Autor Thema: Hermann Zaiss - nach 20 Jahren "Ruhe" von Gott gebraucht  (Gelesen 1949 mal)

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Offline inchristus

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Liebe Leser,

ein Bruder schickte mir Zeugnisse, wie Gott Hermann Zaiss gebrauchte und durch ihn viele zum Glauben gekommen sind.

Im Internet habe ich folgendes über ihn gelesen:

Die Heilungsbewegung in Deutschland

Die führende Gestalt der Heilungsbewegung in Deutschland war der Rasierklingenfabrikant Hermann Zaiss in Solingen-Ohligs, ein originaler Kopf und geistlich vollmächtiger Mann. Am 3. September 1889 in Untertürkheim geboren, wurde er durch den christlichen Schmied Christian Stürmer, “Halleluja-Schmied” genannt, schon im Knabenalter bekehrt. Hermann Zaiss
Vor dein Ersten Weltkrieg war er als Basler Missionskaufmann auf der Goldküste tätig und entwickelte bereits damals einen starken Drang zum Evangelisieren. In der englischen Kriegsgefangenschaft, wie schon zuvor, erlebte er wunderbare Heilungen und evangelisierte unter den Mitgefangenen. Nach der Rückkehr in die Heimat schlug er einen eigenartigen Weg ein. Nach seinem eigenen Bericht beging er damals einen großen Fehler: “Ich schaute auf Brüder und Schwestern. Da sah ich Fehler, nichts als Fehler, frommes Gerede und Getue. Das stieß mich so sehr ab, daß ich bewußt von Gott fortging. Ich hatte mir vorgenommen, 20 Jahre lang nicht mehr zu beten, keine Bibel zu lesen, mich von jeder Gemeinschaft fern zu halten. Das habe ich durchgeführt. Ich sagte zu Gott: “Wenn du lebst und ein Interesse an mir hast und deine Liebe zu mir so groß ist , dann hole mich nach 20 Jahren wieder.” Das war 1924. Ein Jahr zuvor war, durch Verschulden seiner Frau, seine Ehe geschieden worden. Er fing dann ein Rasierklingengeschäft an, das er zu hohem Ansehen brachte, und schloß 1932 eine zweite Ehe. Als am 22. Juli 1944 die 20 Jahre um waren, kniete er mit seiner Frau in der zerbombten Kirche von Ohligs nieder: “Herr, wenn du uns wieder haben willst, hier sind wir!”, und erhielt von Gott “einen klaren Auftrag, das Evangelium Jesu Christi radikal ohne irgendeine Bindung an irgendeinen Menschen, eine Kirche oder eine Gemeinschaft zu verkündigen”.

Seine Evangelisationstätigkeit begann er zunächst ganz klein in Häusern und Verkehrsmitteln, auf Straßen und Plätzen, später in einer Baracke. Seine Redeweise, die ebenso “saftig schwäbisch” wie zentral, kraftvoll und anpackend war, zog rasch eine wachsende Zuhörerschaft an. Die Gewonnenen sammelten sich in Kreisen. Man betete und fastete, lebte in einer inbrünstigen Erwarung der Wiederkunft und nahm alle von Christus verheißenen Gaben und Vollmachten ernst, vor allem auch die Vollmacht, Kranke zu heilen und Dämonen auszutreiben. Zunächst kam es zu Einzelheilungen. Dann ereigneten sich während einer Evangelisation plötzlich Massenheilungen. Das erregte Aufsehen und verstärkte den Zulauf. Es kam zu vielstündigen Massenversammlungen mit dramatischem Verlauf.

Aus allen Teilen Deutschlands, auch aus dem Ausland, reisten Mensdien nach Ohligs. Zaiss wurde zum rastlosen Wanderprediger, der auch zahlreiche Fahrten ins Ausland machte: nach Holland, Dänemark, Österreich, in die Schweiz, nach Frankreich‘ selbst nach Nordamerika und Indien.

