Autor Thema: Die Verführung in der charismatischen Bewegung  (Gelesen 7214 mal)

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Offline Jose

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Die Verführung in der charismatischen Bewegung
« am: 12 Juli 2014, 19:17:18 »
Liebe Geschwister im Herrn Jesus und liebe suchende Menschen.

Als ich das untere Zeugnis las konnte ich einiges, aus dem eigenen Erleben nachvollziehen und war sehr angesprochen. Zwar teile ich nicht alles was an Kritik geübt wird, besonders lehne ich die Berliner Erklärung (1909) ab und glaube, dass Gott weiterhin zu allen Seinen Verheißungen steht. Aber leider ist es Tatsache, dass es viel Not und Verweltlichung in vielen Gemeinden gibt und suchende Menschen oder solche, die noch jung und ungefestigt im Glauben sind, leider oft durch andere Gläubige verführt werden

Mit freundlichen Grüßen,
José



Die Verführung in der charismatischen Bewegung
Erlebnisse im Glaubensleben von Monika Ebert

Als ich mit 50 zum Glauben an den HERRN Jesus Christus fand, hatte ich nicht im Traum daran gedacht, einer Verführung und Täuschung zum Opfer gefallen zu sein. Ich war bis dahin Atheistin und hatte ganz ohne Kirche und Religion gelebt. Damit will ich sagen, ich hatte von Gott, von Jesus Christus, vom Evangelium überhaupt keine Ahnung. Ich hatte mich ja nie dafür interessiert und wusste nichts von Sünde und Rettung und vor allem nichts von den vielen verschiedenen Denominationen und Spaltungen innerhalb der Christenheit. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich zu Gott gefunden hatte und vertraute den Menschen, durch die ich dahin gekommen war. Ich vertraute der Gemeinde, dem Hauskreis und der ganzen Lehre.

Ich lebte damals in Hessen und ging in eine kleine Gemeinde in Sinsheim. Die Gemeinde war zwar keiner größeren Organisation untergeordnet und noch ganz frei, doch von der Lehre und vom Gottesdienst her etwas pfingstlerisch orientiert. Alles Neue, was mir dort in dem Hauskreis und bei den Gottesdiensten begegnete, hielt ich für richtig und machte mich schnell damit vertraut. Da ich nun frisch von der „Welt“ war, hat mir als erstes natürlich die Art der Lobpreismusik sehr gefallen. „Schöne“ Balladen oder leichter rhythmischer Pop, so „schön“ mit Schlagzeug, Gitarre und Keyboard, mal deutsch, mal englisch, die Liedertexte ganz modern an die Wand geworfen: So sang und klatschte ich fröhlich und seelisch bewegt, oft auch unter Tränen bei manchen Texten, mit. Anfangs fiel es mir schwer, die Arme zu heben und Gott damit anzubeten. Das war mir nicht so ganz geheuer. Aber auch daran gewöhnte ich mich schnell, und ich wusste bald, wann ich die Handflächen nach oben geöffnet halten musste (übrigens wie die Moslems!) oder wann ich sie voller Elan ganz nach oben strecken sollte, um meine ganze Anbetung aus vollem Herzen dem HERRN zu geben. Das kam eben ganz auf den Text an, der gerade gesungen wurde. Erst vor wenigen Jahren erkannte ich, dass diese Lobpreismusik nicht für Gott, sondern für die Menschen gemacht wird, damit sie sich wohlfühlen. In den Ohren Gottes kann das nur noch ein „Geplärre“ sein:

„Tue nur weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Psalterspiel nicht hören!“
(Amos 5,23)

Außerdem passt sich der Lobpreis total der weltlichen Musik an und unterscheidet sich nicht mehr von ihr. Die Texte sind zwar biblisch, doch in der charismatischen Bewegung ist auch viel die Rede von geistlichem Kampf. Hier wird obendrein das Neue und Alte Testament ordentlich miteinander vermischt und biblische Texte für die Seelenmassage benutzt. Doch das Schlimmste: Die Musik, die hier angeblich zur Anbetung des HERRN Jesus sein soll, vermischt sich mit der weltlichen Musik und verführt die Gläubigen dazu, auch andere Lebensbereiche der Welt anzugleichen. Die Musik hat in der Welt ein großes Machtpotential. Überall und zu jeder Zeit hört man Musik, von den CDs oder im Internet, in der Werbung, in den Filmen, ja sogar beim Einkaufen. Nicht nur junge Leute, auch Menschen in meinem Alter laufen überall nur noch mit Kopfhörern durch die Gegend und überlassen ihre Sinne der Musik. Es ist noch nicht lange her, dass ich selbst so herumgelaufen bin, und außerdem sehe ich es jeden Tag im öffentlichen Leben. Für Gläubige besteht eine große Gefahr, durch die Anpassung der Musik im Gottesdienst die nötige und von Gott verlangte Absonderung, sprich die Heiligung, mehr und mehr aufzugeben.

Im Hauskreis der Gemeinde erlebte ich verschiedene charismatische Praktiken. Geschwister erzählten von Bildern und Visionen, die sie in der Woche oder sogar während der Bibelstunde hatten. Ganz oft kam eine Schwester zu mir und sagte: „Monika, ich habe ein Wort vom HERRN für dich!“ Und dann sagte sie mir bestimmte Bibelverse. Nach einer Zeit hörte ich plötzlich etwas vom „Zungenreden“ und der sogenannten „Geistestaufe“, was mir beides neu war. Eine andere Praxis war, dass wir uns vor der Bibelstunde alle an den Händen fassten, zum Kreis aufstellten und Anbetungslieder sangen und dazwischen in „Zungen“ und auch normal beteten. Erst später wurde mir deutlich, dass dieses Anfassen an den Händen schon sehr okkult ist, damit der „Geist“ fließen kann.

Aber es gab auch wirklich gute Bibelarbeit. Gleichzeitig begann ich daheim ein intensives Bibelstudium mit der Schlachter-Studienbibel. Und so wurde ich auf manche Widersprüche in der Gemeinde und ihrer Lehre aufmerksam. Da war zum Beispiel die Tatsache, dass die Gemeinde von einer Frau geführt wurde, die auch die Hauptpredigerin war. Sie verkündete jeden Sonntag in der Gemeinde und war nach meinen frischen Erkenntnissen damit nicht gehorsam gegenüber folgender Bibelstelle:

„Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, auch nicht, dass sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten.“
(1. Tim. 2,12)

Auf meine Fragen hin wurde diese Kollision heruntergespielt und mit der Begründung erklärt, dass die Frauen früher in den ersten Gemeinden zu viel geschwatzt haben und deshalb Paulus anwies, dass sie in den Versammlungen nicht mehr reden und lehren sollten. Das hatte mich allerdings nicht überzeugen können. Der Ehemann der Gemeindeleiterin, der später als sie gläubig geworden war, hatte offensichtlich nach seiner Bekehrung nicht die Führung und Leitung an sich genommen und predigte auch nicht. Ab und zu sprach er am Ende den Segen über die Gemeinde aus, mehr nicht. Seine Frau dagegen war als Gemeindeleiterin sehr dominant, dabei auch impulsiv, feurig im Reden und streng. Man hatte allgemein viel Respekt vor der Schwester. Nach meiner Erkenntnis hatte sie auch einen Wahrsagegeist. Sie wusste Dinge aus meinem Leben, die sie erst in Zungen und dann in normalen Worten sprach, von denen sie eigentlich nichts wissen konnte. Ich war damals sehr beeindruckt und dachte, Gott redet aus ihr. Auch bei anderen Geschwistern sagte sie ab und zu Dinge voraus, die dann tatsächlich eintrafen. Außerdem begann sie nach dem Zungenreden ihre Auslegung oft nach Art der alttestamentlichen Propheten mit den Worten: „So spricht der HERR: …“ Ein solches Reden hat aber im Neuen Bund aufgehört und kann m.E. insofern nicht vom Heiligen Geist gewirkt sein.

