Autor Thema: Absonderung - was sagt die Bibel dazu?  (Gelesen 14421 mal)

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Offline Roland

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Absonderung - was sagt die Bibel dazu?
« am: 24 Dezember 2012, 12:27:09 »
In diesem Thread soll es um das Thema "Absonderung" gehen. Sollen Christen sich absondern?
Wenn ja, warum und wovon?
Wenn nein, warum nicht?

Ich freue mich auf interessante Beiträge.
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Perle

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Re: Absonderung - was sagt die Bibel dazu?
« Antwort #1 am: 25 Dezember 2012, 08:07:16 »
Hallo,
 
sind wir denn überhaupt Christen - GOTTES Volk, wenn wir uns nicht absondern?


1.Mose 12,1
Der Herr aber hatte zu Abram gesprochen: Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde!
 
Jos.24,2-3
So spricht der Herr, der Gott Israels: »Eure Väter wohnten vor Zeiten jenseits des [Euphrat-]Stromes, und sie dienten anderen Göttern, [auch] Terach, der Vater Abrahams und Nahors. Und ich nahm euren Vater Abraham von jenseits des Stromes und ließ ihn durch das ganze Land Kanaan wandern
 
1.Mo.35,1-2
Und Gott sprach zu Jakob: Mache dich auf , zieh hinauf nach Bethel und wohne dort und baue dort einen Altar für den Gott, der dir erschienen ist, als du vor deinem Bruder Esau geflohen bist!
Da sprach Jakob zu seinem Haus und zu allen, die bei ihm waren: Tut die fremden Götter von euch weg, die in eurer Mitte sind, und reinigt euch und wechselt eure Kleider!

JHWH hat unter den Völkern, ein bestimmtes Volk für SICH abgesondert und führte sie aus Ägypten - weg von fremden Göttern.
 
Das sind nur wenige Beispiele zu der Frage: Warum und Wovon.
Hinfort von Land, Vater und Verwandtschaft, wenn sie anderen Göttern dienen,
um GOTT allein, einen Altar zu bauen.
Im NT lesen wir an vielen Stellen, dass wir vom HERRN herausgerufen, abgesondert und zum überwinden aufgefordert sind.
Der Bau des Altars ist nun unser Leib, als Tempel des Hl.Geistes.
Somit gehört unser Körper nicht mehr uns, sondern ist ganz Eigentum GOTTES, Wohnstätte des Hl.Geistes.
In Anbetracht dieses unfassbar heiligen Eigentumwechsels, müssen wir uns bewusst machen, wo wir GOTTES heiligen Tempel plazieren. ( in der Sauna,.am "Martinsfeuer"od. Maibaum aufstellen?)
 
Auch wenn vieles heute "geistig" oder spirituell ist, so ist doch unser Körper, der für die Gesellschaft sichtbare Teil eines Christen, mit dem wir die innere Identität repräsentieren.
Wenn Paulus mahnt, dass die Frau ihr Haupt bedecken sollte... "der Engel wegen" !!, so zeigt dies deutlich, dass auch das äußere Aufteten von Wichtigkeit ist und beurteilt wird.
 
Das Volk in der Wüste klagte JHWH an, dass es aus Ägypten herausgeführt wurde, um in der Wüste zu sterben. Sie wollten zurück. Lieber Versklavung aber gut essen und feiern . Die Gelüste der Augen,der Ohren und des Fleisches waren größer als das Herausgerufen- und Abgesondertsein
Wie leicht hatte es Bileam (er baute gleich 7 Altäre, da er die Gesetze nicht kannte und nur imitierte) , den Auftrag zur Verführung zu geben.
Ohne Absonderung raubt "Nebukadnezar" den hl.Tempel nach und nach aus - ohne, dass wir anfangs bemerken wenn hier und da ein geweihtes Gerät fehlt.
Wenn wir im "laufen" pausieren od. auf morgen verschieben, erwischt uns Amalek.
 
