Autor Thema: "Verflucht sei, wer das Werk des HERRN lässig treibt" - was gehört dazu?  (Gelesen 1387 mal)

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tamarin

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Ich grüße Euch alle.
"Verflucht sei, wer das Werk des HERRN lässig treibt" (Jer. 48,10).
Was könnte heute dazu gehören?
Schlechte Gottesdienstbesuche, Spenden usw.?
Was meint Ihr dazu?

Shalom,
Eduard

Offline Gnu

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Das kann alles bedeuten, was irgendwer grad als Werk des Herrn betrachtet. Frage ist welches Werk und welcher Herr gemeint sind. Für Christoph Oswald waren jene verflucht, die in ihren dreieinigen Sonntagsversammlungen jeweils «Es isch supermegalässig dir Herr z'ghöre» sangen.
 ;)

Offline Jose

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Lieber Eduard.
Wir stehen ja nicht mehr unter dem Gesetz, so sind wir es nicht mehr, die das Werk des Herrn treiben. Für mich ist ganz besonders wichtig, ob der HERR Sein Werk in mir und durch mich treiben kann.

Wer sind die, von denen der Herr sagt: "Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird!" Mt 24,46.

Und was umfasst diese Aufforderung: "Daher, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, allezeit überreich in dem Werk des Herrn, da ihr wisst, dass eure Mühe im Herrn nicht vergeblich ist!" 1.Kor 15,58.

Es geht hierbei auf jeden Fall nicht lediglich um Betriebsamkeit also Aktionismus, sondern den Willen des Herrn zu erkennen und zu tun, d.h. zu Gottes Ehre leben.

Wer von uns kann von sich behaupten, immer so zu handeln: "Und alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!" Kol 3,17.

Mögen wir alle solche sein und bleiben, zu denen der Herr sagen kann: "Recht so, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; geh hinein in die Freude deines Herrn" Mt 25,21. Hier geht es für mich darum, was wir mit dem tun, was der Herr uns anvertraut hat.

So viele Gläubige machen z.B. Kompromisse. Sie sind untreu, der ihnen vom Herrn gezeigten Wahrheit. Olaf Latzel, zu dem du vorhin einen Thread eröffnet hast, mag in der evangelischen Kirche noch manches praktizieren, was ich nicht gut finde, aber ansonsten, in dem was er erkannt hat, treibt er das Werk des Herrn nicht lässig. Ich kann viel von ihm lernen.

Gottes Segen,
José

Offline Roland

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Hallo Eduard,

"Verflucht sei, wer das Werk des HERRN lässig treibt"
(Jeremia 48,10).

Vom Kontext her fällt auf: Hier wird auf Befehlt GOTTES aus der Zeit der "Bann-Kriege" auf die spätere Situation Israels übertragen: GOTTES Wille ("Werk") war es, dass die Kanaanäer mit Frauen, Kindern, Vieh usw. vernichtet wurden ("gebannt"). Unvollständiges ("lässig treiben") Bannen hatte den Tod zur Folge.

Übertragen auf den Neuen Bund sehe ich eine Belehrung für uns darin, dass wir in der Gefahr stehen, GOTTES Willen nicht  bzw. nicht vollständig ausführen. Allerdings werden wir hier nicht mit dem Tod bestraft, da wir unter der Gnade GOTTES leben und Buße tun können.

GOTT offenbart Seinen Willen uns in Seinem Wort, aber auch persönlich. Ich denke, dass es auch viel auf unsere Haltung ankommt, damit wir Sein Werk ("Willen") nicht lässig treiben:

- willig sein (Johannes 7,17)
- verständig sein (Epheser 5,17)
- prüfen (Römer 12,2)

Maranatha
Roland
« Letzte Änderung: 21 Januar 2017, 14:30:25 von Roland »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Nico

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Ich bin fasziniert von den alten Propheten. Gott veränderte den Lauf der Geschichte durch sie. Sie hatten es so viel schwerer als wir, oder? Trotzdem, weil Gott in ihnen wirkte, strahlten sie wie riesige Leuchttürme unter Gottes Volk. Christus kam um das Gesetz zu erfüllen, somit sind wir in ihm vollkommen und kein Fluch ist in ihm. Wenn ich das nicht wüßte würde mir dieser Vers Angst machen und ich würde versuchen mich zusammenzureißen um alles nur mögliche zu versuchen, um das zu tun was Gott gefällt. Wir sind Könige und Priester in Christus und von daher wird alles was wir tun ein Werk Gottes sein. Aber wie gesagt, in Christus herrscht Friede, den er uns am Kreuz erkämpft hat, Halleluja für immer. Man könnte sich jetzt zurücklehnen und sagen: "Prima, jetzt lass ich es ruhig angehen..." sollte man aber nicht. Man sollte viel mehr wie Paulus reagieren und alles daran setzen Christus nachzujagen, weil er es wert ist und uns dazu fähig machen kann.
...des Herrn Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist...