Autor Thema: Grundsätzliches (Feiertage)  (Gelesen 6539 mal)

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Jan

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Grundsätzliches (Feiertage)
« am: 13 März 2007, 20:52:29 »
Ich habe hier zahlreiche Klagen darüber gelesen, dass Christen genuin heidnische Feiertage in christianisierter Form begehen. Dies halte ich für bedenklich.

Das wäre so, alsob Ihr Euch weigern würdet, das griechische Alphabet zu benutzen anstatt der hebräischen Kastenschrift, weil die Griechen ja Heiden waren.

Worauf es ankommt, ist doch die Botschaft - und die hat die Kirche doch christianisiert. Sogar auf kosten der Heiden, deren Feiertage in ihrem Sinne wesentlich bedeutungslos geworden sind.

Gruß,
Jan

Stefan

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Re: Grundsätzliches (Feiertage)
« Antwort #1 am: 13 März 2007, 22:18:19 »
Unstrittig dürfte sein, daß die Brüder in den ersten Jahrhunderten nicht auf den Gedanken gekommen wären, ein Fest wie Weihnachten zu feiern; unstrittig fernerhin, daß etwa im dritten Jahrhundert den Wintersonnenwendfeiern des Mithras und den Saturnalien nachträglich eine »christliche« Bedeutung untergeschoben wurde und (zusammen mit weiteren Umdeutungen und Vermischungen) jene konstantinische Mischreligion entstanden ist, die heute von den meisten Nichtchristen als Christentum wahrgenommen wird.

Ich kann auf Wunsch mit Citaten nachweisen, daß eines der Hauptmotive Konstantins für die Integration heidnischer Kulte in seine Privatversion des »Christentums« sein Antisemitismus war. Das heißt, er hat diese Art »Christentum« ganz bewußt von der Wurzel Israel abgeschnitten (und damit natürlich auch von Christus) und eine eigene Religion geschaffen, etwa so wie die Baha’i, die sich ja auch aus allen möglichen Religionen Versatzstücke heraussuchen, und die trotzdem niemand als Christen bezeichnen würde. Daß die Nachfolger Konstantins heute vielen Naiven als Christen gelten, hat weniger geistliche als historisch-politische Gründe.

Synktetismus (Religionsvermischung)
Die Katholische Kirche lehrt und praktiziert ja in vielfältiger Weise, daß das Heidentum zu überwinden sei, indem es aufgesaugt und integriert würde. Dies zeigt sich z. B., indem heidnische Altäre nicht zerstört, sondern als Kirchenaltäre weitergenutzt werden (obwohl es ja im Christentum überhaupt keine Altäre geben kann, weil das Opfer des Christus gemäß Hebr. 7, 27 und 9, 25f sowie 10, 11f letztgültig ist und es deshalb auch nichts mehr zu opfern gibt). Diese Haltung hat sich bis heute erhalten, etwa wenn in Lateinamerika oder Afrika der Voodoo-Kult problemlos in die katholische Kirche integriert wird. Hierzu illustrierende Citate:

Zitat
Ein Voodoo-Anhänger kann eine römisch-katholische Messe besuchen, ohne sich fremd zu fühlen; er interpretiert die Messe nur anders als die übrigen Gläubigen. (hexenwelt.de)

Zitat
So stehen etwa Bilder katholischer Heiliger im Voodoo oftmals in Wirklichkeit für afrikanische Götter mit ähnlichen Eigenschaften. (Wiki)

Zitat
Ja, ich feier Beltane und feier damit gleichzeitig das Leben, das unsere Welt am laufen hält! Denn der große Ritus (die Vereinigung von Gott und Göttin) schafft neues Leben, der den Kreislauf neu anstößt. Und ist das nicht wert, gefeiert zu werden?
Ich feier im übrigen auch Yule...die Geburt des gehörnten Gottes, was ja auch der Ursprung des christlichen Weihnachtsfestes ist...
(Dies schreibt eine bekennende Anhängerin des Wicca-Hexenkultes in einem anderen Forum)

Unsere Frage sollte also sein, ob dies – das Verwerten heidnischen »Materials« zu »christlichen« Zwecken – legitim ist. Soweit wir nicht pragmatische Erwägungen, sondern das Wort der Wahrheit zu Rate ziehen, kann die Antwort nur ein klares Nein sein.

Hierzu Haggai 2:
Zitat
10 Am Vierundzwanzigsten des neunten Monats, im zweiten Jahre des Darius, geschah das Wort Jahwes zu dem Propheten Haggai also:
 11 So spricht der Heerscharen: Frage doch die Priester über das Gesetz und sprich:
 12 Siehe, trägt jemand heiliges Fleisch im Zipfel seines Kleides, und er berührt mit seinem Zipfel Brot oder Gekochtes oder Wein oder Öl oder irgend eine Speise, wird es heilig werden? Und die Priester antworteten und sprachen: Nein.
 13 Und Haggai sprach: Wenn ein wegen einer Leiche Verunreinigter alles dieses anrührt, wird es unrein werden? Und die Priester antworteten und sprachen: Es wird unrein werden.
 14 Da antwortete Haggai und sprach: Also ist dieses Volk und also diese Nation vor mir, spricht , und also ist alles Tun ihrer Hände; und was sie daselbst darbringen, ist unrein.
Offensichtlich wird also bei einer Vermischung nicht das Unreine rein sondern das Reine unrein, eine Tatsache, die ja auch aus den neutestamentlichen Aussagen zum Sauerteig bekannt sein dürfte.

Ein weiterer Schlüsseltext hierfür ist (u. a.) auch 1. Samuel 15, 3 – 24: Wir lernen daraus, daß es uns keinesfalls gestattet ist, heidnisches Gut geistlich »umzuwidmen«, daß wir uns vielmehr davon zu distanzieren haben, ja daß wir »Gebanntes« nicht anrühren dürfen.
Zusammengefaßt geschieht folgendes: Saul bekommt von durch Samuel den Auftrag, gegen Amalek zu ziehen und den Bann an den Amalekitern zu vollstrecken. Nach dem siegreichen Feldzug verschonten Saul und das Volk aber sowohl den König von Amalek als auch das Beste des Viehs: »Und Saul und das Volk verschonten Agag und das Beste vom Klein- und Rindvieh und die Tiere vom zweiten Wurf und die Mastschafe und alles, was gut war, und sie wollten sie nicht verbannen; alles Vieh aber, das gering und schwächlich war, das verbannten sie.«
Was weiter?
»Da geschah das Wort s zu Samuel also: Es reut mich, daß ich Saul zum König gemacht habe; denn er hat sich hinter mir abgewandt und hat meine Worte nicht erfüllt. Und Samuel entbrannte und schrie zu die ganze Nacht. Und am Morgen machte Samuel sich früh auf, Saul entgegen. Und es wurde Samuel berichtet und gesagt: Saul ist nach Karmel gekommen; und siehe, er hat sich ein Denkmal errichtet, und er hat sich gewandt und ist weiter gegangen und nach Gilgal hinabgezogen.«
Von Samuel zur Rede gestellt, stellt Saul sich erst einmal dumm: »Gesegnet seiest du von ! Ich habe das Wort s erfüllt.«
Auf das Blöken des Viehs hingewiesen, das sich ja viel ruhiger verhalten müßte, wenn es richtig tot wäre, versucht er erst einmal die Schuld auf das Volk abzuschieben, gleichzeitig auch noch eine »geistliche« Begründung für seinen Ungehorsam zu finden: »Und Saul sprach: Sie haben sie von den Amalekitern gebracht, weil das Volk das Beste vom Klein- und Rindvieh verschont hat, um , deinem Gott, zu opfern; aber das Übrige haben wir verbannt.«
Er zeigt keinerlei Unrechtsbewußtsein und wiederholt den selben Unsinn noch einmal 6 Verse weiter.

Samuels Antwort auf Sauls Rechtfertigungsversuch ist ein bekannter und einprägsamer, wenn auch selten berücksichtigter Lehrsatz: »Hat Lust an Brandopfern und Schlachtopfern, wie daran, daß man der Stimme s gehorcht? Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken besser als das Fett der Widder. Denn wie Sünde der Wahrsagerei ist Widerspenstigkeit, und der Eigenwille ist Abgötterei und Götzendienst.«
Und weiter: »Weil du das Wort s verworfen hast, so hat er dich verworfen, daß du nicht mehr König seiest.«
Jetzt endlich merkt Saul, daß er wohl mehrere Stopschilder überfahren hat und ringt sich zu einem Teilgeständnis zur Schadensbegrenzung durch: Zwar war sein Tun nicht korrekt, aber die treibende Kraft waren die anderen: »Ich habe gesündigt, daß ich den Befehl s und deine Worte übertreten habe; denn ich habe das Volk gefürchtet und auf seine Stimme gehört. Und nun, vergib doch meine Sünde, und kehre mit mir um, daß ich vor anbete.«
Gott sieht, daß das nicht so ganz ernst gemeint sein kann und verwirft Saul als König.
So richtig kann Saul das aber immer noch nicht glauben, schließlich ist er doch ein ganz patenter Kerl, und so gesetzlich kann Gott doch wohl nicht sein: »Ich habe gesündigt! Nun ehre mich doch vor den Ältesten meines Volkes und vor Israel, und kehre mit mir um, daß ich vor , deinem Gott, anbete.«
Aber selbst in seinem vermeintlichen Sündenbekenntnis zeigt er, um was es ihm geht: Er möchte seinen angesehenen Stand vor dem Volk bewahren. Bezeichnend dabei ist, daß Saul sich durch seinen verdeckten Götzendienst schon so weit von Gott entfernt hat, daß er gegenüber Samuel nicht von seinem Gott spricht, sondern nur von dessen Gott. Seine eigene Beziehung zu Gott ist zerstört, Gott ist für Saul nur noch Gott des Samuel.