Nun war da also das berühmte Zungenreden. Das wollte ich auch können. Danach streckte ich mich aus. Schließlich wollte ich auch diese „Geistestaufe“ haben und wusste damals noch nicht, dass diese bereits bei meiner Bekehrung war. Dann kam eine besonders charismatische Hauskreisstunde. Die Leiterin legte jedem die Hände auf, und wir wurden aufgefordert, intensiv nach inneren Bildern zu suchen. In der Nacht darauf konnte ich plötzlich „in Zungen reden“. Da war ich sehr glücklich und sprach und sang so oft wie möglich in Zungen. Ich konnte es bestimmen, wann ich anfange und wann ich aufhöre. Manchmal sprach ich dieses Durcheinander so extrem, dass ich dabei in Tränen ausbrach. Aber ich wusste nie, was ich da redete. Ich glaubte daran, dass es vom Heiligen Geist sei und ich eben nur nicht die Gabe der Auslegung bekommen hatte. Als ich später den Irrtum des Zungenredens erkannte, habe ich einige Anläufe gebraucht, um davon los zu kommen. Es reicht nicht, einfach aufzuhören. Man muss darüber vor allem Buße tun und es vor den HERRN bringen.

Nicht lange nach meiner Bekehrung lernte ich Geschwister kennen, die bereits von dem Irrtum in der charismatischen Bewegung wussten und mich davor warnten. Doch ich war sehr schockiert darüber. Ich stand ganz kurz vor meiner Taufe. Ich glaubte doch an Gott! Wie kann es denn sein, dachte ich verzweifelt. Auch all die anderen aus der Gemeinde glaubten doch an Jesus Christus! Das konnte doch nicht sein, dass wir nicht Jesus, unseren HERRN anbeten, sondern einem Irrgeist zum Opfer gefallen sind. Das sprengte ja mein ganzes neues Glaubensleben! Ich sagte aber nicht einfach nur „Nein, das glaube ich nicht.“, sondern begann sofort, nach der richtigen Antwort zu suchen. Aber das ging nicht von heute auf morgen. Erst einmal ließ ich mich dort in der Gemeinde taufen. Doch Gott war gnädig und hat mich über die Jahre so geführt, dass ich immer mehr Widersprüchlichkeiten fand und Klarheit darüber bekam, dass in der charismatischen Bewegung ein anderes Evangelium verkündet wird und viele, sehr viele wahrhaft Gläubige dort verführt werden von den Leitern und falschen Lehrern.

Ich möchte noch von einer Sache berichten, die mich sehr belastet hat. Damals, als ich gläubig wurde, geschah dies in einer persönlichen Notsituation, wie das oft den Menschen so geht. Gott muss sie erst in eine Not bringen, damit sie Ihn wahrnehmen. Ich lebte in Scheidung (meiner 3.!) und konnte aber noch nicht loslassen von meinem Mann, der weggegangen war. Die Tochter von ihm war aber diejenige, die mich zum Glauben und zur Gemeinde geführt hatte. Auch die Tochter hätte gern gesehen, wenn wir uns wieder versöhnt hätten. In der Gemeinde wurde ich oft mit Visionen und Bildern von Geschwistern konfrontiert, die eine Versöhnung voraussahen. Man manipulierte mich, selbst die Scheidung wieder zurückzunehmen. Die Folgen waren fatal. Alles wurde noch schlimmer. Ich erlebte, wie mein getrennter Mann mit seiner neuen Freundin zur Gemeinde kam, nicht, weil er gläubig war, sondern weil er seine Tochter dort besuchte und ihr zuhörte beim Singen und Musizieren. Ja, und ich musste nochmal ein ganzes Jahr warten bis zur endgültigen Scheidung. Diese schreckliche Manipulation und meine persönliche Misere führten dazu, dass ich die Gemeinde schließlich verließ.

Danach war ich noch einige Jahre in einer Ecclesia-Gemeinde, die ähnlich charismatisch war. Ich habe keine spektakulären Dinge erleben müssen wie das Umfallen nach hinten, doch ab und zu waren mir einige unheimliche Verhaltensweisen von Geschwistern aufgefallen. So gaben Geschwister oft bewegende Zeugnisse in den Gottesdiensten, wie sie von Belastungen und Krankheiten frei wurden, doch ihr Verhalten danach zeigte mir, dass genau das Gegenteil der Fall war. Andere berichteten von erstaunlichen Evangelisationserfolgen. Gleichzeitig erzählten sie, wie sie deshalb vom Teufel angefochten und über Menschen satanisch bedroht und bedrängt wurden, ja sogar Morddrohungen erhielten. In einem Gottesdienst ließ eine ganz in Weiß gekleidete Schwester andere nach vorn kommen, legte ihnen die Hände auf und sprach im Namen des HERRN persönliche Worte, oft schrie sie dabei, mal schlug sie einen lauten Befehlston an, dann sprach sie wieder sanft oder jammerte erbärmlich. Das war sehr abstoßend und nicht im Einklang mit dem, was ich in der Bibel über Gott, den Vater, Seinen Sohn Jesus Christus und über den Heiligen Geist las.

„Und das ist nicht verwunderlich, denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts.“
(2. Kor. 11,14)

Nach alldem erkannte ich schließlich, dass in charismatischen Gemeinden eindeutig Satan als Engel des Lichts verkleidet am Werk ist, um sich selbst von den Gläubigen anbeten zu lassen, sie zu verführen und ihren Glauben an Jesus Christus zu unterwandern.

„Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen.“
(1. Joh. 4,1).

Die Pfingstbewegung hat schon um 1900 in Los Angeles begonnen. 1906 gelangte die Pfingstbewegung durch Thomas Ball Barratt nach Norwegen und kam von dort 1907 nach Norddeutschland. Der Hamburger Stadtmissionar Emil Meyer hatte anlässlich eines Besuches in Oslo die junge Pfingstgemeinde kennengelernt und bei dieser Gelegenheit zwei mit der Zungenrede begabte Norwegerinnen, Agnes Telle und Dagmar Gregersen, in sein Wirkungsfeld nach Hamburg eingeladen. Bei einer Veranstaltung, in der die beiden Frauen predigten, war der erkrankte Kasseler Evangelist Heinrich Dallmeyer anwesend. Er bat um Fürbitte für sein Leiden und erlebte nach eigenen Aussagen noch am gleichen Abend Heilung und die sogenannte Taufe mit dem Heiligen Geist. Dallmeyer lud die beiden Norwegerinnen nach Kassel ein und machte sie dort mit der Gemeinschaftsbewegung bekannt. Doch nicht lange danach erkannte Heinrich Dallmeyer den Irrtum dieser Bewegung und löste sich schließlich wieder. Dabei hat ihm folgender Bibelvers geholfen, den er selbst mit Erfolg angewandt hat, um die Wahrheit herauszufinden:

„…und jeder Geist, der nicht bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist nicht aus Gott. Und das ist der [Geist] des Antichristen, von dem ihr gehört habt, dass er kommt; und jetzt schon ist er in der Welt.“
(1. Joh. 4,3).

