Autor Thema: Umgang mit Halloween und Fastnacht  (Gelesen 13383 mal)

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Shomer

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Umgang mit Halloween und Fastnacht
« Antwort #15 am: 07 April 2006, 10:11:23 »
Hallo Holger

Ich habe Deine Meinung über mich zur Kenntnis genommen.  :( An diesem Punkt hört jede Diskussion auf. Ich wünsche noch einen schönen Tag.

Shomer

Holger

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Umgang mit Halloween und Fastnacht
« Antwort #16 am: 07 April 2006, 11:13:11 »
Ganz deiner Meinung

Offline kenny

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Re: Umgang mit Halloween und Fastnacht
« Antwort #17 am: 06 Oktober 2007, 12:49:11 »
Halloween ist absolut heidnisch, und wir sollten uns diesem Fest fernhalten, weil damals Menschen geopfert wurden. Auch heute ist dieses Fest kein Kinderspiel, beschwört es letztendlich Satan.

Ich selbst komme aus einer Karnevalshochburg, hatte aber nie sehr viel Interesse an diesem "Fest", auch nicht, als ich noch kein wiedergeborener Christ war. Ich sehe absolut keinen Sinn darin, mich komamässig zu betrinken, um "lustig" zu sein. Und was soll das Herumgehure?

Christ ist man immer und hat sich auch entsprechend zu benehmen. Möge Gott mir verzeiehen, dass es mir so selten gelingt.
Jesus ist der Allergrösste!

Elishua

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Re: Umgang mit Halloween und Fastnacht
« Antwort #18 am: 06 Oktober 2007, 14:43:41 »
Fasching, Fastnacht ist ein jüdisches Fest (genannt Purim) basiert auf dem Buch Esther, und ist da nachzulesen!

Habe euch aus Wikipedia nachfoldendes reinkopiert:
Könnt aber unter Eingabe "Purim" bei Goggle etc. weiterforschen!

Purim
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Kostümierte Purim-Feiernde,

Das jüdische Purimfest (?????) wird am 14. (in Städten, die zur Zeit des Propheten Jehoshua eine feste Stadtmauer hatten – heute gilt dies nur für Jerusalem – am 15.) des Monats Adar (Februar/März) des Jüdischen Kalenders gefeiert, es ist bekannt unter den Namen Schuschan Purim). In jüdischen Schaltjahren wird der Adar verdoppelt; Purim findet in diesem Fall im Adar II statt.

Purim ist ein Fest, das an die Errettung des jüdischen Volkes aus drohender Gefahr in der persischen Diaspora erinnert. Nach dem Buch Ester, versuchte Haman, der höchste Regierungsbeamte des persischen Königs, die gesamten Juden im Perserreich auszurotten, wobei Königin Ester die Errettung herbeiführt mit Fasten und Gebet. In der Synagoge wird aus diesem Anlass ein Gottesdienst gefeiert, bei dem alles nicht sehr ernst zugeht; der ganze Ablauf zielt auf Freude. Dabei wird auch die Festrolle des Buches Ester vorgelesen. Immer wenn der Name Haman fällt, darf so viel Krach wie möglich mit Tuten und Rasseln gemacht werden. Dies beruht auf dem Befehl Gottes, den Namen Amaleks zu löschen, nachdem Amalek Israel auf dem Weg zum versprochenen Land behindert hat. Sein Name wurde zum Symbol der Judenfeindschaft für alle Zeiten.

Im Buch Ester ist beschrieben, dass Haman sein Amt als höchster Regierungsbeamter des persischen Königs Ahasveros (historisch: Xerxes I.) selbstsüchtig ausgenutzt habe. Die königliche Dienerschaft musste sich vor ihm niederknien. Esters Cousin und Adoptivvater Mordechai habe sich als Jude jedoch geweigert. Aus Rache soll Haman die Vernichtung sämtlicher Juden beschlossen haben. Der genaue Zeitpunkt sei durch das Los bestimmt worden - daher auch der Name Purim (= Lose). Ester, die Königin, habe sich aber beim König für die Rettung der Juden eingesetzt, Haman sei hingerichtet und 75.000 Judengegner auf grausame Weise umgebracht worden, wie es eigentlich für die Juden vorgesehen war.

Die mit Purim verbundenen Bräuche basieren auf folgender Passage aus dem Buch Ester:

    „Mordechai schrieb alles auf, was geschehen war. Er schickte Schreiben an alle Juden in allen Provinzen des Königs Artaxerxes nah und fern und machte ihnen zur Pflicht, den vierzehnten und den fünfzehnten Tag des Monats Adar in jedem Jahr als Festtag zu begehen. Das sind die Tage, an denen die Juden wieder Ruhe hatten vor ihren Feinden; es ist der Monat, in dem sich ihr Kummer in Freude verwandelte und ihre Trauer in Glück. Sie sollten sie als Festtage mit Essen und Trinken begehen und sich gegenseitig beschenken, und auch den Armen sollten sie Geschenke geben.“

    – Ester, 9:20-22

Jerusalem feiert Purim


Im Mittelpunkt steht das Verkleiden mit bunten Trachten und das Veranstalten von Umzügen. Die Stimmung ist ausgelassen. Es werden Geschenke ausgetauscht und große Mengen (vor allem süßer) Festspeisen - wie beispielsweise mit Mohn, Nüssen oder Schokolade gefüllte Hamantaschen oder Nunt - der Jüdischen Küche verzehrt.

Begründungen gibt es viele, warum zu Purim Masken und Kostüme getragen werden. Manches Detail ist sicher zurückzuführen auf die gegenseitige Beeinflussung mit dem christlichen Karneval, der ungefähr zur selben Jahreszeit stattfindet. Eine stärker innerjüdische Begründung basiert auf der Tatsache, dass das Buch Ester eins der Bücher der Bibel ist, in dem der Ausdruck Gott kein einziges Mal genannt wird, zumindest nicht direkt, aber doch in Zusammensetzung von Wörtern. Die jüdische Tradition interpretiert diese Eigenart so: Selbst Gott hat sich zu Purim verkleidet. Dennoch ist in den ausführlichen Details der Erzählung die unverwechselbare Präsenz der göttlichen Vorhersehung spürbar. Auf die gleiche Weise soll das Konzept der Maske die Art und Weise ausdrücken, in der Gott die Geschehnisse von Purim lenkte. Er habe sie gelenkt, wenn auch nicht sichtbar, als hätte er eine Maske getragen. Früher verkleideten sich Juden als Ester, Haman usw. Aus der fröhlichen Stimmung des Feiertages heraus wurden dann aber auch andere Kostüme getragen.

Die jüdische Gemeinde von Frankfurt am Main feiert seit 1616 alljährlich am 20. Adar das Fest Purim Vintz, das an die Niederschlagung des judenfeindlichen Fettmilch-Aufstands und an die feierliche Rückführung der zuvor vertriebenen Gemeinde in die Judengasse erinnert!

offenbarung3-16

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Re: Umgang mit Halloween und Fastnacht
« Antwort #19 am: 06 Oktober 2007, 16:47:53 »
Hallo Elishua,

die Wikipedia ist ein Lexikon, bei dem jeder  der will mitschreiben kann. 100% vertrauenswürdig ist es aber nicht wirklich. Im Grund richtet es sich immer an die "herrschende Meinung". In Bezug auf den Purim-Artikel ist es aber nicht wohl nicht so tragisch.

Den Bezug von Fasching und Fastnacht zu dem Purim-Fest, kann ich aber nicht herstellen.

Im Buch Esther steht aber nichts vom Verkleiden.

Gruß
Michael




Offline Roland

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Re: Umgang mit Halloween und Fastnacht
« Antwort #20 am: 06 Oktober 2007, 17:10:22 »
Ich kann mir auch nur schwer vorstellen, dass sich die die jüdischen Kinder beim Purim-Fest damals als Cowboy und Indianer verkleidet haben  :D

Aber jetzt im Ernst: Ich war mal zu Gast bei einer Gemeinde, die Karneval "feierte". Da einige Gemeindemitglieder Einwände dagegen erhoben, änderte die Leitung den Begriff "Karneval" einfach in "Purim-Fest" und schon waren die Kritiker verstummt.....
« Letzte Änderung: 06 Oktober 2007, 17:15:44 von Roland »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Elishua

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Re: Umgang mit Halloween und Fastnacht
« Antwort #21 am: 06 Oktober 2007, 18:09:30 »
Ich selber bin ein Gegner von Fasching u.Co.

Ich wurde mal eingeladen zum Purim-Fest feiern. Ich konnte mir damals nichts darunter vorstellen was da und wie da gefeiert wird.

Da wird jedes Jahr aus Esther vorgelesen und dann anschließend gefeiert.
Ich kam mir wie im Fasching vor und mir wurde gesagt, daß der Fasching wie wir ihn kennen daraus entnommen wurde!

Esther 9,15 Und die Juden, die in Susa waren, versammelten sich auch am vierzehnten Tag des Monats Adar und erschlugen in Susa dreihundert Mann. Aber an die Beute legten sie ihre Hand nicht.
16 Auch die übrigen Juden, die in den Provinzen des Königs lebten, versammelten sich und standen für ihr Leben ein und erhielten Ruhe vor ihren Feinden. Sie hatten aber unter ihren Hassern 75 000 Mann erschlagen. An die Beute hatten sie ihre Hand jedoch nicht gelegt.
17 Das war am dreizehnten Tag des Monats Adar, am Vierzehnten des Monats3 aber ruhten sie und machten ihn zu einem Tag des Festmahls4 und der Freude.
18 Doch die Juden, die in Susa wohnten, hatten sich am Dreizehnten des Monats5 und am Vierzehnten des Monats6 versammelt. Und sie ruhten am Fünfzehnten des Monats7 aus und machten ihn zu einem Tag des Festmahls8 und der Freude.
19 Darum feiern die Juden auf dem offenen Land, die in den offenen Landstädten wohnen, den vierzehnten Tag des Monats Adar mit Freude und Festmahl9 und als Festtag, an dem man sich gegenseitig Anteile zusendet10.
20 Und Mordechai schrieb diese Begebenheiten auf. Und er sandte Briefe an alle Juden in allen Provinzen des Königs Ahasveros, die nahen und die fernen,
21 um ihnen aufzuerlegen, dass sie den vierzehnten Tag des Monats Adar und den fünfzehnten Tag desselben Jahr für Jahr feiern sollten
22 - als die Tage, an denen die Juden vor ihren Feinden zur Ruhe gekommen waren, und als den Monat, der sich ihnen von Kummer zur Freude und von Trauer zum Festtag verwandelt hatte -, dass sie diese feiern sollten als Tage des Festmahls11 und der Freude, an denen man sich gegenseitig Anteile zusendet12 und Geschenke an die Armen gibt.
23 Und die Juden nahmen als Brauch an, was sie zu tun angefangen und was Mordechai ihnen geschrieben hatte.
24 Denn Haman, der Sohn Hammedatas, der Agagiter, der Bedränger aller Juden, hatte gegen die Juden geplant, sie umkommen zu lassen, und hatte das Pur, das ist das Los, geworfen, um sie in Verwirrung zu bringen und sie umkommen zu lassen.
25 Und als es13 vor den König kam, befahl er durch einen Brief, sein böser Anschlag, den er gegen die Juden geplant hatte, solle auf seinen Kopf zurückkommen. So hängte man ihn und seine Söhne am Holzpfahl auf.
26 Deshalb nannte man diesen Tag Purim, nach dem Namen "Pur". Deshalb, wegen all der Worte dieses Briefes und dessen, was sie in dieser Hinsicht gesehen und erfahren hatten,
27 legten sich die Juden es als Pflicht auf und nahmen es als unveränderlichen Brauch an14 für sich und für ihre Nachkommen und für alle, die sich ihnen anschlössen, diese beiden Tage Jahr für Jahr zu feiern nach der für sie geltenden Vorschrift und der ihnen festgesetzten Zeit.
28 Und sie bestimmten, dass diese Tage in Erinnerung15 bleiben und gefeiert werden sollten in jeder einzelnen Generation, in jeder einzelnen Familie, in jeder einzelnen Provinz und in jeder einzelnen Stadt, und dass diese Purimtage bei den Juden nicht untergehen und die Erinnerung an sie bei ihren Nachkommen kein Ende finden sollten.
29 Und die Königin Ester, die Tochter Abihajils, und der Jude Mordechai schrieben mit allem Nachdruck, um diesen zweiten Purimbrief als Pflicht festzulegen.
30 Und er sandte Briefe an alle Juden, in die 127 Provinzen im Königreich des Ahasveros, Worte des Friedens und der Treue16,
31 um diese Purimtage in ihren festgesetzten Zeiten als Pflicht festzulegen, so wie der Jude Mordechai und die Königin Ester es ihnen als Pflicht festgelegt hatten und wie sie es sich selbst und ihren Nachkommen als Pflicht festgelegt hatten, nämlich die Regelung der Fasten und ihrer Wehklage.
32 Und der Befehl Esters legte diese Purimvorschriften als Pflicht fest, und es wurde in einem Buch niedergeschrieben.