Absonderung, ja.
Das bedeutet nicht, dass wir uns ganz aus dem Umfeld zurück ziehen, aber innerhalb der Gesellschaft mit Verantwortung,  GOTTES Wille kennen, vertreten, verkünden und vorleben. Dies geht nun mal nicht, wenn ich mich mit der Welt gleich mache. ("Nur ein bisschen schwanger" geht auch nicht)
Der HERR fragte Petrus: liebst du mich mehr als diese (seine Brüder) Eine ganz klare Aufforderung des Bräutigams. Alles andere ist "fremdgehen".
 
Schalom!
 
 

Offline Roland

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Was heißt "Absonderung"?
« Antwort #2 am: 25 Dezember 2012, 21:14:33 »
Hallo Perle,

danke für Deine anschaulichen Beispiele (vor allem im AT). Daraus wird deutlich, dass wir uns als Christen absondern müssen! Du hast ja bereits sehr deutlich auf die Konsequenzen hingewiesen, wenn "Absonderung" vernachlässigt bzw. verhindert wird.

Vielleicht ist es gut, noch einmal auf den Begriff "Absonderung" einzugehen. Ein Synonym für diesen Begriff ist das Wort "heilig" bzw. "heiligen". Sich heiligen bedeutet sich abzusondern. Das kann man gut in der Etymologie des Wortes erkennen:

Das germanische Wort "hailagaz" wird als Wiedergabe des lat. sanctus gebraucht. "Sanctus" (von sancire, "begrenzen, umschließen, heiligen") bezeichnet das aus religiösen Gründen Abgesonderte; unter sanctio verstanden die alten Römer ursprünglich die Abgrenzung heiliger Orte und deren Schutz vor Verletzung und profaner Berührung. Den Gegensatz zu sanctus bildet profanus, "nicht geheiligt, profan", eigentlich: "vor dem geheiligten Bezirk (fanum) liegend". Die Vorstellung der Absonderung und der Distanz gegenüber dem Profanen liegt auch dem griech. Äquivalent von sanctus, dem Worte HAGIOS (Gegensatz KOINOS), zugrunde.

Daraus ergibt sich, daß unter "Heilig" in erster Linie der Gegensatz zum Profanen verstanden wird. Das Getrennt- und Abgesondertsein eines "heiligen Bereichs" oder einer "heiligen Person" vom gewöhnlichen Sein bedeutet nicht einen graduellen, sondern einen prinzipiellen Unterschied. Das Heilige ist wesensmäßig "das ganz Andere". Dies ist für mich ein ganz wichtiger Punkt, denn wir können auch nur graduell uns von unserer ungläubigen Umgebung unterscheiden (z. B. wir lesen in der Bibel oder christliche Bücher, wir gehen in die Gemeinde, d. h. all die Dinge, die Ungläubige normalerweise nicht tun). Aber es ist letztlich keine Absonderung, wenn wir uns nicht wesensmäßig von unserer ungläubigen Umgebung unterscheiden (der Begriff "Pharisäer" bedeutet "Abgesonderter". Der große Fehler der Pharisäer war, dass sie sich nicht wesensmäßig, sondern nur graduell von ihrer Umwelt unterschieden, z. B. das Befolgen von äußeren Vorschriften [Sabbat, Fasten, Spenden usw.]. Vielleicht ist es gut, wenn wir uns die "Absonderung" der Pharisäer später in der Heiligen Schrift anschauen, um zu sehen, was GOTT nicht unter Absonderung versteht).

In der Bibel erscheint das Profane als das Unheilige unter den Begriffen Fleisch, Sünde, Ungesetzlichkeit, Unreinheit, Begierde (als Charakter der Welt). Heilig sind Menschen, die von GOTT ergriffen sind (d. h. von neuem geboren), als Sein Eigentum (hier wird die Wurzel des Begriffes HAGIOS sichtbar). Heilig ist alles, was der HERR JESUS durch den HEILIGEN GEIST wirkt (z. B. 1. Korinther 1, 30; 6, 11; Epheser 5, 26; 2. Thessalonicher 2, 13; 1. Petrus 1,2).

Soweit einige Gedanken von mir  zu diesem Thema.