An dieser Stelle empfehle ich, einmal die alten Bücher der Brüder Dallmeyer zu lesen und zwar „Satan unter den Heiligen“, „Erfahrungen in der Pfingstbewegung“ und „Die Zungenbewegung“. Die darin beschriebenen Ereignisse lassen eindeutig die dämonische Geistwirkung erkennen und die große Gefahr, die davon ausgeht. Leider konnte bis heute die charismatische Bewegung nicht aufgehalten werden. Im Gegenteil. Sie ist stetig gewachsen, ausgeufert und hat ihre Schlingen ringsum ausgelegt. Immer mehr Gemeinden verfangen sich darin und werden von dem teuflischen Virus infiziert. Hier möchte ich nun meinen Bericht schließen und darauf hinweisen, dass es viele gute Literatur und Vorträge von bibelfesten Brüdern gibt, wie z. B. Rudolf Ebertshäuser oder Karl-Hermann Kauffmann, die anhand eigener Erfahrungen in der Charismatik ausführlich ausgelegt haben, warum es sich hier um eine der größten Verführungen in der Gemeinde Jesu handelt.


Aus: Die Verführung durch Gläubige
« Letzte Änderung: 13 Juli 2014, 12:47:29 von Jose »

Offline Jose

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Re: Die Verführung in der charismatischen Bewegung
« Antwort #1 am: 28 Juli 2014, 21:08:58 »
Zurzeit lese ich das Buch "Ernst Giese: Und flicken die Netze. Dokumente zur Erweckungsgeschichte des 20. Jahrhunderts". Es ist eine gute Möglichkeit, von einer anderen Seite die Ereignisse, wie sie sich damals zugetragen haben, zu erfahren.

Heinrich Dallmeyer, der oben erwähnt wird, war erst für die Pfingstbewegung und dann ganz dagegen. Vorhin habe ich etwas in seiner Schrift gelesen: "Erfahrungen in der Pfingstbewegungen". Manche Begebenheiten werden auch geschildert in dem erwähnten Buch "Und flicken die Netze", aber mit anderen Schlussfolgerungen und Konsequenzen.

Ich finde es sehr Schade, dass ein derartiger Riss durch viele Gläubigen und Gemeinden gegangen ist und geht. Besonders schlimm war aber die pauschale Dämonisierung von Charismatikern und Pfingstlern, wenn sie in Zungen reden. Zu diesem Urteil tragen aber auch Charismatiker sicherlich wesentlich bei, leider.

Es gibt viele Verführungen, sicherlich auch Dämonisches, aber vor allem wohl viel Seelisches und Menschliches. Unsere Verantwortung aber besteht darin, zu lehren und zu glauben, was die Bibel lehrt.

Ich fühlte mich noch nie angezogen von charismatischen Kreisen, allerdings auch nicht von den Kreisen, welche die übernatürlichen Gaben des Heiligen Geistes für unsere Zeit ablehnen. Für die Ablehnung fand und finde ich keine Bestätigung in der Bibel, und bei denen, die es behaupten, handelt es sich nach meiner Überzeugung um willkürliche Interpretation.

Sie ist da, die Verführung in der charismatischen Bewegung. Aber die Verführung befindet sich auch in Brüderkreisen und in der ökumenischen Bewegung, bei der die Wahrheit auf der Strecke bleibt. Möge der Herr uns helfen, dass wir in der Wahrheit wandeln und in Ihm nach Einheit trachten. Einheit und Verbundenheit mit denen die Jesus mit ernst suchen.

Wobe

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Re: Die Verführung in der charismatischen Bewegung
« Antwort #2 am: 29 Juli 2014, 14:58:21 »
Hallo Jose,
du zitierst:
Heinrich Dallmeyer, der oben erwähnt wird, war erst für die Pfingstbewegung und dann ganz dagegen.

Hoffentlich hast Du auch gelesen, wie er nicht imstande war, bei den Entgleiungen in seinen Versammlungen in Kassel durch zu greifen.

Nachher alles auf den Teufel zu schieben ist einfach, wenn man selbst kein Durchsetzungsvermögen hat.

Wenn Du einmal zu der Biographie von Jonathan Paul kommen solltest, wäre dies eine gute Ergänzung zu Giese's Buch.

Wobe

Offline Jose

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Re: Die Verführung in der charismatischen Bewegung
« Antwort #3 am: 29 Juli 2014, 23:51:48 »
Hallo Wobe.
Ja, das  habe ich gelesen. Ich habe auch gelesen, wie  Dallmeyer sich mit seiner Unerfahrenheit zu rechtfertigen versuchte. Die Auszüge aus Dallmeyer's Äußerungen und seine Behauptung, dass in der Pfingstbewegung nur ein Geist von unten am Werk sei, ist  eine schlimme  Sünde an vielen Gotteskindern. Wenn es aus Unwissenheit gesagt wurde, ist es eines, wenn aber wider besseres Wissen, so ist es bedenklich.

Mit geht es nicht darum, Dallmeyer zu verurteilen, aber es  ist schon wichtig zu erkennen, wie glaubwürdig er überhaupt war.

José
« Letzte Änderung: 30 Juli 2014, 22:12:56 von Jose »

Offline Jose

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Streit unter Geschwistern
« Antwort #4 am: 30 Juli 2014, 19:50:18 »
Vorhin habe ich in einem anderen Forum einen Link gefunden, der eine große Hilfe verspricht zu sein, zum Verständnis über das Entstehen der Berliner Erklärung:

Streit unter Geschwistern: Die Auseinandersetzung zwischen der Gemeinschafts- und der Pfingstbewegung (1907-1911)
Persönliche Konflikte und zwischenmenschliche Aspekte, die zur Trennung führten

Streit unter Geschwistern

Ich habe die Ausarbeitung vorhin gelesen und kann sie sehr empfehlen.

José

Wobe

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Re:
« Antwort #5 am: 31 Juli 2014, 14:29:08 »
Lieber Jose,
vielen Dank für den Hinweis, es ist eine sehr gute Ausarbeitung, ausser, dass die Biographie von Jonathan Paul nicht verwendet wurde, was noch mehr Licht auf jene Zeit geworfen hätte.

nachstehenden Beitrag als Gegengewicht:

