Autor Thema: Gedanken um Weihnachten  (Gelesen 3284 mal)

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Offline Jose

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Gedanken um Weihnachten
« am: 15 Dezember 2017, 19:27:43 »
Ist der Weihnachtsmann mit dem Teufel gleichzusetzen? Das wurde in einem anderen Thread behauptet: hier, oder ist es einfach ein Brauch der auf die Erzählung um den Nikolaus zurückgeht?

Nachtrag:
Titel geändert von „Weihnachtsmann“ in „ Gedanken um Weihnachten“, da das Thema allgemein gehalten werden soll.
« Letzte Änderung: 16 Dezember 2017, 10:44:54 von Jose »

Otto

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Re: Weihnachtsmann
« Antwort #1 am: 16 Dezember 2017, 00:19:50 »
Lieber Jose,
Gibt es nichts Wichtigeres? Ich glaube nicht, daß man den Weihnachtsmann als verkleideten Satan sehen kann - eher als Fantasiefigur aufgrund katholischer Lehren. Mir ist dieses Thema Weihnachten gerade durch die Diskussion jetzt an sich sehr abstoßend geworden. Ich lasse es ohnehin an mir vorbeiziehen, weil es mir nicht so viel bedeutet, aber ich will auch nicht
aus diesem Grunde eine häusliche Revolution machen - das ist es nicht wert. Die Meldungen, die mich jeden Tag erreichen deuten auf das baldige Kommen des Herrn hin und ich warte mit Freuden darauf. Rings um uns Chaos, Lüge, Abfall und die Natur bäumt sich auf.

Sehr gefallen hat mir das Video von Veltan Ladislau: https://www.youtube.com/watch?v=rEGWi4lV1kY
auch viele seiner anderen Videos sind sehr sehenswert.


Bitte: Zerfleischt bitte weder mich noch die, die Weihnachten abgeschafft haben! Es möge in Liebe eine Diskussion geben, die auch berücksichtigt, daß die Lebens- und Glaubenshintergründe absolut unterschiedlich sind. Es kann Dinge geben, worüber auch Paulus schreibt, die für den Einen kein Problem, den Anderen aber zur Sünde werden können.

Ich lebe im Erzgebirge, wo eine sehr tiefe weihnachtliche und ursprünglich biblische Tradition zu Hause ist und heute noch ein Großteil der Bevölkerung im weihnachtlichen Kunsthandwerk verwurzelt ist. Ich kenne viele dieser Kunsthandwerker und liebe die weihnachtliche Schnitzkunst sehr. Es ist oft in Holz verewigter Glaube ganzer Generationen!

In der DDR war Weihnachten eine der wenigen Möglichkeiten, wie Du ähnlich schriebst, ungestraft seinen Glauben durch bestimmte symbolische Fensterbeleuchtungen zu bezeugen. Das war teilweise so etwas, wie eine Geheimsprache.
Wir erlebten den Fall der Mauer auch als Befreiung in weihnachtlicher Hinsicht. Leider geht das auch alles immer mehr den Bach runter.

Das Erste, was ich gemacht habe, nachdem mir der Herr mein Gehör wiedergeschenkt hat, war, Weihnachtslieder hören. Ich habe manchmal geweint, als ich nach 30 Jahren Gehörlosigkeit diese Lieder wieder hören konnte. Heute kommt es selbst in christlichen Familien kaum noch vor, daß die Menschen singend und betend zusammensitzen, und Jesus im Gedenken an Seine Geburt die Ehre geben. Ich kann mir nicht vorstellen, daß das was Schlechtes ist.

Werft lieber alle Eure Handys und Windows-PCs weg, die ein viel sichereres Zeichen der antichristlichen Lebensart und Verführung sind, wenn Ihr jeden Buchstabe des Gesetzes erfüllen wollt! Kümmert euch um die, die durch die Medien und Internet in Porno- und andere Süchten gefangen sind und führt sie zum Herrn! Dann wird euch Jesus sagen, gut gemacht, du treuer Knecht!