Nochmal eine Kopie von einer Website vom Zentralrat der Juden:

Zentralrat der Juden in Deutschland
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Feiertage
Purim
Purim-Fest in der Synagogengemeinde Köln (Foto: Herbert Sachs/version)

Purim, ein freudiger Gedenktag, dessen Beachtung nicht biblisch vorgeschrieben ist, wird am 14. Adar (bzw. Adar II) zur Erinnerung an die Errettung der Juden in Persien gefeiert, die im Buch Esther beschrieben ist. Das Buch Esther berichtet davon, daß der Minister Haman den Perserkönig bewog, den Befehl zu erlassen, alle Juden im persischen Reich auszurotten, daß es jedoch Esther, der jüdischen Ehefrau des Königs, durch geschickte Diplomatie gelang, den mächtigen Minister zu Fall zu bringen und zu erreichen, daß die Juden die Erlaubnis erhielten, sich gegen diejenigen zu wehren, die diesen Befehl auszuführen suchten. Auf diese Weise gelang es den Juden, über ihre Widersacher zu siegen.

Im Buch Esther wird erzählt, daß die Königin Esther, bevor sie beim König den Versuch unternahm, für die Rettung ihres Volkes aktiv zu werden und sich in dieser Angelegenheit an den König zu wenden, drei Tage lang fastete und daß alle jüdischen Bewohner der Stadt Susa dasselbe taten. Zur Erinnerung daran wird der Tag vor Purim als Fasttag begangen, der Fasten Esther genannt wird.

Purim ist als freudiger Gedenktag ein Arbeitstag. Als Besonderheit des synagogalen Rituals ist vor allem zu erwähnen, daß sowohl nach dem Abendgebet als auch morgens nach der Toravorlesung das Buch Esther gelesen wird. Esther gehört zu den „fünf Rollen“, ist aber das einzige dieser Bücher, für das auch heute noch eine handgeschriebene Pergamentrolle verwendet wird. Bereits im Buch Esther wird von der Festlegung berichtet, daß der Freude über die Rettung durch ein Festmahl, durch gegenseitiges Beschenken mit Speisen und durch Spenden für die Armen Ausdruck verliehen werden soll. An Purim ist es erlaubt, viel zu trinken, sogar sich zu betrinken, denn im Buch Esther ist das Mahl, das man zur Erinnerung an das Ereignis einnehmen soll, als Trinkgelage bezeichnet.
Es gibt für Purim eine große Anzahl von Bräuchen, die allerdings lokal sehr verschieden sind. Verbreitet sind karnevalistische Vergnügungen, besonders die Kostümierung von Kindern, die Aufführung von dramatischen Purimspielen, die meist die Esthergeschichte zum Inhalt haben, aber auch andere biblische Ereignisse behandeln. In der Gegenwart sind in unserem Raum vor allem einige kulinarische Spezialitäten üblich: die sogenannten Hamantaschen und „Kreppchen“. Hamantaschen sind ein dreieckiges, gefülltes Kleingebäck aus Kuchenteig; die Füllung kann aus Mohn, Früchten, Rosinen, Mandeln, süßem Weißkäse oder anderen Zutaten bestehen. Unter „Kreppchen“ versteht man gefüllte Nudelteigtaschen, die entweder eine Fleischfüllung haben und mit Brühe gegessen werden oder – mit Weißkäse und Sauerkirschen gefüllt – als Nachtisch dienen. Beide Speisen symbolisieren die Ohren des Bösewichts Haman. Solche Spezialitäten und andere, meist selbstgefertigte Leckereien werden auch Freunden und Bekannten als Geschenke übersandt bzw. überbracht.
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noch ein anderer Link:
Materialien zur Religionswissenschaft

14. Purim
von Alois Payer

Unterrichtsmaterialien (gemäß § 46 (1) UrhG)

©opyright: Dieser Text steht der Allgemeinheit zur Verfügung. Eine Verwertung in Publikationen, die über übliche Zitate hinausgeht, bedarf der ausdrücklichen Genehmigung des Verfassers.
Übersicht

    * 1. Anlaß und Zeitpunkt
    * 2. Gebote für Purim
    * 3. Vorlesung der Esterrolle (Megilla)
    * 4. Schlachmanot -- Geschenke (Schicken von Portionen)
    * 5. Purim -- der jüdische Karneval

1. Anlaß und Zeitpunkt
Mordechai schrieb all diese Ereignisse auf und schickte Briefrollen an alle Juden in allen Provinzen des Königs Achaschwerosch [Xerxes I.], die in der Nähe und Ferne wohnten. Er wollte ihnen als Satzung auferlegen, den 14. des Monats Adar und den 15. desselben Monats alljährlich zu feiern. Das waren die Tage, an denen die Juden von ihren Feinden Ruhe bekamen; das war der Monat, in dem sich ihre Betrübnis zur Freude und die Trauer zu einem Festtag umgewandelt hatte. Sie sollten diese Tage als Zeit fröhlicher Gelage, gegenseitigen Beschenkens und der Gabenspenden für die Armen begehen. Die Juden aber führten, was man bereits zu feiern begonnen, und was Mordechai an sie geschrieben hatte, als Brauch ein. Denn der Agagiter Haman, der Sohn des Hammedata, der Feind aller Juden, hatte den Plan ausgedacht, die Juden zu verderben. Er ließ das Pur (Los) werfen, um sie zu vertilgen und zu vernichten. Da kam aber die Angelegenheit vor den König: dieser befahl durch den Erlaß, sein böswilliger Plan, den Haman gegen die Juden ausgeheckt hatte, solle auf dessen Haupt zurückfallen. Man hängte ihn und seine Söhne an den Holzpfahl. Darum bezeichnet man diese Tage als "Purim" nach dem Worte "Pur" gemäß dem genauen Wortlaut des Briefes und nach dem, was sie erlebt hatten und was ihnen begegnet war. Deshalb erklärten die Juden es zum feststehenden Brauch und nahmen es an für sich und ihre Nachkommenschaft und alle, die zu ihnen übertreten würden; es sollte nicht mehr in Wegfall kommen, daß man diese beiden Tage halte nach ihren Vorschriften und zu der von ihnen festgesetzten Zeit, Jahr um Jahr. ... Esters Entscheidung aber führte diese Purimtage als feststehendes Recht ein, und es wurde in eine Buchrolle niedergeschrieben.

