Autor Thema: Glaube und Nachfolge  (Gelesen 77717 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Glaube und Nachfolge
« Antwort #30 am: 21 September 2006, 21:55:34 »
"Jahrhundertelang hat sich die Gemeinde standhaft jeder Form weltlicher Unterhaltung widersetzt, da sie sie als das erkannte, was sie war - eine Erfindung zur Zeitvergeudung, ein Ort, wo man der störenden Stimme des Gewissens entfliehen kann ... Deswegen wurde die Gemeinde gründlich von den Söhnen dieser Welt geschmäht. Zuletzt wurde sie freilich der Schmähungen müde und hat den Kampf aufgegeben. Sie scheint zu dem Schluss gekommen zu sein, dass, wenn sie den grossen Götzen “Unterhaltung” schon nicht besiegen kann, sie sich ebensogut mit ihm verbünden und den grösstmöglichen Nutzen aus seiner Macht ziehen könne."A.W.Tozer, Die Wurzel der Gerechten… , VLM, 1987, S.36)


 


Stefan

  • Gast
Re: Glaube und Nachfolge
« Antwort #31 am: 21 September 2006, 22:33:47 »
Danke.
Bitte mehr davon!

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Glaube und Nachfolge
« Antwort #32 am: 21 September 2006, 22:56:10 »
Entschuldige, dass ich Dir gar nicht auf Deinen Beitrag geantwortet habe. Zuerst hat ein Trojaner, den noch kein Virenscanner kennt, allein durch den Besuch einer gehackten Webseite, meine Windows XP zerschossen (habe aber immer Backups, Images) und dazu noch diverse Gemeindeaktivitäten.

IE5 ist halt schon sehr alt und die wenigsten haben den noch.

Der Tozer hatte wohl schon den Durchblick. Heute muss man lange suchen um überhaupt noch einen einigermaßen vernünftigen Lehrer zu finden.

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Glaube und Nachfolge
« Antwort #33 am: 22 September 2006, 07:13:25 »
Gott, der ist wie Er ist, muss immer wegen Seiner Selbst gesucht werden, niemals als eine Mittel für irgendetwas anderes…. Wer immer Gott sucht als eine Mittel für einen erwünschten Zweck, wird Gott nicht finden….
Der allmächtige Gott, der Erschaffer von Himmel und Erde… wird den Menschen nicht helfen bei ihrem selbstsüchtigen Streben nach persönlichem Gewinn…. Doch das populäre Christentum hat als einen ihren wirksamsten Gesprächspunkt die Idee, dass Gott da ist, um den Leuten zu helfen, in dieser Welt voranzukommen.
A.W. Tozer, Man: The Dwelling Place of God – Der
Mensch, der Wohnsitz Gottes

Gott erwartet von uns nicht, aufzugeben, sich geschlagen zu geben, die Kirche anzunehmen, wie sie ist und das, was geschieht, zu verzeihen. Er erwartet, dass Seine gläubigen Kinder die Kirche an den Standards und den Wohltaten, die im Wort Gottes versprochen sind, zu messen. Dann mit Liebe und Verehrung und Gebet und in der Führung des Geistes Gottes werden wir still und geduldig bestrebt sein, die Kirche in Linie mit dem Wort Gottes zu bringen….

Wir, die wir Fundamentalisten sind… haben den Ruf erworben… große Kämpfer für die Wahrheit zu sein… wir sind verpflichtet für die Wahrheit aufzustehen und um den Glauben zu kämpfen, wenn notwendig. Aber wir können eine Menge mehr tun… indem wir Christus ähnlich sind anstatt bildlich [anderen] auf den Kopf zu hauen…. Wenn wir durch den Geist Gottes geleitet werden und wenn wir die Liebe Gottes dieser Welt darlegen, die diese Welt benötigt… werden wir „gewinnende Heilige“ [und] jene um uns her werden wissen, dass Christus Sein Leben in uns lebt.
A.W. Tozer, Whatever Happened to Worship?