Liebe Grüße! Der Herr segne Dich und alle, die hier lesen.
Otto

Offline Jose

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Danke für dein Zeugnis!
« Antwort #2 am: 16 Dezember 2017, 03:13:45 »
Lieber Otto.
Vielen Dank für deine offenen Worte und dein mutiges Zeugnis. Danke auch für den Link zu dem YouTube-Video. Es lohnt sich, es unvoreingenommen anzuhören und darüber nachzudenken.

 Ich grüße dich mit dem Lied: Singt, ihr heilgen Himmelschöre! Ich hoffe, du kannst Flashplayer Inhalte abspielen.

Im Herrn Jesus verbunden,
José

Otto

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Re: Weihnachtsmann
« Antwort #3 am: 16 Dezember 2017, 08:33:23 »
Danke, lieber Jose! Das ist auch eins der schönen Lieder, die Weihnachten mit unserer Glückseligen Hoffnung verbinden.

Wenn wir hier Gottesdienst in unserem Esszimmer machen (meistens nur ich mit meiner Frau allein) dann zündet meine Frau langsam den siebenarmigen Leuchter an. Die erste Kerze steht für Jesu Geburt. Die Zweite für Seinen Tod am Kreuz. Die Dritte für Seine Auferstehung, die Vierte für Seine Himmelfahrt. Dann kommen die zukünftigen Erwartungen: die Entrückung, Sein Sichtbares Kommen auf die Erde und zuletzt die entgültige Vernichtung des Bösen nach dem tausendjährigen Friedensreich.

Danach feiern wir das Abendmahl, nicht als Ritus, sondern jedesmal etwas anders. Es gibt heilige Dinge im Leben eines Menschen, die man akzeptieren muß, auch dann, wenn diese für andere Menschen nicht heilig sind. Wir leben in einer gefallenen Welt, deren Fall bald ihren Höhepunkt erreichen wird. Wir stecken tief in Gottlosigkeit und Sünde um uns herum. Nur Jesus kann um und in uns eine feste Hülle durch Seinen Heiligen Geist schaffen und erhalten. Es ist ein harter Kampf gegen die wirklichen Feinde imgange,

Liebe Grüße!
Otto

« Letzte Änderung: 16 Dezember 2017, 12:02:47 von Otto »

Offline Jose

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Re: Gedanken um Weihnachten
« Antwort #4 am: 20 Dezember 2017, 09:36:35 »
Ich steh an Deiner Krippe hier

Auch das ist eines der schönen Lieder von Paul Gerhardt (1607-1676). Viele Christen unserer Tage haben es aber verlernt, sich an solchen Liedern zu freuen und über die Botschaft nachzudenken.

Wenn ich Paul Gerhardt getroffen hätte und ihn gefragt: „Feierst Du noch Weihnachten?“, und wie erklärst du es Jesus? Hätte er vielleicht geantwortet mit der Strophe seines Liedes:
Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin, und laß dir's Wohlgefallen!

Und wenn ich weiter hätte fragen können, „Was bedeutet für dich Weihnachten?“, so hätte er vielleicht freudig, an Jesus denkend, gesagt:
Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt', erkoren; eh ich durch deine Hand gemacht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden.
Ich lag in tiefer Todesnacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht't, wie schön sind deine Strahlen!

Manchmal denke ich, viele Christen unserer Tage haben es in der Tat verlernt, über das Nachdenken und es anderen zu sagen, was es bedeutet, dass Jesus Mensch geworden ist. Ohne Krippe kein Kreuz.
Wie schön sind auch die Strophen, die doch ausdrücken, wie wenig wir Gott erfasst haben und dass es nicht in unserer Macht liegt, IHM unser Herz so zu öffnen, dass unser Leben IHM ganz gehört.
Aber danach strecken wir uns aus, denn es soll in unserem Leben ganz offenbar werden, dass wir ganz Sein Eigentum sind, wie auch Jesus ganz dem Vater gehorsam war und für uns in diese Welt kam.