Da gem. 2. Tim. 3, 16 »alle Schrift von Gott eingegeben ist und nütze zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit« dürfen wir auch bei dieser alten Geschichte fragen, was hier nun die Botschaft für uns im Neuen Bund ist.

Klären wir dazu zunächst erste Analogien:
Amalek hatte sich Israel auf dem Weg von Mizraim (Ägypten) in das Land der Verheißung entgegengestellt. Damit hatten sie sich Gott entgegengestellt. Deshalb sollte es gebannt (vernichtet) werden. Auch wer sich heute aufmacht, um sein altes Leben zu verlassen und Christus nachzufolgen, muß damit rechnen, daß sich ihm Festungen entgegenstellen. So schreibt Paulus: »Denn wiewohl wir im Fleisch wandeln, führen wir nicht Krieg dem Fleisch nach. Die Rüstungen unseres Heeres sind nicht fleischliche, sondern vermögensmächtige dem Gott zur Herabbeseitigung von Bollwerken, mit denen wir Logismen herabbeseitigen und alles Erhöhte, das sich erhebt gegen das Wissen des Gottes, und gefangenführen alljeden Gedanken hinein in den Gehorsam des Christus und sind in Bereitschaft, jeden Ungehorsam zu rächen…« (2. Kor. 10, 3ff) Es ist naiv, zu denken, daß man im Land der Verheißung leben und trotzdem seinen Frieden mit Amalek machen könnte. Einige wollen aber trotzdem das beste aus beiden Welten. (Denen gilt dieser Text besonders).

Wir sehen: Das Schlachtfeld ist unser Denken. Daß wir hier nicht nur mit den klassischen Bosheiten wie Mord und Totschlag aufzuräumen haben sondern gerade auch mit dem religiösen Gebaren des Fleisches, ist auch wieder eine neutestamentliche Selbstverständlichkeit: So spricht Petrus von der »Erlösung vom eitlen, väterbeigegebenen (von den Vorfahren ererbten) Hinaufwenden« (1. Petr. 1, 18). (Das Wort Hinaufwenden [Anastrophe] weist auf das religiöse Verhalten hin) – und Paulus lobt die Epheser, daß sie »das Hinaufwenden gemäß dem alten Menschen weggesetzt haben«. (E. 4, 22)

Kurz: Konstantin tat das, was Saul getan hatte: Er tat das heidnische Gedankengut nicht in den Bann, sondern »recyclierte« es wie einen alten Joghurtbecher zu einer neuen Parkbank: Aus Alt mach Neu. Auf diese Weise wurden heidnische Feste, Bräuche und Symbole dem Christentum untergemischt. Es entstand eine neue Mischreligion aus heidnischen und christlichen Elementen, die ihre Vervollkommnung im Katholizismus gefunden hat.

Es gibt viele Parallelen zwischen Saul und Konstantin. Beide Herrscher bekannten sich nach außen hin zu Gott, blieben ihm aber bis zu ihrem Ende fremd. In ihrem Tun waren sie willfährige Werkzeuge der Finsternis. Beide waren Pragmatiker und wußten genau, welche Register sie zu ziehen hatten, um das Volk hinter sich zu bringen. Wenn ihnen etwas nützlich und zweckmäßig erschien, war das Grund genug, es zu tun. Grundsätzliche, »dogmatische« Bedenken waren ihnen fremd. Nicht im Traum wäre es ihnen eingefallen, sich dem Volkszorn auszusetzen, um den Willen Gottes zu tun. Beide belogen sich selbst und dachten, auch Gott täuschen zu können: Saul stellt seinen Ungehorsam als frommes Werk hin – natürlich hat er das Vieh nicht aus Gier verschont, sondern um es zu opfern. Und natürlich hat auch Konstantin fromme Begründungen dafür gefunden, daß er das heidnische Gedankengut nicht ausgerottet sondern umgewidmet hat. Diese Begründungen kann man noch heute von seinen Jüngern hören. Sie alle tun in ihren eigenen Augen nichts schlechtes, und solange kein Feuer vom Himmel fällt, verfallen sie am Ende der Illusion, daß selbst Gott es nicht mehr so genau nimmt und ihnen gleichgeworden ist (Ps. 50, 21).

Aber Samuel macht eine andere Rechnung auf: Euer Pragmatismus ist Ungehorsam. Und Ungehorsam ist Götzendienst.

Was hat all dies nun mit uns zu tun?
Nun, die luthersche Reformation hat nur einen Teil der konstantinischen Untermischungen wieder aus dem Christentum entfernt. Andere aber blieben – teils mangels Erkenntnis, teils aber auch nachweislich wider Erkenntnis aus rein pragmatischen Gründen – erhalten. Auch die Freikirchen, die die Reformation weitergeführt haben und wiederum einige Teile des nunmehr protestantischen Götzendienstes aus ihrem Leben entfernten, halten in der Mehrzahl noch heute an anderen konstantinischen Relikten fest.

So fragt Gott heute jeden von uns: Bist Du bereit, das Kleinvieh Amaleks zu bannen, oder bist Du auch so ein Oberschlauer wie Saul, der meint, er könnte das Gebannte des Feindes in ein wohlgefälliges Opfer für mich umwandeln?

Es ist mit dem Osterfest grundsätzlich nicht anders. Hier ist es der Fruchtbarkeitskult der Aschera, der umgedeutet wurde. Das konstantinisch-katholische Kalkül war auch hier: Wenn wir eine einflußreiche politische Staatskirche etablieren wollen, dürfen wir nicht Umkehr und Sturz der Götzen predigen, weil wir dann die Massen des Volkes gegen uns aufbringen. Wenn sie ihre alten Feste weiterfeiern dürfen, wird sich freilich kaum jemand über den »Bedeutungswandel« beschweren.

»Christliche« Weihnachtsapologetik
Häufig wird angeführt, man müsse sich nur auf die »richtige« Bedeutung von Weihnachten oder Ostern besinnen und dabei wird unterstellt, die »richtige« sei die nachträglich vorgetäuschte christliche. Ein grundsätzlicher Denkfehler besteht darin, zu glauben, wir könnten solche Dinge nach Gutdünken festlegen und einrichten. Die Gemeinde gehört aber nicht uns, den Gliedern, sondern Christus, dem Haupt. Wer entscheidet, wohin sich der Leib bewegt? Für alle, die jetzt rufen: »die Füße« … schaaade, falsch, es ist das Haupt. Also, was die »richtige« Bedeutung von Ostern ist, das legst Du nicht fest und ich auch nicht. Zur Erinnerung an den Tod und die Auferstehung ist uns nicht das Osterfest gegeben. Wir verkündigen den Tod des Herrn mit dem Abendmahl. Wir verkündigen unsere Gleichgestaltung mit dem Tod und der Auferstehung des Herrn mit der Taufe. Das ist der Weg, den der Herr vorgezeichnet hat. Wer meint, daß die Gemeinde darüber hinaus irgendwelche Symbolik und Erinnerungen braucht, der »denkt über das hinaus, was geschrieben steht« (1. Kor. 4, 6). In der Konsequenz bringt er damit zum Ausdruck, er wüßte es besser als Gott, weshalb im zitierten Vers ja auch steht, daß die Folge solchen Denkens ist, daß man aufgeblasen wird.
Weihnachten für Jesus! Wo finden wir das in der Schrift? 2. M. 32:

Zitat
4 Und er nahm es aus ihrer Hand und bildete es mit einem Meißel und machte ein gegossenes Kalb daraus. Und sie sprachen: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hat.
 5 Und als Aaron es sah, baute er einen Altar vor ihm; und Aaron rief aus und sprach: Ein Fest dem ist morgen!
 6 Und sie standen des folgenden Tages früh auf und opferten Brandopfer und brachten Friedensopfer; und das Volk setzte sich nieder, um zu essen und zu trinken, und sie standen auf, um sich zu belustigen.
 7 Da sprach Jahwe zu Mose: Gehe, steige hinab! Denn dein Volk, das du aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hast, hat sich verderbt.
 8 Sie sind schnell von dem Wege abgewichen, den ich ihnen geboten habe; sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und sich vor ihm niedergebeugt und haben ihm geopfert und gesagt: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hat.
Diese Verblendung ist schwer zu erklären: Man sieht das Kalb ja vor Augen und proklamiert trotzdem »Ein Fest dem «. Man sieht die Eier und Hasen und die anderen Astarten-Symbole, und sagt: »Wir aber feiern die Auferstehung des Christus!« Man sieht den ganzen Götzendienst des Weihnachtsfestes, den ja auch die christlichen Apologeten nicht leugnen, und sagt: »Wir aber sind im Besitze des eigentlichen Sinnes, wir feiern die Geburt Jesu!« – Ein Fest dem ist morgen!