Religion ist zu einem ziemlich guten Vergnügen genau hier in der gegenwärtigen Welt geworden, und was soll die Eile mit dem Himmel überhaupt? Das Christentum ist, im Gegensatz zu dem was manche dachten, eine andere, höhere Form der Unterhaltung geworden. Christus hat alles Leiden auf sich genommen. Er hat alle Tränen vergossen und all die Kreuze getragen. Wir müssen nur die Vorteile Seines Herzeleids genießen, in Form von religiösen Vergnügungen, die nach der Welt modelliert sind, aber betrieben werden im Namen Jesu.
Die Geschichte enthüllt, dass Zeiten des Leidens für die Gemeinde… immer Gottes Leute nüchtern gemacht hat und ermutigt hat, nach der Rückkehr ihres Herren Ausschau zu halten und sich danach zu sehnen. Unsere gegenwärtige Hauptbeschäftigung mit dieser Welt mag eine Warnung vor bitteren Tagen sein, die kommen werden. Gott wird uns von dieser Erde in irgendeiner Form entwöhnen – wenn es möglich ist auf leichte Weise, wenn es notwendig ist, in einer harten Schule. Es liegt an uns.
A.W. Tozer, The Best of A.W. Tozer

Das Wesen wahrer Religion ist Spontaneität, die souveräne treibende Kraft des Heiligen Geistes auf und in dem freien Willen des erlösten Menschen…. Wenn Religion ihren souveränen Charakter verliert… ist diese Spontaneität auch verloren und an seine Stelle kommt der Präzedenzfall, die Angemessenheit, das System…. Der Hintergrund [dieser] Mentalität ist der Glaube, dass Spontaneität organisiert werden kann. Dann werden jene Ideen in die Religion eingeführt, die nie dorthin gehören: Zahlen, Statistiken, das Gesetz des Mittelwerts und andere solch natürlichen menschlichen Dinge – und der schleichende Tod folgt immer.   A.W. Tozer

Viel unserer Schwierigkeiten als suchende Christen rührt von unserem Widerwillen her, Gott zu nehmen, wie er ist und unser Leben entsprechend anzupassen. Wir bestehen auf dem Versuch, Ihn zu ändern und Ihn näher unserem eigenen Bild zu bringen. Das Fleisch winselt gegen die Strenge von Gottes unerbittlichem Urteil und bettelt wie Agag um etwas Mitleid, ein wenig Nachsicht für seine fleischlichen Wege. Es hat keinen Zweck. Wir können nur einen richtigen Anfang machen, indem wir Gott akzeptieren, wie Er ist und lernen Ihn zu lieben, für das was er ist. Wenn wir Ihn dann im weiteren Verlauf besser kennen, werden wir das als Quelle unaussprechlicher Freude finden, dass Gott genau so ist, wie er ist. Einige der Momente des größten Entzückens, die wir erfahren werden, werden die sein, wie wir in ehrfurchtsvoller Bewunderung der Gottheit verbringen. In diesen heiligen Momenten wäre der schiere Gedanke an eine Änderung von Ihm zu schmerzlich, als dass man ihn aushalten könnte. A.W. Tozer

Ohne Zweifel, der größte Gedanke, den jemand im Kopf haben kann, ist der Gedanke an Gott... Daß unsere Idee von Gott so weit wie möglich dem wahren Wesen entspreche, ist von größter Bedeutung... Ein rechtes Konzept von Gott ist grundlegend nicht nur für eine systematische Theologie sondern auch für praktisches christliches Leben gleichermaßen. Für die Anbetung ist sie, was das Fundament für den Tempel ist. Wo es ungeeignet oder aus dem Lot ist, muß die ganze Struktur früher oder später zusammenbrechen. Ich glaube, es gibt kaum einen Irrtum in der Lehre oder ein Versagen bei Anwendung christlicher Ethik, die nicht schlußendlich auf nicht perfekte oder unwürdige Gedanken über Gott zurückgeführt werden können... Der Mensch, der zum rechten Glauben über Gott kommt, ist befreit von den zehntausend zeitlichen Problemen, denn er sieht sofort, daß diese ihn nicht für lange betreffen können, sondern daß die eine mächtige Last der Ewigkeit beginnt, ihn zu drücken mit einem Gewicht, das erdrückender ist als alle Leiden der Welt aufeinandergehäuft. Diese gewaltige Last ist seine Verpflichtung, Gott mit allen Kräften seines Geistes und seiner Seele zu
lieben, Ihm perfekt zu gehorchen und Ihn akzeptabel zu verehren....
Unter den Sünden, für die das menschliche Herz anfällig ist, ist kaum eine verhaßter für Gott als Götzenanbetung... Das Wesen der Götzenanbetung ist, Gedanken zu tragen über Gott, die Seiner unwürdig sind...Die schwerste Verpflichtung, die auf der Christlichen Gemeinde heute liegt ist, ihr Konzept von Gott zu reinigen und zu erhöhen, bis es wieder Seiner und ihr mehr wert ist.
A.W. Tozer, Die Kenntnis des Heiligen

