Autor Thema: Sabbatgebot  (Gelesen 3126 mal)

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Gast

  • Gast
Sabbatgebot
« am: 25 Dezember 2006, 16:57:05 »
Hallo,
z. Zt. beschäftigt mich sehr das Sabbatgebot u. a. auch deswegen, da
ein Freund von uns den Sabbat nun von Freitag abend bis Samstag abend
praktiziert und nicht mehr, oder nur noch selten zum Sonntagsgottesdienst
geht. Was ist eure Meinung dazu. Wir sollen den Sabbat heiligen - ja,
aber heisst das, dass wir den Sabbat wie die Juden pflegen sollen? Und
ist wirklich der Sabbat von Freitag abend bis Samstag. Gilt hier
tatsächlich: Wer ein Gesetz übertritt, übertritt das ganze Gesetz. Das
jüdische Gesetz besteht aber nicht nur aus den 10 Geboten und ich dachte bis heute, dass wir nicht mehr aus Gesetz, sonden aus Gnade leben und im
Neuen Testament ist das Sabbatgebot das Einzige der 10 Gebote, das nicht mehr erwähnt wird. Ich bin z. Zt. sehr verwirrt über dieser Frage, da
ich bisher mindestens genauso viele Argumente dafür wie auch dagegen
gesammelt habe.
Was ist eure Meinung dazu?

Herzlichen Dank und Gott segne euch

Stefan

  • Gast
Re: Sabbatgebot
« Antwort #1 am: 25 Dezember 2006, 17:35:21 »
Lieber Gast,

wir müssen gar nicht unbedingt Tage heilighalten. Wenn dies aber jemand will, dann natürlich den letzten Tag und nicht den ersten. Dies ist völlig in Ordnung, solange er daraus kein Gesetz für andere macht. Wenn Du Dich mit dem Thema ausführlicher beschäftigen willst, kannst Du auf meiner Seite www.herausgerufene.de den oberen Artikel herunterladen, der genau dieses Thema behandelt. Wenn Du ihn lieber als gedrucktes Heft willst, schicke mir eine Nachricht.

Herzliche Grüße, Stefan

Offline Roland

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Re: Sabbatgebot
« Antwort #2 am: 25 Dezember 2006, 17:56:35 »
Hallo,
um Dein Posting beantworten zu können, möchte ich gerne auf folgende Fragen eingehen:

1. Wann wurde der Sabbat zum ersten Mal Menschen zu halten geboten?
2. Wem wurde das Sabbatgebot gegeben, einem Volk oder allen Menschen?
3. Welche Absicht verfolgte GOTT bei der Stiftung dieses Gebots?

Im Schöpfungsbericht (1. Mose 2, 2.3) findet der 7. Tag zum ersten Mal Erwähnung. Und also vollendete GOTT am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen Seinen Werken, die er machte. Und GOTT segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, darum daß er an demselben geruht hatte von allen Seinen Werken, die GOTT schuf und machte. Diese Stelle veranlaßt manche zu der Behauptung, daß der Sabbat von der Zeit des Paradieses an den Menschen geboten wurde. Doch was sagt die Schrift hier tatsächlich? GOTT ruhte am 7. Tag von seinen Werken. Kein Wort davon, daß damals dieser Tag oder irgendein anderer Tag dem Menschen als Ruhetag gegeben wurde. Ferner gilt es zu beachten, daß das Wort "Sabbat" hier nicht erwähnt wird, und wir es auch in den darauf folgenden Jahrtausenden biblischer Geschichte bis zum Auszug des Volkes Israel aus Ägypten nicht ein einziges Mal finden.

Bei der Sammlung des Mannas stoßen wir zum 1. Mal auf das Wort "Sabbat". Aus den Weisungen Moses an die Juden geht hervor, dass er sie nicht daran erinnert, einen Tag zu halten, den sie bereits zu halten gewohnt waren. Seine sorgfältige Erklärung zeigt deutlich, dass der Sabbattag etwas neues für die Israeliten war: Morgen ist der Sabbat der heiligen Ruhe des HERRN ... sechs Tage sollt ihr sammeln; aber der siebente Tag ist der Sabbat, an dem wird nichts da sein. ... Sehet, der HERR hat euch den Sabbat gegeben; darum gibt er euch am sechsten Tage zweier Tage Brot. So bleibe nun ein jeglicher in dem Seinen und niemand gehe heraus von seinem Ort des siebenten Tages. (2.Mose 16,23.26.29.) - Diese Anweisung bezüglich des Sabbats wurde vorausschauend auf das formelle Geben des Sabbatgebots auf dem Berg Sinai erlassen. Hier machte GOTT mit Israel einen Bund, der auch die 10 Gebote enthielt. Das vierte Gebot lautet:
Gedenke des Sabbattags, daß du ihn heiligest! Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken; aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines GOTTES; da sollst du kein Werk tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, war darinnen ist, und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. (2.Mose 20:8-11.)

Dass den Israeliten das Sabbatgebot erst nach ihrer Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei in der Wildnis des Sinai gegeben wurde, wird von Nehemia (9:13,14) bezeugt: Und bist herabgestiegen auf den Berg Sinai und hast mit ihnen vom Himmel geredet ... und deinen heiligen Sabbat ihnen kundgetan .... Nehemia sagt nicht, daß GOTT sie an den heiligen Sabbat erinnerte, sondern denselben ihnen kundtat, ein eindeutiger Beweis, daß es für sie ein neues Gebot war.

Moses, der Mittler des Alten Bundes, erklärt zum selben Thema: Der HERR, unser GOTT, hat einen Bund mit uns gemacht am Horeb und hat nicht mit unsern Vätern diesen Bund gemacht, sondern mit uns, die wir hier sind heutigentages und alle leben.   (5.Mose 5:2,3.) Dass der hier von Mose erwähnte Bund das Sabbatgebot einschließt, wird durch die folgenden Verse bewiesen, in denen alle 10 Gebote aufgeführt werden. Erneut sehen wir, der Sabbat wurde von GOTT niemandem vorher, auch den Erzvätern nicht, geboten. Am Beispiel der Beschneidung wird deutlich, daß sehr wohl auch Gebote, die von GOTT bereits früher gegeben wurden, in den Bund mit Israel Aufnahme fanden. Doch sie werden im biblischen Bericht auch schon früher erwähnt (1.Mose 17:12), was bei dem Sabbatgebot nicht der Fall ist.

Unsere 2. Frage - Wem wurde das Sabbatgebot gegeben? - haben uns die angeführten Stellen bereits teilweise beantwortet. Nicht den Stammvätern, sondern dem befreiten Israel. In 2.Mose 31,16.17 wird uns gezeigt, daß auch die Nachkommen der am Sinai Versammelten eingeschlossen sind: Darum sollen die Kinder Israel den Sabbat halten, dass sie ihn auch bei ihren Nachkommen halten zum ewigen Bund. Er ist ein ewiges Zeichen zwischen Mir und den Kindern Israel. Die Formulierungen ewiger Bund und ewiges Zeichen werden oft im Alten Bund gebraucht, so z. B. in Verbindung mit dem Passahfest' dem Räuchern von Weihrauch und den Vorrechten der Priester (2.Mose 12,14; 30,8; 3. Mose 6,6-11). - Wir sehen, es wäre übereilt zu meinen, daß ewiges Zeichen hier im Sinne "für alle Zeiten" zu verstehen wäre.

Bei unserer vorliegenden Frage sind auch die Einleitungsworte zu den 10 Geboten äußerst aufschlußreich, indem sie uns zeigen wem sie gegeben wurden: Ich bin der HERR, dein GOTT, Der Ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause geführt habe  (2.Mose 20,2). Das Du, welches sich in allen Geboten wiederholt, begrenzt die 10 Gebote auf jenes Volk, das in der Einleitung ausdrücklich genannt wurde. Welches Volk war es? Das aus Ägyptenland, aus dem Diensthause geführte Israel, die fleischlichen Nachkommen von Jakob.

Es gibt andere Schriftstellen, die bestätigen, daß der Sabbat ausschließlich dem fleischlichen Israel gegeben wurde. Beachten wir das Folgende: Denke daran, daß du auch Knecht in Ägyptenland warest und der HERR, dein GOTT, dich von dort ausgeführt hat mit einer mächtigen Hand und ausgestrecktem Arm.   D a r u m   hat dir der HERR, dein GOTT, geboten, daß du den Sabbattag halten sollst.  (5.Mose 5,15). Hier wird uns offenbart, daß die Juden den Sabbat auch zum Gedächtnis an ihre Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei feiern sollten. Für die Heidenvölker, denen ähnliches nicht geschah, hat er keine Bedeutung.