Die Anhängerkreise sind in der ”Gemeinde der Christen Ecclesia” gesammelt. Sie vertritt nach ihrer Satzung “ein ganzes, totales Evangelium, frei von starren Formen, und ist gewiß, daß Christus den ganzen Menschen nach Leib, Seele und Geist auf Golgatha erlöst hat. Durch Männer voll des heiligen Geistes in Wahrheit und Kraft verkündigt, ist das Evangelium von mitfolgenden Zeichen und Wundern begleitet.” Die Kindertaufe wird verworfen, denn “Buße und Glauben können auf Grund des Wortes Gottes einer Taufe nicht folgen, sondern müssen die Voraussetzung sein”. Vor der Taufe “in des Herrn Tod” legt der Täufling im Angesicht der Gemeinde ein Zeugnis ab. “Von diesem Zeugnis hängt es ab, ob der Täufling zugelassen wird oder ob er mit einer Zurückstellung rechnen muß.” Einer langen Voranmeldung zur Taufe oder eines Taufunterrichts bedarf es nicht. Zum Abendmahl wird nur zugelassen, wer die Glaubensgrundsätze der “Ecclesia” bejaht. Es werden auch Trauungen vorgenommen. Im übrigen will die ,Ecclesia‘ nicht eine abgesonderte Heilsgemelilde sein, verlangt auch keinen Kirchenaustritt, sondern sucht die “göttliche Allianz” mit den Gliedern aller Gemeinschaften, sofern sie auf dem Boden der biblischen Grundwahrheiten stehen.

Das geistliche Zentrum der “Ecclesia” ist Ohligs, wo jeden Dienstagabend Gebetsstunden “für Mühselige und Beladene” gehalten werden. Es wird von zahlreichen Fernheilungen berichtet. Daneben sieht die “Ecclesia” ihren besonderen Auftrag in der Evangelisation. Im Jahre 1956 wollte Zaiss 700.000 bis 1.000.000 Menschen mit seinen Versammlungen erreicht haben. Die “Ecclesia” wuchs von 28 Ortsgemeinden 1951 auf über 300 im Jahr 1958 an. Zur Rüstung der fast 200 dienenden Brüder sowie zur Abhaltung von Bibelkursen und Konferenzen wurde in Ohligs aus freien Opfergaben eine große Versammlungsstätte gebaut, die 1958 eingeweiht wurde und bis zu 1200 Menschen aufnehmen kann.

Damit war nun freilich auch der Höhepunkt der “Ecclesia” erreicht. Am 14. November 1958 verunglückte Hermann Zaiss bei einem Verkehrsunfall. Sein Tod bedeutete einen unersetzlichen Verlust. Zwar führte seine Witwe Clara, unterstützt von einigen Evangelisten, das Werk fort. Aber es fehlte der Nimbus seiner Person. Die Zeit der Massenversammlungen war dahin. 1965 wurden nur noch 153 Versanimlungsplätze in der Bundesrepublik und Westberlin, 7 in Österreich und 6 in der Schweiz registriert. In Stuttgart besteht ein Missionshaus (1966), in Rieden (Schweiz) ein “Ecclesia-Heim”.; in Gunten wurde 1967 eine “Bibeischule Ecclesia”. und am Millstätter See das Gemeindezentrum “Tannenheim”. eröffnet. Die Ansprachen von H. Zaiss werden in Schriften und Tonbändern verbreitet. So sucht man sein geistliches Erbe zu wahren. Seine Verkündigung wies eine größere Tiefe auf als die der amerikanischen Heilungsevangelisten. Sie betonte die Wahrheiten der Reformation mit großer Eindringlichkeit. Aber daneben standen unverbunden auch unnüchterne Züge- so die breit ausgemalten apokalyptischen Vorstellungen, vor allem aber die Heilungslehre, in der Zaiss die üblichen Grundgedanken der Heilungsbewegung vertrat: Krankheit ist die Folge der Sünde; wer glaubt und sich bekehrt, wird geheilt; wer nicht geheilt oder wieder rückfallig wird, ist auch glaubensmäßig nicht in Ordnung.

Außer Zaiss hat Deutschland keinen weiteren Heilungsevangelisten von Format hervorgebracht. Um so größer war der Anreiz für amerikanische Heilungsprediger, in Deutschland zu evangelisieren. Vor allem Branbam und Hides kamen zu Evangelisationskampagnen nach Deutschland und in die Schweiz; es wurden dafür eigens Komitees gebildet, deren führender Initiator Erwin Miiller, Leiter der >Gemeinschaft Entschiedener Christen< in Karlsruhe war. Auch das 1927 von Albert Goetz gegründete Blatt >Mehr Licht!. stellte sich in den Dienst der Heilungsbewegung.

