Autor Thema: Die Bibel verspricht Freiheit ???  (Gelesen 1696 mal)

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Die Bibel verspricht Freiheit ???
« am: 26 Dezember 2006, 21:21:00 »
Ich bin seit 15 Jahren Christin und bin seit dieser Zeit von einer Gemeinde in die andere gewandert, immer auf der Suche meinen Gott  dort zu finden und die Bibel als Liebesbriet von Gott an mich zu  verstehen. Aber leider hat mich das Gemeindeleben weiter weg von allem  gebracht als mir das lieb ist. Ich verspüre beim Bibellesen nur noch Druck  und ich habe sie heute sogar bis auf weiteres auf Eis gelegt. Muss man  studiert haben um das alles zu verstehen ??? Mich macht das alles nur  noch durcheinander und ich habe von dem ganzen gefrömmel die Nase  gestrichen voll. WIE kann ich die Bibel für mich ganz alleine entdecken ???

Offline Roland

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Re: Die Bibel verspricht Freiheit ???
« Antwort #1 am: 02 Januar 2007, 00:04:24 »
Hallo,
vielen Dank für Deine offenen Worte.

Ich bin der Ansicht, dass man nicht "theologisch geschult" sein muss, um die Bibel lesen und verstehen zu können. Die beste Zurüstung dafür ist und bleibt noch immer die Gabe des HEILIGEN GEISTES, die GOTT denen gegeben hat, die Ihm gehorchen (Apg 5, 32). Zudem hat es noch zu keiner Zeit so viele gute Übersetzungen gegeben wie heute, und ständig mehren sich die Bemühungen der Fachgelehrten (Theologen, Sprachwissenschaftler, Archäologen usw.), die Botschaft der Heiligen Schrift mit den sprachlichen Mitteln der Gegenwart für den Menschen unserer Tage so genau und so verständlich wie möglich wiederzugeben.

Ein Christ darf deshalb das Bibelstudium nicht nur denen überlassen, die dafür eine  "Ausbildung" gemacht haben und dann als "Spezialisten" gelten.  Wer im Laufe seiner Christusnachfolge nicht lernt, durch Studium der Bibel für sich und  andere Nutzen und Substanz aus dem Wort GOTTES zu ziehen und sich nur auf die  "vorgekauten" Gedanken einiger weniger "Spezialisten" verlässt, der kann nicht wirklich geistlich wachsen.
Es ist GOTTES Wille, dass wir lernen, die Bibel nicht nur zu lesen, sondern auch zu studieren.

In diesem Zusammenhang ein Zitat: "Zum Verständnis der Bibel ist eine gedankliche Anstrengung unumgänglich. Aber es  soll auch betont werden, daß diese Anstrengung von GOTT gewollt und zu unserer  Erziehung notwendig ist. GOTT wollte uns in der Bibel nicht fix und fertige Gedanken  liefern, die wir blindlings übernehmen könnten und genausowenig ein Gesetzbuch, in  dem wir im voraus die Lösung aller möglichen Gewissenskonflikte finden. Er weiß,  daß wir einen glücklichen Fund erst nach geduldigem Suchen wirklich zu schätzen  wissen."

Die Bibel spricht sehr deutlich über die Notwendigkeit des Bibelstudiums.
Jes.34,16
Suchet nun in dem Buch des Herrn und lest.
Joh.5,39
Ihr suchet in der Schrift...und sie ist es, die von mir zeugt.
Apg.17,11
Sie forschten täglich in der Schrift...
2.Petr.1,19
Achtet auf das prophetische Wort...
Besonders der Psalm 119 betont und beleuchtet den Wert des Bibelstudiums.
Ps.119,14
Ich freue mich über den Weg, den deine Mahnungen zeigen, wie über
großen Reichtum.

Ps.119,148
Ich wache auf,...nachzusinnen über dein Wort.

Alle Menschen der Bibel, die mit GOTT und für GOTT etwas ausgerichtet haben, waren  Menschen, die das Studium des Wortes GOTTES ernstgenommen haben.  Josua war ein Mann, dem GOTT das Bibelstudium unmissverständlich ans Herz gelegt  hat (Jos.1,7-8).  Esra war ein Mann des Bibelstudiums (Esra 7,10).  Die Leute von Beröa forschten täglich in der Schrift, ob es sich so verhielte  (Apg.17,10-12).
Der HERR JESUS ist unser Vorbild auch im Hinblick auf das Bibelstudium.  Man hat errechnet, daß von 1.800 Versen der Reden Jesu in den Evangelien ca. 180  Stellen, d.h. 10%, wörtliche Zitate oder unmittelbare Anspielungen auf atml.  Offenbarungen in der Schrift sind.  Allein in den Worten JESU, die überliefert sind, zitiert er 22 verschiedene Bücher des  AT. Immer wieder sagte Er: Habt ihr nie gelesen..., oder: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben...? (Mt.12,3.5 / Joh.10,34). Eine solche Kenntnis der Bibel kann man sich nur durch ein ernsthaftes und  anhaltendes Bibelstudium erwerben, was damals ja viel schwieriger war als heute.  JESUS kannte den tieferen Sinn der Schriften, ihre prophetische Bedeutung und ihren  genauen Wortlaut. Sogar seine Feinde sagten anerkennend: Wie kann dieser sich in  der Schrift auskennen, die er doch gar nicht gelernt hat?  (Joh.7,15).  Die Apostel waren ungelehrte und einfache Leute.  (Apg.4,13).  Sie waren Laien, hatten keine theologische Ausbildung genossen oder studiert.  Aber sie sind dem Beispiel ihres Meisters gefolgt im Studium der Bibel.  Ihre Predigten zeigen, daß sie dauernd auf die Aussagen des AT zurückgreifen.  Die Hälfte ihrer Reden sind wörtliche Zitate.
 
Offenbarung des Johannes: Hier finden sich 245 Zitate und Anspielungen auf atml. Verse.
Hebräerbrief: Er enthält 85 Hinweise auf atml. Gedankengut. Was für eine Kenntnis hatte  der Schreiber doch von den Bildern und der Botschaft des AT!
Apollos war sehr bewandert in der Heiligen Schrift (Apg.18,24).
Die Ältesten werden in der Bibel als Menschen gezeigt, ...die da arbeiten (sich  mühen) im Wort und in der Lehre (1.Tim.5,17).

Fazit: Die Bibel zu lesen ist eine Sache. Die Bibel zu studieren, sie dadurch gut zu kennen und in ihr zu leben, ist eine andere  Sache! Wir sind also herausgefordert, den Wert des Bibelstudiums zu entdecken!

Ich denke, dass dies eine gute Möglichkeit ist, wieder mehr Freude bei der Beschäftigung mit GOTTES Wort zu bekommen: Nicht die Bibel lesen, sondern studieren! Zum Bibelstudium gibt es gute Hilsmittel (Konkordanz, Software [z. T. gratis] usw.).

Vielleicht kannst Du dann gemeinsam mit dem Psalmisten sprechen:
Ich freue mich über Dein Wort wie einer, der große Beute findet.  (Psalm 119, 162)

Shalom
Roland

Literatur: efg-hohenstaufenstr.
« Letzte Änderung: 02 Januar 2007, 00:06:16 von admin »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!