Autor Thema: Verführungen und Lügen  (Gelesen 10895 mal)

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junkerjörg

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Verführungen und Lügen
« am: 27 November 2013, 16:02:51 »
''Deine Propheten haben dir trügerische und törichte Gesichte verkündet und dir deine Schuld nicht offenbart, wodurch sie dein Geschick abgewandt hätten, sondern sie haben dich Worte hören lassen, die Trug waren und dich verführten.''

Klagelieder 2,14

Die Thematik ist aktuell. Es ist ein stets präsentes Thema sowohl im Alten wie im Neuen Testament - falsche Propheten und auch falsche Freunde! Es gab im Grunde also schon immer solche scheinbar gläubigen Zeitgenossen, die versuchten Gott und Menschen zu betrügen und hinters Licht zu führen. Sie missbrauchten die Gnade Gottes durch verbale und andere Ausschweifungen (Judas 1,4). Dadurch verleugneten sie letztlich denjenigen, der Weg, Wahrheit und Leben ist - Jesus Christus (Johannes 14,6). Es ist sicherlich nicht immer einfach, eindeutig festzustellen, ob jemand Irrlehren verbreitet und lügt oder sich noch auf dem Grund und Boden des Evangeliums und der Wahrheit befindet oder nicht. Und die Zeiten in denen wir leben, wo alles vermischt wird und der Zeitgeist und die Ökumene immer mehr negativen Einfluss gewinnen, machen es zusätzlich schwer. Aber nicht unmöglich! Ein entscheidener Faktor ist die geschwisterliche Liebe untereinander (1. Thessalonicher 2,5-8). Liebe wie Gott sie meint, hat nichts Falsches in sich (Römer 12,9).

Falsche Propheten und falsche Freunde reden dem Gegenüber gerne nach dem Mund. Sie verkünden sogar eine ''heile Welt'' wenn alles in Schutt und Asche liegt. Wer aber aus falscher Rücksicht oder mit voller Absicht Fehler und Sünden anderer ''übersieht'' und nicht offen anspricht, offenbart einen heimtückischen Charakter und keine Freundschaft. Solche Leute sind Lügner und Schmeichler ohne Gewissen. Gott hat sie nie beauftragt (Jeremia 14,14). In Sprüche 17,17 steht: ''Ein Freund liebt allezeit, und ein Bruder wird für die Not geboren''. Falsche Freunde handeln nicht so und sind auch nicht da wenn man sie braucht. Auf solche ''Freunde'' kann man verzichten. Wir erkennen die Wahrheit (ob einer echt oder falsch ist) die ein Mensch im Namen Gottes scheinbar ausführt, an seinen Früchten (Matthäus 7, 15-20). Die ''letzte Zeit'' in der wir jetzt leben, wird vieler solcher Verführer und Scheinheiliger hervorbringen und ''ausspucken'' (Matthäus 24, 4-12). Darauf sollten wir mit Kenntnis der Bibel, wachem Sinn und festem Glauben reagieren. Über allem gilt für uns uneingeschränkt, daß man letztlich Gott immer mehr gehorchen muss als den Menschen (Apostelgeschichte 5,29).

Liebe Grüße Jörg  :)


Offline Jose

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Re: Verführungen und Lügen
« Antwort #1 am: 06 Dezember 2013, 18:14:30 »
Hallo Jörg,
in deinem Beitrag erwähnst du die geschwisterliche Liebe als ein entscheidendes Prüfkriterium. Von Jesus lesen wir die Worte: "Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt" Joh 13,35. Aber wir Menschen empfinden Liebe oft subjektiv und in Sprüche lesen wir: "Treu gemeint sind die Schläge dessen, der liebt, aber überreichlich die Küsse des Hassers" Spr 27,6.

Liebe ist unbedingt ein wichtiges Kriterium, aber immer gemessen an dem, was in 1. Kor. 13 steht. Dort heißt es z.B. über die Liebe: "sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit; sondern sie freut sich mit der Wahrheit" 1.Kor 13,6, und von Jesus lesen wir die Worte: "Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit" Joh 17,17. Diese Bitte Jesu an den Vater ist so wichtig. Mögen wir solche sein, die der Vater heiligen kann durch Sein Wort, die in der Wahrheit wandeln, in denen auch die Liebe, - bei aller menschlichen Unzulänglichkeit -, gefunden wird.

Ein besonders Kennzeichen der Liebe ist gewiss, "sie sucht nicht das Ihre" 1.Kor 13,5b. Wenn wir somit alles was uns bewegt und treibt daran prüfen, werden wir oftmals wahrscheinlich feststellen müssen, wie schwach unsere Liebe noch ist.

Die Frage, die mich aber beim Lesen des Beitrages besonders beschäftigt hat, ist: Wie können wir unterscheiden zwischen solchen, die selber noch nicht erkannt haben, dass sie an Irrlehren glauben, und solche, die wider besseres Wissen den falschen Weg gehen? Gerade in unserer Zeit, in der selbst die, welche es ernst meinen, so schwer zueinander finden, ist es m.E. nicht einfach.

Der Prophet Bileam ist für mich immer ein erschreckendes Beispiel, weil er den Willen Gottes kannte, aber, obwohl er von Gott nicht nur einmal ermahnt wurde, doch den eigenen Weg ging. So entstehen m.E. Verführer.

Gottes Segen,
José
« Letzte Änderung: 06 Dezember 2013, 18:29:36 von Jose »

junkerjörg

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Re: Verführungen und Lügen
« Antwort #2 am: 07 Dezember 2013, 12:17:15 »
Die Frage, die mich aber beim Lesen des Beitrages besonders beschäftigt hat, ist: Wie können wir unterscheiden zwischen solchen, die selber noch nicht erkannt haben, dass sie an Irrlehren glauben, und solche, die wider besseres Wissen den falschen Weg gehen?

Wie definiert man einen "falschen Weg"? Ich denke wenn es um das Evangelium von der Vergebung der Sünden, ausschließlich durch Gottes Sohn Jesus Christus geht, als Weg, Wahrheit und Leben und einzigen Weg zur Erlösung (Johannes 14,6), dann sollte für einen Christen klar sein, daß jede Lehre die diesen Anspruch Jesu verneint, untergräbt, verallgemeinert oder ablehnt, der falsche Weg und eine Irrlehre ist. Desweiteren sagt die Bibel in Römer 10, 9-11: "Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, daß Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden, und mit dem Mund bekennt man, um gerettet zu werden; denn die Schrift spricht: »Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden!«".

Worauf du ja vermutlich auch hinaus willst: Es ist keine Irrlehre zu glauben, daß die Erlösung und Errettung für Kinder Gottes sicher und ewig ist. Die Bibel gibt es absolut her das so anzunehmen und viele bekannte und seriöse Bibellehrer aus der Vergangenheit und Gegenwart vertreten das ebenso. Und selbst wenn hier ein Irrtum vorliegen sollte (!), ebenso bei denen, die davon ausgehen daß sie als Neugeborene wieder aus der Erlösung hinausfallen können, ist das ja jeweils keine Irrlehre im klassischen Sinn, sondern eben maximal unterschiedliche Ansichten und Auslegungen, die aber am Fundament, der Anerkennung und des Glaubens an Gottes Sohn und dessen Tod und Auferstehung zur Vergebung und Rechtfertigung des Sünders, nicht rütteln oder das ablehnen. Es gibt ja z.B. auch unterschiedliche Ansichten darüber, ob die Entrückung vor, während oder nach der Trübsal stattfindet. Relevant ist das aber nicht und auch keine Irrlehre wenn man meint dieses Ereignis findet vorher statt (wie ich glaube). Andere sehen es anders, sind aber deswegen ja keine Irrlehrer oder Verführer! Da würde man gewaltig über das Ziel hinaus schießen das anzunehmen und andere hier anzuklagen.

Wie ein Mensch zum Glauben an Jesus Christus findet ist eher zweitrangig. Hauptsache ist, daß es echt ist! Wir müssen davon wegkommen hier ausschließlich in engen Vorstellungen zu denken. Der Geist ist wie der Wind, und der weht wo er will (Johannes 3,8). Es kann sicherlich auch jemand in festen, organisierten und allgemein anerkannten Ordnungen glauben und denken. Aber das muß nicht das einzige Kriterium sein auch wirklich dazuzugehören. Ebenso wie einer, der hier durch sein Verhalten ausbricht, nicht automatisch auf verlorenem Posten steht. Wer nicht mit Jesus ist, der ist gegen ihn (Lukas 11,23) egal in welcher Funktion und Position und in welcher Kirche und Gemeinde jemand sich aufhält. Nicht allein die äußere (angepasste) Form zeigt ob einer mit Jesus sammelt oder ohne Jesus nur zerstreut. War Johannes der Täufer angepasst? Viele hielten ihn für einen Verrückten. Gut möglich ist auch, daß man menschlich manchmal einfach nicht zueinander findet obwohl man an Jesus glaubt. Möglicherweise war dieser Mann der böse Geister im Namen Jesu austrieb und kein Jünger war, so ein unangepasster Einzelgänger? Das sollte man nicht überbewerten. Paulus sagte dazu: ''Was tut's aber?''