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Bernd68

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Re: Absonderung - was sagt die Bibel dazu?
« Antwort #3 am: 04 Januar 2013, 06:12:44 »
Hallo lieber Roland,

Zitat von: Roland
Wenn ja, warum und wovon?
Wenn nein, warum nicht?

= Ja und Nein!!! 

Zitat von: Roland
Wenn ja, warum und wovon?

Ja!

Zitat von: Roland
wovon?

Erstens: Absonderung von der Welt!
Zweitens: Absonderung von Christen!!! (Brüdern und Schwestern im Herrn)

Zitat von: Roland
warum?

= Irrlehre!
= Sünde!
= Getäuschte Brüder sind unzugänglicher, vorsichtiger und es braucht alles seine Zeit ... alles hat seine Zeit!
= Wenn Christen Christen bewusst und/oder unbewusst verletzen ...
und zwar in den Bereichen, wo man Gefahr läuft innerlich abgestochen zu werden.
In solchen Fällen ist es ratsam den näheren Umgang zu diesen Leuten/Menschen/Christen/Brüdern/Gemeinden zu meiden.
usw. ...


Zitat von: Roland
Wenn nein, warum nicht?

Nein!
Wir sollen uns nicht von der Gemeinschaft der Gläubigen absondern.


P.S.:
Ich denke - es ist ein gewisser Spagat und die Grenzen sind fließend,
deshalb brauchen wir nicht nur das geschriebene Wort Gottes
(jenes allgemeine Gültigkeit hat = Logos Wort),
sondern auch Gottes direktes Reden
(jenes individuelle Gültigkeit besitzt = Rhema Wort)


Nette Grüße, Bernd.
« Letzte Änderung: 04 Januar 2013, 06:15:47 von Bernd68 »

Offline Jose

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Re: Absonderung - was sagt die Bibel dazu?
« Antwort #4 am: 04 Januar 2013, 13:11:33 »
Hallo Roland.

Der Apostel Petrus hat geschrieben: "Denn die vergangene Zeit ist uns genug, den Willen der Nationen vollbracht zu haben, als ihr wandeltet in Ausschweifungen, Begierden, Trunkenheit, Festgelagen, Trinkgelagen und unerlaubten Götzendiensten. Hierbei befremdet es sie, dass ihr nicht mehr mitlauft in demselben Strom der Heillosigkeit, und sie lästern" 1. Petr 4,3-4.

Diese Worte finde ich grundlegend wichtig. Daher ist meine Überzeugung, dass wer sich bekehrt hat und von neuem wiedergeboren ist, sich automatisch "absondert" und läuft nicht mehr in demselben Strom der Heillosigkeit. Wenn das nicht geschieht, nützen auch alle äußeren Absonderungen nichts. Wir müssen aber sehr wohl darauf achten, wo können wir noch dazu gehören und wo nicht.

Können wir Gemeinschaft haben mit solchen, die nicht mehr auf der Grundlage des Wortes stehen? Es geht mir nicht primär um die einzelnen Gläubigen, sondern um die Gemeinde als solche. Wenn eine Gemeinde sich in eine verkehrte Richtung entwickelt und die Verantwortlichen weltliche Einflüsse zulassen oder gar Irrlehren, dann ist jeder von uns gefordert zu prüfen, was biblisch ist und im Aufblick zum Herrn zu handeln.


Hallo Bernd.

Wir sollen uns nicht von der Gemeinschaft der Gläubigen absondern.

Hast du auch überlegt, warum wir in der Bibel lesen:
"Wir gebieten euch aber, Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr euch zurückzieht von jedem Bruder, der unordentlich und nicht nach der Überlieferung wandelt, die ihr von uns empfangen habt" 2. Thess 3,6.

Es war damals "EINE" Gemeinde, heute haben wir "TAUSENDE", und wer in eine Gemeinde nicht klar kommt, sucht sich die nächste oder schließt sich gar keine Gemeinde mehr an. Auch das ist nicht biblisch.

Diese deine Aussage hat mich sehr nachdenklich gemacht:
Zitat
Getäuschte Brüder sind unzugänglicher, vorsichtiger und es braucht alles seine Zeit.