Durch den Propheten Hesekiel (20,12) macht GOTT eindeutig klar, dass der Sabbat ein Zeichen zwischen ihm und den lsraeliten sein sollte: Ich gab ihnen auch meine Sabbate zum Zeichen zwischen mir und ihnen ...  Hätte GOTT den Sabbat allen Völkern gegeben, dann wäre er kein Zeichen mit einem bestimmten Volk. - Wenn ein junger Mann seiner Braut einen goldenen Ring schenkt, dann ist dies ein bedeutsames Zeichen; schenkt er aber jedem Mädchen, dem er begegnet, einen Ring, dann wäre dies kein Zeichen für irgendetwas - es sei denn dafür, dass er äußerst eigenartig ist.

In den vorangegangenen Bibelstellen wird uns auch Antwort auf unsere 3. Frage: Welche Absicht verfolgte GOTT, als er das Sabbatgebot gab? Neben der barmherzigen Sorge GOTTES für das körperliche Ausruhen seines Volkes sollte es ein Zeichen zwischen ihm und seinem auserwählten Volk sein (Hes. 20,12; 2. Mose 31,16.17). Ferner sollte dieser Ruhetag die Israeliten an die Tage ihrer Sklaverei erinnern. Als Sklaven kannten sie keine Ruhe! Weiter sollten sie dadurch immer wieder daran erinnert werden   w e r   sie befreite, nämlich ihr treuer GOTT. Auch sollte dieser Tag sie mahnen, ihre eigenen Knechte nicht auszubeuten, sondern ihnen Ruhe zu gönnen. Und weil es sich um einen Ruhetag handelte, wählte GOTT jenen 7. Tag der Woche, an dem er selbst nach der Schöpfung ruhte.

Keinesfalls dürfen wir hier übersehen, daß das Sabbatgebot vom Wesen des Alten Bundes geprägt ist und darum auf die Volks- und Staatsreligion Israels sowie die südlichen Breiten Kanaans zugeschnitten war. Man denke nur an die Anordnungen wie Ihr sollt kein Feuer anzünden am Sabbattag in allen euren Wohnungen  (2.Mose 35,3);  der Fremdling, der in deinen Toren ist darf ebenfalls nicht arbeiten (2.Mose 20:10) usw. Auch die Strafen bei Übertretung des Sabbats entsprechen dem Wesen der jüdischen Volkskirche. Wer ihn entheiligt, der soll des Todes sterben. Denn wer eine Arbeit da tut, des Seele soll ausgerottet werden von seinem Volk (2.Mose 31,14). Dass dies nicht symbolisch zu verstehen war, zeigt die Steinigung eines Mannes, der am Sabbat Holz sammelte (4. Mose 15,32-35). Das alles gehört nach der Schrift zum Sabbatgebot, wie es im Alten Bund gestiftet wurde.

Das Alte Testament berechtigt uns, die zu Beginn gestellten Fragen in folgender Weise zu beantworten:

Das Wort Sabbat wird zum 1. Mal kurz nach dem Auszug der Kinder Israels aus Ägypten erwähnt und damals war es auch, daß GOTT in der Wildnis des Sinai diesen Tag kund tat und zu heiligen gebot.
Das Sabbatgebot wurde dem fleischlichen Israel, also den Nachkommen Jakobs, die aus der Sklaverei Ägyptens befreit wurden, sowie deren Nachkommen gegeben.
Dieser wöchentliche Ruhetag sollte Israel an die Zeiten der Sklaverei und ihre Befreiung durch GOTT erinnern, sowie sie zur guten Behandlung ihrer Sklaven anspornen.
Er war ein Zeichen zwischen Israel und dem Schöpfergott, der seinem Bundesvolk diesen 7. Tag zu heiligen gebot, hatte er doch selbst nach der Schöpfung an ihm geruht.

Diese Wahrheiten machen es für jeden unvoreingenommenen Betrachter klar, daß nach dem Zeugnis des Alten Testaments allein dem fleischlichen Israel der Sabbat zu halten geboten war. Sollte das Sabbatgebot auch für den Christen gelten und darum für die Gemeinde des HERRN, dann müßte uns dies im Neuen Testament klar und deutlich aufgetragen worden sein.


