Autor Thema: Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels…  (Gelesen 1439 mal)

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Offline Jose

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Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels…
« am: 12 Januar 2014, 20:40:47 »
Die Bibel wurde im Laufe von Jahrhunderten geschrieben und das Neue Testament vor ungefähr 2000 Jahren. Bestimmt gibt es daher viele Bibelstellen, bei denen es hilfreich ist, die damaligen Gegebenheiten zu kennen, um manche Aussagen besser einordnen zu können.

Beim Lesen der Bibelstelle: "Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin" 1. Kor 13,12, ist mir erneut bewusst geworden, dass der Spiegel des Altertums aus einer blanken Metallscheibe bestand und nur ein undeutliches Bild wiedergab.

Was Paulus aber klar zum Ausdruck bringen wollte ist: "Denn wir erkennen stückweise" 1. Kor 13,9a. Ich denke, dieses geistliche Verständnis ist das was zählt, solange wir hier auf Erden sind.

Im Buch der Sprüche steht zwar das Wort: "Böse Menschen verstehen das Recht nicht, die aber den Herrn suchen, verstehen alles" Spr 28,5, aber bedeutet dieses Wort, dass wir als Gotteskinder die Verheißung haben, zum rechten Verständnis aller biblischen Belehrung kommen zu können? Oder anders gefragt: Bedeutet es, dass wenn ich meine, etwas richtig verstanden zu haben, es tatsächlich richtig verstanden habe?

Die Diskussionen hier im Forum und überhaupt zwischen vielen ernsten Gläubigen, zeigen oftmals klar, wie unterschiedlich manchmal das Verständnis sein kann.

Ich bin der Überzeugung, dass es für den Einzelnen nicht möglich ist, das Wort Gottes wirklich ganz zu erfassen, sondern es ist ein lernen und wachsen, das in Verbindung mit unserem Gehorsam und Hinwachsen zum Herrn geschehen muss.

Herzliche Grüße und Gottes Segen,
José
« Letzte Änderung: 13 Januar 2014, 18:44:16 von Jose »

Offline Jose

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Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels…
« Antwort #1 am: 21 Juni 2014, 18:36:38 »
Beim Lesen in einigen alten Beiträgen fiel mir eine Aussage in einem anderen Thread erneut auf:

Gestern erst las ich wieder bei Jakobus Folgendes:
Jakobus 1:4 Das Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt.
5 Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht, und sie wird ihm gegeben werden.


Viele behaupten das es nicht moeglich sei Vollkommen zu werden oder alles zu verstehen und zu wissen, was das Wort Gottes und Seinen Willen betrifft...
Der Herr macht uns hier in diesen Versen allerdings etwas ganz anderes deutlich!

Ich denke, dass es ein Wachstumsprozess ist. Was es nicht geben soll, ist Stillstand oder – was schlimmer wäre -, Rückgang.

Im Brief an die Kolosser schreibt Paulus: "Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen in aller Weisheit lehren, um jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen" Kol 1,28. In Christus sind wir vollkommen gemacht, aber nicht, dass wir schon alles erkannt hätten. So sehe ich es, aber vielleicht fehlt mir hier noch das richtige Verständnis.

Im Brief an die Epheser lesen wir von den Ämtern in der Gemeinde:
Eph 4,11-13
11 Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, 12 zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Maß der vollen Reife Christi.

Es soll unser Anliegen sein, dass dieses Werk und dieses Ziel Gottes mit uns hier zunehmend sichtbar wird, aber es fällt mir schwer zu denken, es könnte vor dem Kommen Jesu, bevor wir umgestaltet werden in Sein Bild, schon Wirklichkeit werden.

Es gibt viele abweichende Erkenntnisse aus dem Wort Gottes, und was es leider ohne Zweifel leider gibt, sind viele Streitigkeiten. Wenn es uns gelingt, in Demut auf einander zuzugehen und das Werk Gottes im anderen, trotz mancher unterschiedlicher Erkenntnisse, zu sehen, so denke ich, dass Gott uns segnen kann und wir auch im Glauben wachsen.

Mit freundlichen Grüßen,
José