Autor Thema: Das Brüdertum  (Gelesen 14832 mal)

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Offline Jose

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Re: Das Brüdertum
« Antwort #30 am: 17 Februar 2013, 14:04:12 »
Zu dem Thema: „Können Gläubige wieder abfallen?“, hat ein „Bruder“ in seinem Forum geschrieben:
»An dieser Frage erkennt man, wer Gott kennt und wer nicht«.

Dann wurde sogar geschrieben:
»Wer Abfall von Wiedergeborenen verkündet, hat Gott nicht erkannt, nimmt Bibelstellen aus dem Zusammenhang und legt Falsches hinein.
Ich möchte mit ihnen keine Christliche Gemeinschaft haben.«

An diesem Verständnis Festmachen zu wollen, ob man Gott erkannt hat oder nicht, ist nicht genug und auch nicht biblisch.

Das ganze Wort Gottes muss unser Maßstab sein, z.B.:
"Du aber rede, was der gesunden Lehre ziemt: dass die alten Männer nüchtern seien, ehrbar, besonnen, gesund im Glauben, in der Liebe, im Ausharren; ebenso die alten Frauen in ihrer Haltung dem Heiligen angemessen, nicht verleumderisch, nicht Sklavinnen von vielem Wein, Lehrerinnen des Guten; damit sie die jungen Frauen unterweisen, ihre Männer zu lieben, ihre Kinder zu lieben, besonnen, keusch, mit häuslichen Arbeiten beschäftigt, gütig zu sein, den eigenen Männern sich unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert werde!" Tit 2,1-5.

Dann lesen wir auch: "Ebenso ermahne die jungen Männer, besonnen zu sein, indem du in allem dich selbst als ein Vorbild guter Werke darstellst! In der Lehre beweise Unverdorbenheit, würdigen Ernst, gesunde, unanfechtbare Rede, damit der von der Gegenpartei beschämt wird, weil er nichts Schlechtes über uns zu sagen hat!" Tit 2,6-8.

Selbst den Gläubigen, die als „Sklaven“ zu arbeiten hatten, wurde gesagt: "Die Sklaven ermahne, ihren eigenen Herren sich in allem unterzuordnen, sich wohlgefällig zu machen, nicht zu widersprechen, nichts zu unterschlagen, sondern alle gute Treue zu erweisen, damit sie die Lehre unseres Retter-Gottes in allem zieren!" Tit 2,9-10.

Und warum all das?
"Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen, und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf, indem wir die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Jesus Christus erwarten" Tit 2,11-13.

Der Herr vermag uns zu bewahren, aber wie kann ER uns vor uns selber bewahren, wenn wir uns nicht bewahren und zurecht bringen lassen wollen?


Gottes Segen,
José

Pilger

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Re: Das Brüdertum
« Antwort #31 am: 17 Februar 2013, 16:13:55 »
Lieber Jose,
eine Bibelstelle wird vom "Brüdertum" nie angeführt und auf Anfrage ignoriert: 1.Joh.3, 15
Wer seinen Bruder hasst ist ein Mörder und kein Mörder hat ewiges Leben bleibend in sich.

Die neue Ausgabe "Die Bibel" für 1,99 Euro (Genfer Bibelgesellschaft) hat an dieser Bibelstelle das Wörtlein "bleibend" ausgelassen, dort heisst es:
er hat Leben Gottes nicht in sich.

Aber es ist ja ein großer Unterschied ob jemand ewiges Leben hatte und es nicht bleibend in ihm ist;
oder ob jemand kein ewiges Leben in sich hatte.

Das ist ein typisches Beispiel für eine erkenntnismäßige Übersetzung und das kann man nicht machen.

In keiner Handschrift fehlt das Wörtlein "bleibend" deswegen muss man von einer Fälschung reden.

Liebe Grüße
Manfred

Pilger

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Re: Das Brüdertum
« Antwort #32 am: 17 Februar 2013, 16:20:07 »
Lieber Michael,
es gibt ja auch in Deutschland christliche Schulen und Kindergärten und man muss diese unterstützen indem man seine Kinder dorthin schickt.

Nun wieder zu diskuttieren ob und wieweit die Schulen und Kindergärten "gläubig" sind ist müßig und wird wahrscheinlich beim ersten Gespräch deutlich.

