Autor Thema: Geister  (Gelesen 5368 mal)

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offenbarung3-16

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Geister
« am: 09 April 2007, 20:48:49 »
Geister
« Letzte Änderung: 06 November 2007, 05:57:23 von offenbarung3-16 »

Offline Roland

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Re: Parakletos
« Antwort #1 am: 19 April 2007, 22:56:26 »
Hallo Michael,

vielleicht ist es in diesem Zusammenhang interessant, sich geisterfüllte Christen anzuschauen, bevor ich Deine Frage auf mich beziehe:

- Die Apostel im allgemeinen:
Als nach der Heilung des Lahmen gegen die Heilsbotschaft Widerstand ausbrach (Apg. 3), wurden Petrus und Johannes verhaftet. Petrus voll HEILIGEN GEISTES  (Apg. 4,8), verteidigte sich vor dem priesterlichen Gericht und verkündigte ihnen mutig JESUS. Nachdem den beiden Aposteln verboten worden war, noch weiter im Namen JESU zu predigen, kamen sie zu ihren Geschwistern und berichteten ihnen diese Krise.
Zusammen flehten sie den HERRN an, Seinen Namen und Sein Wort doch zu verteidigen (Apg. 4,29.30). Der HERR schenkte ihnen eine besondere Gunst und sie wurden alle des HEILIGEN GEISTES voll. Zu Pfingsten waren sie schon voll (HEILIGEN GEISTES), und nun wurden sie hier bei dieser Gelegenheit wieder voll (HEILIGEN GEISTES). Infolge dieses Ereignisses gaben die Apostel mit großer Kraft Zeugnis von der Auferstehung des HERRN (Apg. 4,33).

Stephanus:
Er diente als Diakon und war ein Mann voll Glaubens und HEILIGEN GEISTES  (Apg. 6,5). Er war ein geistesmächtiger Gottesmann, ein furchtloser Verteidiger des Glaubens, durch den unter dem Volk Wunder und große Zeichen geschahen. Obwohl seine Predigt vor dem Hohen Rat einen kühnen, kompromisslosen Vorwurf gegen diese Führer der Juden aussprach, zeichnete seine Rede dennoch tiefe Demut aus (Apg. 7,55). Dies war für Stephanus eine Vorbereitung auf den unmittelbar bevorstehenden Märtyrertod.

Paulus:
Ein Ereignis im Leben des Paulus illustriert die Kraft eines geisterfüllten Lebens; es ist seine Begegnung mit Elimas, dem Zauberer auf der Insel Cypern. Paulus erkannte das schlechte Herz des Zauberers (Gabe der Geisterunterscheidung?) und verkündigte ihm ein augenblickliches Gericht, das auch sofort eintrat. Während er dies aus nur apostolischemVorrecht heraus tat, beweist es doch, dass man für jede Notlage vorbereitet ist, wenn man mit dem GEIST erfüllt ist (Apg. 13,6).

Barnabas:
Er wurde von der Gemeinde zu Jerusalem nach Antiochien gesandt, um die Neubekehrten im Glauben zu stäkren (Apg. 11,23). Von ihm wird berichtet, dass er ein guter Mann und voll HEILIGEN GEISTES und Glaubens  war (Apg. 11,24). Durch seinen Dienst wurde eine zahlreiche Menge ... dem HERRN hinzugetan , und später wurde er der Reisegefährte Paulus' im Pionierdienst.


Wie sieht die Fülle des HEILIGEN GEISTES konkret aus:

- Singendes Herz (Eph. 5,19)
- Dankbares Herz (Eph. 5,20)
- die Frucht des GEISTES (Gal. 5,22-26)
- auf den HERRN harren (Jes. 40,31), z. B durch Gebet, Gehorsam
- Führung durch den HEILIGEN GEIST (Menschen, die einer toten Orthodoxie angehören, haben hier Probleme. Für sie ist das "Hören auf den GEIST GOTTES" nur bloße Theorie und haben Probleme damit, wenn Christen erleben, dass der GEIST GOTTES zu ihnen spricht und sie führt)
- Geistesgaben (zur persönlichen Erbauung, wie z. B. das Reden in neuen Sprachen und zur Erbauung der Gemeinde, z. B. das Reden in neuen Sprachen kombiniert mit Auslegung und alle anderen Geistesgaben).

