Autor Thema: Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?  (Gelesen 24840 mal)

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Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?
« am: 31 März 2007, 16:13:09 »
aus FUNDAMENTUM 1/88 zu beziehen unter: http://www.sthbasel.ch/verlag.cfm
(Der Text wurde eingescannt, Fehler können vorhanden sein - inbesonders bei der Darstellung der griechischen Wörter)

Kann ein Kind Gottes das Heil wieder verlieren?

Prof. Dr. Erich Mauerhofer
(Biographische Angaben finden sich am Ende des Artikels)


Problemstellung

Es gibt - namentlich im Neuen Testament - Bibelstellen über den Heilsstand des Wiedergeborenen, die sich bei oberflächlicher Betrachtung zu widersprechen scheinen. Ich greife zwei davon exemplarisch heraus; weiter
unten in diesem Artikel werde ich andere wichtige Stellen anführen:

Joh 10,27.28: «Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.»

Joh 15,2.6: «Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; (6:) Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie müssen brennen.»

Das scheinbare Problem läßt sich nur lösen, wenn man die Spannung zwischen Ermutigung und Trost einerseits und Ermahnung andererseits genau beachtet. Um zu einem sorgfältigen Abwägen zwischen Verheißung und Ermahnung bzw. dem Ruf zu erneuter Umkehr (Buße) zu gelangen, wollen wir die nötigen Grundlagenfragen kurz beleuchten:

I. Von der Heilsgewißheit zur Vollendung

Grundsätzliche Feststellung: Unter Heilsgewißheit verstehen wir die Gewißheit des Heilsbesitzes: Vgl. zum Beispiel:

- Röm 5,1: «Da wir nun gerecht geworden sind durch (aus) dem Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.»

- Röm 8,16: «Der Geist selbst bezeugt (mit) unserm Geist, daß wir Kinder Gottes sind.»

- u. a. m. (Vor allem Worte, wo das «Sein» und «Haben» betont wird, z. B. Eph 1,7.)

1. Die Grundlage zum Heil bildet Gottes Heilshandeln

- in Jesus Christus: Gal 4, 4.5: «Als die Zeit erfüllt war...»
- in Jesu stellvertretendem Opfer: Röm 5,8; 1 Petr 2,24; 3,18; Hebr 10,10.14
- in Jesu Auferstehung und Erhöhung: 1. Petr 1, 3.4ff.; Hebr 7,25 (Fürsprecherdienst)
- dieses Heilshandeln legt Zeugnis ab von der Liebe Gottes und vom Gehorsam Jesu Christi: Joh 3,16; Hebr 5,8.9

Die Heilsgewißheit der Gläubigen beruht auf dem göttlichen Heilsplan zu unserer Errettung (Eph 1, 3ff.) und auf der durch Jesus vollbrachten Versöhnung (Röm 5,10; 2. Kor 5,19), sowie auf dem, was wir durch den Glauben an Jesus geworden sind (Röm 8,1; 2. Kor 5,17).

2. Berufung und Erwählung

Mt 22,14: «Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.» Aus der Perspektive des Gleichnisses von der königlichen Hochzeit wird das Ergebnis der anderen Erwählungsstellen vorwegnehmend - deutlich, daß die
Berufung und Erwählung von Seiten Gottes durch den Menschen (in Umkehr/Buße/Bekehrung) angenommen werden muß. Wer die Berufung Gottes nicht annimmt, der gehört nicht zu den Auserwählten, und es wird ihm ergehen wie dem Mann, der ohne Hochzeitskleid vor dem König nicht bestehen kann (V. 12.13). Trotz seiner Berufung zum Himmelreich geht er verloren. Zwei der wichtigsten Erwählungsstellen finden sich in Eph 1, 3ff.
und Röm 8, 28-30. Die Erwählung läßt sich aufgrund dieser Stellen und Parallelen in folgende Bereiche aufgliedern:

                                                            Eph. 1     Römer 8     andere
Der göttliche Vorsatz und                    V. 3-4      V. 28 b       1. Petr. 1,20
Heilswille und "Heilsplan" vor
Grundlegung der Welt

Das Vorherwissen (praescientia)         --------      V. 29a       Psalm 139,16
und Vorher-Erkennen Gottes

Die Vorherbestimmung                         V. 5.11     V.29b.30   -----------------
(praedestinatio)

Die Selbstoffenbarung Gottes               V. 7          V. 32        Gal 4, 4.5;
in Jesus Christus «in der Fülle                                               Joh. 14,9
der Zeiten» und der
Heilsvollzug

Die Mitteilung des göttlichen                 V. 9                           1. Tim. 2,4;
Willens                                                                                   1. Thess. 4,3;
                                                                                               u. a. m.


Zusammengefaßt wird die Erwählung in Eph 1,11 ff.:

Eph 1,11: «In welchem wir auch zu Erben bestimmt wurden, nachdem wir
vorherbestimmt waren nach dem Ratschluß seines Willens.»

1 Dieser Vortrag wurde zusammengestellt unter dankbarer Verwendung der Dogmatik-Abschlußarbeit von Herrn Joachim Kuge zum Thema:
«Heilssicherheit oder Heilssorge / Kann ein Christ verloren gehen?», FETA Basel 1986.

3. Gottes Souveränität und die Frage der Prädestination2

a) Kurzer dogmengeschichtlicher Hinweis
Von Augustin zu Calvin3 und zu seinen Nachfolgern:
Erwählung Gottes = Erwählung einiger zum Heil. Erwählung der anderen
zur Verdammnis = doppelte Prädestinationslehre.
Diese gedankliche Konstruktion wird in keiner Weise durch die Bibel gestützt.

b) Der biblische Standpunkt
Gottes Einladung, seine Erwählung, sein Heilswille und seine Heilstat gelten grundsätzlich allen Menschen:
1. Tim 2, 4; 2. Petr 3, 9; Rom 5,18; 1. Joh 2, 2; 2. Kor 5,19; Joh 3,16; Tit 2,11.

Aus diesem Grunde gilt die verkündigte Heilsbotschaft allen Menschen ausnahmslos, wie der Missionsbefehl des Herrn deutlich macht: Mt 28,18ff.; Mk 16,15.16.
Mit Hinweis auf Mt 25, 34.41 ist die doppelte Prädestinationslehre gänzlich unhaltbar; aber auch die einfache Prädestination wird uns nirgends als Heils-Determinismus4 beschrieben.

4. Der Heils-Ratschluß oder die «Dekrete»5 Gottes

Gottes Heilshandeln lag fest und stand bereit, bevor die Menschen erschaffen wurden («vor Grundlegung der Welt»: Eph 1, 4 und 1. Petr 1, 20). In diesen Zusammenhang gehören die Stellen, die von der Vorhersehung Gottes sprechen: 1. Petr 1, 2; Offb 13, 8; 17, 8; 20,15; 21,17. Offb 13,8 darf niemals verwechselt werden mit einem ewigen Heils-Determinismus4 für einige Auserwählte, sondern steht im Zusammenhang mit dem Vorherwissen des allwissenden Gottes (vgl. Ps 139,16 und 1 Petr 2,9.10).
Die Fragen der Prädestination2 können mit unserem kurzen Verstand nie richtig erfaßt und eingeordnet werden; wenn wir nicht die vielen Stellen über den allen Menschen geltenden Heilswillen Gottes hätten, würden wir aus dem Unvermögen, die göttliche Prädestination und des Menschen persönliche Entscheidungsfreiheit auf einen Nenner zu bringen, - genauso wie Calvin - dem Irrtum der doppelten Prädestination verfallen. Aber ein
Vergleich sämtlicher Erwählungsstellen mit den Stellen, die zur Bekehrung aufrufen, zeigt uns, daß Gottes Vorherbestimmung sich nicht unabhängig von der Entscheidung des Menschen vollzieht. Vgl. z. B. Offb 13, 8
mit Offb 3, 5. Für unser begrenztes, menschliches Verständnis ist deshalb die Tatsache des «Vorher-Wissens» oder des «Vorher-Sehens» = Vorsehung Gottes besser zu fassen.

5. Die vorlaufende Gnade

Da die Verlorenheit des Menschen abgrundtief ist (vgl. Eph 2,1.5; 2mal «tot in Übertretungen»), kommt uns die suchende Liebe Gottes entgegen (vgl. das
2 Prädestination = Vorherbestimmung zum Heil.
3 Vgl. Institutio III, 21, 5.
4 Heils-Determinismus = Heilszwang.
5 Dekret Gottes = göttliche Verfügung, Verordnung.
Gleichnis vom verlorenen Schaf und vom verlorenen Groschen, Lk 15,1 -10); vgl. z. B. Apg 16,14 von Lydia in Philippi: «Dieser tat der Herr das Herz auf, daß sie achthaben konnte auf das, was von Paulus gesprochen
wurde.» Vgl. ferner die sehr wichtige Stelle in Joh 6,44.65. Diese vorlaufende Gnade wurde schon von Augustin erkannt. Der vorlaufenden Gnade folgt die «voluntas subsequens» (der nachfolgende Wille) des Menschen. Auf das Gleichnis des verlorenen Sohnes übertragen würde das heißen: Die vorlaufende Gnade geht dem Verlorenen nach und führt ihn zur Selbsterkenntnis. Hätte der zum Schweinehirten degradierte und versklavte
Sohn sich diesem «Gnadenzug» verschlossen, dann hätte nie eine innere Einkehr, Umkehr und Heimkehr stattgefunden (vgl. Lk 15,18ff.).

6. Die Gnadenwahl

In den Zusammenhang der Erwählung zum ewigen Leben gehört der Hinweis auf die Gnadenwahl. Niemand und nichts hätte Gott zwingen können, uns -von Natur - verlorene Menschen zu retten. Sein Erlösungsplan und der Heilsvollzug in Kreuz und Auferstehung Jesu verbinden sich zum größten Liebesangebot; dieses ist freiwilliges, unfaßbar großes Geschenk: Es ist Gnade.
- Vgl. die Gnadenwahl Israels: Dtn 7, 7.8a
- Vgl. die Gnadenwahl im Neuen Testament durch Christus für Juden und Heiden: Eph 2, 8.9 u. a. m.

