Autor Thema: Filmserie über Calvinismuss  (Gelesen 11402 mal)

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Offline Jose

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Wen zieht der Vater zum Sohn?
« Antwort #45 am: 09 Februar 2014, 22:33:48 »
Beitrag geändert

Was verstehst du unter dem "Ziehen des Vaters"?

Liebe Astrid,
wie du erwähntest, hatte ich besonders aussagen wollen, dass im Calvinismus die Lehre über das Ziehen des Vaters zum Sohn verkehrt ist, weil es sich dabei um ein Automatismus handelt, sozusagen: Die Gott erwählt hat, die zieht ER auch zu Sich und die führt ER auch zum Heil. Wobei schlimmer noch, ist die Behauptung, dass die, welche Gott nicht erretten will, die zieht er auch nicht zu sich. Das deckt sich dann auch mit der, für mich Irrlehre der "bedingten Sühne", wonach Jesu Blut nur für die Auserwählten geflossen ist.

Ich bin davon überzeugt, dass Gott an vielen Herzen wirkt und viele Menschen über ihre Sünden unruhig sind, allerdings nicht den Mut aufbringen, Buße zu tun. Obwohl Gott sie zieht, gehen sie nicht darauf ein. Es ist auch nicht überraschend, dass besonders in Notzeiten, Menschen ernstlich zu Gott um Hilfe rufen, aber dann oft, wenn die Hilfe eingetreten ist, es wieder vergessen.

Der Heilige Geist überführt die Welt von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht (Joh. 16,8), aber auch die Gläubigen werden überführt von ihren geteilten Herzen und Liebe zur Welt. Das alles sehe ich als ein Ziehen Gottes.

Einen interessanten Artikel den ich fand, habe ich einem anderen Thread veröffentlicht: Das Ziehen des Vaters. Ich denke, darin wird vieles sehr verständlich erklärt, aber auch die Tatsache, dass vieles für uns unerklärlich bleibt. Besonders die Tatsache, dass Gott am Anfang schon das Ende kennt, bereitet mir persönlich immer wieder Schwierigkeiten.

Liebe Grüße,
José
« Letzte Änderung: 10 Februar 2014, 21:05:35 von Jose »

mordechais

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #46 am: 05 Juni 2014, 23:20:41 »
entschuldigt bitte das ich mich so lange nicht gemeldet hab .. hatte grade erst ne diskusion auf facebook mit einem calvinisten ..
hab echt ein problem mit mit dem vers aus 2 thessalonicher 2

13 Wir aber sind es Gott schuldig, allezeit für euch zu danken, vom Herrn geliebte Brüder, daß Gott euch von Anfang an zur Errettung erwählt hat in der Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit,

stimmt prädestination jetzt doch .. !ß kann mir da einer weiterhelfen ?

hab mich bis jetzt dafür entschieden den film nicht zu machen, weil das thema einfach noch nicht genau geklärt ist .. ich bin da noch zu wackelig ..

gruß und segen aus Oldenburg

Offline inchristus

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #47 am: 06 Juni 2014, 15:11:37 »
Hallo,

wegen 2Thes2,13 kannst du doch nicht die anderen Schriftstellen, die gegen eine Vorherbestimmung zum Heil sprechen, über Bord werfen!

Deine Zweifel kommen mitunter durch den intensiven Kontakt mit einem Calvinisten, so dass du jetzt ins Schwanken kommst!

Ich persönlich kenne das, wenn ich mich mit Vertretern einer falschen Lehre auseinandersetze. Und das hat mir immer wieder gezeigt, dass ich eben doch noch nicht fest in der Lehre stehe, weil ich auch ins Wanken gekommen bin.

So habe ich mir eine eigene Bibelarbeit erstellt, damit ich fest werde. So auch zu der UdH (denn die Lehre der Calvinisten ist ja nichts anderes als die UdH-Lehre):

Heb5,9 „...ist er all denen, die IHM gehorchen, der Urheber ewigen Heils geworden.“ Die Betonung liegt neben dem Wort „gehorchen“ auf „ewig“, denn das Heil ist auch wieder verlierbar.

