Autor Thema: das Begehen jüdischer Feste  (Gelesen 1124 mal)

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Offline inchristus

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das Begehen jüdischer Feste
« am: 04 Juli 2013, 16:05:46 »
Liebe Geschwister,
es gibt Geschwister (keine messianischen Juden), die mit Freuden den Sabbat und die jüdischen Feste begehen, weil es sie danach verlangt und weil sie so nach eigener Aussage Gott näher sind.

Es ist ja nichts Verwerfliches daran, oder? Widersprechen sie damit Gottes Wort? Die Schrift fordert uns nicht auf, diese Feste zu feiern. Im Gegenteil (Kol2,16.17), in Christus haben wir alles, auch die Sabbatruhe. So habe ich es bisher jedenfalls verstanden.

Nun, wenn sie trotzdem mit Freuden sie feiern, richten sie damit das Gesetz wieder auf? Hätte es geistliche Auswirkungen bezogen auf das Heil?

Wie beurteilt ihr das anhand der Bibel?

Eine gesegnete Zeit euch allen! Astrid
Denn wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen von dem HERRN; wer mich aber verfehlt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod! Spr 8,35.36

Offline Roland

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Re: das Begehen jüdischer Feste
« Antwort #1 am: 05 Juli 2013, 00:30:29 »
Liebe Astrid,

Deine Frage halte ich für äußerst wichtig, denn gerade hier gibt es viele Irritationen unter Gläubigen.

Grundsätzlich sehe ich es so:

Dieser achtet einen Tag höher als den andern, jener hält alle Tage gleich; ein jeglicher sei seiner Meinung gewiss! Wer auf den Tag schaut, schaut darauf für den HERRN, und wer nicht auf den Tag schaut, schaut nicht darauf für den HERRN (Römer 14,5.6)

Wir haben also völlige Freiheit darin, welchen Tag bzw. ob wir überhaupt einen Tag als besonders heilig ansehen oder nicht. Das ist die eigentliche Kernaussage der Bibel zu diesem Thema. Und damit ist die Frage, ob wir Christen den Sabbat halten müssen, auch schon beantwortet.

Ich gehöre zu der Gruppe, die "alle Tage gleich" hält. Die Bibelstelle bestätigt aber auch die Geschwister, die einen bestimmten Tag höher als die anderen achten. Ich denke, dass wir hier auf unser Gewissen hören sollten. Welche Entscheidung wir für uns persönlich auch treffen, wichtig ist,  dass wir es für den HERRN tun.

Schwierig und unbiblisch wird es, wenn man die Heiligung eines bestimmten Tages (z. B. den Sabbat) für alle Christen als verbindlich vorschreiben möchte. Denn wer die Haltung des Sabbats zum Gesetz bzw. Gebot erklärt, fällt laut Paulus unter das Gesetz zurück und sucht wieder die Rechtfertigung aus dem Gesetz und riskiert dadurch sogar den Verlust der Gnade (Galater 4,9-11; 5,1-4; Kolosser 2,16ff).

Das Wort Gottes verdeutlicht, dass das Einhalten des Sabbats ein besonderes Zeichen zwischen GOTT und den Israeliten war:

Und Mose stieg hinauf zu GOTT. Und JaHWeH rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und den Israeliten verkündigen: Ihr habt gesehen, was ich mit den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. (2. Mose 19, 3-5).

Darum sollen die Israeliten den Sabbat halten, dass sie ihn auch bei ihren Nachkommen halten als ewigen Bund. Er ist ein ewiges Zeichen zwischen mir und den Israeliten. Denn in sechs Tagen machte JaHWeH Himmel und Erde, aber am siebenten Tage ruhte er und erquickte sich. (2.Mose 31, 16-17).

In 5. Mose 5 gibt Mose die 10 Gebote an die nächste Generation der Israeliten weiter. Hier gibt er den Israeliten, nachdem die Anordnung den Sabbat einzuhalten in Vers 12-14 gemacht wurde, den Grund für den Sabbat an:

Denn du sollst daran denken, dass auch du Knecht in Ägyptenland warst und der Herr, dein GOTT, dich von dort herausgeführt hat mit mächtiger Hand und ausgerecktem Arm. Darum hat dir der JaHWeH, dein GOTT, geboten, dass du den Sabbattag halten sollst. (5.Mose 15).

Einige Extremisten verdrehen die Heilige Schrift sogar so, dass der HERR JESUS nicht am ersten Tag, sondern angeblich am Sabbat auferstanden sei. Eine Auseinandersetzung mit einem judaistischen Sabbatisten (so bezeichnet er sich selbst) findest Du hier.

Wichtig ist m. E., dass wir uns wegen des Sabbats von niemandem ein schlechtes Gewissen einreden lassen:

So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats. Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; leibhaftig aber ist es in CHRISTUS. (Kolosser 2,16.17)

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Peter

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Re: das Begehen jüdischer Feste
« Antwort #2 am: 05 Juli 2013, 08:10:54 »
Ja, gute Frage und gute Antwort!
Mehr braucht man als Argumentation nicht, es ist schade, dass es knapp 2000 Jahre nach dem Beginn des Aufbaus des Leibes Christi immer noch Streit gibt in dieser im Grunde genommen doch einfachen Angelegenheit, die doch schon von den Brüdern im Konzil geklärt wurde. :'( .
Lieber Bruder Roland, eine technische Frage: Beim Anklicken von " findest Du hier. " und zur Weiterleitung auf deine Seite( hatte ich schon oft) hängte sich der Computer auf("Fehler auf der Website aufgetreten ...), blaues Bild.Weißt Du, woran diese liegt?
Liebe Grüße,
Peter

Offline inchristus

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Re: das Begehen jüdischer Feste
« Antwort #3 am: 05 Juli 2013, 10:45:22 »
Lieber Roland, lieber Peter,

ja, so lese ich es auch aus der Schrift heraus.

Diese Geschwister begründen die Feste schon mit dem Wort Gottes und damit, dass es SEIN Wille ist. Klingt für mich ganz nach judaistischer Lehre und dass sie das Gesetz wieder aufrichten wollen.

Aber ich bete weiter darüber, ob ich diese Geschwister besuchen sollte oder nicht. Ihr wißt ja, dass ich Anschluss suche.

Einen gesegneten Tag euch allen!

Astrid



Denn wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen von dem HERRN; wer mich aber verfehlt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod! Spr 8,35.36

Offline Peter

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Re: das Begehen jüdischer Feste
« Antwort #4 am: 05 Juli 2013, 12:27:48 »
Liebe Schwester Astrid,
ja, darüber beten, ich werde Gott ebenfalls bitten, dir in dieser Frage einen Weg zu zeigen.  :)
Habe ein wenig Geduld darin und merke gut auf, wenn Er Dir was dazu sagt! Hören.
Hatte selbst (stark und bewußt zwei dreimal dieses Gehorsamseinmüssen auf die Aufforderung Gottes hin, ob es mir angenehm war oder nicht! Anfangs sträubte ich mich, es war unangenehm, obwohl das Eifern für den Herrn mich dann doch mit Herzklopfen vorantrieb....

Liebe Grüße, Peter :-*