Autor Thema: Ein Herz und eine Seele  (Gelesen 1060 mal)

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Offline Jose

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Ein Herz und eine Seele
« am: 04 Februar 2017, 21:58:14 »
In den ersten Tagen der Gemeinde da lesen wir: „Die ganze Gemeinde war ein Herz und eine Seele, und nicht einer nannte etwas von dem, was er besass, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam“ Apg 4,32 (Zürcher 2007).

Es war ein sehr schöner Zustand, hat aber leider nicht lange angehalten und wir lesen sowohl in der Apostelgeschichte wie in den Briefen von vielen Streitigkeiten. Es lag sicherlich daran, dass der Widersacher diese Einigkeit zu zerstören versuchte und auch weiterhin versucht, aber es liegt auch in unserer eigenen menschlichen Natur. Wir straucheln oft und versündigen uns oft aneinander, und sei es durch Lieblosigkeit.

Ich bin nun über 30 Jahre auf dem Weg und was ich persönlich vermisse, so mein Eindruck, ist die Demut, Schuld einzugestehen und Buße zu tun. Vielleicht liegt es daran, dass es uns in Deutschland so gut geht, dass wir mehr darüber diskutieren, dass alles in der „rechten Lehre“ geschieht, - natürlich nach der eigenen Erkenntnis -, anstatt uns zu fragen, ob wir z.B. das Wort erfüllen: „In geschwisterlicher Liebe sind wir einander zugetan, in gegenseitiger Achtung kommen wir einander zuvor“ Röm 12,10 (Zürcher 2007).

Ein Herz und eine Seele meint sicherlich nicht, in allen Punkten eine Meinung zu sein, sicherlich auch nicht, im allem die gleiche Lehrmeinung zu teilen. Aber wenn der Geist Gottes in uns wohnt und wir von neuem geboren sind, so gilt doch das Wort: „Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott gezeugt, und wer den liebt, der ihn gezeugt hat, liebt auch den, der aus ihm gezeugt ist“ 1. Joh 5,1 (Zürcher 2007). Wo stehe ich, wo stehen wir?

In Apg. 4,32 heißt es, nach der Zürcher Übersetzung 2007, dass die ganze Gemeinde ein Herz und eine Seele war. In der REÜ 2006 ist von der Menge derer, die gläubig wurden, die Rede. Es kommt auf das gleiche raus. Was mich anbetrifft, so kann ich es leider nicht von mir behaupten, mit allen meinen Geschwistern ein Herz und eine Seele zu sein. Aber ich möchte danach trachten, damit, was mich anbetrifft, keine Hindernisse da sind, wenn der Herr kommt.

Der Herr segne uns alle,
José

Offline Nico

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Re: Ein Herz und eine Seele
« Antwort #1 am: 08 Mai 2017, 20:20:35 »
Die Einheit, der ersten Christen war auch ein wunderbares Zeugnis für die Ungläubigen und ein Spiegelbild der göttlichen Einheit. Kein Wunder, daß die Kraft Gottes sich so deutlich zeigte, zu der Zeit. Wir brauchen diese Kraft auch, wenn wir den Missionsbefehl lieben und leben wollen. Wenn man heute den Menschen in Deutschland das Evangelium bringen will, scheitert man doch zu oft an der ablehnenden Haltung der Leute. Das Gemeindebild in ihren Köpfen wird dazu auch einen guten Teil mit beisteuern. Die Menschen wissen gar nicht mehr was die Bibel genau sagt. Es interessiert sie leider auch nicht mehr. Sie kennen die großen Kirchen, die Sekten und die Freikirchen usw. aber daß es eigentlich nur eine wahre Gemeinde Gottes gibt, das wissen sie nicht. Sie kennen schon gar nicht die Kraft dieser Einheit der Kinder Gottes. Ja wir kennen sie auch zu wenig, wie sollten sie etwas darüber wissen, wenn wir sie kaum erleben. Ich bin überzeugt daß, wenn zwei oder drei in solch einer echten Einheit zusammen sind, kann der Herr viel wunderbares tun/wirken/inspirieren. Was geschieht wenn eine ganze Gemeinde solch eine göttliche Einheit auslebt, kann ich mir kaum vorstellen, das muß dann wieder wie in der Urgemeinde sein.
...des Herrn Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist...

Offline Jose

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Re: Ein Herz und eine Seele
« Antwort #2 am: 08 Mai 2017, 22:33:25 »
Jesus hat nicht umsonst gesagt: "Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt" Joh 13,34-35 (Elb. 2006). Aber wie erwähnt, wenn wir durch die ganze Bibel gehen, merken wir sehr schnell, dass es auch in den ersten Gemeinden viel Not gab. Aber Gott will mit dir und mit mir anfangen, oder nicht?

Mich beschäftigt auch immer wieder das Thema: Auf dass sie alle eins seien. Gerade im Reformationsjahr wird aber deutlich, wie weit viele davon entfernt sind, diese Einheit, für die Jesus gebetet hat (siehe Joh. 17), anzustreben. Viele verlassen sie und verleugnen die Reformation, und so heißt es auf der EKD Seite: „Das Reformationsjubiläum ist ein Christusfest, das die Botschaft von der freien Gnade Gottes ausrichten will an alles Volk.“ Ist es ein Fest, wenn die Vermischung immer mehr zunimmt? Bei einer Predigt am Sonntag hörte ich, dass aus Rücksicht auf die Katholiken, nicht mehr von Reformation, sondern von Christusfest gesprochen werden soll.

Wir können nicht einander lieben und ein Herz und eine Seele sein, wenn nicht die Liebe Gottes in uns ist, in dem wir von Herzen das Wort Gottes halten: "Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen" Joh 14,23. Das ist die Voraussetzung, damit wir auch einander lieben können, siehe Joh. 15,10-12.

Offline Nico

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Re: Ein Herz und eine Seele
« Antwort #3 am: 09 Mai 2017, 07:01:55 »
Absolut, ja! Gott hat die katholische Kirche auch zugelassen, daß die wahre Gemeinde deutlicher sichtbar werden kann.
Sicher möchte der Herr mit uns anfangen die Liebe in Einheit mehr auszuleben, genauso muß aber auch die ganze Gemeindestruktur darauf ausgerichtet werden, Gott möge uns Männer wie Johannes den Täufer, Paulus oder Stephanus schenken die er dazu verwenden kann viele in eine Umkehr/Umdenken zu führen. Zur Verherrlichung des Herrn.
...des Herrn Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist...