Autor Thema: Was ist Liebe?  (Gelesen 2241 mal)

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Offline Jose

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Was ist Liebe?
« am: 19 Oktober 2012, 22:03:52 »
In einem anderen Thema (siehe hier) wurde gefragt:

Zitat von: möchteVerstehen
Wie versteht ihr Liebe?

In einem Beitrag habe ich gelesen, dass eine Unterscheidung zwischen Liebe im christlichen Sinne und humanistischer Liebe getroffen wurde. Das würde ich gerne genauer verstehen.

Ich verstehe Liebe so, wie es in der Bibel in 1. Korinther 13 steht und überhaupt, wie sich Gott uns in der Bibel offenbart. Was ich besonders wichtig finde sind die Aussagen des Apostel Johannes, siehe 1. Johannes 4, wo wir oft lesen, dass GOTT LIEBE IST.

Mit unserem Verstand können wir es nicht ermessen, weil unsere Vorstellungen von dem, was Liebe ist, sehr subjektiv sind. Vor kurzem wurde ich gefragt: „Warum richtet Gott jene Menschen nicht sofort, welche Kinder vergewaltigen?“. Ich fragte die Frau, die bereits Urgroßmutter ist, ob sie auch so reden würde, wenn einer ihrer Söhne ein Kind vergewaltigen würde, oder ob sie nicht hoffen würde, dass ihr Sohn seine Schuld erkennt und bereut. Darauf antwortete sie nicht mehr.

Wenn wir von Liebe reden, dann müssen wir zuerst wissen, was Liebe ist. GOTT IST LIEBE, und weil GOTT die Welt - auch DICH -, so sehr geliebt hat, ließ ER Seinen Sohn am Kreuz auch für deine Schuld sterben. Ist das wirklich Liebe? JA, denn in 1. Korinther 13 steht über die Liebe: "sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit; sondern sie freut sich mit der Wahrheit"1.Kor 13,6. Sollte Gott die Ungerechtigkeit in deinem oder in meinem Leben einfach durchgehen lassen? NEIN, aber wir dürfen unsere Schuld am Kreuz abladen, weil Jesus unsere Schuld am Kreuz getragen hat. DAS IST LIEBE!

In diesen Tagen habe ich viel mit mir gerungen. Mein, Schwager, den ich sehr schätze, starb unerwartet in der Nacht vom 27. auf dem 28. September. Als meine Schwester ihn am Morgen suchte, fand sie ihn tot. Auf der Beerdigung wurde viel geweint - und auch ich habe viel geweint. Jemand fragte: „Warum so ein Raub?“ Aber ich durfte antworten, dass selbst wenn wir Gottes Wege nicht immer verstehen, Gott handelt nicht ungerecht.

Ich stand am Sarg dabei, aber ich ging nicht zur Messe, da mein Schwager katholisch war. Handelte ich lieblos? Mir war es so, ich würde meinen Glauben verleugnen. Der Humanist würde sagen, Gott liebt alle Menschen und Gott wird sich auch über meinen Schwager erbarmen und wir müssen alle Menschen lieben und annehmen wie sie sind. Aber gerade was den Glauben anbetrifft, müssen wir treu sein, wie Jesus auch treu war dem Willen des Vaters.

Vielen Menschen durfte ich sagen: „Lernen wir daraus, wie wichtig es ist, bereit zu sein, damit wir Gott begegnen können“. Bezeichnend war, dass ein Katholik, der an den Särgen den Rosenkranz betet, antwortete: Niemand ist bereit.

Mein Schwager hatte sich sehr gut mit einem Kapuzinermönch verstanden, der dann auch die Beerdigung hielt. Als meine Schwester mir die Abschiedszeilen des Kapuzinermönches zeigte, die er im Andenken an den Verstorbenen geschrieben und in der Messe vorgelesen hatte, rang ich um Weisheit und um Liebe, um meine Schwester auf die Aussage hinzuweisen, die auf dem Blatt geschrieben stand. Darin stand, dass der Verstorbene nun im Land des Lebens und der vollkommenen Fülle sei. Ich fragte sie, wenn es so ist, warum wird in der katholischen Kirche für die Verstorbenen gebetet?