Ich musste an einen Bruder denken der mir schrieb:
Zitat

Nach dem Telefonat und den P.N. austausch fühle ich mich von dir hintergangen.Wort und Tat passen bei dir nicht zusammen.Darum Spr 18,19 Ein getäuschter Bruder ist unzugänglicher als eine befestigte Stadt; und Streitigkeiten sind wie der Riegel einer Burg.

Meintest du das mit "Getäuschte Brüder sind unzugänglicher"?

Aber in der Tat, manche riegeln sich ab in ihren Streitigkeiten, daher sind viele Absonderungen auch nicht unbedingt biblisch.

Gottes Segen,
José

Offline Roland

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Re: Absonderung - was sagt die Bibel dazu?
« Antwort #5 am: 04 Januar 2013, 13:31:24 »
Hallo José,

Zitat
Können wir Gemeinschaft haben mit solchen, die nicht mehr auf der Grundlage des Wortes stehen? Es geht mir nicht primär um die einzelnen Gläubigen, sondern um die Gemeinde als solche. Wenn eine Gemeinde sich in eine verkehrte Richtung entwickelt und die Verantwortlichen weltliche Einflüsse zulassen oder gar Irrlehren, dann ist jeder von uns gefordert zu prüfen, was biblisch ist und im Aufblick zum Herrn zu handeln.
Hier stellen sich mir einige Fragen: Wann steht eine Gemeinschaft nicht mehr auf der Grundlage des Wortes? Wann ist Absonderung angesagt und wann nicht? Wo ziehst Du hier die Grenzen?

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Bernd68

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Re: Absonderung - was sagt die Bibel dazu?
« Antwort #6 am: 04 Januar 2013, 14:47:59 »
Hallo lieber Jose,

Zitat von: Jose
Hast du auch überlegt, warum wir in der Bibel lesen:
"Wir gebieten euch aber, Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr euch zurückzieht von jedem Bruder, der unordentlich und nicht nach der Überlieferung wandelt, die ihr von uns empfangen habt" 2. Thess 3,6.

Ja, ich habe gut und sehr lange überlegt ... und nicht nur überlegt, dennoch mal ein Beispiel:

Angenommen eine christliche Ehefrau wird von ihrem "heißgeliebten" christlichen Ehemann ständig misshandelt
(geschlagen, vergewaltigt "Sex gegen ihren Willen" usw.) und es ist nicht abzusehen, ob jene Charakterzüge sich bei ihrem Mann verändern.
In diesem Zustand befindet sie sich über Jahre hinweg schon ... sie betet und ließt brav ihre Bibel und in den Gottesdienst
geht sie jeden Sonntag und hat auch eine lebendige Beziehung zu Jesus. (Ihr Mann übrigens auch!) ;)

Es wäre sogar zu befürchten das er sie eines Tages im Jähzorn tot schlägt.
Was würdest du dieser Ehefrau denn raten, wenn sie zu dir kommen würde mit Blessuren in ihrem Gesicht???
Vielleicht ... vorübergehende Trennung???

In Gemeinden bzw. Leiterschaften kann es genauso zugehen ... auf geistlicher Ebene halt.
Wenn die Gemeinden keinen Ort der Fürsorge, Auferbauung, und des Trostes für die Schwachen mehr sind,
was meiner Meinung nach zu den Grundfesten des Glaubens mitangehört, dann stellt sich mir die Frage,
was haben sie dann noch von Jesus unserem Herrn.
Ich will jetzt nicht alle Gemeinden über einen Kamm scheren, dies liegt mir ferne ... und ich bin auch kein Betroffener (kein Opfer)
aber ab und an ist es unumgänglich eine Gemeinde auf Gottes Reden hin zu verlassen - zum Schutz der Opfer! 8)
Eigentlich sollte eine Gemeinde diesen Schutzraum bieten.   :-*

Zitat von: Jose
und wer in eine Gemeinde nicht klar kommt, sucht sich die nächste oder schließt sich gar keine Gemeinde mehr an. Auch das ist nicht biblisch.