Ich sehe dich mit Freuden an und kann nicht satt mich sehen; und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen!
Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer statt zu leiden, suchst meiner Seele Herrlichkeit durch dein selbsteignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren.
Eins aber, weiß ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden!

Vielleicht hat jemand Freude das Lied zu singen: Ich steh an Deiner Krippe hier.
Wer es jetzt nicht singen kann, dann vielleicht im Januar oder irgendwann im Laufe des Jahres.

Ich will nicht auf die schauen, die Weihnachten feiern und schöne Lieder singen, und es doch nicht glauben. Ich will mich freuen, so wie die Hirten es taten und wie Simeon und Hanna es taten. Jesus ist gekommen und ER wird wiederkommen!

Otto

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Re: Gedanken um Weihnachten
« Antwort #5 am: 20 Dezember 2017, 13:26:09 »
Lieber Jose,
es ist wunderbar, Deine Zeilen zu lesen.

Die Diskussionen um Weihnachten haben mich in der vorigen Woche in eine sehr tiefe Krise im Glauben gedrängt und auch meine Frau. Ich habe wirklich auf den Knien vor Gott um Antwort gerungen. Ich habe Antwort bekommen in der Nacht. Ich ging durch das ganze Haus, habe jeden Gegenstand,, Bilder, Nahrungsmittel usw. und auch Dinge, die für einen Fremden den Eindruck dämonischer Präsenz erwecken könnten, die aber für uns durch Kenntnis bestimmter Hintergründe wertvolle Erinnerungen sind, vor dem Herrn und in SEINEM heiligen Namen gesegnet. Auch den Weihnachtsbaum, den meine Frau so liebevoll geschmückt hat - sie hat das aus Liebe zu mir getan, nicht aus Liebe zu altbabylonischen oder ägyptischen Vergangenheiten, von denen wir keinerlei zuverlässige Ahnung haben. Ich habe Gott gedankt im Namen Jesu für alles, was hier steht, liegt, hängt.

Ich habe sofort Frieden im Geist gefunden, nachdem ich dies vor dem Herrn getan habe.  Ich weiß, ER wird mich nicht verurteilen, auch wenn Viele Urteile ausgesprochen haben.

Eine wichtige Bitte nun an alle, die in diesem und anderen Themen so ICHbezogen und gesetzlich schreiben, die Geschwister in geistliche Nöte bringen und dann (unbewußt, aber auf "ICHHABERECHT-Art) auf den am Boden Liegenden geistlich herumtrampeln und (unbewußt) Keile zwischen gläubige Ehepartner schlagen: LAßT AB DAVON! In Jesu Namen! Amen.

Liebe Grüße, lieber Jose - Du bist mir ein ganz lieber Bruder im Herrn geworden. Mit Deinen wenigen Worten!!
Otto

Offline Roland

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Re: Gedanken um Weihnachten
« Antwort #6 am: 20 Dezember 2017, 17:29:20 »
Hallo Jose,

ich fürchte, dass ich nun wieder die Rolle des gesetzlichen Spielverderbers spielen muss.

Deine Zitate stammen nicht aus dem Originaltext, sondern aus einer textlichen Überarbeitung. Das Evangelische Gesangbuch von 1993 enthält unter Nr. 37 neun von Paul Gerhardts 15 Strophen (1, 3, 4, 5, 7, 10, 11, 13 und 14) in textlicher Überarbeitung, das Gotteslob unter Nr. 256 (GLalt 141) die Strophen 1, 3, 4 und 5. Das Mennonitische Gesangbuch enthält unter dem Titel Ich steh an deiner Krippe hier unter der Nr. 251 sieben Strophen (1, 3, 4, 5, 7, 10, 11, 13 und 14), Feiern & Loben unter Nr. 208 die Strophen 1, 3, 4, 5, 13 und 14.