Zum Schluss noch ein Erlebnis: Als ich auf der Straße evangelisierte, kam ich mit einem jungen Mann ins Gespräch. Er argumentierte immer gegen den Glauben und ich für den Glauben. Es war so eine Art "argumentatives Ping-Pong". Plötzlich offenbarte mir der GEIST GOTTES ein bestimmtes Problem, das der junge Mann hatte. Erst hatte ich etwas Angst, ihm dieses Problem direkt ins Gesicht zu sagen (ich hatte Zweifel in meinem Herzen, ob es wirklich vom GEIST GOTTES war. Wenn das jetzt falsch war, hätte ich meinen HERRN lächerlich gemacht). Ich kratzte also meinen ganzen Mut zusammen und sagte ihm, dass mir GOTT folgendes offenbart hatte: Ich nannte ihm sein Problem, das ich nicht wissen konnte. Er schaute mich mit großen Augen an (ich rechnete jetzt jeden Augenblick damit, dass er anfängt zu lachen). Das geschah jedoch nicht. Er hatte keine Lust mehr mit seinem Unglauben zu "argumentieren", sondern bekehrte sich. Ich konnte nur mit ihm diskutieren, aber GOTT beendete die Diskussion und das Ergebnis war, dass er Christ wurde.

Soweit einige Gedanken von mir zu diesem wichtigen Thema.

Shalom
Roland




Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Myrjam

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Re: Parakletos
« Antwort #2 am: 24 April 2007, 00:31:39 »

- Ich wollte euch fragen, wie sich unser Beistand: Der Heilige Geist, bei euch im Leben zeigt?
- Also wo er wie hilft und wie die Gemeinschaft mit ihm aussehen kann?
- Wie sieht die Fülle des Heiligen Geistes in eurem Leben aus ?

Hoi Michael  :)

Er hat mich total verändert und mein Leben in jeder Beziehung ganz neu gemacht.
Er macht mir Christus immer lieber und grösser, so das Er mein Denken immer mehr ausfüllt.

Es ist mir eine Freude in allem den Willen Gottes zu tun.

Ich habe ein Ja zu allen Führungen.

Erlebe täglich kleine und grosse Wunder.
Er  redet zu meinem Geist und so werde ich nie von etwas überrascht.

Die Bibel wird mir immer lieber.
Heute spricht Er durch Sein Wort zu mir auf eine Art und Weise, wie
ich es früher nicht kannte. Die Worte werden leben. Sie reden ganz
konkret in meinen Alltag hinein.

Das erfahre ich erst seitdem ich mich Jesus ganz hingegeben habe.
Bereit war für Ihn alles loszulassen was in Seinen Augen nicht gut ist.

Er schenkt mir eine vorher nie gekannte Liebe für Menschen.

Und desshalb hab ich mich nochmals neu angemeldet.. :D

Lieben Gruss maria

Edit. falsche Zitierung geändert
« Letzte Änderung: 25 April 2007, 09:12:22 von Myrjam »

Offline Roland

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Re: Parakletos
« Antwort #3 am: 25 April 2007, 00:12:49 »
Hallo Michael,

ich sehe es genauso wie Du, nämlich dass es zwei voneinander unterschiedene Geisterfahrungen im Wort GOTTES gibt.

Bereits vor Pfingsten hatten die Jünger alle wichtigen Erfahrungen gemacht, die zur Wiedergeburt gehörten:

• Sie waren von JESUS zu „Jüngern“ berufen worden.
• Sie erlebten ihre Sündenerkenntnis (z. B. Lk. 5, 8)
• Sie empfingen  Gewissheit über die Vergebung von ihren Sünden (z. B. Joh. 15, 3)
• Sie wussten sogar, daß ihre Namen im Himmel angeschrieben sind (Lk. 10,20)
• Sie erkannten JESUS als Messias und Retter (Joh. 6, 69; 17, 3)
• Sie hatten Gewissheit über die Erlösungstat auf Golgatha (Lk. 24, 46)
• Sie sind sogar dem Auferstandenen begegnet.
• Und sie empfingen vorher HEILIGEN GEIST (Joh. 20, 20-22).