1Joh3,15 „...nicht ewiges Leben bleibend in sich.“

Ermahnungen in 1Kor10, damit wir nicht ebenso wie Israel in der Wüste zu Fall kommen. Sie sind nicht in SEINE Ruhe eingegangen. Heb4

Off22,14 „Glückselig sind, die seine Gebote tun, damit sie Anrecht haben am Baum des Lebens und durch die Tore in die Stadt eingehen können.“

Off3,5 „Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden; und ich will seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens,...“

Joh10,27-29 die, die IHM nachfolgen, denen gibt er ewiges Leben; mit Betonung auf „nachfolgen“, d.h. die, die SEIN Wort auch tun ? Gehorsam!

2Thes1,8 „in flammendem Feuer, wenn er Vergeltung üben wird an denen, die Gott nicht anerkennen, und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorsam sind.“

Joh8,51 „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit.“

1Kor15,1-2 „...das Evangelium...in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch gerettet werdet, wenn ihr an dem Wort festhaltet,...“

Heb3,14 „Denn wir haben Anteil an Christus bekommen, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis ans Ende standhaft festhalten.“

2Pt1,10.11 „Darum, Brüder, seid um so eifriger bestrebt, eure Berufung und Auserwählung fest zu machen; denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals zu Fall kommen, denn auf diese Weise wird euch der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn Jesus Christus reichlich gewährt werden.“

Röm11,20-22 „...Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich! Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht verschont hat, könnte es sonst geschehen, dass er auch dich nicht verschont. ..sofern du bei der Güte bleibst; sonst wirst auch du abgehauen werden

Röm16,19 „Denn euer Gehorsam ist überall bekanntgeworden...“

Röm8,1 „So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“

Wie denkt Gott über ein ungehorsames Volk? 1Sam15,22 „Hat der Herr dasselbe Wohlgefallen an  Schlachtopfern und Brandopfern wie daran, dass man der Stimme des Herrn gehorcht? Denn Ungehorsam ist wie die Sünde der Wahrsagerei und Widerspenstigkeit ist wie Abgötterei und Götzendienst.“ und 1Kor6,9 „Wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden?“

Denn das Wesen Gottes hat sich nicht verändert. Jak1,17 „...von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge Wechsel.“ Nur der Bund hat sich verändert. Der neue Bund ist in SEINEM Blut. Aber der Gott im Alten Testament ist derselbe wie im Neuen Testament. SEIN Wesen ist unverändert, wie obige Verse aus dem NT beweisen.
Ebenso steht in Ps95,10 „Vierzig Jahre empfand ich Ekel vor diesem Geschlecht: und ich sprach: Sie sind ein Volk, das in seinem Herzen in die Irre geht, und sie haben meine Wege nicht erkannt, so dass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen!“

2Joh9 „Jeder, der abweicht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, der hat Gott nicht; wer in der Lehre des Christus bleibt, der hat den Vater und den Sohn.“ d.h. nichts anderes als dass derjenige, der nicht in der Wahrheit bleibt (und Jesus ist die Wahrheit), verloren geht. Er hat Gott nicht.

So steht auch in 1Joh2,27 „Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt es nicht nötig, dass euch jemand lehrt; sondern so, wie euch die Salbung selbst über alles belehrt, ist es wahr und keine Lüge; und so wie sie euch belehrt hat, werdet ihr in ihm bleiben.“ Hingegen wenn wir einen anderen Geist empfangen und so verführt werden, also von der Wahrheit weg, so bleiben wir nicht in IHM.

Und in Jak5,19.20 ebenso: „Brüder, wenn jemand unter euch von der Wahrheit abirrt, und es führt ihn einer zur Umkehr, so soll er wissen: Wer einen Sünder von seinem Irrweg zur Umkehr führt, der wird eine Seele vom Tod erretten und eine Menge Sünden zudecken.“
D.h. in der Zeit seines Irrweges war er geistlich tot. Er ist von „der Wahrheit abgeirrt“ und Jesus ist die Wahrheit – von der Wahrheit weg – von Gott getrennt – geistlich tot. Er hatte das ewige Leben nicht mehr. Er ist von der Wahrheit abgeirrt. Erst wenn er wieder zur Wahrheit findet („von seinem Irrweg zur Umkehr“), ist er errettet vom zweiten Tod.

So drücken 2Joh9, 1Joh2,27 und Jak5,19.20 dasselbe aus, nämlich dass die Errettung wieder verlierbar ist. Darum ist es wichtig, die Lehre/die Wahrheit in SEINEM Wort zu erkennen und darin zu bleiben. Also auch das, was man erkannt hat, umsetzen und sich nicht fremden Lehren öffnet.