Gott  möchte, daß wir die neue Geburt von oben kennen. Er will, daß wir die Bedeutung  unserer Erlösung kennen .. erfüllt sein von Seinem Geist ... den Ruhm  des  Einen widerzuspiegeln, der uns in Sein wunderbares Licht gerufen hat.  Wenn  wir  in dieser Hinsicht versagen, wäre es besser, wir wären nie wiedergeboren...!  Wie  tragisch  zu  wissen... daß Gott Sein wunderschönes Licht  durch uns widerspiegeln wollte und wir statt dessen bekennen müssen, daß wir zerschmettert und nutzlos sind und nichts widerspiegeln. A.W. Tozer, Whatever Happened to Worship

... Es ist mir egal, was... Plato über [Erlösung] dachte, Jesus Christus ist der Eine, der mich rettet... Er ist der Eine, der mich verändert. Er ist der Eine, der mit blutenden Händen dasteht und sich für mich einsetzt. Er ist der Eine, der sprechen und mich von den Toten erwecken soll... Daher ist es mir egal, was... sie in der New York oder der Columbia Universität sagen... Der Mensch, der Christ ist... sagt, "sagte Jesus das? Dann werde ich dem gehorchen." Und danach richtet er sich ausschließlich und lebt danach in seinem ganzen Leben. A.W. Tozer, "The Marks of a Christian – die Kennzeichen eines Christen" Tozer


offenbarung3-16

  • Gast
Re: Glaube und Nachfolge
« Antwort #34 am: 22 September 2006, 08:07:39 »
Das Bestehende ist in dem Maße entsittlicht, daß man ihm gerade ins Gesicht spucken kann, und es zieht es vor, davonzuschleichen, hütet sich wohl davor, Anklage zu erheben und dergleichen. Entsetzlich, in welche Tiefe das Bestehende herabgesunken ist, welche Tiefe von Jämmerlichkeit und Spießbürgerlichkeit und Mittelmäßigkeit und Lüge.

Ebenso denn in des Lebens Wirklichkeit. Was ist Spießbürgerlichkeit, was ist Geistlosigkeit? Es ist dies, daß man den Maßstab verändert hat durch Fortlassen der Ideale, daß man den Maßstab verändert hat gemäß dem, wie wir Menschen, die jetzt hierzuort leben, nun einmal sind. Ganz Europa kann spießbürgerlich sein, und eine kleine entlegene Landstadt kann vielleicht es nicht sein. Alles hängt davon ab, ob der wahre Maßstab angewandt wird. Aber das sinnliche Wohlsein ist kein Freund vom Maßstab der Ideale.
Siehe, deshalb ist es mit der Christenheit zurückgegangen, weil man die Nachfolge abgeschafft und sie noch nicht einmal angebracht hat, um zu drücken – eine umgekehrte babylonische Empörung wider den Himmel, eine umgekehrte, denn in Babel versuchte man (was bei aller Verleugnung doch weit, weit vorzuziehen ist) mit einem Aufstand den Himmel zu stürmen, das andre ist ein Versuch, in Eigenklugheit und Selbstzufriedenheit vermöge eines Abfalls vom Himmel und von den Idealen geschieden zu werden.

Aber wie man das Christentum jetzt wendet, haben wir Menschen Gott richtig schlau eine wächserne Nase gedreht. Wir reden davon,  daß Gott Liebe ist, daß wir Gott lieben (wer liebt nicht Gott, was für ein Unmensch, Gott nicht zu lieben usw.), und zuletzt rechnen wir wohl sogar darauf, durch dies ständige Reden davon, daß Gott Liebe sei und daß wir ihn lieben, zuletzt erreichen zu können, daß nicht einmal er selbst sehen kann, wie unser Verhältnis zu ihm ganz einfach natürliche Selbstsucht ist, die Art Liebe, die darin besteht, sich selbst zu lieben – denn die Liebe, welche wirklich liebt, drückt das ja dadurch aus, daß sie nach dem Willen des Geliebten tut, also der Welt entsagt, falls das gewünscht wird, während wir zusehen, daß wir den lieben Gott zu Hilfe bekommen (und ihn zu dem Zweck, wie es heißt, auch lieben), um womöglich ein recht behagliches und genußreiches Leben zu führen.