Einen Auszug aus dem Buch: Enthusiastisches Christentum, von Walter J. Hollenweger. Seite 209-212
3. Ein nervenkrankes Mädchennarrt die deutschen Gemeinschaftsführer
Die «Berliner Erklärung», die heute noch vom «Gnadauer Gemeinschaftsverband» als vollgültig in
Kraft bestehend betrachtet wird, behauptet, in der Pfingstbewegung sei ein Geist von unten am Werk.
Fragt man nach den Gründen eines derartig schwerwiegenden Urteils, so wird man auf menschliches
Versagen innerhalb der Pfingstbewegung, auf dogmatische Unrichtigkeiten, auf Hochmut, Stolz,
Pharisäertum, Verwechslung von kitschigen Reimeschneidereien mit der Inspiration des Heiligen Geistes
und den ganzen Katalog von Lastern hingewiesen, dendie Bestreiter des Christentums: seit jeher der
ganzen christlichen Kirche, ja schon dem Urchristentum und zum Teil mit Recht (1 Kor.!) vorgeworfen
haben. Es blieb aber dem «Gnadauer Verband» vorbehalten, auf Grund dieser im einzelnen nicht leicht zu
nehmenden Schwächen der Pfingstbewegung das Prädikat «satanisch» anzuhängen, ein Urteil, das sie
konsequenterweise auch auf die Gemeinde in Korinth anwenden müsste.
Eine wichtige Rolle bei der Bestätigung des Urteils , die Pfingstbewegung sei satanischen Ursprungs,
spielten die Aussagen eines nervenkranken Mädchens, die 1911 von Johannes Seitz und Ernst F. Ströter,
aber ohne Namensangaben des betreffenden Mädchens als «Selbstentlarvung von Pfingst-Geistern'»
veröffentlicht und 1962 von einem Prediger Richard Ising neu herausgegeben wurden.
Die «Selbstentlarvung» will ein Protokoll der Aussprüche des erwähnten Mädchens sein, aus dem ein
Dämon gesprochen habe, den es angeblich in Pfingstversammlungen empfangen habe. Der Dämon
«entlarvt» in dramatisch aufgezogenen, aber ungeheuer naiven Gesprächen seine Absicht, die christliche
Gemeinde durch die pfingstliche Irrlehre zu verwirren. «Nun wird die Schande, der Pfingstschwindel,
offenbar und ich kann es nicht hindern, wimmerte der Dämon, denn vor der konzentrierten
Gebetsmacht von Seitz und seinen Helfern musste er sein Geheimnis preisgeben. Nachdem schon
Jonathan Paul auf schwerwiegende zeitliche Irrtümer des angeblichen Pfingstdämons hingewiesen hatte
- was seine Aussagen als diejenigen eines mit übernatürlichem Wissen begabten Dämons disqualifizierte
und ins Reich der kranken Phantasie des Mädchens verwies -, hielt es der Nervenarzt Alfred Lechler für
nötig, die immer wieder auftauchenden falschen Behauptungen im Zusammenhang mit der «Selbstentlar-
vung» vom Standpunkt des Psychiaters zu widerlegen.
Einleitend stellte er fest: Die Gemeinschaftsbewegung stützte sich in ihrem Urteil auf Seitz. Seitz hat
aber anerkannterweise viele Geisteskrankheiten als Besessenheit fehldiagnostiziert.
«Dem ärztlichen Seelsorger ist es unmöglich, die in nerhalb der Pfingstbewegung zutage getretenen
Erscheinungen samt und sonders als dämonisch zu bezeichnen. »
Zur «Selbstentlarvung» meint er: Das Mädchen steigerte sich in die Rolle einer Besessenen hinein und glaubte durch ihre Offenbarungen den Gemeinschaftsführern einen Dienst zu erweisen.
Gedankengänge, die es von Seitz in den Bibelstunden gehört hatte, tauchten in den exorzistischen Übungen als Aussprüche des Pfingstdämons auf.
Das war schon Essler aufgefallen.

J. SEITZ und E. F. STRÖTER, Selbstentlarvung. Nach Haarbeck, dem Vorsitzenden des Gnadauer
Verbandes, erregte allerdings diese Schrift «mehr Kopfschütteln als Zustimmung». «Ich habe durch
energisches Zufahren erreicht, daß die Schrift, die er (Seitz) als Manuskript hat drucken lassen, nicht in
die Öffentlichkeit gekommen ist. Wäre das der Fall gewesen, dann hätte ich dagegen auftreten müssen.»
(Brief TH.HAARBECK an E. Edel, 21. 11. 1911; Zit. E. EDEL, Kampf, 37). Haarbeck konnte nicht
wissen, dass die Schrift fünfzig Jahre später wieder aufgelegt würde.
J. PAUL, Zur Dämonenfrage.
62
A. LECHLER, Die Pfingstbewegung in psychiatrischer Sicht (masch.). Kurzfassung davon: A.
LECHLER, Zum Kampf. Ich zitiere aus dem umfangreicheren und medizinisch ausführlicheren
maschinenschriftlichen Exemplar.
63
A. LECHLER, aa0., 45 - FLEISCHII/2,231.
64
A. LECHLER, aa0., 46.
65
A. LECHLER, aa0., 50.
66
A. LECHLER, aa0., 51.
" Bemerkenswert ist ferner, dass sich die Prophetie des «Pfingstdämons» nicht erfüllte, die Austreibung
des Dämons bedeute das Ende der Zungenbewegung. «Es kann daher nach dem Angeführten keinem Zweifel
unterliegen, dass dieser von Seitz und den Pfingstgegnern häufig angeführte Fall mit wirklicher Besessenheit oder mit dämonisch bedingtem Spiritismus nichts zu tun hatte. Hier haben sich Seitz und mit ihm die Führer der Gemeinschaftsbewegung vollkommen von den Aussagen eines hysterischen Mädchens beeinflussen lassen, was umso auffallender ist, als in der Berliner Erklärung' ausdrücklich bemängelt wurde, dass in der Pfingstbewegung Männer und deren ganze Arbeit in sklavische Abhängigkeit von den Botschaften' von Frauen und jungen
Mädchen gebracht wurden.»
67
«Einem ähnlichen Irrtum wie Seitz erlag M. Michaelis , der einen Stadtmissionar als Schwarmgeist
bezeichnete, weil er ein hysterisches Mädchen für geistbegabt hielt. Krawielitzki schrieb an einen Bruder:
Ich glaube nicht an dämonische Besessenheit bei den Pfingstgeschwistern und bezweifle ebenso sehr,
dass jene arme Geisteskranke (gemeint ist der von Seitz beschriebene Fall) wirklich besessen ist.
Ich bin eben tief überzeugt durch meine Erfahrungen und Nachprüfung, dass sowohl die Weissagungen der
Pfingstgeschwister, wie jene angeblich dämonischen Auslassungen, welche von den Pfingstgegnern
ausgebeutet werden, einen und denselben Ursprung haben, nämlich den eigenen, seelischen Sinn, durch
den man sich selbst betrügt und die Gedankengespinste im seelischen Unterbewusstsein für göttliche
Weissagungen oder für dämonische Besessenheit ansieht.»

«Es wäre meines Erachtens nicht zu verstehen, wenndie heutigen Gemeinschaftsführer den einstigen
Standpunkt beibehalten würden, obwohl eine unvoreingenommene ärztlich-seelsorgerliche Beurteilung
der Vorgänge vor 50 Jahren und eine objektive Untersuchung der heutigen Lage zu einem wesentlich
anderen Ergebnis führen, als es im Jahre 1909 niedergelegt worden war. Deshalb bedarf die Berliner
Erklärung nunmehr dringend einer ernsten und sachlichen Überprüfung und Korrektur. Sie kann nicht
mehr länger aufrecht erhalten werden, da sie auf zahlreichen falschen Annahmen hinsichtlich der
Dämonie fußt.»
69
67
A. LECHLER, aa0., 52.
68
A. LECHLER, aa0., 53.
69
A. LECHLER, aa0., 63.
213
« Letzte Änderung: 31 Juli 2014, 14:53:04 von Wobe »

Offline Jose

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Dokument Berliner Erklärung 1909
« Antwort #6 am: 31 Juli 2014, 19:50:32 »
Auf www.das-wort-der-wahrheit.de gibt es eine Wiedergabe des Inhaltes der Berliner Erklärung 1909. Interessant und traurig zugleich fand ich das Vorwort von Rudolf Ebertshäuser.

Zitat

Hier möchten wir ein Dokument veröffentlichen, das für die Beurteilung der Pfingst- und Charismatischen Bewegung von großer Bedeutung ist: Die sogenannte „Berliner Erklärung“, mit der zahlreiche führende Brüder aus bibeltreuen Kreisen Deutschlands im Jahr 1909 vor der damals noch jungen „Pfingstbewegung“ warnten.

Über die Berliner Erklärung wird heute viel Abwertendes und Verleumderisches gesagt; viele Pfingstler und Charismatiker behaupten allen Ernstes, sie sei schuld an Hitler und dem Zweiten Weltkrieg. Doch die geistlich gesinnten Brüder, die diese Warnung verfaßten, haben die 1905 aus „Erweckungsversammlungen“ in Kassel entstandene deutsche Pfingstbewegung ernsthaft und gründlich geprüft, nachdem sie ihr anfangs z.T. wohlwollend gegenübergestanden waren. Sie haben sich das klare geistliche Urteil über die Pfingstbewegung nicht leicht gemacht, und dieses Urteil hat sich durch die weitere Entwicklung dieser Bewegung (bis hin zur heutigen Charismatischen Bewegung) voll bestätigt.

Als ehemaliger Anhänger der Pfingst- und Charismatischen Bewegung kann ich nur bezeugen, daß die Berliner Erklärung die Wahrheit über diese Bewegung sagt – in einer Klarheit, die heute vielen geistlichen Erben der Unterzeichner fehlt. Gerade auch für jüngere Christen, die die Geschichte der geistlichen Kämpfe früherer Zeiten kaum noch kennen, soll dieses wichtige Dokument geistlichen Wächterdienstes im Wortlaut wiedergegeben werden.

Leonberg, im August 2007, Rudolf Ebertshäuser

Quelle:Dokument Berliner-Erklaerung 1909


Ob das Dokument zur "Beurteilung der Pfingst- und Charismatischen Bewegung von großer Bedeutung ist", muss ich zunehmend in Frage stellen.

Was bedeutet überhaupt die Aussage:
Zitat
Als ehemaliger Anhänger der Pfingst- und Charismatischen Bewegung kann ich nur bezeugen, daß die Berliner Erklärung die Wahrheit über diese Bewegung sagt – in einer Klarheit, die heute vielen geistlichen Erben der Unterzeichner fehlt.
Ist das nicht eine Unterstellung?

Was würden die Unterzeichner heute sagen bzw. was haben sie vielleicht schon zu Lebzeiten gesagt?

Mit freundlichen Grüßen,
José

Offline Jose

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Stockmayer, Otto - Angeblicher Widerruf
« Antwort #7 am: 31 Juli 2014, 19:57:35 »
Da ich auch schon vernommen hatte, dass Stockmayer mal ausgesprochen hätte, dass wenn es möglich wäre, er seine Unterschrift gerne von der Berliner Erklärung zurückziehen würde, fann ich es interessant, die untere Darstellung zu lesen:


Stockmayer, Otto - Angeblicher Widerruf

Unter den 56 Brüdern, die die sogenannte Berliner Erklärung in Sachen der „Pfingstbewegung“ unterzeichnet haben, befindet sich auch der Name des bekannten Pfarrers Stockmayer. Wie wir von verschiedenen Seiten erfuhren, sollte derselbe, nach Aussage der „Pfingstleute“ reumütig seinen „Irrtum eingesehen und seinen Namen zurückgezogen haben“. Ein Bruder aus einer unserer Gemeinden schreibt:

„Anfangs November kam ich in Zürich im Hospiz mit einer Anzahl Geschwister zusammen, die eine „Pfingstkonferenz“ dort zusammengeführt hatte. Bald hörte ich, Br. Stockmayer habe die Unterschrift zu der Berliner Erklärung zurückgezogen und sich öffentlich gebeugt, ob der Versündigung, die er sich am Wort des Herrn habe zu Schulden kommen lassen. Ein in der französischen Schweiz lebender Bruder - ein Engländer - der mit seiner Gattin ebenfalls in Z war (beide spielten zweifelsohne eine führende Rolle), bestätigte diese, mich sehr bewegende und in Erstaunen setzende Mitteilung. Auch der ferner anwesende Br. Humburg aus Mülheim an der Ruhr, mit dem ich am nächsten Tage sprach, versicherte mir, daß es wirklich so sei; die Blätter würden es ja wohl bringen, setzte er hinzu.“

Wir konnten uns das nicht recht denken und wandten uns brieflich an Bruder Stockmayer mit der Bitte, uns eine klare Antwort zugehen zu lassen, damit wir imstande seien, unseren Lesern eine zuverlässige Auskunft geben zu können. Mit wendender Post erhielten wir einen Brief, der die Stellung des Bruders unzweideutig ausspricht. Wir lassen denselben, soweit er sich auf diese Sache bezieht, hier folgen:

„Ich habe mich nie, weder in Zürich noch sonstwo, weder öffentlich noch privatim, darüber „gedemütigt“, die Berliner Erklärung unterschrieben zu haben. Ich bin nach Veröffentlichung dieses, unsres gemeinsamen Protestes durch eine Zeit des Zuwartens gegangen, konnte aber nie in unserer Erklärung eine „Verirrung“ erkennen, trotz der Einsprachen oder Warnungen, die mir zugegangen sind.

Die Entwicklung, die die sogenannte „Pfingstbewegung“ nimmt, läßt mich glauben, daß der Herr uns in unsrem Vorgehen geleitet hat, und daß wir seiner Gemeinde in kritischer Stunde einen bedeutungsvollen Dienst tun durften….

Mit herzlichem Brudergruß

Otto Stockmayer“

Diese Mitteilung wird wohl genügen, um das Märchen von Stockmayers Reue, wegen Unterzeichnung der Berliner Erklärung, zum Schweigen zu bringen. Der Herr gebe Gnade, daß noch viele, die in die Stricke der Bewegung verflochten sind, befreit werden.

Quelle: www.glaubensstimme.de

Offline Jose

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Der Inhalt der Berliner Erklärung
« Antwort #8 am: 31 Juli 2014, 22:19:52 »
Auf youtube habe ich ein interessantes Video zur Berliner Erklärung gesehen:
Der Inhalt der Berliner Erklärung

Teil 8 des Video-Seminars - 100 Jahre Stagnation
Zur Situation der Christenheit in Deutschland

© Sigrid und Martin Baron
www.gottes-haus.de


Der Inhalt der Berliner Erklärung

Die Berliner Erklärung gilt als die schärfste Verurteilung, die der Pfingstbewegung aus dem Kreis von Kirchen und Gemeinden weltweit jemals widerfahren ist. Inhaltlich befasst sie sich mit drei Schwerpunkten: * Der Stellungnahme zu den Begleiterscheinungen der aufbrechenden Pfingstbewegung * Der Stellungnahme zur überzogenen Heiligungslehre (Lehre des reinen Herzens), diese nimmt großen Raum ein * Der Stellungnahme zur künftigen Beziehung zu pfingstlichen Kreisen. Die Christen werden gewarnt und aufgefordert, Konsequenzen zu ziehen.

Die „hässlichen Erscheinungen sind ausgelöst von einem „falschen Geist und „nicht gottgewirkt. Weissagungen werden mit der Übermittlung spiritistischer Botschaften verglichen, die ganze Pfingstbewegung hat „viele Erscheinungen mit dem Spiritismus gemein. In ihr wirken Dämonen, „von Satan mit List geleitet.

Fazit: „Eine derartige Bewegung als von Gott geschenkt anzuerkennen, ist uns unmöglich!. Pauschal wird die ganze Bewegung verurteilt und die Christen werden aufgefordert: „Haltet euch von dieser Bewegung fern! Wer aber von euch unter die Macht dieses Geistes geraten ist, der sage sich los ...!

Offline Jose

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Die Mülheimer Erklärung (1909)
« Antwort #9 am: 31 Juli 2014, 22:27:02 »
Im Buch von Ernst Giese: Und flicken die Netze, hatte ich bereits die Antwort auf die Berliner Erklärung gelesen und fand es sehr hilfreich zum besseren Verständnis. Auf eine Internetseite habe ich den Text gefunden.

Die Mülheimer Erklärung (1909)
 
Nachdem uns von den am 15. Sept. in Berlin versammelten Brüdern eine Erklärung gegen die sogenannte Pfingstbewegung zugesandt worden ist, fühlen wir uns veranlaßt, unsern Standpunkt zu derselben klarzulegen.

