Autor Thema: Jesaja 28,13  (Gelesen 1593 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Jose

  • Benutzer
  • Beiträge: 1709
Jesaja 28,13
« am: 12 April 2015, 21:41:55 »
Im Thema: Charismatische Erfahrungen habe ich auch die untere Aussage gelesen:

Zitat
b) Jesaja 28,13

Nachdem ich meine charismatischen Erlebnisse einem jener Brüder geschildert hatte, sagte er mir, dass seiner Einschätzung nach, vieles dafür sprechen würde, dass die empfangenen Gaben echt seien. Was er allerdings zu bedenken gab, war der Hinweis auf eine Bibelstelle in Jesaja 28,13. Dort wird ausdrücklich von einer unverständlichen Zungenrede gesprochen und das nach hinten Umfallen wird dort zweifelsohne nicht als Zeichen eines Segens, sondern als ein Gerichtszeichen Gottes gewertet. Er gab mir offen zu verstehen, dass er deshalb kein abschließendes Urteil zu treffen vermochte und erklärte mir, dass man jetzt das Ganze erst einmal beobachten müsste, wie es sich weiter entwickeln würde.

Von dieser Bibelstelle hatte ich früher schon gehört, doch versuchte ich sie erst einmal nicht zu wichtig zu nehmen. Ich hatte ja meine Erfahrungen, und die schienen den Zusammenhang mit dieser Bibelstelle eindeutig zu widerlegen. Da ich aber wusste, dass die Warnung von einem sehr erfahrenen und an sich auch recht liberalen Bruder kam, nahm ich seine Bedenken sehr ernst. So begann ich diese Bibelstelle immer wieder zu lesen und fragte mich mit gemischten Gefühlen, was es wohl bedeutet, wenn da stand „...dass sie hingehen und rücklings fallen, zerbrochen verstrickt und gefangen werden.“

Quelle: fcjg.pdf

Bibelfundi

  • Gast
Re: Jesaja 28,13
« Antwort #1 am: 13 April 2015, 14:34:31 »
In 1.Kor. 14,21 zitiert Paulus Jes.28,11.12:
" Ich will durch Leute mit fremder Sprache und mit Lippen Fremder zu diesem
Volk reden und auch so werden sie nicht auf mich hören, spricht der Herr".
Der Heilige Geist sagt durch Paulus im Zusammenhang  des 14.Kapitels folgendes:
Wo das Beten im Geist nicht im Geist gebraucht wird , rückt es in bedenkliche Nähe
zu dem wertlosen Lallen, wie damals die Assyrer mit  dem abgefallenen Israel
redeten. Dies hat jedoch in der Gemeinde keinen Raum.
Alle anderen Auslegungen gehen am Ziel vorbei, denn  in 1.Kor.14,39 ermahnt er
die Gemeinde:
" Eifert liebe Brüder darnach zu prophezeien und hindert das Reden in Sprachen nicht".
Paulus wäre schizophren gewesen, hätte er etwas empfohlen, das es angeblich nicht
mehr gibt oder gar als Verstockungsgericht anzusehen wäre oder wenn er auffordert nach
etwas zu trachten, was nicht mehr gut ist zu tun.
Auch 1.Kor.14,4 muss anders gesehen werden:
"Wer in Sprachen redet, erbaut sich selbst".
Das ist eine Aussage des Heiligen Geistes, der Gott  ist durch den Apostel Paulus.
Manche Ausleger lehnen den Vers mit der übergeistlichen Bemerkung ab, das sei
egoistisch.
Nur weil ihr es mit dem Verstand nicht begreifen könnt, anstatt dem Heiligen Geist
zuzutrauen, dass ER meint, was Er schreiben lässt.
Durch die eigene geistliche Erbauung in einer Gebetsbeziehung zu Gott die über
den Verstand hinausgeht, werde ich noch fähiger andere zu erbauen.
Also nichts ist daran Egoistisch, sondern folgerichtig.
Statt dass die Gemeinde sich auch durch den Dienst
der Geistesgaben erbaut und zurüstet, bekämpft man diese Gottgegegeben Gaben.

Zitat:
wenn da stand „...dass sie hingehen und rücklings fallen, zerbrochen verstrickt und gefangen werden.“
Im hebr. Grundtext steht:
statt: rücklings fallen; zurückbleiben, weil sie fallen.

Was hat die Bibelstelle Jes.28,13 mit uns heute zu tun? Sind wir Ephraim und Juda?
« Letzte Änderung: 13 April 2015, 14:37:31 von Bibelfundi »

Offline Jose

  • Benutzer
  • Beiträge: 1709
Verstrickt und gefangen
« Antwort #2 am: 14 April 2015, 08:45:21 »
Zitat
In 1.Kor. 14,21 zitiert Paulus Jes.28,11.12:
Danke für den Hinweis auf 1. Kor. 14,21.

Zitat
Was hat die Bibelstelle Jes.28,13 mit uns heute zu tun? Sind wir Ephraim und Juda?
Genauso könnte man sicherlich auch fragen, was 1. Kor. 14,21 mit Jes. 28,11.12 zu tun hat. Jes. 28,11 könnte sich auch nur auf Jer. 5,15 beziehen.