Auch die Jünger Jesu untereinander waren sich nicht ständig grün und stritten manchmal miteinander (Johannes 2,24). Oder sie waren sich hochmütigerweise ''theologisch'' uneins (Lukas 22,24). Wo Übereinkunft und Friede sowie geschwisterliche Liebe möglich ist, sollte dies auch stets in unser aller Interesse sein. Wo wir uns damit schwertun und so manches uns fremdartig vorkommt, sollen wir nicht streitlustig werden (2. Timotheus 2,24) sondern dürfen trotzdem Frieden halten und uns einander in Liebe ertragen. Nicht sollte es heißen: ''Wehret den Anfängen'' sondern in diesem Fall eben: ''Wehret nicht!''

Liebe Grüße!
Jörg  ;)
« Letzte Änderung: 07 Dezember 2013, 12:20:49 von junkerjörg »

Offline Jose

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Re: Verführungen und Lügen
« Antwort #3 am: 07 Dezember 2013, 13:34:21 »
Zitat von: junkerjörg
Worauf du ja vermutlich auch hinaus willst: Es ist keine Irrlehre zu glauben, daß die Erlösung und Errettung für Kinder Gottes sicher und ewig ist. Die Bibel gibt es absolut her das so anzunehmen und viele bekannte und seriöse Bibellehrer aus der Vergangenheit und Gegenwart vertreten das ebenso.

Hallo Jörg.
Nein, darauf wollte ich nicht hinaus. Du erwähntest aber z.B. auch die Ökumene und hier gibt es viel Verführung und Vermischung, viele haben es aber sicherlich aber einfach noch nicht erkannt, andere sind bewusst Kompromisse eingegangen. Einige dulden die Kindertaufe, andere die Feuerbestattung. Auch gibt es viele verschiedene Auffassungen, was im Leben von Gotteskindern zulässig ist, was den Lebensstil anbetrifft, z.B. zum Verständnis über die Ehe und Scheidung. Viele Themen wurden hier im Forum schon angesprochen. Auch den Calvinismus möchte ich noch erwähnen, insbesondere wegen der Lehre der doppelten Prädestination. Hier nähern wir uns vielleicht etwas manchem Verständnis in Brüdergemeinden, aber ich freue mich auf jeden Fall darüber, dass, - so viel mir bekannt -, die Brüdergemeinden nicht an deine Prädestination zum Heil oder zur Verdammnis glauben. Was ich allerdings nicht gut finde, ist die Ablehnung der Geistesgaben wohl in allen Brüdergemeinden, ich meine besonders die Gabe der Zungenrede, die nach meinem Verständnis nicht aufgehört hat.

Gottes Segen,
José

junkerjörg

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Re: Verführungen und Lügen
« Antwort #4 am: 07 Dezember 2013, 15:30:14 »
...aber ich freue mich auf jeden Fall darüber, dass, - so viel mir bekannt -, die Brüdergemeinden nicht an deine Prädestination zum Heil oder zur Verdammnis glauben...

Meine Prädestination? Ich glaube an eine Erwählung zum Heil - die ist biblisch wasserdicht! Erwählung ist ein klares biblisches Prinzip. Erklären wie das trotz der Unfähigkeit jedes Menschen, den Geist Gottes überhaupt wahrzunehmen funktioniert, kann ich letztlich nicht, aber das ist ja auch nicht die Bedingung um an etwas von Herzen zu glauben. Aber ich glaube nicht an eine Erwählung zur Verdammnis. Gott will daß alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. An eine Allversöhnung glaube ich aber auch nicht - die ist unbiblisch. Das mit der Erwählung ist vielleicht logisch nicht erklärbar und das eine bedingt (rein menschlich gesehen, was aber nicht der Maßstab sein kann) das andere (doppelte Prädestination), aber ich gehe davon aus, daß es sowohl im Himmel als auch in der Hölle einmal nur Freiwillige geben wird - wie auch immer das zustande gekommen sein mag. Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken! Fest steht daß Gott absolut gerecht ist und jeder das einmal anerkennen wird - selbst der Teufel! Nur weil ich daran glaube, daß ein Neugeborener (Kind Gottes) nicht wieder aus der Erlösung (der Versiegelung) hinaus fliegen kann, bin ich kein Calvinist oder habe "meine" Prädestination. Mit Calvins Glaubensansatz habe ich mich sogar nie übermäßig beschäftigt. Die fünf Punkte des Calvinismus (die ja eine Antwort waren auch die von Arminius aufgestellten Thesen) sind für mich biblisch nachvollziehbar - das ist alles. Ich empfehle dir mal das Buch von Benedikt Peters über den Prediger George Whitfield. Da findest du die ganzen Original Dialoge zwischen John Wesley und Whitfield die viel Klarheit und biblisches Wissen vermitteln, gerade auch in dieser Frage nach dem ewigen Heil. Bei Bedarf kann ich es dir auch als pdf-datei zusenden.