Mit meiner Schwester, und auch mit meinem Schwager, hatte ich schon viel über den Glauben gesprochen. Ich kann nicht sagen, dass er gerettet ist. Gott weiß es, wie seine letzten Stunden waren.

Es war möglich, so mit meiner Schwester, auch in der Trauer so zu reden. War ich hartherzig oder lieblos? Auf ihre Bitte hin habe ich das Abschiedsblatt des Mönchs kopiert und ein Bild vom Verstorbenen eingefügt. Sie fragte mich, ob ich es machen würde, und ein Bruder, der dabei stand, war unsicher, ob ich es, bei meiner Überzeugung, machen würde. Ich rang sehr mit mir, aber ich tat es, ihr zur Liebe, und dabei rang ich viel mit mir und sprach auch darüber mit meiner Frau. Es geht ja darum, keine falsche Lehre zu unterstützen.

In einem Brief an meiner Schwester habe ich erneut darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, bereit zu sein. Ich schrieb ihr, dass ich hoffe, dass ihr Mann das Ziel bei Gott erreicht hat, aber ich kann es nicht sagen. Gott weiß es. Ich liebe meine Schwester und ich hoffe, dass sie den Betrug des Katholizismus erkennt - wie auch alle meine anderen Verwandten auch.


Herzliche Grüße,
José

möchteVerstehen

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Re: Was ist Liebe?
« Antwort #1 am: 20 Oktober 2012, 13:17:17 »
Lieber José,

zuerst möchte ich dir mein Mitgefühl ausdrücken, über den Tod deines Schwagers. Ein solches Ereignis, vor allem wenn ein Mensch so unerwartet stirbt, erschüttert sehr stark das Gefühl von Sicherheit in dem wir zumeist leben und zeigt uns immer sehr deutlich, dass sich das Leben unserer Kontrolle entzieht.
Ich wünsche dir, dass viel Kraft, deiner Schwester bezustehen.

Ich danke dir sehr, für die offene Schilderung deiner Gefühle und deines Verhaltens am Tag der Beerdigung deines Schwagers, da mir das geholfen hat, einiges zu verstehen.

Du hast gefragt, war das lieblos oder kaltherzig, nicht zu der Messe zu gehen? Und das hat mir einiges klar gemacht. Für einen Ausenstehenden Menschen, der nicht deinen Glauben hat, mag das so wirken. Aber so wie ich verstanden habe, hast du so gehandelt, weil die Treue zu deinem Glauben in diesem Moment für dich wichtiger war.

Das hat mir deshalb geholfen, weil mein Vater sich auch oft so verhalten hat, dass ich es, wenn ich es unter meinem Verständnis von Liebe betrachtet hätte, für kaltherzig hätte halten können. Aber jetzt verstehe ich, dass sein Verhalten in solchen Momenten durch seiner Treue und Liebe zu seinem Glauben entsprang und nichts mit mir oder seiner Beziehung zu ihm zu tun hatte.

Solche Überlegungen, wie du sie geschildert hast, sind mir nämlich sehr fremd und ich hatte solche Zurückweisungen oft auf mich bezogen.

Vielen Dank für deine offene Schilderung

herzliche Grüße,

Moe


Offline Jose

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Gott hat Gedanken der Liebe
« Antwort #2 am: 20 Oktober 2012, 15:50:17 »
Vielen Dank für deine Worte und deine Anteilnahme, liebe Moe.

Auch wenn wir jetzt noch nicht verstehen können, wozu die schweren Wege dienen sollen, so dürfen wir doch wissen, dass alles unter der Zulassung Gottes geschieht und wenn wir uns, - auch im Leid -, Gott stellen, erkennen dürfen, dass Gott Gedanken der Liebe hat in allem was ER tut und zulässt.

Es ist nicht immer leicht, es so sehen zu wollen und durch Gottes Gnade auch so sehen zu dürfen, aber ich könnte von Begegnungen berichten, während und nach der Beerdigung, die nicht stattgefunden hätten, wenn nicht das traurige Ereignis gewesen wäre.

Ich wollte dir aber noch etwas über meinen Vater schreiben, der bereits vor eigenen Jahren gestorben ist und der viel für mich getan hat und sich sehr für mich, besonders nach meinem Verkehrsunfall, eingesetzt hat.

Mein Vater war auch katholisch, aber nicht sehr mit der Kirche verbunden. Er wurde leider auch von der Kirche enttäuscht. Dennoch, als ich mich bekehrte und ihm mitteilte, dass ich aus der Kirche ausgetreten sei, war er doch sehr erbost und verbot mir, meine christlichen Freunde einzuladen und ins Haus zu bringen. Ich durfte ihn aber dennoch lieben, ja ich möchte sogar sagen, dass erst nachdem ich Christ geworden bin, ich erst wirklich angefangen habe meine Eltern zu lieben.

Einige Jahre später, mein Vater hatte sich längst beruhigt, fragte er mich, ob es nicht möglich gewesen wäre, so zu glauben wie ich glaube und doch in der katholischen Kirche zu bleiben. Darüber habe ich mich dann mit ihm unterhalten und durfte es ihm hoffentlich auch verständlich machen, warum es nicht ging. Hätte ich Rücksicht auf ihn genommen, wäre es nicht Liebe gewesen.

Wie können die Menschen nicht wirklich lieben, wenn nicht Gottes Liebe in uns ist. Jesus sagte zu Seinen Jüngern: "Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe" Joh 15,9-10. Hier merken wir doch, dass es außerhalb von Gott und losgelöst von Jesus und Seinem Willen, wir nicht in der Liebe bleiben können.

Gott hat Gedanken der Liebe, in allem, daran viel ich festhalten. Allerdings, Gottes Wort sagt auch: "Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen" Röm 8,28 (Luther), und hier merken wir, dass es sich uns erst dann erschließt, wenn wir mit Jesus leben und dadurch „Gott lieben“.

Herzliche Grüße,
José

Offline Jose

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Liebt eure Feinde
« Antwort #3 am: 20 Oktober 2012, 18:06:33 »
Als ich vor einigen Tagen auf dem Weg zur Arbeit war, sah ich eine sehr alte Nachbarin, die mühsam lief. Ich seufzte innerlich zum Herrn, hielt den Wagen an, öffnete die Scheibe und fragte: „Darf ich sie in die Stadt mitnehmen?“ Sie zögerte, aber zu meiner Freude sagte sie ja und bald saß sie neben mir und wir unterhielten uns.

Man merkt ihr das sehr hohe Alter an und wir wissen nicht, wie lange sie sich noch so bewegen kann und Kraft haben wird für den Tag. Nachdem sie ausgestiegen war, dankte ich dem Herrn und rief zu Hause an, um es meiner Frau zu sagen. „Stelle dir vor, ich durfte unsere Nachbarin, die schon so viele Monate nicht mehr mit uns redet, in die Stadt mitnehmen“. Mir liegt die Frau sehr am Herzen, denn sie ist nicht wiedergeboren und lehnt Gespräche über den Glauben ab.

Auf dem Weg zum Flughafen, um zur Beerdigung meines Schwagers zu fliegen, unterhielt ich mich mit zwei meiner leiblichen Geschwister und da ging es auch darum, wie begegnen wir Menschen die uns Unrecht tun oder uns einfach nicht mehr grüßen. Einer antwortete: „Wenn jemand mich nicht grüßt, dann grüße ich irgendwann auch nicht mehr“. Der andere meinte, und ich fand die Überlegung interessant: „Wenn jemand nicht grüßen will, dann solltest du es akzeptieren und auch nicht grüßen. Ansonsten erweckst du den Eindruck, du seiest etwas Besseres“. Aber darum geht es mir ja nicht, ich bin nichts „Besseres“.