So ganz nebenher werden durch solche Feste Dinge vorgespiegelt, die im Widerspruch zur Schrift stehen. So meinen infolge des Osterkultes heute die meisten Christen, Jesus wäre an einem Freitag gekreuzigt und an einem Sonntag auferstanden. Jeder, der schon einmal Mt. 12, 40 gelesen hat (»Denn gleichwie Jonas drei Tage und drei Nächte in dem Bauche des großen Fisches war, also wird der Sohn des Menschen durch drei Tage und drei Nächte in dem Herzen der Erde sein.«) und bis drei zählen kann, müßte wissen, daß mit dieser Freitag-bis-Sonntag-Kiste irgendetwas faul sein muß. Indem sie aber als »christliche« Wahrheit verkauft wird, wird die Autorität der Schrift ausgehöhlt.
Mit der Geburtsgeschichte Jesu ist es ähnlich; während sein Geburtsdatum zwar umstritten ist, kann man biblisch gut herleiten, daß es im Dezember garantiert nicht gewesen sein kann. Und: Die Geburt von Jeshua ausgerechnet am Mithras-Tag zu feiern, ist etwa so geschmackssicher und freundlich, wie den Geburtstag des israelischen Ministerpräsidenten am Tag der Reichskristallnacht zu begehen.

Wohin es führen kann, wenn man das alles etwas lockerer sieht, zeigt folgendes Beispiel: Eine Leipziger Freikirche, die sich selbst vermutlich als bibeltreu und evangelikal bezeichnen würde, hat vor einiger Zeit im Park Ostereier verteilt – in dem Bestreben, missionarisch zu sein. Das Osterei ist das Ei, das »vom Himmel in den Euphrat gefallen ist, woraufhin die Fische es ans Ufer gerollt haben, die Tauben es ausgebrütet haben und ihm die Astarte (Ishtar / Venus / Ashera) entstiegen ist.« Natürlich haben die Freikirchler dies nicht in dem Bestreben getan, Christus zu verspotten, aber dies ist die reale Auswirkung. Daß der jüdische Messias mit seinem Sieg, der Auferstehung, in Zusammenhang gebracht wird mit dem Ei der Astarte, das freut nur den Verwirbeler, den Durcheinanderwerfer, den Diabolos. Es ist ihm nicht gelungen, Jesus zum Götzendienst zu verführen, aber im Nachhinein konnte er seinen Namen mit den alten babylonischen Kulten beschmutzen.
Solche Dinge sind der Grund dafür, daß viele Juden und Moslems »die Christen« schlicht für Götzendiener halten. Es wird ihnen dadurch der Weg zu Christus verbaut. Hier ist unser Zeugnis – nämlich demonstratives Abstehen vom Götzendienst – gefragt.

Oft wird auf Kol. 2, 16 verwiesen, um die kirchliche Festpraxis zu rechtfertigen. Die hier von Paulus proklamierte Freiheit, Festtage zu heiligen oder eben auch nicht, bezieht sich jedoch ausschließlich auf die kanonischen jüdischen Festtage; niemand wird ernsthaft diese Freiheit auf Götzenfeste ausdehnen wollen. Es ist mir auch völlig unklar, mit welchen Argumenten wir unsere Kinder noch vor Halloween, Carneval und dergleichen Festen schützen wollen, wenn wir in Bezug auf die geweihten Nächte oder den Fruchtbarkeitskult der Aschera (Eastre, Ostara, Astarte) so locker sind. Wenn sich diese Art durchsetzt, in der häufig mit Weihnachten und Ostern umgegangen wird, dann wird Halloween wohl bald auch als christliches Fest angesehen werden. Mit der selben Willkür, mit der Sonnenanbetung mit der Geburt des Christus oder der Fruchtbarkeitskult der Aschera mit seiner Auferstehung verbunden wurde, könnte man auch das Halloween-Fest umdeuten (irgendeine Begründung wird den Theologen schon wieder einfallen). Dann stehen bald die Kürbisse in den Gemeindehäusern, wo jetzt mitunter schon die Weihnachtsbäume stehen. Wollen wir das?

Weiter wird pragmatisch darauf verwiesen, daß Weihnachten ja eine großartige Missionsgelegenheit wäre. Dabei wird übersehen, daß aus Fleisch nur Fleisch kommen kann, nicht aber dauerhafte geistliche Frucht. Frucht wächst nicht aus »guten Gelegenheiten« und Aktonismus, sondern aus dem Bleiben in Jesus. Joh. 15, 5: »Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, dieser bringt viel Frucht, denn außer mir könnt ihr nichts tun.« Wer aber ein Fest feiert, das Jesus selbst nicht feiert, der bleibt (in dieser Sache) nicht in ihm.
Wohin ein pragmatisches Herangehen an geistliche Dinge führt, sehen wir in 1. Chr. 13 an Ussa:
Zitat
7 Und sie fuhren die Lade Gottes auf einem neuen Wagen aus dem Hause Abinadabs weg; und Ussa und Achjo führten den Wagen.
 8 Und David und ganz Israel spielten vor Gott mit aller Kraft: mit Gesängen und mit Lauten und mit Harfen und mit Tamburinen und mit Zimbeln und mit Trompeten.
 9 Und als sie zur Tenne Kidon kamen, da streckte Ussa seine Hand aus, um die Lade anzufassen; denn die Rinder hatten sich losgerissen.
 10 Da entbrannte der Zorn s wider Ussa, und er schlug ihn, darum daß er seine Hand nach der Lade ausgestreckt hatte; und er starb daselbst vor Gott.

Aber, so wird gefragt, wo steht denn nun explicit in der Bibel, daß man nicht Weihnachten feiern dürfe? Natürlich sind Weihnachten und Ostern nicht erwähnt, die erste Gemeinde hatte ja hier auch noch gar kein Problem, weil niemand auf die Idee gekommen wäre, die Feste der heidnischen Umgebung mitzufeiern. Aber allgemein steht doch sehr viel Warnendes da über die heidnischen Kulte der Israel umgebenden Völker und besonders über den Kult der Astarte (Ashera) und der Baale.
Es steht schließlich auch nicht geschrieben, daß man keinen Mercedes Benz 300 SL stehlen soll. Es steht einfach da, daß man nicht stehlen soll und das reicht eigentlich demjenigen, der wirklich verstehen will. Die anderen klauen halt den Benz.
Man wende das Denkmodell (»in der Bibel steht nicht extra, daß ich nicht Ostern feiern darf, also nehme ich mir die Freiheit«) mal konsequent auf andere Bereiche an: Es steht zwar da, daß ich nicht ehebrechen darf, aber es steht nicht da, mit wem ich es nicht darf – also darf ich mit allen, die nicht namentlich erwähnt sind?
Es steht zwar da, daß ich nicht morden darf, aber die chaotischen Nachbarn, die mich jeden Tag mit ihren fahrbaren Stereoanlagen beschallen, sind nicht erwähnt – also die dürfte ich? Man soll zwar keine Äcker zusammenkaufen, aber von Energieversorgungskonzernen steht glücklicherweise nichts da – na fein.
Jeder, der ernstlich nach dem Willen Gottes fragt, wird schnell erkennen, daß man so nicht an geistliche Entscheidungsfindungen herangehen kann.

raejeschua

  • Gast
Re: Grundsätzliches (Feiertage)
« Antwort #2 am: 14 März 2007, 11:08:12 »
Ich habe hier zahlreiche Klagen darüber gelesen, dass Christen genuin heidnische Feiertage in christianisierter Form begehen. Dies halte ich für bedenklich.

Das wäre so, alsob Ihr Euch weigern würdet, das griechische Alphabet zu benutzen anstatt der hebräischen Kastenschrift, weil die Griechen ja Heiden waren.

Worauf es ankommt, ist doch die Botschaft - und die hat die Kirche doch christianisiert. Sogar auf kosten der Heiden, deren Feiertage in ihrem Sinne wesentlich bedeutungslos geworden sind.

Gruß,
Jan


So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats.
Kol. 2,16


Ein Kind Gottes lebt in der Freiheit des Geistes.

Es muss nicht Weihnachten feiern, da jeder Tag mit Gott ein Festtag ist.

Es darf am 25. Dezember mit andern Menschen zusammen sein und Essen und Trinken.  Oder auch an einem andern Tag.  Es muss nicht auf den Tag - das Datum achten.

Sein Blick ruht auf dem HERRN und es will in allem Seinen Willen tun.