Der Originaltext von 1653 lautet:

1. JCh steh an deiner krippen hier /
O Jesulein mein leben /
Jch komme / bring und schencke dir /
Was du mir hast gegeben.
Nim hin es ist mein geist und sinn /
Hertz / seel und muth / nimm alles hin
Vnd laß dirs wol gefallen.

2. Du hast mit deiner lieb erfüllt
Mein adern und geblüte /
Dein schöner glantz / dein süsses bild
Ligt mir gantz im gemüthe /
Vnd wie mag es auch anders seyn /
Wie könt ich dich / mein Hertzelein /
Aus meinem hertzen lassen?

3. Da ich noch nicht geboren war /
Da bist du mir geboren /
Vnd hast mich dir zu eigen gar /
Eh ich dich kant / erkohren /
Eh ich durch deine hand gemacht /
Da hast du schon bey dir bedacht /
Wie du mein woltest werden.

4. Jch lag in tiefster todesnacht /
Du warest meine Sonne /
Die Sonne / die mir zugebracht
Liecht / leben / freud und wonne.
O Sonne / die das werhte liecht
Des glaubens in mir zugerichtt /
Wie schön sind deine strahlen!

5. Jch sehe dich mit freuden an /
Vnd kan mich nicht satt sehen /
Vnd weil ich nun nicht weiter kan /
So thu ich / was geschehen:
O daß mein sinn ein abgrund wär /
Vnd meine seel ein weites meer /
Daß ich dich möchte fassen!

6. Vergönne mir / o Jesulein /
Daß ich dein mündlein küsse /
Das mündlein / das den süssen wein /
Auch milch und honigflüsse
Weit übertrifft in seiner krafft /
Es ist voll labsal / stärck und safft /
Der march und bein erquicket.


7. Wann offt mein hertz im leibe weint /
Vnd keinen trost kan finden /
Da rufft mirs zu / ich bin dein freund /
Ein tilger deiner sünden:
Was traurest du mein brüderlein?
Du solt ja guter dinge seyn /
Jch zahle deine schulden.

8. Wer ist der meister / der allhier
Nach würdigkeit außstreichet
Die händlein / so das Kindlein mir
Anlachende zureichet /
Der schnee ist hell / die milch ist weiß /
Verlieren doch beyd jhren preis /
Wann diese händlein blicken.

9. Wo nehm ich weißheit und verstand
Mit lobe zu erhöhen
Die äuglein / die so unverwandt
Nach mir gerichtet stehen:
Der volle Mond ist schön und klar /
Schön ist der güldnen sternen schaar /
Dies äuglein sind viel schöner.

10. O daß doch so ein lieber stern
Sol in der krippen ligen!
Für edle kinder grosser Herrn
Gehören güldne wiegen.
Ach heu und stroh ist viel zu schlecht /
Sammt / seyden / purpur wären recht
Dis kindlein drauf zu legen.

11. Nehmt weg das stroh / nehmt weg das heu /
Jch wil mir blumen holen /
Daß meines Heylands lager sey
Auf lieblichen violen /
Mit Rosen / Nelcken / Rosmarin
Aus schönen gärten wil ich jhn
Von oben her bestreuen.


12. Zur seiten wil ich hier und dar
Viel weisser Liljen stecken /
Die sollen seiner äuglein paar
Jm schlafe sanft bedecken:
Doch liebt vielmehr das dürre gras
Dis Kindelein / als alles das /
Was ich hier nenn und dencke.

13. Du fragest nicht nach lust der welt /
Noch nach des leibes freuden /
Du hast dich bey uns eingestellt
An unsrer stat zu leiden /
Suchst meiner seelen herrlichkeit
Durch elend und armseligkeit /
Das wil ich dir nicht wehren.

14. Eins aber hoff ich wirst du mir /
Mein Heyland / nicht versagen /
Daß ich dich möge für und für
Jn / bey und an mir tragen:
So laß mich doch dein kripplein seyn /
Komm / komm und lege bey mir ein
Dich und all deine freuden.