Im Gespräch versuchte ich darzulegen, dass es mich belasten würde, wenn ich nicht mehr die Freiheit hätte zu grüßen, auch wenn man mich nicht mehr grüßt. Jesus sagte nicht umsonst: "Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch!" Mt 7,12a. Stellen wir uns einmal vor, alle Menschen würden sich so verhalten? Aber wie oft versage ich. Ich freue mich, wenn andere mich freundlich grüßen und sich aufrichtig danach erkundigen, wie es mir geht, aber tue ich es auch?

Wie gut haben wir es als Christen hier in Deutschland und Europa, dass wir nicht mehr verfolgt und bedrängt werden, wie Christen in anderen Ländern. Wir werden vielleicht unfreundlich angesprochen oder von Menschen geringschätzend behandelt, aber oftmals ist es nur menschlich und hat nicht einmal etwas mit dem Glauben zu tun. Aber wie reagieren wir als Christen: Üben wir Liebe, bleiben wir freundlich, liegen uns alle Menschen am Herzen?

Wenn wir es nicht schaffen, in der Gemeinde alle Geschwister zu lieben, in der Familie niemand den Vorrang vor anderen zu geben oder am Arbeitsplatz auch mit schwierigen Arbeitskollegen klarzukommen, wie wollen wir in Verfolgungszeiten unsere Feinde lieben? Und wenn wir als Gläubige es nicht einmal schaffen, in einem anonymen Forum uns zu ertragen und füreinander zu beten, wie wollen wir vor Jesus bestehen?

Als ich vorhin in dem Buch: Heavenly Man - Die atemberaubende Geschichte von Bruder Yun, davon las, wie viel Leid Yun und seine Frau erduldet haben, so kann man es nicht ertragen und weiterhin die Feinde lieben, wenn nicht Jesu Liebe unsere Herzen erfüllt. Wie viel Leid überhaupt, ertragen viele verfolgte Glaubensgeschwister in der Welt! Sollten wir uns da überhaupt bekümmern, wenn jemand uns ignoriert oder missachtend wegblickt? Ich möchte lernen, auch diese „kleinen“ Prüfungen zu nehmen und mich in Geduld und Liebe für andere zu üben.

Im Römerbrief lesen wir, mit Hinweis auf das Buch der Sprüche: "»Wenn nun deinen Feind hungert, so speise ihn; wenn ihn dürstet, so gib ihm zu trinken! Denn wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.«" Röm 12,20. Und Jesus sagt: "Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist! Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe?" Mt 5,44-46. Diese Liebe hat uns Jesus vorgelebt und ich möchte von Ihm lernen.

Herzliche Grüße,
José

Offline Jose

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Gott ist Liebe
« Antwort #4 am: 21 Oktober 2012, 23:46:36 »
Auch Prediger des Evangeliums wissen noch nicht alles, was mich aber sehr überrascht hat, ist dass selbst einem D. L. Moody noch eine sehr wichtige Erkenntnis fehlte.


Hierin ist die Liebe Gottes zu uns offenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten. 1. Johannes 4,9

Der amerikanische Prediger Dwight L. Moody (1837-1899) hatte in Europa den ehemaligen Taschendieb Henry Moorhouse kennen gelernt. Dieser hatte eine Lebenswende vollzogen und predigte nun auch selbst die gute Botschaft von Jesus Christus.

Äußerlich wirkte Moorhouse nicht sonderlich beeindruckend; und Moody war skeptisch, ob er ein guter Prediger war. Doch als er 1868 nach Amerika kam und auch Moody aufsuchen und für ihn predigen wollte, musste dieser gerade für ein paar Tage verreisen. Aber man beschloss, wenigstens einen Versuch mit Moorhouse zu machen.

An den Beginn seiner ersten Predigt in Chicago stellte Moorhouse den Bibeltext: "Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe" (Johannes 3,16).

Nach der Predigt überlegten die Verantwortlichen, wie sie weiter verfahren sollten. Moorhouse sprach so ganz anders als die Prediger, die sie kannten. Dennoch ließen sie ihn auch am nächsten Abend predigen. Zum Erstaunen der Hörer stützte sich auch die zweite Predigt wieder auf denselben Bibelvers: Johannes 3,16.

