Autor Thema: Charismatiker und Pfingstler  (Gelesen 8309 mal)

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Charismatiker und Pfingstler
« am: 25 November 2006, 23:05:25 »
Welche Art von okkulten Dingen sind denn schon in solchen
charismatischen Gemeinden, egal ob *Freie oder als Verein, vorgekommen bzw. werden merklich oder unmerklich praktiziert. Habe selbst inzw. Kontakte zu einer gehabt und gehe ab und zu mit einem Freund dorthin, um Lobpreis mitzumachen. Ich gehöre aber einer anderen Ausrichtung
(nüchterner) an :-) Ich weiß, dass es *spalterische Diskurse gibt über Auslegungen betreffs Geistesgaben, wie Zungenrede, Geistetaufe und sow..Der charismatische Bereich ist ja riesig, lebendig und sehr missionarisch,...mehr als oft woanders, wie ich meine. Auch im Vergleich zu meiner
Bapt.Gem...Die vielen zigtausend Menschen hier und anderso (z.B.USA), die dort sind, Brüder und Schwestern, können kaum, da sie Jesus preisen und aus ihm geboren sind, was ich unterstelle,..dem Satan aufgesessen sein, wie manche Hardliner schnell behaupten würden, nicht wahr..? Was meint Ihr dazu.

Offline Roland

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Re: Charismatiker und Pfingstler
« Antwort #1 am: 26 November 2006, 00:13:10 »
Zuerst möchte ich auf einen wichtigen Punkt hinweisen: Auch wenn die Begriffe "Zungenrede", "Geistestaufe", "Geistesgaben" oftmals missbraucht werden, sind sie dennoch biblisch. Natürlich erleben auch heute noch wiedergeborene Menschen die Geistestaufe und der lebendige GOTT beschenkt auch heute noch (wie zu biblischen Zeiten) Seine Kinder mit Geistesgaben (z. B. die Zungenrede usw.).

Leider beschränken sich einige Pfingstler/Charismatiker nicht auf die Richtschnur (das Wort GOTTES), sondern versuchen sich die Gaben des HEILIGEN GEISTES durch bestimmte (z. T. okkulte) Praktiken bzw. Lehren verfügbar zu machen:


Lachen im Geist

Ein oft unnatürliches bzw. übernatürliches Lachen wird als Lachen des Heiligen Geistes interpretiert.

Problemanzeige: Das Neue Testament kennt dies nicht als eine Wirkung des Heiligen Geistes. Tatsache ist, daß die Bibel das Lachen Gottes ausnahmslos nur in Verbindung mit Gericht erwähnt (Ps 2,4; 59,9; Spr 1,26).

Dokumentation: Unter dem bemerkenswerten Titel „Darüber kann man lachen", schildert der Neuseeländer Murray Robertson seine Ausrüstung für den Heilungsdienst bei einem Treffen mit John Wimber: ..Alle, die der Herr zum Dienst der Heilung beruft, werden an ihrem Körper dies merken, dann kommen Sie nach vorne, und wir werden für Sie beten." ... Da begann meine rechte Hand plötzlich stark zu zittern, so als ob sie einen Preßluftbohrer festhalten würde. ... Darum ging ich nach vorne. Für alle, die nach vorne gekommen waren, wurde gebetet. ...In mir stieg ein Lachen auf, doch da der Augenblick dafür völlig unpassend war, unterdrückte ich es. ,Der Geist wird in Wellen kommen', sagte Wimber, ‚jede neue Welle wird mehr Menschen mit hineinnehmen als die vorherige!‘ In den ersten Reihen fingen einige Menschen an zu lachen ... Diejenigen, die gelacht hatten, wurden still — bis auf mich. Ich konnte einfach nicht aufhören. Und schließlich konnte ich auch nicht mehr stehen! Ich fiel zuerst nach vorne, dann nach hinten, und zum Schluß lag ich auf dem Boden, rollte hin und her und hielt mir vor Lachen die Seite. Inzwischen war ich umringt von Zuschauern, ich lieferte eine gute Unterhaltungsshow! ... Ich lachte etwa eine dreiviertel Stunde lang. Als ich schließlich aufhörte, kam ein Kollege, ein sehr guter Freund von mir, legte mir die Hand auf den Kopf und sagte: „Herr, gib ihm noch mehr davon" — und ich mußte noch einmal eine dreiviertel Stunde lang lachen! Dann flehte ich ihn an, nicht mehr für mich zu beten, meine Rippen schmerzten schon von all dem Lachen!"5 — Siehe auch idea Spektrum 20/92 über den Kongreß mit John Wimber in Hamburg unter der Überschrift „Das Lachen Gottes".


