Autor Thema: Filmserie über Calvinismuss  (Gelesen 8809 mal)

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mordechais

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #15 am: 23 Januar 2014, 22:42:01 »
und entschuldigeung das ich dich so angefahren hab wegen deiner ermahnung .. hast es bestimmt nur gut gemeint .. danke .. is ja auch nicht die richtige art gleich die bibel durchs zimmer zu werfen ..

Offline Roland

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #16 am: 23 Januar 2014, 23:57:02 »
Hallo

Zitat
Ich frage mich nur, ob die Erklärung ausreichend ist bzw. immer gilt. In diesem Fall ist es besonders wichtig, da es nicht darum geht, dass der eine gerettet wird und der andere verloren geht, weil Gott es so bestimmt.
Ich kenne keine einzige Bibelstelle, bei der es um Erwählung in Sinne von Errettung geht. Natürlich gibt es Erwählung in der Heiligen Schrift. Allerdings geht es hierbei tatsächlich immer um einen bestimmten Dienst bzw. um eine Berufung. Wir können gerne jede einzelne Bibelstelle besprechen, die Franco ins Forum gestellt hat und werden feststellen, dass mit Prädestination nie Errettung gemeint ist.

Hier liegt der Denkfehler der Calvinisten, die diese Erwählung auf den Bereich des Heils übertragen. Dann müssen sie anderslautende Bibelstellen uminterpretieren (z. B. dass es GOTTES Wille ist, dass alle Menschen errettet werden), damit diese in das Gedankengebäude des Calvinismus passen.

Zitat
Bei dem Wort geht es nicht um Kontrolle oder nicht, zudem denke ich persönlich nicht, dass du bei deinem Vorhaben unter diese Kategorie „Lehrer“ fällst.
Ich denke, dass es Franco hier um die Verantwortung vor GOTT geht und dass er durch unseren Austausch prüfen möchte, ob er mit seiner Erkenntnis richtig liegt. Vielleicht trifft der Begriff "prüfen" Francos Anliegen etwas besser als das Wort "Kontrolle". Ob Franco eine Berufung zum Lehrer hat, kann ich nicht beurteilen, da ich ihn nicht persönlich kenne. Ich finde jedoch seine Vorgehensweise absolut korrekt, dass er nicht etwas im Alleingang ins Netz stellt, sondern sich zuerst mit Geschwistern darüber austauscht.

Soweit einige Gedanken von mir.

Shalom
Roland
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Offline Jose

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Erwählung
« Antwort #17 am: 24 Januar 2014, 20:26:42 »
Lieber Roland,
Ich fand deine Erklärung sehr gut, hinsichtlich der Erwählung zum Dienst, und in der Tat wird dadurch manche schwierige Bibelstelle verständlich.
 
Wenn du aber schreibst:
Zitat
Ich kenne keine einzige Bibelstelle, bei der es um Erwählung in Sinne von Errettung geht. Natürlich gibt es Erwählung in der Heiligen Schrift. Allerdings geht es hierbei tatsächlich immer um einen bestimmten Dienst bzw. um eine Berufung.
So möchte ich lediglich hinzufügen, dass bei dem Thema Erwählung es wohl um mehr geht.

Dass Gott im Voraus schon die Seinen kennt, ist für mich unergründlich. So staune ich z.B. über Worte wie die unteren.

Apg 18,9-10 (Schlachter 2000)
9 Und der Herr sprach durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! 10 Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt!

Der Herr spricht von einem großen Volk, und ich denke nicht, dass damit die im Vers 8 erwähnten sind: "Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge, glaubte an den Herrn mit seinem ganzen Haus; und viele Korinther, die hörten, wurden gläubig und ließen sich taufen" Apg 18,8.

Wenn Gott es schon im Voraus weiß, so sehe ich hier die Erfüllung dessen, was ich im zurückliegenden Beitrag geschrieben habe:

Römer 8,29 (Schlachter 2000)
29 Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.

1.Petr 1,1-2 (Schlachter 2000)
1 Petrus, Apostel Jesu Christi, an die Fremdlinge in der Zerstreuung in Pontus, Galatien, Kappadozien, Asia und Bithynien, 2 die auserwählt sind gemäß der Vorsehung Gottes, des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil!

Hier ist von Auserwählung die Rede und für mich sehr deutlich, dass Gott erwählt zum Heil. Die Frage ist allerdings, ob wir dem Ziehen Gottes gehorsam sind. Hier beachtet der Calvinismus die diesbezüglichen Aussagen der Schrift nicht, dass der Mensch sich gegen Gott entscheiden kann.

Gottes Segen,
José

mordechais

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #18 am: 27 Januar 2014, 13:55:28 »
ich hatte ja schon im anderen thread geantwortet ... wie gesagt ich seh das auch so wie roland .. es gibt keine verse die mir bekannt sind die zum heil oder zum verderben vorerwählen ..

entweder wird zum dienst erwählt, was natürlich die chancen gerettet zu werden stark vergrößert, weil man durch den heiligen geist die wahrheit kennt .. oder aber man wird dazu erwählt, dann wenn man sich für den glauben entschieden hat, jesus christus gleichgestaltet zu werden ..

und natürlich bin ich kein lehrer, sondern einfach nur ein bruder in jesus christus .. nur, wenn ich filme zu diesem thema mache, dann werde ich mit sicherheit auch angegriffen, denn ich lasse bei youtube videos auch immer die kommentarleiste offen .. damit andere sich zum thema austauschen können .. und da man ja dann auch quasi belehrt oder ermahnt, kann das dann auch schnell als lehrer funktion ausgelegt werden .. deswegen ist es mir auch so wichtig keine fehler zu machen ... gegner werden sowieso versuchen mir anzuhaften das ich fehlerhaft bin oder wenigstens meine ausführung zum thema .. wenn dann echte fehler auftauchen kann dann auch schnell gesagt werden: schaut mal, dieser maßt sich an ein großer lehrer zu sein, aber verfehlt sich mannigfaltig ...

mir ist auch aufgefallen das calvinisten gerne den sinn von vorsehen und etwas vorherzusehen vertauschen/verdrehen ..

das adjektiv " vorsehen " kann auch mit bestimmen, anordnen oder festlegen ausgetauscht werden und ist nicht gleichzusetzen mit vorhersehen, prophezeien, weissagen .. eine vorsehung ( konjunktion des adjektivs " vorsehen " ) und eine vorhersehung haben miteinader gemein das es auch eintrifft .. der unterschied ist das eine vorsehung auch immer mit dem willen gottes übereinstimmt .. es passiert weil er es will .. und wer kann sich seinem willen wiedersetzen? .. mein chef kann auch etwas vorsehen .. z.b. das wir morgen alle garnituren vom erdgeschoß in den 1. stock schaffen .. der unterschied zwischen gott und meinem chef ist, das man bei meinem chef nicht mit sicherheit sagen kann ob das vorgesehene auch eintrifft .. eine vorhersehung/prophezeiung muss nicht zwangsläufig mit dem willen gottes übereinstimmen, ist nicht immer eine anordnung von ihm .. eine vorsehung trifft ein weil gott es so beschlossen hat, eine vorhersehung weil gott weis das es so passiert, er kann in die zukunft schauen .. calvinisten setzen diese beiden begriffe gleich .. eine vorsehung ist auch eine vorhersehung ..

shalom
franco

mordechais

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #19 am: 27 Januar 2014, 14:01:27 »
wollt nochmal hinzufügen das ich mir für märz 2 wochen urlaub nehmen werde .. bis dahin wollt ich alle verse und auch alles was sonst so für den ersten teil relevant ist .. durchgenommen haben ..

leider hab ich nicht jeden tag den kopf dafür .. ich hoffe das die zeit bis dahin ausreicht ..

im urlaub wollte ich dann wenigsten den ersten teil machen .. vieleicht schafft man ja auch mehr ..
« Letzte Änderung: 27 Januar 2014, 14:45:33 von mordechais »

Offline Jose

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #20 am: 27 Januar 2014, 19:18:46 »
ich hatte ja schon im anderen thread geantwortet ... wie gesagt ich seh das auch so wie roland .. es gibt keine verse die mir bekannt sind die zum heil oder zum verderben vorerwählen ..
Ist mir auch nicht bekannt, wenn hier mit „vorerwählen“ gemeint ist, dass Gott jemand unumkehrbar für den Himmel bestimmt und jemand anders für die Hölle.

Zitat
entweder wird zum dienst erwählt, was natürlich die chancen gerettet zu werden stark vergrößert, weil man durch den heiligen geist die wahrheit kennt .. oder aber man wird dazu erwählt, dann wenn man sich für den glauben entschieden hat, jesus christus gleichgestaltet zu werden ..
Ich halte es persönlich nicht für hilfreich, solche Überlegungen zu führen.

Mir kommt es immer so vor, wir dringen hier in Überlegungen hinein, die uns zu hoch sind. Einerseits weiß Gott, wie wir und entscheiden werden und ob wir uns im Glauben bewahren lassen, andererseits greift Gott nicht vor und bestimmt über unsere Köpfe hinweg.

Mit der Aussage von Franco in einem anderen Thread, aber mit Bezug zu diesem Thread hier, tue ich mich auch schwer.

diejenigen die das geschenk gottes annehmen und jesus christus durch ihren glauben als retter annehmen, sind von gott dazu vorherbestimmt seinem sohn gleichgestaltet zu werden .. das hat nichts mit der erwählung zum heil zu tun ..

So einfach ist die Aussage m.E. nicht zu verstehen, denn wie können wir vorherbestimmt sein, dann, wenn wir uns zu Jesus bekehrt haben? Wenn ich in dem Moment, in dem ich von neuem geboren bin, von Gott vorherbestimmt war, dann kann es für mich nur so zu verstehen sein, dass Gott es zuvor erkannte, wie ich es bereits geschrieben habe. Allerdings argumentieren hier die Calvinisten, dass Gott nicht abwartet, wie wir uns entscheiden werden, sondern ER ist der Handelnde.

Ich gebe zu, dass es für mich zuweilen etwas schwer ist, gegen bestimmte Argumente die passende Antwort zu finden. Aber müssen wir das überhaupt? Wenn wir an dem bleiben, was Gott uns lehrt, so erkennen wir den Freien Willen des Menschen und seine Verantwortung, sich den Geboten Gottes zu unterordnen. Wenn wir uns aber dem Calvinismus öffnen, dann öffnen wir uns auch für Lehren, die in der Bibel keine Grundlage haben.

Gottes Segen,
José
« Letzte Änderung: 28 Januar 2014, 07:02:34 von Jose »

Pilger

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #21 am: 28 Januar 2014, 12:16:49 »
Hallo Franco,
ich habe mal einem Calvinisten geschrieben, dass der Heilige Geist nach Joh.16,8 der Welt (und damit sind nicht die Bäume gemeint, sondern die Menschen) "elecho" = demonstrativ, die Sünde vor Augen stellt. Damit kann der Mensch sich entscheiden und so seine Auserwählung fest machen.
Grundsätzlich sind alle Menschen auserwählt und durch seine Entscheidung macht er diese entweder fest oder nicht fest, denn Gott will, dass alle Menschen errettet werden
Der Calvinist schrieb mir, es sei doch widersinnig dass Gott jemand braucht um den Menschen die Sünde zu zeigen.

Wenn es aber die Schrift so sagt ist es einfach so.
Das siehst du, dass Irrlehren die Menschen so beeinflussen, dass sie nicht mehr klar sehen können.

P.S.: Gerade heute bin ich wegen diesem Text von einem Calvinisten angegriffen worden.
Der Calvinismus ist in sich eine Irrlehre, weil die einen von einer Erwählung in den Himmel ausgehen und die anderen auch von einer Erwählung in die Hölle.
Beides ist so im NT nicht zu finden. Wenn dort von Erwählung die Rede ist, dann immer zu einem bestimmten Zweck, z.B. Röm.8,29: dass sie dem Ebenbild seines Sohnes gleich werden.
Dass dies nicht im Himmel, sondern schon hier unten geschehen soll, ist ja klar.
« Letzte Änderung: 29 Januar 2014, 19:30:27 von Pilger »

Offline Roland

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #22 am: 02 Februar 2014, 02:02:13 »
Hallo José,

danke für Deine Replik.

Zitat
Apg 18,9-10 (Schlachter 2000)
9 Und der Herr sprach durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! 10 Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt!

Der Herr spricht von einem großen Volk, und ich denke nicht, dass damit die im Vers 8 erwähnten sind: "Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge, glaubte an den Herrn mit seinem ganzen Haus; und viele Korinther, die hörten, wurden gläubig und ließen sich taufen" Apg 18,8.
Bei diesen beiden Bibelstellen kann ich keine Vorherbestimmung zum Heil erkennen.

Zitat
Römer 8,29 (Schlachter 2000)
29 Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.
. Auch hier kann ich keine "Vorherbestimmung zum Heil" erkennen. In Röm. 8,29 ist von einer Vorherbestimmung die Rede, die sich auf das Ziel (jedoch nicht auf das "Heil") der Beziehung des Gläubigen zu GOTT ausrichtet: Alle Menschen, die in eine Beziehung zu GOTT getreten sind (durch Buße/Bekehrung und Wiedergeburt), sind vorherbestimmt, d. h. dass GOTT ihre Ebenbildlichkeit CHRISTI bereits vor aller Zeit festlegte. Wenn alle Heiligen CHRISTUS gleich sind (d. h. wenn sie die endgültige und vollkommene Heiligung erhalten haben), wird CHRISTUS als der Erstgeborene unter vielen Brüdern erhöht werden.

Zitat
1.Petr 1,1-2 (Schlachter 2000)
1 Petrus, Apostel Jesu Christi, an die Fremdlinge in der Zerstreuung in Pontus, Galatien, Kappadozien, Asia und Bithynien, 2 die auserwählt sind gemäß der Vorsehung Gottes, des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil!
Vorsehung GOTTES: Eine Verdeutlichung für GOTTES Möglichkeit, den Weg Seiner Kinder vorherzusehen und vorherzubestimmen, gibt E. Modersohn in seinem Buch "Wiedergeburt", Bibl. Betrachungen über 1 Pt 1 + 2:
Zitat
Ein Beobachter auf dem Gipfel eines Gebirges sieht lange voraus, was dem Wanderer begegnen wird, der sich auf dem verschlungenen Gebirgspfad um den Aufstieg müht. GOTT aber hat den Weg Seiner Kinder nicht nur vorhergesehen, sondern auch geschaffen und ihn damit zugleich vorherbestimmt als Weg zum Leben.

Zitat
Hier ist von Auserwählung die Rede und für mich sehr deutlich, dass Gott erwählt zum Heil. Die Frage ist allerdings, ob wir dem Ziehen Gottes gehorsam sind.
Hier sehe ich einen Widerspruch in Deiner Argumentation, denn m. E. ist "Auserwählung" nicht mit dem "Ziehen GOTTES" identisch. Durch die Auserwählung ist der Mensch automatisch errettet - es kommt nicht auf seinen Gehorsam an. Das "Ziehen GOTTES" (also das Werben GOTTES um die Seelen) hat nichts mit einer Prädestination zu tun, sondern ist abhängig von der Antwort ("Gehorsam") des Menschen.

Ich möchte Francos Idee aufgreifen, die einzelnen Begriffe gemeinsam zu definieren. Ich denke, das ist eine gute Idee, damit wir nicht aneinander "vorbeischreiben".

Ich halte es für wichtig, dass wir die nachstehenden Begriffe definieren:

- Erwählung/Auserwählung
- Vorhersehung
- Prädestination/Vorherbestimmung

Fallen Dir/Euch noch weitere Begriffe ein, die ebenfalls definiert werden sollten?

Franco hat ja den Begriff "Vorhersehung" bereits näher bestimmt:

Zitat
das adjektiv " vorsehen " kann auch mit bestimmen, anordnen oder festlegen ausgetauscht werden und ist nicht gleichzusetzen mit vorhersehen, prophezeien, weissagen .. eine vorsehung ( konjunktion des adjektivs " vorsehen " ) und eine vorhersehung haben miteinader gemein das es auch eintrifft .. der unterschied ist das eine vorsehung auch immer mit dem willen gottes übereinstimmt .. es passiert weil er es will .. und wer kann sich seinem willen wiedersetzen?

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

mordechais

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #23 am: 02 Februar 2014, 04:34:21 »
entschuldigt das ich so lange nichts dazu geschrieben hab .. musste länger darüber nachsinnen und verse nachschlagen .. werde heute im laufe des tages ausführlich dazu etwas schreiben ... is jetzt leider schon halb 5 uhr morgens und schon etwas zu spät dafür ..

danke für eure teilnahme ..

shalom und segen
franco

Offline Roland

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Prädestination
« Antwort #24 am: 02 Februar 2014, 16:50:01 »
Ich möchte gerne jetzt den Begriff "Prädestination" definieren (so ich ihn verstehe):

Die Prädestination vertritt eine Anschauung, der zufolge das Schicksal des Menschen bzw. der Welt von Gott vorherbestimmt sei. Die daraus sich ergebenden Folgen – seien sie positiver oder negativer Art – müssten dabei als Schicksal hingenommen werden.

Problematisch ist dabei folgendes: Die ewige Erwählung des Einzelnen wird geradezu zwangsläufig durch den Gedanken an die ewige Verwerfung des Anderen ergänzt. Konkrete Ausführungen über diese Seite der Prädestination verfallen jedoch schnell ins Spekulative, da sie biblisch nicht untermauert werden können.

Beispielsweise hat sich Luther für eine "doppelte Prädestination" ausgesprochen, der zufolge der Verheißung des erwählenden und gnädigen Gottes (deus revelatus) die dunkle Seite eines verwerfenden und strafenden Gottes (deus absconditus) gegenübersteht. Jene dunkle Seite allerdings versteht Luther nicht als einen Charakterzug des zornigen Gottes, sondern als Verborgenheit jenes Gottes, dessen Grundeigenschaft als "glühender Backofen voller Liebe" (WA 36,425) beschrieben werden kann.

Die Prädestinationsirrlehre gibt es nicht nur im "christlichen" Glauben, sondern auch in anderen Religionen, wie z. B. dem Islam. Das rührt aber daher, dass die Prädestinationsirrlehre im Islam eng mit einem an strengen Fatalismus grenzenden Führungsglauben verbunden ist. Der Prädestinierte kann ja im übrigen alles wollen oder nicht wollen. Er kann auch fromm sein wollen und fromm sein, nur das Heil bleibt ihm verschlossen, wenn er nicht zu den Erwählten gehören sollte. Eine weitere Spielart der Prädestinationsirrlehre ist die Karma-Lehre der indischen Religionen. Es gibt jedoch hierzu einen gravierenden Unterschied zur "christlichen" Prädestinationsirrlehre: Zwar ist im Karma des Menschen Ergehen vorgeformt, aber der Ausgang ist nicht festgelegt. Man kann die Bindung des Karma durchbrechen. Wenn dies geschieht, hat derjenige die Prädestination verlassen.

Fazit: Überall, wo das religiöse "Heil" in der souveränen Vorentscheidung einer Gottheit festgelegt ist, bricht sich die Prädestinationsirrlehre Bahn.
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Jose

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #25 am: 02 Februar 2014, 17:49:10 »
Lieber Roland,
vielleicht habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt.

Zitat von: Jose
Apg 18,9-10 (Schlachter 2000)
9 Und der Herr sprach durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! 10 Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt!

Der Herr spricht von einem großen Volk, und ich denke nicht, dass damit die im Vers 8 erwähnten sind: "Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge, glaubte an den Herrn mit seinem ganzen Haus; und viele Korinther, die hörten, wurden gläubig und ließen sich taufen" Apg 18,8.
Bei diesen beiden Bibelstellen kann ich keine Vorherbestimmung zum Heil erkennen.
Mir ging es um die Bibelstelle aus Apg. 18,9-10. Wenn der Herr sagte, dass ER ein großes Volk in der Stadt habe, denn offenbar war es noch nicht.

Und bezüglich Römer 8,29:
Zitat von: Roland
Zitat von: Jose
Römer 8,29 (Schlachter 2000)
29 Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.
. Auch hier kann ich keine "Vorherbestimmung zum Heil" erkennen. In Röm. 8,29 ist von einer Vorherbestimmung die Rede, die sich auf das Ziel (jedoch nicht auf das "Heil") der Beziehung des Gläubigen zu GOTT ausrichtet: Alle Menschen, die in eine Beziehung zu GOTT getreten sind (durch Buße/Bekehrung und Wiedergeburt), sind vorherbestimmt, d. h. dass GOTT ihre Ebenbildlichkeit CHRISTI bereits vor aller Zeit festlegte. Wenn alle Heiligen CHRISTUS gleich sind (d. h. wenn sie die endgültige und vollkommene Heiligung erhalten haben), wird CHRISTUS als der Erstgeborene unter vielen Brüdern erhöht werden.
Ich wollte hier hauptsächlich die Vorsehung Gottes betonen, nicht eine „Vorherbestimmung zum Heil“. Erklärungsversuche hierzu gibt es bestimmt viele. Gewiss ist es aber nicht einfach, hierzu das Handeln Gottes ergründen zu können.


Auch Manfred hat ist auf die Auserwählung in Verbindung mit dem „Ziel“ eingegangen, was er in seinem Nachtrag vom 29 Januar 2014, 19:30:27 geschrieben hat:

Wenn dort von Erwählung die Rede ist, dann immer zu einem bestimmten Zweck, z.B. Röm.8,29: dass sie dem Ebenbild seines Sohnes gleich werden.
Dass dies nicht im Himmel, sondern schon hier unten geschehen soll, ist ja klar.
Hier wiederum schreibt Manfred m.E. etwas missverständlich, denn wir werden nicht in unserem irdischen Leib dem Herrn Jesus gleich sein, sondern erst wenn wir Ihn sehen wir Er ist.


Die Gefahr die ich sehe, bei manchen Überlegungen, wird z.B. deutlich in der Aussage von Franco:
 
entweder wird zum dienst erwählt, was natürlich die chancen gerettet zu werden stark vergrößert, weil man durch den heiligen geist die wahrheit kennt .. oder aber man wird dazu erwählt, dann wenn man sich für den glauben entschieden hat, jesus christus gleichgestaltet zu werden ..
Sollte Gott zum Dienst erwählen, aber nicht zum Heil erwählt haben? Das ist ein Widerspruch in sich. Und wie menschlich und verkehrt ist doch die Aussage:
Zitat
was natürlich die chancen gerettet zu werden stark vergrößert, …
Wer zu einem Dienst erwählt wird, trägt auch mehr Verantwortung und wird ein schwereres Gericht empfangen. Keineswegs aber hat er dadurch „größere Chancen“ gerettet zu werden.


Und was den Hinweis und die Frage betrifft:
Zitat von: Roland
Ich halte es für wichtig, dass wir die nachstehenden Begriffe definieren:

- Erwählung/Auserwählung
- Vorhersehung
- Prädestination/Vorherbestimmung

Fallen Dir/Euch noch weitere Begriffe ein, die ebenfalls definiert werden sollten?
So wäre „Berufung“ sicherlich auch ein wichtiger Begriff, wenn ich z.B. an die Bibelstelle denke: "Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt" Mt 22,14.


Was aber die Aussage von vorhin betrifft:

Beispielsweise hat sich Luther für eine "doppelte Prädestination" ausgesprochen, der zufolge der Verheißung des erwählenden und gnädigen Gottes (deus revelatus) die dunkle Seite eines verwerfenden und strafenden Gottes (deus absconditus) gegenübersteht. Jene dunkle Seite allerdings versteht Luther nicht als einen Charakterzug des zornigen Gottes, sondern als Verborgenheit jenes Gottes, dessen Grundeigenschaft als "glühender Backofen voller Liebe" (WA 36,425) beschrieben werden kann.
Bislang dachte ich eher, dass Luther die „einfache Prädestination“ lehrte, siehe auch: Lutherische Theologie zur Vorherbestimmung - Konkordienformel (1577).


Herzliche Grüße und Gottes Segen,
José

Offline Roland

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Luthers "doppelte Prädestination" und die Konkordienformel
« Antwort #26 am: 02 Februar 2014, 18:54:18 »
Hallo José,

danke für Deine Antwort, die bestätigt, wie wichtig es ist, die einzelnen Begriffe zu definieren. Ich finde es eine gute Idee, den Begriff "Berufung" zu berücksichtigen.

Zu Luther und seiner "doppelten Prädestination":  Die Konkordienformel ist die letzte Bekenntnisschrift der lutherischen Kirche. Sie entstand 1577 auf Veranlassung des Kurfürsten August von Sachsen. Die Konkordienformel sollte die Zerwürfnisse beilegen, welche nach Luthers Tod 1546 zwischen den schwäbischen und niedersächsischen Lutheranern dadurch entstanden waren, dass insbesondere Kursachsen der milden Melanchthonschen Richtung (Philippismus) folgte, während das ernestinische Sachsen und Württemberg streng lutherisch blieben (Gnesiolutheraner). Die damit zusammenhängenden Streitigkeiten reichten z.T. auch schon bis zu Luthers Lebzeiten zurück.

Die Konkordienformel wurde auf deutsch abgefasst. Eine spätere Übersetzung ins Lateinische besorgten Chemnitz und Selnecker. Der erste Teil, Epitome genannt, enthält in zwölf Artikeln die Beurteilung und Entscheidung der bisher streitigen Lehrpunkte. Zuerst wird jeweils die Streitfrage (status controversiae) dargelegt, die rechtgläubige Auffassung des streitigen Punktes in den so genannten Affirmativa bündig zusammengefasst, endlich die ihr entgegenstehende Lehre in der Negativa oder Antithesis ihren Hauptpunkten nach bezeichnet und sofort „verworfen und verdammt“.

Luthers Theologie wurde also in der Konkordienformel in bestimmten Punkten "weiterentwickelt". Die Theologen verabschiedeten sich von Luthers "doppelter Prädestination" und schwenkten um zur "einfachen Prädestination". Luther selbst war jedoch ein Anhänger der "doppelten Prädestination".

Meine Quellen bzgl. Luthers "doppelten Prädestination":

- Luther Martin: Werke. Kritische Gesamtausgabe (»Weimarer Ausgabe«), S. 1883 ff.
- Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Bd. 6, S. 30) (J.C.B. Mohr / Paul Siebeck)

Shalom
Roland

Quelle
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Pilger

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Re: Filmserie über Calvinismuss
« Antwort #27 am: 02 Februar 2014, 19:20:42 »
Lieber Jose,
Du schreibst:
Hier wiederum schreibt Manfred m.E. etwas missverständlich, denn wir werden nicht in unserem irdischen Leib dem Herrn Jesus gleich sein, sondern erst wenn wir Ihn sehen wir Er ist.

Es ging natürlich nicht um den Leib, sondern die Umgestaltung der Seele, des Geistes, eben um die Eigenschaften des neuen Menschen in uns, der uns von innen nach aussen umgestaltet, nach Charakter, Früchten usw.

Offline Roland

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Prädestination als Wesensmerkmal der islamischen Theologie
« Antwort #28 am: 02 Februar 2014, 19:39:10 »
Nachtrag: Wer sich zum Thema

"Die Prädestination als Wesensmerkmal der islamischen Theologie"

informieren möchte, findet hier (S. 100 ff.) viele belastbare Informationen.
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Offline Jose

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Wann werden wir Jesus gleich sein?
« Antwort #29 am: 02 Februar 2014, 19:51:07 »
Hallo Manfred.

Es ging natürlich nicht um den Leib, sondern die Umgestaltung der Seele, des Geistes, eben um die Eigenschaften des neuen Menschen in uns, der uns von innen nach aussen umgestaltet, nach Charakter, Früchten usw.

Ich meinte auch nicht, dass wir äußerlich Jesus gleich sein werden, aber ich wüsste aus keiner Bibelstelle, dass unser innerer Mensch schon hier auf Erden dem Herrn Jesus gleich sein wird. Es bleibt es wachsen in Gnade, bis wir zur Vollendung gelangen. Das wiederum geschieht nicht, während wir noch auf der Erde und in unserem sterblichen Leib sind

Liebe Grüße,
José