Autor Thema: Ökumenische Bewusstseinsbildung  (Gelesen 2575 mal)

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Offline Jose

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Ökumenische Bewusstseinsbildung
« am: 12 Januar 2013, 16:18:03 »
Als ich mich vor einigen Tagen mit dem Thema ACK beschäftigte, habe ich mich auch in die
"Leitlinien für die ökumenische Zusammenarbeit in den Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene"
etwas eingelesen.

Im Abschnitt »IV Formale Kriterien für die Aufnahme in die ACK«
ist mir besonders aufgefallen:

Zitat


IV Formale Kriterien für die Aufnahme in die ACK

b) Der Antrag auf Aufnahme in die ACK bedarf einer ausführlichen Begründung, die über die Motivation der betreffenden Kirche Auskunft gibt und ihr Verständnis von Ökumene sowie ihre entsprechende Praxis (Schrifttum, ökumenische Bewusstseinsbildung und ökumenische Erfahrung auch vor Ort usw.) erkennen lässt. Dafür bieten die Abschnitte I-III des vorliegenden Dokuments eine Orientierung.

Quelle: http://www.oekumene-ack.de/uploads/media/Leitlinien_ACKs_2012.pdf



Der Antrag bedarf einer ausführlichen Begründung,
hierbei geht es um die
    - Motivation der betreffenden Kirche
    - Ihr Verständnis von Ökumene
    - Ihre entsprechende Praxis
      - Schriftum
      - ökumenische Bewusstseinsbildung
      - ökumenische Erfahrung auch vor Ort

Als ich das las ist mir erneut bewusst geworden, dass es nicht erst ernst wird, wenn eine Gemeinde zur Ökumene gehört, sondern bereits davor, wenn die ökumenische Bewusstseinsbildung nicht rechtzeitig erkannt und gewehrt wird.

Herzliche Grüße
José

Offline Frank Büttner

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Re: Ökumenische Bewusstseinsbildung
« Antwort #1 am: 12 Januar 2013, 18:27:31 »
Hallo Jose,
sehe ich auch so. Die Ökumene trägt Luziferisches Gedankengut, keine Frage.
Welt - Welt - Welt und nochmals Welt, bis hin zum Weltenlehrer, dem Antichrist.
Dann kommt das Ende, oder für manche auch der Neuanfang.
alles Gute
Frank

Offline Jose

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Das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel (381)
« Antwort #2 am: 05 August 2013, 16:38:30 »
In den "Leitlinien für die ökumenische Zusammenarbeit in den Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene

steht unter
I Grundlage der Gemeinschaft

Zitat

2. Die Grundlage ihres gemeinsamen Glaubens und ihrer Zusammenarbeit ist das Wort Got-tes, wie es in Jesus Christus endgültig geoffenbart und in der Heiligen Schrift, Altes und Neues Testament, bezeugt ist. Ein wichtiger Ausdruck dieses Glaubens und der Suche nach Einheit ist das Ökumenische Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel (381).


Ich füge das Glaubensbekenntnis hier ein:

Zitat

Das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel

Wir glauben an den einen Gott,
den Vater,
den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat,
Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
und die eine, heilige, christliche und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.

Quelle: http://www.ekbo.de/bekenntnisse/969168/


Kann es sein, dass in dem Bekenntnis ökumenische Aussagen enthalten sind, die nicht biblisch sind. Oder könnte alles so akzeptiert werden?

Herzliche Grüße,
José
« Letzte Änderung: 05 August 2013, 17:18:00 von Jose »

Offline Jose

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Re: Ökumenische Bewusstseinsbildung
« Antwort #3 am: 06 August 2013, 17:27:50 »
Ohne das eigentliche Thema in diesem Thread verlassen zu wollen: Ökumenische Bewusstseinsbildung, fand ich folgende Aussage über Jesus Christus in "Das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel (381)", sehr wichtig.

Zitat

Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.


Jesus ist wahrer Gott.
Er wurde gezeugt, nicht geschaffen.

1.Joh 5,20
20 Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.

Hebr 1,4-6
4 Und er ist um so viel erhabener geworden als die Engel, als der Name, den er geerbt hat, ihn auszeichnet vor ihnen. 5 Denn zu welchem von den Engeln hat er jemals gesagt: »Du bist mein Sohn; heute habe ich dich gezeugt«? 6 Und wenn er den Erstgeborenen wiederum in die Welt einführt, spricht er: »Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten!«

Wo stehen wir aber eigentlich HEUTE, so viele Jahrhunderte später: Sind wir mit unserer Erkenntnis weiter? Und was sind die Früchte unseres Glaubens? Mögen wir uns nicht in den "Fängen" der Ökumene befinden, in der verschiedene Glaubensbekenntnisse nebeneinander akzeptiert werden.

Sind wir in dem Wahrhaftigen? Der Herr bewahre uns, - und wo nötig -, befreie uns von der unbiblischen ökumenischen Gesinnung.

Herzliche Grüße,
José

Offline inchristus

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Re: Ökumenische Bewusstseinsbildung
« Antwort #4 am: 06 August 2013, 18:38:49 »
Lieber José,
darf ich fragen, wie du selber zu diesem Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel stehst?