„Toronto-Segen“

Anfangs 1994 brach wie ein Wirbelwind sogenannte „Toronto-Segen“ über die charismatischen Gemeinden im besonderen und eine erstaunte evangelikale Welt im allgemeinen herein. Lachen trat streckenweise so zwanghaft und ansteckend auf, daß dieser „Segen“ auch „Die lachende Erweckung“ genannt wurde. Zudem traten höchst ungewöhnliche Manifestationen in Form von Tierlauten auf.

Problemanzeige: Auch bei größtem Wunschdenken ist es biblisch nicht nachzuvollziehen, daß vernunftbegabte Wesen auf einmal Laute wie Tiere von sich geben. Gerade in 1.Kor. 14,6-19 liegt die Hauptargumentation des Apostels Paulus auf der Darlegung, warum die Äußerungen der Redenden verstanden werden müssen (Vers 9).

Dokumentation: Der Grund für den Besuch (von Toronto, Anm.) ist, „Es“ zu bekommen...Einige der Manifestationen von „Es“ sind Leute, die wie Löwen oder Bären brüllen, einer schrie sogar wie ein Esel, was eine Pastorin...veranlaßte anzukündigen, wie wunderbar es sei, daß Gott Jesus wiederum auf dem Rücken eines Esels kommend offenbaren würde.6

Eine wachsende Zahl von Ohnmachts- und Hysterieanfällen in Gottesdiensten beunruhigt die anglikanische "Kirche von England". In der charismatisch geprägten Londoner Gemeinde "Heilige Dreieinigkeit" mußte ein Gottesdienst nach Zeitungsberichten wegen "chaotischer Zustände" beendet werden. Besucher seien in hysterisches Lachen und in Weinkrämpfe ausgebrochen, hätten in fremden Sprachen gesprochen und seien reihenweise umgefallen...Pastor Sandy Miller, sieht in den Vorkommnissen ein "Wirken des Heiligen Geistes". Sie seien Vorboten einer weltweiten "religiösen Erweckung." 7

Auch der sich immer größerer Beliebtheit erfreuende und Konfessionen übergreifende „Alpha-Kurs“ hat seine Wurzel zum großen Teil in diesem Aufbruch. Nicky Gumbel, Verantwortlicher für diesen Kurs, ist ordinierter Pastor eben dieser Londoner Gemeinde, die als erste den Toronto-Segen hier in Europa aufgegriffen hat. Als Wimber ihm die Hände auflegte, war es Gumbel, als würde „so etwas wie eine zehntausend Volt starke elektrische Spannung“ durch seinen Körper fließen.

Im Juni 1995 begann in der Brownsville Assembly of God in Florida die sogenannte „Pensacola-Erweckung“. Sie ist eine Neuauflage des Toronto-Segens in streckenweise ansprechenderer Verpackung. Manches erscheint biblischer, anderes ist dafür bald noch bizarrer. Leute erlebten heftigste Zuck und Schüttelanfälle. Geistliche Landkarten der Umgebung wurden erstellt, um die „territorialen Geister“ zu identifizieren und zu binden. Vor jeder Veranstaltung wurde der Gemeinderaum durchkämmt, um Dämonen von jedem Sitz und jeder Ecke auszutreiben. Der Erfolg der „Erweckung“ sei davon abhängig.8

Verteter: Rodney Howard-Browne, Benny Hinn, Claudio Freidzon, Randy Clark, Walter Heidenreich, Ingolf Ellßel, Peter Wenz, Jobst Bittner, Geri & Lilo Keller, Ortwin Schweitzer, JMEM, Hanspeter Nüesch. Pensacola: Stephen Hill, Michael Brown, John Kilpatrick


Tanzen im Geist

Ähnlich dem Lachen wird auch das Tanzen als eine besondere Wirkung des Geistes interpretiert, das zum Lobpreis Gottes geschehen soll. Man spricht sogar vom „Prophetischen Tanz.“

Problemanzeige: Tanzen im Geist ist dem Neuen Testament unbekannt. Die wahrhaftigen Anbeter beten im Geist und der Wahrheit an. Tanzen und Körperbewußtsein sind starke Betonungen der New-Age-Bewegung bzw. im Heidentum bekannt zur Ehre der Götter.