Es geht auch anders herum, wenn eine Gemeinde mit den Menschen nicht klar kommt, dann entfernt sich die Gemeinde von den Menschen. ;)

Zitat von: Jose
Meintest du das mit "Getäuschte Brüder sind unzugänglicher"?
 

Ja, so in etwa obwohl ich deinen Fall nicht beurteilen werde ... aber eine Täuschung tritt dann hervor,
wenn Wort und Tat nicht zusammen harmonieren, miteinander eins gehen.
= wenn man nicht authentisch lebt!!!

Zitat von: Jose
daher sind viele Absonderungen auch nicht unbedingt biblisch.

sehe ich auch so, man sollte nur nicht den Fehler begehen und pauschal behaupten, das es z.B. Sünde wäre, wenn man sich zurückzuzieht.
Dies hilft weder den Betroffenen noch wird es irgendetwas herbeiführen außer noch mehr Abstand zueinander.
Man sollte immer den Einzelfall prüfen!
Manche getäuschte/verletzte Brüder brauchen etwas Abstand um wieder klarer zu sehen und Gott räumt ihnen diese Zeit auch ein.
Man muss sich seinen eigenen Problemen und den Problemen der Anderen stellen und bereit dafür sein,
das Gott unser Vater darin wirken und heilen will und erst wenn Gott sagt: "Geh', ... dann geh' Amen!

Nette Grüße, Bernd.
« Letzte Änderung: 04 Januar 2013, 14:53:51 von Bernd68 »

Offline Jose

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Re: Absonderung - was sagt die Bibel dazu?
« Antwort #7 am: 04 Januar 2013, 15:14:14 »
Hallo Roland.

Hier stellen sich mir einige Fragen: Wann steht eine Gemeinschaft nicht mehr auf der Grundlage des Wortes? Wann ist Absonderung angesagt und wann nicht? Wo ziehst Du hier die Grenzen?

Es stellen sich einige Fragen, weil wir es uns damit auch nicht leicht machen dürfen. Eine Gemeinde, die zur Ökumene gehört, ist z.B. ein deutliches Kriterium. Der Beitritt zur Ökumene oder ACK geschieht zudem auch nicht von heute auf morgen. Hier habe ich übrigens den Eindruck, dass differenziert geurteilt wird. Da müssen wir sehr aufpassen.

Als ich zum Glauben kam schloss ich mich einer Mennonitengemeinde an. Davon gibt es verschiedene Prägungen. Als ich erkannte, dass in der Gemeinde, der ich mich damals anschloss und wo ich auch zum Glauben gekommen war, Verbindungen zur Ökumene bestanden, war ich sehr beunruhigt.

Ich war noch jung im Glauben, viele Fragen beschäftigten mich. Irgendwann erkannte ich viele weltliche Einflüsse und in kritischen Fragen den fehlenden Gehorsam zu Gottes Wort. Es kam irgendwann der Tag, wo ich mir sicher war, dass ich eine Zugehörigkeit nicht mehr verantworten konnte. Ich bin ausgetreten, hielt jedoch den Kontakt und pflegte auch Gemeinschaft mit einigen Geschwistern.
 
Meine Sorge war damals - und auch heute -, dass wenn ich nicht gehorsam bin, ich irgendwann möglicherweise selber nicht mehr recht zu beurteilen vermag bzw. nicht mehr offen bin, für die Belehrung aus dem Wort Gottes.

Daher hatte ich in einem anderen Beitrag: (Gehört der BFP zur Ökumene?), geschrieben:
Zitat von: Jose
Wenn es in meiner Nähe nur eine Gemeinde im Verbund des BFP gäbe, dann würde ich lieber alleine bleiben und den Herrn bitten, mich zu bewahren und mit anderen Gläubigen zusammen zu bringen. Ich würde den Herrn bitten, mich in eine biblische Gemeinde zu führen.

Können wir vor der Ökumene warnen und dann selber zur Ökumene gehören?