7. Erwählung und persönliche Verantwortung des Menschen

a) Erwählung und Berufung (identisch):
2. Petr 1,10: «Darum, liebe Brüder, befleißiget euch, eure Berufung und Erwählung festzumachen. Denn wenn ihr dies tut, werdet ihr nicht straucheln.» Vgl. ferner: Offb 17,14b; Lk 6,13 u. a.
b) Berufung als Aktualisierung des göttlichen Ratschlusses:
2. Tim 1,9: «Er hat uns gerettet und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem Ratschluß und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt.» Vgl.
ferner: Hebr 3,1; 2. Thess 2,14
c) Berufene (Gerufene) nehmen den Ruf (die Einladung) Gottes an und sind Erwählte:
Mt 22,14: «Denn viele sind Berufene, wenige aber sind Auserwählte.» Der Theologe Donald Guthrie6 sagt mit Recht, daß die Erwählten diejenigen sind, die die Einladung auch wirklich annehmen bzw. angenommen haben.
d) Gott verfügt nicht über den Menschen; er handelt aber auch nicht ohne den Menschen:
1. Kor 15,10: «Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und seine Gnade ist nicht vergeblich gewesen an mir.»
Vgl. ferner Röm 1, 6.7
- Vorsehung Gottes und des Menschen Verantwortung: vgl. z. B. Apg 27, 24.31
6 D. Guthrie, in: NT-Theologie, ivp, Leicester GB 1981.
- Berufung Gottes und der Wille des Menschen: Mt 22, 3 «... sie wollten nicht kommen». Mt 23, 37 «... ihr habt
nicht gewollt». Joh 5, 40 «aber ihr wollt nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben hättet». Joh 1,12 «Wie viele
ihn aber aufnahmen, denen gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden, denen die an seinen Namen glauben.»
e) Erwählte sind Gläubige:
1. Thess 1, 4ff.; Tit 1,1; Röm 8, 33; u. a. m.
f) Die Gläubigen werden erst nach der Annahme des Heils als Auserwählte bezeichnet:
1. Thess 1, 4.5 «Liebe Brüder, von Gott geliebt, wir wissen, daß ihr erwählt seid; (5:) denn unsere Predigt des
Evangeliums kam zu euch ...». Vgl. V. 6-10
g) Das Ziel der Erwählung ist die Umgestaltung ins Bild Jesu Christi: Röm 8, 29. Achtung: Erwählung ist eine ganz entscheidende Etappe zum ewigen Ziel; aber die Erwählung ist nicht schon die Vollendung!
h) Erwählung und Nachfolge:
Die Erwählten (1. Thess 1, 4) brauchen noch dringend die gegenseitige Ermahnung (1. Thess 5,9.11), die lehrmäßige Festigung (2. Thess 2,13.15), wachstümliche Heiligung (1. Thess 4, 3.7; 5, 23), ein würdiges
Verhalten (Eph 4,1-6; Kol 3,12-14) und das Festmachen der Erwählung (2. Petr 1, 9-11). Noch ist das Ziel nicht erreicht (Phil 3,13.14). Der Glaubenskampf ist mit der Hilfe des Herrn zu bestehen (2. Tim 2,10; 1. Petr 5, 8.9; 1. Kor 9, 24-27).
8. Gott bewahrt die Gläubigen
- Das Ziel wird uns bewahrt: 1. Petr 1, 4; 2. Tim 1,12
- Gott bewahrt uns selber: 2. Thess 3, 3; 1. Petr 1, 5; Joh 10, 28; Phil 4, 7; Jud24; Offb3,10
- Gott stärkt die Gläubigen: 2. Thess 2,16.17; 3, 3; 1. Petr 5,10; Kol 1,11; Hebr 13, 21
- Gott reinigt und heiligt uns: Joh 15, 2; 1. Joh 1, 7; Joh 17,17; Eph 5, 26.27; 1. Thess 5, 23
- Jesu bewahrender Gebets- und Fürsprecherdienst: Joh 17,11.15; Röm 8, 34; 1. Joh 2,1; Hebr 7, 25
- Der Herr läßt die Gläubigen nicht allein (Joh 14,16-18). Er bewahrt, stärkt, reinigt und führt ans Ziel.

9. Die Vollendung

a) Zusicherung der Vollendung
- Durch den Glauben an Jesus sind wir Kinder und Erben Gottes: Röm 8,17; Gal 4, 7; Tit 3, 7; Jak 2, 5
- Den Wiedergeborenen ist der Heilige Geist als «Angeld» (Pfand) geschenkt: Eph 1,14; 2. Kor 1,22; 5, 5
b) Gottes vollendendes Handeln Gottes Treue: 2. Thess 2,13-17
- Gottes Treue in der Versuchung: 1. Kor 10,13; 2. Thess 3, 3
- Gottes Treue in der Vergebung: 1. Joh 1, 7b.9; 2,1.2
- Gottes Treue in der Bewahrung bis ans Ende: 1. Kor 1, 8.9; 1. Thess 5, 23 Von Gottes Seite her ist das
sichere Geführtwerden bis zum Ziel garantiert: Hebr 10,14; 12,2; Phil 1,6
c) Aber nicht ohne Hinweis auf die persönliche Verantwortung!
Allerdings tritt oft gerade im Zusammenhang mit Vollendungsverheißungen ein deutlicher Hinweis auf die
persönliche Verantwortung des Gläubigen zutage:
                               
Gottes Zusage und Treue:              persönliche Verantwortung:
Phil. 1,6                                                         Phil. 1,27
Phil. 2,13                                                       Phil. 2,12
1. Kor. 1,8.9                                                  1. Kor. 1,10a und alle Ermah-
                                                                      nungen im 1. Korinthterbrief
Hebr. 12,2                                                     Hebr. 12,1-17
Eph. 1 - 3                                                      Eph. 4 - 6


10. Stellen, die scheinbar von der Unverlierbarkeit des ewigen Lebens sprechen
- Röm 8, 30: Nach D. Guthrie7 ist diese Stelle an Menschen gerichtet, die Jesus angenommen haben. Paulus spricht hier nicht darüber, was mit denen geschieht, die den göttlichen Erlösungsplan ablehnen. Grayston sagt
zu dieser Stelle: «Die Antwort auf die Frage, ob wir das Ziel erreichen oder nicht, ist nicht prädeterminiert.»8
- Röm 11, 29: «Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.» Dieses Wort spricht ganz eindeutig über Gottes Plan mit dem Volk Israel und nicht über die Heilsordnung für den Christen.
- Joh 6, 37.39: «Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. (39:) Das ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von allem, was er
mir gegeben hat, sondern, daß ich's auferwecke am Jüngsten Tage.» Die große Verheißung spricht von der Treue des Herrn, die sicher zum Ziel (zur Vollendung) führt, wenn sie nicht durch menschliche Auflehnung
durchkreuzt wird!
- Stellen wie Eph 2, 5-10; Röm 6,1ff.; 8,1ff.; 1. Kor 6,11 und viele andere mehr reden vom Heilsstand des
Gläubigen in der Wiedergeburt und nicht von der Vollendung.
- Joh 14,16: «Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster (Beistand) geben, daß er bei
euch sei in Ewigkeit.» Das überwältigend Neue im Neuen Bund - seit Pfingsten - ist die Tatsache, daß der Heilige Geist im Gläubigen bleibt, wohnt und zwar für immer (so auch Jesus und sogar der Vater: Joh 14, 23;
Rom 8,10.11; Kol 1, 27; u. a. m.).
- Vgl. Röm 7, 4 mit Gal 5, 4
7 D. Guthrie, a.a.O., S. 623.
8 A.a.O., S. 623, Fn. 138.
- Joh 10, 28: Niemand - von dritter Seite - vermag uns aus Jesu Hand zu reißen! Wie wunderbar ist doch die bewahrende Macht des Herrn.
- Röm 8,38.39: Zusammenfassung der göttlichen Bewahrungsverheißungen, die bis zur Vollendung reichen;
aber auch in diesem Text ist in V. 37 das persönliche Engagement (Überwinder-Sein) angesprochen.
- Joh 5, 24: Hier ist vom Endgericht und nicht vom Preisrichterthron (2. Kor 5,10; 1.Kor3,11 ff.) die Rede.

Die Heilige Schrift zeigt folgenden Befund:
Es gibt Heilsgewißheit, Heilsfreude, Gottesverheißungen und seine Allmacht, den Gläubigen bis zur Vollendung zu führen; aber es gibt nirgends eine einseitige, automatische oder selbstverständliche Heilssicherheit, die
unabhängig vom Tun und Lassen des Gläubigen (vgl. persönliche Reinigung: 2. Kor 7,1 u. a.) sicher und unabänderlich zum Ziel führt. Das Heil des Gläubigen ist allein in der Gnade Gottes begriffen, schaltet aber die
Persönlichkeit des Menschen nie aus, wie der Wechsel von Heilsindikativ9 (z. B. Röm 6,1 ff. u. a. m.) und Heilsimperativ10 (Röm 6,11ff. u. a. m.) deutlich macht. Keine der genannten Stellen bestätigt die Lehre von der
Unverlierbarkeit des Heils.

II. Kurzer Hinweis auf die Ermahnung im Neuen Testament

Auf die ermahnenden Teile der neutestamentlichen Briefe ist bereits weiter oben hingewiesen worden und zwar im Zusammenhang mit der persönlichen Verantwortung des Gläubigen.

1. Die Tatsache der Ermahnung11
Die Ermahnungen an die Gläubigen bilden ein ganz wesentliches Element des neutestamentlichen
Gemeindebaus.
- Apg 11, 23: «Als dieser (Barnabas/V. 22) dort hingekommen war (nach Antiochien/V. 22) und die Gnade
Gottes sah, wurde er froh und ermahnte sie alle, mit festem Herzen an dem Herrn zu bleiben.»
- Vgl. ferner Apg 13, 43; 14, 22; Röm 12,1ff. Eph 4,1ff.; Kol 3,1ff.; u. a. m. (vgl. Konkordanz)
- Der ganze Hebräerbrief wird vom unbekannten Verfasser als «Wort der Ermahnung» bezeichnet, Hebr 13, 22.

2. Der Inhalt der Ermahnung
- Bleiben im Herrn: in Joh 15, 4-10 steht das Verb «bleiben» 11mal; vgl. ferner 1. Joh 3, 24. Besonders:
«bleiben» am Wort (Joh 8, 31; 2. Tim 3,14-17) und «bleiben» im Glauben und in der Gnade (Apg 13, 43; 14,
22; Kol 1, 23).
9 Indikativ = Wirklichkeitsform (eines Zeitwortes), mit der das tatsächlich Gegebene beschrieben wird; hier: das Gegebene, Geschenkte.
10 Imperativ = Befehlsform (eines Zeitwortes), die eine Forderung ausdrückt; hier: Forderung.
11 Der Stellenbefund im Neuen Testament nach der Computer-Konkordanz: Das häufigste Wort für «ermahnen» ist parakaleö; dieses Wort
erscheint 109mal im Neuen Testament. Das Substantiv «Ermahnung» (paraklösis) hat 29 Stellen. Das Wort «zurechtweisen» (noutheteö)
findet sich 8mal und das dazugehörige Substantiv (vou8eoia nouthesia) 3mal, wobei die Skala mit weniger gebräuchlichen Worten noch
vergrößert werden könnte; vgl. z. B. epanorthösis = Zurechtweisung in 2. Tim 3,16.
- Trennen, sich absondern und fliehen: 2. Kor 6,14-17; Hebr 12,1; 1. Kor 6,18; 2. Tim 2, 22.
- Nicht mehr lieben (die Welt): 1. Joh 2,15-17.
- Bewahren (das Wort Gottes): Offb 2, 25; 3,10; Lk 11, 28.
- Sich hüten (vor Irrlehre und Verführung): 2. Petr 3,17.
- Einhalten (die Gebote Gottes): Joh 15,10; 14, 21 u. a. m.
- Festhalten; vgl. ferner: wachen - sich umgürten - beachten - stärken - vergeben - sich reinigen - handeln -
kämpfen (vgl. Konkordanz).

Die Ermahnungen rufen dazu auf, das gewaltige Geschenk des neuen Lebens in Christus in der Praxis des
Alltags zur Anwendung zu bringen. Die stete Wachsamkeit der Gläubigen soll vertieft werden im Blick auf den
wiederkommenden Herrn (2. Tim 4, 8; Hebr 9, 28).
3. Grund für die vielen Ermahnungen
- Verschiedene Gefahren: Liebe zur Welt (1. Joh 2,15-17; Jak 4, 4), Sünde (Röm 8,13), Irrlehre (2. Joh 7),
Verfolgung (1. Thess 3, 3-5), eigene Müdigkeit und Trägheit (Hebr 12,12).
- Die Heiligkeit und das Gericht Gottes: Gal 6, 7-9 (dieses Wort ist an Gläubige gerichtet!)
- Gericht Gottes bei Fruchtlosigkeit (Joh 15, 2), bei Lauheit (Offb 3,14ff.), bei Rückfall in Sünde (Gal 5,16-21;
1. Kor 3,17) und bei Liebe zur Welt (Jak 4,4).
4. Der Herr will unseren Gehorsam12
1. Petr 1,14-18: «Als gehorsame Kinder gebt euch nicht den Begierden hin, denen ihr früher in der Zeit der
Unwissenheit dientet, (15:) sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem
ganzen Wandel. (16:) Denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.» Ungehorsam,
unbereinigte Sünde und ein erneutes Verharren in der Sünde sowie innere Verhärtung sind Schritte, die zur Apostasie13 führen.