Wir sind nicht von der Welt - leben aber in der Welt.

Liebe Grüße
Manfred

Michael Sack

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Re: Das Brüdertum
« Antwort #33 am: 17 Februar 2013, 20:13:43 »
Lieber Bruder Manfred, deine Antwort ist sehr unbefriedigend. Es handelt sich bei den vielen "christlichen" Schulen in Deutschland um ökumenische Schulen, um eine Art des "Ökumenismus", oder wie soll man das besser nennen? Da ein wenig Sauerteig aber den ganzen Teig durchsäuert, haben wir, also die gehorsamseinwollenden Gläubigen, ein enormes Problem mit der Lebensführung unter den ökumenisierten, verweltlichten Gläubigen. Es gilt ja GOTTES WORT: ´Feget den Sauerteig aus`!! und: ´Tut die Bösen von euch selbst hinaus`. Viele Gläubige wollen aber nicht einsehen, daß sie böse sind und Verkehrtes tun mit ihrer Gleichgültigkeit und dem Ungehorsam. Das Leben wird aber in Verbindung mit ihnen unerträglich! Unter viel ungehorsamen Christen geht man regelrecht zu Grunde, ich weiß, wovon ich rede. Ich übe seit über 30 Jahren Geduld. Und ich weiß, auch ER mit mir! Deswegen dürfen wir aber nicht den Ungehorsam letztlich dulden, denn so leitet uns WORT und GEIST nicht.

Diese Themata: Ökumene, Verweltlichung u.a. muß man also berücksichtigen, denn mit einem Leck im Boot, sogar mit vielen und auch noch Rissen, kann man keine Reise machen - schon gar nicht stromauf und durch "Trouble Water". Ökumenische christliche Schulen sind deshalb abzulehnen! Das gibt nicht nur Schiffsbruch auch der Boote; wegen der Ökumene, ökumenischer Gesinnung, ist sogar das Haupt-Schiff, die Gemeinde, schon untergegangen, es schwimmen nur noch die Überlebenden und Trümmerteile herum, und viele Leichen, aber bei den Schwimmenden ist der HERR, der über allen Wassern HERR ist. Lies einmal bitte das Buch von Paul Taine: ´Ist das Christentum bankrott?`

Besser ist dann sogar noch, man sucht eine kleine, weltliche Schule auf dem Land, mit einem oder zwei gläubigen Lehrern und nimmt den Kampf auf mit den teuflischen Dingen in den öffentlichen Schulen. (Aber nicht mit Kindern unter 10 - 12 Jahre, wenn´s möglich ist) Oder man mischt sich unter die Zigeuner, das sind auch ganz wunderbare Menschen, ausgenommen die Sünde. Oder man macht einen Wanderzirkus auf, mit Ponys und Pferdchen, mit Bärchen und jonglieren. Na ja, wenn einer das nicht so mag, dann wird er eben reisender Korbflechter oder Archäologe mit Familienbegleitung. In Israel werden immer Archäologen gesucht. Die Kinder machen gerne mit; oh, wenn die was finden, das ist wunderbar, mit 16 sind sie Spezialisten in Archäologie und Hebräischkönner. Wer hat noch Ideen?! GOTT hat gewiss viele Wege und viel Verständnis, daß seine ´Kleinen` : ´Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast DU eine Macht zugerichtet` - nicht dem Bösen übergeben werden. GOTT bringt auch sehr ungerne Menschen zur Strecke, damit sie aufhören, daß Böse zu tun, er will sie ja viel lieber retten. Man kann nur noch zittern, wo man solche Dinge ´mitbekommt`.
Auf jeden Fall, mit gehorsamen Eltern wissen die Kinder klar, worum es geht. Aber das geistliche Durcheinander unter den ökumenisierten Gläubigen ist schlimmer als in einem Slum zu wohnen. 

Wo ist die Schriftstelle, wer weiß es, daß die Braut, die Erlösten einmal auch auslachen werden, die, die die Sünden nicht ablegen und ernstnehmen wollten, sich nicht absondern wollten oder den Mammon und Verstand nicht einsetzen wollten?! Ja, der Schmerz und die Verzweiflung über verlorene Geschwister ist enorm - bedenke, selbst GOTT wird spotten. Spr. 1, ab Vers 24. Kenny hat hier in seinem fünftletzten Beitrag (sinngemäß) geschrieben: Ja, ans Werk gehen, und das hinter die Ohren schreiben! Zitat Ende; das war ganz prima. Es gibt gewiss noch viel mehr zu sagen.

Dennoch, mit freundlichen, brüderlichen Grüßen  Michael Sack
« Letzte Änderung: 18 Februar 2013, 06:03:20 von Michael Sack »

Pilger

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Re: Das Brüdertum
« Antwort #34 am: 18 Februar 2013, 12:52:58 »
Lieber Michael,
ich kenne christliche Schulen und Kindergärten mit klarer biblischer Ausrichtung.
Ein Sohn von mir ist an einer Schule angestellt und bezeugt das immer wieder.

Ansonsten wird es sicher andere "christliche" Schulen geben, die unter dein Statement fallen.

Liebe Grüße
Manfred

Offline schneid9

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Re: Das Brüdertum
« Antwort #35 am: 19 Juli 2013, 19:54:16 »
Die ganzen Angriffe gegen Scofield haben in diesem Thread nichts zu suchen. Scofield war zwar ein wichtiger Wegbereiter des Dispensationalismus, aber er hat nie der Brüderbewegung angehört.
Michael Schneider

Offline Roland

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Re: Das Brüdertum
« Antwort #36 am: 19 Juli 2013, 20:38:18 »
Hallo Michael,

herzlich willkommen hier im Forum. Ich hoffe auf einen geistlichen und konstruktiven Austausch.

Darbys dispensationalistisch ausgerichtete Hermeneutik ging in die Fußnoten der Scofield-Bibel (1909) ein, die in bestimmten Kreisen eine Standardbibel war, und wurde dadurch wirkungsvoll verbreitet.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass auch Scofield in diesem Thread berücksichtigt wird.

Shalom
Roland
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Offline schneid9

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Re: Das Brüdertum
« Antwort #37 am: 19 Juli 2013, 20:49:14 »
Hallo Roland,

Zitat von: Roland
Ich hoffe auf einen geistlichen und konstruktiven Austausch.

Das hoffe ich auch. Ich möchte auch nicht den Eindruck der Streit- oder Angriffslust erwecken, aber mir liegt daran, ein paar Irrtümer und Missverständnisse aufzuklären.

Zitat von: Roland
Scofield bzw. die sog. "Scofield-Studienbibel" war ein wichtiger Wegbereiter der Dispensationalismus-Irrlehre in Deutschland. Der Dispensationalismus ist ein markantes Kennzeichen des (exklusiven) Brüdertums.

Da muss man schon noch genauer differenzieren. Die erste deutschsprachige Ausgabe der Scofield-Bibel erschien 1972 in der Schweiz (mit dem Text der Lutherbibel); in Deutschland wurde die Scofield-Bibel erst ab 1992 durch die Ausgabe des R. Brockhaus Verlags (mit dem Text der Revidierten Elberfelder Bibel) bekannt. Ich glaube kaum, dass der Dispensationalismus in Deutschland erst in den letzten 21 Jahren Verbreitung gefunden hat, er scheint ja im Gegenteil eher auf dem Rückzug zu sein. Im englischsprachigen Raum hat die Scofield-Bibel (1. Auflage 1909!) sicher einiges zur Verbreitung des Dispensationalismus beigetragen, aber im deutschsprachigen Raum darf man ihre Bedeutung nicht überschätzen.

Völlig bedeutungslos war die Scofield-Bibel – wie überhaupt der Scofield'sche Dispensationalismus – jedenfalls im deutschsprachigen exklusiven Brüdertum, das in der Regel ja ohnehin nur Literatur aus den eigenen Reihen liest. Scofields sieben Dispensationen z.B. sind mir in den ca. 30 Jahren, die ich dem exklusiven Brüdertum angehörte, nie begegnet. Es wurde zwar viel von "Haushaltungen" gesprochen, aber es gab nie einen systematischen Überblick darüber, wie viele es davon gibt und wie sie heißen; wichtig war eigentlich nur der Unterschied zwischen der Haushaltung des Gesetzes und der Haushaltung der Gnade. In diesem Punkt zeigte sich noch deutlich der prägende Einfluss Darbys, in dessen Schriften es ja ebenfalls kein starres System von Dispensationen und teilweise sogar widersprüchliche Aussagen gibt (z.B. ob die gegenwärtige Zeit der Gnade überhaupt eine "dispensation" ist). Dass Darby bereits die sieben Dispensationen Scofields gelehrt habe, ist ein weitverbreiteter Irrtum; auf jeden Fall muss die Behauptung, ausgerechnet die exklusiven Brüder hätten Scofield in Deutschland eingeführt, als völlig unbegründet zurückgewiesen werden.

Zitat von: Roland
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass auch Scofield in diesem Thread berücksichtigt wird.

Bisher wurde hier aber vor allem sein Privatleben angeprangert. Das hat mit der Brüderbewegung nun wirklich gar nichts zu tun.
Michael Schneider

Ruth

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Re: Das Brüdertum
« Antwort #38 am: 19 Juli 2013, 21:59:13 »
Hallo Michael, über Deine HP bin ich zu Deinem Forum gelangt, und habe dort links oben das Bild von Darby (?) entdeckt. Meine ganz schlichte Frage: Wozu soll das gut sein? Kein Mensch kann ein Gotteskind etwas lehren, was es nicht allein aus der Schrift gelehrt bekommt. Warum steht nicht der Name Jesus über eurem Forum? Allein der Kopf eines Menschen über einem Forum würde mich abschrecken, mich dort anzumelden, denn nach außen hin schaut es für mich so aus, als stünde dieser Kopf - und das, was diesen Kopf ausmachte - über dem Forum. Bin gespannt auf Deine Antwort. Geht es Dir darum, Deine Lehre - bzw. die des Mannes, der über Deinem Forum abgebildet ist - zu vertreten, oder geht es Dir um das, was uns allein Gottes Wort sagt? Und: Wenn Brüder sich bewegen, wo bleiben dann die Schwestern?  :P

Freundliche Grüße.

Offline schneid9

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Re: Das Brüdertum
« Antwort #39 am: 19 Juli 2013, 22:40:16 »
Hallo Ruth,

das ist ganz einfach zu beantworten: forum.bruederbewegung.de ist kein allgemeines christliches Diskussionsforum, in dem man sich über die Bibel austauscht (dafür gibt es genügend andere Foren jeglicher Couleur), sondern ein Forum speziell zur Geschichte und Theologie der Brüderbewegung. Deren originellster und einflussreichster Theologe war nun mal Darby, deshalb auch sein Bild. Das bedeutet nicht, dass im Forum keine Kritik an Darby zugelassen würde – es wurden schon viele sehr kritische Beiträge über ihn und die Bewegung insgesamt gepostet, darunter auch "Aussteigerberichte" (die Roland teilweise hier zitiert hat).

Zitat
Wenn Brüder sich bewegen, wo bleiben dann die Schwestern?

"Brüderbewegung" ist nun mal die eingeführte Bezeichnung (wegen Matthäus 23,8). Wenn du einen besseren Namen durchsetzen kannst – bitte! ;)
Michael Schneider

Offline Roland

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Re: Das Brüdertum
« Antwort #40 am: 19 Juli 2013, 23:06:05 »
Hallo Michael,

dann lass' uns noch genauer differenzieren:

Zum ersten Mal erschien die Scofield-Bibel im Jahr 1909 mit dem Text der Authorized-King-James-Bibel von 1611. Die Scofield-Bibel hat zunächst in der englischsprachigen Welt eine sehr große Verbreitung erlangt. Schon 1917 erschien eine leicht revidierte Ausgabe und 1967 eine überarbeitete Fassung, auf der auch die deutsche Ausgabe beruht. Die autorisierte deutsche Fassung wurde von Dr. Gertrud Wasserzug-Traeder erarbeitet und erschien zuerst 1972 mit dem Text der Lutherbibel von 1914. 1992 erschien sie auch in einigen Auflagen mit dem Text der Elberfelder Bibel.

