Autor Thema: Dem jüdisch-christlichen Dialog verpflichtet  (Gelesen 344 mal)

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Offline Jose

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Dem jüdisch-christlichen Dialog verpflichtet
« am: 09 Juli 2016, 18:42:34 »
 Auf der Website: Kirchentag.de ist zum Deutschen Evangelischen Kirchentag - Berlin/Wittenberg, 24.-28. Mai 2017 zu lesen:
 
Dem jüdisch-christlichen Dialog verpflichtet
Christl Maier und Christina Aus der Au im Gespräch
 
Ein Gespräch über die Hintergründe zur Erneuerung des Beschlusses des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages, warum christlichen Gruppen mit judenmissionarischer Intention und Praxis keine aktive Teilnahme an Kirchentagen gewährt werden kann.

Liebe Frau Aus der Au, liebe Frau Maier, das Präsidium hat in einem offiziellen Statement noch einmal bekräftigt, dass Gruppen mit judenmissionarischer Praxis auch künftig nicht an Kirchentagen mitwirken dürfen. Warum?
 
Aus der Au: Das hat in der Hauptsache theologische Gründe: Gott hat Israel zu seinem Volk erwählt. Dieser Bund bleibt auch im Neuen Testament bestehen. Damit ist gar nichts anderes denkbar als ein christlich-jüdischer Dialog auf Augenhöhe. Ein missionarischer Ansatz ist in diesem Zusammenhang aus Sicht des Präsidiums also sogar widersinnig. Judenmission hat auch etwas von Ignoranz und Überheblichkeit, die unvereinbar ist mit dem Selbstverständnis des Kirchentages.
 
Gibt es nicht auch theologische Gründe, die für eine Judenmission sprechen?
 
Maier: Das Neue Testament spricht an mehreren Stellen davon, dass Gottes Verheißungen für sein Volk Israel bestehen bleiben. Dass die jüdischen Anhänger Jesu andere jüdische Menschen zum Glauben an Jesus Christus aufforderten, ist keine Judenmission, weil es im 1. Jahrhundert keine Konversion geben konnte: Das Christentum war als Religion noch kein Gegenüber zum Judentum. Wer damals als Jude an Jesus glaubte, blieb dennoch Jude. Das Argument aus der missionarischen Bewegung, es habe im Neuen Testament von Beginn an eine Mission an Juden gegeben, verdreht also die historischen Gegebenheiten. Aus dem Bekenntnis des christlichen Glaubens, dass Jesus für alle gestorben ist, kann man nicht ableiten, Jüdinnen und Juden fehle etwas zum Heil, wenn sie dieses Bekenntnis nicht teilen. Diese Haltung teilen wir übrigens mit der Mehrheit der evangelischen Landeskirchen, die zum Thema christliche Judenmission Erklärungen verabschiedet haben und ganz ähnlich wie der Kirchentag argumentieren.
 
Weiterlesen…
 


Zur Haltung zum Thema Missionierung unter Juden, siehe Aussage:
Zitat
Aus dem Bekenntnis des christlichen Glaubens, dass Jesus für alle gestorben ist, kann man nicht ableiten, Jüdinnen und Juden fehle etwas zum Heil, wenn sie dieses Bekenntnis nicht teilen.

Jesus war Jude und ist am Kreuz gestorben, nicht nur um den Nationen das Heil zu bringen. Auch Abraham und alle anderen Gläubigen des Alten Testaments konnten nur gerettet werden im Hinblick auf das Opfer Jesu. So lesen wir z.B. in der Apostelgeschichte:  "Euch zuerst hat Gott seinen Knecht erweckt und ihn gesandt, euch zu segnen, indem er einen jeden [von euch] von seinen Bosheiten abwendet" Apg 3,26.
 
In der Apostelgeschichte steht auch das sehr bekannte Wort: "Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen" Apg 4,12. Diese Worte sagte Petrus zu den Ältesten und Schriftgelehrten in Jerusalem.
 
Das Evangelium wurde, wie festgestellt, zuerst den Juden verkündigt. Später, als das Evangelium auch den Nationen verkündigt wurde, da gab es Spannungen zwischen Judenchristen und Christen aus den Nationen, hinsichtlich der Einhaltung der alttestamentlichen Gesetze. Beim sogenannten Apostelkonzil lesen wir die klaren Worte: "Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus in derselben Weise gerettet zu werden wie auch jene" Apg 15,11. Es gibt keinen anderen Weg zum Heil als nur durch Jesus Christus.
 
Aus den Worten der Bibel und aus der Praxis in den Anfängen der Evangelisation und der Entstehung der Gemeinde Jesu, muss somit eindeutig festgestellt werden, dass den Jüdinnen und Juden etwas zum Heil fehlt, wenn sie Jesus nicht haben.
 
Ergänzend muss ich sogar feststellen, dass Gläubige, die in der evangelischen Kirche bleiben, aufpassen müssen, nicht verführt zu werden und vom Glauben abzufallen. Daher rufe ich dringend dazu auf: gehet aus von der ehemaligen Kirche der Reformation und sucht die Gemeinschaft mit ernsten Christen in biblischen Gemeinden.
 
Mit Segensgrüßen,
José