Autor Thema: Euer Tagesablauf mit Jesus/Alles zur Ehre Gottes  (Gelesen 4913 mal)

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Nicolino

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Euer Tagesablauf mit Jesus/Alles zur Ehre Gottes
« am: 17 Oktober 2007, 13:04:15 »
Hallo Ihr Lieben!

Da ich festgestellt habe, dass es hier wohl einige Christen ohne feste Gemeinde gibt (und ich selbst auch so einer bin), würde ich gerne erfahren, wie euer Tag, eure Woche, euer Leben mit Jesus ganz praktisch aussieht.

Ich selbst habe momentan wenig feste Zeiten, die ich für Gott einplanen kann, da wir eine 1,5jährige Tochter haben, die mich rund um die Uhr braucht (gerade hält sie ihren Mittagsschlaf, so dass ich etwas Zeit fürs Forum und zum Bibellesen habe). Eine Zeit mit Gott morgens fällt momentan für mich auch flach, weil ich nachts oft von Elisabeth geweckt werde und eigentlich immer müde bin. Ich bemühe mich, tagsüber immer mit Gott im Dialog zu sein, aber ich vermisse es, mal so richtig länger Zeit fürs Bibelstudium zu haben.

Wie ist das so bei euch? Habt ihr feste Zeiten, die ihr allein mit dem Herrn verbringt, ist das immer verschieden? Hört ihr euch Predigten an oder besteht eure Gemeinschaft mit Jesus hauptsächlich aus Gebet und Bibellesen? Haben eure festen Gebetszeiten einen bestimmten Ablauf (erst Dank, Anbetung, dann Fürbitte etc.) oder entscheidet ihr das spontan? Bei mir ist das zur Zeit alles wenig strukturiert, also brauche ich "Input".

Ich frage auch deshalb, weil ich bislang keine Christen kenne, die konsequent biblisch denken und leben (außer euch), deshalb interessiert mich einfach mal die praktische Seite eures Glaubenslebens.

Falls es welche gibt unter euch, die sich Predigten anhören (deutsche oder englische), könnt ihr Lehrer empfehlen, die in ihrer Lehre konsequent sind?

Wäre schön, wenn euch was zu diesen Fragen einfällt. Mich interessiert einfach, wie andere ihren Glaubensalltag gestalten, um selbst Anregungen zu bekommen, was ich ändern und verbessern kann oder wie man es überhaupt machen kann.

Ach ja, und noch eine fast schon peinliche Frage: Da ich immer nur unter Ungläubigen gelebt habe (und lebe), habe ich keine Ahnung, wie man als Christ dem Herrn für Mahlzeiten dankt. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich das auch ganz oft vergesse und es mir oft erst am Ende oder sogar NACH der MAhlzeit einfällt. Hier wäre ich euch dankbar für konkrete Gebetsformulierungen, denn - wie gesagt - , ich habe niemanden, der mir das praktisch vorlebt.

Und wo wir schon dabei sind: Wir sollen ja ALLES in unserem Leben zur Ehre Gottes tun. Wie kann ich das als daheimbleibende Mama und Hausfrau praktisch tun in meinen doch recht banalen Alltagsaufgaben? Wie ehre ich Gott beim Abwasch oder beim Kochen? Wird Er dadurch geehrt, dass ich dabei im Gespräch mit Ihm bleibe, oder wie meint es Paulus, dass wir alles zur Ehre Gottes tun sollen, egal, in welchem Stand wir uns befinden (also ob Mann, Frau, Sklave etc.)?

Viele Fragen mal wieder...

Bin gespannt auf Eure Antworten!

Liebe Grüße,
Nicole  :)

Sarah

  • Gast
Re: Euer Tagesablauf mit Jesus/Alles zur Ehre Gottes
« Antwort #1 am: 17 Oktober 2007, 13:28:02 »
Liebe Nicole,

Zitat
Wie kann ich das als daheimbleibende Mama und Hausfrau praktisch tun in meinen doch recht banalen Alltagsaufgaben? Wie ehre ich Gott beim Abwasch oder beim Kochen?

Dazu fällt mir folgender Bibelvers ein:

Wer dank opfert, der ehrt mich....(Psalm 50,23)

So banal finde ich Deine Aufgaben als "einfache Mama" gar nicht! Du kannst und bist für Deine kleine Elisabeth da, erziehst sie im Glauben zu Jesus und hast somit einen so großen Einfluss auf ein Lebewesen, welches Dir anvertraut ist und von Jesus geschenkt worden ist!

