Autor Thema: Mythos im AT?  (Gelesen 1617 mal)

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Mythos im AT?
« am: 26 November 2006, 16:46:41 »
Mich interessiert was der Mythos im AT ist?
Weiter würde ich gerne wissen wodurch die Sagen, Novellen und die Geschichtsschreibung im AT als Gattungen zu unterscheiden sind, wer schön wenns mit Bsp. geht?

Offline Roland

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Re: Mythos im AT?
« Antwort #1 am: 27 November 2006, 22:04:37 »
Das AT enthält keine Mythen. Es ist das Wort GOTTES, genauso wie das NT. Das AT berichtet über die Beziehung GOTTES zu Seinem auswerwählen Volk (Israel). Außerdem enthält das AT sehr viele Prophetien, die sich zum Teil bereits erfüllt haben. Alleine in JESUS CHRISTUS haben sich über 300 Prophetien erfüllt (ich habe es nicht nachgezählt, sondern übernommen.....).

Zu den Gattungen der Geschichtsschreibung im AT:

1) Die Einzelerzählung

An den Beginn dieser Gattungsgruppe der Geschichts-erzählungen ist die in sich abgeschlossene Einzelerzählung zu stellen. Sie soll mehr oder weniger ausführlich berichten, was und wie sich etwas ereignet hat. Beispiele dafür sind

- die Erzählungen über das Königtum Abimelechs in Sichem (Ri 9)
- und die Befreiung der Stadt Jabesch in Gilead durch Saul (1 Sam 11).


2) Die Sammelbücher

Eine andere Art der geschichtlichen Berichterstattung ist durch die Verweise der Verfasser der Königsbücher auf weitere Materialsammlungen (dabei handelt es sich nicht um das Wort GOTTES) zu erschließen:

- das Buch der Begebenheiten von Salomo (1 Kön 11,41),
- und das Buch der Begebenheiten der Tage der Könige Israels (1 Kön 14,19),
- das der Könige Judas (1 Kön 14,29)

Diese drei Bücher beinhalteten offenbar Auszüge aus den Hofannalen, müssen aber allgemein zugänglich gewesen sein. Der Verweis auf sie ist schließlich nur unter dieser Voraussetzung sinnvoll.

Anscheinend bildeten solche Hofannalen allerdings keine systematisch aufgebauten literarischen Werke. Sie waren vielmehr Sammlungen von Einzelnachrichten aus einem großen Zeitraum. So berichteten sie

- über Kriegsführung und Regierung Jerobeams I. (1 Kön 14,19),
- über Asas und Baesas Siege (1 Kön 15,23; 16,5),
- über Simris Verschwörung (1 Kön 16,20),
- über den Bau der Städte und des Elfenbeinpalastes durch Ahab (1 Kön 22,39),
- über den Kampf des Joas von Israel mit Amazja von Juda (2 Kön 13,12; 14,15),
- über die Kriegsführung Jerobeams II. (2 Kön 14,28),
- über die Verschwörung Schallums (2 Kön 15,15),
- über die Siege Hiskias und seine Maßnahmen zur Wasser- versorgung Jerusalems (2 Kön 20,20) oder
- über die Sünden Manasses (2 Kön 21,17).

Vielfach heißt es kurz und bündig, dass die genannten Geschichtsbücher über die Könige alles darbieten, was sie getan haben - also auch die Notizen der jetzigen Königsbücher.


3) Die eigentliche Geschichtsschreibung

Neben den Einzelerzählungen und den Sammelbüchern entstand die eigentliche Geschichtsschreibung: literarische Kompositionen, die einen bestimmten Zeitraum umfassen, die Stoffe innerlich und sachlich miteinander verbinden und durch einen überlegten Aufbau zu einem Ganzen gestalten.

Eine umfassende Darstellung ist z. B. die Überlieferung des Pentateuchs, der die Geschichte von der Weltschöpfung bis zur Landnahme Israels in Palästina beschreibt.

An sie schließt sich mit anderen Akzenten die deuteronomistische Geschichtsschreibung an. Ihre besonderen Kennzeichen lassen sich vor allem an ihrer Gestaltung der Darstellung der Richter- und der Königszeit erkennen.

In der nachexilischen Zeit verstärkt sich der von ihr eingeführte Zug, sich auf eine geistliche Geschichtsbetrachtung oder eine Art "Kirchengeschichte" zu konzentrieren. Besonders in der priesterschriftlichen und chronistischen Darstellung lässt sich dieses Bemühen feststellen.
« Letzte Änderung: 27 November 2006, 22:06:25 von admin »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!