Ester 9, 20 - 32

Purim wird am 14. Adar gefeiert (einen Monat vor Pessach), in Jerusalem wird es am 15. Adar gefeiert. Da Purim kein Gebot der Thora ist, gelten an Purim die üblichen Feiertagsverbote, wie z.B. das Arbeitsverbot, nicht. Purim erinnert an die Vorgänge im 5. Jahrhundert vor Christus, von denen das Buch Ester berichtet:

"Der Name Purim, so wird in der Esterrolle berichtet, leitet sich von dem Wort 'pur' (Plural Purim) ab, das 'Los' bedeutet (im Sinne von 'ein Los ziehen'), wegen der Lose die Haman, 'Ministerpräsident' des Königs Achaschwerosch [= Xerxes I, 486 - 465 v. Chr.] von Persien ziehen ließ, um den Tag zu bestimmen, an dem die Juden des Landes vernichtet werden sollten.

Hamans Vorhaben wurde von der schönen Königin Ester und ihrem Vetter Mordechai vereitelt. Unter Einsatz ihres eigenen Lebens setzte sich Ester beim König für ihr Volk ein, woraufhin Hamans Befehl scheiterte. So wurden die persischen Juden nicht ausgerottet, sondern Haman und seine Familie endeten am Galgen, den er selbst für Mordechai errichtet hatte. Da verwandelten sich 'ihre Schmerzen in Freude' und die Tage der Verzweiflung wurden zu Festtagen, an denen 'einer dem anderen Geschenke und den Armen Gaben schickte' (Ester 9, 22)" [Kolatch, S. 317]

"Purim nimmt eine besondere Stellung unter den jüdischen Festtagen ein. Nicht Gott hat den Juden befohlen, dieses Fest zu feiern. Alle mit ihm verbundenen Gewohnheiten und Bräuche hängen mit einer Geschichte zusammen, in der der Name des Herrn nicht ein einziges Mal erwähnt wird. Nicht der Herr, sondern der Jude Mordechai hat allen Juden im persischen Reich aufgetragen, 'daß sie begingen den vierzehnten Tag des Monats Adar ...'" [Dolezalová, S. 128f.]
2. Gebote für Purim

Mordechai machte vier Vorschriften für Purim:

    * Vorlesung der Esterrolle (Megilla)
    * Essen, Trinken und Fröhlichsein (Festmahl -- Seuda --  am Nachmittag des Purimtages)
    * Geschenke aus Eßwaren an Freunde: Schlachmanot (Schicken von Portionen)
    * Almosen an mindestens zwei Arme oder Wohltätigkeitszwecke (dieses Gebot gilt auch für Arme: auch sie beschenken zwei Arme)

3. Vorlesung der Esterrolle (Megilla)

Abb.: Esterrolle

Am Vorabend des Festes wird in allen Synagogen das Buch Ester verlesen, gewöhnlich Megilla (Schriftrolle) genannt. Die Megilla wird auch am folgenden Morgen verlesen. Sowohl Männer als auch Frauen sind verpflichtet, die Vorlesung der Megilla anzuhören. Auch Kinder sollen dazu angehalten werden, in der Synagoge dieser Pflicht nachzukommen.


Jedesmal, wenn beim Vorlesen der Esterrolle der Name 'Haman' erwähnt wird, setzt man Lärminstrumente aller Art ein, mit deren Hilfe der Name Hamans symbolisch ausgelöscht werden soll: die Erwachsenen klopfen gewöhnlich mit den Füßen und schlagen aufs Pult, die Kinder nehmen alle Arten von Lärminstrumenten, insbesondere Rasseln und Schnarren.
4. Schlachmanot -- Geschenke (Schicken von Portionen)

"Ein Jude feiert oder trauert niemals allein, er teilt seine Freude oder sein Leid immer mit den anderen. So ist es an allen Festtagen und Purim ist keine Ausnahme.Und weil Purim das Fest 'des Mahls und der Freude', also des guten Essens und Trinkens ist, schicken die Juden ihren Mitmenschen etwas von den Leckerbissen, die sie für ihre eigene festliche Tafel vorbereitet haben. Die Geschenke, von denen Mordechai in seiner Botschaft spricht, bestehen mindestens aus zwei Portionen fertiger Speisen, einer Mehlspeise und einer aus rohem Obst. Daher kommt auch der hebräische Name für diesen Brauch: Schlachmanot. Das bedeutet 'Schicken von Portionen', vom hebräischen schalach (schicken) und manot (Portionen). Die Gerichte wurden einst in wahrhaft festlicher Aufmachung geschickt, in prächtigen Schüsseln und in bunte, reich gestickte Tücher gewickelt. Heute verpackt man sie etwas prosaischer in Pappschachteln, die eigens für diesen Zweck hergestellt werden. Man beschränkt sich natürlich nicht nur auf Mehlspeisen  und Obst. Jeder tut gern noch etwas von den typischen Purimsüßigkeiten hinzu, z.B. Haman-Figürchen aus Ingwerteig, ihr sephardisches Gegenstück, die Hamanohren, oder die beliebten aschkenasischen Hamantaschen, dreieckige Kuchen mit Mohnfülle, die an Hamans dreieckigen Hut oder seine mit Bestechungsgeldern gefüllten Taschen erinnern sollen." [Dolezalová, S. 129]


Im allgemeinen sind Kinder die Überbringer dieser Geschenke.

jud157.gif (40113 Byte)

Abb.: Kinder orthodoxer Juden in Zürich beim Überbringen der Geschenke [Vorlage der Abb.:  Schtetl Zürich : von orthodoxen jüdischen Nachbarn / Livio Piatti ; mit Texten von ... -- Zürich : Offizin, ©1997. -- ISBN 3-907495-78-0. -- S.  141. --{Wenn Sie HIER klicken, können Sie dieses Buch direkt bei amazon.de bestellen}]
5. Purim -- der jüdische Karneval

jud158.gif (50857 Byte)

Abb.: Purimumzug in Berlin, März 1994 [Quelle der Abb.: Serotta, Edward <1949 - >: Juden in Deutschland heute : eine photographische Reise. -- Berlin : Nicolai, ©1996. -- ISBN 3-87584-599-4. -- S. 105. --{Wenn Sie HIER klicken, können Sie dieses Buch direkt bei amazon.de bestellen}]