LG Jörg  :)
« Letzte Änderung: 07 Dezember 2013, 15:31:54 von junkerjörg »

Offline Jose

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Re: Verführungen und Lügen
« Antwort #5 am: 07 Dezember 2013, 17:36:52 »
Es war ein Tippfehler, ich meinte "eine Prädestination", also allgemein die Prädestinationslehre. Zu den 5 Punkten des Calvinismus schreibe ich dir später noch.

Offline Jose

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Re: Verführungen und Lügen
« Antwort #6 am: 07 Dezember 2013, 20:54:36 »
Beitrag überarbeitet

Lieber Jörg.
In diesem Forum gibt es viele Beiträge über den Calvinismus. Persönlich habe ich auch einige geschrieben, z.B. TULIP - die 5 Punkte des Calvinismus. Natürlich umfasst der Calvinismus viel mehr, als es die 5 Punkte aussagen, aber es drückt doch wohl die Grundüberzeugungen des Calvinismus aus.

Deine Aussage hier hat mich aber überrascht:
Zitat von: junkerjörg
Die fünf Punkte des Calvinismus (die ja eine Antwort waren auch die von Arminius aufgestellten Thesen) sind für mich biblisch nachvollziehbar - das ist alles.

Bislang hatte ich nicht den Eindruck, dass in den Brüdergemeinden die 5 Aussagen bejaht werden, besonders Punkt 4: Irresistible grace / Unwiderstehliche Gnade, aber auch Punkt 3: Limited atonement / Begrenzte Sühne, stehen doch eigentlich im Widerspruch zur Verkündigung, dass Gott alle Menschen erretten will, aber viele Menschen Sein Heilsangebot ablehnen.

Danke auch für Empfehlung des Buches:
Zitat
Ich empfehle dir mal das Buch von Benedikt Peters über den Prediger George Whitfield. Da findest du die ganzen Original Dialoge zwischen John Wesley und Whitfield die viel Klarheit und biblisches Wissen vermitteln, gerade auch in dieser Frage nach dem ewigen Heil.
Wenn ich Bedarf habe melde ich mich gerne bei dir wegen der PDF-Datei.

Persönlich bin ich überzeugungsmäßig mehr von John Wesley angesprochen, habe mich aber gefreut irgendwann zu lesen, dass beide, trotz unterschiedliche Überzeugung, insbesondere in der Frage der Auserwählung, sich dennoch immer als Brüder im Herrn gesehen haben. Das fällt vielen anderen eher schwer, andersdenkende in diesen Lehrthemen, als Geschwister anzuerkennen.

Vorhin habe ich auf Wikipedia erneut nachgelesen:
Zitat

Die Grundfesten seines Glaubens waren die Sündhaftigkeit des Menschen und die Gnade Jesu Christi. Theologisch war Whitefield, im Gegensatz zu John Wesley, ein strenger Calvinist. Wegen Differenzen bezüglich der Prädestinationslehre trennte sich Whitefield von den Wesleyanern und gründete einen eigenen Zweig des calvinistischen Methodismus. Dies änderte jedoch nichts an der gegenseitigen Hochachtung zwischen Wesley und Whitefield.

Quelle: George Whitefield – Wikipedia


Gottes Segen,
José
« Letzte Änderung: 08 Dezember 2013, 13:50:21 von Jose »

junkerjörg

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Re: Verführungen und Lügen
« Antwort #7 am: 08 Dezember 2013, 15:26:39 »
Bislang hatte ich nicht den Eindruck, dass in den Brüdergemeinden die 5 Aussagen bejaht werden, besonders Punkt 4: Irresistible grace / Unwiderstehliche Gnade, aber auch Punkt 3: Limited atonement / Begrenzte Sühne, stehen doch eigentlich im Widerspruch zur Verkündigung, dass Gott alle Menschen erretten will, aber viele Menschen Sein Heilsangebot ablehnen.