15. Zwar solt ich dencken / wie gering
Jch dich bewirthen werde /
Du bist der Schöpffer aller ding /
Jch bin nur staub und erde:
Doch bist du ein so frommer gast /
Daß du noch nie verschmähet hast
Den / der dich gerne siehet.

(Hervorhebungen von mir).

Der Originaltext des Liedes enthält homo-erotische Abartigkeiten, die offensichtlich sogar den Theologen zugesetzt haben und deshalb wurde das Lied überarbeitet bzw. die Strophen mit dem erotischen Inhalt nicht in den Gesangbüchern veröffentlicht.

Glaubst Du auch an ein "Jesulein", dessen Mündlein Du auch küssen möchtest, weil seine Küsse den süßen Wein, die Milch und den Honig weit übertrifft? Oder willst Du wie Gerhardt dem "Jesulein" das Stroh und Heu entfernen, damit Du es mit lieblichen Violen, Rosen Nelken, Rosmarin von oben her bestreuen kannst? Oder willst Du doch eher mit weißen Lilien die Äuglein des schlafenden "Jesuleins" sanft bedecken? Oder willst Du gleich das Kripplein sein, in das das "Jesulein" gelegt wird?

Gerhardts Aussagen erinnern mich an die homo-erotischen Abartigkeiten Zinzendorfs, der in die Seitenwunde CHRISTI vernarrt war und als eine Art Genital beschrieb. Ich möchte es mir ersparen, hier Kostproben der Zinzendorf'schen Ergüsse veröffentlichen, da es mir einfach zu widerlich ist.

Aus diesem Grund kann ich mich nicht an solchen Liedern "erfreuen", weder in noch außerhalb der Weihnachtszeit.

Natürlich gibt es ohne Krippe kein Kreuz. Aber das bedeutet doch nicht, dass wir den Heilsabschnitt in der Krippe mit heidnischen Elementen verehren sollen. Viel wichtiger ist, dass JESUS unser HERR und GOTT ist und dann ist weder Platz für eine heidnische Verehrung noch für abartige Weihnachtslieder.

Shalom
Roland

Quelle: Wikipedia
« Letzte Änderung: 20 Dezember 2017, 18:04:32 von Roland »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Jose

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Re: Gedanken um Weihnachten
« Antwort #7 am: 20 Dezember 2017, 18:55:21 »
Ja, Roland, ich dachte mir schon, dass vor einigen 100 Jahren manches anders formuliert würde und von uns heute schnell falsch verstanden wird. Aber Paul Gerhardt hat es sicherlich zur Verherrlichung Gottes gedichtet und auch geglaubt. Wenn wir im Himmel sind, wird er uns sicherlich erklären, wir er es gemeint hatte.

Offline Roland

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Gerhardts homo-erotische Neigungen
« Antwort #8 am: 20 Dezember 2017, 19:28:18 »
Ich denke, dass wir Gerhardts Herz nicht beurteilen können und daher möchte ich mir auch kein Urteil bilden, ob er mit seinem "Jesulein", das er gerne küssen und mit Blumen bewerfen möchte, zur Verherrlichung GOTTES gedichtet hat. Wenn ich mir seine homo-erotischen Neigungen anschaue, habe ich jedoch große Zweifel daran.

Ob wir Gerhardt im Himmel treffen, weiß ich auch nicht, da meines Wissens nicht mit Sicherheit belegt werden kann, dass Gerhardt ein wiedergeborener Christ war. Was belegt werden kann, ist, dass er ein evangelisch-lutherischer Theologe und Kirchenlieddichter war.