Gottes Segen,
José

Offline Jose

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Re: Absonderung - was sagt die Bibel dazu?
« Antwort #8 am: 04 Januar 2013, 15:15:13 »
Lieber Bernd,
dein Beispiel ist ja schrecklich:

Zitat von: Bernd68
Angenommen eine christliche Ehefrau wird von ihrem "heißgeliebten" christlichen Ehemann ständig misshandelt (geschlagen, vergewaltigt "Sex gegen ihren Willen" usw.) und es ist nicht abzusehen, ob jene Charakterzüge sich bei ihrem Mann verändern.

Wenn du aber dann schreibst:
Zitat
In diesem Zustand befindet sie sich über Jahre hinweg schon ... sie betet und ließt brav ihre Bibel und in den Gottesdienst geht sie jeden Sonntag und hat auch eine lebendige Beziehung zu Jesus. (Ihr Mann übrigens auch!)

So kann ich hier nicht erkennen, dass eine "lebendige" Beziehung von beiden zu Jesus besteht - und das über Jahre hinweg in diesem Zustand.

Gottes Segen,
José

Offline Roland

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Re: Absonderung - was sagt die Bibel dazu?
« Antwort #9 am: 04 Januar 2013, 15:38:12 »
Hallo José,

Zitat
Eine Gemeinde, die zur Ökumene gehört, ist z.B. ein deutliches Kriterium. Der Beitritt zur Ökumene oder ACK geschieht zudem auch nicht von heute auf morgen.
Ich sehe diesen Punkt genauso wie Du. Allerdings wird dies nicht von allen Geschwistern geteilt. Ich kenne Christen, die sich daran nicht stören - im Gegenteil...... Die Frage, die ich mir stelle: Gibt es objektive Kriterien in der Schrift, die eine Absonderung nahelegen oder ist die Absonderung eine individuelle Gewissensfrage des einzelnen Christen?

Zitat
Hier habe ich übrigens den Eindruck, dass differenziert geurteilt wird. Da müssen wir sehr aufpassen.
Die Aussage habe ich nicht verstanden. Wo wird differenziert geurteilt und weshalb müssen wir hier aufpassen?

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Jose

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Re: Absonderung - was sagt die Bibel dazu?
« Antwort #10 am: 04 Januar 2013, 16:51:28 »
Hallo Roland.

Zitat von: Roland
Ich sehe diesen Punkt genauso wie Du. Allerdings wird dies nicht von allen Geschwistern geteilt. Ich kenne Christen, die sich daran nicht stören - im Gegenteil...... Die Frage, die ich mir stelle: Gibt es objektive Kriterien in der Schrift, die eine Absonderung nahelegen oder ist die Absonderung eine individuelle Gewissensfrage des einzelnen Christen?
Dass es nicht von allen Geschwistern geteilt wird, gehört zur Not unserer Zeit.

Vieles ist Erkenntnissache, aber es ist oftmals auch eine Frage des Gehorsams, insbesondere der Verantwortlichen in den Gemeinden, die damit die größere Verantwortung haben. Es werden Kompromisse gemacht mit unbiblischen Lehren, wie sie von den Kirchen, die zur Ökumene oder ACK gehören, gelehrt werden, und man öffnet sich auch weltlichen Einflüssen. Dabei werden besonders die ungefestigten verführt.


Zitat von: Roland
Die Aussage habe ich nicht verstanden. Wo wird differenziert geurteilt und weshalb müssen wir hier aufpassen?

Wir müssen besonders dann aufpassen, wenn es die Kreise oder Brüder betrifft, zu denen wir eine enge Verbindung haben. Da fehlt es oftmals schwerer, den Worten auch Taten folgen zu lassen.

"Pilger" hat auf eine Frage, die ich stellte, geantwortet:
Zitat
Auf der Bundestagung in der die Abstimmung stattfand, waren von 800 stimmberechtigten etwa 200 dagegen, die heute noch im Gemeindedienst sind.

Nur 2(!!!) sind deshalb aus dem BFP ausgetreten.

Den ganzen Beitrag siehe: hier
Schade, dass es nur 2 waren die aus dem Bund ausgetreten sind.