Wer durch den Glauben an das Evangelium eine ''neue Schöpfung'' werden durfte (2. Korinther 5,17) ist vor Gott gerecht und angenommen und muss der Sünde nicht mehr dienen (Römer 6,6). Das bedeutet nicht, daß wir nicht mehr fähig sind zu sündigen und Fehler zu machen, aber wir dienen der Sünde nicht mehr. Das heißt die Natur Adams existiert vor Gott nicht mehr - wir sind dieser Sünde gestorben (Römer 6,10) und kennen uns laut 2. Korinther 5,16 nicht mehr nach dem Fleisch (der alten sündigen Natur). Was nun nicht mehr existiert und vorhanden ist, dem dient man auch nicht mehr. Und entsprechend kann man dann auch sagen und fest behaupten: ''Wir wissen, daß jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern wer aus Gott geboren ist, der bewahrt sich selbst, und der Böse tastet ihn nicht an'' (1. Johannes 5,18). Ist das nicht wunderbar? Sicherlich liegt es nun an uns, auf diesem ewigen Grund etwas Gutes aufzubauen und aus der rechten Quelle zu trinken. Diese Verantwortung haben wir und sollten sie auch ernst nehmen (siehe 1. Korinther 3, 11-15). Entscheidend ist aber, daß wir durch den Glauben an Jesus Christus zur Vergebung der Sünden, tatsächlich mit ihm auf Golgatha mitgekreuzigt wurden und ebenso mitauferstanden sind (Römer 6, 5-9). Was nun aus Gott (neu)geboren ist, hat ewigen Bestand und ist unumkehrbar. Ansonsten würde Gottes Neuschöpfung ja unvollkommen und nur vorgeschoben sein. Dann wäre das Opfer Jesu nur ein halbherziges Werk mit begrenzter Haltbarkeit und eine trügerische Hoffnung mit ungewissem Ausgang. Gott würde sich selbst belügen, wenn Adam nur scheintot wäre und durch den glaubenden und von neuem geborenen Menschen jederzeit wieder zum Leben erweckt werden könnte. So wie der Mensch nicht gefragt wurde ob er Adams Sünde haben will, hat er auch weder Recht, noch Anlaß, noch Zugriff auf das vollkommene Werk der Erlösung, was Gott denen schenkt, die nach seinem ewigen Ratschluss berufen sind - 2. Timotheus 1, 9-10: ''Er hat uns ja errettet und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht aufgrund unserer Werke, sondern aufgrund seines eigenen Vorsatzes und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben wurde, die jetzt aber offenbar geworden ist durch die Erscheinung unseres Retters Jesus Christus, der dem Tod die Macht genommen hat und Leben und Unvergänglichkeit ans Licht gebracht hat durch das Evangelium...''. Gottes Liebe hat eine bewahrende, durchtragende und unwiderstehliche Gnade im Leben der Kinder Gottes im Schlepptau. So jemand, wie zitiert (rot) bewahrt sich selbst vor dem Abfall.

LG Jörg  :)
« Letzte Änderung: 08 Dezember 2013, 15:31:53 von junkerjörg »

Offline Jose

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Re: Verführungen und Lügen
« Antwort #8 am: 08 Dezember 2013, 15:54:57 »
Zitat von: junkerjörg
Wer durch den Glauben an das Evangelium eine ''neue Schöpfung'' werden durfte (2. Korinther 5,17) ist vor Gott gerecht und angenommen und muss der Sünde nicht mehr dienen (Römer 6,6). Das bedeutet nicht, daß wir nicht mehr fähig sind zu sündigen und Fehler zu machen, aber wir dienen der Sünde nicht mehr.

Wenn Paulus den Korinther schreibt: "Überhaupt hört man von Unzucht unter euch, und zwar von einer solchen Unzucht, die selbst unter den Heiden unerhört ist, dass nämlich einer die Frau seines Vaters hat!" 1.Kor 5,1, hat dieser man nicht der Sünde gedient?

Und trifft so jemanden nicht das Urteil Gottes:
Gal 5,19-21 
19 Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; 20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen; 21 Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.
Hier gilt es zur Buße aufzurufen und nicht zu meinen, man sei eine neue Schöpfung und könne daher nicht mehr verloren gehen.

Hinweis:
Es war wirklich nicht mein Anliegen über das Thema hier zu diskutieren, aber die obige Aussage von dir konnte ich nicht so stehen lassen.

Gottes Segen,
José

junkerjörg

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Re: Verführungen und Lügen
« Antwort #9 am: 08 Dezember 2013, 16:16:37 »
Wenn Paulus den Korinther schreibt: "Überhaupt hört man von Unzucht unter euch, und zwar von einer solchen Unzucht, die selbst unter den Heiden unerhört ist, dass nämlich einer die Frau seines Vaters hat!" 1.Kor 5,1, hat dieser man nicht der Sünde gedient?


Du musst das geistlich verstehen. Wenn ein Kind Gottes solches tut, dann hat er gesündigt, den Heiligen Geist betrübt und wird sicherlich auch seine Konsequenzen tragen - was hier ja auch durch dessen leiblichen Tod (auf das die Seele gerrettet wird) geschehen ist. Aber was vor Gott gestorben ist (die sündige Natur und der alte Adam) existiert nicht (ist der Sünde gestorben) und kann demnach auch nicht dienstbar sein. Das musst du trennen so wie auch Paulus das in Römer 7,25 formulierte: "Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! So diene ich selbst nun mit der Gesinnung dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde"

Und trifft so jemanden nicht das Urteil Gottes:
Gal 5,19-21 
19 Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; 20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen; 21 Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.

William McDonald schreibt dazu: "Der Abschnitt lehrt keineswegs, daß ein Trinker nicht gerettet werden könnte, sondern sagt aus, daß derjenige, dessen Leben von diesen Dingen geprägt wird, nicht erlöst ist . Warum sollte Paulus nun auf diese Art an Gemeinden von bekehrten Christen schreiben? Der Grund ist, daß nicht alle, die bekennen, gerettet zu sein, auch echte Kinder Gottes sind. Deshalb läßt der Heilige Geist im NT oft auf die Darstellung wunderbarer geistlicher Wahrheiten die ernstesten Warnungen an alle folgen, die sich zu Jesus Christus bekennen".

Jörg  :)
« Letzte Änderung: 08 Dezember 2013, 16:19:50 von junkerjörg »

Offline Jose

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Re: Verführungen und Lügen
« Antwort #10 am: 08 Dezember 2013, 17:01:36 »
Ich verstehe schon wie du es meinst, allerdings verstehe ich die Konsequenz mancher Bibelstellen, z.B. die nachfolgende aus Römer 6, wohl anders als du. Auch ein Gotteskind kann wieder zum Sklaven der Sünde werden, wenn es nicht wacht, und dann kann es zum Abfall kommen – wenn alle Warnungen und Züchtigungen des Herrn nicht beachtet werden. Hier verstehe ich Tod auch als den geistlichen Tod.

Röm 6,15-16
15 Wie nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne! 16 Wisst ihr nicht: Wem ihr euch als Sklaven hingebt, um ihm zu gehorchen, dessen Sklaven seid ihr und müsst ihm gehorchen, es sei der Sünde zum Tode, oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit?

Wir benötigen alle die Ermahnung des Wortes Gottes und die Züchtigung des Heiligen Geistes. Wir sollten z.B. auch nicht anfangen darüber zu diskutieren, ob alle die, denen das Wort Gottes durchs Herz drang, nach der Predigt des Petrus zu Pfingsten, und sich haben taufen lassen, sich wirklich bekehrt hatten oder nicht.

Die Briefe des Apostels Paulus und auch der anderen Apostel sind an die Gemeinden geschrieben, umso wichtiger ist es, wie ernst und ermahnend die Worte des Apostels oftmals sind. Besonders im Galaterbrief ist sehr deutlich, wenn Paulus schreibt: So viel habt ihr umsonst erlitten? Wenn es wirklich umsonst ist! Gal 3,4, oder auch: "Ich fürchte um euch, dass ich am Ende vergeblich um euch gearbeitet habe" Gal 4,11. Diese Worte sollten wir, mit aller Konsequenz, wörtlich nehmen.

Gottes Segen,
José

junkerjörg

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Re: Verführungen und Lügen
« Antwort #11 am: 08 Dezember 2013, 17:24:18 »
Wir benötigen alle die Ermahnung des Wortes Gottes und die Züchtigung des Heiligen Geistes. Wir sollten z.B. auch nicht anfangen darüber zu diskutieren, ob alle die, denen das Wort Gottes durchs Herz drang, nach der Predigt des Petrus zu Pfingsten, und sich haben taufen lassen, sich wirklich bekehrt hatten oder nicht.