Was akzeptierst du und was lehnst du ab?

Herzliche Grüße
Astrid
Denn wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen von dem HERRN; wer mich aber verfehlt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod! Spr 8,35.36

Offline Peter

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Re: Ökumenische Bewusstseinsbildung
« Antwort #5 am: 06 August 2013, 20:20:29 »
Ich weiß zwar, dass manche den Heiligen Geist anbeten, aber konnte es bisher nirgendwo in der Bibel finden.......  :o

Ich denke, dass die, die den HG anbeten, irgendetwas übersehen haben in der "Dienstaufteilung" Gottes.

Von Gott gesandt, aus dem Vater und dem Sohn, als Beistand direkt gesandt, wer gegen ihn lästert, ist des ewigen Todes, aber eben vom Vater und dem Sohn gesandt!
das "Dienstverhältnis", von Gott selber bestimmt, lässt wohl ein direktes Anbeten nicht zu....

Ich machs eben nicht bisher. :)

Liebe Grüße,
Peter

Offline Jose

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Re: Das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel (381)
« Antwort #6 am: 07 August 2013, 16:24:16 »
Liebe Astrid,

ich sehe den dritten Teil besonders kritisch, weil der Heilige Geist nicht Herr ist und nicht angebet wird, mit dem Vater und dem Sohn. Zumindest lese ich es in der Bibel nicht. Peter hatte sich auch so ähnlich geäußert.

Auch dient die Taufe in sich nicht zur Vergebung der Sünden, darüber herrscht bis heute manche falsche Lehren.

Was ich gut finde, ist die Betonung, dass Jesus nicht "geschaffen" sondern "gezeugt" wurde. Vermutlich wurde es auch deswegen so hervorgehoben, wegen des Arianismus.

Das wurde mir bewusst, als ich folgendes las:
Zitat

Das Nizäische Glaubensbekenntnis (lat. Symbolum Nicaenum) wurde 325 n. Chr. auf dem 1. Konzil von Nizäa bzw. Nicaea (gr. Nikaia) - einer antiken Stadt in Nord-West-Anatolien (Türkei), dem heutigen Iznik - in Abgrenzung gegen den Arianismus beschlossen.

Nach dem Arianismus, einer frühen christlichen Lehre, benannt nach dem alexandrinischen Priesters Arius, ist Christus nicht gottgleich, aber dessen vornehmstes Geschöpf.  Damit widersprach diese Lehre der Vorstellung von der Dreieinigkeit Gottes.

Das Nizäischen Glaubensbekenntnis wurde später durch eine erweiterte Fassung, beschlossen 381 in Konstantinopel, abgelöst, das Nizäisch-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis (lat. Symbolum Nicaeno-Constantinopolitanum)

Obwohl das Apostolische Glaubensbekenntnis das bekannteste und gebräuchlichste Glaubensbekenntnis in Deutschland ist, wird es doch nur in der westlichen Kirche gesprochen. Weltweit bekennen sich zwar die evangelischen Kirchen, die anglikanische Kirchen, die altkatholische und römisch-katholische Kirche zu diesem Glaubensbekenntnis - die Ostkirchen jedoch kennen es nicht. Das Glaubensbekenntnis, das sowohl in der West- wie auch in der Ostkirche gesprochen wird, und damit im weitesten Sinne ökumenisch ist, ist das Nizäische Glaubensbekenntnis.

Quelle: http://www.kirche-im-web.de/index.php/glaubensbekenntnis-von-nizaea


Herzliche Grüße,
José

Offline Jose

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Was bedeutet es, daß Jesus "gezeugt" wurde?
« Antwort #7 am: 09 August 2013, 20:08:12 »
Einen interessanten Artikel zu der Frage: Wurde Jesus "gezeugt" oder "geschaffen", habe ich auf folgende Internetseite gefunden: www.molthagen.de. Es ist vielleicht hilfreich, um das Thema hier noch etwas zu vertiefen.

Zitat

Das in der hebräischen Bibel gebrauchte Wort jalad wird sowohl für den biologischen Akt der Zeugung und des Gebärens als auch in übertragenem Sinn verwendet, ebenso das entsprechende griechische Wort gennao, das sowohl im NT als auch in der griechischen Ausgabe des AT, der Septuaginta, verwendet wird.

Gemeint ist mit dem obigen Satz, daß Jesus nicht geschaffen wurde. Er ist nicht Geschöpf, weder Mensch noch Engel noch sonst irgend ein Teil der Schöpfung. Jesus ist von Ewigkeit her, er wurde nicht geschaffen, vielmehr ist er der Ausgangspunkt aller Schöpfung ("der Ersterschaffende"). Statt dessen nahm er von dem Moment des Gezeugtwerdens an Anteil am menschlichen Leben (vgl. {bib=Johannes 1,1ff}; {bib=Philipper 2,5-11}). Er wurde wie ein Same in die Welt hineingelegt. Er trat also am frühest möglichen Punkt in das Dasein als Mensch hinein, dem Punkt der Zeugung, doch ohne einen biologischen Akt.