Bereits die erste deutschsprachige Ausgabe der Scofield-Bibel (1972) gab dem Dispensationalismus die nötige Schubkraft, um evangelikale Verlage mit dem Dispensationalismus zu durchdringen. Ich kann mich auch daran erinnern, dass in den frühen 80er Jahren viele Christen, sich dieses Werk in Deutschland besorgten. Etwas später habe ich mir aufgrund der vielen Empfehlungen leider auch diese Bibel zugelegt. Allerdings habe ich mich zwischenzeitlich von dieser Bibel wieder getrennt. Bereits die Ausgabe, die in der Schweiz erschien, hatte große Auswirkungen auf den deutschen Evangelikalismus.

Zitat
Völlig bedeutungslos war die Scofield-Bibel – wie überhaupt der Scofield'sche Dispensationalismus – jedenfalls im deutschsprachigen exklusiven Brüdertum, das in der Regel ja ohnehin nur Literatur aus den eigenen Reihen liest.
Mir geht es darum, dass durch die Scofield-Bibel die Dispensatonalismus-Irrlehre des Brüdertums im deutschen Evangelikalismus hoffähig gemacht wurde. In den exklusiven Versammlungen, die ich kenne, ist die Scofiel-Bibel weit verbreitet (allerdings nicht so stark wie die Unrev. Elberfelder). Aber das ist sicher nicht repräsentativ.....

Zitat
er scheint ja im Gegenteil eher auf dem Rückzug zu sein.
Hier habe ich eine völlig andere Wahrnehmung, denn von einem Rückzug des Dispensationalimus kann ich leider nicht viel erkennen.

Zitat
Dass Darby bereits die sieben Dispensationen Scofields gelehrt habe, ist ein weitverbreiteter Irrtum
Das hat meines Wissens auch niemand in diesem Thread behauptet.

Zitat
Bisher wurde hier aber vor allem sein Privatleben angeprangert. Das hat mit der Brüderbewegung nun wirklich gar nichts zu tun.
Mit der Brüderbewegung hat Scofields Privatleben nichts zu tun. Dennoch ist er eine markante Persönlichkeit, die eine der wichtigsten Irrlehren des Brüdertums durch seine Bibel im deutschsprachigen Raum verbreitet hat. Daher sehe ich die Notwendigkeit nicht nur bei seiner Lehre zu verharren, sondern auch die Person Scofields zu betrachten (und dazu gehört auch, wie er sich in seinem Privatleben verhalten hat).

Aber selbstverständlich können wir wieder gerne zum Brüdertum zurückkehren.

Shalom
Roland

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Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline schneid9

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Re: Das Brüdertum
« Antwort #41 am: 19 Juli 2013, 23:40:56 »
Zitat von: Roland
Bereits die erste deutschsprachige Ausgabe der Scofield-Bibel (1972) gab dem Dispensationalismus die nötige Schubkraft, um evangelikale Verlage mit dem Dispensationalismus zu durchdringen. Ich kann mich auch daran erinnern, dass in den frühen 80er Jahren viele Christen, sich dieses Werk in Deutschland besorgten.

Ich bin zu jung, um das aus eigener Erfahrung beurteilen zu können, aber ich würde vermuten, dass der Einfluss des "Bibel-Panoramas" und anderer Veröffentlichungen der Christlichen Verlagsgesellschaft Dillenburg und des Verlags Hermann Schulte Wetzlar größer war.

Zitat von: Roland
Mir geht es darum, dass durch die Scofield-Bibel die Dispensatonalismus-Irrlehre des Brüdertums im deutschen Evangelikalismus hoffähig gemacht wurde.

Hier gilt es wieder zu differenzieren: Dispensationalismus ja, aber eben in der besonderen Spielart Scofields, die von den ursprünglichen Ideen Darbys, wie sie unter den exklusiven Brüdern fortleben (und aktuell auch in dem Buch "Der vergessene Reichtum" von S. Isenberg & D. Schürmann vertreten werden), in vielen Punkten abweicht.

Zitat von: Roland
In den exklusiven Versammlungen, die ich kenne, ist die Scofiel-Bibel weit verbreitet (allerdings nicht so stark wie die Unrev. Elberfelder). Aber das ist sicher nicht repräsentativ.....