"Nur schwer läßt sich der unnachahmliche Zauber des Purimfestes beschreiben. Die Lustbarkeiten sind unbändig und ausgelassen. An diesem Tag ist fast alles erlaubt. untrennbarer Bestandteil aller jüdischen Feste, denn er beglückt undIn Maskenkostüme gekleidete Kinder und Erwachsene ziehen durch die Straßen und halten jeden zum besten, dem sie begegnen, sogar den Rabbiner. Es werden Szenen aus der biblischen Erzählung von der Königin Ester aufgeführt, manchmal kann man auch die ganze Geschichte sehen. Niemand darf nüchtern bleiben. Wein ist ein  erbaut die Seele. Außerdem hat er in entscheidender Weise zur Niederlage Hamans beigetragen. Seinetwegen verstieß der betrunkene Ahasveros die Königin Waschti und erhob Ester an ihre Stelle. Wein ließ Königin Ester beim denkwürdigen Festmahl reichen, bei dem Hamans Missetaten aufgedeckt wurden. Und er wird bis auf den heutigen Tag in vollen Zügen getrunken. Der Talmud sagt, daß man die richtige Purimlaune erst dann erreicht hat, wenn man so viel Wein getrunken hat, daß man nicht mehr zu unterscheiden weiß, wer Mordechai und wer Haman war. In Jerusalem wird alljährlich ein weithin bekannter Karneval gefeiert, der den Namen Ad lo jada erhalten hat. Das bedeutet 'bis er nicht mehr wußte'." [Dolezalová, S. 130]


Die "hier aufgeührte Kleidung" von Mordechai ist als "Verkleidung zu sehen:

Mordechais Plan zur Rettung der Juden durch Ester
Esther 4,1 Und als Mordechai alles erkannte, was geschehen war, da zerriss Mordechai seine Kleider und kleidete sich in Sack und Asche. Und er ging hinaus mitten in die Stadt und erhob ein lautes und bitterliches Klagegeschrei1.
2 So kam er bis vor das Tor des Königs. Denn in das Tor des Königs durfte man nicht im Sackgewand kommen.
3 Und in jeder einzelnen Provinz, überall, wohin das Wort des Königs und sein Gesetz gelangte, war eine große Trauer bei den Juden und Fasten und Weinen und Wehklage. Den meisten war Sack und Asche als Lager ausgebreitet.
4 Und Esters Dienerinnen2 und ihre Eunuchen3 kamen und teilten ihr das mit. Da geriet die Königin sehr in Angst4. Und sie sandte Kleider hin, um Mordechai zu bekleiden und sein Sacktuch von ihm abzunehmen; aber er nahm sie nicht an.

Ließt dies bitte in Ruhe nach und nochmal die Bitte:
"Goggelt" mal mit Eingabe "Purim", dann landet ihr auf lauter jüdischen Seiten. Da gibt es sogar Fotos von verkleideten Kindern!

oder siehe hier:

Bräuche und Symbole

 

Purim ist ein fröhliches Fest mit Parties, Geschenken an die Armen, Verkleidungen, usw. Im modernen Israel finden Umzüge statt, die von einer Karnevalsstimmung geprägt sind. Viele essen an diesem Fest ein besonderes dreieckiges Gebäck (Hamantaschen). Es versteht sich von selbst, dass das Buch Esther an diesem Fest gelesen wird. Im Unterschied zu orthodoxen Gemeinden wird es auch oder nur in Deutsch gelesen, damit alle die Geschichte verstehen können. In einigen Gemeinden werden verschiedene Personen, manchmal auch Kinder aus dem Religionsunterricht gebeten, ein Kapitel zu lesen. In die Amida und in Birkat ha-Mason wird eingefügt:

Nochmals Ausschnitte aus einer anderen Jüdischen Website:

Rundbrief März – Mai 2003
Liberale jüdische Gemeinde München Beth Shalom
Adar - Ijjar 5763

Purim – Angebot statt Gebot!

· Termine
& Meldungen

· Weitere
Meldungen

· Purim

· Pesach
   

Schalom! Unser Purim-Gottesdienst beginnt am 17. März pünktlich um 19 Uhr in der HH. Und denken Sie daran: Dieses Jahr feiern wir Purim in moderner Weise! Für Mitglieder der Union Progressiver Juden gibt es progressive Rabatte!

Wenn Sie sieben Tage vorher buchen, gibt es 30 % Rabatt, es gibt 43 % Rabatt, wenn Sie 14 Tage vorher buchen und 123 % Rabatt, wenn Sie zehn Jahre vorher buchen. Wenn Sie eine Synagogen-Karte haben, können Sie zusätzlich noch 25 % EXTRA sparen. Und Frau und Kinder kommen umsonst! Die eigene Frau und Kinder auch! Reservierte Plätze solange der Vorrat reicht!

Sie erhalten dafür eine GANZE Rolle Esther-Geschichte mit einem Glas Wasser und Kopfschmerzen – UMSONST. Wenn Sie eine Flasche Wein mitbringen, bekommen Sie nur die Hälfte der ganzen Megilla, und die Kopfschmerzen werden auf den nächsten Morgen verlegt! Diejenigen, die ein außergewöhnliches Fancy-Dress tragen, brauchen NUR 35% (extra) zu bezahlen! Hurry! Hurry! Das Angebot gilt nur bis zum 14. Adar!

Sollten Sie per Internet buchen wollen, können Sie gern über unsere Website ojwehojwehojweh-Bethshalom-purimspiel@gemein.de alle Information bekommen, die Sie möchten! Und vieles mehr, was Sie nicht möchten! Rufen Sie 0800-Nein-nein-nein-das-geht-net. Auskunft unter 00-1-800-MESHUGAH.

Wir wollen Purim dieses Jahr wirklich feiern – und zwar Kinder und Erwachsene gemeinsam. Bringen Sie deshalb bitte am 17. März Knabbereien, Süßigkeiten, Kuchen und etwas zum Trinken (!!!), Masken und gute Laune mit. Für ernsthafte Geschichten wird gesorgt. Gerade in diesen Jahr mit einem drohenden Krieg nicht weit von Shuschan lohnt es sich, diese Megilla nochmals zu lesen.

Purim ist kein biblisches Fest, jedoch ein Jüdisches Fest!

Ich möchte versuchen, euch verstehen zu geben, wie der Fasching eigentlich entstanden ist, so wie wir ihn kennen!

Bitte selbst noch googeln!






offenbarung3-16

  • Gast
Re: Umgang mit Halloween und Fastnacht
« Antwort #22 am: 06 Oktober 2007, 22:05:07 »
Hallo Elishua,

nur was technisches. Rechtlich "darf" man lange Zitate nicht ohne Zustimmung des Rechteinhabers einfach so rein kopieren. Ggf ist es auch erlaubt. Das könnte dazu führen, daß man verklagt werden kann etc - zumindest der Betreiber eines Forums. Zumindest bei "weltlichen Organisationen" sollte man aufpassen, da die recht klagefreudig sind. Ich selbst frage oft auch nicht groß nach, aber nehme dann eher Quellen von Geschwistern.

Du kannst aber einen Link zu dem Beitrag des Zentralrats der Juden statt des Artikels machen. Oben gibt es so einen Knopf:
Du fügst dann einfach den Link in den Text ein, markierst diesen und drückst dann dieses Symbol.