Die Ältesten der Gemeinden sind verantwortlich, und wie klar sind die Worte des Apostel Paulus: "Habt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch als Aufseher eingesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu hüten, die er sich erworben hat durch das Blut seines eigenen Sohnes!" Apg 20,28.

Wenn Paulus dann weiter sagte: "Ich weiß, dass nach meinem Abschied grausame Wölfe zu euch hereinkommen werden, die die Herde nicht verschonen. Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her" Apg 20,29-30, so war es damals eine ernste Ermahnung, und muss auch uns eine ernste Ermahnung sein.

Gottes Segen,
José

Perle

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Re: Absonderung - was sagt die Bibel dazu?
« Antwort #11 am: 05 Januar 2013, 06:35:01 »
Hallo an Alle!

Ich kenne Christen, die sich daran nicht stören - im Gegenteil...... Die Frage, die ich mir stelle: Gibt es objektive Kriterien in der Schrift, die eine Absonderung nahelegen oder ist die Absonderung eine individuelle Gewissensfrage des einzelnen Christen?

2.Kor.6,14-18
Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: »Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein«. Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.


Die Schrift spricht vom Anfang bis zum Ende- in den Sendschreiben, von Absondern, Trennung und Hinausgehen von Vermischung und Finsternis.

In den ersten 3 Schöpfungstagen trennt GOTT erst mal:
- Licht und Finsternis
- eine Trennung/Scheidung zwischen den Wassern
- das Trockene/Erde vom Wasser/Meer
 
GOTT trennt die Lebewesen, indem NUR der Mensch GOTTES Odem bekam.
(Der Same der Schlange besitzt den Odem des Tieres)
 
Die Absonderung oder Einteilung in reine und unreine Tiere; dann von Aussatz und Unreinheit beim Menschen...auch die Beschneidung am Fleisch zu den Unbeschnittenen, sind für mich Hinweise dafür, was im AT im physischen - heute im geistigen Sinne, GOTTES Wille ist: die Absonderung/Heiligung seiner Kinder.
 
Wie GOTT bei Seiner Schöpfung, müssen auch wir in uns und von uns Absondern:
- Licht von Finsternis
- Scheidung zwischen den Wassern = Lehren
- das Trockene = Wüste, von dem Wasser = lebendiges Wort GOTTES
Dann gibt es für uns den ODEM = GEIST GOTTES...
damit das "Wasser" fruchtbar wird und von "Fischen" wimmelt und das Himmelsgewölbe von Vögeln.
Und der Bräutigam zur Braut sagen kann:
Das ist endlich Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch! 1.Mo.2,23


Wißt ihr es nicht? Hört ihr es nicht? Ist es euch nicht von Anfang an verkündigt worden? Habt ihr nicht Einsicht erlangt in die Grundlegung der Erde? Jesaja 40,21
Ich verkündige von Anfang an das Ende, und von der Vorzeit her, was noch nicht geschehen ist. Jes.46,10


So wie ein leiblicher Vater sich in seinen Kindern vermehrt, möchte GOTT sich in Seinen Kindern vermehren - zu SEINER Herrlichkeit!
Kann JHWH da die kleinste Vermischung dulden?
 
Schalom
Perle

Perle

  • Gast
Re: Absonderung - was sagt die Bibel dazu?
« Antwort #12 am: 05 Januar 2013, 06:47:44 »
Dass es nicht von allen Geschwistern geteilt wird, gehört zur Not unserer Zeit.

Vieles ist Erkenntnissache, aber es ist oftmals auch eine Frage des Gehorsams, insbesondere der Verantwortlichen in den Gemeinden,
.......................
Die Ältesten der Gemeinden sind verantwortlich,

Hallo Jose,

ich denke, wir sind vor GOTT in erster Linie als Einzelner zur Verantwortung gerufen.
 
Gehorsamkeit (äußerlich) oder sein wollen, ist für mich dann aber noch keine "Wesensveränderung" (innerlich), ich bemühe mich lediglich erst einmal um eine graduelle Absonderung, wie Roland es oben beschreibt.
Dies kann durchaus der erste Schritt sein, um JHWH unsere Zusage zu geben.
(Letztendlich wissen wir ja alle, dass nur ER uns verändern kann)
 
Bei der Wesensveränderung "bin ich" oder "ist man" ...es bedarf also keiner bewussten Absonderung od.
Gehorsams ect. - keine Taten, denn diese ergeben sich aus der Wesensänderung.
 