Zumindest die 1992er Brockhaus-Ausgabe erlangte unter jungen "Brüdern" durchaus einige Verbreitung, aber offiziell anerkannt war sie nie, zumal sie ja den "falschen" Bibeltext hatte, den man in der Versammlung nicht vorlesen konnte.

Zitat von: Roland
Hier habe ich eine völlig andere Wahrnehmung, denn von einem Rückzug des Dispensationalimus kann ich leider nicht viel erkennen.

Bei den exklusiven Brüdern sicher nicht, aber der neo-calvinistische Trend hat den Dispensationalismus schon etliche Anhänger gekostet, und in den Kreisen von Wiedenest ist es heute auch absolut uncool, sich zum Dispensationalismus zu bekennen.

Zitat von: Roland
Das hat meines Wissens auch niemand in diesem Thread behauptet.

Umso besser. Ich wollte es nur klargestellt haben.

Zitat von: Roland
Daher sehe ich die Notwendigkeit nicht nur bei seiner Lehre zu verharren, sondern auch die Person Scofields zu betrachten (und dazu gehört auch, wie er sich in seinem Privatleben verhalten hat). Aber selbstverständlich können wir wieder gerne zum Brüdertum zurückkehren.

Von mir aus kann woanders auch gerne Scofields Privatleben diskutiert werden, aber dieser Thread ist nun mal überschrieben "Das Brüdertum", und wenn da lang und breit das Privatleben eines Mannes erörtert wird, der dem Brüdertum noch nicht einmal angehörte, ist das kaum repräsentativ für das Thema.
« Letzte Änderung: 22 Juli 2013, 16:18:56 von schneid9 »
Michael Schneider

Ruth

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Re: Das Brüdertum
« Antwort #42 am: 20 Juli 2013, 07:22:55 »
Hallo Michael,

Du schreibst: "Brüderbewegung" ist nun mal die eingeführte Bezeichnung (wegen Matthäus 23,8).

In Matthäus 23,8 steht: "Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn einer ist euer Meister, der Christus; ihr aber seid alle Brüder."

Dein Forum beruft sich aber auf Darby´s Lehren, die Du als "Theologie der Brüderbewegung" bezeichnest. Betreibt die Brüderbewegung Personenkult? Muß man in der Brüderbewegung die Lehren Darbys neben Gottes Wort akzeptieren, um dort in dem erlauchten Kreis Einlaß zu finden?  Die Brüderbewegung, so wie Du sie auf Deiner Seite präsentierst, tut ja das genaue Gegenteil von dem, was in Matthäus 23, 8 steht, und hat sich einen "Meister" erkoren. Das haben die Adventisten mir ihrer falschen Prophetin auch getan.

Deine Seite verlinkt zudem auf diverse Texte von Max S. Weremchuk, der Aussagen in seinem Buch tätigt, die mich doch sehr befremden.
 
http://home.bingo-ev.de/ps2866/Einzelthemen/Irrlehren/5Irrlehren.htm

Es würde mich interessieren, inwiefern die Brüderbewegung die Aussagen von Weremchuk unterstützt.

Noch eine Frage: Darby lehrt in Bezug auf die ersten 5 Verse von Offb. 22, daß sich die Beschreibung dort auf das Tausendjährige Reich bezieht. Nach Vers 3 wird es aber "keinen Fluch mehr geben", was nach meiner Erkenntnis auf das Tausendjährige Reich nicht zutreffen kann. Kannst Du mir erklären, wie Darby darauf kommt, diese 5 Verse auf o. g. Reich zu beziehen? Unterstützt die Brüderbewegung diese Lehre?

Freundliche Grüße.

Offline schneid9

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Re: Das Brüdertum
« Antwort #43 am: 21 Juli 2013, 02:57:03 »
Hallo Ruth,

Zitat
Betreibt die Brüderbewegung Personenkult?

Nein – außer wenn du der Meinung bist, dass die respektvolle Erinnerung an geistliche Väter (Hebr 13,7) bereits Personenkult ist. Dann betreiben aber auch Lutheraner, Calvinisten, Mennoniten usw. Personenkult.

Zitat
Dein Forum beruft sich aber auf Darby´s Lehren, die Du als "Theologie der Brüderbewegung" bezeichnest.