Vor allen Dingen ist es uns Bedürfnis zu betonen, daß wir uns mit den teuren Brüdern völlig eins wissen in der Liebe zu Jesus, unserem gemeinsamen Haupt. Wir wollen fleißig sein zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Daher liegt uns der Gedanke fern, irgendwie auf eine Spaltung oder Trennung der Gemeinde Gottes hinzuarbeiten. Im Gegenteil ist es uns ein tiefes Bedürfnis, mit dem ganzen Volke Gottes in brüderlicher Verbindung zu bleiben.

Zu der Erklärung selbst bemerken wir folgendes:

1.
Wir danken dem Herrn für die jetzige Geistesbewegung. Wir sehen sie an als den Anfang der göttlichen Antwort auf die jahrelangen Glaubensgebete um eine weltumfassende Erweckung. Wir erkennen also in ihr eine Gabe von oben und nicht von unten.

Was ist der Grundzug und die treibende Kraft in dieser Bewegung? Es ist die Liebe zu Jesus und der Wunsch, daß Er voll und ganz zu Seinem Rechte in, an und durch uns komme. Wir wollen nichts anderes, als daß Er verherrlicht werde. Der Zweck dieser Bewegung ist, daß das Blut Jesu durch völlige Erlösung Seine Kraft beweise und daß der Heilige Geist Raum und Herrschaft gewinne, um uns zuzubereiten für das Kommen des Herrn.

Im einzelnen möchten wir hervorheben, daß selbstverständlich auch in dieser Bewegung sich nicht nur Göttliches, sondern auch Seelisches, beziehungsweise Menschliches und unter Umständen auch Dämonisches geltend macht. Es ist das eine Erscheinung, die wir bei jeder Erweckung finden.

Was die in jener Erklärung erwähnten „körperlichen Machtwirkungen“ anbetrifft, sind wir weit davon entfernt, sie alle ohne Unterschied als göttliche Wirkungen zu bezeichnen; deshalb brauchen sie aber nicht dämonischen Ursprungs zu sein. Es kommt eben sehr viel darauf an, wie sich das Gefäß den Einwirkungen des Heiligen Geistes gegenüber verhält. Der Mensch ist keine Maschine. Er kann je nach seiner inneren Stellung dem Heiligen Geist widerstreben, oder auch in fleischlicher Weise nachzuhelfen suchen und so entsteht ein böses Gemisch von Göttlichem und Menschlichem, das vielfach Anstoß gegeben hat, und mit Recht.

Anderseits wollen wir nicht vergessen, daß auch die Heilige Schrift auffallende körperliche Erscheinungen kennt. Als die 120 in Jerusalem mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden, hat man zweifelsohne an ihnen auffallende Erscheinungen beobachten können, vergleiche Vers 33 „was ihr sehet und höret“. Das bloße Reden in fremden Sprachen konnte nicht den Eindruck der Trunkenheit hervorrufen. Ebenso sagt auch Paulus 1. Kor. 14,23, daß das Zungenreden auf Uneingeweihte einen abstoßenden Eindruck machen könne. In diesem allen sieht die Heilige Schrift keineswegs das Wirken eines fremden Geistes.

Besondere Beanstandung haben die hin und her festgestellten sogen. falschen Weissagungen erfahren. Das ist in der Tat ein Punkt, auf dem wir bei unserer allgemeinen Unerfahrenheit auf diesem Gebiet noch viel zu lernen haben werden. Aber die Heilige Schrift wird uns auch hierbei nicht ohne Rat und Aufklärung lassen.

In dieser Beziehung sind die Erlebnisse des Apostel Paulus auf seiner letzten Reise nach Jerusalem sehr lehrreich, vergl. Ap. 20,21 bis 21,14. Er fühlt sich im Geist gebunden nach Jerusalem hinaufzuziehen, obwohl der Heilige Geist ihm in allen Städten bezeugt, daß Bande und Trübsale seiner daselbst warten. In Tyrus aber sagen ihm einige Jünger durch den Geist, er solle nicht nach Jerusalem ziehen (Kap.21.4), und in Cäsarea weissagt ihm Agabus, daß er in Jerusalem gebunden und in der Heiden Hände würde überantwortet werden, (V.10-11). Was hätte Paulus bei diesen sich scheinbar widersprechenden Weissagungen tun müssen, wenn er nicht mit der Möglichkeit gerechnet hätte, daß auch Propheten irren können? Er hätte die einen oder den andern als falsche Propheten bezeichnen und demgemäß behandeln müssen. Wir lesen aber nicht, daß Paulus daran denkt, daß irgend ein Lügengeist von ihnen Besitz genommen haben könne, sondern er handelt nach der Anweisung, die er uns Röm. 12,7; 1. Thess. 5,20-21 und 1. Kor.14,29 gibt: Er verachtet nicht, was die Brüder ihm nach bester Meinung sagen, aber er prüft ihre Weissagungen, um zu erkennen, welches für ihn der Wille Gottes sei.

Ein charakteristisches Beispiel dafür, daß Propheten irren, ja schlimme Dinge tun können, haben wir in 1. Könige 13, wo der ungenannte alte Prophet zuerst log (V.18) und dann doch eine echte, göttliche Weissagung erhielt (V.20 ff.).

Wir erinnern weiter an Nathan, 2. Sam 7. Zuerst als David ihm seinen Plan, dem Herrn ein Haus zu bauen, enthüllte, stimmte er ihm durchaus zu, darnach aber empfing er in der Nacht ein Wort vom Herrn, das gerade das Gegenteil aussprach.

Aus solchen Vorgängen sehen wir, daß wir sorgfältig unterscheiden müssen zwischen dem, was Gott je und je durch Seinen Geist einem Propheten gibt, und dem, was dieser selbst aus seinen eigenen Gedanken hervorbringen und event. hinzutun kann. Hierauf weist uns auch, was Paulus 1. Kor.14,32 sagt. Wer ist nach diesem Wort der Weissagende? Offenbar der Geist des Propheten. Gott läßt also nicht in der Weise weissagen, daß er einen Propheten zur bloßen Maschine macht, sondern Er benutzt den Geist des Propheten. Was unter diesem Geist des Propheten zu verstehen ist, geht aus V. 14 hervor. Dort unterscheidet Paulus, nach Luthers Übersetzung, den Sinn und den Geist eines Menschen. Unter dem Sinn versteht er das bewußte, und unter Geist das unbewußte Geistesleben des Menschen. In dieses unbewußte Geistesleben (modern auch „Unterbewußtsein“ genannt), legt Gott die Gabe des Zungenredens oder der Weissagung nieder. Diese Gaben sind göttliche, anvertraute Schätze. Bei richtigem Gebrauch sollten sie niemals anders angewandt werden, als wenn der Heilige Geist von oben dazu Leitung und Auftrag gibt. 

Nun aber besteht zwischen unserem bewußten und unbewußten Geistesleben durch unsere Persönlichkeit ein natürlicher Zusammenhang. Was wir im bewußten Geistesleben denken oder wollen, schlägt sich, ohne daß wir es merken, in dem unbewußten Geistesleben nieder. Daher kommt es, daß der Prophet selbst auf seinen „Geist“ einen Einfluß ausüben kann. Das eben meint Paulus, wenn er sagt, daß die Geister der Propheten den Propheten untertan sind.

