Leben zur Beteuerung und Bekräftigung der Wahrheit überhaupt kein Eid nötig. Da ist völlige Wahrhaftigkeit ohne jeden Beteuerungsschwur alleinige Gewähr der echten Bruderschaft. Die Schriftgelehrten bedienten sich nämlich fortwährend der Schwüre auch bei den Dingen des Alltagslebens (z. B. ich schwöre, dass ich gegessen habe).
Weiter sagten die Schriftgelehrten: Man darf nicht falsch schwören. Was man mit Berufung auf GOTT schwörend dem Bruder versprochen hat, das muß man unbedingt halten. Wenn man aber bei dem Himmel geschworen hat oder bei der Erde oder bei Jerusalem oder bei seinem Haupte, dann braucht solch ein Eid nicht gehalten zu werden. Ein besonders heuchlerisches Beispiel gibt dann der HERR noch in Mt 23,16ff. Die Pharisäer wussten da allerhand spitzfindige Unterschiede zu machen: Wer bei dem Tempel schwört, der braucht einen solchen Eid nicht zu halten. Wer aber bei dem Gold des Tempels schwört, der muß einen solchen Eid halten, sonst macht er sich straffällig usw.

In dieses Lügengespinst all der bindenden und nichtbindenden Schwüre, die nur Täuschungsmanöver sind, um den anderen zu hintergehen (denn wer soll sich durchfinden zwischen dem, was gilt und nicht gilt!), greift JESUS fest hinein und zerreißt alles, denn es ist nicht nur Unwahrhaftigkeit dem Nächsten gegenüber, sondern auch schändlicher Missbrauch des Namens GOTTES. Der HERR JESUS sagt letztlich: Ihr sollt überhaupt nicht schwören, d. h. ihr sollt all diese Beteuerungsschwüre und bindenden und nichtbindenden Schwüre nicht gebrauchen. Ihr täuscht euch, wenn ihr meint, mit solcher Spitzfindigkeit dem Fluche GOTTES entgehen zu können. Mit all diesen zurechtgemachten Schwurformeln, die Himmel und Erde zitieren, kann man GOTT nicht täuschen oder ihm entgleiten. Denn der Himmel ist GOTTES Thron, die Erde seiner Füße Schemel (Jes. 66,1) und Jerusalem des großen Königs Stadt (Ps. 48,2). In alle diese Eide ist doch der heilige GOTT immer mit eingeschlossen. Selbst der Schwur bei dem eigenen Haupte ist ein Schwur bei GOTT, denn GOTT ist der Erhalter unseres Lebens, nicht wir. Darum ist auch der Eid bei dem Haupte durchaus verpflichtend. Schlatter sagt in diesem Zusammenhang gan richtig: "Mit dieser eigenmächtigen Verfügung über Dinge, die nicht dem Menschen, sondern Gott gehören, verläßt der Mensch die Stellung, die ihm von Gott zukommt."

Der Jünger JESU soll Ja oder Nein sagen, d. h. wahrhaftig sein. Alle Umschweife oder Beteuerungen sind aus dem Bösen, d. h. vom Teufel. Damit ist von JESUS der brüderliche Umgang unter die schlichte und einfache Ordnung der Wahrhaftigkeit und Lauterkeit gestellt.

Zusammenfassend sei gesagt, daß der HERR den Schwur vor Gericht nicht verboten hat. JESUS selbst hat sich nach Mt. 26,63 unter Eid stellen lassen.


Jakobus 5,12:

Das Schwören als Bekräftigung der eigenen Rede hat seinen "Grund darin, daß man dem bloßen Wort des Menschen mißtraut" (Schneider, J.: Kommentar, S. 36). Man schwört, um eine wichtige Aussage abzuheben von der sonstigen Rede, bei der nicht immer die (ganze) Wahrheit gesagt wird. Man unterscheidet also zwischen Situationen, in denen es darauf ankommt, unbedingt die Wahrheit zu sagen und solchen, in denen das nicht in gleichem Maße nötig ist.

Vor dieser Art, in unterschiedlicher Weise mit der Wahrheit umzugehen, warnt Jakobus. Er greift dabei auf ein Jesuswort zurück (Mt 5,33-37) und schärft es ausdrücklich ein. Wer in seiner Rede nicht wahrhaftig und eindeutig ist, der verfällt dem Gericht; denn die Menschen müssen im letzten Gericht Rechenschaft geben für jedes unnütze Wort, das sie gesprochen haben (Mt. 12,36).


Aus diesem Grund sehe ich keinen Widerspruch zum Wort GOTTES, wenn Du eine eidesstattliche Versicherung abgibst. Vielleicht ist es gut, wenn Du darüber betest und auf Dein Gewissen hörst?

Shalom
Roland

Literatur:
Wuppertaler Studienbibel
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #13 am: 09 November 2007, 17:50:19 »
Hi Jürgen,

Zitat
don't feed the trolls
Ja da hast Du recht - leider ist diese Entwicklung in diesem Forum zur Zeit inflationär. Um Grund grabscht sich jeder die Verse nach der "Gnade-allein-Ideologie" zusammen. Das grundlegende Problem sehe ich in der Gesetzlosigkeit und dem Disputiergeist der Welt. Statt dem Wort zu gehorchen kramt man so lange in den Kommentaren (in Ermangelung wahrer gottgegebener Weisheit - obwohl in Bezug auf den Eid und das Schwören schon Vorschulweisheit ausreichen würde) , bis etwas von irgendeinem Gesetzlosen gefunden wird - "hurra da stehts doch".

Du siehst hier ganz deutlich, wie einige in dem Forum ganz krass entgegen der Lehre Jesus lehren und handeln. Im Grund sind sie Feinde Jesu und nichts weiter wie die damaligen Gesetzeslehrer mit ihren ewigen Geschwafel, Unglauben, Heuchelei und gelebten Ungehorsam - solche werden das Himmelreich sicherlich nicht ererben können.

@Roland
Zitat
JESUS selbst hat sich nach Mt. 26,63 unter Eid stellen lassen.

63 Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester begann und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes! 64 Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt! Überdies sage ich euch: Künftig werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels! Mat 26,63-64

Alles klar Roland. Ich weiß momentan nicht, ob Du das aus Absicht machst, oder es geistlich besser nicht kannst - ich hoffe zweites für Dich.

Grüße
Michael

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Re: Der Eid im täglichen Leben
« Antwort #14 am: 09 November 2007, 20:11:28 »
Hallo Michael,

63 Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester begann und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes! 64 Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt! Überdies sage ich euch: Künftig werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels! Mat 26,63-64

Der Hohepriester versuchte, JESUS dazu zu bringen, zu den gegen Ihn erhobenen Anklagen Stellung zu nehmen (Mt. 26,62). Doch JESUS schwieg, bis er unter dem heiligen Schwur aufgefordert wurde, zu sprechen. Nachdem der Hohepriester Ihn bei dem lebendigen GOTT beschworen hatte, mußte Er wahrheitsgemäß antworten.

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!