Es muss keine Angst haben - sich kein schlechtes Gewissen machen lassen, das es sich versündigt, wenn es an einem bestimmten Tag ganz besonders an Geburt, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu gedenkt und es mit Menschen zusammen feiert, denen Tage noch wichtig sind.

Alles kommt auf die Gesinnung - die Beweggründe des Herzens an.




Stefan

  • Gast
Re: Grundsätzliches (Feiertage)
« Antwort #3 am: 14 März 2007, 11:42:08 »
Zitat von: raejeschua
Alles kommt auf die Gesinnung - die Beweggründe des Herzens an.

Warum wird dieses »Argument« immer gebracht, wenn es um Götzendienst geht, aber nie, wenn es z. B. um Diebstahl oder Mord geht?

raejeschua

  • Gast
Re: Grundsätzliches (Feiertage)
« Antwort #4 am: 14 März 2007, 14:27:02 »
Zitat von: raejeschua
Alles kommt auf die Gesinnung - die Beweggründe des Herzens an.

Warum wird dieses »Argument« immer gebracht, wenn es um Götzendienst geht, aber nie, wenn es z. B. um Diebstahl oder Mord geht?

Wir wachsen in der Erkenntnis Gottes.

Der Gewalttäter mordet ohne sich ein Gewissen zu machen.
Ein anderer hat nachher grosse Not, weil das Gewissen ihn plagt.
Der Moralist mordet nicht weil er sich an die Gesetze hält.
Das Kind Gottes weiss, dass Mord in den Augen Gottes schon bei den Gedanken anfängt und im beschimpfen "du Narr".

Viele Dinge hangen davon ab, wie nahe wir Gott Selbst sind.  Je näher wir Ihm sind, desto feiner wird unser empfinden, was in den Augen Gottes vollkommen und gut ist.

Weil wir am wachsen sind haben wir noch nicht von Anfang an dieses feine Gespühr für das Heilige und Reine.

Wir sollen unsere Mitmenschen nicht verurteilen - nicht richten.
Denn was ich heute als gut erkenne, kann ich morgen  als schlecht ansehen, weil ich was besseres erkannt habe.

Wäre das nicht so, so würden wir bei der Bekehrung auf der Stelle alles richtig erkannt haben und perfekt sein. Aber es ist ein langer Weg und wir werden wenn wir in Christus bleiben ein immer weiteres Herz für unsere Mitmenschen bekommen und zu uns selber streng sein.

Unsere eigenen Fehler gross sehen und die Fehler anderer mit der Liebe Gottes bedecken.

Das heisst nicht, das wir nicht sagen sollen was wir als richtig und gut erkannt haben.  Doch wollen wir dem andern die Zeit und Freiheit lassen ebenfalls dorthin zu gelangen. Denn Gottes Geist führt jeden Menschen ganz individuell.

Den andern verurteilen ,weil er noch gewisse Feiertage hält, wie z.B. den Sonntag oder den Sabbat - ist nicht recht.

Tue ich es im Blick auf Jesus so tue ich es für Ihn. Und auch wenn ich es nicht tun müsste, wird Gott es annehmen, da ich noch nicht so weit bin - erkannt zu haben was neutestamentlicher Gottesdienst bedeutet...

Stefan

  • Gast
Re: Grundsätzliches (Feiertage)
« Antwort #5 am: 14 März 2007, 14:48:04 »
Deine Erörterungen über die Wachstümlichkeit unseres Erkennens beantworten nicht die meine Frage, warum bestimmte Verfehlungen als objectiv dargestellt werden (»es ist falsch / verboten«) andere hingegen gern als subjectiv (»es kommt auf unser Herz, unsere Haltung an, ob es falsch / verboten ist«). Mit richten und verurteilen anderer hat das gar nichts zu tun.

Offline Roland

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Herzlich willkommen!
« Antwort #6 am: 14 März 2007, 20:32:38 »
Lieber Jan,

herzlich willkommen hier im Forum. Ich finde es prima, dass Du Dich gleich aktiv beteiligst.

Dein Vergleich
Zitat
Das wäre so, alsob Ihr Euch weigern würdet, das griechische Alphabet zu benutzen anstatt der hebräischen Kastenschrift, weil die Griechen ja Heiden waren.
ist nicht zutreffend, da es bei der Weihnachtsfeierei um etwas ganz anderes geht: Dieses Fest ist ursprünglich einem anderen Gott geweiht. Durch kirchenpolitische Beweggründe wird dieses Fest auf "Jesus" übertragen (einschl. aller Bräuche, wie z. B. Weihnachtsbaum usw.). Die Bibel lehrt, dass der lebendige GOTT ein eifernder GOTT ist und an solchem Götzendienst keinen Gefallen hat. In Deinem Bsp. fehlt dieser entscheidende Punkt. Deshalb finde ich Dein Bsp. mit der hebräischen Kastenschrift und dem griechischen Alphabet alles andere als zutreffend.

Shalom
Roland
« Letzte Änderung: 14 März 2007, 20:58:06 von admin »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

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Die Bibel spricht von jüdischen Feiertagen
« Antwort #7 am: 14 März 2007, 20:47:11 »
Liebe Maria,

Du zitierst Kolosser 2,16: So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats.

Wenn man den Kontext berücksichtigt, stellt man fest, dass dieses Wort GOTTES eine ganz andere Situation darstellt, denn es geht nicht um heidnische Feste, die "christianisiert" wurden, sondern um jüdische Festtage.

Das Wort "So" am Anfang des Verses hat einen begründenden und zurückweisenden Sinn. Was als grundlegende Wahrheit in Vers 14 von der Tilgung des Schuldbriefs bezeugt ist, hat ganz praktische Auswirkungen. Das Gesetz ist seiner Forderungs- und Anklagemacht verlustig gegangen.  Es steht nicht mehr gegen uns. Was das Gesetz fordert, wirkt im Glaubenden der GEIST. So sind auch die einzelnen Gebote des Gesetzes nicht mehr zwingend vorgeschrieben (z. B. die jüdischen Festtage).

Deshalb entlarvt Paulus die "heilsnotwendige" Verpflichtung, bestimmte (jüdische) Feste einzuhalten, als einen Angriff, das "CHRISTUS allein" zu entleeren. Die Feste Israels sind Heilsfeste gewesen, an denen sich das Volk der großen Heilstaten GOTTES erinnerte. Sie sind sicher auch für die Glaubenden des Neuen Bundes Anlass zu Lob und Dank, aber sie sind auf keinen Fall heilsnotwendig. Wiedergeborene Christen sind errettet, auch ohne dass sie bestimmte Feiertage einhalten. Der Neumond z. B. ist ein monatlich wiederkehrendes Fest in Israel (das Jahr war ein Mondjahr), an dem mit Trompetenklang und besonderen Opfern der Monat GOTT geweiht wurde (4. Mose 10,10; 4. Mose 28,11-15).

Jan hat aber etwas völlig anderes angesprochen. Es geht in seinem Posting nicht darum, jüdische Festtage für Christen als verbindlich zu erklären. Es geht ihm darum, heidnische Feiertage für Christen salonfähig zu machen. Und deshalb ist Stefan's Beitrag völlig zutreffend, der diese Feierlichkeiten als Götzendienst entlarvt. Das Wort GOTTES sagt ausdrücklich, dass wir dem Götzendienst fliehen sollen.

Shalom
Roland

« Letzte Änderung: 14 März 2007, 20:48:42 von admin »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ted

  • Gast
Re: Grundsätzliches (Feiertage)
« Antwort #8 am: 17 März 2007, 04:32:57 »
Hi alle, hier ist Ted (neu in diesem Forum).

Habe hier in diesem Thread, wie auch insgesamt in den Publikationen der HZG sehr viel lehrreiches gelesen. Ich freue mich, zu sehen, dass ich mit meinen Ansichten nicht alleine dastehe. Das tut gut bei all den Angriffen bis hin zu Verurteilungen, weniger seitens der Welt, als mehr seitens der konfessionellen/professionellen "Christenheit". Ich stehe wegen meines Glaubens sowohl bei der katholischen als auch der evangelischen Kirche unter dem Anathema. Bei Gott aber stehe ich nicht mehr unter dem Fluch, denn durch Seinen Sohn Jesus Christus bin ich gerettet.

In den obigen Postings steht eigentlich schon das wesentliche seitens der Bibel. Gut dass hier Gott selbst zu Wort kommt. Siehe auch die Schrift "Weihnachten (Julfest) - Was es ist, was es bringt und was es nimmt" (www.Hauszellengemeinde.de) sowie dort weitere Publikationen über Ostern usw...

Ich möchte also einfach nur meine eigenen Erfahrungen dazu beitragen.