Zusammenfassung

Der Christ steht in ständiger Gefahr. Die bewahrende Macht Gottes ist groß genug, um den Gläubigen zu bewahren. Deshalb wird er aufgefordert und ermahnt, bei und in Jesus und in ständiger Lebensbereinigung zu
stehen. An mindestens zwei Stellen wird der Christ persönlich aufgefordert, sich selbst zu reinigen (2. Kor 7,1 und 1. Joh 3, 3). Es wäre verkehrt, den Akzent allein auf die vom Herrn geforderte Selbstreinigung zu legen;
aber ebenso verkehrt ist die Einstellung, Wachstum, Umgestaltung und Nachfolge des Gläubigen seien die alleinige Aufgabe des Heiligen Geistes, die dieser ganz und ohne menschliches Dazutun beim Gläubigen
vollziehe.
Wohlverstanden: Es ist keine Frage, ob wir etwas zum Heil (zu unserer Erlösung) hinzutun könnten oder müßten. Dies ist gänzlich unmöglich! Hingegen zeigt uns das Neue Testament deutlich, daß bei Stellen, die das
Bleiben in Jesus, die Heiligung, das Wachstum und die Nachfolge des Wiedergeborenen betreffen, ein Zweifaches zu beachten ist:
- Heiligung (Wachstum) ist Geschenk des Herrn und wird durch den Heiligen Geist an uns und in uns vollzogen;
- aber ebenso wird Heiligung voll und ganz in den Verantwortungsbereich des Menschen gestellt14.
12 «Gehorsam» und «gehorchen»: 36mal im Neuen Testament.
13 Apostasie = der Abfall von Gott.
Gerade ein sorgfältiges Beachten dieser biblischen «Spannung» zwischen Geschenk und Verantwortung oder zwischen Indikativ9 und Imperativ10 zeigt, daß die Personalität des Gläubigen auch nach der Wiedergeburt von
Gott her voll gewahrt bleibt. Gott kann im Gläubigen nur soweit voranschreiten, wie dieser ihm sein Einverständnis dazu gibt. Wo das Wirken des Heiligen Geistes abgeblockt wird, kommt der Christ in die Lauheit und erneut in den geistlichen Tod hinein (vgl. Offb 3,1.14ff.). Wer einseitig das Wirken Gottes am Gläubigen auf Kosten der persönlichen Verantwortung betont, kann die biblische Tiefendimension der Ermahnung nicht richtig erfassen. Am Beispiel von Joh 15,4 wäre die Befehlsform «Bleibet in mir» nichts anderes als eine rhetorische
Aufforderung, da es ja ganz undenkbar wäre, daß das organisch mit dem Weinstock verwachsene Rebschoß je einmal wieder vom Weinstock abgetrennt werden könnte, aber genau das, was die Lehrmeinung der Unverlierbarkeit des Heils irrtümlicherweise für ausgeschlossen hält, zeigt der Herr als erschütternde Möglichkeit auf. Die Verse 2 und 6 lassen keinen Zweifel darüber offen, daß Wiedergeborene unter bestimmten Umständen wieder abfallen und verlorengehen können. Vgl. genauso Röm 11,17-24, wobei gerade die Römerstelle deutlich macht, daß offenbar auch für «Abgefallene» bis zu einem gewissen Grad eine Rückkehr offen steht. Diese Tatsache (Aufruf zur erneuten Umkehr) ist auch in den Sendschreiben (Offb 2 und 3) ersichtlich; aber die Heilige Schrift zeigt, daß irgendwo eine Grenze liegt, und daß, wer diese Grenze überschritten hat, nicht mehr zurückkehrt, sondern verloren ist.

Ende Teil 1
« Letzte Änderung: 31 März 2007, 16:46:23 von admin »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

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Re: Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?
« Antwort #1 am: 31 März 2007, 16:42:25 »
III. Die Apostasie13

1. Warnung vor dem Abfall

- Offb 2, 5: «So denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und kehre um (tue Buße) und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte -
wenn du nicht umkehrst (Buße tust).»
- Vgl. ebenso Offb 3, 2.3.19.20.

2. Gott will niemals unseren Abfall

- Hebr 3,12-14: «Sehet zu, liebe Brüder, daß keiner unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe, das abfällt (ajposthnai apostenai) von dem lebendigen Gott; (13:) sondern ermahnt euch selbst alle Tage, solange es
'heute' heißt, daß nicht jemand verstockt werde durch den Betrug der Sünde. (14:)

14 Vgl. das Stellenverzeichnis in meiner Dissertation «Der Kampf zwischen Fleisch und Geist», CH-3714 Frutigen: Trachsel-Verlag 1980, S.
107-116.

Denn wir sind Teilhaber Christi geworden, wenn anders wir die Zusage vom Anfang bis zum Ende festhalten.»
- Vgl. ferner: Hebr 12, 25; 1. Kor 10,1-14; 1. Petr 4,12-19; 2. Petr 2, 20ff.

3. Gott braucht Erziehungswege («Züchtigung»), um die Gläubigen vor dem Abfall zu bewahren

- Hebr 12,1-17: «Darum auch wir, weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasset uns laufen mit Geduld in dem
Kampf, der uns verordnet ist (2:) und aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, welcher, da er wohl hätte können Freude haben, erduldete das Kreuz und achtete der Schande nicht und hat sich gesetzt zur Rechten des Thrones Gottes. (3:) Gedenket an den, der ein solches Widersprechen von den Sündern wider sich erduldet hat, auf daß ihr nicht matt werdet und nicht in eurem Mut ablasset. (4:) Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf wider die Sünde (5:) und habt bereits vergessen des Trostes, der zu euch redet als zu seinen Kindern (Spr 3,11.12): «Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und
verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst. (6:) Denn welchen der Herr liebhat, den züchtigt er, und er straft einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt.» (7:) Gott erzieht euch, wenn ihr dulden müßt! Als seinen
Kindern begegnet euch Gott; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? (8:) Seid ihr aber ohne Züchtigung, welche sie alle erfahren haben, so seid ihr Ausgestoßene und nicht Kinder. (9:) Und so wir unsere
leiblichen Väter haben zu Züchtigern gehabt und sie gescheut, sollten wir dann nicht viel mehr Untertan sein dem Vater der Geister, auf daß wir leben? (10:) Denn jene haben uns gezüchtigt wenige Tage, wie es ihnen gut dünkte, dieser aber zu unserm Besten, auf daß wir an seiner Heiligkeit Teil erlangen. (11:) Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; aber hernach wird sie geben eine
friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind. (12:) Darum richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Knie (13:) und tut gewisse Tritte mit euren Füßen, daß nicht jemand strauchle wie ein
Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. (14:) Jaget dem Frieden nach gegen jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird, (15:) und sehet darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade versäume;
daß nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und die Gemeinde dadurch befleckt werde; (16:) daß nicht jemand sei ein Abtrünniger oder Gottloser wie Esau, der um der einen Speise willen
seine Erstgeburt verkaufte. (17:) Ihr wisset ja, daß er hernach, da er den Segen ererben wollte, verworfen ward; denn er fand keinen Raum zur Buße, wiewohl er sie mit Tränen suchte.»

4. Vorstufen der Apostasie13

- Mißachtung der Lehre: Hebr 2,1 «Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.»
- Verhärtung des Herzens: Hebr 3,13 (vgl. oben).
Professor E. Hoffmann schrieb zur «Verstockung» in seiner HebräerbriefAuslegung in Fundamentum 4/81, Seite
19: «Das Herz verhärten bedeutet, es durch dauerndes Widerstreben gegen Gottes Anspruch und Zuspruch so unempfindlich machen, daß es gegenüber seinem Wirken ganz abgestumpft ist.»

5. Gottes Langmut

Über die Verführerin Isebel in der Gemeinde Thyatira sagt der Herr: «Ich habe ihr Zeit gegeben, Buße zu tun, und sie will sich nicht bekehren von ihrer Hurerei.» (Offb 2, 21). Der erste Satzteil: «Ich habe ihr Zeit
gegeben» erinnert an Röm 2,4, wo geschrieben steht: «Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte und seiner Geduld und seiner Langmut? Weißt du nicht, daß dich Gottes Güte zur Umkehr (Buße) leitet?» Aus diesem kurzen Hinweis ist ersichtlich, daß sich der endgültige, irreversible15 Abfall von Gott im Leben des lauen Christen nicht von einem Moment auf den anderen vollzieht. Er geht, ohne Reue und Umkehr und bei stetig fortschreitender Verhärtung des Herzens, Stufe um Stufe tiefer in die Sünde hinein und innerlich immer weiter weg von Gott. In dieser tragischen Phase des Abgleitens («backsliding») stellt der Herr dem nicht mehr
klar im Glauben Stehenden «Barrieren» seiner rückrufenden Liebe in den Weg. Die Umkehr:Rufe in den Sendschreiben (Offb 2, 5; 3, 2.3.18-20) sowie die siebenfache «Über-winder»-Verheißung als Ansporn (2,
7.11.17.26-28; 3, 5.12.21) sind solche Liebesrufe des langmütigen Gottes.
Die «Warnschilder» Gottes in den Ermahnungs-Abschnitten zeigen, daß der Herr sein mit dem Blut Jesu teuer erkauftes Eigentum (1. Kor 6, 20) nicht billig losläßt. Gerade die Stellen, die vom Ringen der Apostel für das
Festbleiben der Gemeindeglieder Zeugnis ablegen, zeigen etwas vom tiefen Ernst dieser Situation; vgl. z. B. 2. Kor 11,1-4 (.13-15). Fehltritte im Glaubensleben sind nicht schon Apostasie (vgl. Gal 6,1; u. a. m.); aber ein
bewußtes Verharren in der Sünde führt zu dem schrecklichen Ergebnis, das uns die Heilige Schrift ohne Beschönigung und ohne es zu verschweigen aufzeigt.

6. Der irreversible15 Schritt in den endgültigen Abfall

Hier sehe ich vor allem 3-4 Stellen16 (ohne Parallelen gerechnet) im Neuen Testament, die die tragische Grenzüberschreitung zur Apostasie13 bezeugen: a) 1. Joh 5,16.17 im Zusammenhang mit Mt 12,31.32
(Parallelen) 1. Joh 5,16.17: «Wenn jemand seinen Bruder sündigen (präs.pt. = durativ) sieht, eine Sünde nicht zum Tode, so wird er für ihn bitten (so bitte er für ihn; Futur im Sinne eines Imperativs), und er wird ihm
(das) Leben geben, denen die sündigen, (aber) nicht zum Tode; es gibt eine Sünde zum Tode, bezüglich jener sage ich nicht, daß er bitte. (17:) Jede Ungerechtigkeit ist Sünde, und es gibt Sünde nicht zum Tode.»
Mt 12, 31.32b: «Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung des Geistes (gegen den Geist) wird nicht vergeben werden ... (32b:) weder in diesem Zeitalter,
noch im kommenden.»
15 Irreversibel = unwiderruflich.
16 Stellen wie Judas 22.23 und Gal 5, 4 rechne ich nicht zu der Apostasie, da dort Hinweise zu einer Umkehr oder Errettung aufgezeigt sind.

