Autor Thema: Geburtstag  (Gelesen 4500 mal)

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Stefan

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Geburtstag
« am: 11 Dezember 2006, 14:59:47 »
Letztens bin ich mit einem lieben Freund in eine Erörterung zum Thema Geburtstag geraten. Für ihn ist es genauso selbstverständlich, Geburtstage nicht zu feiern, wie Weihnachten und Ostern.
Nun ist ja die Sachlage (zumindest geringfügig) anders,  da hier nicht solch lästerliche Religionsvermischung vorliegt wie bei Weihnachten / Ostern. Trotzdem denke ich über seine Argumente nach. Er schreibt mir z. B.:

Zitat
Das, was einem bei Nichtfeiern dieser Feste [Geburtstag] entgegenschlägt, ist ganz vergleichbar mit dem, was man an Erfahrungen beim Unterlassen der (anderen) religiösen Mainstream-Praktiken  macht! Nämlich dieses Ausgestossen-Werden, sich nicht mehr mit der Welt eins machen, was diese befremdet und zu Anfeindungen führt. Bei unseren (katholischen) Verwandten ist das nicht Geburtstag-Feiern tw. noch ärger belegt worden, als das Nicht-Feiern der religiösen Feste! Auch im Alltag der Kinder (im Kindergarten gibt es X Geburtstage im Monat) ist dies ein starkes Zeugnis.
Die Wertigkeit dieses Festes in der Welt allein sollte uns schon aufhorchen lassen. … Ich bemerke auch, dass die Apologetik dieser Praktik ähnlich wie bei den übrigen Festen gehandhabt wird  - ebenso lautet aber auch deren Erwiderung:
das Argument, es selbst ja nicht so übertrieben wie die anderen zu feiern;
ggf. Gott an diesem Fest zu danken;
lieblos anderen gegenüber zu sein, wenn man es nicht feiert usw.
Dieselben "Argumente" kennen wir doch aus den Weihnachtsdiskussionen!…

Ich hänge für mich persönlich überhaupt nicht am Geburtstagfeiern, im Gegenteil. Meine Frage ist aber doch, ob das Maß an sozialer Isolation, das man sich bei einer totalen Geburtstagsverweigerung zuzieht, die Sache rechtfertigt.

Was meint Ihr dazu, wie handhabt Ihr das?

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Geburtstag
« Antwort #1 am: 12 Dezember 2006, 18:11:02 »
Warum man die eigene Geburt feiert habe ich noch nie so recht verstanden. Ggf bin ich da auch nicht so vorbelastet. Als Kind wollte mich keiner einladen, so war das nie ein großes Thema. Ich feiere eigentlich schon ab 12 Jahren meinen Geburtstag nicht mehr.

Was soll ich feiern ? Mich ? Die Geburt ? Das Datum ?

Dieser Ich-Bezug der Geburtstagsfeiern war mir schon immer zuwider. Der Gottlose sieht in seiner irdischen Gebundenheit natürlich nur sein fleischliches Dasein. Dieses muss dann auch zu jedem noch so bedeutungslosen Anlass gefeiert werden.
Mein Hoffnung liegt, um auf dieser Linie zu bleiben, eher im Tod. Das größte Fest werde ich am Tag meines Todes bei meinem Herrn Jesus feiern. Was sollte man auf diesem gefallenen Planeten feiern? Unsere geistlichen Tiefflüge ? Es wird höchste Zeit zu verstehen, Ehre dem zu geben, dem Ehre gebührt: Dem Vater und dem Sohn.

In unserer Gemeinde werden die "Geburtstagskinder" auch immer öffentlich geehrt. Wenn man nach dem Tag der Wiedergeburt suchen müsste, dann wäre diese Geburtstagsliste wohl um einiges kürzer ?