Dokumentation: Sogar David Wilkerson hat darüber geklagt, daß, seitdem die Charismatiker den Tanz im Gottesdienst eingeführt haben, die sexuellen Sünden in diesen Kreisen schwunghaft zunahmen. Eine sehr gute Betrachtung dieser Thematik ist Brian Edwards, „Shall we Dance?", Evangelical Press 1984.


Wohlstandsevangelium

Nach dieser Überzeugung bewirkt der angeblich volle Glaube nicht nur Befreiung von der Schuld der Sünde, sondern auch Sieg über alle Krankheiten und Armut.

Problemanzeige: Es war dies die „Theologie" der Freunde Hiobs. Paulus wäre nach dieser Lehre weniger als Apostel sondern als Versager ein Beispiel (1Kor 4,8-10; 2Kor 6,10). Der unbedingte Glaube an Gesundheit hat schon viele Menschen in Gewissensnöte geführt, wenn die Heilung ausblieb. Nicht selten sind Christen an ihrem Glauben buchstäblich gestorben. Die Bibel lehrt, daß wir auf die Erlösung des Leibes warten (Röm 8,23).

Dokumentation: Der Sieg Jesu wird nicht nur für Sünde und Krankheit in Anspruch genommen, sondern wirkt sich auch auf Wohlstand und Erfolg aus. Dieses Denken hat sich besonders in den letzten Jahren stark verbreitet.

Wesentlich zur Ausbreitung dieses Gedankenguts haben wieder Kenneth Hagin und Kenneth Copeland beigetragen. Copeland als engster Mitarbeiter Hagins behauptet sogar, daß der Mensch ein Gott ist, jedoch mit einem kleinen g geschrieben. Auch Dr. Wolfhard Margies ist ein entschiedener Verfechter dieses „Prosperity-Evangeliums". In seinem Buch „Das Kreuz der Gesegneten" geht er in der Beurteilung des sichtbaren Segens und Wohlstands so weit, daß er die verfolgten Christen in Rußland als Opfer ihrer eigenen nicht ausgelebten Glaubensüberzeugung bezeichnet, weil sie diese Gesetze des Glaubens, die ja Gesundheit und Erfolg garantieren, nicht angewendet haben. Sie „... haben durch ihre unbiblischen, dem Willen Jesu zuwider laufenden Leidensprioritäten die Obrigkeit indirekt in die jahrhundertelangen antigöttlichen Herrschaftsformen getrieben. Mit ihrem verkehrten Verständnis haben sie dann schließlich das geerntet, was sie gesät haben."10

Sehr stark auf dieser Ebene des Erfolgsdenkens liegt auch Yonggi Cho. Da man neue oder größere Dimensionen erkannt zu haben meint, tragen solche Bewegungen bzw. Kirchen sehr oft die Bezeichnung „Volles Evangelium". Cho spricht von einer fünffältigen Auswirkung des Evangeliums. Dazu gehört nicht nur die Befreiung von Krankheit, sondern auch die Befreiung vom Fluch der Armut. Wohlstand und Erfolg sind gemäß dieser Überzeugung der sichtbare Beweis für Gottes Wohlgefallen. „lch glaube, daß es Gottes Wille ist, daß wir geistlich, leiblich und finanziell im Wohlstand leben."11 Siegfried Müller in Karlsruhe, der sehr stark von Yonggi Cho geprägt ist, erklärte in einer Predigt vom 19.10.86, daß wir Gott verunehren, wenn wir ein rostiges Auto fahren. In derselben Botschaft bezeichnet er sich als „König von Karlsruhe."12

Vertreter: Oral Roberts, T.L. Osborn, Robert Schuller; Yonggi Cho, Kenneth Hagin, Kenneth Copeland, Wolfhard Margies, Siegfried Müller, John Angelina, Terry D. Jones, Volkhard Spitzer u.a.


Visualisierung

Besonders durch Yonggi Cho verbreitet. Durch eine aktive Vorstellung und lebendige Phantasie produziert man die Ergebnisse. Das innerlich visualisierte bzw. lebhaft vorgestellte Bild wird im Glauben für die Wirklichkeit genommen. So muß ein kranker Mensch sich einfach vorstellen, wie er gesund ist und dies nur fest genug glauben, um zu genesen.

Problemanzeige: Es erinnert an Techniken der Autosuggestion und Selbsthypnose, wo man versucht, sich das gewünschte Resultat einzureden. Selbstsuggestion wird mit Glaube verwechselt. Die Methode der Visualisierung ist eine magische Technik, in der der Mensch sein eigenes Universum erdenkt bzw. erschafft oder „erglaubt" und somit selber zu Gott wird.