Das Christentum des Neuen Testaments ist gar nicht da. Hier gibt es nichts zu reformieren; es geht darum, Licht zu bringen in ein Jahrhunderte hindurch fortgesetztes, von Millionen (mehr oder minder schuldvoll) begangenes christliches Kriminalverbrechen, wodurch man scharfsinnig – unter dem Namen einer Vervollkommnung des Christentums – versucht hat, das Christentum Stück für Stück Gott abzulisten, und es dahin gebracht hat, daß das Christentum genau das Gegenteil dessen ist, was es im Neuen Testament ist.
Solange das nicht geschieht, solange man entweder so tut, als sei nichts geschehen, als habe alles seine Richtigkeit und sei das, was wir Christentum nennen, das Christentum des Neuen Testaments, oder man Künste braucht, um den Unterschied zu verbergen, um den Schein aufrechtzuerhalten, daß es das Christentum des Neuen Testaments sei: solange wird das christliche Kriminalverbrechen fortgesetzt; hier kann nicht die Rede davon sein zu reformieren, sondern davon, Licht zu bringen in diesen christlichen Kriminalfall.

Das ist meine ständige Behauptung: Das bißchen Frömmigkeit, welches in der Christenheit da ist, ist alttestamentliche Frömmigkeit (ein Hangen an diesem Leben, ein Hoffen darauf und Glauben daran, daß Gott einen in diesem Leben segnen werde usw., so daß der Beweis dafür, daß man Gottes Freund ist, darin liegt, daß es einem gut geht in der Welt), und doch setzt man ständig Christi Namen hinzu.

Sobald die Erweckten zusammenkommen, reden sie sogleich über nichts anderes als über das Christentum. Das ist widerwärtige Selbstgefälligkeit. Aber taten das denn nicht die ersten Christen? Ja, weshalb war es da nicht Selbstgefälligkeit? Weil das Schwert der Verfolgung jede Stunde über ihrem Haupte schwebte, weil es fortwährend um Leben und Tod ging, weil alles Ereignis und Handlung war, so daß es unmöglich war, nicht darüber zu sprechen, ebenso wie es unmöglich ist, über anderes zu sprechen als über eine Feuersbrunst – solange diese andauert. Aber die Erweckten heutzutage leiden nichts, handeln nicht – und deshalb ist dieses ständige Reden Selbstgefälligkeit.

Da die Türen verschlossen waren, kam Christus zu den Jüngern.Dergestalt müssen die Türen verschlossen sein, verschlossen vor der Welt – dann kommt Christus hinein, durch verschlossene Türen, er kommt ja auch von inwendig her. Als das Christentum stritt, da waren die Türen stets verschlossen – die Ungleichartigkeit des Christlichen. In der Christenheit hat man die Türen sperrangelweit offen stehen lassen – Gleichartigkeit mit der Welt –, dann kommt Christus auch nicht.

Von Nichts kann man nicht leben. Das hört man so oft, besonders von Pastoren. Und gerade die Pastoren bringen folgendes Kunststück fertig: das Christentum ist gar nicht da – dennoch leben sie davon.

Aber da nun doch einmal lange Kleider die Standeskleidung der Pfarrer geworden sind, so kann man auch sicher sein, daß das etwas bedeutet, und ich glaube, daß man das Wesen oder Unwesen des amtlichen Christentums höchst bezeichnend erfassen kann, wenn man darauf achtet, was es bedeutet. Lange Kleider bringen unwillkürlich auf den Gedanken, daß man etwas zu verbergen habe; wenn man etwas zu verbergen hat, sind lange Kleider sehr zweckdienlich – und das amtliche Christentum hat außerordentlich viel zu verbergen, denn es ist von Anfang bis Ende eine Unwahrheit, die deshalb am besten – unter langen Kleidern verborgen wird.