Damit erfüllte sich eine ganz alte biblische Prophezeiung. In {bib=1. Mose 3,15}, nach dem Sündenfall, spricht Gott zur Schlange: "Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen". Jesus ist der verheißene "Same" der Frau. Jesus wurde "gezeugt", in Erfüllung der Prophetie aus 1. Mose 3,15 als "Same" in die Welt hineingelegt.

Noch eine andere Prophetie ging mit Jesu Zeugung in Erfüllung. In {bib=Psalm 2,7} heißt es: "Laßt mich die Anordnung des Herrn bekanntgeben! Er hat zu mir gesprochen: 'Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt'". In der Bibel wird diese Prophetie dreimal ausdrücklich auf Jesus bezogen ({bib=Apostelgeschichte 13,33}; {bib=Hebräer 1,5}; {bib=Hebräer 5,5}).

Der Begriff "gezeugt" will vor allem aussagen: Jesus ist nicht ein Geistwesen, sondern wahrer Mensch. Er richtete sich bei den frühen Christen gegen die Gnostiker, die glaubten, Jesus sei nur ein Geistwesen. Die frühen Christen griffen die biblischen Worte von der Zeugung auf, um deutlich zu machen: Jesus ist nicht nur ein Geistwesen, sondern ein wahrer Mensch.

Er besagt aber nicht, daß Jesus nicht auch wahrer Gott ist, und er besagt auch nicht, daß Jesus geschaffen wurde. Diese beiden Aussagen lassen sich in den Begriff "gezeugt" nicht hineinlegen, dafür gibt der semantische Befund ebenso wenig Raum wie der theologische Befund; denn an keiner Stelle wird zusammen mit dem Begriff "gezeugt" ausgesagt, dieser gezeugte Mensch sei nur ein Mensch und ein Geschöpf.

Jesus wurde gezeugt, und dies meint ein Geschehen, bei dem das größte Wesen überhaupt aufgrund eigener Entscheidung - getrieben von Gnade und Liebe - in das Kleinste hineinkam, was man sich nur vorstellen kann, einen "Samen".

Warum nun hat Gott beschlossen, das Größte in das Kleinste hineinzulegen? Es zeigt deutlich, daß bei Gott nichts unmöglich ist. Und das gerade das, was uns unmöglich erscheint, eben nicht unmöglich ist.

Jesu Kommen in diese Welt ist ein wenig so, als würde ein Kamel durch ein Nadelöhr gehen. Das ist bei Menschen unmöglich, bei Gott aber sind alle Dinge möglich (vgl. {bib=Matthäus 19,24}).

Diese Welt brauchte Gott. Es ist eine Welt, die wie am Ertrinken ist. Gott hat dieser Welt nicht nur ein Buch zugeworfen, in dem wir lernen könnten, wie man schwimmt - er selbst ist gesprungen, um uns zu erretten.

Das Meer, in dem wir zu ertrinken drohen, ist die Flut unserer Schuld. Sie trennt uns von Gott, der heilig ist, so daß der Sünder vor ihm nicht bestehen kann, sondern sterben muß ({bib=Römer 6,23}). Weil Gott uns aber liebt, hat er seinen Sohn für uns gegeben, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe ({bib=Johannes 3,16}).

Wir können wiedergeboren werden ({bib=Johannes 3,3-15}). Gott will in unser Leben den Samen neuen Lebens legen, einen Samen der Gerechtigkeit aus Glauben. Das bedeutet, wir müssen vor Gott unsere Sünden bekennen und uns Gott anvertrauen. Dann wird neues Leben in uns gezeugt, Leben aus Gott und zu Gott hin.

Quelle: Was bedeutet es, daß Jesus "gezeugt" wurde?


Herzliche Grüße,
José

Offline Jose

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Re: Ökumenische Bewusstseinsbildung
« Antwort #8 am: 10 August 2013, 09:57:41 »
Liebe Geschwister im Herrn Jesus.

Zu dem Thema: "Ökumenische Bewusstseinsbildung", wurde mir in der Zwischenzeit wichtig, so meine ich es verstanden zu haben, dass in den früheren Jahrhunderten die Kirche wohl mehr um das rechte Verständnis sich bemüht hat und sich eher abgegrenzt hat von anderen. Selbst beim Thema:  Christologische Streitigkeiten - Die Logik der theologischen Streitigkeiten der ersten Jahrhunderte, meine ich es auch so erkannt zu haben, obwohl bei den Konzilen sich leider auch falsche Lehren eingeschlichen haben.

Im ökumenischen Dialog unserer Zeit ist es eher aber wohl so, dass weniger um das rechte Verständnis der biblischen Lehre gerungen wird, sondern mehr darum, trotz eindeutig unterschiedliche Lehre, sich nicht auszugrenzen sondern dennoch einander anzunehmen und Gemeinschaft zu haben. Das ist nicht biblisch, sondern das ist Verführung.

Mit herzlichen Grüßen,
José