Bereits bevor ich zu Jesus gekommen bin, war mir klar, dass das "Fest der Liebe" mit Liebe am allerwenigsten zu tun hat. Am allermeisten jedoch mit Geld, Geschenken, zwanghaften Zusammenkünften, bei denen es zumindest peinlich zuging, wenn nicht sogar offen Ärger ausbrach. Wirklich! Zu Weihnachten beobachtete ich stets, dass meine Mitmenschen trübsinnig bis depressiv wurden. Genauso an Silvester/Neujahr. Insbesondere meine Mutter, die ich nur als Kind gekannt habe, war davon sehr betroffen. Die Statistik berichtet dasselbe: die höchste Selbstmordrate an diesen Tagen des Jahres. Warum? Fest der Liebe? Fest des Gottes, der die Liebe ist?

Auch wurde mir gelehrt, das Ostern etwas mit Jesus zu tun haben sollte. Leiden, Tod, Auferstehung. Aber warum dann Osterhasen, Ostereier? Den Kids was vorlügen, eine Story wie die mit dem Weihnachtsmann? Warum auch hier: Geschenke kaufen.

Als denkendem Menschen gab mir das alles schon sehr zu "denken".

Und dann schenkte Gott mir die Erkenntnis der Gnade in Seinem Sohn Jesus Christus.

In der Anfangszeit meines Lebens in Christus fühlte ich mich natürlich "verpflichtet", jetzt erst recht, die "hohen kirchlichen Feiertage" im Blick auf meinen Herrn Jesus zu begehen. Leute unseres Hauskreises gingen damals an "heilig Abend" nach Stuttgart hinein, um für die Nichtsesshaften  Weihnachtslieder zu singen und ihnen Tee und Gebäck zu bringen. Ich tat ähnliches, indem ich (Musiker) an diesem Tag umsonst in Kneipen spielte, "um den einsamen Seelen Freude zu bringen" und dabei auch noch für einen "guten Zweck" zu sammeln.  Etwas "christliches" an dem "wichtigsten aller christlichen Feste". Oje.
Die Kneipen wurden (nach der üblichen "Bescherung" zuhause) auch brechend voll. Die, die kamen, waren froh, endlich dem Ritual entronnen zu sein. Endlich Party. Es war schal. Es stimmte etwas nicht. Auch hier, und das ist meine vielfältige Erfahrung, war keine wirkliche Freude, es war einfach ein allerseitiges Frusttrinken. Auch für mich... Wo war der Herr, dessen Fest der Freude Seines Kommens es doch angeblich sein sollte? Wo war Sein Segen? Die Wirte jedenfalls haben kräftig daran verdient.

Nun, ich wuchs weiter in der Lehre der Bibel. Ich las zuerst das Neue Testament (das ist ja das Testament meines Bundes mit Gott in Jesus Christus). Ich las es nicht einfach mal so durch, ich las es langsam, forschend, betend. Und wurde hellhörig, als Paulus davon schrieb, dass Irrlehrer kommen würden, die lehren, man solle gewisse Tage höher halten. In den im NT beschriebenen "Praktiken" (Jesus beim letzten Abendmahl: "...sooft ihr dies tut..."; Jesu Auftrag vor Heimgang zum Vater: "...gehet hin, taufet, lehret...; Apg: "...trafen sich ... blieben beständig in der Lehre/Brotbrechen/Gebet...") konnte ich keine festgelgten Tage wie in den Festen des Alten Bundes ausmachen. Mit Ausnahme der Taufe waren es vielmehr Handlungen, die von den Jüngern Jesu beständig und damit sogar oft vorgenommen wurden. Definitiv fand ich im NT kein einziges Fest und damit auch keinen bestimmten Tag, an dem es gefeiert werden sollte. Warum etwas hineinlesen, was gar nicht geschrieben steht?

Da ich während des Lesens des NT natürlich auch verweismässig mit dem AT (zunächst oberflächlich) konfrontiert wurde, bemerkte ich natürlich auch, dass "christliche Feier- oder Sondertage", wie z.B. der Sabbat ("Ruhetag") mit dem christlichen Ruhetag, dem Sonntag nicht übereinstimmten. "Mariää Himmelfahrt"? Wo steht das? "Heilige 3 Könige"? Hm, das waren keine Könige und schon gar keine "Heiligen". Das waren heidnische Magier, Sterndeuter aus dem Morgenland, so Richtung Babylon. Und wann kamen die? Wo steht das? Was wird am 6. Januar gemacht? Es wird Kasse gemacht mit den vielen, vielen  Kindern, die herumgeschickt werden um für ihre Kirchenorganisation Geld zu sammeln. Ein weiterer "christlicher" Feiertag, der offenkundig nicht im geringsten biblisch zu begründen ist, sondern, um es klar auszusprechen: es wird auch hier dem Götzen Mammon gedient.

Naja, ich kann und will hier jetzt nicht weiter auf Einzelheiten eingehen -das können andere viel profunder und haben's auch schon getan (siehe www.Hauszellengemeinde.de).

Mein Resümee: im AT steht doch, dass Gott Feste nicht will (sogar hasst), die Er nicht angeordnet hat, es ist Ihm ein Greuel, wenn man Ihn auf heidnische Weise zu ehren sucht. Das sollte doch eigentlich klar genug sein. Und all meiner Kenntnis des NT nach, hat Gott für Sein neues Bundesvolk aus den Nationen, der Gemeinde Christi, nicht ein einziges Fest für einen bestimmten Tag angeordnet.

Und schon gar nicht, dass der weltliche Geburtstag (der offenkundig unbekannt ist) Seines herrlichen Sohnes unter dem heidnischen Kultgegenstand Aschera ausgerechnet an dem höchsten Feiertag babylonischer/germanischer u.a. Gottheiten unter weltlicher Genusssucht und Frönen des Mammons begangen wird.

Ich meine, es sollte für Christen selbstverständlich sein (Stefan, an Dich: der Geist, den Gott in unsere Herzen gegeben hat gibt uns verheissungsgemäss das rechte Wollen nach Seinem Willen, siehe auch Römerbrief), sich von all solchem heidnischen Treiben klar zu distanzieren. Profil zeigen. Das Profil des Herrn Jesus. Was hat das Licht mit der Finsternis zu schaffen? Wir sollten Briefe Gottes an die Menschen sein, die das reine, unverfälschte  Wort Gottes enthalten. Ich meine nicht den Umschlag, sondern den Inhalt. Lieber einen verbeulten Wegweiser, der in die richtige Richtung weist, als ein wunderhübsch aussehender, der in die falsche Richtung zeigt (frei nach Jugendpfarrer Wilhelm Busch). Lieber eine törichte Predigt aus dem Wort Gottes ("in Erweisung des Geistes...") als eine rhetorisch geschliffene ("überredende") Predigt nach menschlicher Weisheit.

Gott will, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, und dahin kann nur Sein Geist leiten. Sein Wille geschehe!

Gnade und Friede von Gott, dem Vater, und Jesus Christus, dem Sohn Euch allen!

Ted
« Letzte Änderung: 17 März 2007, 04:53:52 von Ted »

Stefan

  • Gast
Re: Grundsätzliches (Feiertage)
« Antwort #9 am: 17 März 2007, 09:21:50 »
Lieber Ted, es war mir eine Freude und Ermutigung, Deinen zeugnishaften Beitrag zu lesen. Willkommen im Forum.

Offline Roland

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  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Klares Zeugnis
« Antwort #10 am: 17 März 2007, 14:53:15 »
Hallo Ted,

ich freue mich sehr, dass Du Dich im Forum angemeldet hast. Herzlich willkommen! Danke, dass Du mit Deinem klaren Zeugnis deutlich Profil zeigst. Ich freue mich auf weitere Beiträge von Dir!

Ich möchte noch auf die Bemerkung eines ehemaligen satanischen Zauberers hinweisen, der Christ wurde und die Befreiung JESU CHRISTI in seinem Leben erlebte:

Zitat
Ich wurde tatsächlich von jedem bösem Geist erlöst, der in mir lebte, und wurde komplett von meinen Sünden gereinigt. Allerdings als ich begann bibeltreue christliche Gemeinden zu besuchen, realisierte ich ganz schnell, daß sogar hier der Okkultismus seine Zeichen hinterlassen hatte. Es wurden und werden viele heidnische Feiertage und Sabbathe als sogenannte "christliche Feiertage" gefeiert.


Das ganze Zeugnis dieses Bruders kann hier gelesen werden.

Shalom
Roland
« Letzte Änderung: 17 März 2007, 15:23:27 von admin »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ted

  • Gast
"Christliche Prägung" - Konfirmation
« Antwort #11 am: 23 März 2007, 06:26:45 »
Stefan, Admin, danke für Euren Willkommensgruss! Hat mich sehr gefreut!

- Stefan, Deine Website ist ja noch eine Baustelle ;-)

- Admin, Danke für Deinen Einschub mit dem Zeugnis des Ex-Satanisten, zeigt das doch, dass unser Herr Jesus Christus alle Macht hat, JESUS IST DER SIEGER!

Ich möchte dazu gerne noch was aus meiner Erfahrung beitragen.