Dann sollte es so aussehen:

[url]http://www.hauszellengemeinde-test-link.de[/url]

Lieben Gruß
Michael

Offline Roland

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    • Hauszellengemeinde
Re: Umgang mit Halloween und Fastnacht
« Antwort #23 am: 06 Oktober 2007, 22:23:40 »
Hallo Elishua,

ich freue mich, dass Du keine "Närrin" (wenn ich mich nicht irre, bezeichnet man so die Karnevalsjecken) bist.

Zitat
Ich kam mir wie im Fasching vor und mir wurde gesagt, daß der Fasching wie wir ihn kennen daraus entnommen wurde!
Die Information, die Du bekommen hast, ist m. E. nicht ganz korrekt.
Purim erinnert an die Rettung der Juden, die im Buch Esther beschrieben wird. Der Karneval dagegen hat seinen Ursprung darin, die bösen Geister des Winters auszutreiben (deshalb springen die Leute mit hässlichen Masken herum).
Auch die Bestimmung des Zeitpunktes hat nichts mit dem Judentum zu tun, da kirchliche Feiertage zugrunde gelegt werden: Die je nach Frühlingsvollmond zwischen 28 und 63 Tage dauernde Zeit zwischen Epiphanie (6. Januar) und Aschermittwoch (4. Februar bis 10. März), vor allem aber zwischen Lichtmeß (2. Februar) und Aschermittwoch und insbesondere die Woche vor dem Aschermittwoch, mit dem dann - ganz im biblischen Sinn (Mt 4,2: Fasten Jesu in der Wüste) - die vierzig Tage und vierzig Nächte dauernde Fastenzeit vor Ostern beginnt, wird im größten Teil des Bairischen als "Fasching" bezeichnet. Dies geschieht im Unterschied zur verwandten "Fastnacht" bzw. "Fasnacht", ein Begriff der im "Westen" (Alemannischer und ostfränkischer Sprachraum, Tirol und zum Teil westliches Bayern) gebräuchlicher ist, und dem sonst üblichen "Karneval" (Quelle: http://www.helmut-zenz.de/hzfasch.htm).

Auch die Bedeutung der Begriffe "Karneval", "Fas(t)nacht", "Fasching"  haben nichts mit Purim zu tun:

"Das lateinische Stammwort für Karneval lautet "caro" und heißt übersetzt "Fleisch". Aus dessen Ableitungen "carnislevamen", "carnisprivium", "carnetollendas" und "carnelevale" bzw. "carne vale" - letzteres bedeutet so viel wie "Fleisch(eslust) ade!" - hat sich nach der Meinung der meisten Sprachforscher im Spätmittelalter das Wort "Carneval" entwickelt. So berichtet uns Benedikt, der Chorherr von St. Peter in Rom und Verfasser der `Mirabilia Urbis´, in seinen Aufzeichnungen aus dem im Jahre 1142 über vier damals übliche Feste: die "Cornomania" am Sonntag nach Ostern, die "Ludi Romani communes in Kalendis Ianuarii" am 1. Januar, die "Ludus carnelevarii" (Karneval) am Sonntag "dimissionis carnium" (also dem Faschingssonntag) und die "Laudes pueorum in medio Quadragesimae" (Mittfasten). Der Papst war zumindest bei der "Cornomania", die ebenfalls von Narren geprägt war, und beim "Ludus carnelevarii" anwesend. Letzteres bestand aus einem Gelage und aus einem Turnier der römischen Ritter beim Monte Testaccio. Dann tötete man "einen Bären, den Teufel, den Versucher unseres Fleisches; man tötete junge Stiere, das heißt den Übermut unserer Lust, man tötete einen Hahn, die Geilheit unserer Lenden, damit wir von nun an keusch und nüchtern leben im Kampf unserer Seele, um an Ostern würdig den Leib unseres Herrn empfangen zu können." Von Maskerade ist in diesem Bericht für diese Feier noch nicht die Rede.

In Deutschland ist das Wort "Karneval" bislang erstmals für das Jahr 1699 belegt. Zu dieser Zeit existierten die Begriffe "Fasnacht" und "Fasching" schon einige Jahrhunderte im alemannischen bzw. bairischen Sprachraum und zwar als unmittelbare Übersetzung der lateinischen Ursprungsbegriffe. Der "deutsche" Begriff Karneval braucht uns also nicht weiter zu kümmern.

Das Wort "Fasching" geht sprachgeschichtlich auf die mittelhochdeutsche Prägung "vastschanc" zurück, das bald schon zu "vaschang" verkürzt worden ist. Das Wort bezeichnete den "Ausschank vor dem Fasten".

Das Wort "Fas(t)nacht" kommt stattdessen von "vas(t)(en)nacht" und meinte zunächst allgemein die "Nacht vor dem Fasten"."
(Quelle: http://www.helmut-zenz.de/hzfasch.htm).

Zitat
Die "hier aufgeührte Kleidung" von Mordechai ist als "Verkleidung zu sehen:

Mordechais Plan zur Rettung der Juden durch Ester
Esther 4,1 Und als Mordechai alles erkannte, was geschehen war, da zerriss Mordechai seine Kleider und kleidete sich in Sack und Asche. Und er ging hinaus mitten in die Stadt und erhob ein lautes und bitterliches Klagegeschrei1.
2 So kam er bis vor das Tor des Königs. Denn in das Tor des Königs durfte man nicht im Sackgewand kommen.
3 Und in jeder einzelnen Provinz, überall, wohin das Wort des Königs und sein Gesetz gelangte, war eine große Trauer bei den Juden und Fasten und Weinen und Wehklage. Den meisten war Sack und Asche als Lager ausgebreitet.
4 Und Esters Dienerinnen2 und ihre Eunuchen3 kamen und teilten ihr das mit. Da geriet die Königin sehr in Angst4. Und sie sandte Kleider hin, um Mordechai zu bekleiden und sein Sacktuch von ihm abzunehmen; aber er nahm sie nicht an.
Diese Aussage habe ich nicht verstanden. Wo hat sich Mordechai verkleidet?

Nachstehend noch ein guter Artikel, der sich mit der Entstehung des Karnevals beschäftigt.

Shalom
Roland



Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

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Re: Umgang mit Halloween und Fastnacht
« Antwort #24 am: 06 Oktober 2007, 22:34:32 »
Was ist Karneval?