Ich persönlich danke sehr viel dem Herrn Jesus und fange schon früh morgens wenn ich wach werde als erstes an, Jesus zu danken und mache es während der Arbeit so oft es mir möglich ist. Und ich habe gemerkt, je mehr man dankt, desto mehr bekommt man zu danken. Auch habe ich vor einiger Zeit angefangen ein Dank-Tagebuch zu führen und Dinge dort festzuhalten, denn man vergisst ja so schnell wieviel Gutes der Herr uns getan hat und wie gesegnet wir doch sind.

Ich lese zur Zeit einzig in der Bibel und merke, wieviel mehr mir das bringt, als die vielen Bücher, die ich bereits gelesen habe.

Im Grunde versuche ich, immer mit Jesus verbunden zu sein - während des ganzen Tages, soweit es mir möglich ist. Ich lese in der Frühstücks- und Mittagspause im Büro die Bibel oder gehe spazieren und bete dann bzw. sage Jesus was mich bedrückt oder danke ihm und rede einfach mit ihm.

Jesus hat mir so eine Liebe zu seinem Wort - der Bibel geschenkt, das ist der Hammer und ich liebe sein Wort so sehr.

Ich glaube auch und bin sicher, dass wir Jesus durch all unser Tun, so banal es auch sein mag, ehren. Er ist ja überall dabei und wenn wir nun den Abwasch ordentlich gemacht haben und alles sauber ist, so haben wir auch dies zu SEINER Ehre getan und er freut sich darüber. Genauso ist es mit allen Dingen.

Lieben Gruß von Sarah

Elishua

  • Gast
Re: Euer Tagesablauf mit Jesus/Alles zur Ehre Gottes
« Antwort #2 am: 17 Oktober 2007, 14:07:35 »
Hallo Nicole,

was ist Beten? Ich nenne es Reden! Einfach mit IHM reden, reden und nochmals reden!

Ich stehe früh mit auf und bedanke mich, daß ER die ganze Nacht bei mir war!Ich frühstücke, esse mit IHM! Frage IHN, was möchtest du, das ich heute für uns beide zum Essen mache oder Einkaufe usw!

Ich frage IHN, was möchtest du, was wir heute erledigen. Was steht an!

Ich rede immer mit IHM, seis es im Herzen, oder ganz normal, andere würden meinen, ich halte Selbstgespräche. ER ist ja da, auch wenn wir IHN noch nicht sehen.

Ich beziehe IHN überall in mein Leben mit ein! Ich  mache kein Ritual, wie es viele tun! Wie es kommt.

Ich bedanke mich fürs kleinste, auch für die Schmerzen dich ich habe. Ich danke ihm, daß er mich aus dem Berufsleben genommen hat um für IHN da zu sein. Ich danke ihm, für alles ob gutes oder schlechtes!

Ich rede mit IHM ganz normal. Schütte IHN mein Herz aus. Bete IHN an. Habe immer Gemeinschaft mit IHM. Sage oft auch mal ab, wenn jemand kommen möchte,  oder wenn ER es mir zu verstehen gibt um mit IHM Gemeinschaft zu haben. Schalte das Telefon aus und bitte IHN tagtäglich um Weisheit, Erkenntnis und Verständnis für seine wundervolle Schöpfung zu verstehen!

IHN zu loben und zu preisen für alle Zeit, zu jeder Zeit!

Nicolino

  • Gast
Re: Euer Tagesablauf mit Jesus/Alles zur Ehre Gottes
« Antwort #3 am: 17 Oktober 2007, 20:40:47 »
Danke euch beiden für eure Antwort!

Ich bin erleichtert, dass ich mein Leben mit Jesus in ganz ähnlicher Weise führe, auch ohne "Ritual" einfach ständig mit Ihm im Gespräch bin (an guten Tagen) und versuche, Ihn mit in meinen Alltag einzubeziehen, d.h. mir Seine Gegenwart bewusst zu  machen. Das ist etwas, was ich noch viel mehr üben muss, denn es passiert immer wieder, dass mir dieses Bewusstsein Seiner Nähe entgleitet, wenn ich mit irgendwas beschäftigt bin. Ich versuche auch, alles was mir passiert, aus Seiner Hand zu nehmen und dafür zu danken. Wenn mir Schlechtes passiert und ich es nicht verstehen kann, versuche ich auch zu danken, denn Gott führt ja auch das. Ich halte mir dann immer Röm 8, 28 vor Augen: "Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind." Im Nachhinein kann ich das heute auch schon vielfach erkennen in meinem Leben, wie Gott die Fäden im Hintergrund gezogen hat. Vieles ist mir natürlich immer noch ein Rätsel, aber eines Tages werde ich das wohl auch verstehen. Oft gelingt mir der Dank für negative Sachen erst im Nachhinein und noch nicht, wenn ich IN der Situation stecke. Das muss man wohl auch erst lernen, so wie Du, Elishua, direkt auch für Schmerzen zu danken.