Aus: Die Heilungsbewegung in Deutschland, S.570-572

Hier ein Auszug aus dem Buch von Peter Schneider "Lahme tanzen unter der Kanzel" http://profimusic.ch/catalog/data/pdf/147433.pdf

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Herr Zaiss hat 20 Jahre lang keine Verbindung zu Gott gehabt. Gott hat zu ihm nicht reden können, weil er die Bibel nicht mehr gelesen hat und er selber hat auch mit Gott nicht mehr geredet. Kein Gebet. Die Lebensverbindung zu Gott hat er selbst für 20 Jahre getrennt. Und die Gemeinschaft zu den Gotteskindern hat er nicht mehr aufgesucht. 20 Jahre keine Heiligung! Er hat wirklich viel riskiert und dann aber auch Buße getan.

Aber sehr beeindruckend, wie Gott ihn gebraucht hat!

Wer weiß von euch mehr über diese Heilungsbewegung?

Astrid
« Letzte Änderung: 14 Juli 2014, 13:13:24 von inchristus »
Denn wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen von dem HERRN; wer mich aber verfehlt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod! Spr 8,35.36

Wobe

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Re: Hermann Zaiss - nach 20 Jahren "Ruhe" von Gott gebraucht
« Antwort #1 am: 14 Juli 2014, 20:35:14 »
Liebe Astrid,
vielen Dank dass Du dies eingestellt hast, haben wir doch jetzt Zugang zu diesem Büchlein über die gewaltigen Heilungen die in Deutschland geschahen.
Zu der Zeit 1950-1958 waren auch amerikanische Evangelisten in Deutschland und es geschahen  viele
Heilungen.

Schade dass diese Zeit vorbei ist und dass der Unglaube an Krankenheilung überhand genommen hat.

Offline Jose

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Re: Hermann Zaiss
« Antwort #2 am: 16 Juli 2014, 20:08:45 »
Hermann Zaiss war für mich bislang kein Begriff, aber es war schön sein Zeugnis zu lesen. Hätte ich mehr mit den Ecclesia-Gemeinden beschäftigt, wäre mir sein Name sicherlich schon begegnet gewesen.

Ich habe von einem alten Bruder erfahren, der Hermann Zaiss persönlich gekannt hat. Demnächst komme ich wieder mit ihm zusammen. Vielleicht erinnert er sich noch an Begegnungen  mit ihm.

Schade sind jedoch solche Meinungen:

Zitat
Aber daneben standen unverbunden auch unnüchterne Züge- so die breit ausgemalten apokalyptischen Vorstellungen, vor allem aber die Heilungslehre, in der Zaiss die üblichen Grundgedanken der Heilungsbewegung vertrat: Krankheit ist die Folge der Sünde; wer glaubt und sich bekehrt, wird geheilt; wer nicht geheilt oder wieder rückfallig wird, ist auch glaubensmäßig nicht in Ordnung.
 
Aber solche Ansichten werden von einigen vertreten.

Über den Namen "Branbram" habe ich mich übrigens etwas gewundert. Dachte an "Branham". Bei Branham handelte es sich aber um einen Irrlehrer.

Offline Jose

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Hermann Zaiss und die Ecclesia-Gemeinden
« Antwort #3 am: 16 Juli 2014, 20:18:11 »
Zitat von: Wobe
Schade dass diese Zeit vorbei ist und dass der Unglaube an Krankenheilung überhand genommen hat.

Ich weiß nicht, ob die Feststellung stimmt. Es wäre interessant zu wissen, wie es jetzt in den Ecclesia-Gemeinden aussieht und auch in den anderen Pfingstgemeinden. Was steht im Vordergrund: Heilung oder Heiligung?

Wobe

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Re: Hermann Zaiss - nach 20 Jahren "Ruhe" von Gott gebraucht
« Antwort #4 am: 17 Juli 2014, 12:51:54 »
Lieber Jose,
die beiden Begriffe "Heilung und Heiligung" kann man nicht gegenüberstellen.

Heilung ist im Erlösungswerk Jesu eingeschlossen (siehe Jes 53; Matth.8,17) und Heiligung ist eine schon geschehene Tatsache durch das Erlösungswerk Jesu, so der Tenor des Hebräerbriefes.