Die Jünger hatten also alle diese Erfahrungen gemacht und doch wurde keines dieser Ereignisse von JESUS oder den Aposteln als Geisttaufe bezeichnet. Das war eine andere, neue und darüber hinausgehende Erfahrung.
JESUS selbst kündigt diese vor Seiner Himmelfahrt - und nach allen oben genannten Erfahrungen der Jünger - an:
 
Ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem HEILIGEN GEIST getauft. (Apg. 1, 5b)

Geistestaufe ist eine neue Erfahrung!

Dass die Darbysten, Pietisten usw. dem Irrtum unterlegen sind, dass die Geistestaufe ein Synonym für die Wiedergeburt ist, hängt m. E. damit zusammen, dass sie nicht zwischen dem Pfingstereignis und der Pfingsterfahrung differenzieren.


Das Pfingstereignis
Dieses Ereignis als ein einmaliges Datum wird bereits im AT angekündigt: Joel 3. Dieses Geschehen ist einmalig und nicht wiederholbar. Den erstaunten Zuschauern und Zuhörern sagt Petrus (Apg 2,16f): Das ist´s, was durch den Propheten gesagt worden ist: Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht GOTT, da will Ich ausgießen von meinem GEIST auf alles Fleisch.

Da die Ausgießung seines Geistes als Symbol und Machtbeweis des inthronisierten CHRISTUS sozusagen seine Regierungserklärung ist, ist der GEIST GOTTES ausgegossen auf alles Fleisch.
Der GEIST GOTTES ist bereits wirksam in dieser Welt. Das Pfingstereignis ist also ein einmaliges Ereignis. Aber es will sich multiplizieren in persönlichen Erfahrungen!


Die Pfingsterfahrung
Ist die Erfahrung der Jünger zu Pfingsten einmalig? Nein: Jeder kann und darf und sollte diese Erfahrung machen!

Beispiele:   

- Apg. 4, 31 (Jerusalemer Gemeinde)

- Apg. 8, 16 und 17 (Samaria, die Apostel fahren eigens von Jerusalem nach Samaria, weil die Gläubigen dort diese Erfahrung noch nicht hatten)

- Apg. 9, 17 (Paulus soll nach seiner Bekehrung mit dem HEILIGEN GEIST getauft werden)

- Apg. 10, 44-46 (Heiden im Hause des Kornelius)

- Apg. 19, 6 (Heiden in Ephesus; Vers 2: Paulus fragt direkt nach der Geisterfüllung)

Deshalb ist für mich folgendes wichtig:

Das Pfingstereignis ist ein einmaliger Termin, aber die Pfingsterfahrung wiederholt sich bei jedem Menschen, der darum betet und sich danach ausstreckt.

Denn so hatte es schon Petrus in seiner „Pfingstpredigt“ gesagt:
Denn euch und eueren Kindern gilt diese Verheißung, und allen..., die der HERR noch herbeirufen wird. (Apg. 2, 39)

Und die Verheißung hatte Petrus so genannt:
Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen JESU CHRISTI aufgrund der Vergebung euerer Sünden, dann werdet ihr die Gabe des HEILIGEN GEISTES empfangen! (Apg. 2, 38)

Das heißt, so wie das Angebot zur Wiedergeburt zu neuem Leben durch CHRISTUS und Taufe zum Bekenntnis der empfangenen Wiedergeburt allen Menschen offensteht, bietet GOTT auch allen (wiedergeborenen) Menschen die Pfingsterfahrung an.

Ich habe auch Christen kennengelernt, bei denen die Wiedergeburt und die Taufe im HEILIGEN GEIST zeitlich zusammenfielen (trotzdem waren es zwei unterschiedliche Ereignisse).