Die Erziehung meiner Tochter wird bestimmt nicht leicht werden, da ich die einzige Gläubige hier im Haus bin (meine Eltern und mein Mann glauben nicht). Da bleibt mir auch nur, mich Gottes Führung anzuvertrauen und zu hoffen, dass ich dennoch einen guten Samen in Elisabeth pflanzen kann bzw. dass Jesus das selbst irgendwie führt. Er hat es bei mir auch geschafft und ich war weit weit entfernt von einem gläubigen Umfeld. In meinem Leben ist es echt unfassbar, wie er schon in den ersten Lebenswochen eingegriffen hat. Aber das ist eine andere Geschichte...

Ganz andere Frage noch, da ihr ja auch Frauen seid: Wie handhabt ihr das mit der Kopfbedeckung?

Liebe Grüße,
Nicole

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Euer Tagesablauf mit Jesus/Alles zur Ehre Gottes
« Antwort #4 am: 17 Oktober 2007, 23:27:36 »
Also ich gehe zu Zeit in eine Gemeinde - aber auch sonst würde sich nicht viel ändern.

Also ich kann morgens eigentlich kaum vernünftig beten, da ich viel zu müde bin - ich will ja schon richtig beten und nicht im Halbschlaf etwas daherplappern. Auch nicht Bibel lesen. Wenn ich im Zug wach werde, dann lese ich da. Aber nur wenn ich will und es mich packt. Aus Zwang den Ritus der "stillen Zeit" zu halten ist nicht gut. Wenn es Leute morgens können, dann seien sie gesegnet.

Beten dann eher Abends im Bett waagrecht. Die Zeit sollte man nicht zu spät legen. Sonst ist man ja wieder müde. Und dann mit Jesus im Gebet einschlafen.
Des Tags bete ich auch in Gedanken, bzw spreche mt IHM über die verrückten Gottlosen oder seine schöne Schöpfung etc. Was eigentlich wichtig ist. Also so eine Art Berater. Nehme aber nie vorgefertige Gebet - bis auf das Vater Unser. Ist immer spontan und ohne viel Struktur - aber oft kommt das Lob schon zu kurz. Aber je näher man zu Jesus kommt, umso mehr Lob hat man irgendwie und kann ihn dann nur noch bewundernd anbeten.

Vor dem Essen danke ich eigentlich nie. Wenn es gut ist, dann danke ich während des Essens. Ist aber wohl auch nicht das Ideal. Danke aber auch so für den ganzen Luxus.

[quode]könnt ihr Lehrer empfehlen, die in ihrer Lehre konsequent sind? [/quode]
Außer Jesus eigentlich keinen uneingeschränkt. Ich könnte da nie sicher sein, daß x oder y doch nicht wieder irgendein Unsinn verzapft. Ich versuche das Beste zu behalten - wo es ggf nötig ist. Bevor man die Bibel nicht wirklich gut kennt, sollte man am besten gar keine anderen Bücher lesen. So nach dem Motto: "Bücher - ab 18 Jahren (seit der Wiedergeburt)"

Gerade am Anfang bekommt man sonst diese oder jene falsche Lehre eingepflanzt und komtm dann davon umso schwerer wieder los. Man muß ja auch nicht alles in der Bibel verstehen. Die Bibel legt sich auch selbst aus.

Nützlich finde ich auch christliche Lieder, diese kann man dann im Herzen mitführen über den Tag.

Zitat
Ganz andere Frage noch, da ihr ja auch Frauen seid: Wie handhabt ihr das mit der Kopfbedeckung?
Ich denke, daß 1 Kor 11 sich eher auf das Beten der Frau in einer Gemeinde bezieht. In Vers 16 und 17 wird hier ja der Bezug gelegt.

Liebe Grüße
Michael





Nicolino

  • Gast
Re: Euer Tagesablauf mit Jesus/Alles zur Ehre Gottes
« Antwort #5 am: 18 Oktober 2007, 13:01:51 »
Hallo Michael!