Halten wir diese Richtlinie fest, so ergibt sich daraus folgendes: Wenn der Heilige Geist von oben den Propheten voll und ganz hinnehmen und beherrschen kann, so wird ihm nun eine göttliche Botschaft anvertraut, die niedergelegt wird in seinem unbewußten Geistesleben, die nun in prophetischer Rede von ihm ausgesprochen wird. Es kommt daher alles darauf an, ob ein mit Prophetengabe ausgerüsteter Mensch allein vom Geiste Gottes abhängig ist oder nicht. Hieraus erklärt sich der vorhin aus Ap. 21,4 angeführte Vorgang, als jene Brüder dem Paulus sagten durch den Geist, er solle nicht nach Jerusalem hinaufgehen. Offenbar hatten sie etwas Göttlich-richtiges erkannt, nämlich, daß ihm Trübsal und Bande bevorstanden; aber weil sie sich in den Gedanken nicht finden konnten, daß Paulus gefangen genommen werden sollte, gaben sie ihre Botschaft nicht rein göttlich wieder, sondern der in ihrem bewußten Geistesleben gehegte Wunsch, den Apostel zu behalten, wurde der Vater des Gedankens, Paulus solle nicht nach Jerusalem ziehen. Auf diese Weise erklären sich manche betrübende Vorkommnisse, die sich auf dem Gebiete der unrichtigen Weissagungen je und je ereignet haben. Wir sind fern davon, jede Weissagung, die von einem Geistgetauften ausgesprochen wird, von vornherein als göttlich anzuerkennen, sondern wir prüfen sie vielmehr nach den eben besprochenen biblischen Richtlinien. Daraus geht auch hervor, daß wir den Weissagungen nicht einen solchen Wert beilegen können, daß wir etwa eine ganze Reichsgottesarbeit, wie man anzunehmen scheint, in die Abhängigkeit von solchen Botschaften stellen würden. Im Gegenteil würden wir, wo wir solches vorfänden, dies als eine Verirrung bezeichnen. Außerdem ist zu bedenken, daß der Inhalt der Weissagungen in der Regel Erbauung, Tröstung und Ermahnung für die Gemeinde enthält (1.Kor. 14,3).

Fassen wir dies Ergebnis zusammen, so sehen wir, dass die Gefahr menschlicher Einwirkung in erster Linie und dämonischer Beeinflussung erst in zweiter Linie kommen kann. Aufgrund der Schrift haben wir also nicht ohne weiteres das Recht, dort einen Dämon zu vermuten, wo eine Weissagung abgegeben wurde, die sich irgendwie als irrig erweist. Daß dann und wann Besessenheit sich gezeigt haben mag, wollen wir durchaus nicht in Abrede stellen. Wo dies aber vorgekommen ist, lag wohl jedesmal ein besonderer ursächlicher Zusammenhang vor, und, wo dieser gehoben wurde, ist noch stets Befreiung eingetreten.
 Jedenfalls dürfen wir aus unserer Erfahrung heraus mit demütigem Dank gegen Gott bezeugen, daß wir uns in dieser Pfingstbewegung auf der Linie befinden, welche Mark.16,17ff. gezeichnet ist: „Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas tötliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird’s besser mit ihnen werden.“

2.
Hinsichtlich der uns zur Last gelegten Irrlehre, das „reine Herz“ betreffend, weisen wir darauf hin, daß in der Erklärung die Lehre von Pastor Paul über jenen Punkt unrichtig dargestellt ist. Es wird darin gesagt, dass der Gläubige wohl „in Christo ein fleckenlos gereinigtes Herz empfange“, daß es aber Pastor Pauls Irrlehre sei, „daß das Herz in sich einen Zustand der Sündlosigkeit erreichen könne.“ In Wirklichkeit hat aber Pastor Paul, wie jeder, der ihn näher kennt, wohl weiß, in Wort und Schrift immer wieder stark betont, daß man nur in Christo und nicht in sich von der Sünde gereinigt sei, und hat sich ausdrücklich gegen den ihm unterschobenen Ausdruck „Sündlosigkeit“ verwahrt und zwar aus dem Grunde, weil er gerade den Gedanken ablehnen wollte, als könne jemand losgelöst von Christo, von der Sünde frei sein, und als sei man nicht mehr fähig, in eine Sünde hineinzugeraten.

Man hat sich in der Erklärung darauf berufen, daß man mit Pastor Paul erfolglos verhandelt habe. Jedoch hat sich derselbe gerade bei diesen Verhandlungen bemüht, deutlich hervorzuheben, daß auch ein in Christo Geheiligter immer wieder von der Sünde hingerissen werden könne, wenn er nicht in Christo bleibt. Wir haben bis ans Ende nur Sicherheit unter der beständigen Deckung des Blutes. Die Brüder haben sich in ihrer Darstellung tatsächlich eines Irrtums schuldig gemacht, für dessen Korrektur wir ihnen herzlich dankbar sein würden. Denn Pastor Paul hat nichts anderes gelehrt, als was auch die Erklärung sagt, daß „der Gläubige in Christo ein fleckenlos gereinigtes Herz habe“. 

Ebenso irrtümlich ist auch die dem Pastor Paul unterschobene Ansicht über das eheliche Leben, wie sich aus den betreffenden, in der Heiligung abgedruckten Ausführungen desselben sofort nachweisen läßt. Er hat nur darauf hingewiesen, daß man auch im Eheleben nicht dem Fleische leben, sondern unter der Leitung des Heiligen Geistes stehen müsse. Auch ist es uns nicht bekannt, daß irgendwo in unseren Kreisen die angeführte falsche Anschauung vorgetragen würde, könnten es auch nicht billigen, wenn es irgendwo geschähe. 

3.
Wir müssen um der Wahrheit willen noch hervorheben, daß viele Dinge, welche man der Pfingstbewegung zur Last legt, sich bei vorurteilsfreier, genauer Prüfung keineswegs als „zuverlässiges Material“ erweisen, sondern auf falschen Gerüchten oder Mißverständnissen oder einseitigen, oft auch falschen Darstellungen beruhen. Insbesondere sind grobe Irrtümer dadurch entstanden, daß man die Geister der mit Gaben ausgerüsteten Geschwister auf eine ganz falsche Weise zu prüfen suchte. Man hat in ihnen, wie bei spiritistischen Medien, einen „Geist“ vermutet und angeredet, während es sich hier doch um eine durch den Heiligen Geist in den Tiefen ihres Geisteslebens geweckte Geistesgabe handelt. So ist es nur zu erklärlich, daß die geprüften Geschwister aus der Einfalt des Glaubens fielen und verwirrt wurden. Die durch solch unbiblisches Vorgehen angerichtete Verwirrung darf nicht der Pfingstbewegung, sondern der menschlichen Unwissenheit zugeschrieben werden.

Wir legen hiermit feierlich und öffentlich das Bekenntnis ab, daß der Geist, der uns beim Zungenreden, Weissagen und den anderen Geistesgaben beseelt, sich nach 1. Joh. 4,2; und 1. Kor. 12,3 dazu bekennt, daß Jesus Christus ins Fleisch gekommen ist, und daß Er der Herr ist, dem wir mit ganzem Herzen dienen und zu dessen Ehre allein wir unsere von ihm geschenkten Gaben anwenden. Dieses Bewußtsein ist es, das uns in der ernsten Lage, in die uns die Erklärung unserer Brüder gebracht hat, freudige Zuversicht und die Kraft verleiht, Ihm, unserem verherrlichten Haupt, jedes Opfer zu bringen auf dem Weg, auf dem wir uns von Ihm geführt wissen.

 

Aus: Giese, Ernst: Und flicken die Netze
Dokumente zur Erweckungsgeschichte des 20. Jahrhunderts
2 Aufl. Metzingen: Ernst Franz, 1987. S. 129-133



Quelle: Mülheimer-Erklärung 1909

Wobe

  • Gast
Re: Die Verführung in der charismatischen Bewegung
« Antwort #10 am: 01 August 2014, 20:25:26 »
Lieber Leser,
im obigen Beitrag wird zitiert:
"Über die Berliner Erklärung wird heute viel Abwertendes und Verleumderisches gesagt; viele Pfingstler und Charismatiker behaupten allen Ernstes, sie sei schuld an Hitler und dem Zweiten Weltkrieg."