Gruß
Michael

Stefan

  • Gast
Re: Geburtstag
« Antwort #2 am: 12 Dezember 2006, 18:54:50 »
Es ist eine Sache, seinen eigenen Geburtstag zu ignorieren, eine andere, in seiner Familie durchzusetzen, daß Geburtstage prinzipiell nicht zu feiern sind, was bedeutet: Elterngeburtstage boykottieren, Kinder (und meine Kinder sind sehr oft eingeladen) nicht mehr zu Geburtstagen gehen lassen, Geschenke zurückweisen usw.
Seinen eigenen Geburtstag zu vernachlässigen, halte ich für ein Zeichen geistlicher Reife – etwa so, wie Du schreibst – warum sollte man sich selbst so wichtig nehmen. Aber um obenbeschriebene Totalverweigerung durchzusetzen, bedürfte es stichhaltiger geistlicher Gründe, denn da kommen ja massive Widerstände auf. Gibt es solche zwingenden Gründe, oder zerschlägt man da mehr Porzellan, als die Sache wert ist?

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Geburtstag
« Antwort #3 am: 12 Dezember 2006, 19:19:59 »
Ich meinte in erster Linie den eigenen Geburstag. Die Sache in der eigenen Familie liegt ja in der Hand der Eltern. Ich würde aber eine Einladung zu fremden Geburtstagen wohl nicht ablehnen. Ggf kann man ja so den Betroffenen irgendwie ein Christus-Wegweiser sein.


offenbarung3-16

  • Gast
Re: Geburtstag
« Antwort #4 am: 28 Dezember 2006, 21:29:37 »
Bin mal wieder auf umwerfende Infos gestoßen:

History of celebration of birthdays in the West

It is thought that the large-scale celebration of birthdays in Europe began with the cult of Mithras, which originated in Persia but was spread by soldiers throughout the Roman Empire. Before this, such celebrations were not common; and, hence, practices from other contexts such as the Saturnalia were adapted for birthdays. Because many Roman soldiers took to Mithraism, it had a wide distribution and influence throughout the empire until it was supplanted by Christianity.


http://en.wikipedia.org/wiki/Birthday#History_of_celebration_of_birthdays_in_the_West

Kennt jemand noch andere Quellen, die den Mithras-Kult in Bezug zum feiern von Menschen-Geburtstagen nennt ?

Wäre ja ein dicker Hund - würde mich aber nicht wundern.

Liebe Grüße
Michael

Stefan

  • Gast
Re: Geburtstag
« Antwort #5 am: 29 Dezember 2006, 16:13:29 »
Es sieht plausibel aus, auch wenn man natürlich nicht weiß, woher der Wiki-Autor das hat. Eine Quelle wäre schon nicht schlecht.

Oliver

  • Gast
Re: Geburtstag
« Antwort #6 am: 04 Januar 2007, 12:22:42 »
Hier ein kleiner Abschnitt aus einem Weihnachtsflyer einer JÜDISCH MESSIANISCHEN GEMEINSCHAFT aus der Schweiz (da geht es ja auch um nen Geburtstag)

Nirgends in der Schrift wird uns gesagt, wir
sollen den Geburtstag Jeschuas oder unseren feiern.
Ganz im Gegenteil.
Ihr Ende schauet an Hebräer 13:7. Dies ist typisch
für die jüdische Sichtweise. Denn
erst am Ende eines Lebens kann man sehen,
ob es gut oder schlecht war. Bei den
Heiden hingegen wird der Geburtsstunde
eine besondere Bedeutung beigemessen.
Dies sieht man heute noch in der boomenden
Astrologie, deren Grundlage der
Stand der Sterne zur Stunde der Geburt
eines Menschen ist. Dies soll angeblich
das ganze Leben eines Menschen entscheidend
beeinflussen, da dann die guten
und bösen Mächte anwesend seien,
die einen Menschen während seines
ganzen Lebens begleiten. Dieser Vorstellung
begegnen wir im “Dörnröschen”, an
dessen Wiege sich gute und böse Feen
einfinden. Der Ausdruck “es wurde ihm in
die Wiege gelegt”, hat hier seinen Ursprung.
Strenge Katholiken würden noch
heute ihrem Kind keinen Namen geben,
der “nicht im Kalender steht”, denn das
Kind soll den Namen eines “Heiligen” tragen,
damit dieser es ein Leben lang beschütze.