Ein vormals völlig Irregeleiteter, der Befreiung durch Jesus Christus erfährt, dessen Dank ist besonders tief und sehr gross, und solch einer kann berichten, Zeugnis ablegen von der Macht der Finsternis, die er an der eigenen Seele erlitten hat. Jesus Christus sei Dank und Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit, dass Er gekommen ist, zu suchen und zu retten, was verloren ist, die Werke Satans zu zerstören. So auch ich: niemals werde ich Ihm angemessen danken können für das, was Er für mich getan hat. Ich meine, solches können vor allem diejenigen nachempfinden, die von ganz unten, von draussen, ausserhalb des christlichen Kuschellagers kommen.

Ich erfahre immer wieder, dass es einen Unterschied macht, welche Kindheitsprägung ein Mensch mitbringt. Kommt jemand aus einer "christlichen" Umgebung, geschieht nach seiner Bekehrung zum Herrn

Jesus zunächst einmal eher eine Vertiefung der angelernten religösen Verhaltensmuster, die in der "Christenheit" gelehrt werden. Es wird ja auch betont "geh jetzt auch in die Versammlungen".
Von der Säuglingsbesprenkelung an bis zur "Konfirmation" und anschliessenden Jugendkreisen (oder "Kommunion" mit anschliessendem Dienst als Messdiener), werden die Kids getrimmt auf religiöse Verhaltensmuster nach den Lehren ihrer jeweiligen Konfession. Moment mal: ihrer Konfession? Ist es ihre Überzeugung? Die ihrer Eltern? Haben die überhaupt selbst eine, eine echte Überzeugung?

Als Kind lernt man einfach nur und hinterfragt erstmal nichts. Es ist halt so wie es ist. Die Eltern haben recht. Die Lehrer auch. Der Pfarrer - ausser Frage! Man ÜBERNIMMT alles, wie es einem geboten wird.

Und hier setzen Schwierigkeiten an, mit denen sich - soweit ich rings um mich her sehen kann (!) - ALLE, auch und vor allem die echt bekehrten Kinder Gottes herumplagen: mit einzementierten "christlichen"
Traditionen, neuerdings immer unter der Flagge "bibeltreue Gemeinde".
Ich sehe hier eine Konditionierung, wie sie auch in allen mir bekannten politischen/nationalen/ideologischen Richtungen vorgenommen wurde und wird. Ein aktuelles Beispiel: für libanesische Kinder ist es absolut selbstverständlich und wird auch nicht in Frage gestellt, dass es rühmlich ist, mit der Waffe in der Hand gegen Juden anzutreten. Feindbild. Hey, wo ist da der Unterschied zu den nationalsozialistischen Dogmen bei uns in D vor 70 Jahren??? Oder sinngemäss das mit dem Jihad ("heiliger Krieg" einer muslimischen Glaubensrichtung). Ich möchte festhalten: den Menschen wurde und wird zu allen Zeiten gemäss der jeweiligen Lehrmeinung von Kindesbeinen an eingeimpft, was gut und richtig sein soll.

Und ich meine, gerade die sogenannt "christliche" Erziehung macht es oftmals/meistens so schwer, Traditionen von der Lehre der Bibel zu unterscheiden. Ich habe da jede Menge Beispiele, die hier aber nicht reinpassen würden.

Genauso auch im Falle Weihnachten, Ostern, Kindsbesprenkelung, Konfirmation - das war schon immer so, das sagt "die Kirche", das machen alle, also muss es richtig sein. Ohne Rücksicht auf klare und deutliche Bibelworte, die jedem ernshaften, vom Geist Gottes erfüllten, wiedergeborenen Kind Gottes auffallen müss(t)en. Nein, sie achten Traditionen höher als das Wort Gottes. Eine Herde ohne geistliche

Hirten, die in die Irre geht. Ja, ich gebe zu, ich habe ein Problem zu begreifen warum/zu bejahen dass unser Herr und Hirte Jesus dieses zulässt. Aber es muss wohl so kommen. Die Vollendung der Weltgeschichte kann nicht kommen, ehe denn zuvor der grosse Abfall geschieht. Aber es tut mir weh. Ich sehne mich doch danach, dass der gute Hirte Seine Schafe vor den Wölfen (in Schafskleidern) bewahrt, dass der HERR JESUS CHRISTUS Sein Reich hier errichtet. Er wird's auch tun. Zu Seiner Zeit. Ja Herr Jesus, komm bald.

Bezogen auf geistliche Dinge, und das ist mir erst sehr viel später (nach meiner Bekehrung zum Herrn Jesus) bewusst geworden, kann uns Menschen einzig die im Wort Gottes offenbarte Wahrheit Klarheit verschaffen. Er, Gott, setzt die Massstäbe für richtig und falsch, gut und böse... Er, Er allein.

Rückblick: ich erinnere mich an ein für mich schlüsselhaftes Ereignis: nach ein paar Jahren meines Neuen Lebens in Jesus hatte ich eine Unterhaltung mit einem Bruder im Herrn Jesus. Er nahm einmal beiläufig die Formulierung in den Mund: "...du, der du von draussen kommst...". Das tat mir erstmal furchtbar weh. Ich fühlte mich ausgegrenzt. Zu dieser Zeit hatte ich mich eh schon oft gefragt hatte, warum Gott mich so spät berufen hat... hätte Er mich doch schon mit 16...18 Jahren berufen, dann hätte ich doch "vollzeitig in Seinen Dienst treten können", Theologie studieren, Bibelschule, Karriere als Pfarrer, Pastor... Ich fühlte mich als Christ 2. Wahl.
Heute aber sage ich mit Freude und Dankbarkeit: ich komme "von draussen" - ich war ein verlorenes Schaf, das der gute Hirte Jesus Christus suchen und einfangen musste. Er hat mich eingefangen und in Seinen Stall gebracht!

Nun denn, ich, der ich "von draussen komme" kenne diese Traditionen/Bräuche/Dogmen der Staatskirche nicht, besser gesagt, habe sie nie ernstlich als "geistlich", "biblisch" zu sehen gelernt - weil ich nicht
von Kindheit an drauf getrimmt worden bin. Ich bin nicht das Produkt einer "christlichen" Erziehung. Ich komme aus einem atheistischen Elternhaus. Ich sehe keinen nennenswerten Unterschied zwischen ev.
Konfirmation, kath. Kommunion, DDR-Jugenweihe oder Initialisierungszeremonien von Naturvölkern, die den lebendigen Gott JHWH nicht kennen. Meine eigenes Zeugnis (das ich in der Form auch schon von
etlichen anderen gehört habe) ist klar: dass ich damals mit 14 bei meiner mir verordneten, allgemein üblichen Routine-Konfirmation sehr wohl zu den reichlichen Geschenken, nicht aber zu Jesus "Ja" gesagt habe.

Konfirmation ist ja auch eins der "christlichen" Feste. By the way, hier im Ort (ein über die Grenzen hinaus bekanntes "christliches" Dorf) gibt es angesehene Gemeindeglieder, die voll Stolz ihre 50-jährige Konfirmation feiern!

Nun, ich bin jedenfalls bei meiner Konfirmation mit 14 offiziell in die "Gemeinde" aufgenommen worden. In welche Gemeinde? Nochmal: zu wem habe ich damals "ja" gesagt? Nicht zu Jesus Christus, sondern
zur Welt. Zu den Gütern und Reichtümern dieser Welt. ZUM MAMMAON.

Zum Zeitpunkt meiner Bekehrung war ich ein in Hinsicht auf "christliche Traditionen" unbeschriebenes Blatt. Doch leider, und das hat dem Herrn Jesus auch viel Mühe gemacht (Ihm sind alle Dinge möglich), musste Er mich erstmal befreien von all den Irrlehren aus anderen Religionen, aber darum soll's in diesem Thread ja nicht gehen. Doch jedenfalls hatte ich Gott sei Dank (!) nie eine tiefgehende Bindung an "christliche Traditionen/Feste".

Als ich mit knapp 24 Jahren bei einer Hocketse eines Trachtenvereins mit einem ev. Pfarrer eine Unterhaltung hatte, überlegte ich mir allen ernstes, ob ich nicht mein E-Technik-Studium abbrechen und ein Theologiestudium aufnehmen sollte! Wow. Thank Jesus, dass Er mich davor bewahrt hat. Heute weiss ich warum. Er hatte recht entschieden!
Ich stelle mir vor: hätte ich Theologie studiert und wäre dahin gekommen, mich als einen "Meister in der Schrift" zu sehen, und wäre ich dadurch auch in die von der evLK, FEG oder anderen Konfessionen etablierten Traditionen eingepflanzt worden - und wäre dann zum Glauben an den Herrn Jesus gekommen - ich hätte massive Schwierigkeiten bekommen.
Diesen Spagat zwischen Gott und der Welt hätte ich niemals vollbringen können. Was soll denn z.B. ein Pfarrer mit A13-Gehalt und Familie mit ein paar Kindern tun, wenn er die Erkenntnis bekommt, dass Weihnachten und Ostern heidnische Götzendienste sind wie das goldene Kalb Israels, dass Kindsbesprenkelung keine Taufe ist und das zwangsläufig folgende Fest der Konfirmation mit allen wohl auch ihm bekannten Auswüchsen (was ich da erlebt habe!) der Gipfel unbiblischer, widergöttlicher Machenschaften ist? Und er obendrein auf Anordnung seiner klerikalen Obrigkeit auch noch verbieten muss, dass sich ein Mitglied seiner "Gemeinde", das wirklich zum Glauben an Jesus Christus gekommen ist, taufen lässt. Ojeoje.