Ich fasse hier nur kurz die wichtigsten Punkte zusammen:
- Ein Christ (ein Bruder) kann die «Sünde zum Tode» begehen; vgl. Textzusammenhang.
- Der Inhalt dieser Sünde wird nicht beschrieben; aber der Tatbestand muß so gravierend sein, daß die
Mitbrüder den Unterschied zwischen einer «Sünde nicht zum Tode» und der «Sünde zum Tode» ohne Mühe
erkennen.
- Die «Sünde zum Tode» ist unvergebbar. Jede Fürbitte für diesen Menschen wird verwehrt.
- Mit dem «Tod» kann unmöglich nur der physische Tod gemeint sein.
- Als deutliche Parallele zu 1. Joh 5,16.17 ist das Wort Jesu zu erwähnen von der «Lästerung gegen den Heiligen Geist» (Mt 12, 31.32; Mk 3, 29; Lk 12,10), welche in Ewigkeit nie vergeben werden kann. E. Gaugier sagt beim Vergleich von Mt 12, 31.32 mit unserer Stelle17: «In der Abwehr Jesu handelt es sich um die Lästerung der israelitischen Führer, die wider besseres Wissen Jesu Kampf wider die dämonische Welt, die er durch den göttlichen Geist bekämpft, auf dämonische Mächte selbst zurückführt ... Hier aber ist offensichtlich an Brüder gedacht, die sich noch als solche ausgeben, aber eine Sünde begehen, die eindeutig zum Verlust des im Glauben empfangenen Lebens führen, zur Abschnürung vom Heil führen muß. Es ist also an die noch
unheimlichere Verführermacht solcher Brüder gedacht, die nicht aus Schwäche, nicht aus Angst vor Verfolgung, sondern in vermessener Verleugnung des Glaubens an den gekommenen Christus die Gemeinde selbst in Gefahr bringen. Ganz scharf können wir diese antichristoi nicht mehr identifizieren. Aber daß es um diesen Entscheidungskampf geht, beweist auch der letzte Vers unseres Briefes, der geradezu vor den eidola (Götzen) warnt, was wohl in diesen Zusammenhang gehört.»

b) Hebr 6, 4-8
Hebr 6, 4-6: «Denn es ist unmöglich, diejenigen, die einmal erleuchtet worden sind und die himmmlische Gabe geschmeckt haben und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind (5:) und das gute Wort Gottes und Kräfte des zukünftigen Zeitalters geschmeckt haben (6:) und (doch) abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da
sie für sich den Sohn Gottes wieder kreuzigen und dem Spott aussetzen.» Zu Vers 4: Die hier Beschriebenen sind Christen:
- Sie waren erleuchtet (Hebr 10, 32; 2. Kor 4, 6)
- Sie haben die himmlische Gabe geschmeckt (Joh 4,10; 6, 33; Eph 5, 2; 2. Kor 9,15)
- Sie waren des Heiligen Geistes teilhaftig geworden (Röm 8, 9; Eph 1,13f.; 2. Kor 1, 21.22; Apg 2, 38 [Hebr
3,14])
Diese drei Aussagen und die zwei weiteren von Vers 5 wären im Blick auf einen Mitläufer oder Namenschristen absolut undenkbar.
17 E. Gaugier, Auslegung des 1. Joh.-Briefes, EVZ Zürich 1964, S. 272f.
Zu Vers 6: Eine Erneuerung aus diesem Abfall ist unmöglich (V. 4a), «da sie für sich den Sohn Gottes wieder kreuzigen und dem Spott preisgeben»(6b). Das heißt, daß hier eine Pervertierung18 des Allerheiligsten stattgefunden hat. Hier werden Jesus und sein Opfer in den Kot getreten. Merkmale der Apostaten sind: Spott und Lästerung gegen Jesus. Wer hier angelangt ist, kann und will nicht mehr umkehren. c) Hebr 10,26-31
Hebr 10, 26-31 «Denn so wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir hinfort kein anderes Opfer mehr für die Sünden, (27:) sondern es bleibt nichts als ein schreckliches Warten auf das Gericht und das gierige Feuer, das die Widersacher verzehren wird. (28:) Wenn jemand das Gesetz Mose bricht, der muß sterben ohne Barmherzigkeit auf zwei oder drei Zeugen hin. (29:) Wieviel ärgere Strafe, meinet ihr, wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Bundes unrein achtet, durch welches er doch geheiligt wurde, und den Geist der Gnade schmäht? (30:) Denn wir kennen den, der gesagt hat (5. Mose 32, 35.36): 'Die Rache ist mein, ich will vergelten', und abermals: 'Der Herr wird sein Volk richten.' (31:) Schrecklich ist's, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.» Der Beschriebene ist ein Christ:
- Er hat nach Vers 26 die Erkenntnis der Wahrheit erlangt (vgl. Tit 1,1; 1. Tim 4, 3; 2. Joh 1). Dieser Besitz der Erkenntnis der Wahrheit gehört nur den Wiedergeborenen.
- Er wurde geheiligt durch das Blut des Bundes (Vers 29) (Vgl. Hebr 9,14.15; 10,10; 1. Petr 1, 2). Reinigung und Heiligung durchs Blut Jesu sind deutliche Kennzeichen eines Wiedergeborenen.
- Er war im Besitz des Geistes der Gnade (Vers 29) (vgl. 2. Tim 1, 7; Röm 8, 9; 2. Kor 1, 22). Auch wenn aus Vers 29 nicht ganz eindeutig vom persönlichen Besitz des Geistes der Gnade die Rede ist, legt dies doch der Textzusammenhang nahe. Wer diese Schlußfolgerung nicht nach vollziehen kann, sei auf die beiden eindeutigen Zeugnisse weiter oben (Besitz der Erkenntnis der Wahrheit und Heiligung durch das Blut Jesu) verwiesen.
Die Kennzeichen des Abfalles nach Hebr 10, 26-31 sind:
- Der Sohn Gottes wird mit Füßen getreten (Vers 29), d.h. daß Jesus verachtet und verraten wird. Unwillkürlich
steht hier das Bild eines Judas Ischarioth vor uns: Vgl. Joh 13,18 (Ps 41,10) und in diesem Zusammenhang die
äußerst wichtige Stelle in Mt 26, 24, die uns zeigt, daß Judas vor Gott voll verantwortlich ist.
- Das Blut des Bundes wird für gemein (unrein) geachtet (Vers 29). Hier handelt es sich um eine entwertende
Verachtung und Schmähung des teuren Blutes Christi. Dieser höchstbezahlte Loskaufpreis (vgl. Eph 1,7; 1. Petr
1,18.19; 1. Kor 6,20a) wird profaniert19 und die erlösende Kraft des Blutes Jesu (Eph 1,7) verleugnet.
- Der Geist der Gnade (der Heilige Geist) wird geschmäht (Vers 29). Hier sind wir bei der Lästerung des
Heiligen Geistes von Mt 12, 31.32! (Vgl. oben).
18 Pervertierung = Verkehrung ins Abnormale.
19 Profanieren = profan (= unheilig) machen, entweihen, entwürdigen.
- Das mutwillige Sündigen (Vers 26). Das mutwillige Sündigen ist nicht zu verwechseln mit einer besonders
gefährdeten «Schwachstelle» beim Gläubigen, wo der Feind leider schon oft den Wiedergeborenen zu Fall gebracht hat (Gedankensünden, Lieblosigkeit, Zorn usw.). Wenn der Gestrauchelte seine Sünde sofort bereut und bekennt und sich erneut und immer wieder reinigen läßt durch das Blut Jesu (nach 1. Joh 1, 7b), wird ihm Vergebung und mit der Hilfe des Herrn der Sieg zuteil. Viele Schwache und über ihre Fehltritte Leidtragende
meinten schon, sie hätten «mutwillig» gesündigt, und ihnen werde jetzt keine Vergebung mehr zuteil; aber gerade ihre Reue über die begangenen Sünden ist das deutliche Kennzeichen, daß keine mutwillige Sünde im
Sinne von Hebr 10, 26 vorliegt. Das mutwillige und vorsätzliche Sündigen geschieht provokativ20 im Sinne von Röm 1, 32: «Sie wissen, daß die solches tun, nach Gottes Recht den Tod verdienen; aber sie tun es nicht allein, sondern sie haben auch Gefallen an denen, die es tun.»
Wir haben oben gesagt, daß das Verharren in der Sünde und die Verstockung des Herzens Stationen seien auf dem Weg zum endgültigen Abfall. Deshalb soll in unserer Verkündigung immer wieder deutlich gewarnt werden vor dieser leichtfertigen Haltung. Wer sich nach Eph 5,14 nicht aufwecken läßt aus seinem Sündenschlaf, der verfällt dem ewigen Tod.
- Eine Umkehr ist unmöglich. Wer auf die in Hebr 10, 26-31 beschriebene Weise ein Abgefallener und Spötter geworden ist, auf den wartet nach den Versen 27 und 31 nur noch das unausweichliche Gericht: Hebr 10, 31
«Schrecklich ist's, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.»

Schlußwort

Die Heilige Schrift zeigt den ganzen Ernst der Tatsache, daß ein wiedergeborener Christ verlorengehen kann:
- nicht wegen der Unvollkommenheit des Erlösungswerkes Jesu Christi;
- nicht wegen mangelnder Liebe Gottes;
- nicht weil Gottes bewahrende Macht schwächer wäre als Satans Verführungsmacht;
- auch nicht wegen persönlicher Schwachheiten (1. Kor 10,13 und Hebr 4,14-16).
Ein Christ geht nur dann verloren,
- wenn er in der Sünde und in einem «fleischlichen» Christsein verharrt (Röm 8, 5ff.);
- wenn er sich verstockt und das Mahnen des Heiligen Geistes zum Schweigen bringt (Eph 4, 30; u. a. m.);
- wenn Jesus wieder aus dem Herzen weichen muß (Offb 3,20);
- wenn er die heimsuchende Liebe Gottes verachtet und zum Spötter und Verführer wird, so daß er die unvergebbare Sünde der Lästerung wider den Heiligen Geist begeht.

20 Provokativ - herausfordernd.

Die Schärfe der Aussagen über den Abfall läßt sich nicht leugnen; aber das ist nicht Hauptgegenstand der biblischen Ermahnungslehren, deshalb wollen wir nicht mit dem Hinweis auf die mögliche Apostasie13 schließen,
sondern unseren Blick auf Jesus richten und die liebevolle Ermahnung des Hebräerbriefschreibers annehmen, die er im Auftrag Gottes weitergibt und die auch uns heute gilt:
«Darum auch wir, weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen alles, was uns beschwert und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasset uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns
verordnet ist, (2:) und aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, welcher, da er wohl hätte können Freude haben, erduldete das Kreuz und achtete der Schande nicht und hat sich gesetzt zur Rechten des
Thrones Gottes. (3:) Gedenket an den, derein solches Widersprechen von den Sündern wider sich erduldet hat, auf daß ihr nicht matt werdet und nicht in eurem Mut ablasset.» (Hebr 12,1 -3)

Der Autor:
Erich Mauerhofer - geboren 1942 in Neuenegg BE - war nach Erwerb des Bernischen Lehrerdiploms (1961) im Schuldienst tätig. Nach dem Eintritt in eine Missionsbibelschule (1964) erfolgte die Berufung zum vollzeitlichen
Predigtdienst in einer freikirchlichen Gemeinschaft. Studienaufenthalt in London (1966/67). 1967 Mitbegründung der Vereinigung Freier Missionsgemeinden (VFMG) mit Gemeindebau im In- und Ausland;
Mitarbeit in der Leitung, im Ver-kündigungs- und Seelsorgedienst.
Dem Theologiestudium an der FETA (1971-75) folgte das Doktoralstudium an der Theologischen Hochschule Kampen/NL (1975-77); 1977 Doctoran-dus-Abschluß. An der Theologischen Hochschule Kampen promovierte E.
Mauerhofer dann bei Prof. Dr. H.N. Ridderbos mit einer Dissertation zum Thema «Der Kampf zwischen Fleisch und Geist bei Paulus - Ein Beitrag zur Klärung der Frage nach der Stellung des Gläubigen zur Sünde im
paulini-schen Heiligungs- und Vollkommenheitsverständnis» zum Dr. theol. (1980). Dr. Mauerhofer ist seit 1980 an der FETA als Dozent für Neues Testament tätig, seit 1983 auch im Fach Dogmatik. 1984 wurde ihm der
Professorentitel verliehen.