Die Gattung Menschen, welche heute lebt, könnte etwas so Kräftiges wie das Christentum des Neuen Testaments überhaupt nicht vertragen (sie würde daran sterben oder den Verstand verlieren), ganz im gleichen Sinne, wie Kinder starke Getränke nicht vertragen können, weshalb man für sie ein wenig Limonade bereitet – und das amtliche Christentum ist Limonadengewäsch für die Art Wesen, die man jetzt Menschen nennt, es ist das Stärkste, was sie vertragen können, und dieses Gewäsch nennen sie dann in ihrer Sprache Christentum, ähnlich wie ja Kinder ihre Limonade Wein nennen.
Deshalb will ich lieber, als daß ich auch nur mit dem äußersten Tausendstel vom Nagel meines kleinen Fingers am amtlichen Christentum teilnehme, unendlich lieber will ich Folgendes ernsthaft mitmachen: Im Kramladen kauft man eine Fahne; sie wird entfaltet; mit großer Feierlichkeit trete ich zu ihr hin, erhebe die drei Finger und schwöre auf die Fahne. Kostümiert mit Dreispitz, Patronentasche, Säbel (alles aus dem Kramladen) besteige ich dann ein Steckenpferd, um, im Gleichtritt mit den andern, einen Angriff auf den Feind zu machen, unter Verachtung der Todesgefahr, in die ich mich sichtbarlich stürze, mit dem Ernst eines Menschen, der weiß, was es bedeutet, auf die Fahne geschworen zu haben. Aufrichtig gesprochen – ich bin kein Freund davon, bei dieser Art Ernst mitzumachen; schlimmstenfalls aber tue ich es doch unendlich lieber, als daß ich teilnehme am Ernst des amtlichen Christentums, des Sonntagsgottesdienstes der Eidgebundenen.
Das Erstere heißt doch nur, sich selber zum Narren halten, das Letztere heißt, Gott zum Narren halten.

Schau, das ist wieder eine Folge der Grund-Verwirrung: daß das Christentum nicht von Zeugen, sondern von Lehrern verkündigt wird.

Laß uns die Mathematik nehmen. Es ist sehr möglich, daß ein berühmter Mathematiker z.B. Märtyrer seiner Wissenschaft würde – deshalb steht nichts im Wege, daß ich Professor in dem Fach werde, das er vorgetragen hat. Denn hier ist die Lehre, die Wissenschaft das Wesentliche, das persönliche Leben des Lehrers das Zufällige.
Aber ethisch-religiös, und besonders christlich, gibt es keine Lehre in dem Sinne, daß sie das Wesentliche ist und die Person das Zufällige; hier ist die Nachfolge das Wesentliche. Was für ein Unsinn dann, daß jemand, anstatt Christus nachzufolgen oder den Aposteln oder zu leiden, wie sie gelitten haben, daß jemand statt dessen Professor wird – in welchem Fach? Ja, darin, daß Christus gekreuzigt wurde und die Apostel gestäupt.
Es fehlte bloß, daß auf Golgatha ein Professor zugegen gewesen wäre, der sich sogleich niedergelassen hätte als Professor – der Theologie? Ja, da sehen wir, die Theologie war damals noch nicht aufgekommen, deshalb wäre damals recht deutlich geworden: Sollte er Professor in irgendeinem Fach werden, dann darin, daß Christus gekreuzigt war. Also Professor werden darin, daß ein anderer totgeschlagen wird. Es könnte ganz schnurrig sein, einen solchen Professor den ganzen Feldzug mitmachen zu lassen. Er würde also zuerst Professor darin, daß Christus gekreuzigt war. Nun begännen die Apostel. Da werden Petrus und Jakobus vor den Hohen Rat gebracht, und darauf gestäupt – sogleich wird das zu einem neuen Paragraphen, und der Professor wird noch am selben Tag Professor darin, daß Petrus und Jakobus gestäupt wurden. Der Hohe Rat verbietet darauf den Aposteln, Christus zu verkündigen.
Aber was tun die Apostel? Sie lassen sich nicht irremachen, fahren mit dem Verkündigen fort, denn man muß Gott mehr fürchten als die Menschen – und der Professor läßt sich auch nicht irremachen, er wird Professor darin, daß Petrus und Jakobus, ungeachtet sie gestäupt worden waren, sich doch nicht hindern ließen, die Wahrheit zu verkündigen – denn ein Professor muß den neuen Paragraphen mehr lieben als Gott und die Wahrheit. Der »Professor« kommt stets mit – es ist ja auch das Stichwort für den Professor, daß er mitkommt, mit der Zeit mitkommt, hingegen nicht, daß er nachkommt, Christo nachfolgt.
Angenommen, es hätte einen gleichzeitigen theologischen Professor gegeben, damals, als die Theologie noch nicht aufgekommen war, so hätte man die Apostelgeschichte durchgehen können und wäre unterrichtet gewesen durch Achten auf das, worin er nun Professor gewesen wäre.
Dann endete es damit, daß der Apostel gekreuzigt wurde – und der Professor wurde Professor darin, daß der Apostel gekreuzigt wurde.
Darauf verschied der Professor mit einem stillen, ruhigen Tod.