Neues Testament und Sabbat

Bisher wurde deutlich, daß das Sabbatgebot zum 1. Mal in der Wildnis des Sinai Menschen gegeben wurde und zwar ausschließlich dem Volk Israel, also den fleischlichen Nachkommen Jakobs. Das Sabbatgebot, als eines der 10 Gebote, war ein Teil jenes Bundes, den GOTT mit diesem Volk am Sinai schloß. Die steinernen Tafeln, auf denen die zehn Worte standen, wurden deshalb auch Tafeln des Bundes  (Hebr.9,4) genannt und der Aufbewahrungsort dafür die Bundeslande  (1. Könige 8,9.21). Wir sehen also, daß es in unserer Frage nicht nur darum geht, welchen Tag wir halten sollen. Es geht um Grundlegenderes, nämlich, ob für den Christen das Gesetz des Alten Bundes verbindlich ist. Bereits als der Alte Bund noch in Kraft war, hat GOTT durch den Propheten Jeremia die Schließung eines neuen Bundes vorausgesagt. Das Neue Testament stellt unter Bezugnahme auf diese Prophezeiung ausdrücklich fest, daß durch CHRISTUS dieser Neue Bund gestiftet und damit der Alte Bund aufgehoben wurde. So heißt es im Hebräerbrief: Denn damit wird das vorige Gebot aufgehoben, darum daß es zu schwach und nichts nütze war; denn das Gesetz konnte nicht vollkommen machen; und wird eingeführt eine bessere Hoffnung, durch welche wir zu GOTT nahen (Hebr. 7,18.19).  Nun aber hat CHRISTUS ein besseres Amt erlangt als der eines besseren Bundes Mittler ist, welcher auch auf besseren Verheißungen steht; denn so jener, der erste untadelig gewesen wäre, würde nicht Raum zu einem zweiten gesucht. Er hebt das Erste auf, um das Zweite dafür als gültig hinzustellen. (Hebr. 8,6.7.)

Vielleicht denkt jetzt mancher, gewiss, aus diesen Stellen geht eindeutig hervor, daß CHRISTUS den Alten Bund mit seinem Gesetz und seinen Geboten aufgehoben hat und durch seinen Neuen Bund ersetzte, aber würde das nicht dem widersprechen, was JESUS selbst zu Beginn seiner Wirksamkeit in der Bergpredigt sagte? Da stellt er doch fest: Ihr sollt nicht wähnen, daß Ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch wahrlich: Bis dass Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis daß es alles geschehe.  (Matth.5,17.18). Geht CHRISTUS nicht so weit, den Bestand des Gesetzes bis zum Ende dieser Welt zuzusichern? Menschen, die im falschen Eifer ums Alte Gesetz dieses Jesuswort anführen, lesen es meist nicht zu Ende oder übersehen den wesentlichen Teil der Aussage CHRISTI, nämlich:  bis dass es alles geschehe, oder wie die Mengeübersetzung es ausdrückt bis alles in Erfüllung gegangen ist.  Dies deckt sich damit, daß er kam, das Gesetz zu erfüllen. Solange es noch nicht erfüllt ist, bis dahin wird es nicht vergehen. Sehen wir die Einschränkung? Übrigens, für seine Lehre stellt JESUS uneingeschränkt fest: Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte vergehen nicht!  (Lk.21,33). Wer die Evangelien aufmerksam liest, versteht sehr bald, warum der HEILAND vom Erfüllen des Gesetzes als von Seiner Aufgabe sprach. Immer wieder heißt es, daß er dies oder jenes vollbrachte, auf dass erfüllet ward, was geschrieben steht. Nach Seinem Wirken auf Erden sagt der Auferstandene zu den Jüngern: "Dies sind Meine Worte, die Ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch war: es müsse alles in Erfüllung gehen, was im mosaischen Gesetz, in den Propheten und den Psalmen von Mir geschrieben steht. (Lk. 24,44.) Das Gesetz sollte nicht vergehen bis alles in Erfüllung gegangen ist. Der Auferstandene bezeugt, daß alles in Erfüllung ging! Wem diese wahre Bedeutung der Worte JESU über das Gesetz einmal klar wurde, dem bereiten die Aussagen der Apostel CHRISTI über des Christen Verhältnis zum Alten Bund keinerlei Schwierigkeiten mehr. Er kann verstehen, warum der Vorhang des Tempels zerriss, als der Erfüller des Gesetzes am Kreuze starb. Er begreift die Worte des Paulus, daß CHRISTUS das Ende des Gesetzes ist (Röm.10,4), dass der Christ dem Gesetz getötet, ja los von ihm ist (Röm. 7,4.6). Er weiß, warum der HEILIGE GEIST bezeugt, dass CHRISTUS durch seinen Opfertod das Gesetz mit seinen in Satzungen gefaßten Geboten aufhob  (Eph. 2,14.15) und die durch ihre Satzungen gegen uns lautende Schuldschrift, die für unser Heil ein Hindernis bildete, ungültig gemacht und dadurch beseitigt hat, daß Er sie ans Kreuz heftete  (Kol.2,14 Menge). - Einem solchen Jünger ist ferner klar, daß das Alte Gesetz nur eine begrenzte Bedeutung als Erzieher auf CHRISTUS hatte, und darum bezeugt er mit Paulus: Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. (Gal.3:24,25.)