Erst 10 Jahre später, nach vielen Irrwegen, gab Er mir das Geschenk der Erkenntnis seiner "Amazing Grace" - der Vater zog mich zu Seinem überaus herrlichen Sohn Jesus!

Heute ist mir klar, warum der Herr Jesus mein Leben so gefügt hat. Zu meinem besten. Er hat alles richtig gemacht. Er kennt mich. Er liebt mich. Zu SEINER Zeit berief er mich, damit ich mit all meinen Erfahrungen umsomehr vor der Welt bezeugen kann, soll, will, was Er an mir Grosses getan hat. Und offenbar desgleichen auch bei dem von Dir, Admin, zitierten Ex-Satanisten.

Wie wunderbar ist die Gnade Gottes, die Er uns in Seinem Sohn Jesus Christus erwiesen hat! Der Wille JHWHs geschehen auf Erden wie im Himmel. Amen.
« Letzte Änderung: 23 März 2007, 06:41:09 von Ted »

Stefan

  • Gast
Re: Grundsätzliches (Feiertage)
« Antwort #12 am: 23 März 2007, 09:47:44 »
Ja, Ted,

das, was Du hier beschreibst, hat Jesus in einem Satz zusammengefaßt: Durch Eure Traditionen macht Ihr das Wort Gottes ungültig. (Mk. 7, 13).

Vorab eine Bemerkung zum Thema »Konfirmation«, das Du angeführt hast. Es erschreckt mich, daß zunehmend in Freikirchen (z. B. Brüdergemeinden, aber auch anderen), die ja keine Konfirmation haben, weil keine Kinder besprengt werden, die kirchliche Konfirmationspraxis unter anderem Namen kopiert wird. Der Hintergrund ist der, daß die Jugendlichen, die ja nicht an Jugendweihe oder Konfirmation teilnehmen, plötzlich ohne Initiationsritus dastehen, wenn alle Klassenkameraden einen solchen durchlaufen und jede Menge Geschenke abfassen. Einerseits hat man nun nicht den Mut, dies als Möglichkeit herauszustellen, »nicht gleichförmig dieser Welt zu sein«, andererseits kann man auch nicht gut die Jugendweihe empfehlen oder die Taufe soweit abwerten, daß mit 14 Jahren halt alle getauft würden. Also denkt man sich was aus, z. B. die Entlassung aus dem Bibelunterricht, um eine solche rituelle Feier mit Geschenken anbieten zu können. Obwohl man also ganz genau weiß, daß die Konfirmation biblisch unhaltbar ist, bietet man eine Kopie derselben an, weil man Angst hat, den Jugendlichen zu sagen, daß sie nicht Christus und die Welt gleichzeitig haben können. Es ist so peinlich!

Ich schiebe Deinen praktischen Ausführungen noch ein wenig Theorie hinterher:


A – Was das Wort zum Thema »Tradition« sagt
Das Wort, das im NT zumeist mit »Tradition« oder »Überlieferung« übersetzt wird, ist »paradosis« Wörtlich heißt es »das Beigegebene«, beschreibt also erst einmal ganz neutral, daß hier eine Information von einem zum anderen weitergegeben wurde. Wenn wir uns nun alle Vorkommen dieses Wortes sowie des dazugehörigen Verbs ansehen, stellen wir fest, daß es zwei Arten von Beigegebenen gibt.

Typ 1.: die Beigegebenen Gottes
Beispiel: »Demnach Brüder, stehet fest und haltet die Beigegebenen, die ihr gelehrt wurdet, sei es durch das Wort, sei es durch unsere Aufstellung (unseren Brief).« (2. Thess. 2, 15)
Typ 2.: die Beigegebenen der Menschen
Beispiel: »…durch Eure Beigegebenen (Überlieferungen, Traditionen) macht Ihr das Wort Gottes ungültig« (Mk. 7, 13)

In jeder einzelnen Schriftstelle ist aus dem Zusammenhang klar ersichtlich, ob es sich um den ersten oder um den zweiten Typ von Beigegebenen handelt. Sie sind klar und unmißverständlich voneinander abgegrenzt. Das, was uns Gott überliefert hat (Typ 1), können wir heute in der Bibel nachlesen.

Unsere Frage ist nun: Sind die Überlieferungen vom Typ 2 (Traditionen, menschliche Überlieferungen) eine Bereicherung und Ergänzung für die Überlieferung vom Typ 1 (Bibel) oder hat sich Gott solche Beigaben verbeten?

Zur Beantwortung zunächst 1. Kor. 4, 6:
»Dies aber, Brüder, habe ich … auf mich selbst und Apollos angewandt, damit Ihr an uns lernt, nicht auf die Dinge zu sinnen, die über das hinausgehen, was geschrieben steht, damit Ihr nicht aufgeblasen werdet …«
Die Situation war folgende: Die Korinther hatten ein fleischliches Gemeindeverständnis entwickelt und angefangen, die Gemeinde in Denominationen zu zerteilen. Paulus nutzt diese Fehlentwicklung, um sie (und uns) darüber zu belehren, daß die Ursache derselben war, daß sie ihre eigenen Vorstellungen neben das Wort Gottes gestellt hatten. Sie hatten in ihren Gemeindeangelegenheiten über das hinausgedacht, was Gott ihnen beigegeben hatte. Die Formulierung des Paulus läßt keinen Zweifel daran, daß die aktuelle Verfehlung (Denominationsbildung) zweitrangig ist. Es gab ja auch andere Verfehlungen in Korinth. Die Ursache der Verfehlungen sieht Paulus darin, daß die Korinther sich nicht darauf beschränkt haben, das Wort Gottes zur Grundlage Ihres Tuns und Denkens zu machen, sondern daß sie darüberhinaus andere Erkenntnisquellen in ihre Praxis haben einfließen lassen. Ihre Grundlage war eine Mischung aus göttlicher und menschlicher Lehre. Wir finden diese Vermischung übrigens in Reinkultur in der Römisch-Katholischen Kirche, wo ganz offiziell die Schrift nur eine Offenbarungsquelle neben anderen ist, die Traditionen der kirchlichen Überlieferung stehen gleichwertig daneben. Wer dies erst einmal akzeptiert, kann mit diesem Schema letztlich alles begründen und wird – spätestens einige Generationen später – im Götzendienst versinken (siehe RKK). Die Anfänge mögen recht unschuldig aussehen, aber wenn wir über die Schrift hinaus andere Überlieferungen akzeptieren, haben wir eine Weiche falsch gestellt, und wenn die Gleise auch anfangs noch fast parallel zueinander zu verlaufen scheinen, wird die Schiene Bibel+Tradition irgendwann auf ein recht finsteres Abstellgleis führen.

Auch in Röm. 12, 3 warnt Paulus davor, »über das hinaus zu denken, was zu denken bindend (verpflichtend) ist.« Bindend für unser Denken aber ist das Wort Gottes.

Sehen wir uns noch einmal Markus 7 an und lesen nach, ob die Kernaussage »…durch Eure Überlieferungen (Traditionen) macht Ihr das Wort Gottes ungültig« nur auf eine Situation beschränkt ist, oder ob sie allgemeingültig ist:
Der Textzusammenhang beginnt in Vers 1. Die Pharisäer und Schriftgelehrten hatten festgestellt, das Jesus und seine Jünger gegen die anerkannte Tradition – die Überlieferung der Ältesten – verstießen und fragten nach dem Weshalb. Statt das eigene Verhalten zu entschuldigen geht Jesus sofort in die Offensive und wirft ihnen Heuchelei vor, weil sie ihre eigenen, menschlichen Belehrungen neben und über das Wort Gottes gestellt haben. Die aktuelle Sache mit der Versorgung der Eltern nimmt Jesus nur zum Anlaß, um diesen allgemeinen Vorwurf zu illustrieren – genauso wie Paulus später den aktuellen Anlaß der Denominationsbildung in Korinth nur als Illustration verwendet, um ihnen vorzuwerfen: Ihr habt zugelassen, daß sich Euer eigenes Denken neben das Wort Gottes stellt. Dies führt in der Praxis immer dazu, daß sich Euer eigenes Denken über das Wort Gottes stellt.
Die Allgemeingültigkeit und Zeitlosigeit dieses Vorwurfes ist ganz offensichtlich: Jesus bezieht sich darauf, daß schon Jesaja diesbezüglich prophezeit hat, und um ganz ganz sicher zu gehen, daß nicht ein paar tausend Jahre später jemand kommt und sagt, hier wäre nur die Tempelgabe gemeint, schließt er ab: »solches und desgleichen tut Ihr vieles
Wenn wir die Verse 1 bis 13 im Zusammenhang lesen, sehen wir also, daß es sich um eine allgemeingültige Auseinandersetzung darüber gehandelt hat, ob es notwendig und erlaubt ist, Menschensatzungen zu halten. Die Pharisäer sagten: »Notwendig.« Jesus provoziert bewußt die Auseinandersetzung über die Traditionsfrage, indem er solche Satzungen mißachtet, und als sie ihn zur Brust nehmen wollen, dreht er den Spieß ’rum: »Ihr behauptet, man müßte Eure Satzungen halten, aber ich sage Euch: Wenn man anfängt, menschliche Überlieferungen zu halten, geht das immer zulasten der Beachtung göttlicher Gebote. Am Beispiel der Tempelgabe erkläre ich Euch das Prinzip und zeige Euch Eure Heuchelei, aber ich könnte Euch jederzeit noch dutzende andere Beispiele nennen.« Dabei ist ganz offensichtlich, daß der konkrete Anlaß austauschbar ist, denn auf die ursprüngliche Frage nach dem Händewaschen geht Jesus gar nicht mehr ein und greift willkürlich ein anderes Beispiel heraus um sein Anliegen darzustellen: Menschliche und göttliche Überlieferung stehen im Widerstreit gegeneinender, oder wie Paulus es formuliert hat:
»Die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott, weil sie sich dem Gesetz Gottes nicht unterordnet, denn sie vermag es auch nicht.« (Röm. 8, 7)