Und ebenso sind viele Schriftstellen in Joh14 und 15 hinzuzufügen!

Vielleicht konnte ich dir hiermit weiterhelfen. Würde mich freuen.

Auf das wir fest werden im Wort!

Sei lieb gegrüßt,
Astrid
Denn wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen von dem HERRN; wer mich aber verfehlt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod! Spr 8,35.36

Offline inchristus

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #48 am: 06 Juni 2014, 15:21:41 »
Lieber Franco,

zu 2Thes2,13 "von Anfang an zur Errettung erwählt..." heißt, dass Gott schon vor Grundlegung der Welt weiß, wer sich bekehren wird und wer nicht. ER unterliegt ja nicht der Zeit.

Eine Erwählung in IHM! Die Betonung liegt auf "in IHM". Wer an IHN glaubt, wird errettet. Und der Glaube schließt den Gehorsam mit ein, wie ich zuvor anhand der Schriftstellen belegte.

Denn sonst wäre ja 2Thes2,13 ein Widerspruch zu den Bibelstellen, die ganz klar zeigen, dass der Gläubige wieder abfallen kann. 2Thes2,13 kann also nicht anders verstanden werden.

Liebe Grüße
Astrid

Denn wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen von dem HERRN; wer mich aber verfehlt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod! Spr 8,35.36

Offline Jose

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #49 am: 06 Juni 2014, 22:23:55 »
Lieber Franco,
lass dich bitte nicht verunsichern und wankend machen. Und es ist sicherlich besser, sich von einer Diskussion zurückzuhalten, besonders wenn das Ziel der Diskussion nicht dazu dient, das zu erfüllen, was wir in 2. Tim. lesen:

2.Tim 3,16-17
16 Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, 17  damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.


Zu der Bibelstelle:
2.Thess 2,13-14
13 Wir aber sind es Gott schuldig, allezeit für euch zu danken, vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch von Anfang an zur Errettung erwählt hat in der Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit, 14 wozu er euch berufen hat durch unser Evangelium, damit ihr die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus erlangt.

Das größte Problem bereitet vermutlich die Aussage "von Anfang an". Wenn man daran hängen bleibt, übersieht man schnell, dass in diesem Wort nichts von Prädestination steht, d.h. Vorherbestimmung, sondern hier ist von Auserwählung die Rede. Daher, wenn schon über 2. Thess. 2,13 geredet wird, dann im Zusammenhang mit der Auserwählung. Die Prädestination ist m.W. kein biblischer Begriff.


In den "Erklärungen zur Bibel (Elberfelderübersetzung) © 2004 R. Brockhaus Verlag Wuppertal" habe ich gelesen:

Mt 22,12-14
Mit der Verschiebung der Gottesverheißung von ->Israel auf die Heiden (->Nationen) wird die Heiligkeit der Liebe und Gnade Gottes nicht aufgehoben. Die begnadeten Heiden haben keinen Grund, sich besser als Israel zu wähnen. Auserwählung signalisiert keine Vorherbestimmung, sondern bestärkt den Zusammenhang zwischen Glauben und Heil.


1Thes 1,2-5
Paulus beginnt den Brief mit einem Dank für die junge Gemeinde, der ausführlicher ist als in allen anderen Briefen. Auserwählung: Dass Gott die Christen in Thessalonich erwählt hat, ist dadurch sichtbar geworden, dass sie dem von Paulus verkündigten Evangelium von Jesus Christus glaubten. Dadurch wurden sie Gottes Kinder und so untereinander Brüder und Schwestern; die Anrede »Brüder« schließt hier die Frauen mit ein. Weil die Verkündigung von Paulus nicht nur mit Worten geschah, sondern durch die Kraft des Heiligen Geistes Menschen angesprochen und erneuert wurden, sind in der Gemeinde Glaube, Liebe und Hoffnung wirksam.


Und zu der von dir erwähnten Bibelstelle:

2.Thess 2,13
Gott hat die Christen dazu erwählt, durch den Glauben an die Wahrheit, die im von Paulus verkündigten Evangelium zu ihnen gekommen ist, und durch die vom Geist bewirkte Heiligung gerettet zu werden und die Herrlichkeit zu empfangen, die der wiederkommende Jesus Christus ihnen schenkt.