Quelle:Apostasia.de (pdf-Download)
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ted

  • Gast
Re: Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?
« Antwort #2 am: 01 April 2007, 03:02:05 »
Was soll ich da noch sagen? Da kann ich nicht mithalten. Die Aussagen eines Professors der Theologie im Fachbereich Dogmatik mit Doktorarbeit zum Thema "Der Kampf zwischen Fleisch und Geist bei Paulus...".

Roland, hab's mir sehr genau durchgelesen, nachgedacht und gebetet.

Auch wenn's lächerlich klingt, ich kann das so "theoretisch abgehandelt" nicht annehmen. Es gibt dort auch einige Dinge, die meiner grundtextlichen Bibelkenntnis nach zumindest als "recht wackelig" ansehe.

Doch darauf will ich jetzt nicht eingehen, will nicht wieder so viel Text schreiben.

Ich hab keine Doktorarbeit über "Kampf zwischen Fleisch und Geist" geschrieben. Aber ich ERLEBE das täglich. Seit vielen Jahren. Und war der Kampf anfänglich meines Lebens mit Jesus noch nicht so, er wurde immer schlimmer, bis hin zu unerträglich.

Ich rede nicht als studierter Theologe, sondern einfach als ein Mensch, der das NT ernsthaft "studiert" hat und im täglichen Leben ernsthaft erlebt.

Daher auch meine knallharte Überzeugung, dass ich vor Gott mit nichts bestehen kann als alleine duch die Tatsache, dass ich IN JESUS geborgen bin. Punkt. Und wirklich geborgen fühlen kann ich mich nur, wenn ich weiss, dass das auch für immer so bleibt.
Oh, diese fadenscheinige Unterscheidung zwischen dem biblisch belegbaren Begriff Heilsgewissheit ("ich bin mit meines Heils GEWISS", "ich bin mir aber gewiss, dass...") und dem von Menschen zusätzlich  eingeführten Begriff "Heilssicherheit"!

Wie kann ich Heilsgewissheit haben, wenn ich mir nicht sicher sein kann, dass mir das Heil auch für immer bleibt. Das ist doch Unsinn. Dann müsste man ehrlicherweise sagen, es gibt einfach keine Heilsgewissheit. Man müsste dann sagen, "wer Jesus hat, der hat das Leben, solange bis..."

Für mich ist das ganze Thema der Verlierbarkeit des Heils keine "theologische", "theoretische" Angelegenheit, für mich ist das, ebenso knallhart, substantiell.

Ich war so froh, damals, als ich erfuhr, dass Gott mich liebt, annimmt trotz meiner vielen Sünden. Als Sein Kind! Damals war mein Leben in Ordnung. Moment, ich war zwar "von neuem geboren", aber menschlich gesehen keinen Deut besser. Dann, nach einigen Jahren in der EvLK wurde so ziemlich alles was ich persönlich erfahren hatte relativiert. Kichliche Lehren, Traditionen kollidierten mit meinen Erkenntnissen aus der Bibel. Naja, hab ich schon an anderer Stelle hier im Forum ausgeführt. Worauf ich jetzt abziele ist, dass das ganze soweit ging, dass letztlich sogar meine "Gewissheit des Heils" in Frage gestellt wurde (evLK, jetzt auch hier).

Anfangs war ich wie ein kleines Kind.
Wahrlich, wahrlich ich sage Euch: wenn ihr das Reich Gottes nicht annehmt wie ein Kind, werdet ihr nicht hineinkommen.
Später wurde ich mehr und mehr "erwachsen", da war dann Schluss mit lustig.

Was soll ich mit "Heilsgewissheit" anfangen, wenn es keine "Heilssicherheit" gibt. Dann ist meine jetzige "Heilsgewissheit" nichts. Wenn etwas kommen kann, das mich so herunter (oder herauf) ziehen kann, dass ich meinem Herrn Jesus absage, dann kann ich mich schon jetzt nicht mehr freuen. Dann kann ich nur Angst haben (Furcht ist nicht in der Liebe, wir haben nicht eine knechtischen Geist empfangen, dass wir uns abermals fürchten müssten...). Dann kann ich auch niemandem mehr von Herzen erzählen, dass er bei Jesus das ewige Leben erhält und in Sicherheit ist (siehe Psalmen: Fels, Schutz, Burg, Hort, Sicherheit,...). Ich müsste dann ehrlicherweise sagen, komm zu Jesus, dort erhältst du die Anwartschaft auf das ewige Leben, wenn nichts weiter dazwischenkommt...

Ich will aber wieder sein wie ein kleines Kind. Einfach nur ein Kind Gottes.
In Seiner Hand. Ich will fest Vertrauen auf den allerbesten Hirten Jesus Christus. Ich will, dass dieses Vertrauen nie endet. Vertrauen=Glaube. Glaube aber ist eine der Gaben des Heiligen Geistes. Ich vertraue darauf, dass mir dieses Vertrauen nie abhanden kommt. Doch ich lese: es sei möglich, dass ein echter Christ dem Herrn Jesus absagen kann. Und was jeder andere kann, dass kann ich auch.

Nun, vorhin wollte ich nicht, aber jetzt tu ich's trotzdem (nur ganz kurz), ich will auf einen Punkt des Aufsatzes von Prof. Dr. E. Mauerhofer eingehen:

Zitat
2. Der Inhalt der Ermahnung
- Bleiben im Herrn: in Joh 15, 4-10 steht das Verb «bleiben» 11mal; vgl. ferner 1. Joh 3, 24. Besonders:
«bleiben» am Wort (Joh 8, 31; 2. Tim 3,14-17) und «bleiben» im Glauben und in der Gnade (Apg 13, 43; 14,
22; Kol 1, 23).
...
...
...
11 Der Stellenbefund im Neuen Testament nach der Computer-Konkordanz: Das häufigste Wort für «ermahnen» ist parakaleö; dieses Wort
erscheint 109mal im Neuen Testament. Das Substantiv «Ermahnung» (paraklösis) hat 29 Stellen. Das Wort «zurechtweisen» (noutheteö)
findet sich 8mal und das dazugehörige Substantiv (vou8eoia nouthesia) 3mal, wobei die Skala mit weniger gebräuchlichen Worten noch
vergrößert werden könnte; vgl. z. B. epanorthösis = Zurechtweisung in 2. Tim 3,16.
- Trennen, sich absondern und fliehen: 2. Kor 6,14-17; Hebr 12,1; 1. Kor 6,18; 2. Tim 2, 22.
- Nicht mehr lieben (die Welt): 1. Joh 2,15-17.
- Bewahren (das Wort Gottes): Offb 2, 25; 3,10; Lk 11, 28.
- Sich hüten (vor Irrlehre und Verführung): 2. Petr 3,17.
- Einhalten (die Gebote Gottes): Joh 15,10; 14, 21 u. a. m.
- Festhalten; vgl. ferner: wachen - sich umgürten - beachten - stärken - vergeben - sich reinigen - handeln -
kämpfen (vgl. Konkordanz).
Zur Einleitung des Zitats: Ich habe schon so oft gebetet, dass, wenn ich mich nicht mehr halten kann, Er mich hält.

Zu Punkt 11 des Zitats: Das für im NT für "ermahnen" 8+3 Mal vorkommende Wort "nouthe..." wird hier ausführlich erläutert, während  das 109+29 Mal vorkommende Wort "Parak..." überhaupt nicht erklärt wird.
Das will ich jetzt tun: u.a. "auferbauen", "ermuntern", "herbeirufen", "unter's Kreuz rufen" und weitere Begriffe in dieser Richtung, auch "zurechtweisen" - im Sinne von "in die richtige Richtung weisen", also auf Jesus.

Ich finde das sehr aufschlussreich und sehe auch hier: die auch in der LK stark propagierte "Gemeindezucht" (dieser Begriff findet sich nirgendwo in der Bibel), die das deutschbibelmässige Wort "Ermahnen" ausschliesslich als Zurechtweisen sieht. Wie in der Welt: die von Oben sagen denen von Unten, wo's langgehen soll. Damit wären wir wieder im Thread "Weihnachten=Dienst am Bösen", wo dieses Thema angefangen hat...
Dabei werden die Worte des Paulus, der so viel Wert darauf gelegt hat, dass wir Christen uns untereinander ermuntern, erbauen, uns gegenseitig den Blick auf Jesus richten sollen, zu oft verkehrt in ein Unter-die-Nase-reiben von Dingen, die dem anderen seiner Überzeugung nach nicht passen. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die meisten Christen/"Christen" in ihrer Betonung von eigenen Verdiensten ("Gesetzlichkeit") die Pharisäer, ortho- und ultraorthodoxe Juden noch übertreffen. Nirgendwo wird die Bedeutung des Gesetzes mehr unterstrichen, als bei der Auslegung des NT. Ich muss mich dann ins NT flüchten und das Word Gottes in den Schriften des Paulus lesen, damit ich wieder Frieden finde.

Zurechtweisung ist gut, wenn man's wörtlich nimmt: "in die richtige Richtung weisen" = auf Jesus, und nicht weltlich...

Zu unserem Thema hier: ich habe auch schon ein Buch gelesen von einem Autor, der unterscheidet zwischen "Abfallen" und "das Heil verlieren"...

Ich hab so viel gelesen und bin müde. Was solls.

Ich will Menschen zu Jesus rufen mit dem klaren Evangelium der Sündenerkenntnis und Rettung durch Jesus Christus. Ich will Geschwister in dem Herrn Jesus darin bestärken, in ihrer Angefochtenheit ihren Blick fest auf den Herrn Jesus zu richten, ihr Vertrauen GANZ auf Ihn zu setzen.

Die Gnade und der Friede Gottes, des Vaters, und Seines Sohnes Jesus Christus sei mit Euch allen.


sorry, jetzt isses doch wieder ein längerer Text geworden...

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?
« Antwort #3 am: 01 April 2007, 07:50:13 »
Hallo Ted,

Röm 8, 16
Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.


Es gibt dann mit der Heilsgewissheit kein Problem, wenn der Geist Gottes es uns bezeugt. Anders herum ist es eher unverlässlich, wenn man sich bei der Heilsgewissheit auf eine unbiblische Lehre verlassen muß.