Ist echt lustig, denn ich dachte, im Gegensatz zu euch allen sei ich irgendwie hinterher in meinem geistlichen Alltag. Nun bin ich erleichtert, dass sogar DU es so handhabst wie ich und meine eigenen Erfahrungen bestätigt hast.

Genau wie Du hab ich morgens versucht, die sogenannte "Stille Zeit" zu machen. Bin extra früher aufgestanden, konnte mich null auf die Bibel konzentrieren und hatte Gott nichts zu sagen, weil ich einfach nur müde war (bin eher ein Abend- und Nachtmensch). In meinem Kurs, über den wir so viel gesprochen hatten, wurde auch täglich gefragt, ob man denn eine "personal time" mit Gott hatte. Dazu konnte ich immer nur sagen, dass ich den ganzen Tag "personal time" habe, denn Jesus ist ja bei mir und ich spreche mit ihm innerlich.
Genau wie Du habe ich meine Hauptgebetszeit abends vor dem Schlafengehen "im Bett waagrecht"  ;), weil ich oft lange zum Einschlafen brauche und diese Zeit dann dafür nutze. Und sogar die Anbetung handhabe ich spontan, auch ganz oft in Bezug auf Seine schöne Schöpfung. Auch Dein Statement über das nicht vorhandene planmäßige Tischgebet beruhigt mich ungemein.

Es war halt so, dass ich mittags, wenn ich Bibel gelesen habe, oft mal an euch denken musste und mich immer gefragt habe, wie ihr euer Leben mit Jesus führt und wie eure Gebetszeiten aussehen, und ich dachte immer, dass das total besser sein muss als bei mir.

Du gehst in eine Gemeinde? Hast Du eine richtig gute gefunden? Da werd' ich richtig neidisch... Naja, wenn Elisabeth etwas älter ist, werde ich auch wieder mehr Zeit für meine Suche haben. Momentan kann ich das Haus sowieso fast nie für längere Zeit verlassen.

Danke für Deine Stellungnahme!

Liebe Grüße,
Nicole

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Euer Tagesablauf mit Jesus/Alles zur Ehre Gottes
« Antwort #6 am: 18 Oktober 2007, 13:51:30 »
Hi Nicole,

naja - kann schon sein, daß ich ein wenig hinterher bin. Lieber ehrlich als Heuchelei. Viele ziehen ihre "Stille Zeit" durch und meinen dann, Gott könnte sie nun wieder besser leiden. Im Grund ist so was oft nur Dienst am Fleisch. Wenn es nicht aus Liebe passiert, ist es umsonst.

Zitat
Hast Du eine richtig gute gefunden?
Gut wäre schon eine gute Auszeichnung. In dem Fall, daß es kein "sehr gut" mehr gibt. Sagen wir befriedigend. Es ist eine mennonitische Gemeinde.
Bei den Mennoniten ist die Bandbreite des Abfalls aber auch recht groß und viele mennonitische Gemeinden unterscheiden sich oft nicht von den Staatskirchen. Diese ist aber schon anders und nicht so gesetzlos wie viele. Die Frauen sind ordentlich gekleidet. So gut wie alle lesen aus der Schlachter 2000 Übersetzung. Die Musik ist geistlich. (Begleitung nur per Klavier und vorwiegend nicht geschlagener Gitarre) Gebet wird eigentlich auch ordentlich.
Ich denke eh, daß die Täuferbewegung dem Ideal der biblischen Gemeinde schon immer näher war als das reformatorische Chaos inkl. den darbystischen Brüdergemeinden. Aber letzten Endes kommt es immer auf die einzelne Gemeinde selbst an.

Und bei Dir gibt es auch die "üblichen Gemeinden" ?

Liebe Grüße
Michael

Dagmar

  • Gast
Re: Euer Tagesablauf mit Jesus/Alles zur Ehre Gottes
« Antwort #7 am: 18 Oktober 2007, 14:59:09 »

Hallo Ihr Lieben!

Freu mich, dass ihr hier so ehrlich seid.

Ich denke auch dass jedes tote Ritual nutzlos ist. Es sei ein striktes Stille Zeit einhalten oder vor dem Essen beten. Zwar bin ich das Tischgebet von Kind auf gewohnt, aber wenn man dann so am Tisch über alles Mögliche redete, war es schon manchmal peinlich wenn jemand plötzlich  fragte: „ Haben wir eigentlich schon gebetet?“ Oder Eltern die Kinder anschreien, weil sie nicht „ordentlich beten“ ist auch schon peinlich. Habe ich auch mehrmals miterlebt.