Die Bezeichnung "Karneval" stammt vermutlich vom italienischen "carne vale", was etwa "Fleisch lebe wohl" bedeutet. Es beschreibt ein Fest vor der Fastenzeit, das hauptsächlich in katholischen Gegenden gefeiert wird. Es ist für viele Gemeindemitglieder der katholischen Kirche eine Zeit der Vorbereitung auf den Aschermittwoch als ersten Tag der Fastenzeit. "Am Aschermittwoch ist alles vorbei" singt man in einem Lied und meint damit, dass nun die Zeit des Fastens und der Buße anfängt; eine Zeit, in der sich Mitglieder aus der katholischen Kirche oder der Ostkirche selbst auferlegt haben, weniger zu essen oder z.B. kein Fleisch zu essen und keinen Alkohol zu trinken. Diese Zeit geht dann in der Regel bis Ostern. Das Fasten und die Buße geschehen auch besonders im Hinblick auf Ostern, einem Fest, das ganz besonders den Tod und die Auferstehung Christi zum Thema hat. Der Höhepunkt des Karnevals wird nach Weiberfastnacht (am Donnerstag vor Rosenmontag), mit regionalen Unterschieden, am Rosenmontag oder Faschingsdienstag erreicht. An diesen Tagen finden auch in verschiedenen Städten Umzüge mit Festwagen sowie karnevalistische Veranstaltungen statt. Dabei tragen die meisten Akteure spezielle Karnevalskostüme.

Wann der genaue Ursprung dieses Festes war, ist nicht ganz sicher nachzuweisen. Sicher scheint, dass es auf bestimmte Bräuche der katholischen Kirche zurückgeht. Die Protestanten konnten nach der Reformation mit diesem Brauch nichts anfangen und so wurde er bei den Protestanten auch nicht gepflegt.

Umstritten ist, ob die Feiern neben religiösen Bezügen auch in germanisch-heidnischen Riten, den Fruchtbarkeitskulten und der Wintervertreibung ihre Wurzeln haben.

Als die Fastenzeit noch strenger eingehalten wurde als heute, wurden die zwei oder drei Tage, die dem Aschermittwoch vorausgingen, als Fastnachtszeit oder Rosenmontag und Faschingsdienstag bezeichnet und mit Spielen, sportlichen Wettkämpfen, Tänzen und allgemeinen Feiern begangen. Der deutsche Begriff Fastnacht bedeutet "Nacht vor dem Fasten": Bei Fastnachtsfesten sollte ursprünglich die Nahrung aufgebraucht werden, die während der Fastenzeit nicht gegessen werden konnte.

Für viele hat dieses Fest weder etwas mit germanisch-heidnischen Riten noch etwas mit dem katholischen Brauch des Fastens zu tun und sie feiern dieses Fest, um einfach Spaß zu haben. Andere wiederum feiern es, um einmal so richtig über die Stränge zu schlagen – einmal etwas zu tun, was man sonst nicht darf; deshalb wahrscheinlich auch die Verkleidung.


Was sagt die Bibel?

Es ist wie mit so vielen Festen in der Christenheit, dass die Bibel dazu eigentlich überhaupt nichts Direktes sagt. Wir werden auch als Christen nirgendwo in der Heiligen Schrift aufgefordert, eine bestimmte Fastenzeit einzuhalten, oder bekommen gar die "Erlaubnis", einmal ganz ausschweifend zu leben und "einmal so richtig über die Stränge zu schlagen."

Trotzdem hat auch dieses Fest, zumindest im katholischen Teil der Christenheit, einen gewissen Stellenwert erlangt und man sieht zu Karneval die Gemeindemitglieder zum Gemeindesaal pilgern, um ausgelassen zusammen zu sein. Vom biblischen Standpunkt her ist dieses Verhalten entschieden zurückzuweisen. Nicht dass es dem Christen untersagt wäre, fröhlich zu sein oder bei einem gemeinsamen Essen in angenehmer Atmosphäre zusammen zu sein – siehe Lukas 15,wo der verlorene Sohn nach Haus kam (wobei dies natürlich lediglich ein Teil eines Gleichnisses ist!) –, aber die Bibel fordert uns doch eindringlich auf, uns nicht am Wein zu berauschen und ausschweifende Feste zu feiern (siehe Eph. 5,18: "Berauschet euch nicht mit Wein, in welchem Ausschweifung ist.").

In Epheser 5,3-4 heißt es: "Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Habsucht {O. Gier} werde nicht einmal unter euch genannt, gleichwie es Heiligen geziemt; auch Schändlichkeit und albernes Geschwätz oder Witzelei, welche sich nicht geziemen, sondern vielmehr Danksagung." Diese Bibelstelle sagt ganz deutlich, was wir von den Büttenreden und dem damit verbundenen albernen Geschwätz zu halten haben, gar nicht erst zu reden von den vielen außerehelichen intimen Kontakten während dieser Zeit; übrigens ein Wort, welches wir ruhig auch auf unseren Alltag anwenden dürfen, nicht nur in solchen Extremsituationen!
Denken wir noch an ein anderes Beispiel: Zu Weiberfastnacht wird ganz bewusst in einer zum Teil hemmungslosen Art und Weise die göttliche Schöpfungsordnung mit ihrer Rollenverteilung umgestoßen und umgeändert – eine drastische Auflehnung gegen Gott.


Wie sollen wir uns als Christen verhalten?

Eigentlich könnte man diese Frage ganz schnell beantworten und sagen: 'Da gibt es doch gar keine Frage, oder?' Solange man keine Kinder hat, wird diese Frage wohl auch tatsächlich für jeden ernsthaften Christen einfach zu beantworten sein. Aber was, wenn die Kinder aus dem Kindergarten kommen und nichts lieber wünschen, als sich zu verkleiden? Was, wenn die Kinder sich nicht mit den Versuchen der Eltern zufriedengeben, sie auf freiwilliger Basis davon fernzuhalten. Jedes Mutterherz fängt spätestens dann an zu bluten, wenn die Kinder mit großen Augen vor ihr stehen und sagen: "Bitte, Mami".

Was kann man tun? Nun, mit Sicherheit gibt es auch hier kein Patentrezept und letztendlich muss wohl jede Familie diese Angelegenheit ernsthaft ins Gebet bringen und den Herrn um Rat fragen. Denn eine Kindergartenfeier und eine normale Karnevalsveranstaltung sind wohl in keinster Weise miteinander zu vergleichen. Solange die Kinder noch sehr klein sind und sie für eine Erklärung, was denn Karneval bedeutet, noch kein Verständnis haben, muss man unseres Erachtens nicht gleich alle Register der elterlichen Autorität ziehen. Manche Kinder verkleiden sich gern und sie wissen einerseits nichts von einer Fastenzeit oder einem Papst Gregor I., der am Aschermittwoch den Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn zeichnet und dabei ein Gebet spricht, und haben andererseits auch noch keinen Begriff von den Sünden in der Erwachsenenwelt.