Daher möchte ich nicht richten, ob er seine Ewigkeit im Himmel oder in der ewigen Verdammnis zubringen wird. Das Urteil wird der lebendige GOTT sprechen (wie bei jedem anderen Menschen auch).
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Offline Jose

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Re: Gedanken um Weihnachten
« Antwort #9 am: 20 Dezember 2017, 21:08:07 »
Heute Abend freute ich mich zum ersten mal richtig, als ich über manche Formulierungen im Buch Hohelied dachte. Manche betrachten einige Aussagen als erotisch, aber ich denke nun, das Gott uns lehrt, mit diesbezüglichen Urteilen vorsichtig zu sein.

Und eines weiss ich, wenn ich meine Brüder nicht liebe, sondern richte, kann ich auch Jesus nicht lieben.

Offline Roland

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Gerhardts homo-erotische Abartigkeiten
« Antwort #10 am: 20 Dezember 2017, 22:03:38 »
Ich richte ja gerade nicht, denn ich habe geschrieben, dass ich nicht weiß, ob Gerhardt im Himmel ist oder nicht. Wo genau hast Du denn im Buch Hohelied homo-erotische Abartigkeiten mit der gleichen Qualität wie bei Gerhardt entdeckt? Den Vergleich zum Buch Hohelied finde ich übrigens unangebracht, da Gerhardt in seinem Lied von dem lebendigen GOTT schreibt, der Mensch geworden ist, um uns zu erlösen. Du vergleichst also Äpfel mit Birnen.

Gerhardt bezeichnet den wahrhaftigen GOTT, der Sich Selbst entäußert hat und Mensch geworden ist, als "Jesulein", das er gerne küssen will, weil seine Küsse den süßen Wein, die Milch und den Honig weit übertreffen. Nebenbei will Gerhardt dem lebendigen GOTT das Stroh und Heu entfernen, damit er IHN mit Violen, Rosen Nelken, Rosmarin von oben her bestreuen kann.

Wenn das keine Gotteslästerung ist........

Glaubst Du etwa auch an ein "Jesulein" oder an den wahrhaftigen GOTT, der Mensch wurde, um diejenigen, die an IHN glauben, zu erlösen?

Und, wie gesagt, ich weiß nicht, ob Gerhardt mein Bruder ist, da ich nicht weiß, ob er jemals wiedergeboren war. Er muss sich genau wie wir, für jedes Wort vor dem lebendigen GOTT (und nicht irgendein "Jesulein") rechtfertigen.

Seine homo-erotischen Abartigkeiten jedenfalls sollte ein Christ nicht schönreden, sondern ablehnen.
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Offline Jose

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Re: Gedanken um Weihnachten
« Antwort #11 am: 20 Dezember 2017, 22:38:17 »
Deine Worte sprechen für sich. Ich empfehle dir eine Biographie von Paul Gerhardt zu lesen. Und auch wenn du schreibst, dass du nicht richtest, Gott sieht dein Herz und wehe dir, wenn du über ein Gotteskind so denkst. Du hast ja bewusst den Titel geändert, das ist für mich richten, was du Paul Gerhardt unterstellst.

Vor einiger Zeit habe ich übrigens ähnliche Zeilen in einem Lied gelesen,  von einem Bruder aus der Pfingstbewegung, der auch die Gabe der Zungenrede hatte. Gott weiss, wie es gemeint war.

Nehme es mir bitte nicht übel, dir in Liebe das zu schreiben. Ich will nicht schuldig werden an dir. Ich habe für dich gebetet und werde es weiterhin tun.

Otto

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Re: Gedanken um Weihnachten
« Antwort #12 am: 20 Dezember 2017, 23:11:16 »
Hallo, Roland,

nur mal eine dumme Frage: Bist Du wiedergeboren? Wohnt der Heilige Geist wenigstens minimal in Dir? Wenigstens ganz klein wenig?

übrigens: ich sehne mich danach, Jesus eines Tages in den Armen zu liegen. Hoffentlich dauerts nicht mehr lang! Wenn ich damals einer der Hirten gewesen wäre, hätte ich IHN in die Arme genommen um jeden Preis - weil, ich liebe IHN und mein ganzes irdisches Leben hätte ich aus diesem Moment gezehrt. Das werde ich jedem zu jeder Zeit sagen, der es hören will!