Dokumentation: Durch Agnes Sanford und Camp Farthest Out kommen diese Vorstellungen bereits Ende der 40er Jahre auf, erzielen aber erst durch Pastor Yonggi Cho großen Einfluß und globale Verbreitung.13 Diese Methoden der Visualisierung sind sehr stark im Heidentum verbreitet, besonders bei den Schamanen und im Hexentum.14

Vertreter: Agnes Sanford, Morton Kelsey, Dennis und Rita Bennett, John und Paula Sandford, Yonggi Cho, Wolfhard Margies.


JDS (Jesus died spiritually)

Nach dieser Lehre starb Jesus nicht nur physisch, sondern auch geistlich. Er sei in der Hölle angeblich vom Teufel drei Tage und Nächte lang gequält worden und habe so unsere Erlösung bewirkt.

Problemanzeige: Diese Lehre schmälert das vollbrachte Werk Christi und stilisiert den Teufel ungewollt zum Miterlöser. Außerdem war diese Lehre der Christenheit jahrtausendelang unbekannt.

Dokumentation: In den 80er Jahren wird die Faith Movement der Positive Confession Movement zur größten charismatischen Streitfrage, besonders wegen dieser Sonderlehre JDS.

Vertreter: Kenneth Hagin, Kenneth Copeland, Paul E. Billheimer, Wolfhard Margies.


Shepherd-Discipleship-Bewegung

In den 70er Jahren formiert sich durch den übergroßen Einfluß von Bob Mumford, Derek Prince, Charles Simpson, Don Basham und Ern Baxter, die auch als die „Fort Lauderdale's" Five bezeichnet werden, die sogenannte Shepherding-Discipleship-Bewegung. Jeder Gläubige ist einer Person über ihm, gewöhnlichen Hirte genannt, besonders verantwortlich.

Problemanzeige: Dies führte zu solch einer Hörigkeit und Abhängigkeit von dem jeweiligen „Hirten“, daß der Manipulation und Knechtschaft durch andere „geistliche“ Menschen Tür und Tor geöffnet wurde (1Kor 7,23).

Dokumentation: Die Hörigkeit und Abhängigkeit des jeweiligen Gläubigen von seinem „Hirten“ ging so weit, daß Charismatiker selbst von Gehirnwäsche und Behexung sprachen (Pat Robertson). Es ergab sich daraus in den Jahren 1975 und 1976 die größte Kontroverse innerhalb der charismatischen Bewegung.16 Derek Prince hat sich später öffentlich von dieser Lehre distanziert und über seine Gesetzlichkeit Buße getan (Vortrag im August 1991, OstWest-Konferenz, Karlsruhe).

Königreichs-Theologie (Dominion Theology)

Eine neue Generation von Gläubigen, die mit übernatürlichen Kräften ausgestattet ist, wird allen Widerstand gegen das Evangelium überwinden und schließlich alle Nationen unterwerfen. Auf den Schultern dieser Elite wird die Herrschaft ruhen und wenn sie sich alle Regierungen untertan gemacht haben, wird Christus wiederkommen und sie werden ihm das Königreich übergeben.

Problemanzeige: Diese triumphalistische Vorstellung widerspricht der biblischen Eschatologie. Die Bibel spricht am Ende der Tage vom großen Abfall und schildert die Kräfte der Zeichen und Wunder im Kontext der Verführung.

Dokumentation: Durch den Einfluß von Paul Caine vertrat John Wimber eine Zeitlang die Lehre von der „Armee Joels". Es sei dies ein neues Geschlecht von Gläubigen, das mit übernatürlichen Kräften und besonderen Charismen ausgerüstet sei. Diese „Überwinder" würden alle Opposition gegen das Evangelium beseitigen und schließlich alle Nationen unter ihre Herrschaft bringen. Diese Lehre ist Teil der genannten Königreichs-Theologie. — Bemerkenswert ist nur, daß diese Armee, auf die sich Wimber bei Joel beruft, wie Clifford Hill zurecht anmerkt, keine Armee des Herrn, sondern eine Armee der Zerstörung ist.


Gabentransfer

Durch Charismatiker wie John Wimber verbreitet sich die Überzeugung, es sei möglich, Gaben an andere per Zuspruch weiterzugeben und erlernen lassen zu können. So werden beispielsweise Kongresse abgehalten, auf denen die Gläubigen die Gabe der Heilung erlernen sollen bzw. aufgefordert werden, sich zu melden, um die dann gewünschte Gabe zugesprochen zu bekommen.

