Autor Thema: Orthodoxie  (Gelesen 2537 mal)

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Orthodoxie
« am: 26 November 2006, 16:42:25 »
Welchen Glauben verbindet die Orthodoxie, welche Richtungen
gibt es und was Verbindet die Orthodoxie mit Jesus allgemein?

Offline Roland

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Re: Orthodoxie
« Antwort #1 am: 27 November 2006, 21:56:38 »
Der Begriff Orthodoxie wird im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch entsprechend der Etymologie des Adjektivs orthos (gerade, aufrecht, richtig, recht) und des Verbs dokeo (meinen, glauben, sich bekennen) als Bezeichnung für ein System verwendet, das an der strengen Doktrin festhält. Darunter wird schließlich oft das engstirnige, unnachgiebige Festhalten an Dogmen und Lehrmeinungen verstanden, das neuen Erkenntnissen verschlossen bleibt. Auf die orthodoxe Kirche bezogen meint man, daß es sich um eine Kirche handelt, die sich als "recht-, strenggläubig" versteht

Geschichte
Das erste Schisma von 451 n. Chr. ließ neben der Alten Kirche die Gruppe der Altorientalischen Kirchen entstehen, von denen viele heute noch orthodox in ihrem Namen tragen.
Die zweite grosse Spaltung war das morgenländische Schisma von 1054, aus dem die römisch-katholische Kirche und die östlich-orthodoxe Kirche hervorgingen. Die gegenseitigen Verurteilungen als Häretiker gelten heute als aufgehoben, das Schisma blieb allerdings bestehen.

Struktur
Die verschiedenen orthodoxen Kirchenfamilien gliedern sich in jeweils eigenständige, sogenannte autokephale, Kirchen.
Die orthodoxen Kirchen sind heute mit wenigen Ausnahmen Mitglieder des Ökumenischen Rates der Kirchen.

Die verschiedenen östlichen Kirchenfamilien
Einige Kirchen, die das orthodox in ihrem Namen haben, sind:
- die östlich-orthodoxen Kirchen, z.B. die griechisch-orthodoxe Kirche, serbisch-orthodoxe Kirche oder russisch-orthodoxe Kirche
- die altorientalischen Kirchen, z.B. die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien, die Koptische Kirche, Armenische Apostolische Kirche, die Assyrische Kirche
- teilweise auch mit der katholischen Kirche unierte Kirchen mit östlichem Ritus

(Irr-)Lehren
Die orthodoxe Kirche verwendet als zentralen Bekenntnistext das Glaubensbekenntnis von Konstantinopel aus dem Jahre 381. Will man die Lehre der orthodoxen Kirche von der römisch-katholischen und reformierten Dogmatik abgrenzen, so wird man im ersteren Fall v. a. die Ablehnung eines Jurisdiktionsprimates des Papstes und seiner Unfehlbarkeit, die Ablehnung der unbefleckten Empfängnis Mariens, die Hinzufügung des »Filioque« (d. h. daß der Heilige Geist aus dem Vater und dem Sohn [= filioque] hervorgegangen sei) ins Glaubensbekenntnis, etliche Differenzen in der Sakramentenlehre und die Ablehnung des Fegefeuers aufzählen. Von den Protestanten trennt die Orthodoxen v. a. ein anderes Amtsverständnis (besonderes Priestertum vs. Predigeramt), die Heiligen-, Reliquien- und Bilderverehrung, wiederum Unterschiede in der Sakramentenlehre. Typisch für orthodoxe Frömmigkeitsmentalität ist zudem eine sehr enge Bindung an die Tradition – neben der Bibel (???) spielen die Texte der Kirchenväter in Predigt und Katechese eine bedeutende Rolle –, außerdem eine stärkere Zulassung des Gefühls im Frömmigkeitsleben, was sich auch in einer stärkeren Hinwendung zu mystischen Gebets- und Meditationsformen (Herzensgebet) äußert.
Im Zentrum des kirchlichen Lebens steht der eucharistische Götzendienst mit symbolhaften Handlungen, Kerzen, Weihrauch, Bildern (Ikonen), Hymnen, Musik (meist nur Vokalmusik). Der traurige "Höhepunkt" ist die Teilnahme an der Eucharistie, die in Gestalt von Rotwein und gesäuertem Brot mit dem Löffel gereicht wird. Brot und Wein werden im Sinne der Realpräsenz als Leib und Blut Christi verstanden. Das nach Ende der Liturgie an alle verteilte Brot (Antidoron) ist "gesegnetes", aber nichteucharistisches Brot.
Es wird die Säuglingszwangsbewässerung (Übergießen des ganzen Körpers mit Wasser) praktiziert. Die Ehe gilt als vom Priester gespendetes Sakrament. Gegenstände (z. B. ein neu bezogenes Haus)werden mit "Weihwasser" bespritzt.
Zentrale Feste sind das Julfest (Weihnachten), das am 25. Dezember gefeiert wird, das allerdings bei den Ortskirchen mit julianischem Kalender (vor allem Rußland, Serbien, Palästina, Berg Athos) auf den gregorianischen 7. Januar fällt, Epiphanie (6. Januar), Ostern , Pfingsten und Mariae Entschlafung am 15. (bzw. 28.) August. Während die meisten autokephalen (unabhängigen) Kirchen den gregorianischen Kalender für die feststehenden Feste (z. B. Weihnachten) übernommen haben, blieb man für die Osterfestberechnung beim julianischen Kalender, um das Ostarafest gemeinsam zu begehen.

Noch einige Bemerkungen zur Christologie der orth. Kirchen: Es gibt unterschiedliche Auffassungen:
Bsp.: Griechisch-orthodoxe Kirche ist: glaubt an die zwei Naturen Jesu (Duophysitische-Kirche),
Andere orth. Kirchen: glauben an die eine Natur Jesu(Monophysitische-Kirche).
Die Monophysiten lehren, daß Christus nach der Inkarnation eine einzige göttliche Natur hat und nicht zwei Naturen, wie das Konzil von Chalkedon 451 beschlossen hatte.
Charakteristisch für die Orthodoxie ist die "Verehrung Jesu" durch Bilder (Ikonen). Es werden/wurden Bilder angefertigt, die im Namen Jesus angebetet werden (ähnlich wie in der Kath. Kirche die Marienstatuen).
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!