Diese Auslegung klingt anders als die im Calvinismus vertretene Ansicht und steht auch nicht im Wiederspruch zu den sonstigen Aussagen der Bibel.


Herzliche Segenswünsche,
José

Offline Jose

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Was ist "Erwählung"
« Antwort #50 am: 07 Juni 2014, 19:58:08 »
Passend zum Thema hier, fand ich auf der Internetseite: auftanken.de, einige m.E. richtige Gedanken zur Frage: "Was ist Erwählung".



Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

Matthäus 22, Vers 14


In der Bibel ist immer wieder von "erwählen" und "Erwählung", die Rede. Diese Begriffe haben schon immer zu theologischen Auseinandersetzungen geführt und viele Menschen belastet, die befürchteten, nicht erwählt zu sein.

Zu denken ist hier an die "Prädestinationslehre", wo gelehrt wird, dass alles vorherbestimmt ist. Nicht nur Glück und Erfolg bzw. Unglück und Misserfolg, sondern auch wer in den Himmel kommt und wer in die Hölle kommt, soll demnach vorherbestimmt sein.

Zu einer solchen Lehre kommt es, wenn Aussagen der Bibel isoliert betrachtet und nicht im Kontext der gesamten biblischen Offenbarung gesehen werden. Eine Vorherbestimmung würde schon deshalb dem Wesen Gottes widersprechen, weil ER sich damit selbst in ein festgefügtes Ablaufschema eingebunden hätte, dem ER selbst nicht entrinnen könnte.

Auch der Mensch hätte dann keine Entscheidungsfreiheit mehr, sondern wäre in ein zwanghaft ablaufendes Schema eingebunden. Ein solcher Schicksalsglaube wäre zutiefst unchristlich und widergöttlich.

Nach biblischem Zeugnis ist es aber tatsächlich Gott der beruft und erwählt, weshalb Jesus sagen kann: "Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt." Aussagen wie, "ich habe mich bekehrt", "ich habe mich für Jesus entschieden" usw. entsprechen lediglich unserem subjektiven Empfinden.

Aber wie hängen Berufung und Erwählung zusammen? Beide Begriffe, die verschieden verstanden werden können und sich zum Teil auch überschneiden.

Ich möchte das mal so zu erklären versuchen:

Berufen und gerufen sind alle Menschen, die das Evangelium hören. Und damit sind es nicht alle Menschen, sondern viele, die berufen sind.

Durch die Verkündigung des Evangeliums bereitet Gott den Menschen zu, damit er zu einem JA finden kann und damit zu den Erwählten gehört. Deshalb  kommt der Glaube durch die Predigt, wie Paulus schreibt.

So ist es Gott, der den Glauben wirkt. Und es ist tröstlich zu wissen, dass der Glaube keine persönliche Leistung ist, zu dessen Erhaltung ständig persönliche Anstrengungen nötig wären. Der Glaube ist somit ein Geschenk Gottes, das selbst nicht machbar ist. Das entlastet uns, wenn es uns nicht gelingen will, einen Menschen zum Glauben zu führen.

Wer durch sein JA von Gott erwählt ist, darf sich seiner Erwählung freuen und muss nicht verzagen, wenn er in Nöte und Glaubenszweifel gerät, weil Gott treu zu ihm steht. Werden wir untreu, so bleibt ER dennoch treu, denn ER kann sich nicht selbst verleugnen, lesen wir in der Schrift.

Ist Gott nun ungerecht, wenn ER den einen erwählt und den anderen nicht?

Das ist Gott ganz gewiss nicht.

Denn im Grunde geht es hier so zu wie im wirklichen Leben. Dass wir uns für oder gegen etwas entscheiden, ist kein blinder Zufall, sondern hängt damit zusammen, dass wir, ohne dass uns das immer bewusst wird, entsprechend vorgeprägt sind.

Anders als bei Konsumprodukten, wo eine Werbung unsere geheimsten Wünsche anspricht und dadurch zu einer Entscheidung führt, geht es beim Glauben um eine Sache, die tief im Menschen angelegt ist, wenn sie auch bei den meisten "verschüttet" ist.

Dem soll die Verkündigung des Evangeliums entgegenwirken, das den Menschen in seinem Innersten anspricht. Wer dann ehrlich gegen sich selbst ist, gesteht sich ein, dass das Evangelium wahr und damit das "Eigentliche" ist, auf das es ankommt.