O fürchterliche Tiefe der Verwirrung, o fürchterliche, durch Beharrung verhärtete Irreführung. Von Generation zu Generation diese Hunderte und Aberhunderte von Professoren – in der Christenheit, also denn doch wohl Christen, zumal sie ja Professoren der Theologie waren. Sie haben Bücher geschrieben, und wiederum Bücher über die Bücher, und Bücher, um Überschau zu halten – da gab es wieder Zeitschriften, welche nur darüber schrieben, und die Buchdruckereien gediehen, und viele viele Tausende fanden Nahrung … und das Leben keines einzigen dieser Leihdiener ähnelte auch nur im entferntesten einer wahren christlichen Existenz – ja, keinem einzigen von ihnen fiel es ein, das Neue Testament zu nehmen, es geradezu und einfältig zu lesen und sich selbst vor Gott die Frage vorzulegen: »Ähnelt denn mein Leben auf irgendeine, wenn auch noch so entfernte Weise dem Christi, so daß ich mich einen Nachfolger nennen dürfte – ich, Professor der Theologie, Ritter des Danebrog, geehrt und angesehen, mit festem Gehalt und freier Dienstwohnung und Verfasser mehrerer gelehrter Schriften über die drei Missionsreisen des Paulus –?
Im Neuen Testament finden sich Stellen, aus denen man beweisen kann, daß es seine Richtigkeit hat mit Bischöfen, Priestern, Diakonen (wie wenig auch die heutigen der ursprünglichen Zeichnung ähneln), aber man finde doch im Neuen Testament die Stelle, wo vom »Professor der Theologie« die Rede ist! Weshalb muß man unwillkürlich lachen, wenn man zu jener Stelle, daß Gott gesetzt hat etliche zu Propheten, andere zu Aposteln, andere zu Vorstehern der Gemeinde – weshalb muß man unwillkürlich lachen, falls hinzugefügt würde: etliche zu Professoren der Theologie? Weshalb könnte da fast ebenso gut stehen: Gott hat gesetzt etliche zu Kanzleiräten?
Der »Professor«, das ist eine spätere christliche Erfindung – ja eine spätere christliche, denn sie wurde ungefähr zu der Zeit gemacht, da das Christentum zurückzugehen begann, und der »Höhepunkt« des »Professors« wurde gerade zu unserer Zeit erreicht – da das Christentum völlig abgeschafft ist.
Was drückt der »Professor« aus? Der »Professor« drückt aus, saß die Religion ein gelehrtes Problem ist; der Professor ist die größte Satire auf den »Apostel«. Man ist – Professor (wessen?) dessen, was ein paar Fischer in die Welt gesetzt haben: oh, treffliches Epigramm. Daß das Christentum die Welt solle überwinden können: ja, das hat der Stifter selbst vorausgesagt, und das glaubten die »Fischer«. Aber das Siegeszeichen: daß das Christentum in dem Maße siegen solle, daß es Professoren der Theologie gäbe – das hat der Stifter nicht vorausgesagt, es sei denn, das wäre dort geschehen, wo davon die Rede ist, daß der »Abfall« eintreten wird.