Zudem ist jeder für seine Nachfolge auch selbst verantwortlich und muß schauen, daß er am Weinstock bleibt. Bringt jemand keine gute Frucht, so wird er in das Feuer geworfen. Mt 7,19

Gruß
Michael


Offline Roland

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Re: Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?
« Antwort #4 am: 01 April 2007, 17:43:57 »
Lieber Ted,

Zitat
Wie kann ich Heilsgewissheit haben, wenn ich mir nicht sicher sein kann, dass mir das Heil auch für immer bleibt. Das ist doch Unsinn. Dann müsste man ehrlicherweise sagen, es gibt einfach keine Heilsgewissheit. Man müsste dann sagen, "wer Jesus hat, der hat das Leben, solange bis..."
Schauen wir uns doch einfach mal den Unterschied zwischen "Heilsgewissheit" und der sog. "Heilssicherheit" an:

1. Heilsgewissheit

Die Grundlage der wahren Heilsgewissheit ist GOTTES Wort. Die Heilsgewissheit steht oder fällt mit dem Glauben an die volle Inspiration der Bibel durch den HEILIGEN GEIST.

Joh 20,31  Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

1.Joh 5,13  Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wißt, daß ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.

Das Wort redet von der Heilstatsache, nämlich von JESUS CHRISTUS und Seinem Werk. Und aus dem Wort kommt die Heilsverkündigung.

Röm 10,17 So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.

Aus dem Wort kommt auch der Glaube an das Heil, also die Heilserfahrung. Die Grundlage unserer Heilsgewissheit ist folglich nur das Wort. Wahre Heilsgewissheit liegt völlig außerhalb des Menschen und ist unabhängig vom Menschen und seinem Tun.

 
1.1 Die Entstehung der Heilsgewissheit     

a) durch den Glauben   

Das Wort GOTTES kann nur durch den Glauben vom Menschen empfangen werden. Die Heilstatsache wird durch den Glauben zur Erfahrung und zur Gewissheit. Bei Johannes finden wir immer wieder den Satz: Wer glaubt, der hat.  So gründet sich auch die Heilsgewißheit auf den Glauben.

Joh 3,36a  Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben.
Cave: Es geht nicht nur um einen Kopfglauben, auch nicht um einen bloßen Bejahungsglauben (Orthodoxie), sondern um den lebendigen Glauben.

 
b) durch den HEILIGEN GEIST 

Es ist die Aufgabe des HEILIGEN GEISTES im Heilsplan Gottes, uns darzureichen, was JESUS CHRISTUS vollbracht hat.

Röm 8,14.16 Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. [...] Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind.

Dies geschieht vor allem durch das von Ihm gegebene und erleuchtete Wort wie z.B.:

Jes 43,1  Und nun spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen: Du bist mein!

Joh 5,24  Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.

Röm 8,38-39  Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.


1.2 Der Inhalt der Heilsgewissheit   

Das erfahrene Heil muß dem von Christus erworbenen Heil entsprechen. Wir unterscheiden zwischen:

der Heilserfahrung, die jetzt geschieht, und
der Heilserfahrung, die einst geschehen wird.
Jesus hat ein vollkommenes Heil erworben, das den ganzen Menschen - die ganze Schöpfung umfasst. Es gibt nur das eine Heil für jetzt und einst.

Was wir jetzt haben, können wir den Heilsbesitz des Glaubens nennen (Heilserfahrung):

Eph 2,8 Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es

Was wir einst haben werden, nennen wir den Heilsbesitz der Hoffnung (Heilsverheißung):

Röm 8,24-26  Denn wir sind zwar gerettet, doch auf Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld. Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.

Die wahre Heilsgewissheit hat das Heil, das ich jetzt und einst erfahre, zum Inhalt. Ihr Inhalt umfaßt alles, was JESUS CHRISTUS getan hat.

1.Joh 3,14  Wir wissen, daß wir aus dem Tod in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer nicht liebt, der bleibt im Tod.

Joh 5,24  Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.

1.Joh 5,10  Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat dieses Zeugnis in sich. Wer Gott nicht glaubt, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubt nicht dem Zeugnis, das Gott gegeben hat von seinem Sohn.

 
1.3 Die Wirkung der Heilsgewißheit   

Die Wirkung der Heilsgewißheit ist ein frohes, erlöstes Glaubensleben. Ein Mensch ohne Heilsgewissheit ist entmutigt und niedergeschlagen.

Cave: Die richtige Heilsgewissheit führt niemals zu Gleichgültigkeit oder Oberflächlichkeit im Blick auf die Sünde.
 

a) ein neues Verhältnis zu GOTT   

Wir erleben ein neues Verhältnis zu GOTT - ein völlig neues Leben:

Hebr 10,19  Weil wir denn nun, liebe Brüder, durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das Heiligtum,

Weil wir mit GOTT in einem neuen, bereinigten Verhältnis stehen, erleben wir Freudigkeit in unserem Gebetsleben.


b) ein neues Verhältnis zu den Menschen   

Durch die Heilsgewissheit wird auch unser Verhältnis zu den anderen Menschen neu. Es entsteht ein neuer Dienst:

Apg 4,20  Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.

Aus der Heilsgewißheit kommt Mut zum Zeugnis und Dienst. Was wir erfahren haben, treibt uns zu den anderen, damit auch sie es erleben.


2. Die sog. "Heilssicherheit" (oder falsche "Heilsgewissheit, "Unverlierbarkeit des Heils" usw.)

Die wahre Heilsgewissheit ist das Werk des HEILIGEN GEISTES in uns. Falsche "Heilsgewissheit" entsteht durch eigene menschliche oder kirchliche Lehre. Sie ist Eigenproduktion und kann zum Fanatismus (Festhaltenwollen an unbegründeten und unerreichbaren Zielen) werden.

Der Inhalt der falschen "Heilsgewissheit" sind Irrlehre, eigene Werke, religiöses Tun, menschliche Tradition und vor allem auch persönliche Erfahrungen.

Die Wirkung der falschen "Heilsgewissheit" ist Selbstsicherheit. Aber wenn sie einmal erschüttert wird, schlägt sie dann schnell um in Verzagtheit und Verzweiflung (an sich selbst und anderen).


Ausharren als Bedingung für Errettung

Selbst wenn ich jetzt glaube, getauft bin und Heilsgewissheit im Herzen habe, besitze ich dennoch keine Heilssicherheit. Wenn ich morgen von GOTT wieder abfallen würde, wäre ich erneut auf dem Weg in die Verdammnis.

Matth 24,12f (rev. Elberfelder): Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe der meisten erkalten. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird errettet werden.

Zitat
Ich müsste dann ehrlicherweise sagen, komm zu Jesus, dort erhältst du die Anwartschaft auf das ewige Leben, wenn nichts weiter dazwischenkommt...
Das ist nicht richtig, denn das ewige Leben beginnt schon jetzt, hier auf der Erde (neue Schöpfung). Es ist also nicht nur eine Anwartschaft. Aber ehrlicherweise sollte mann dann sagen, dass ein Christ auch vom lebendigen GOTT abfallen kann und dass man sich dann wieder auf dem breiten Weg befindet. Das Motto: Hauptsache, Du hast Dich bekehrt und alles andere ist ein "Selbstgänger" ist nicht biblisch.

Zitat
deutschbibelmässige Wort "Ermahnen" ausschliesslich als Zurechtweisen sieht. Wie in der Welt: die von Oben sagen denen von Unten, wo's langgehen soll.
Das ist nicht die Bedeutung von "Ermahnen". In einer biblischen Gemeinde gibt's kein "oben" und "unten". Zum Ermahnen: Leider haben viele griechische Begriffe  mehrfache Bedeutungen (wie z. B. der Begriff "LOGOS" = kann mit über 30 verschiedenen deutschen Wörtern übersetzt werden). Ausschlaggebend für die Bedeutung des griechischen Begriffes ist daher der Textzusammenhang. Ich habe keinen Fehler bei Mauerhofer entdecken können: IMO berücksichtigt er immer den Kontext. Alle seine Beispiele ("ermahnen" bzw. "zurechtweisen") gehen konform mit dem biblischen Zusammenhang. Wenn der Kontext die Bedeutung "ermuntern" erfordert, sollte dies natürlich berücksichtigt werden.

Zitat
Ich will Menschen zu Jesus rufen mit dem klaren Evangelium der Sündenerkenntnis und Rettung durch Jesus Christus. Ich will Geschwister in dem Herrn Jesus darin bestärken, in ihrer Angefochtenheit ihren Blick fest auf den Herrn Jesus zu richten, ihr Vertrauen GANZ auf Ihn zu setzen.
Die Gnade und der Friede Gottes, des Vaters, und Seines Sohnes Jesus Christus sei mit Euch allen.
Amen!

Zitat
sorry, jetzt isses doch wieder ein längerer Text geworden...
Macht nichts, meine Texte werden auch immer länger, als ich es ursprünglich beabsichtigt habe.  ;)

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ted

  • Gast
Re: Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?
« Antwort #5 am: 01 April 2007, 18:24:38 »
Ja, Offb316, es muss biblisch sein!
Auf keinen Falle der Bibel widersprechend und auch nicht über das hinaus was geschreiben steht!

Es darf keine Lehre aus etwas gemacht werden, das gar nicht in der Bibel steht.

Ich meine, die Schilderung meiner persönlichen Erlebnisse und den dadurch gewonnenen Erkenntnissen habe ich in meinen Ausführungen stets auch biblisch begründet.
Ich bitte um Verständnis, dass ich nicht unentwegt Bibelstellen angegeben habe, ich setze voraus, dass Du/Ihr die Bibel soweit kennt.

Leider bist Du bislang nie auf meine Argumentation eingegangen, Du hast lediglich monoton Deinen Standpunkt wiederholt und bekräftigt. Dann erübrigt sich jeder Gedankenaustausch, wenn letztlich immer nur ein lapidares "Ja" und ""Nein" hin und her geht. Es hilft mir in keiner Weise, wenn mir nicht ein möglicher Irrtum im meinen Gedankengängen aufgezeigt wird, und zwar biblisch begründet.

Die folgende Bibelstelle sollte zu denken geben:

Es geht eine gemeine Rede, daß Hurerei unter euch ist, und eine solche Hurerei, davon auch die Heiden nicht zu sagen wissen: daß einer seines Vaters Weib habe.
Und ihr seid aufgeblasen und habt nicht vielmehr Leid getragen, auf daß, der das Werk getan hat, von euch getan würde? Ich zwar, der ich mit dem Leibe nicht da bin, doch mit dem Geist gegenwärtig, habe schon, als sei ich gegenwärtig, beschlossen über den, der solches also getan hat: in dem Namen unsers HERRN Jesu Christi, in eurer Versammlung mit meinem Geist und mit der Kraft unsers HERRN Jesu Christi, ihn zu übergeben dem Satan zum Verderben des Fleisches, auf daß der Geist selig werde am Tage des HERRN Jesu.
1. Kor 5, 5

Hier steht geschrieben, dass einer, der trotz seiner grossen Verfehlung dennoch am Tage des Herrn selig werden soll. Das Heil, die ewige Rettung wurde also nicht von ihm genommen.

Hingegen:
Denn Demas hat mich verlassen und hat diese Welt liebgewonnen und ist gen Thessalonich gezogen, Kreszens nach Galatien, Titus nach Dalmatien. 2. Tim 4, 10

Hier steht geschrieben, dass einer den Dienst mit Paulus verlassen und die Welt liebgewonnen hat. Mehr steht nicht da. Hätte dieser duch seine Abwendung sein Heil verloren, wäre es doch an dieser Stelle eine Warnung wert gewesen.