Die Gemeinde ist die Braut Jesu (nicht nur die Frauen der Gemeinde, alle zusammen!). Das hat nichts mit Sexfantasien und Abartigkeit zu tun. Was Du tust (schreibst) ist das, was ich oben schon geschrieben habe. Trample ruhig auf Deinen Geschwistern rum, Ich für meinen Teil bin wieder aufgestanden. Jesus hat mich wieder aufgerichtet und ich feiere Weihnachten in gesegneter Umgebung trotz aller Angriffe! MEIN Erlöser lebt!

Und ich liebe die Lieder von Paul Gerhardt, ein evgl. Kirchengesangbuch irgendwelcher Ausführung habe ich nicht, will es nach dem Lutherjahrdebakel auch garnicht haben.

Deine Fantasie ist erschreckend!

Ich schreibe das nicht zornig, sondern mit Tränen in den Augen.

Otto
« Letzte Änderung: 20 Dezember 2017, 23:15:37 von Otto »

Offline Roland

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Gerhardt und die Mystik
« Antwort #13 am: 21 Dezember 2017, 01:58:49 »
Hallo Jose,

schauen wir uns mal Gerhardts Dichtkunst etwas genauer an. Es ist bekannt, dass Gerhardt in seinen Liedern die Mystik einarbeitete (das ist für mich auch die Grundlage seiner homo-erotischen Neigungen) und das unterscheidet ihn von anderen Dichtern.

Er übernahm Bilder und Sprachformen aus der mittelalterlichen Mystik, wie er dort auch Textgrundlagen für seine Lieder fand, für manche auch dies ein Rückfall ins Mittelalter. So fußt das Lied "O Haupt, voll Blut und Wunden" auf dem lateinischen Gedicht "salve caput cruentatum" des Abtes Arnulf von Löwen aus dem dreizehnten Jahrhundert, eines Zisterziensers im Gefolge des Bernhard von Clairvaux, des Vaters der mittelalterlichen Mystik. Der siebenteilige Liedzyklus dient der Betrachtung des Kruzifixus und wendet sich an die einzelnen Gliedmaßen Jesu, an die Füße, an die Knie, an die Hände und schließlich an das Haupt Jesu. Man muss sich den Beter vorstellen, wie er vor dem Kreuz kniet, sogar den Corpus umarmt und Tränen fließen lässt. Denn er möchte eins werden mit dem Gekreuzigten, eine unio mystica, erotische Assoziationen nicht ausgeschlossen.

Paul Gerhardt hat den gesamten Zyklus übertragen, aber nur das letzte Glied blieb bis heute lebendig und wurde zum herausragenden Passionslied nicht nur der lutherischen Kirche. Dabei allerdings sind die Korrekturen nicht zu übersehen, die der Dichter vornahm. Er mäßigt die mystische Glut, wahrt die Distanz zwischen Gott und Mensch, zwischen dem einmaligen Geschehen am Kreuz und dem Beter, indem er Arnulfs Text ins moderato überführt. Hier kam ihm sowohl die handwerkliche Dichtkunst wie auch seine in der lutherischen Orthodoxie verwurzelte Grundhaltung zugute. Aber die Verbindung von mystischer Sprache mit orthodoxen Inhalten schuf der evangelischen Kirche das eigentliche Passionslied, das später viele Nachahmer finden sollte.

Was versteht man jetzt unter Mystik? Es ist eine Form der Religiosität, religiöse Anschauung, bei der durch Versenkung, Askese, Meditation, auch Erotik eine persönliche, erfahrbare Verbindung mit der Gottheit, mit dem Göttlichen [bis zu einer ekstatischen Vereinigung] gesucht wird. Das Mittel für mystische Erfahrungen war bei Gerhardt seine homo-erotischen Einstellungen.