Ich weiß nicht genau, was du damit meinst, dass das Forum sich darauf "beruft". Die Theologie der Brüderbewegung wurde eben maßgeblich von Darby geprägt (aber nicht nur von ihm).

Zitat
Muß man in der Brüderbewegung die Lehren Darbys neben Gottes Wort akzeptieren, um dort in dem erlauchten Kreis Einlaß zu finden?

Die suggestive Wortwahl ("erlauchten Kreis") lasse ich hier mal außer Acht; die Frage selbst kann ich ganz klar verneinen – um einer Brüdergemeinde anzugehören, muss man die Lehren Darbys noch nicht einmal kennen. Wer sich allerdings an der Verkündigung beteiligt, sollte mit den Grundprinzipien der Brüdergemeinden im Wesentlichen übereinstimmen, damit nicht Streit und Chaos entsteht. Aber das ist in jeder anderen bibeltreuen Gemeinde auch so. Die Gemeinde Roland Odenwalds z.B. würde wohl keinem Dispensationalisten das Wort erteilen.

Zitat
Die Brüderbewegung, so wie Du sie auf Deiner Seite präsentierst, tut ja das genaue Gegenteil von dem, was in Matthäus 23, 8 steht, und hat sich einen "Meister" erkoren.

Woraus schließt du das? Aus dem Bild Darbys im Forum oben links?

Zitat
Es würde mich interessieren, inwiefern die Brüderbewegung die Aussagen von Weremchuk unterstützt.

Weremchuk gehörte der Brüderbewegung bis in die 1990er Jahre an und wandte sich dann von ihr ab. Was er seither geschrieben hat, richtet sich oft direkt gegen die Brüderbewegung und wird von ihr nicht unterstützt. (Dein Link führt übrigens zu einer der Brüderbewegung nahestehenden Seite.)

Zitat
Noch eine Frage: Darby lehrt in Bezug auf die ersten 5 Verse von Offb. 22, daß sich die Beschreibung dort auf das Tausendjährige Reich bezieht. Nach Vers 3 wird es aber "keinen Fluch mehr geben", was nach meiner Erkenntnis auf das Tausendjährige Reich nicht zutreffen kann. Kannst Du mir erklären, wie Darby darauf kommt, diese 5 Verse auf o. g. Reich zu beziehen? Unterstützt die Brüderbewegung diese Lehre?

Für Prophetie bin ich, offen gestanden, kein Experte – das müsste ich genauso nachschlagen wie du. Auf den Seiten www.soundwords.de oder www.bibelkommentare.de gibt es dazu sicher Hinweise.
« Letzte Änderung: 21 Juli 2013, 03:04:21 von schneid9 »
Michael Schneider

Ruth

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Re: Das Brüdertum
« Antwort #44 am: 21 Juli 2013, 07:22:30 »
Hallo Michael,

Zitat
Wer sich allerdings an der Verkündigung beteiligt, sollte mit den Grundprinzipien der Brüdergemeinden im Wesentlichen übereinstimmen, damit nicht Streit und Chaos entsteht.


Kannst Du das anhand von Gottes Wort belegen, wo sich Jünger Jesu an die
Zitat
Grundprinzipien der Brüdergemeinden
richten müssen (übereinstimmen müssen), um sich an der Verkündigung beteiligen zu können?

Zitat
Aber das ist in jeder anderen bibeltreuen Gemeinde auch so.
- Ich gehe in eine "bibeltreue Gemeinde" und kenne auch einige weitere, die nicht solche "Grundprinzipien" haben.

Zitat
Die Gemeinde Roland Odenwalds z.B. würde wohl keinem Dispensationalisten das Wort erteilen.
- Eine weitere Unwahrheit von Dir. Du kannst Deine Aussage nicht belegen. Schau: Ich darf hier frei und ungehindert schreiben, ohne von irgendwem angegriffen zu werden, und wer meine Texte kennt, weiß, daß ich in sehr vielen Punkten mit der Sicht der Dispensationalisten übereinstimme.

Zitat
Für Prophetie bin ich, offen gestanden, kein Experte.
Dann zählst Du also zu den - um es mit Deinen eigenen Worten auszudrücken
Zitat
Anfängern im Bibellesen, aber der versteht auch noch nicht sehr viel.

Freundliche Grüße.