Trotzdem ist es wohl gut, wenn man sich bewusst Zeit nimmt für die stille Zeit und auch bewusst für alles dankt, auch für das Essen. Aber nicht so, dass man, wenn es mal nicht so nach Plan geklappt hat, ein schlechtes Gewissen haben muss. Jedenfalls mache ich das  so. Ich will ja mit Jesus sprechen, den ganzen Tag. Mein erster Gedanke am Morgen beim Aufwachen und der letzte vor dem Einschlafen. Das ist wirklich schön. Ich weiß, ich bin nie allein.

Die bewusste Gebetzeit, also wenn  ich mir bewusst Zeit dafür nehme und nicht gleichzeitig etwas anderes tue, mache ich aber lieber nicht im Bett liegend,  weil ich dann meistens einschlafe.

Freut mich auch, dass ihr die Kopfbedeckung ansprecht. Habe das nie kapiert. Wohl weil es mir nie so richtige vorgemacht wurde. Einerseits kenne ich Gemeinden, in denen man diese Bibelstellen Überhaupt nicht zu kennen scheint, andererseits habe ich Gemeinden erlebt wo man aus der Kopfbedeckung ein albernes Getue und „Gesetz“ machte.

Danke Michael, mir geht ein Licht auf. Habe auch nie kapiert wie das zusammenpassen soll. Frauen dürfen zwar nicht in der Gemeinde beten, aber andererseits sollen sie sich beim Beten bedecken. Es hat echt keinen Sinn gemacht, warum sie sich bedecken sollen, wenn sie doch nicht beten dürfen. Aber ganz verstehe ich das denke ich immer noch nicht, habe wohl schon zu viel verwirrendes Zeug darüber gelesen.

LG von Dagmar

Nicolino

  • Gast
Re: Euer Tagesablauf mit Jesus/Alles zur Ehre Gottes
« Antwort #8 am: 18 Oktober 2007, 19:30:52 »
Hallo Dagmar, hallo Michael!

Ja, ich finde Ehrlichkeit auch viel besser als Heuchelei. Was hätte Jesus davon, wenn ich mich morgens zwinge, 10 Minuten (was ja auch schon eine extrem kurze Zeit ist) im Halbschlaf irgendwas runterzurasseln oder zu lesen, ohne dass ich aufnahmefähig bin? Ich denke, viele absolvieren halt morgens ihre 10 Minuten und meinen dann, damit ihren Dienst abgeleistet zu haben. Es steht nirgends in der Bibel, dass man speziell morgens eine "stille Zeit" haben soll. Natürlich zog Jesus sich oft zum Gespräch mit dem Vater zurück, und bei Seinem Tagesablauf war das wohl auch morgens, aber es ist ja kein Gesetz, WANN man das nun machen soll. Es muss von Herzen kommen und man sollte mit dem Verstand dabei sein, was bei mir morgens einfach nicht gewährleistet wäre. Dafür habe ich tagsüber oder gerade abends (wenn Töchterlein im Bett ist) wesentlich MEHR Zeit und Konzentration, so dass auch wirklich was "hängenbleibt". Ich finde es toll, wenn viele es schaffen, morgens richtig gute, wache Zeit mit Jesus zu verbringen. Ich kanns halt nicht. Gerade auch deshalb nicht, weil ich schon mein Leben lang Schlafstörungen habe und jetzt noch dazu ein Kind, was mich nachts mehrfach weckt.

Anders als Du, Dagmar, bin ich Beten bei Tisch überhaupt nicht gewohnt, habe es noch nie erlebt (außer auf christlichen Freizeiten, wo dann aber meistens gesungen wurde), und wüsste deshalb nicht mal, wie ich es angehen soll. Dennoch danke ich Jesus natürlich so oft es geht für mein gutes, gesichertes Leben, für die Nahrung, für meine Familie, halt für ALLES. Ich hoffe, dass ich irgendwann soweit bin, auch VOR dem Essen Ihm regelmäßig zu danken. Ist dann auch was, was ich später gemeinsam mit meiner Tochter üben kann, wenn sie eben älter ist.