Inwieweit solch eine Veränderung tatsächlich bei uns geschehen ist, kann nur GOTT beurteilen, denn der Selbstbetrug ist allzu leicht. Leider. Aber auch gut so. Damit wir immer im HERRN eifern und uns nicht von betrügerischen Sicherheiten in die Irre führen lassen.
 
Schalom Jose!

Offline Jose

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Re: Absonderung - was sagt die Bibel dazu?
« Antwort #13 am: 05 Januar 2013, 09:58:43 »
Zitat von: Perle
ich denke, wir sind vor GOTT in erster Linie als Einzelner zur Verantwortung gerufen.

Hallo Doris.
Sehe ich auch so und das habe ich auch versucht in meiner ersten Antwort in diesem Thema geschrieben:
Zitat

Daher ist meine Überzeugung, dass wer sich bekehrt hat und von neuem wiedergeboren ist, sich automatisch "absondert" und läuft nicht mehr in demselben Strom der Heillosigkeit. Wenn das nicht geschieht, nützen auch alle äußeren Absonderungen nichts. Wir müssen aber sehr wohl darauf achten, wo können wir noch dazu gehören und wo nicht.

Das wäre hier die von dir vermutlich gemeinte "Wesensveränderung", die nur Gott in uns wirken kann.


Wenn du aber weiter schreibst:
Zitat von: Perle
Gehorsamkeit (äußerlich) oder sein wollen, ist für mich dann aber noch keine "Wesensveränderung" (innerlich), ich bemühe mich lediglich erst einmal um eine graduelle Absonderung, ...

Das Thema hier habe ich so verstanden, dass es um die Frage geht: Sollen Christen sich absondern? Hier stellt sich dann sehr oft die Frage: Sind die Christen dem Wort Gottes Gehorsam? Hier ist jeder einzelner Christ gefordert, den Willen Gottes, wenn er es erkannt hat, im Gehorsam auch zu tun.

Gehorsam zum Wort Gottes ist ein Zeichen, dass Gott den Glauben gewirkt hat: "Durch Glauben war Abraham, als er gerufen wurde, gehorsam, auszuziehen an den Ort, den er zum Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er komme" Hebr 11,8.

Die Absonderung der Christen, d.h. der Kinder Gottes, ist für mich nicht vom Gehorsam zu Gott und Sein Wort zu trennen. Hier ist jeder einzelner Christ zuerst verantwortlich.

Hier stehen die Verantwortlichen für die Gemeinden aber auch besonders in der Pflicht, Vorbilder und Leiter der ihnen anvertraute Herde zu sein. Das erwähnte ich als Beispiel, als Roland danach fragte.

Gottes Segen,
José

Pilger

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Re: Absonderung - was sagt die Bibel dazu?
« Antwort #14 am: 05 Januar 2013, 14:17:03 »
Lieber Jose,
bei dem Wort "Absonderung" kommen immer wieder Argumente, die diese nur auf Äußerlichkeiten beschränken, derweil geht es in erster Linie um die Gesinnung um den Willen Gottes zu erkennen.

Ich komme aus dem pietistischen "Ländle" und habe jahrzehntelang den Streß mitgemacht um Äußerlichkeiten, die aufgrund der Stelle in Römer 12, 2.

Eine Antwort auf das "sich nicht gleich stellen der Welt" gibt der Apostel z.B. in Vers 3:
dass niemand mehr von sich halte, als sichs gebührt.

Es geht bei der Absonderung in erster Linie nicht um Äußerlichkeiten, sondern um eine geistliche Haltung.

Nur aus dieser Haltung heraus kommt dann die Ordnung der Äußerlichkeiten.

Anders herum wird es ein Krampf, ein "heiliger" sein wollen.

Liebe Grüße
Manfred (Pilger)