Zwingend zu beachten ist zu diesem Thema auch Kol, 2, 8:
»Hütet Euch, daß Euch niemand beraubt wegführe durch Philosophie und leere Täuschung gemäß der Beigegebenen (Traditionen, Überlieferungen) der Menschen, gemäß den Grundregeln der Welt und nicht gemäß Christus.«
Gibt es immer noch den Rest eines Zweifels, daß die Überlieferungen der Menschen (Typ 2) nicht christusgemäß sein können? Paulus ordnet sie dem Bereich der Welt zu, aus deren Herrschaftsbereich wir erlöst sind.

Wir haben bisher anhand der Schrift festgestellt, daß die Überlieferungen der Menschen
1. aufgeblasen machen
2. berauben
3. sich über das Wort Gottes erheben, wenn wir sie neben das Wort Gottes stellen

Daß hier nicht irgendwelche »weltlichen« Verfehlungen gemeint sind sondern ganz besonders das menschliche religiöse Bestreben, geht ja schon aus den Textbeispielen hervor. Vielleicht ist jetzt auch deutlich geworden, warum ich bei so Sachen wie Weihnachten und Ostern so wenig Spaß verstehe. Im Lichte der obenerwähnten Schriftbelege sind sie nur Symptome, die eigentliche Krankheit ist aber das Ungültigmachen des Wortes Gottes durch Menschensatzungen.

Ted

  • Gast
Der Schaden des Stellens von Menschenworten über GOTTES Wort
« Antwort #13 am: 23 März 2007, 20:46:23 »
Genau, Stefan. Mit solcherlei Treiben machen sie das Wort Gottes ungültig. Sie stellen Menschenlehre nicht nur daneben, sondern darüber.

Im Falle Weihnachten, Ostern ist das bei Kenntnis der geschichtlichen Zusammenhänge ohne weiteres klar, weil das Sätzen aus der Bibel direkt widerspricht.
Z.B.:
3Mo 20, 23:
Und wandelt nicht in den Satzungen der Heiden, die ich vor euch her werde ausstoßen. Denn solches alles haben sie getan, und ich habe einen Greuel an ihnen gehabt.
5Mo12, 30+31:
so hüte dich, daß du nicht in den Strick fallest ihnen nach, nachdem sie vertilgt sind vor dir, und nicht fragest nach ihren Göttern und sprechest: Wie diese Völker haben ihren Göttern gedient, also will ich auch tun. Du sollst nicht also dem HERRN, deinem Gott, tun; denn sie haben ihren Göttern getan alles, was dem HERRN ein Greuel ist und was er haßt, denn sie haben auch ihre Söhne und Töchter mit Feuer verbrannt ihren Göttern.

Im Falle der Konfirmation ist es zwar nicht direkt einem Wort Gottes widersprechend. Doch lehrmässig ist die Konfirmation die Fortsetzung der ihr zugrundeliegenden Irrlehre des Rituals der Kindsbesprenkelung.

Einschub: die Taufe ist wie doch folgt angeordnet (in Kurzform)
Apg2, 32:
Tut Busse und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi...
1. "Tut Busse" = kehret um, wendet Euch dem Heiland zu
2. "lasse sich" = aktive Handlung aufgrund persönlicher Entscheidung
--> "die nun sein Wort annahmen, liessen sich Taufen" (Apg 2,41)
3. "taufen" = untertauchen (äusserliche Bezeugung der innerlich vorangegangenen Geistestaufe, symbolische Sichtbarmachung für "mit Jesus gestorben/auferstanden")
--> man kann äusserlich nur sichtbar machen, was innerlich bereits geschehen ist.
4. "auf den Namen Jesu Christi" = nicht nur verbal, sondern inhaltlich, also dem Willen Jesu entsprechend

Das also sagt die Bibel.

In der Konfirmationslehre jedoch wird nun den Menschen nochmals nachdrücklich eingeschärft, dass dieser passive Akt der Kindsbesprenkelung "die Taufe" war und die Konfirmanden nun "Christen" sind.

Wie viele werden so in falscher Sicherheit gewiegt ("mit mir ist doch alles in Ordnung, ich bin doch Christ..."), ihnen wird Friede gepredigt, wo kein Friede ist! Ohne echte Hinwendung zu Jesus mit anschliessender Glaubenstaufe - kein Friede mit Gott!

Weiterhin ist es in den LK untersagt, sich "wiedertaufen" zu lassen.
Jedoch:
1. die Kindsbesprenkelung ist weder dem Wesen noch der Ausführung nach die biblische Taufe (siehe oben)
2. somit ist eine der Bekehrung zu Jesus folgende echte Taufe in Seinem Namen (also nach Seinem Willen) also auch keine "Wiedertaufe", sondern das vorige war nichts.
3. man bedenke hierbei auch, dass den Jüngern des Johannes, die sich von Johannes taufen (sogar untertauchen!) liessen (vor ihrer Bekehrung zum Herrn Jesus!) später gesagt wurde (nach ihrer Bekehrung!), ihnen fehle noch die Taufe auf den Namen des Herrn Jesus (siehe Apg19,3-5). Also auch hier keine "Wiedertaufe", sondern erstmals die wirkliche, vom Herrn Jesus aufgetragene Taufe.

Fazit: die Folgen der Konfirmation als leeres Ritual, die Fortsetzung der ihr zugrundeliegenden Irrlehre des Rituals der Kindsbesprenkelung sind gravierend. Denn dadurch, also mehr oder weniger indirekt, werden Menschen davon abgehalten, den Worten des Herrn Jesus nicht zu gehorchen.
Es wird also dem Auftrag des Herrn Jesus direkt widersprochen. Mit der Folge, dass wiedergeborene Christen sich nicht Taufen lassen. Und noch schlimmer: ich bin schon so vielen Menschen begegnet, die meinen, sie seien "Christen", nur weil sie die beschriebenen Rituale durchlaufen haben.
Erst kürzlich schaute mich wieder einer ganz entrüstet an und sagte "Ich bin Christ. Ich bin doch getauft und konfirmiert. Ausserdem bin ich doch ein guter Mensch". Meine Frage, ob er Jesus Christus kennt, beantwortete es mit einem klaren "Nein".

Sieht man hier nicht in aller Deutlichkeit, welchen Schaden unbilische, gar widerbiblische Traditionen und Lehren anrichten!
Damit wird doch nur einem Vorschub geleistet:
Dem Gott dieser Welt (Satan), der den Ungläubigen den Sinn verblendet hat, daß sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Klarheit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes. (siehe 2Kor 4, 4)

p.s. meine eigene Taufe empfand ich als ein wunderbares Geschenk meines Herrn Jesus. Und dieses herrliche Geschenk Gottes an seine Kinder will der Widersacher Gottes rauben. Das erachte ich als einen grossen Verlust.
Ich sehe die Taufe nicht als lästige Pflichterfüllung im Sinne des vielzitierten und meist falsch aufgefassten "Glaubensgehorsams". Jesus will für uns doch stets das Allerbeste, er hält es für uns bereit, wir müssen es nur ergreifen.
Last but not least: wie gross die Bedeutung dieses Geschenkes der Glaubenstaufe ist, kann mann doch auch daran ermessen, dass dem Widersacher so viel daran liegt, es den Menschen wegzunehmen. Wieviele sind schon verfolgt, gerädert, gevierteilt, verbrannt worden wegen ihres durch die Glaubenstaufe zur Schau gestellten Zeugnisses für ihr wahres Leben in Christus!
« Letzte Änderung: 23 März 2007, 20:58:36 von Ted »