Trotz solcher Erklärungsversuche bleibt die Berufung und Erwählung für uns ein Geheimnis, das nur Gott kennt. Wir wissen nicht, woran es liegt, dass der eine zum Glauben kommt und damit erwählt ist und der andere nicht.

Es liegt aber ganz gewiss auch am einzelnen Menschen, der andernfalls nicht dafür verantwortlich gemacht werden könnte, wenn er Gottes Heilsangebot abgelehnt hat. Aber wo genau die Schnittstelle zwischen Gottes Wirken und unserem JA ist, bleibt uns verborgen.

Es würde deshalb nicht weiterführen hier Theorien zu entwickeln und nach Erklärungen zu suchen. Wir dürfen uns daran freuen, wenn wir zum Glauben gekommen und können darauf vertrauen, dass Gott, der uns erwählt, hat, auch ans Ziel bringt.


Jörgen Bauer

Quelle: http://www.auftanken.de/bl_andachten/2012-10-21/




Offline Jose

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #51 am: 07 Juni 2014, 20:35:45 »
Die nachfolgende Aussage aus dem letzten Beitrag finde ich persönlich richtig:

Zitat

Trotz solcher Erklärungsversuche bleibt die Berufung und Erwählung für uns ein Geheimnis, das nur Gott kennt. Wir wissen nicht, woran es liegt, dass der eine zum Glauben kommt und damit erwählt ist und der andere nicht.

Es liegt aber ganz gewiss auch am einzelnen Menschen, der andernfalls nicht dafür verantwortlich gemacht werden könnte, wenn er Gottes Heilsangebot abgelehnt hat. Aber wo genau die Schnittstelle zwischen Gottes Wirken und unserem JA ist, bleibt uns verborgen.

Quelle: www.auftanken.de



Beim Betanien-Verlag gibt es folgendes Thema:

Sind alle Menschen zum Heil erwählt?
Von Hans-Werner Deppe

Es handelt sich um eine als calvinistisch einzustufende Sichtweise und es überrascht mich nicht, wenn gleich am Anfang steht:

Zitat

Es gibt viele Gegner der Lehre von der Erwählung, obwohl die Schrift an vielen Stellen von Gottes souveräner Erwählung zum Heil spricht. Viele Gegner dieser Lehre behaupten, Gottes Erwählung beruhe einzig auf seinem Vorherwissen, wer sich „für ihn entscheiden“ werde. Dadurch wird Gott vom souveränen Retter und Weltenlenker zum bloßen Hellseher degradiert und vom Akteur des Heils zu dessen Zuschauer, der nicht agiert, sondern auf die Entscheidung von Menschen re-agiert und damit von ihnen abhängig ist. Gottes „Vorkenntnis“ ist in der Schrift aber keine Hellseherei, sondern hängt mit seinem souveränen Heilsratschluss zusammen.

Quelle: www.betanien.de


Es kommen dann weitere Aussagen zusammen, aber letztlich geprägt durch ein unbiblisches Gottesbild. Jedoch, auch im calvinistischen Gottesbild bleiben viele Fragen offen, nur befindet sich ein Calvinist in eine Sackgasse.

Gottes Segen,
José
« Letzte Änderung: 07 Juni 2014, 20:37:27 von Jose »

mordechais

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #52 am: 10 Juni 2014, 21:48:28 »
hallo leute .. vielen dank für die antworten ..

wär es vieleicht möglich wenn mir mal einer erklärt wie ich zitate einfüge !? hab leider keinen schimmer ..

bin mit den antworten nicht ganz zufrieden oder einverstanden .. sind mir teils zu oberflächlich und ungenau .. und meiner ansicht nach auch teilweise falsch .. aber vor allem viel zu interlektuell formuliert .. lass mich natürlich gerne eines besseren belehren !!

hab mir zwischenzeitlich mal einige vorträge von anderen predigern aus amerika angehört .. ein zeugniss eines ehemaligen calvinisten ( sagt genau wie ich, das das hauptproblem ein falsches evangelium ist ) .. ein guten vortrag von dave hunt ( ja ich weis der typ gehört zur brüdergemeinde und ist dispensationalist ) aber der vortrag lohnt sich .. und einen von yankee arnold ( von dem weis ich allerdings noch nicht viel ) .. ich halt sonst auch nicht viel von predigten, aber ich hab dadurch einen ganzen batzen neuer verse die gegen calvinismuss sprechen .. und hab mitlerweile auch selber einige neue gefunden ..