Zitat
Du hast ja bewusst den Titel geändert, das ist für mich richten, was du Paul Gerhardt unterstellst.
Interessant, was du alles unter "richten" verstehst. Ich habe den Titel geändert, weil wir nicht mehr allgemein über das okkulte Weihnachtsfest schreiben, sondern konkret über ein Lied von P. Gerhardt.
Nebenbei: Wenn Du ein schöne Fallbeispiele zum Thema "Richten" haben möchtest, kannst du dir viel von Gerhardt abschauen. Hast du mal gelesen, wie er mit den Calvinisten umspringt? Er spricht jedem Calvinisten das Heil ab. Das ist "Richten" und nicht das Ändern des Betreffs im Forum.

Zitat
Vor einiger Zeit habe ich übrigens ähnliche Zeilen in einem Lied gelesen,  von einem Bruder aus der Pfingstbewegung, der auch die Gabe der Zungenrede hatte.
Gerhardt war nicht der einzige Mystiker. Natürlich gibt es auch gerade unter den Pfingstlern (zungenredende) Mystiker (passt teilweise ja auch ganz gut von der Theologie).

Fakt ist, dass Mystik und biblischer Glaube einander ausschließen. Wenn Dir eine klare Bekehrung von Gerhardt bekannt ist, stelle sie doch bitte hier rein ins Forum. Allerdings stellt sich dann immer noch die Frage, wie er den biblischen Glauben mit seiner mystischen Erotik in Einklang bringen kann.

Für deine Gebete bedanke ich mich. Auch ich möchte für dich beten, dass du die Kraft und den Mut hast, den heidnischen Weihnachts-Firlefanz hinter dir zu lassen und "ohne wenn und aber" dem HERRN JESUS nachzufolgen.

Shalom
Roland

Quelle: Rödding, Gerhard: Das Band der Mystik, in: F.A.Z (19.03.2007)
« Letzte Änderung: 21 Dezember 2017, 09:41:21 von Roland »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

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Weihnachtsstimmung
« Antwort #14 am: 21 Dezember 2017, 02:13:47 »
Hallo Otto,

Zitat
Wohnt der Heilige Geist wenigstens minimal in Dir? Wenigstens ganz klein wenig?
Kannst Du mir einmal anhand es Wortes GOTTES erkären, wie der HEILIGE GEIST minimal bzw. nur ganz klein wenig in einem Menschen wohnen kann?

Ich kann Dich beruhigen: Deine Sehnsucht, in den Armen JESU zu liegen, hat nichts mit Gerhardts homo-erotischen Fantasien zu tun.

Zitat
Deine Fantasie ist erschreckend!
Mich erschreckt vielmehr Gerhardts Fantasie!

Aber ich möchte Deine Weihnachtsstimmung nicht weiter stören. Du kannst gerne die Gerhardts Lieder singen. Es gibt ja noch weitere schöne Weihnachtslieder, um eine tolle Stimmung zu erzeugen: Alles Jahre wieder kommt das Christuskind, O Tannenbaum usw. (diese Lieder sind zwar unbiblisch, haben jedoch nichts von Gerhardts erotischer Fantasie)....

Bedenke jedoch, dass wir einmal Rechenschaft ablegen müssen für unsere Gedanken, unser Reden und unser Tun. Wir stehen einmal nicht vor Gerhardts "Jesulein", sondern vor dem HERRN JESUS CHRISTUS, dem wahren und einzigen GOTT.

Ich wünsche Dir nachdenkliche Feiertage. Vielleicht findest Du die Zeit einmal zu prüfen, was der Wille GOTTES zum Thema Weihnachten ist.

Das ist ehrlich gemeint und wünsche ich dir von Herzen. Deshalb möchte ich auch für dich beten, dass der HERR dir das Gelingen schenkt und du dich nicht auf heidnische Feste berufst, sondern den HERRN im GEIST und in der WAHRHEIT anbetest.

Shalom

Roland



« Letzte Änderung: 21 Dezember 2017, 09:30:59 von Roland »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!