Mit anderen Worten: ich lese an keiner Stelle des NT im Klartext die Aussage, dass einem Menschen das ihm bereits geschenkte Heil wieder genommen wird. Auch nicht bei Ananias und Saphira in der Apostelgeschichte, die den Heiligen Geist belogen haben.
Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, daß du dem heiligen Geist lögest und entwendetest etwas vom Gelde des Ackers? Apg 5,3
Zu Saphira:
Warum seid ihr denn eins geworden, zu versuchen den Geist des HERRN? Apg 5,9
Sie fielen auf der Stelle tot um, aber es steht nirgends geschrieben, dass sie auf ewig verloren seien, oder das das Heil verloren hätten (wenn sie es hatten, was hier aber nicht explizit erwähnt wird).

Es gibt in der Bibel meines Wissens nach ca. 2-3 Stellen (jedenfals weniger als 5) in der die ewig unvergebbare Sünde wider den Heiligen Geist angesprochen wird. Es wird jedoch an keiner Stelle auch nur im geringsten erläutert, was das ist. Warum? Wäre dies für Menschen oder gar für Kinder Gottes wichtig zu wissen, hätte Gott das dann nicht eindeutig beschrieben um uns nicht im Unklaren zu lassen? Wäre da nicht eine oder gar viele konkrete Warnungen nötig gewesen.

Gott lässt seine Kinder nicht im Unklaren über das was für sie wichtig ist. Und schon gar nicht über das, was für sie absolut lebenswichtig ist! Siehe Taufe, die ist sehr wichtig und wird daher an zig Stellen erwähnt, angeordnet und beschrieben.

Jesus sagte, dass Er Seine Freunde nicht im Unklaren lässt, dass Sein Geist die Seinen in ALLE Wahrheit leiten wird.

Die Bibel ist absolut vollständig und enthält alles, was wir für unser Erdendasein benötigen. Auch das steht in der Bibel:
Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt. 2. Tim 3,16

Also muss es einen anderen Grund geben, dass die Sünde wider den Heiligen Geist zwar erwähnt, nicht aber deutlich beschrieben wird.

Da die Bibel die vollständige Wahrheit enthält, kann Jesus kann nicht einfach nur sagen, dass "ALLE Sünde vergeben wird", wenn es darüberhinaus eine unvergebbare Sünde gibt, also muss Er diese erwähnen. Da die Bibel gleichermassen die vollständige für Menschen wichtige Lehre enthält, kann man davon ausgehen, das auch wirklich alles für sie Notwendige klar und deutlich beschrieben. So dass JEDER vom Geist Gottes geleitete Mensch auch ohne Theologiestudium Klarheit bekommt.

Vielleicht sogar gerade den Nicht-Schriftgelehrten, denn es steht geschrieben:
Zu der Stunde freute sich Jesus im Geist und sprach: Ich preise dich, Vater und HERR Himmels und der Erde, daß du solches verborgen hast den Weisen und Klugen, und hast es offenbart den Unmündigen. Ja, Vater, also war es wohlgefällig vor dir. Lukas 10, 21


Ich stelle also fest: nun wird (der Vollständigkeit halber) diese fatale, unvergebbare Sünde gegen den Heiligen Geist zwar einige Male erwähnt, nirgendwo aber weiters beschrieben.

Ist es somit nicht denkbar, dass mit denen die, so einmal erleuchtet sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und teilhaftig geworden sind des heiligen Geistes und geschmeckt haben das gütige Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt (Heb 6,4) gar keine Menschen gemeint sind? Sondern Satan und seine Dämonen?

Ich möchte nochmals betonen: nicht über das hinaus was geschrieben steht. Ich denke aber, es ist legitim, auch den von Gott gegebenen Verstand zu benutzen, um Zusammenhänge innerhalb der Schrift zu finden, selbstverständlich vom Geist Gottes geleitet. Das verstehe ich unter der häufig gebrauchten Redewendung, man muss jede Stelle in der Bibel im engeren Kontext (warum, in welcher Situation, zu wem...), wie auch im Gesamtzusammenhang aller Schriften betrachten!

Daher möchte ich nur noch eines anführen:
Wer von den Menschen, wenn nicht Adam und Eva, könnten als für Heb 6,4 in Frage kommend gesehen werden! Sie haben mit Gott zusammengelebt, von Angesicht zu Angesicht! So nahe an Gott hat seither kein auf Erden lebender Mensch mehr gestanden, nicht einmal Mose.

Und was geschah, als sie "abfielen"? Genau das, was oben bezüglich des Mannes in der Gemeinde in Korinth (1. Kor 5, 5) gesagt wird. Es ist nicht geschrieben, dass Adam und Eva auf ewig verloren gegangen sind! Nein, auch hier wird ausdrücklich geschrieben, dass Gott eine Massnahme ergriffen hat, um sie vor dem ewigen Verharren in diesem Zustand des geistigen Todes zu bewahren:
Und Gott der HERR sprach: Siehe, Adam ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, daß er nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! (1. Mose 3, 22), das heisst: lebe ewiglich im Zustand des Abfalls, im Zustand des geistigen Todes, in dem seit Adam und Eva ALLE Menschen von Natur aus in diese Welt hinein geboren werden. Nur nicht, dass Menschen ewig leben mögen in dem natürlichen Zustand der Sünde, des Getrenntseins von Gott!. Vielmehr will Gott, dass die Menschen ewig in seiner Nähe leben, in Seinem Reich, dafür hat Er sie ja geschaffen!. Daher sagte Jesus, was dem Schriftgelehrten (!) Nikodemus zunächst so unverständlich war: es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. (Joh 3,3)

Das ist Gottes Heilsplan von vor Anbeginn der Welt an.

Seinem Knecht ist es gelungen. Es ist vollbracht, bezahlt. Der Weg zum Vater ist frei für alle Menschen, die Gottes Gnade in Jesus annehmen und dadurch IN JESUS Anteil an Seinem ewigem Leben bekommen. Ein solcher Mensch ist gerettet, ist bereits hineinversetzt in das Reich des lieben Sohnes Gottes. Er ist dem den Tod bringenden Gesetz abgestorben. Er ist eine neue, unvergängliche Kreatur!

Das ist wahrlich die gute Nachricht!

Alle Ehre sei Gott dem Vater und Seinem überaus herrlichen Sohn Jesus Christus, dem alle Macht im Himmel und auf Erden übergeben worden ist, von nun an und in alle Ewigkeit.


Ted

  • Gast
Re: Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?
« Antwort #6 am: 01 April 2007, 19:23:35 »
Hallo Roland, unsere Beiträge haben sich wohl zeitlich überlappt, als ich begann zu schreiben war der Beitrag von Offb3-16 der neueste...

Danke für Deine Worte. Ich kann dem allermeisten zustimmen. Alle die von Dir zitierten Bibelworte kenne ich. Und gerade diese sind's, die mir sagen, dass mir das mir von Jesus erworbene Heil "ewig sicher" ist. Weil Er der Urheber meines Heils ist, gehe ich auch davon aus, dass (wie geschrieben steht) Er auch Sein in mir begonnenes Werk Vollenden wird.
...und bin desselben in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Phil 1,6 - also bis ans Ende der Welt!

Das gilt auch für mein Wollen
Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, wohnt nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht. Römer 7, 18

Ich, ich, ich hab keine Chance - jedoch:
Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen. Phil 2,13

Aha! Wieder und wieder steht geschrieben: Er, Er, Er

Verstehst Du jetzt, was ich meine?
 
Ganz kurz auf den Nenner gebracht: ich unterscheide nicht zwischen Heilsgewissheit/-sicherheit. Es ist für mich eins. Es ist Sein Werk von Anfang bis Ende. Läge auch nur ein winziger Teil von dem gesamten Heilswerk an mir - ich wäre verloren.

Das meine ich damit: etwas anderes, als mein Vertrauen ausschliesslich auf Jesus zu setzen kommt für mich nicht in Frage. Und selbst dieses "mein Vertrauen ganz auf Ihn zu setzen" kann ich nicht selbst bewirken, das muss Er machen ("Ich glaube, hilf meinem Unglauben", "führe mich nicht in Versuchung").

Anmerkung: mir scheint, als ob Du mich nicht voll verstanden hast mit dem was ich sagen wollte. In Deinen Bezugnahmen auf meine Zitate hast Du öfters erkennen lassen, dass Du meine im Konjunktiv geschriebenen Sätze (was wäre wenn) als meine gültige Meinung interpretiert hast. Dem ist aber nicht so! Ich habe an diesen Stellen lediglich hypothetisch ausgeführt, welches die Konsequenzen wären, wenn ich so dächte.


p.s. Roland, bei mir ziehen grad mal wieder richtig dunkle Wolken auf...   :'(

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?
« Antwort #7 am: 01 April 2007, 19:36:40 »
Hallo Ted,

ich gebe zu im Grund nicht wirklich an einer Auseinandersetzung interessiert zu sein. Ich habe nichts gegen Dich. Aber so wie ich das sehe kann ich da nichts ausrichten. Ich kenne viele solcher Diskussionen - leider führen sie oft zu nix. Ich bin dankbar für Roland, daß er die Geduld mitbringt. Du bist von Deiner Position so überzeugt wie ich von meiner - Es wird doch da dann nie zu einem Konsens kommen. In der "Art" Deiner Antworten meine ich zu sehen, daß Da nichts für mich zu machen ist.
Ich denke mir halt oft, was mögen schwache Menschenworte ausrichten, wenn schon Gottes Wort, was eigentlich Vernünfteleien zerstören soll, nichts bewirken kann.

Grüße
Michael


Sarah

  • Gast
Re: Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?
« Antwort #8 am: 01 April 2007, 19:46:55 »
Hallo Ted,

ich verfolge seit einigen Tagen Euren Austausch darüber, ob ein Christ vom lebendigen Glauben abfallen kann und jetzt möchte ich doch auch mal etwas dazu schreiben. Leider kann ich nicht so mit Bibelstellen "um mich schlagen"  :-[ wie Ihr aber ich möchte Dir kurz etwas aus meiner selbst erlebten Praxis mitteilen. Ich nehme vorweg, dass ich ganz gewiss glaube, dass ein "Christ" sein Heil wieder verlieren kann. Eine mir sehr nahestehende Person, die sich vor vielen vielen Jahren bekehrt hat, sich hat taufen lassen, immer in Gemeinden war, anderen Menschen von Jesus erzählt hat usw. ist im Endeffekt vom Glauben abgefallen bzw. hat sich schlussendlich bewusst von Gott losgesagt bzw. plötzlich kam dieser Person der Glaube wie ein Märchen vor. Es gibt zwei Gründe für mögliche Ursachen. 1. Die Person war niemals wirklich bekehrt, hat nur "geschauspielert" und das jahrelang oder 2. Diese Person hat nicht wirklich "ganze Sache" mit Jesus gemacht, sich halbherzig bekehrt und war in manchen Dingen nicht gehorsam, hat Warnungen anderer in den "Wind geschlagen", ist wie "Offenb.3,16" geschrieben hat nicht am Weinstock geblieben. Ich glaube, wenn man Sünde bewußt weiter betreibt bzw. nicht umkehrt von Dingen die falsch sind, nach dem was in Gottes Wort steht, obwohl man es genau weiß, dann kommt es früher oder später dazu, dass man abfällt. Es fängt oft mit kleinen Dingen an. Aber Gott ist auch geduldig und gnädig. Ich glaube schon, dass wir in der Heiligung leben müssen bzw. wollen, da wir ja Jesus liebhaben.

Obwohl ich selbst sehr sehr ängstlich bin und auch bestimmt nicht perfekt bin und immer wieder Fehler mache, so bin ich mir meines Heiles sehr gewiss, obwohl ich andererseits trotzdem glaube, dass man dieses Heil auch wieder verlieren kann. Das ist für mich kein Widerspruch. Wichtig ist, dass man sein Herz zu 100% Jesus gibt. Dann kann doch eh' nichts passieren.