wollte damit anfangen zuerst einige vorträge/predigten von amis gegen calvinismuss zu übersetzen .. würd mich mal interessieren was ihr davon haltet .. teile davon kann ich später auch für meinen film verwenden ..

gruß und segen an alle
franco
« Letzte Änderung: 10 Juni 2014, 21:50:29 von mordechais »

mordechais

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #53 am: 10 Juni 2014, 22:19:06 »
@ inchristus

natürlich ist calvinismuss eine form von UDH .. wer prädestiniert ist kann ja nicht verloren gehen ..  ;)

aber das ist nicht der hauptpunkt .. auch wenn die von dir angegebenen verse auch zeigen das prädestination nicht stimmen kann .. jedenfalls nicht in bezug darauf, das man nach seiner errettung nicht wieder verloren gehen kann .. allerdings bin ich da der meinung das sich das auf verlieren des glaubens bezieht .. denn es gibt einen einwand den UDHler immer wieder bringen .. wenn ich tag für tag mit meinem gehorsam ( werken ) dafür sorge tragen muss gerettet zu bleiben, dann trage ich ja tatsächlich einen teil bei .. und das wiederspricht ja der schrift .. aber können das thema gerne mit bibelzitaten in dem anderen thread weiter ausführen ..

aber vorher würd ich gerne das thema calvinismuss zu ende bringen ..

ich seh das im moment so, das durch die verschieden ( 5 ) punkte im calvinismuss das evangelium so umgebaut wird das man von einem anderen, nicht mehr rettenden, evangelium sprechen kann .. zudem wird der charakter gottes verzehrt, pervertiert ( muss man am ende natürlich genauer ausführen ) .. die lehre ist zudem noch hochkompliziert, meiner erfahrung nach etwas für interlektuelle die sich gerne darin verfangen .. wie soll ein kind, ein heranwachsender oder ein geistig nicht so gesegneter das verstehen .. !? und zu guter letzt, der kontext der gesamten schrift stimmt mit dieser lehre nicht überein .. das ist pure herasie ..

das würd ich gerne in meinem film bearbeiten .. ihre verse im kontext betrachten und die genaue bedeutung zeigen .. einfach und stichhalltig ..

mordechais

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #54 am: 10 Juni 2014, 22:32:59 »
@ jose

ich geb zu das man mich auf dem falschen fuss erwischt hat mit 2 thess. 2 und dann auch noch unvorbereitet  ..

aber es ist mir grade beim lesen wie schuppen von den augen gefallen .. kann es sein das sich die klärung dafür in vers 14 befindet .. !?

2.Thess 2,13-14
13 Wir aber sind es Gott schuldig, allezeit für euch zu danken, vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch von Anfang an zur Errettung erwählt hat in der Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit, 14 wozu er euch berufen hat durch unser Evangelium, damit ihr die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus erlangt.

 .. DURCH UNSER EVANGELIUM .. 

durch das evangelium ... Joh 3,16 Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. .. hat gott von anbeginn der zeit festgelegt wer gerettet wird .. nämlich die an seinen sohn glauben ..

ich hab die schlachter2000 übersetzung genommen .. aber ich merke immer mehr wie calvinistsch diese version geschrieben ist .. aber da diese version aus der schweiz kommt, und die schweiz hauptsächlich dem reformierten glauben angehört, wundert mich das auch nicht ..

« Letzte Änderung: 10 Juni 2014, 22:35:41 von mordechais »

Offline Jose

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Re: Zitat einfügen
« Antwort #55 am: 11 Juni 2014, 11:08:07 »
wär es vieleicht möglich wenn mir mal einer erklärt wie ich zitate einfüge !? hab leider keinen schimmer ..

Du meldest dich an, klickst rechts auf "Zitat", - an dem Beitrag auf den du antworten möchtest -, und nimmst de ganzen Beitrag als Zitat in deiner Antwort:

Ein Zitat beginnt mit
[quote]und endet mit [/quote]
Im Zitat können wir alles stehen lassen, oder entfernen, was wir nicht erneut erwähnen wollen. Auch die weiteren Angaben wie "author" und "link" zu dem Beitrag können entfernt werden.

Du kannst auch ein Zitat als Text einfügen und dann den Text markieren und den Button "Zitat" in der Werkzeugleiste anklicken.

Ich hoffe, das hilft dir.