Um diese klaren Aussagen über des Christen Verhältnis zum Gesetz misszuverstehen, braucht man tatsächlich Hilfe. Schon in den Tagen der Apostel standen judaistische Irrlehrer bereit, mit solcher Hilfestellung, die Gemüter der Christen zu verwirren. Ähnliches geschieht leider auch heute. Um die klaren Aussagen des Neuen Testaments zu entkräften, wird behauptet, daß das alttestamentliche Gesetz aus einem sittlichen Teil und einem zeremoniellen Teil bestehe. Das Sittengesetz (d.h. vor allem die 10 Gebote) sei auch heute noch gültig, wogegen das Zeremonialgesetz durch CHRISTUS abgeschafft worden wäre. Ja, es heißt sogar: Das Sittengesetz ist von Gott selbst gegeben, also "Gesetz Gottes" oder "Gesetz des Herrn", wogegen das Zeremonialgesetz vielmehr durch Mose kam, also nur "Gesetz Mose" ist. Das klingt sehr klug, doch hat die Sache einen Haken. GOTTES Wort kennt eine solche Zweiteilung nicht. Die Kirchengeschichte zeigt, dass diese Theorie das Produkt mittelalterlicher Theologie ist. "Gesetz Mose" und "Gesetz GOTTES" bedeutet genau dasselbe in der Schrift. Das ganze alte Gesetz ist GOTTES Werk, aber es ist gleichermaßen ganz durch Mose überliefert worden! So heißt es z. B. in Nehemia (8,1.8; 10,3): das Buch des Gesetzes Moses ... das der HERR Israel geboten hat. ... Und sie lasen aus dem Buche, dem Gesetze GOTTES ... zu wandeln im Gesetz GOTTES, das durch Mose, den Knecht Gottes, gegeben ist.  (Siehe auch Lk. 2,22-24.)

Auch unser HERR selbst kannte jene künstliche Zweiteilung nicht. In Markus 7,10 leitet Er ein Schriftzitat mit den Worten ein: Denn Mose hat gesagt. Nach jener Theorie müßte nun ein Gebot des sogenannten Zeremonialgesetzes folgen, doch JESUS zitiert Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren", also eines der 10 Gebote. Wir sehen also deutlich, für die Heilige Schrift bilden alle gesetzlichen Anweisungen des Alten Bundes das Gesetz, und zwar als untrennbare Einheit. Und nirgendwo steht geschrieben, daß ein Teil dieses Gesetzes abgeschafft worden sei und ein anderer Teil noch Gültigkeit besitze!

Hierzu soll auch noch Paulus zu Worte kommen. Im Römerbrief weist er am Beispiel der Ehe nach, daß der Christ nicht an Gesetz und CHRISTUS gleichzeitig gebunden sein kann. Paulus stellt fest, daß Christen
dem Gesetz getötet sind,
vom Gesetz los sind,
eines anderen sind;
nämlich des Auferstandenen und mit CHRISTUS verbunden sind,  auf daß sie GOTT Frucht bringen.
Vom Gesetz los zu sein, bedeutet also keineswegs einen Freibrief zum Sündigen, zumal der Christ unter dem Gesetz CHRISTI steht (1. Kor. 9,21). Nach dem inspirierten Schreiber würden wir im geistlichen Ehebruch leben, wenn wir dem Gesetz anhangen und gleichzeitig mit CHRISTUS eins sind. Wir können nicht mit dem Gesetz und CHRISTUS zur gleichen Zeit vermählt sein. Darum sagt Paulus:
Also seid auch ihr getötet dem Gesetz durch den Leib CHRISTI, daß ihr eines andern seid, nämlich des, der von den Toten auferweckt ist, auf daß wir GOTT Frucht bringen (Röm. 7,4). Vielleicht wird eingewandt sicherlich meint Paulus hier mit Gesetz nicht die 10 Gebote. Lassen wir ihn selbst antworten: Denn ich wusste nichts von der Lust, wo das Gesetz nicht hätte gesagt: ,Laß dich nicht ~  (Röm.7,7.) Damit ist für jeden aufrichtigen Wahrheitssucher die Frage entschieden, ob Paulus mit Gesetz auch die 10 Gebote meint; denn er zitiert hier das 10. Gebot des Dekalogs.