Da hast du ganz sicher recht. Aber diese Emahnungen sind nicht das Damoklesschwert der Errettung oder als Drohung vor dem Verlust des Heils für ein Kind Gottes zu verstehen. Das ist in meinen Augen, und anhand dessen was die Bibel aussagt, und ich hier teils wiedergegeben habe, nicht möglich und widerspricht der Gnade und der Souveränität Gottes in der Erlösung gemäß dem Evangelium. Wir können nicht in andere Gläubige hineinsehen - aber Gott kann es. Den "verlorenen Sohn" hätten viele heutige Christen vermutlich schon als einen "Abgefallenen" gesehen - Gott wusste es besser. Die Bibel unterscheidet zwischen Gerechten und Ungerechten, Kindern Gottes und Kindern des Teufels und solchen, die nur einen Schein der Frömmigkeit haben. Es gibt sicherlich Gefahren und so ein Abfall könnte wohl auch für Kinder Gottes passieren, wenn Gott nicht wäre. Das kann dir und mir heute oder morgen geschehen, daß wir abfallen - aber Gottes Gnade bringt uns an Ziel. Und genau das vertrete ich (mit der Bibel), nicht daß ein Kind Gottes über allem erhaben ist und ohne Probleme locker und flockig von der Erde in den Himmel umsteigt wenn es soweit ist. Es ist alles Gnade - unsere Errettung und unsere Bewahrung (1. Johannes 5,18) - wenn auch nicht ohne Verantwortung und Aufmerksamkeit unsererseits.

LG Jörg  :)

Offline Jose

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Re: Verführungen und Lügen
« Antwort #12 am: 08 Dezember 2013, 17:48:34 »
Zitat von: junkerjörg
Es gibt sicherlich Gefahren und so ein Abfall könnte wohl auch für Kinder Gottes passieren, wenn Gott nicht wäre. Das kann dir und mir heute oder morgen geschehen, daß wir abfallen - aber Gottes Gnade bringt uns an Ziel.

Gilt das auch hier: "Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder, und ihr wisst, dass kein Menschenmörder ewiges Leben bleibend in sich hat" 1.Joh 3,15.

Oder anders gefragt: Wie kann es sein, dass jemand ewiges Leben nicht bleibend in sich hat?

Gottes Segen,
José

Pilger

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Re: Verführungen und Lügen
« Antwort #13 am: 08 Dezember 2013, 18:26:56 »
Hallo Jose,
man macht es dann so wie die Bibel "Neues Leben" und läßt das Wörtchen "bleibend" weg obwohl es in allen Handschriften so steht.

Liebe Grüße
Pilger

junkerjörg

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Re: Verführungen und Lügen
« Antwort #14 am: 09 Dezember 2013, 13:39:07 »
Gläubige sind eine neue Schöpfung

Das achte Argument zugunsten der Sicherheit des ewigen Heils ist, dass der Gläubige eine neue Schöpfung ist (2.Kor. 5,17), und die Tatsache, dass er eine neue Schöpfung ist, belegt, dass er nun nicht plötzlich aufhören kann, ewig zu existieren; er ist eine neue Schöpfung, ein neues Geschöpf.

Die Rettung erfolgt aus Gnade

Der neunte Beleg für die ewige Sicherheit basiert auf Eph. 2,8-9: Die Rettung ist durch die Gnade aufgrund des Glaubens ... nicht aufgrund von Werken, damit niemand sich rühme. Ebenso, wie niemand seine Rettung durch Werke erlangen kann, sondern nur durch Gnade, so vermag und braucht auch niemand seine Rettung durch Werke zu bewahren.

Der Gehorsam Jesu Christi

Der zehnte Beleg ist im Gehorsam Jesu Christi. Gemäß Joh. 6,37-40 ist der Gläubige ein Geschenk Gottes des Vaters an den Sohn - für dessen Gehorsam. Wegen des Gehorsams Christi schenkt der Vater dem Sohn den Gläubigen. Und weil dieser ein Geschenk von Gott ist, wird Jesus ihn immer behalten.

Der Same des Evangeliums bleibt

Der elfte Beleg für die Sicherheit des ewigen Heils basiert auf 1.Joh. 3,9: ,Gottes Same bleibt". Der Same ist der Evangeliums-Same, der ewiges Leben erzeugt. Dieses ewige Leben bleibt dauernd im Gläubigen; es wird nicht zu irgendeinem Zeitpunkt unwirksam.