Indes, man kann sich auch auf ganz andere Art wider Gottes Wort wehren, wobei man darauf trotzt, daß man sehr wohl wage, mit ihm allein zu sein, etwas, das doch nicht wahr ist. Denn nimm die Heilige Schrift, schließ die Tür hinter dir zu – nimm dann aber zehn Wörterbücher, fünfundzwanzig Auslegungen: so kannst du die Heilige Schrift ebenso ruhig und ungeniert lesen, wie du den Lokalanzeiger liest. Fällt es dir dann etwa, wunderlicherweise, gerade, wenn du so recht schön dasitzt und eine Stelle liest, zwischendurch ein: »Hab ich dies getan, handle ich hiernach« (natürlich nur in Geistesabwesenheit, in einem zerstreuten Augenblick, da du nicht mit dem gewohnten Ernste gesammelt bist, kann dir dergleichen widerfahren), so ist die Gefahr doch nicht eben groß. Denn sieh, vielleicht sind da mehrere Lesarten, und vielleicht wird gerade jetzt eine neue Handschrift aufgefunden: ei, Gott behüte – da ist Aussicht auf neue Lesarten, und vielleicht sind fünf Ausleger der einen Meinung und sieben einer anderen, und zwei einer merkwürdigen Meinung, und drei schwanken oder haben gar keine Meinung, und »ich selbst bin nicht ganz einig mit mir über den Sinn dieser Stelle, oder, um meine Meinung zu sagen, ich bin der gleichen Meinung wie die drei Schwankenden, die keine Meinung haben« und so weiter.

Sören Kierkegaard – eine Auswahl Tatort Christenheit

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Glaube und Nachfolge
« Antwort #35 am: 23 September 2006, 17:39:45 »
Christen erzählen keine Lügen - sie gehen in die Kirche und singen sie. A.W. Tozer



Eine unheilige Kirche! Sie ist nutzlos für die Welt und ohne Wert unter den Menschen. Es ist ein Gräul, Gelächter der Hölle, Abscheu des Himmels. Die schlechtesten Übel, welche jemals über die Welt gekommen sind, wurden über sie durch eine unheilige Kirche gebracht. C.H. Spurgeon


Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Re: Glaube und Nachfolge
« Antwort #36 am: 25 September 2006, 13:10:36 »
Ich finde es wirklich bemerkenswert, wie A. W. Tozer die Dinge "auf den Punkt" bringt. Noch bemerkenswerter finde ich, wie aktuell seine Aussagen sind und das, obwohl er vor über 40 Jahren verstorben ist.

Hier noch ein Zitat (allerdings nicht von Tozer):

Wir mögen denken, dass wir keine Diebe seien, keine Bankräuber und keine Kriminellen, die  kleinen, alten Damen auf der Straße die Handtasche entreißen. Aber um der Wahrheit die Ehre zu geben, müssen wir zugeben, dass wir alle GOTT beraubt haben.

Verfasser: unbekannt
« Letzte Änderung: 25 September 2006, 13:13:25 von admin »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Re: Glaube und Nachfolge
« Antwort #37 am: 25 September 2006, 13:16:44 »
Ob wir darauf vorbereitet sein werden oder nicht, der Tod wird uns ereilen, allmählich oder plötzlich. An jenem Tag wird die unausweichliche Frage lauten: Haben wir zu Ende gebracht, was GOTT uns aufgetragen hatte? Oder haben wir so gelebt, wie es uns gefiel, nur mit einem ehrerbietigen Neigen des Kopfes in Richtung GOTT?

Verfasser: unbekannt
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Re: Glaube und Nachfolge
« Antwort #38 am: 25 September 2006, 13:18:35 »
Wenn Du jemals glauben solltest, GOTT nehme die Sünde leicht, dann schaue nach Golgatha!

Verfasser: unbekannt
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Re: Glaube und Nachfolge
« Antwort #39 am: 26 September 2006, 22:26:42 »
Man kann singen: All mein Gut geb ich dir hin - und denn doch in seinem Herzen nicht bereit sein, auch nur einen Ring von der Hand oder ein Foto von der Wand oder ein Kind aus der Familie für die Rettung der Heiden zu opfern.