Zitat
Was sind dann die Gründe, warum die meisten nicht mit dem Heiligen Geist getauft sind ? Unglaube ? Keine Heiligung ?
Darüber hatte ich mir vor einiger Zeit auch Gedanken gemacht (die Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit):

- Unkenntnis und mangelnde Belehrung: In vielen Gemeinden wird dieses „heiße Eisen“ um des lieben Friedens nicht angefasst.

- Unbiblisches Praktizieren der Geistesgaben: Hier müssen sich viele Pfingstler bzw. Charismatiker an die eigene Nase fassen. Die Dinge, die vielerorts als Geisteswirken verkauft werden, schreien zum Himmel. Geistesgaben sind uns nicht gegeben, um ein bisschen „Halli-Galli“ zu machen. Ein wichtiges Prüfkriterium ist, ob der Name JESUS verherrlicht und die Gemeinde aufgebaut wird. Wenn ein Prediger nur an seinen Namen bzw. an seinen Geldbeutel (oder beides) denkt, ist allerhöchste Vorsicht geboten.

- Geistliche Selbstgenügsamkeit und Hochmut. Hierbei denke ich an die Gemeinde zu Laodicea, die sagt: Ich bin reich, ich bedarf nichts mehr.

- Angst vor Fehlern

- Verabsolutierung des menschlichen Verstandes: Hier wird nach dem Prinzip verfahren, dass alles was unseren Verstand übersteigt als falsch betrachtet wird.

- Unglaube: Es wird mehr auf eigene Erfahrungen vertraut, als auf GOTTES Wort.

Ich finde auch die Frage wichtig, welche Folgen es für eine Gemeinde hat, die (einen Teil der) Geistesgaben ablehnt: Diese Frage erinnert mich nämlich an ein Folterinstrument, das aus dem Altertum bekannt ist: Der Häftling durfte sich eine Wunschmahlzeit aussuchen. Zunächst klingt das nicht wie ein Folter. Allerdings bekam er diese Mahlzeit jeden Tag (morgens , mittags, abends und zur Kaffeezeit). Was passierte mit den Menschen? Irgendwann offenbarte sich die Mangelernährung mit schrecklichen Entwicklungsstörungen. Die Mangelernährung kam zustande, weil dem Körper wichtige Nährstoffe vorenthalten wurde. Genau das findet auch im Leib CHRISTI (d. h. der Gemeinde) statt. Durch einseitige geistliche Ernährung kommt es zu Entwicklungsstörungen und schlimmen Krankheitssymptomen. Kirchen/Gemeinden, die sich in einem fortgeschrittenen Stadium des geistlichen Zerfalls befinden, zeichnen sich nur noch durch eine tote Orthodoxie aus.

Viele Grüße
Roland
« Letzte Änderung: 25 April 2007, 00:32:05 von admin »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Myrjam

  • Gast
Re: Parakletos
« Antwort #4 am: 29 April 2007, 19:07:39 »
Hoi Michael

Die letzte Woche erhielt ich ein Mail mit dem folgenden Text:

" Ebenso macht es der Heilige Geist. Indem Er von Jesus redet, sucht  Er Sünder aus einer Welt der Sünde und der Torheit in die gesegnete und heilige Einheit des Leibes Christi zu ziehen. " Von dem meinen wird er empfangen und euch verkünden." Der Geist Gottes will niemals die Aufmerksamkeit der Seele auf sich selbst oder sein Werk lenken, sondern allein auf Christus. Je tiefer eine Seele im Geist lebt, umso mehr wird sie mit Christus beschäftigt sein."


Diese Worte sind aus dem Buch von C.H. Mackintosh - die fünf Bücher Mose. 

Lieben Gruss aus der Schweiz.. :)

Myrjam

  • Gast
Re: Parakletos
« Antwort #5 am: 16 Juni 2007, 00:37:29 »
Michael -  sind Deine Fragen in der Zwischenzeit beantwortet worden?
Wenn ja - erzählst Du uns was davon?
Wenn nein - was denkst Du - wesshalb?