Das war jetzt theologisch nicht so fundiert aber ich hoffe, es hat trotzdem hierher gepasst.

Viele Grüße von Sarah




raejeschua

  • Gast
Re: Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?
« Antwort #9 am: 01 April 2007, 21:11:02 »
Ich will aber wieder sein wie ein kleines Kind.

Vertrauen=Glaube. Glaube aber ist eine der Gaben des Heiligen Geistes.

Kinder Gottes bekommen diese Gabe des Heiligen Geistes und wissen das sie für alle Ewigkeit Gott gehören.

Was für ein herrliches und befreiendes Evangelium für alle die Gott mehr lieben als alles sonst auf der Welt.


Offline Roland

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Re: Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?
« Antwort #10 am: 01 April 2007, 21:33:01 »
Hallo Ted,

ich denke, dass ich verstehe, was Du meinst. Von GOTTES Seite steht die Verheißung des ewigen Heils gegenüber Seinen Kindern. Allerdings ist es so, dass Gotteskinder sich von Ihrem himmlichen Vater abwenden (können). Erst dann kann kann man von Apostasie sprechen. Dann ist es so, dass die (ehemaligen) Christen GOTTES Heil verworfen haben und nicht GOTT. Es geht nicht um fleischliche Schwächen (die haben wir alle). Es geht auch nicht um einzelne Sünden, sondern um die bewusste Abwendung von GOTT. Und das bezeichnet die Bibel als Apostasie. Wenn also jemand persönliche Schwächen hat bzw. sündigt, dann zieht GOTT nicht Sein Heil von dieser Person zurück. Der Christ tut Buße und empfängt Vergebung. Es hat sich bzgl. des Heils nichts verändert.

Aber die Personen, die bewusst GOTT absagen, werden aus dem Buch des Lebens gelöscht, so wie es in der Offenbarung beschrieben steht.

Wenn Du unter "Heilssicherheit" die Heilsgewissheit verstehst, dann sind wir gar nicht so weit voneinander entfernt, denn Gotteskinder haben Heilsgewissheit. Auch hier gibt es Anfechtungen, wo der Feind den Gotteskindern einreden will, dass sie nicht errettet sind (welcher Christ kennt nicht diese Anfechtungen?). Dies hat aber nichts mit unserem Thema "Apostasie" zu tun.

Es gibt jedoch Irrlehrer (der erste war Augustinus - wenn ich richtig informiert bin), die zwischen Heilsgewissheit und der sog. "Heilssicherheit" trennen. Weshalb Michael und ich so vehement gegen diese Irrlehre zu Felde ziehen, hat folgenden Grund: Es wird Menschen eingeredet (die sich schon längst von dem lebendigen GOTT losgesagt haben), dass sie noch immer errettet seien und in den Himmel kommen. Für diese Leute ist das ein richtiger Schock - denn sie wollen gar nicht in den Himmel. Vielleicht ist es auch besser und klarer nicht von der sog. "Heilssicherheit" zu schreiben, sondern vom "Heilszwang". Daran wird die Irrlehre vielleicht deutlicher.

Sarah hat die ganze Sache wunderbar auf den Punkt gebracht. Ich habe leider nicht diese Gabe, die Sarah hat. Bei mir werden die Beiträge (leider) immer etwas länger. Aber genau so wie Sarah es beschrieben hat, ist es.

Zitat
dass Du meine im Konjunktiv geschriebenen Sätze (was wäre wenn) als meine gültige Meinung interpretiert hast. Dem ist aber nicht so! Ich habe an diesen Stellen lediglich hypothetisch ausgeführt, welches die Konsequenzen wären, wenn ich so dächte.
Das kann durchaus sein. Wenn ich Dich hier falsch verstanden und interpretiert habe, bitte ich Dich um Entschuldigung.

Lästerung des HEILIGEN GEISTES: Ich finde schon, dass die Bibel klar aussagt, was mit der Lästerung des HEILIGEN GEISTES gemeint ist. Auch hier ist der Kontext ausschlaggebend (Matth. 12,32): JESUS bezieht sich hier auf die vorausgegangene gehässige und scheußliche Anklage der Pharisäer gegen ihn. Sie behaupteten, JESUS sei besessen, er treibe seine Wunderwerke im Namen und Auftrag des Teufels. Diese Werke, aus denen die Heiligkeit und Macht des HEILIGEN GEISTES hervorleuchtete, dem Beelzebub zuzuschreiben, das hieß wissentlich und willentlich das göttliche Wesen verhöhnen, von dem alles Licht und alles Gute ausgeht

Das mit den dunklen Wolken tut mir sehr leid. Wenn ich Dir irgendwie helfen kann, dann teile mir das bitte mit!!!

Viele Grüße und GOTTES Segen
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

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Re: Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?
« Antwort #11 am: 01 April 2007, 21:36:11 »
Hallo Sarah,

vielen Dank für das klare Zeugnis! Es ist genau so, wie Du geschrieben hast. Ich denke auch, dass es viel wichtiger ist, dass wir darauf achten, dass unser Leben mit dem HERRN JESUS in Ordnung ist.

Es ist gut, dass Du wieder die Prioritäten richtig gestellt hast.

Viele Grüße
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ted

  • Gast
Re: Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?
« Antwort #12 am: 02 April 2007, 00:38:31 »
Hallo Roland,

jetzt sehe ich Verständnis, genau darauf wollte ich mit allen meinen Seiten hinaus:
Wenn Du unter "Heilssicherheit" die Heilsgewissheit verstehst, dann sind wir gar nicht so weit voneinander entfernt, denn Gotteskinder haben Heilsgewissheit. Auch hier gibt es Anfechtungen, wo der Feind den Gotteskindern einreden will, dass sie nicht errettet sind (welcher Christ kennt nicht diese Anfechtungen?). Dies hat aber nichts mit unserem Thema "Apostasie" zu tun.

Weiterhin: sowas ist mir noch nie begegenet und kann's mir gar nicht vorstellen:
Zitat
Es gibt jedoch Irrlehrer (der erste war Augustinus - wenn ich richtig informiert bin), die zwischen Heilsgewissheit und der sog. "Heilssicherheit" trennen. Weshalb Michael und ich so vehement gegen diese Irrlehre zu Felde ziehen, hat folgenden Grund: Es wird Menschen eingeredet (die sich schon längst von dem lebendigen GOTT losgesagt haben), dass sie noch immer errettet seien und in den Himmel kommen. Für diese Leute ist das ein richtiger Schock - denn sie wollen gar nicht in den Himmel. Vielleicht ist es auch besser und klarer nicht von der sog. "Heilssicherheit" zu schreiben, sondern vom "Heilszwang". Daran wird die Irrlehre vielleicht deutlicher.

Zu recht! In solchen Fällen würde ich natürlich auch vehement widersprechen! (naja, ich persönlich würde denken, solche waren nie wirklich wiedergeboren - soll mir jetzt egal sein!). Wie gesagt, sowas ist mir noch nie begegnet, also hab ich an das in dieser von Dir beschriebenen Form noch nie gedacht. Ich kann mir sowas echt nicht vorstellen, das ist aber jetzt auch egal. Darum ging's mir nicht.

Mir ging's bei allen meinen vielen Seiten doch immer nur um die Mühseligen und Beladenen, die obendrein vor Kummer auch noch am Glauben=Vertrauen auf Jesus zerbrechen und scheitern. So wie z.B. der bekannte Fall eines Mannes (nach allem was ich weiss ein Christ!) im Holocaust, der sich zusammen mit seiner jüdischen Frau und seinen Kindern umbrachte, aus Angst vor den Nazis und KZ.

Danke für Deine Mühe, ich glaube jetzt haben wir uns verstanden!!! :D

GOTT SEI DANK!!!
« Letzte Änderung: 02 April 2007, 01:25:56 von Ted »

Ted

  • Gast
Re: Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?
« Antwort #13 am: 02 April 2007, 01:22:56 »
Hallo Sarah,

hoffentlich hat Dich das alles nicht verwirrt.

Offensichtlich warst Du auch schon betroffen, musstest Dir über das Thema Gedanken machen. Du schreibst in diesem konkreten Fall, dass eine Dir nahestehende Person sich von Jesus abwendete
Zitat
Es gibt zwei Gründe für mögliche Ursachen. 1. Die Person war niemals wirklich bekehrt, hat nur "geschauspielert" und das jahrelang oder 2. Diese Person hat nicht wirklich "ganze Sache" mit Jesus gemacht, sich halbherzig bekehrt und war in manchen Dingen nicht gehorsam, hat Warnungen anderer in den "Wind geschlagen", ist wie "Offenb.3,16" geschrieben hat nicht am Weinstock geblieben.
Du sagst, ihm kommt der Glaube jetzt wie ein Märchen vor. Hm, hat er sich zu Jesus bekehrt, oder zu einer Idee - oder zu einer (oder mehreren) Person(en), der (denen) er damit gefallen wollte? Auch ich kenne einige Menschen, bei denen ich vemute (nicht weiss!), dass sie eher "opportune Mitläufer" sein könnten. Darunter auch solche, die sich taufen liessen! Deren Beweggründe können wir Menschen letztendlich nicht wirklich wissen, das kann nur Gott, der ins Herz sieht. Aber zu solchen Menschen rede ich auch ganz anders als mit erkannten Geschwistern im Herrn Jesus, da mir die Gefahr des "in falscher Sicherheit Wiegens" voll bewusst ist, und ich dem auch stets deutlich entgegentrete. Siehe 2. Zitat von Roland ("Augustinus..."), auf das ich in meiner vorigen Antwort an Roland bezogen habe.

Ich möchte Dir auch noch sagen, dass ich mich über Dein erstes Posting gefreut habe, als Du, wie du sagtest, nicht schlafen konntest und "wieder mal" auf die Website der Hauszellengemeinde gekommen bist, und es Dir gut getan hat.

So geht's mir seit Jahren, und Roland ist mir ein sehr lieber, wertvoller Bruder! Genau deshalb hat mich auch so tief getroffen, dass wir hier seit Tagen eine solche Diskussion führen mussten. Musste aber sein, es ist gut, und ich bin sehr dankbar, dass uns eine Klärung gegeben wurde!

Gnade und Friede von Gott für Dich und die Deinen, Sarah!
Ted

Sarah

  • Gast
Re: Kann ein Christ vom lebendigen GOTT abfallen?
« Antwort #14 am: 02 April 2007, 14:34:29 »
Hallo Ted,

dankeschön für Dein nettes Feedback zu meinem Posting  :). Tatsächlich hat mich Euer Austausch ein wenig durcheinander gebracht und ich habe hin und her überlegt, ob ich etwas dazu schreibe oder nicht. Aber da es mich tatsächlich selbst betroffen hat, habe ich mich dazu entschlossen.

Ja, Roland und seine HP ist wirklich ein Geschenk für mich von Gott und es war so eine Führung, wie ich "zufällig" auf diese Seite gekommen bin und es war für mich genau der richtige Zeitpunkt, denn ich hatte soviele Fragen und bin fast daran verzweifelt. Als sich Roland dann noch als DER Roland entpuppte, den ich vor 20 Jahren in Offenbach kennengelernt habe, war meine Freude doppelt so groß, ihn wiedergefunden zu haben. Ich danke Jesus dafür!!!!

Es freut mich, dass nun eine Klärung für Dich in dieser Sache eingetreten ist und ich wünsche Dir ganz viel Frieden und Gottes Segen für Dein Leben und dass bei Dir alles gut wird!

Lieben Gruß von Sarah