Problemanzeige: Dieses Machbarkeitsdenken widerspricht der Souveränität Gottes, der bekanntlich die Gaben austeilt, wie er will (1Kor 12,7). Bei göttlicher Heilung handelt es sich um ein freies Eingreifen Gottes. Wenn es erlernbar wäre, führte dies in die Machbarkeit und letztlich Magie, wo der Mensch über Gott verfügen kann.

Dokumentation: Ein Beispiel ist der John-Wimber-Kongress in Frankfurt 1987. McClure fordert dort alle Teilnehmer, die die Gabe der Evangelisation empfangen wollen, auf, die Hand zu heben: „Empfangt die Gabe der Evangelisation!" Es folgt ein Sprachengebet, dessen Auslegung versichert, daß Gottes Geist jetzt diese Gabe schenkt. Dann geht es um Handzeichen für die Gabe der Weissagung. Bei der Frage nach der Gabe der Heilung melden sich mehr als die Hälfte der Anwesenden. McCIure: „Ich sage Dir an Christi Statt: Heile die Kranken, treibe die Dämonen aus, predige das Evangelium. Empfangt diese Gabe von Christus!" (Applaus des Publikums).


Geistliche Kampfführung

Diese Lehre, die in den letzten Jahren immer einflußreicher geworden ist, befaßt sich in besonderer Weise mit der Wirklichkeit territorialer Geister. Um eine Erweckung zu ermöglichen, müsse man über spezielle Eingebungen die Namen der dämonischen Hierarchie des jeweiligen Ortes, der erweckt werden soll, erfahren. Diese Mächte könnten dann von besonders begnadeten Kämpfern gestellt und vertrieben werden, worauf die Erweckung einsetzt.

Problemanzeige: Für diese Art geistlicher Kampfführung gibt es keinen Hinweis im Neuen Testament. Es führt zu einer ungesunden Beschäftigung mit dämonischen Mächten, die teils sogar an spiritistische Praktiken und heidnische Weltbilder erinnert.

Dokumentation: Einflußreichster Vertreter und Verbreiter dieser Lehre ist Peter Wagner. So berichtet er beispielsweise von dem argentinischen Pastor Omar Cabrera, der „Erfahrungen im Umgang mit örtlich begrenzt wirksamen Dämonen hat", die er auch in körperlicher Form zu sehen bekommt, deren Namen er erkundet, um ihre Macht über ein Territorium zu brechen. Gemeinsam mit anderen „hervorstechenden christlichen Leitern in Argentinien" fordern sie ..Satan direkt heraus und verfluchen ihn."20 — Ein Buch von Peter Wagner trägt bezeichnenderweise den Titel „Territoriale Mächte".21

Auch die nun propagierten Jesus-Märsche sind als Strategie im Rahmen dieser „Geistlichen Kampfführung" zu sehen. Durch solche Märsche werden die Gegenwart bzw. der Sieg Jesu in den jeweiligen Ort buchstäblich hineingetragen. Als kirchengeschichtlicher Beleg für solche „Kampfführung" werden in der Zeitschrift „Gemeinde-Erneuerung" u.a. die katholischen Bittprozessionen angeführt: „Seit dem 4. Jahrhundert kennt die Kirche den Zug von Christen durch Land und Stadt unter Gebet und Gesang; seit dem 13. Jahrhundert auch mit der Darbietung der Hostie — die Prozession in ihrer vielfältigen, geschichtlich gewachsenen Ausprägung. In ihrer eigentlichen Form ist die (katholische) Prozession „ein feierlicher Bittgang, ... Daß die Kirche die Prozession sehr wohl auch als Mittel im geistlichen Kampf eingesetzt hat, zeigen die sog. Lustrationsprozessionen, bei denen man im allgemeinen durch Räume (Häuser oder Gebiete) zieht, die exorziert, also von Dämonen befreit — oder geheiligt — also Gottes Herrschaft übereignet — werden sollen. Sollte Gott derzeit wieder Schätze der Kirche heben, die im Zusammenhang mit dem Gebet um Einheit, Erweckung, Evangelisation und Wiedereroberung von Stadt und Land für Jesus wichtig werden? Es sieht ganz so aus!"22

Vertreter: Peter Wagner, Carlos Anacondia, Omar Carbrera, George Otis Jr., Wolfhard Margies, John Wimber; Vertreter der Jesus-Märsche: Graham Kendrick, Reinhard Bonnke, Peter Wenz, Walter Heidenreich, Keith Warrington.


Stellvertretende identifizierende Buße

Die letzten Jahre haben weitere Entwicklungen im Zusammenhang mit dieser besonderen Form der “Kampfführung” gebracht: Dazu gehören Praktiken wie das Erstellen geistlicher Landkarten, Einschlagen von Pfählen, um Städte für Gott zu beanspruchen, Versöhnungsmärsche und in jüngster Zeit auch „stellvetretende identifizierende Buße”. Damit ist die symbolische Anerkennung und Buße wegen der Sünden unserer Vorfahren gegenüber den Nachfahren der Leute gemeint, die unsere Vorväter unterdrückt haben. C. Peter Wagner stellt in einem Artikel der amerikanischen Zeitschrift „Charisma” zu diesem Thema fest, daß es die Vollmacht der Kirche sei, die „Vergangenheit zu ändern.”23 Auch „Gebetsberge“ werden seit neuestem eingeweiht. Zum Teil wird stellvertretende Buße für Ereignisse getan, die 2500 Jahre zurückliegen!

Problemanzeige: Diese das Dämonische in unbiblischer Weise betonenden Sonderlehren erinnern an das in 1. Tim. 4,1 angesprochene “Achten auf Verführungsgeister und Lehren von Dämonen.” Bill Randles, selbst Pfingstpastor, fragt in diesem Zusammenhang: Sind wir die erste Generation, die „geistliches Kartrographieren”, „identifizierende Buße” erfunden hat und dem Geist gebietet, zu uns zu kommen?24 Man sollte sich Charles Spurgeons berühmtes Zitat in Erinnerung rufen: „Es gibt nichts Neues in der Theologie, außer dem, was falsch ist.”

Dokumentation: Etwa 200 Menschen füllen das Zelt. Sie sind...gekommen, um gemeinsam für schuldhafte Ereignisse in der Geschichte Deutschlands Buße zu tun...Margies gibt nach Vorstellung der geschichtlichen Fakten einzelne Gebets- und Bußimpulse....„Wir tragen hier nicht selbst die schwere Last der Schuld und Sünde, die wir hier benennen. Wir legen sie nur am Kreuz ab.“....„Wenn ihr ein leises Lächeln auf eurem Gesicht findet darüber, dass ihr für etwas betet, das 2500 Jahre zurückliegt, schiebt es beiseite“...Den theologischen Hintergrund der stellvertretenden Buße für die Schuld der Vorfahren erläutert unter anderem auch das „Deutsche Geschichtsbuch für Beter.“ 25

Vertreter: Wolfhard Margies, Walter Heidenreich, Christoph Häselbarth, Ortwin Schweitzer, Peter Wenz, John Mulinde.

Shalom
Roland

Quellenangabe

1 D.R. McConell, Ein anderes Evangelium?, Verlag C.M. Fliß, 1990, S. 236-237.

2 Jamie Buckingham, Kathryn Kuhlmann, Verlag Johannes Fix, 7060 Schorndorf, 1979. Nähere Ausführungen zum „Ruhen im Geist" in A. Seibel, Die sanfte Verführung der Gemeinde, Verlag der Evangelischen Gesellschaft, 1991, S. 26-29.

3 Rabindranath R. Maharaj und Dave Hunt, Der Tod eines Guru, Schwengeler-Verlag, 1978, S. 278-279.

4 Karl Guido Rey, Gotteserlebnisse im Schnellverfahren, Kösel, München 1988, S. 88

5 Murray Robertson, Darüber kann man lachen, John Wimber/Kevin Springer, Die Dritte Welle des Heiligen Geistes, Projektion J, 1988, S. 175-176.

6 Frank McClelland, The Blessing in Toronto and the ‘Toronto-Blessing’, Revivalist, Toronto No. 94, S. 5.

7 idea (Informationsdienst der Evangelischen Allianz) Nr. 71/ 94 vom 23. Juni.

8 Dave Hunt, Die okkulte Invasion, CLV, 1999, S. 523.

9 Charisma, Düsseldorf, Nr. 110, S. 15.

10 Wolfhard Margies, Das Kreuz der Gesegneten, Aufbruch, Berlin 1990.

11 Paul Yonggi Cho, Nicht nur Zahlen, Verlag Information und Kommunikation, Bad Homburg 1986, S. 35.

12 Wolfgang Bühne, Spiel mit dem Feuer, CLV, Bielefeld 1991, S. 158.

13 Visualisation S.C.P. Journal, Vol. 9:3, 1990, S. 16ff.

14 Dave Hunt, Die Verführung der Christenheit, CLV Bielefeld 1, 1988.

15 D. R. McConnell, Ein anderes Evangelium, Verlag C. M. Fliß 1990.

16 Stanley M. Burgess and Gary B. McGee, Dictionary of the Pentecostal and Charismatic Movements, Regency Reference Library, 1988, S. 784.

