Autor Thema: Zu einem zornigen Gott beten  (Gelesen 103 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Mikki

  • Benutzer
  • Beiträge: 52
  • Offenbarung 1, 4-6
Zu einem zornigen Gott beten
« am: 24 Juli 2018, 18:24:40 »
Zu einem zornigen Gott beten

»Ich schrie aus dem Bauche der Hölle, und du hörtest meine Stimme.« Aber es glaubt ja keiner, wie schwer es einem wird, wenn man zu einem zornigen Gott rufen und schreien soll. Jammern und klagen, zittern und zweifeln und uns aufs Allerschlimmste einstellen, das können wir wohl, aber das Rufen kommt nicht über unsere Lippen. Denn da drückt uns das böse Gewissen, und die Sünde liegt uns auf dem Hals. Das alles trägt dazu bei, dass man spürt, wie zornig Gott ist. Solche Lasten wiegen mehr als die ganze Welt. Kurzum, dem natürlichen Menschen oder einem Gottlosen ist es unmöglich, sich angesichts solcher Lasten aufzurichten und ohne Weiteres Gott selbst anzurufen. Jesaja schreibt wiederholt darüber, dass das Volk sich nicht zu Gott, der es schlug, gewandt habe. Der natürliche Mensch neigt vielmehr dazu, vor Gott zu fliehen, als dass er sich zu ihm wendet und ihn anruft. Er sucht immer woanders Hilfe und will diesen Gott nicht, weil ihm sein Wesen zuwider ist. Darum ist er unablässig auf der Flucht und kann doch nicht entfliehen. Hier sieht man ein großes Stück von der Hölle und davon, wie es den Sündern nach diesem Leben ergeht. Weil sie fortwährend auf der Flucht vor Gott sind, können sie nicht zu ihm um Hilfe rufen. Aber Jesaja sagt in Kapitel 28,16 von Gott: »Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen köstlichen Eckstein, der wohlgegründet ist. Wer glaubt, der flieht nicht.« Das gilt für alle, die an Christus glauben.


Martin Luther, Predigt zu Jona, 2,2
"Und Jona betete zu seinem Gott, aus dem Bauche des Fisches und sprach:"
https://www.evangeliums.net/predigten/bibel_predigt_zu_jona_2_2.html