Leider wird Heiligung auf die menschliche äußere Ebene meistens beschränkt. Die Beschränkung kennt der Hebräerbrief in seinen Aussagen nicht.

In den Ecclesiagemeinden, wie auch in der Pfingstbewegung, wird über Heilung gepredigt und auch für die Kranken gebetet. Allerdings herrscht auch hier ein großer Mangel, weil zu wenig darüber gepredigt wird, denn der Glaube kommt aus der Predigt des Wortes Gottes.

In den nichtpfingstlichen Kreisen lehrt man, die Zeit der Wunder - als auch Heilung sei vorbei und man ist "aus dem Schneider" und muss sich hier nicht abmühen in Predigt und Gebet.

Wo immer ich in Foren über Krankenheilung lese, heisst es:
Wir müssen unsere Krankheit zur Ehre Gottes erleiden und tragen und lernen sogar dadurch und Paulus hätte seine Krankheit ja auch getragen durch die Gnade.

Das stimmt schon mal garnicht, denn er sagt: Deshalb weil Gnade mächtig ist, habe ich Wohlgefallen an (nicht Krankheit), sondern an den über 70 Sachverhalten, die er in 1.Kor4; 2.Kor4; 6 und 2.Kor 11 aufzählt.

Aber das weiß ja der eifrige Bibelleser schon.

Mit lieben Grüßen
Wobe



Offline Jose

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Die Heilungsbewegung in Deutschland
« Antwort #5 am: 17 Juli 2014, 20:54:27 »
Lieber Wobe.

Ich denke, dass man die Zwei Begriffe "Heilung und Heiligung" schon gegenüber stellen kann. Denn letztlich sollte es vorrangig um die Heiligung gehen, und auch die Heilung  sollte zu mehr Hingabe an Gott führen.

Du kennst sicherlich die Bibelstelle:  "Danach findet Jesus ihn im Tempel, und er sprach zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden. Sündige nicht mehr, damit dir nichts Ärgeres widerfahre!" Joh 5,14. Das zeigt mir persönlich, dass ein Streben nach Heilung, ohne von Herzen auch die Heiligung zu wollen, nicht wirklich hilfreich ist. Das sollte in der Verkündigung auch nie unerwähnt bleiben.

Ich hatte übrigens auch mal das Thema eröffnet: Heilt Gott auch heute noch?, aber es ist gut, dass du heute ein neues Thema dazu eröffnet hast: Krankenheilung im Lichte der Bibel. Ich habe es gerne gelesen und will mich auch dort äußern.

Aber um zu dem Thread  hier zurück zu kommen: Ich weiß nicht, wer den Titel "Die Heilungsbewegung in Deutschland" geprägt hat, wundere mich aber darüber. Geht es um eine "Heilungsbewegung" und um "Heilungsgottesdienste"? War das das Anliegen von Hermann Zaiss?

Mit lieben Grüßen,
José

Wobe

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Re: Hermann Zaiss - nach 20 Jahren "Ruhe" von Gott gebraucht
« Antwort #6 am: 18 Juli 2014, 14:26:08 »
Lieber Jose,
Astrid hat diesen Begriff "Heilungsbewegung" geprägt, siehe ihren Beitrag oben.

Offline Jose

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Re: Die Heilungsbewegung in Deutschland
« Antwort #7 am: 18 Juli 2014, 22:32:30 »
Lieber Wobe.

Ich denke, Astrid hat nur etwas zitiert. Der  Begriff  "Heilungsbewegung" haben sicherlich andere geprägt.

Auszug

Hermann Zaiss (* 3. September 1889 in Untertürkheim; † 14. November 1958) war ein deutscher Evangelist und bekannte sich zur Heilungsbewegung. Er ist Gründer der meisten Ecclesia-Gemeinden.



Am 14. November 1958 starb Zaiss bei einem Verkehrsunfall. Kennzeichnend für die starke Bindung seines Gemeindewerks an seine Person ist trotz der Fortführung durch seine Witwe Clara der starke Rückgang der Gemeinden auf nur rund die Hälfte bis 1965.[2] Zaiss wird in derselben Quelle als der einzige große Heilungsevangelist in Deutschland bezeichnet, dem mangels anderer deutscher Prediger seines Formats amerikanische Heilungsprediger wie z. B. William Branham und Hides folgten.

Quelle: Wikipedia