Kopfbedeckung ist für mich auch immer noch schwer zu verstehen. Es geht um Versammlungen, ja, aber Versammlungen sind ja auch Hauskreise. Früher kam die Gemeinde ja eher in sehr kleinen Gruppen zusammen. Wie ist das also in einem Hauskreis? Lautes Beten vor anderen war noch nie mein Ding, so dass ich einfach nur innerlich mitbete (in Versammlungen) und mich daher auch nicht bedecke. Zu Hause, allein im Gebet, wenn ich laut bete (was ich nicht sooo oft tue, sondern meistens eher innerlich), war ich manchmal unsicher, ob ich da nun eine Kopfbedeckung brauche oder nicht. Ich fliehe aus dieser Ungewissheit, indem ich meistens nicht laut bete, um da nichts falsch zu machen. Vielleicht weiß ja noch jemand was Näheres? Es gibt wirklich ZU viele Meinungen dazu.

@Michael: Ja, bei mir gibts die "üblichen" Gemeinden. Ein paar FEGs (in einer hab ich mich taufen lassen), die aber auch ein gutes Stück weit weg von mir liegen. Ich wohne ziemlcih auf dem platten Land.  ;) Dann mehrere e.V.-Gemeinden, die allerdings leicht charismatisch angehaucht sind. In eine bin ich eine ganze Weile gegangen, als ich gerade auf meiner Glaubenssuche war, zwar dachte, ich sei bekehrt, aber noch keine Ahnung von biblischer Bekehrung hatte (sondern eben nur mal nebenbei ein Übergabegebet gesprochen habe, das keinerlei Konsequenzen auf mein Leben hatte). Was ich da immer so nervig fand, ist, dass sich ALLE GD-Teilnehmer jeden Sonntag erstmal eine halbe Stunde Kinderprogramm angucken mussten, Kinderliedchen mitsingen und dazu lustige Grimassen schneiden... Danach gehen die Kinder in ihre Gruppen, irgendwann kommt eine recht kurze Predigt und dann eine ewig lange "Anbetungszeit", wo gesungen, geklatscht und getanzt wird. Ich fühlte mich bei dem Brimborium immer sehr unwohl (konnte noch nie so aus mir rausgehen und schon gar nicht auf Kommando), obwohl die Hauskreise dieser Gemeinde für mich erbaulich und hilfreich waren. Naja, und dann gibts halt noch mehrere ev. Stadtmissionen (das ist irgendwas mit Crischona...), eine Baptisten-Gemeinde (auch eher charismatisch), Landeskirche natürlich (mit Willow-Creek und Alpha-Kurs)... Dann natürlich noch die Sekten (ZJ, Neu-Apostolische usw.). Jo, also bislang war alles nix. Am besten passte noch die FEG, aber nun hab ich ja erst auf dieser Website gelesen, wie tief auch die in der Ökumene stecken. Die FEGs sind außerdem so groß, dass man komplett untergeht. Es gibt viel Programm drumherum mit allerdings ganz guten Predigten, die ich mir dann eben aus dem Internet runterlade. Hauskreise in meiner Altersklasse gibts auch nichts in meiner Nähe, es sei denn wieder spezielle "Junge Erwachsene"-Sachen, wo ich mich als Ehefrau und Mutter nicht mehr ganz zugehörig fühle. In allen Gemeinden, wo ich bisher war, wird festgehalten an der Unverlierbarkeit des Heils. Das ist wirklich ein unantastbares Dogma in unserer Gegend.
Was genau sind denn mennonitische Gemeinden? Gibt es die überall? (sorry, wenn das eine dumme Frage ist, aber alle Richtungen kenn' ich noch nicht anscheinend  :() Musst aber nicht antworten, ich werd' nachher mal googeln.
Ach ja, Du erwähntest noch die benutzten Bibeln: Das ist in den meisten Fällen, wenn nicht sogar ausschließlich, immer die "Hoffnung für alle". Die hatte ich in meiner ersten Glaubenszeit, aber irgendwann reicht die ja bei weitem nicht mehr und man ärgert sich, dass man ständig am Seitenende gucken muss, was nun die "eigentliche" Bedeutung des Textes ist. Warum kann man die nicht gleich reinschreiben? Egal, mit Bibeln bin ich jetzt gut eingedeckt.  ;) - Deine Gemeinde klingt aber ganz gut, nach dem, was du erzählst. Sowas hab ich in meiner Gegend noch nicht gefunden. Ich geb' die Hoffnung noch nicht auf, auch wenn ich wenig optimistisch bin.

Liebe Grüße,
Nicole