Die Rettung ist ein Geschenk

Der zwölfte Beleg für die ewige Sicherheit ist die Tatsache, dass die Rettung ein unverdientes Geschenk ist (Röm. 11,29). Ein Geschenk ist nicht wirklich geschenkt, wenn es zurückgefordert werden kann. Wenn Gott etwas schenkt, dann schenkt er es unverdient, aus Gnade; er wird es nicht vom Beschenkten zurückverlangen. Und die Rettung ist in der Tat ein Geschenk.

Die Rettung ist eine Geburt

Der dreizehnte Beleg für die Sicherheit des ewigen Heils ist, dass die Rettung auch eine Geburt ist, ein neues Geborenwerden (Joh. 1,12; 3,3; 1.Joh. 1,12). Die Tatsache, dass die Rettung eine Geburt ist, macht sie endgültig und unveränderlich. Ebenso wie die physische Geburt eines Kindes endgültig und unveränderlich ist - man kann das Kind nicht in den Mutterschoß zurücktun und es nochmals geboren werden lassen -, steht es bei den Gläubigen, die wiedergeboren sind. Sie sind von neuem geboren. Darin besteht die Rettung, und diese Wiedergeburt ist endgültig und unveränderlich.

Der Gläubige kann sich selbst nicht bewahren

Der vierzehnte Beleg für die Sicherheit des ewigen Heils ist, dass ein Gläubiger nicht fähig ist, seine Rettung zu bewahren, ebenso wenig wie er fähig war, sich selbst zu retten (Gal. 3,3). Ebenso wie Gott rettet, ist er auch derjenige, der bewahrt.

Gott hat den höchsten Preis bezahlt

Der fünfzehnte Beleg der ewigen Rettung ist, dass Gott den höchsten Preis bezahlt hat: das Blut seines Sohnes. Dieser Preis ist zu hoch, als dass er die Geretteten je aufgeben könnte.

Sünden werden bestraft ohne Verlust der Rettung

Der sechzehnte Beleg für die ewige Rettung ist die biblische Wahrheit, dass grobe Sünden bestraft wurden, aber nie unter Einbuße der Rettung. So beschreibt 1.Kor. 5,1-5 einen Fall, wo ein echter Gläubiger mit seiner Stiefmutter zusammenlebte und schlief. Paulus verurteilte das und belehrte die Gemeinde, dass sie Gemeindezucht üben und den Betreffenden "zur Vernichtung des Fleisches" dem Satan übergeben musste - es ging um die Vernichtung des Fleisches, nicht des Geistes, denn der Text sagt ausdrücklich, dass sein Geist gerettet wird. Ein zweites Beispiel ist der Abschnitt 1.Kor. 11,29-32, in dem es um Glieder der Korinther Gemeinde geht, welche das Mahl des Herrn missachtet hatten und von Gott auf verschiedene Art bestraft wurden: mit Schwachheit, Krankheit und sogar Tod. Niemals jedoch drohte er ihnen, sie könnten das Heil verlieren. So gab es also auch für schwere Sünden eine Strafe, nie jedoch den Entzug der Rettung.

Der Zweck der Warnungen und Mahnungen

Der siebzehnte Beleg für die ewige Sicherheit hat mit dem Zweck der Warnungen und Mahnungen zu tun. Wenn sie nicht den Zweck verfolgten, den Menschen Furcht vor dem Verlust des Heils einzuflößen, was war dann ihr Zweck? Diese biblischen Warnungen und Mahnungen beziehen sich nie auf die Gefahr, man könnte die Rettung einbüßen. Sie stehen vielmehr da, um zu beweisen, dass Gott am Wirken ist und möchte, dass die Menschen im Dranbleiben mitarbeiten; der Herr wird sie bewahren, aber es ist an ihnen, ein gottgefälliges Leben zu führen. Die Ermahnungen zum gottgefälligen Leben sind mit der Verheißung genügender Gnade verbunden. Wenn jemand sich auf Gott verlässt, wird Gott ihn durchbringen. Der Zweck dieser Warnungen und Ermahnungen war, als Ansporn zu größerem Glauben und mehr Gebet zu dienen. Die Warnungen und Ermahnungen zeigen eine Verpflichtung auf, nicht eine Fähigkeit. Sie sollen den Menschen in Schranken halten und aufzeigen, was er tun kann und was er nicht tun kann und darf. Sie sind nicht dazu da, einen zu warnen, dass man seine Rettung verliert, wenn man den Ermahnungen nicht folgt.

Quelle: Dr. Arnold Fruchtenbaum