Als Moody am folgenden Tag zurückkehrte, erkundigte er sich bei seiner Frau Emma nach Moorhouse. "Er hat den Leuten sehr gefallen. ... Aber er predigt ein bisschen anders als du. Er sagt den schlimmsten Sündern, dass Gott sie liebt!" - Moodys Urteil stand fest. "Er irrt sich", sagte er kurz. Seine Frau aber bemerkte: "Ich denke, du wirst ihm zustimmen, wenn du ihn hörst. Denn er stützt alles, was er sagt, auf die Bibel."


Gott ist Liebe. 1. Johannes 4,16

Bis dahin hatte Moody in seinen Predigten Gott als einen zornigen Gott dargestellt, der nicht nur über die Sünden der Menschen zornig ist, sondern auch über alle noch unbekehrten Sünder. Nun war er gespannt, Moorhouse selbst zu predigen hören. Wie begründete der seine Meinung, dass Gott Sünder liebt? 

Erneut begann Moorhouse seine Ansprache mit Johannes 3,16: "So hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab ..." 

Moody berichtete später: "Moorhouse begann mit der Schöpfungsgeschichte und ging bis zur Offenbarung, um zu beweisen, wie sehr Gott zu allen Zeiten die Welt geliebt hat. ... Bis zu diesem Augenblick hatte ich nicht gewusst, wie sehr Gott uns liebt. Mein Herz fing an aufzutauen. Ich konnte die Tränen nicht zurückhalten." 

Noch eine ganze Woche lang predigte Moorhouse in Chicago - immer über denselben Bibeltext. Über einen der Abende sagt Moody, dass die Überzeugung von der Liebe Gottes tief in sein Herz drang: "Bis dahin hatte ich gepredigt, dass Gott mit einem zweischneidigen Schwert hinter dem Sünder her war, um ihn damit niederzuhauen. ... Jetzt predige ich, dass Gott voller Liebe hinter ihm her ist; und dass die, die vor Gott weglaufen, vor seiner Liebe weglaufen." 

Abend für Abend predigte Moorhouse seinen Hörern die gute Botschaft. Liebevoll, aber eindringlich stellte er ihnen die Notwendigkeit der Umkehr vor, um vor dem kommenden Zorn Gottes gerettet zu werden (1. Thessalonicher 1,10). Im Mittelpunkt seiner Predigt aber stand die unfassbare Liebe Gottes, die in Jesus Christus völlig sichtbar geworden ist. 

Am letzten Abend schloss Moorhouse mit den Worten: "Meine Freunde, eine ganze Woche lang habe ich jetzt versucht, euch zu sagen, wie sehr Gott euch liebt, aber ich kann es nur mit einer armseligen, stammelnden Zunge erklären ..." 

Quelle: Die Gute Saat, 03. Februar 2010 und 04. Februar 2010



Dieses Zeugnis hat auf mich einen großen Eindruck gemacht. Es ist mir oft eine Ermahnung, mich zu überprüfen - bei allem was ich tue -, ob ich dabei aus Liebe handle und in der Abhängigkeit von Gott.

Herzliche Grüße,
José
« Letzte Änderung: 22 Oktober 2012, 00:04:49 von Jose »

Offline Jose

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Unfasslich
« Antwort #5 am: 24 Oktober 2012, 23:49:31 »

Sooft ich auch, o Herr, mir vorgestellt,
was Du an bittren Leiden hast erlitten,
als Du, verworfen von der Welt,
den großen Streit am Kreuze hast gestritten -
unfasslich blieb mir Deine Qual.

Und doch: weit unbegreiflicher ist mir geblieben,
dass Du, Herr, die Dich eben noch so tief verwundet,
also konntest lieben.

Und selbst, als Gott sich dann von Dir gewandt,
dort, als Du littest um der Sünde willen,
da hob sich höhnend ihre Hand,
und niemand war, um Deinen Schmerz zu stillen.

Ich habe, Herr, nicht minder Dich betrübt, und heut
noch ist mein Herz oft kalt geblieben;
doch Du hast immer nur geliebt:
Unfasslich bleibt mir, Herr, Dein treues Lieben.


Quelle: Unbekannt