Es kommt aber die Zeit, wenn die Kinder größer und vernünftiger werden und sie durchaus verstehen können, warum Karneval ein Fest ist, dass niemals zur Ehre des Herrn sein kann. Und sie lernen verstehen, warum es sogar ein Fest ist, das in Gottes Augen ganz abscheulich ist. Denn zu keinem Fest im Jahr wird so viel getrunken, gespottet sowie Hurerei und Ehebruch betrieben. Und sie sind auch in der Lage zu verstehen, dass, wenn auch selbst in ihrem Alter das Verkleiden noch eine harmlose Spielerei ist, dasselbe Verkleiden bei Erwachsenen doch oft als Möglichkeit genutzt wird, unerkannt und ungesehen die schlimmsten Sünden zu begehen, die man sich vielleicht ohne Verkleidung nie geleistet hätte. Dann wird es für sie selbstverständlich sein, dass sie bei diesem Treiben nicht mehr mitmachen wollen.

Mal nebenbei: Es gab auch Personen in der Bibel, die sich verkleideten: Jakob – um sich den Segen seines Vaters zu erschleichen (1. Mo. 27); Tamar – um verkleidet als Prostituierte ihren Schwiegervater zu verführen (1. Mo. 38); Saul – um unerkannt zu einer okkultistischen Sitzung zu gehen (1. Sam. 28). Alle diese Personen verkleiden sich eigentlich um zu sündigen. Sie benutzen dazu eine "andere Identität". Handeln wir manchmal ebenso? Oder hätten wir den Wunsch, vielleicht einmal so zu handeln? Gibt es bei uns Situationen, in denen wir unsere Identität wechseln wollen, um uns so vor den Menschen oder gar vor Gott zu verstecken, um unerkannt zu sündigen?

Aber zurück zu unseren Kindern: Oft hat sich auch bewährt, in solchen Situationen, in denen die Kinder das Gefühl haben, auf etwas verzichten zu müssen, ihnen eine Alternative zu bieten. Wenn eine Karnevalsfeier im Kindergarten oder in der Schule ansteht, an der die Kinder nicht teilnehmen müssen, dann könnte man zum Beispiel mit ihnen schwimmen oder bei schönem Wetter in den Zoo gehen. Wenn sich die Kinder einmal gerne verkleiden möchten, kann man auch zu einem anderen Tag im Jahr einmal einige Kinder einladen und ihnen verschiedene Kleidungsstücke geben, damit sie sich verkleiden können. Das muss ja nicht unbedingt zu Karneval sein.

Christen sind das Salz der Erde und sollen der Fäulnis entgegenwirken, die sich überall breitmacht. Für Christen ist Karneval eine einmalige Gelegenheit, sich an diesem Treiben nicht zu beteiligen. Und wenn wir dann verspottet werden? Nun, dann sagt Gottes Wort, dass dies alles Seine Gnade ist. Denn Gott hat uns auserwählt, um den Menschen um uns her ein Zeugnis zu sein. Wenn wir uns überall anpassen und überall mitmachen, wo ist dann das Zeugnis? Der erste Petrusbrief sagt sinngemäß: "Wo ist der Ruhm, wenn wir ausharren, indem wir sündigen und bei dem gleichen Treiben mitmachen? Aber wenn wir Gutes tun und leiden und nicht mitmachen, dann heißt es, "es ist Gnade bei Gott"' (1. Pet. 2,20). Es ist Gnade, weil wir darin dem Herrn Jesus ähnlich werden und Seinen Fußspuren folgen. Er musste nicht leiden, weil Er etwas Böses getan hätte, sondern Er musste leiden und verspottet werden, weil Er ausschließlich Gutes getan hatte, sodass der Schächer am Kreuz ausrufen musste: "Dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan" (Lk. 23,41). – War Er es nicht, von dem die Schrift sagt: "Welcher keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Munde erfunden ..." (1. Pet. 2,22)? Er kam dem Sünder so nahe, dass Er unsere Sünde zu Seiner Sünde machte und doch lesen wir: "Denn ein solcher Hoherpriester geziemte uns: heilig, unschuldig, unbefleckt, abgesondert von den Sündern und höher als die Himmel geworden ..." (Heb. 7,26).

Bedenken wir, dass es gerade diese Sünden waren, die das Leiden unseres Herrn auf das Vollmaß gebracht haben. Wenn wir uns also mit diesem Fest in irgendeiner Form verbinden, beteiligen wir uns an dem Spott und an der Ausschweifung, die unserem Herrn so viel Leidensnot gebracht hat. Das wird sich wohl kein Christ wünschen!

Man halte sich einmal vor Augen: Man gesteht zu, dass in Verbindung mit dem Tod Christi (Ostern) Buße (Fastenzeit) angebracht ist. Schließlich waren es ja gerade die Sünden der Menschen, die Seinen Tod notwendig machten. Und als Vorbereitung dazu (Karneval) wird dann noch einmal das Sündigen zum Höhepunkt gebracht. Das können nur solche tun – Gottlose –, von welchen Judas in seinem Brief spricht: "... die die Gnade Gottes in Ausschweifung verkehren" (Jud. 4).

Wir dürfen dem Sünder nahekommen, aber wir dürfen uns nicht moralisch mit ihm verbinden. Wenn der Herr auf einem Fest war, dann nicht, um auf demselben Niveau wie alle anderen Gäste mit Ihnen Gemeinschaft zu haben, sondern um als das Licht der Welt wirken zu können. Fragen wir uns, ob dies wohl heute bei uns möglich ist, wenn wir zu solch einer Karnevalsveranstaltung gehen würden.


Quintessenz

Dieses Fest müssen wir aus biblischen Gründen völlig ablehnen, aber wir wollen die Menschen im Auge behalten, die überhaupt noch nichts davon geschmeckt haben, was es bedeutet, wirklich frei zu sein. Denn Karneval bedeutet nicht frei zu sein, sondern im Höchstmaß gebunden zu sein (Alkohol, Ausschweifung, Völlerei, Hurerei und Ehebruch).

Bist du schon wirklich frei?

Quelle: Soundwords
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline kenny

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Re: Umgang mit Halloween und Fastnacht
« Antwort #25 am: 28 März 2008, 21:09:17 »
Ich meide Halloween, weil es ohnehin auf einen irisch-keltischen Brauch aus dem Heidentum zurück geht.

Selbst komme ich aus einer Karnevalshochburg, der Mosel, aber ich habe nie verstanden, warum ich riesige Mengen Alkohol konsumieren "muss", um lustig zu sein. Und die Kostümierungen waren mir als Kind schon zu albern. Abgesehen sind mir die Ausschweifungen einfach zuwider.
Jesus ist der Allergrösste!