17 Stephan Holthaus, Königreich Theologie: New Age in der Gemeinde Jesu, Licht und Leben 12/87, S. 286-287.

18 Clifford Hill, Which Army?, Prophecy today, volume 7, Nr. 1, Jan/Febr. 1991, S. 11.

19 Siehe den Bericht von S. Großmann in: DIE GEMEINDE 50/87, S. 10.

20 Zitiert bei Wolfgang Bühne, Spiel mit dem Feuer, a.a.O. S. 248.

21 C. Peter Wagner, Territoriale Mächte, Verlag Gottfried Bernard, 1991.

22 Immanuel Malich, Für Jesus auf die Straße, Gemeinde Erneuerung, Zeitschrift der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der Ev. Kirche, Nr. 41, 3/91, S. 7-8.

23 Zitiert bei Bill Randles, Beware The New Prophets, Selbstverlag, 1999, S. 93.

24 ebd., S. 131.

25 Charisma, Düsseldorf, Nr. 117, S. 30-31.

26 David J. du Plessis, The Spirit Bade Me Go, Published by David du Plessis, Oakland 2, California, 1963, S. 13 and 28.

27 Dennis J. Bennett, In der Dritten Stunde, Leuchter-Verlag, Erzhausen, 1972, S. 203.

28 Wolfgang Bühne, Die Propheten kommen, CLV, 1995, S. 15.

29 ebd., S. 35

30 Wolfgang Bühne, fest und treu, Nr. 65/94, S. 15.

31 Michael Horton Hrsg., Power Religion, Moody Press, 1992, S. 65.

32 Prophetische Offenbarung über Bill Clinton, Charisma, Düsseldorf, Heft 84, S. 2-3.

33 John Ankerberg & John Weldon, The Facts on False Teaching in the Church, Harvest House Publisher, 1988, S. 11-12.

34 Betty Tapscott, Innere Heilung, Leuchter Verlag, 1979, S. 26.

35 Friedrich Aschoff, Persönliche Erfahrungen in Geistlicher Ökumene, Erneuerung in Kirche und Gemeinde III, 1988, S. 10.

36 John Wimber, IMPULS, 3/83, S. 8-10.

37 Harmonien, die Herzen öffnen, Geistliche Gemeinde-Erneuerung, 1/93, Nr. 47, S. 13.

38 Gerhard Bially, Nüchterne Trunkenheit, Charisma Nr. 92, April – Juni 1995, S. 3-4.

39 Martin Bühlmann, Mehr von dir – Heiliger Geist, Ufgstellt, Monatliche Zeitschrift der Basileia Bern, Nr. 10, Okt. 1994, S.12.

40 Martin Bühlmann in Harmonien, die Herzen öffnen, a.a.O.

41 Ist zwischen Pietisten und Charismatikern Einheit möglich? Ein Streitgespräch zwischen dem Gründer und Leiter der evangelikal-charismatischen Anskar-Kirche, Wolfram Kopfermann (Hamburg), und dem Rektor der Freien Theologischen Akademie (FTA) Gießen, Prof. Helge Stadelmann“, idea-Dokumentation 5/98, S.25.

Helge Stadelmann (http://www.vigi-sectes.org/evangelisme/pfingstlich-charismatischen.html)
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Usuhl62

  • Gast
Re: Charismatiker und Pfingstler
« Antwort #2 am: 11 Dezember 2006, 03:39:09 »
Moin!

Ich komme aus der Chari-Szene. Das eigendliche Problem in dieser Szene ist die "Überbetonung" des Heiligen Geistes. Was ich bisher mitbekommen habe, da kann man im eigentlichem Sinne schon von "Christlicher - Esoterik oder sogar noch schlimmer von "Christlichem - Okkultismus" sprechen.

Wenn da irgendwann jemand auf einen Besen Reitend durch den Gemeindesaal fliegen würde, würde keinem mehr auffallen....

Auch werden gerne Phantastische Geschichten erzählt, die kein Mensch nachprüfen oder Beweisen kann. Es ist oft eine große Übertreibung da...Und dann gibt es ja noch, meiner Meinung nach, die Fatale Neigung "wirklich Alles" für machbar zu halten.