Dem Schreiber der Charismatischen Erfahrungen ging es m.E. auch nicht darum, die Gaben als solche abzulehnen, - und mir persönlich schon gar nicht -, aber die Ermahnung ist doch wichtig: Es geht nicht um „Gaben um jeden Preis“, wie die Schilderungen eindeutig belegen.

Wem es nur um die Gaben geht, und so geschieht es leider oft, öffnet sich schnell falschen Geistern und erkennt irgendwann nicht mehr, zurückgeblieben zu sein und nicht mehr im Glauben zu stehen. So jemand ist dann schnell verstrickt und gefangen in Irrlehren (Jes 28,13)

Ich denke, Jes. 28,13 kann wirklich eine ernste Warnung sein, ohne dass dadurch 1. Kor. 14 aufgehoben wird, betrachten wir was in der charismatischen Szene vor sich geht. Wo der Mensch selber wirken will, was nur Gott kann, öffnet man sich schnell fremden Geistern.

Bibelfundi

  • Gast
Re: Jesaja 28,13
« Antwort #3 am: 14 April 2015, 16:18:50 »
Natürlich ist in der charism.Bewegung vieles falsch gelaufen und im Fleisch, das bezweifelt niemand und Betrüger muss man auch beim Namen nennen, aber eben mit Fakten und nicht aus Neid, weil jemand reich geworden durch seine Bücher ect.


Offline Jose

  • Benutzer
  • Beiträge: 1709
Die leicht umstrickende Sünde
« Antwort #4 am: 14 April 2015, 22:23:33 »
Bearbeitet
Zitat
Natürlich ist in der charism.Bewegung vieles falsch gelaufen und im Fleisch, das bezweifelt niemand und Betrüger muss man auch beim Namen nennen,

Das Problem ist, dass wer „verstrickt und gefangen“ ist, es irgendwann nicht mehr erkennt. Das ist eigentlich ein Beweis für das Wort: "damit sie hingehen und rückwärts hinstürzen, zerbrochen und verstrickt und gefangen werden" Jes. 28,13. Da helfen leider dann auch Fakten oft nicht mehr, wenn Gott nicht Gnade zur Erkenntnis schenkt.

Menschen die oft und lange falsche Verkündiger hören und sich nicht von ihnen distanzieren, sind oftmals nicht mehr in der Lage die Gefahr zu erkennen. Besonders schlimm ist es, wenn solche Verführer auch noch verteidigt werden. Es ist tragisch, denn damit wird man selber leicht zum Verführer für ungefestigte Seelen.

Ja, ich denke, das ist genau der Zustand, wenn jemand verstrickt und gefangen ist. Man hört etwas jahrelang und erkennt irgendwann die Irrtümer nicht mehr.

Daher ist es ist so sehr wichtig, die leicht umstrickende Sünde abzulegen (Hebr. 12,1). Der Herr helfe und bewahre uns.
« Letzte Änderung: 15 April 2015, 21:25:39 von Jose »

Offline Jose

  • Benutzer
  • Beiträge: 1709
Re: Die leicht umstrickende Sünde
« Antwort #5 am: 15 April 2015, 14:18:42 »
Ich möchte noch hinzufügen, dass mein vorheriger Beitrag ein Beispiel ist und jeder kann sich prüfen. Ich erinnere mich, wie ich mich doch schwer tat mit der Dreieinigkeit. Aber das Problem lag damals an mir.

Fakten für die Irrtümer von Joyce-Meyer, Benny Hinn ... gibt es viele.

Offline Jose

  • Benutzer
  • Beiträge: 1709
Re: Jesaja 28,13
« Antwort #6 am: 16 April 2015, 22:20:47 »
Bearbeitet

Zu Jesaja 28,13 steht in meiner Bibel als Parallelstelle Jes. 6,9: "Und er sprach: Geh und sprich zu diesem Volk: Hört immerfort und versteht nicht, seht immerzu und erkennt nicht!" War es nicht Gottes Volk? Wie schlimm ist es doch, wenn die, welche verstehen sollte, es nicht mehr können.

Besonders dramatisch finde ich, dass Gott selbst es ist, der das Herz des Volkes unempfänglich macht. In Kapitel 6 Vers 10: "Mache das Herz dieses Volkes unempfänglich, und mache seine Ohren schwer und verklebe seine Augen, damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht hört, und damit sein Herz nicht zur Einsicht kommt und es sich nicht bekehrt und für sich Heilung findet!" Jes 6,10. Es handelt sich hier wohl um Gericht.

Aber wie traurig muss es für Gott sein, da wir doch an anderer Stelle lesen: "Mein Volk geht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis; denn du hast die Erkenntnis verworfen, darum will ich auch dich verwerfen" Hos 4,6.

Es ist ein sehr ernstes Wort:  "…damit sie hingehen und rückwärts hinstürzen, zerbrochen und verstrickt und gefangen werden" Jes. 28,13b.

Ergänzend möchte ich noch hinzufügen, dass ich niemand belehren oder ärgern möchte. Aber es gibt so viel Not unter den Gläubigen, in so vielen Herzen und Gemeinden, wo im Grunde das Wort Gottes nicht mehr gilt. Es gilt Buße zu tun, wenn Gott noch Raum zur Buße schenkt.
« Letzte Änderung: 17 April 2015, 20:37:52 von Jose »