So sagte Herr Ebertshäuser und das ist nicht von "vielen", sondern von Einzelnen.
Wer die Schriften von ihm kennt, weiß welchen Haß er auf alles pfingstlerische und charismatische hat.
Das geht soweit, dass er Gottes Kindern die Wiedergeburt abspricht und sie in Verbindung mit Dämonen bringt, vor allem die, welche in Zungen reden.

Man kann nur beten, dass er und andere ein "Damakuserlebnis" haben, dass ihnen die Augen aufgehen über ihre verderbliche Art und Weise Gottes Wort zu zerschneiden.

Wobe

Freiburgerin

  • Gast
Re: Die Verführung in der charismatischen Bewegung
« Antwort #11 am: 05 Oktober 2014, 22:16:45 »
"Nach alldem erkannte ich schließlich, dass in charismatischen Gemeinden eindeutig Satan als Engel des Lichts verkleidet am Werk ist, um sich selbst von den Gläubigen anbeten zu lassen, sie zu verführen und ihren Glauben an Jesus Christus zu unterwandern."
Dieser Satz ist eine unglaubliche Verleumdung und Anmaßung!
Ich selbst bin nicht in einer charismatischen Gemeinde, kenne aber viele Geschwister, die in eine Pfingsgemeinde gehen und kann nicht sagen, dass sie ALLE verblendet wären oder okkult verführt.
Es gibt sicher einige Dinge, die ich auch für bedenklich halte, dazu gehören aber nicht Zungenreden oder Hörendes Gebet oder prophetische Reden. Die Gaben des Geistes sind auch heute noch frei verfügbar und Gott gibt sie denen, die er dazu auserwählt hat. Ich glaube nicht, dass sich danach auszustrecken reicht. Es kommt immer auf die Motivation an oder besser gesagt: die Herzenshaltung.
Es ist leicht, eine Gemeinde durch üble Nachrede in ein schiefes Licht zu rücken, eine Person kann das ganz schnell machen.
Denn wie schreibt Jakobus: 3, 5 So ist auch die Zunge ein kleines Glied und richtet große Dinge an. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen Wald zündet's an!

Und wer hat gesagt: Wenn Du in die perfekte Gemeinde kommst, ist sie in diesem Moment schon nicht mehr perfekt - weil Du nicht perfekt bist?
Auf der Suche nach der vollkommenen Kirche erklärte jemand dem bekannten Prediger Spurgeon, dass er niemals sich entschließen könne, sich einer bestehenden Kirche anzuschließen, da diese doch nicht das Ideal der Vollkommenheit erreiche. Spurgeon antwortete: »Das ist wahr: eine vollkommene Kirche gibt es nicht. Und wenn Sie warten wollten, bis Sie eine vollkommene gefunden haben, um sich ihr anzuschließen, so können Sie warten bis zu Ihrem Eintritt in den Himmel. Im übrigen, lieber Freund, wenn Sie jemals eine vollkommene Kirche fänden, würde sie sich weigern, Sie aufzunehmen. Denn sobald dieselbe Sie aufgenommen hätte, hörte sie auf, vollkommen zu sein. Ihr Suchen ist darum vollständig unnütz.«



Wobe

  • Gast
Re: Die Verführung in der charismatischen Bewegung
« Antwort #12 am: 06 Oktober 2014, 14:28:58 »
Liebe Freiburgerin,

vielen Dank für deine klare Aussage.
Ich habe im Laufe von 40 Jahren die Gegner  und angeblichen Warner von Pfingst- und charis. Bewegung als Menschen kennengelernt, die nicht nur die angeblichen Praktiken kritisiert haben, sondern das Wort Gottes zerschnitten haben, indem sie festgestellt haben, was heute noch gilt im Wort Gottes und was nicht.

Das ganze Gebiet der Geistesgaben wird von ihnen nicht verstanden und sie haben unermeßlichen Schaden durch ihre Äußerungen angerichtet.

Sie werden einmal darüber Rechenschaft geben müssen.

Wobe

P.S.: Ich möchte daran erinnern, dass die Bibel sagt, wir sollen immer die Wahrheit sagen. Es wird nirgends soviel gelogen als im Internet, auch auf christlichen Seiten. Hier z.B. schrieb jemand im Jahr 2008, dass der Evangeliumsrundfunk Benny Hinn lange Zeit ausgestrahlt hat.
Wahrheit ist, dass der ERF nicht ein einziges Mal dies getan hat.
« Letzte Änderung: 06 Oktober 2014, 14:39:08 von Wobe »

Offline inchristus

  • Benutzer
  • Beiträge: 184
Re: Die Verführung in der charismatischen Bewegung
« Antwort #13 am: 06 Oktober 2014, 15:45:44 »
Liebe Freiburgerin, lieber Wobe,

als ich eure Zeilen gelesen habe, sind mir folgende Gedanken gekommen:

In meinen Augen ist doch wichtig, was ein Christ glaubt und wo er lehrmäßig steht.

Mich persönlich stößt das Überbetonen der Geistesgabe/die Geistestaufe mit einhergehenden Zungenreden ab. Sie rühmen sich dessen und Jesus Christus selber findest du in ihrem Leben nicht.

Merkwürdig finde ich auch, dass die Taufe im Heiligen Geist mit dem Zungenreden verbunden ist, wo doch 1Kor12 lehrt, dass der Leib nicht nur aus Augen oder Händen oder dgl. besteht. Paulus fragt weiter, ob denn alle in Sprachen reden, oder alle Apostel sind, oder alle die Gnadengaben der Heilung haben, usw. Nein, jedem so, wie der Geist persönlich zuteilt. Also wie kann es sein, dass alle in Zungen reden, was ja ein Kennzeichen der Geistestaufe sein soll???

Und: Wenn sie tatsächlich eine wahre Geistestaufe erlebt hätten, dann hätte es sich auch in ihrem Leben bemerkbar gemacht. Denn die Gaben des Geistes sind zum Dienst gegeben und nicht dazu, sich andern gegenüber zu brüsten. Aber genau damit wird man von Pfingstlern konfrontiert: "Was, Sie sind nicht im Geist getauft?" Warum haben sie dann nicht alle einen so großen Bekennermut und eine so große Freimütigkeit wie in Apg4,29-31? Also was für eine Geistestaufe ist das dann? Sehr merkwürdig!

Liebe Grüße
Astrid
« Letzte Änderung: 06 Oktober 2014, 16:06:10 von inchristus »
Denn wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen von dem HERRN; wer mich aber verfehlt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod! Spr 8,35.36

Wobe

  • Gast
Re: Die Verführung in der charismatischen Bewegung
« Antwort #14 am: 06 Oktober 2014, 18:58:05 »
Liebe Astrid,
deine negativen Bemerkungen über Geschwister macht mich traurig und ich will nur zu einem Punkt Stellung beziehen:
Du führst die Bibelstelle an: Reden sie alle in Zungen? Und vergisst zu beachten, dass kurz davor heisst:
Gott hat in die Gemeinde gesetzt:...........die in Zungen reden.
Und in diesem Zusammenhang fragt er ob alle in Zungen reden. Nein, nur die "gesetzten".
Aber allen anderen empfiehlt er in Zungen Geheimnisse Gottes zu reden zur Selbstauferbauung 1,Kor.14,5

Du siehst es ist wichtig, die Verse genau zu lesen im Zusammenhang.

Wobe

Du schreibst:
Denn die Gaben des Geistes sind zum Dienst gegeben und nicht dazu, sich andern gegenüber zu brüsten.

Woher weisst du das?
« Letzte Änderung: 06 Oktober 2014, 20:23:08 von Wobe »