Liebe Grüße,
José

Offline Jose

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #56 am: 11 Juni 2014, 11:16:05 »
Lieber Franco,

wollte damit anfangen zuerst einige vorträge/predigten von amis gegen calvinismuss zu übersetzen .. würd mich mal interessieren was ihr davon haltet .. teile davon kann ich später auch für meinen film verwenden ..

Es ist sicherlich sinnvoll, sich damit zu beschäftigen, solltest aber möglichst sicher sein, wirklich nur biblische Aussagen zu verwenden. Ob Texte übersetzt und weiter verwendet werden, ist sicherlich nicht immer so einfach, da auch die Übersetzungsmöglichkeiten zuweilen nicht hundertprozentig stimmen.

Liebe Grüße,
José

Offline Jose

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #57 am: 11 Juni 2014, 11:33:46 »
Lieber Franco.

aber es ist mir grade beim lesen wie schuppen von den augen gefallen .. kann es sein das sich die klärung dafür in vers 14 befindet .. !?
Was 2. Thess. 2,13-14 anbetrifft, so denke ich, dass wir die Bibel nicht ideologisch lesen dürfen. Wenn jemand von einer gewissen konfessionellen Prägung ausgeht, dann werden bestimmte Aussagen schnell in eine gewisse Richtung verkehrt interpretiert.

Gottes Absichten mit den Menschen ist ihre Errettung, und zwar das höchste, was wir uns vorstellen können, nämlich dass wir dem Bild Seines Sohnes gleich werden. Was Gott nicht tut: ER erwählt nicht zur Verdammnis.

Zitat
ich hab die schlachter2000 übersetzung genommen .. aber ich merke immer mehr wie calvinistsch diese version geschrieben ist .. aber da diese version aus der schweiz kommt, und die schweiz hauptsächlich dem reformierten glauben angehört, wundert mich das auch nicht ..
Eine derartige Aussage, dass die Schlachterübersetzung calvinistisch geprägt sein soll, hörte ich bislang noch nicht, zumindest nicht bewusst.

Gottes Segen,
José

Offline Jose

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Prädestination (Vorherbestimmung)
« Antwort #58 am: 15 Juni 2014, 12:48:13 »
Beitrag editiert

Auch wenn ich nicht allem Zustimmen kann, was auf der Webseite "was-CHRISTEN-glauben.info" steht, fand ich die folgende Abhandlung zum Thema "Prädestination (Vorherbestimmung)" hilfreich und auch gut zu sehen, dass viele Kreise gegen die Vorstellungen des Calvinismus sind.

Im Abschnitt 3 steht eine m.E. sehr verständliche Klarstellung:


Das Ziel dieser Welt

Gott schuf die Welt aus Liebe. Er wollte seine Liebe mit den Menschen teilen. Deshalb schuf er uns mit dem Ziel, dass wir heilig seien, wie auch er heilig ist (1. Petrus 1,16). Gott wollte niemals, dass Menschen sündigen. Die Tatsache, dass Menschen ungehorsam waren und gegen Gott sündigten, widerspricht ganz Gottes Willen. Gottes ursprüngliches Ziel war es, dass wir Menschen eine Beziehung zu unserem Schöpfer haben. Wir wissen, dass Gott Liebe und Gerechtigkeit ist und er auch alle anderen Tugenden in seinem Wesen vereinigt. Deshalb war auch sein Plan, die Welt zu schaffen, rein. Er liebt alle von ihm geschaffenen Wesen. Wenn es nur nach Gottes Willen gegangen wäre, dann wäre sein Plan – eine Welt voll von Liebe und Frieden – erfüllt worden und würde bis heute noch bestehen. Es gibt aber keine Liebe ohne Freiheit. Weil Gott in seiner Liebe den freien Willen des Menschen akzeptiert, konnte durch die Entscheidung des Menschen die Sünde in die Welt kommen. Die Lehre der Prädestination sagt aber, dass Gott die Sünde schon im vorhinein plante und wollte, dass die Masse der Menschen in die Hölle geht. Das würde Gott zum Urheber der Sünde machen. Noch bevor sie geboren sind, entscheidet (laut Calvins Lehre) Gott, dass sie niemals die Chance haben werden, gerettet zu sein.



Mit freundlichen Grüßen
José
« Letzte Änderung: 15 Juni 2014, 21:45:58 von Jose »