Hudson Taylor
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Glaube und Nachfolge
« Antwort #40 am: 26 September 2006, 23:17:29 »
Das Ausmaß reiner Frivolität und völlig hohler Vergnügungen, wie sie mit einigen Orten der Anbetung in Zusammenhang gebracht werden müssen, haben ein geradezu unglaubliches Ausmaß erreicht … Es besteht kein Zweifel, daß alle nur denkbaren Unterhaltungen, bis hin zu Theaterstücken, an heiliger Stätte aufgeführt werden und heute hoch im Kurs stehen. Können diese Dinge die Heiligung oder die Gemeinschaft mit Gott fördern? Können Menschen nach dem Besuch solcher Dinge zu Gott um die Errettung von Sündern oder um die Heiligung der Glaubenden flehen? Es widersteht mir, mich mit diesen unheiligen Dingen zu befassen; sie erscheinen mir zu fern dem Wandel im Glauben und dem Weg himmlischer Gemeinschaft. In einigen Fällen sind die beklagten  Torheiten unter der Menschenwürde und könnten eher Schwachsinnigen als denkenden Menschen zugerechnet werden.
Charles Haddon Spurgeon

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Richtig hören
« Antwort #41 am: 28 September 2006, 21:38:10 »
Ein Indianer besuchte einen weißen Mann. Beide gingen in die Stadt, als der Indianer plötzlich sagte: "Hörst Du?" - "Ich höre nur den Verkehrslärm." - "Aber ich höre ganz in der Nähe eine Grille zirpen." Der Indianer bog an der nahen Hauswand die Blätter des wilden Weins auseinander - da saß tatsächlich eine Grille.
Der Weiße sagte: "Indianer können eben besser hören." - "Da täuschst du dich." Der Indianer warf eine Geldmünze auf das Pflaster. Es klimperte und die Leute, die mehrere Meter entfernt gingen, drehten sich nach dem Geräusch um. "Siehst du, das Geldstück war nicht lauter als die Grille und doch hörten es viele. Der Grund liegt darin, dass wir besonders gut auf das hören, was uns wichtig ist."


JESUS spricht: So habt nun acht, wie ihr hört! (Lukas 8,18a)

Quelle: "Die Wegbereiter", 10/2006
« Letzte Änderung: 28 September 2006, 21:42:08 von admin »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Mit dem Herzen sehen
« Antwort #42 am: 28 September 2006, 21:53:59 »
Für die Missionare war es nicht leicht, biblische Begriffe in eine fremde Vorstellungswelt zu übertragen. Monatelang suchte ein Missionar nach einem Wort für "Glaube" in der Papuasprache. Eines Tages kam ein Eingeborener zu ihm und sagte: "Du erzählst uns von JESUS und behauptest, Er sei gekreuzigt worden und wieder auferstanden. Hast Du Ihn gesehen?" "Nein", antwortete der Missionar. "Hat dein Vater Ihn gesehen?" "Nein". - "Bestimmt aber der Großvater?" "Auch nicht." Dann lebt JESUS gar nicht in deiner Heimat, sondern in einem anderen Land?" "Nein." "Woher weißt du dann, dass JESUS lebt?"

Unterdessen hatte sich eine Wolke vor die Sonne geschoben. "Siehst du die Sonne?" fragte der Missionar. Der Mann schüttelte den Kopf. "So ist es auch mit JESUS. Die Sonne scheint, auch wenn du sie nicht siehst. Ich sehe JESUS nicht und weiß doch, dass Er lebt."

Der Mann dachte lange nach. Dann sagte er: "Ich verstehe dich. Dein Auge hat JESUS nicht gesehen, aber dein Herz kennt Ihn. Mit dem Herzen hast du JESUS gesehen." Jetzt konnte der Missionar das Wort "glauben" übersetzen: "Mit dem Herzen JESUS sehen."


Quelle: "Die Wegbereiter" 10/2006
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Das Geheimnis von Liebe und Wahrheit
« Antwort #43 am: 28 September 2006, 21:59:16 »
Wahrheit ohne Liebe bewirkt nur einen Schmerzensschrei.

Liebe ohne Wahrheit ist üble Heuchelei.

Wahrheit und Liebe macht die Seele heil und frei!



Quelle: "Die Wegbereiter" 10/2006
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Glaube und Nachfolge
« Antwort #44 am: 03 Oktober 2006, 10:02:10 »
Die Rückbezug auf Jesus ist ein Rückbezug gegen den Exzess der kirchlichen Institution. Der Rückbezug auf Mohammed verstärkt hingegen den Hass und die Gewalt. Jesus ist ein Meister der Liebe, Mohammed ein Meister des Hasses.

Anführer eines unbarmherzigen Krieges, ein Plünderer, ein Massenmörder der Juden und ein Poligamist.


Robert Redeker