Wie sollten also Christen den Sabbat halten müssen, wenn er Teil eines Gesetzes ist, dem sie in CHRISTUS getötet, ja von ihm los sind? - Nun können wir auch verstehen, warum die Apostel CHRISTI nach der Gründung der Gemeinde zu Pfingsten nirgends - und sie hatten es häufig mit Menschen aus dem Heidentum zu tun, denen das Sabbatgebot nicht geläufig war - warum sie nirgends den Christen den Sabbat zu halten geboten. Im Gegenteil, als Gemeinden, verführt von judaistischen Irrlehrern, das Halten von Tagen begannen, werden sie von Paulus dafür gerügt. So schreibt er an die Galater: Ihr haltet Tage und Monate und Feste und Jahre. Ich fürchte für euch, daß ich vielleicht umsonst an euch gearbeitet habe.  (Gal. 4,10.11.) Diese Aufzählung von jüdischen Festtagen schließt auch den Sabbat ein; denn nach dem Gesetz gab es wöchentliche, monatliche und jährliche Festtage (1. Chron. 23,30.31). Mit Tage ist offensichtlich der Sabbat gemeint, der wöchentlich zu halten war. Die Richtigkeit dieser Auslegung wird durch ein weiteres Mahnwort des Paulus bestätigt. So lasset nun niemand euch ein Gewissen machen über Speise oder über Trank oder über bestimmte Feiertage oder Neumonde oder Sabbate.  (Kol. 2,16.) Auch hier ist wieder von Jahresfesten, Monatsfesten und den Wochenfesten, nämlich den wöchentlichen Sabbaten die Rede. Weil manchen diese klare apostolische Aussage gegen das Halten des Sabbats nicht ins Konzept paßt, wird behauptet, daß hier nicht der gewöhnliche Wochensabbat, sondern jüdische Jahressabbate gemeint seien. Diese Verlegenheitsthese ist aus mindestens zwei Gründen unhaltbar:

Paulus hat am Anfang des Satzes jene Jahresfeste bereits erwähnt, eine Wiederholung wäre also sinnlos und  wir treffen auch sonst in den Evangelien und der Apostelgeschichte im Urtext das Wort Sabbat in der Mehrzahl an (Mk. 2,23; Apg. 13,14; 16,13) und niemand, auch wer sonst für den Sabbat eintritt, versteht etwas anderes als die gewöhnlichen Wochensabbate.
Es darf hier nicht verschwiegen werden, dass jegliches Vermengen des Evangeliums mit dem Alten Gesetz, was zum Auflegen von alttestamentlichen Geboten auf der Jünger Hälse und die Verwirrung ihrer Gewissen führt, von Paulus als Angriff auf das Evangelium CHRISTI selbst gewertet wird. Ja, er bezeugt durch den HEILIGEN GEIST, daß, wer solches lehrt, ein anderes Evangelium predigt und sich deshalb einen Fluch auflädt. Wie verhängnisvoll es ist, solchen Irrlehren zu folgen, macht Paulus den Galatern eindeutig klar: Ihr habt CHRISTUM verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen!  (Gal. 5,3). Darum rufe ich in aller Liebe, aber auch in allem Ernst einem jeden mit Paulus zu: So besteht nun in der Freiheit, zu der uns CHRISTUS befreit hat, und lasset euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen.  (Gal. 5,1)

Shalom
Roland

Quelle: Gemeinde CHRISTI


« Letzte Änderung: 25 Dezember 2006, 18:01:01 von admin »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!