Ekelhaftes Lachen, Zittern, Zucken, Nach Hinten fallen, lautes Schreien....soll aber alles von Heiligen Geist sein. Wenn du dann noch Kritisch nachfragst, dann wirst du noch blöde Angemacht....wirst als Zweifler und Ungläubiger hingestellt. Was auch sehr fatal ist, daß besonders die Jugendlichen unter einem ennormen Erfüllungszwang/druck gestellt werden. Ich habe auch Leute kennengelernt, die sind erst durch die Charismatik Kaputt gemacht und Zerstört worden.

Unter all diesem Chaos habe ich auch Phantastische Geschwister kennengelernt.

Was mich mal interessieren würde, haben die allerersten Christen wohl mit ähnlichen Problemen zu Kämpfen gehabt?

Gruß Usuhl62
« Letzte Änderung: 11 Dezember 2006, 03:41:41 von Usuhl62 »

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Charismatiker und Pfingstler
« Antwort #3 am: 12 Dezember 2006, 06:43:56 »
Servus,

sei froh, dass Du da raus gekommen bist. Viele erleiden nicht nur seelischen Schäden sondern auch geistliche. Bzw werden an die verführerischen charismatischen Dämonen gebunden. Meine These ist, dass die meisten der Charis nicht wiedergeboren sind.
Wenn es nur die Überbetonung DES Heiligen Geistes wäre. Leider sind es eher Irrgeister und Mächte von unten, die die Gaben des Heiligen Geistes pervertieren. Wie groß muss die Freude Satans über solch ein Treiben sein.

Ich denke die ersten Christen hatte teilweise Probleme in der Lehre. Paulus ermahnt an einigen Stellen ein paar "Irrlehrer".
Diese charismatische Bewegung ist ja recht neu. Wir leben in den letzten Zeiten, so muss auch das Böse überhand nehmen. Und die Antichristen kommen aus unserer Mitte. 1. Joh 2,18

Grüße
Michael


raejeschua

  • Gast
Re: Charismatiker und Pfingstler
« Antwort #4 am: 12 Dezember 2006, 11:28:15 »
Zitat von: Usuhl62
Was mich mal interessieren würde, haben die allerersten Christen wohl mit ähnlichen Problemen zu Kämpfen gehabt?

Wenn man den Brief an die Korinther liest, könnte man es meinen - Ja.

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Charismatiker und Pfingstler
« Antwort #5 am: 12 Dezember 2006, 16:56:44 »
Also ich lese bei den Korinthern nichts von: Ekelhaftes Lachen, Zittern, Zucken, Nach Hinten fallen, lautes Schreien.

raejeschua

  • Gast
Re: Charismatiker und Pfingstler
« Antwort #6 am: 12 Dezember 2006, 18:05:17 »
Also ich lese bei den Korinthern nichts von: Ekelhaftes Lachen, Zittern, Zucken, Nach Hinten fallen, lautes Schreien.

Es ging um "ähnliche" und nicht um ganz genau gleiche Probleme, lieber Michael.  :)

...ihr seit ja immer noch fleischlich gesinnt. 1. Kor. 3,3

...wenn ihr beim Zungenreden keine deutlichen Worte vernehmen lasst...1.Kor. 14,9


Lachen, zittern und zucken können auch fleischlicher und nicht hochdämonisierter
Art sein.

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Charismatiker und Pfingstler
« Antwort #7 am: 12 Dezember 2006, 18:21:39 »
Was nennst Du mich lieb ?

Die Korinther hatten ja zumindest den Heiligen Geist. Die meisten Charis haben den Teufel und seine Gaben. Ich denke nicht, dass man das vergleichen kann. Fleischlichkeit wäre angesichts dieser charismatischen Tragödien noch deren allergeringstes Problem.

raejeschua

  • Gast
Re: Charismatiker und Pfingstler
« Antwort #8 am: 12 Dezember 2006, 21:16:17 »
Was nennst Du mich lieb ?

Die Korinther hatten ja zumindest den Heiligen Geist. Die meisten Charis haben den Teufel und seine Gaben. Ich denke nicht, dass man das vergleichen kann. Fleischlichkeit wäre angesichts dieser charismatischen Tragödien noch deren allergeringstes Problem.

Ich nenne Dich lieb, weil ich Dich lieb habe - Michael.  :D

Fleischlich gesinnt sein ist gegen Gott.
Solche Menschen mögen Anteil haben an Gottes Geist -
aber nicht den Heiligen Geist in der Wiedergeburt empfangen.

Petrus hatte sich zu Jesus hin bekehrt und wurde von Ihm Persönlich belehrt.
Doch bevor er den Heiligen Geist erhielt, tadelte Jesus ihn mit den Worten:

Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh weg von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.
Mat. 16,23