Beispiele von Geburtstagsfeiern finden wir
auch in der Bibel. In allen drei Fällen endeten
sie mit einer Katastrophe, denn Geburtstage
waren immer mit massivem
Götzendienst verbunden .

Hiob 1:4. Seine Söhne aber gingen und machten
Gastmähler, ein jeder in seinem Hause und
an seinem Tage, und sie sandten hin und luden
auch ihre drei Schwestern ein, um mit ihnen
zu essen und zu trinken.
Hiob fürchtete nicht ohne Grund, dass seine
Kinder an ihren Geburtstagen nach allgemeinem
Brauch Götzendienst getrieben
hatten und brachte daher nach jedem
solchen Fest besondere Opfer für sie dar.

5. Wenn dann die Tage des Gastmahls zu Ende
waren, liess Hiob sie holen und heiligte sie; er
stand des Morgens früh auf und brachte Opfer
nach ihrer aller Zahl; denn Hiob sprach: Vielleicht
möchten meine Söhne gesündigt und in
ihren Herzen Gott den Abschied gegeben haben.
- Also tat Hiob allezeit.
Tatsächlich kamen denn auch alle seine
Kinder während einer solchen Geburtstagsfeier
um.

18. Während dieser noch redete,
kam ein anderer und sprach: Deine Söhne
und Töchter assen und tranken Wein im Hause
ihres erstgeborenen Bruders;

19. und siehe, da
kam ein heftiger Wind drüben von der Wüste her
und stiess an die vier Ecken des Hauses, so dass
es auf die jungen Leute stürzte und sie starben.

Die “Götter” lassen sich also offensichtlich
nicht einfach mit Kuchen abspeisen. Wie
auch die beiden anderen Beispiele zeigen,
fordern sie vielmehr Menschenopfer.

1. Mose 4:20-22 Und es begab sich am dritten
Tag, dem Geburtstag des Pharao, als er für alle
seine Knechte ein Mahl veranstaltete, ... den
obersten Bäcker liess er hängen.
Dies zeigt auch der Geburtstag des Herodes:
Als nun Herodes seinen Geburtstag beging,
tanzte die Tochter der Herodias vor den
Gästen und gefiel dem Herodes. Darum verhiess
er ihr mit einem Schwur, ihr zu geben, was sie
auch fordern würde. Da sie aber von ihrer Mutter
angeleitet war, sprach sie:
Gib mir hier auf einer Schüssel
das Haupt Johannes des Täufers!
Und der König ward betrübt;
doch um des Eides willen und
derer, die mit ihm zu Tische sassen,
befahl er, es zu geben. Und
er sandte hin und liess Johannes
im Gefängnis enthaupten.

Mattitjahu
14: 6-10.
Fazit: Heute bringen wir an
Geburtstagen im allgemeinen
den Göttern keine Opfer mehr dar, wir
feiern sie nur noch als Jubiläen. Dagegen
ist grundsätzlich nichts einzuwenden und
niemand braucht sich deswegen anzuklagen.
Es ist jedoch einfach absurd zu behaupten,
dass es Gott gefällt, wenn wir
den Geburtstag seines Sohnes Jeschua
feiern. Geburtstage werden ja deswegen
in der Schrift nur negativ erwähnt, weil ihre
Bedeutung und ihr Brauchtum so eindeutig
heidnisch ist.

Stefan

  • Gast
Re: Geburtstag
« Antwort #7 am: 04 Januar 2007, 12:47:55 »
Danke, ich kenne den Text. Irgendwie kriegt Seidenberg das Kunststück hin, erst Weihnachten und Geburtstag als gleichermaßen heidnisch darzustellen, um anschließend Weihnachten völlig abzulehnen und den Geburtstag als relativ unproblematisch hinzustellen. Das kommt mir etwas inkonsequent vor.