Autor Thema: Warum ich hier bin  (Gelesen 4004 mal)

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möchteVerstehen

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Warum ich hier bin
« am: 18 Oktober 2012, 21:30:35 »
Hallo miteinander,

ich möchte kurz erklären, warum ich hier bin. Ich bin nämlich nicht wiedergeboren oder gläubig. Wenn mein Anliegen hier unpassend ist, als störend oder gar ärgerlich empfunden wird, dann sagt mir das bitte. Ich möchte niemanden verärgern oder verletzen.
Ich fühle mich stark zum Buddhismus hingezogen, könnte mich vielleicht sogar als Buddhistin bezeichnen. Da ich Beiträgen entnommen habe, dass Buddhismus als okkult eingestuft wird (hab ich zumindest so verstanden), wäre es für mich auch in Ordnung, wenn ihr mich lieber nicht hier hättet.

Also jetzt zu meinem Anliegen. Ich komme aus einem christlichen Elternhaus. Mein Vater war sehr gläubig und bibeltreu. Er hat die Bibel ständig studiert. Und als ich die Beiträge hier las, da fühlte ich mich sehr an ihn erinnert, ich denke er hätte hier gut her gepasst und sich hier unter Geschwistern gefühlt.
Ich selbst bin schon mit 18 zuhause ausgezogen und inzwischen gehe ich auch schon auf die 50 zu. In meiner Teenagerzeit habe ich mich viel mit der Bibel beschäftigt (sicher bei weitem nicht so viel wie ihr) auch später immmer mal wieder versucht einen Zugang dazu zu finden, es ist mir aber nie gelungen. Das ist aber eigentlich nicht mein Thema.
Mein Vater ist vor zwei Jahren gestorben und ich weiß, dass es für ihn sehr schwer war, dass keines seiner Kinder gläubig ist. Das verstehe ich. Da er sich sicher sein muss, dass ich einmal in der Hölle landen werde und ich doch seine Tochter bin, muss ihn das belastet haben. Als er starb, konnte er sich nicht von mir verabschieden mit "wir sehen uns" so wie er es bei meiner Mutter tat.
Ich hätte ihm das gerne erspart, aber ich habe eben nie einen Zugang zu seinem Glauben gefunden. Er hat immer viel von seinem Glauben gesprochen und ich fand seine Argumente immer durchaus einleuchtend. Einige Dinge habe ich aber nie nachvollziehen können. Das habe ich aber nicht angesprochen, weil ich ihn nicht verletzen wollte, das hat uns einfach immer sehr getrennt.
Und da ich meinen Vater gerne verstehen möchte und ich denke, ihr glaubt auf seine Weise, würde ich euch gerne die Fragen stellen, die ich meinem Vater nicht gestellt habe.
Wie bereits gesagt, wenn ihr das nicht möchtet, habe ich Verständnis dafür.

Ansonsten, danke fürs "Zuhören" und liebe Grüße

Offline Jose

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Re: Warum ich hier bin („möchteVerstehen“)
« Antwort #1 am: 18 Oktober 2012, 22:20:46 »
Hallo „möchteVerstehen“,
ich möchte nicht dem Administrator dieses Forums, Roland, vorgreifen, aber meinerseits möchte ich dir sagen, dass ich mich über deine Worte sehr gefreut habe und danke dir für deinen Mut, dich von Anfang an vorzustellen und dein Anliegen kundzutun. Ich wünsche dir eine sehr gesegnete Teilnahme in diesem Forum.

Vielen Dank auch für die Worte über deinen Vater, der ganz bestimmt viel für dich gebetet hat. Seine Gebete sind bei Gott nicht vergessen, auch wenn dein Vater die Erhörung seiner Gebete nicht zu seinen Lebzeiten erlebt hat.

Zitat von: möchteVerstehen
Mein Vater ist vor zwei Jahren gestorben und ich weiß, dass es für ihn sehr schwer war, dass keines seiner Kinder gläubig ist. Das verstehe ich. Da er sich sicher sein muss, dass ich einmal in der Hölle landen werde und ich doch seine Tochter bin, muss ihn das belastet haben. Als er starb, konnte er sich nicht von mir verabschieden mit "wir sehen uns" so wie er es bei meiner Mutter tat.

Diese deine Worte haben mich sehr bewegt. Danke für dein ehrliches Bekenntnis und auch für deinen Wunsch, nun deinen Vater endlich verstehen zu können. Denke aber bitte daran, dass du die Gnade der Sündenvergebung und Erlösung mit dem Verstand nie wirst wirklich verstehen können, weil es persönlich erlebt werden muss und erlebt werden darf, von jedem, der Jesus ernstlich sucht.

Wobei wir gar nicht so viel von Verstand reden dürfen und wenn du mich fragen würdest, ob ich verstehe, was Gott an mir getan hat, so müsste ich dir sagen: Mit dem menschlichen Verstand nicht, aber durch den Glauben, den Gott allen schenken möchte, die IHN von ganzem Herzen suchen.

Im Alten Bund lesen wir die Worte Jeremias an Israel, - aber Gott spricht so zu allen Menschen: "Ruft ihr mich an, geht ihr hin und betet zu mir, dann werde ich auf euch hören. Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR" Jer 29,12-14a

Liebe Grüße,
José

Offline Roland

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Re: Warum ich hier bin
« Antwort #2 am: 18 Oktober 2012, 22:29:17 »
Hallo möchteVerstehen,

herzlich willkommen hier im Forum. Erst einmal vielen Dank für die Offenheit in Deiner Vorstellung - ich denke, dass hierzu viel Mut erforderlich ist.

Zitat
Wenn mein Anliegen hier unpassend ist, als störend oder gar ärgerlich empfunden wird, dann sagt mir das bitte ....... wäre es für mich auch in Ordnung, wenn ihr mich lieber nicht hier hättet.
Wenn ich Dir etwas salopp antworten darf: Diesen "Zahn möchte ich Dir gleich ziehen", denn ich bin mir sicher, dass Du hier richtig bist. Na ja, es gibt einige User, die sich über meine Beiträge geärgert haben - und ich schreibe immer noch....... Ich freue mich jedenfalls, dass Du hier bist und ich bin mir sicher, dass ich nicht der Einzige bin, der sich darüber freut.

Zitat
Und da ich meinen Vater gerne verstehen möchte und ich denke, ihr glaubt auf seine Weise, würde ich euch gerne die Fragen stellen, die ich meinem Vater nicht gestellt habe.
Gerne. Du kannst hier im Forum alle Fragen stellen, die Du stellen möchtest. Ich bin mir sicher, dass die anderen TN es genauso sehen.

Wie bereits erwähnt, bin ich sehr von Deiner Offenheit beeindruckt. Ich werde mir Mühe geben, Dir die gleiche Offenheit entgegen zu bringen.

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

möchteVerstehen

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Re: Warum ich hier bin
« Antwort #3 am: 19 Oktober 2012, 15:59:42 »
Vielen Dank, für das herzliche Willkommen. Da möchte ich doch gleich meine erste Frage stellen.

Wie versteht ihr Liebe?

Ich habe immer gespürt, dass ich mich in meinem Verständnis hier von meinem Vater unterscheide, wollte das aber nicht ansprechen, da ich befürchtete, er könne es so auffassen, dass ich ihm Lieblosigkeit vorwerfe. Ich denke, dass wäre in einer Vater - Tochter Beziehung verletzend. Ich halte und hielt meinen Vater auch nicht für lieblos, wir haben uns jedoch in dem unterschieden, welche Auswirkungen unser jeweiliges Verständnis von Liebe, auf unser Verhalten hat.

Ich glaube, von vielen abstrakten Begriffen, besonders dann, wenn sie an starke emotionale Inhalte geknüpft sind, gibt es sehr unterschiedliche Definitionen. Oft denkt man jedoch, man spricht vom selben, weil man das selbe Wort verwendet. Das führt häufig zu Mißverständnissen.

In einem Beitrag habe ich gelesen, dass eine Unterscheidung zwischen Liebe im christlichen Sinne und humanistischer Liebe getroffen wurde. Das würde ich gerne genauer verstehen.

Vielen Dank, für die Bmühungen und die Hilfe

Offline Roland

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Re: Warum ich hier bin
« Antwort #4 am: 19 Oktober 2012, 22:14:57 »
Hallo möchteVerstehen,

prima, dass Du mit dem Thema "Liebe" beginnst, denn dies ist einer der zentralen Begriffe des Wortes GOTTES (Bibel).

Unter Liebe verstehen wir ein starkes Gefühl des Hingezogenseins, eine innige Zuneigung, beispielsweise zu einem Freund, zu den Eltern oder zum Kind; eine gefühlsbetonte, seelische Bindung an jemand; ferner die wohlwollende Zuneigung GOTTES zu Seinen Geschöpfen. Auch das starke oder leidenschaftliche Gefühl der Zuneigung zu einem Menschen des anderen Geschlechts, das den Wunsch nach ehelicher Vereinigung erweckt. Sinnverwandt mit "Liebe" ist "Hingabe".

Abgesehen von den oben erwähnten Bedeutungen, spricht die Bibel auch von einer Gerechtigkeitsliebe oder der Liebe zu Feinden, zu denen man (naturgemäß) keine Zuneigung hat.

Im Hebräischen wird die Liebe in den oben angeführten Bedeutungen vorwiegend mit dem Verb ?ahév oder ?aháv ("lieben") sowie dem Substantiv ?ahaváh ("Liebe") bezeichnet, wobei der Kontext über die Bedeutung und den Grad der erwähnten Liebe entscheidet.

Im 2. Teil der Bibel (Neues Testament) werden hauptsächlich Formen der Wörter agáp? und philía verwendet sowie zwei Ausdrücke, die von storg? abgeleitet werden (ér?s [die Liebe zwischen den Geschlechtern] wird nicht gebraucht); agáp? kommt aber häufiger vor als die anderen Ausdrücke.

Über das Substantiv agáp? und das Verb agapá? heißt es in dem Werk Vine’s Expository Dictionary of Old and New Testament Words (1981, Bd. 3, S. 21):

Zitat
Die Liebe ist nur an Taten zu erkennen. Gottes Liebe zeigt sich in der Gabe seines Sohnes, I Joh. 4:9, 10. Diese Liebe hat aber offensichtlich nichts mit Selbstzufriedenheit oder Zuneigung zu tun, das heißt, sie wurde nicht durch irgendwelche Tugenden derer hervorgerufen, an denen sie sich äußerte, Röm. 5:8. Es handelte sich dabei um die Ausübung des göttlichen Willens nach freier Erwählung, die ohne stichhaltigen Grund erfolgte, abgesehen davon, daß er im Wesen Gottes selbst liegt, vgl. Deut. 7:7, 8.

Zu dem Verb philé? bemerkt W. E. Vine (Bd. 3, S. 21, 22):

Zitat
[Es] unterscheidet sich von agapao insofern, als phileo eher zarte Zuneigung bedeutet. . . . Das Leben zu lieben (phileo) aufgrund eines übertriebenen Verlangens, es ohne Rücksicht auf dessen wahren Zweck retten zu wollen, stößt auf den Verweis des Herrn in Johannes 12:25. Andererseits bedeutet das Leben zu lieben (agapao), wie es in I Pet. 3:10 gesagt wird, die wahren Interessen des Lebens zu berücksichtigen. In diesem Fall wäre das Wort phileo nicht angebracht.

In James Strongs Exhaustive Concordance of the Bible heißt es in dem griechischen Wörterbuch (1890, S. 75, 76) unter philé?:

Zitat
Befreundet sein mit (gern haben [eine Person oder einen Gegenstand]), z. B. Zuneigung haben zu (womit eine persönliche Bindung gemeint ist, bei der es um Empfindungen oder Gefühle geht; während . . . [agapá?] umfassender ist und besonders das Urteil und die bewußte Zustimmung des Willens aus grundsätzlichen Erwägungen, Pflichtbewußtsein und Anstand einschließt . . .).

Agáp? bezeichnet im NT ganz umfassend alle echte Liebe: die Liebe GOTTES zu uns Menschen (Johannes 3,16), die daraus entspringende Liebe der Menschen untereinander (Matthäus 22,39), die Feindesliebe (Matthäus 5,44), die Liebe des Mannes zur Frau (Epheser 5,25.28.33); ebenso aber auch egoistische, fehlgeleitete Liebe (Lukas 11,43; 2. Timotheus 4,10; 2. Petrus 2,15; 1. Johannes 2,15).

Menschliche Liebe kann aber auch fehlgehen, zum Besitz (Prediger 5,9) und sogar zum Bösen (Micha 3,2). Damit fordert sie GOTTES Gericht heraus, hinter dem im letzten aber doch wieder die Liebe steht.

Die letzte Voraussetzung und Grundlage all unserer Liebe hat GOTT uns erst in seiner erlösenden, heilbringenden Liebestat in JESUS CHRISTUS geschenkt (Johannes 3,16). Die Liebe GOTTES zur gottentfremdeten, in der Sünde verderbenden Menschheit führt die Hingabe Seines Sohnes herbei, deren Ziel Rettung und neues Leben der Menschen ist. Das heißt:

- Der Ursprung dieser Liebestat ist Gottes Wille, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (1. Timotheus 2,4).

- Seine Sünderliebe besiegelt JESUS mit dem Tod am Kreuz. In dieser Hingabe hat er jeden Menschen geliebt, lange bevor ihm das bewusst wird (Römer 5,6-8.10; Galater 2,20).

- Das Ziel des Liebesdienstes JESU ist der Loskauf der Menschheit aus der Gewalt des Bösen (Markus 10,45). In ihm begegnet uns die Liebe GOTTES, die uns mit GOTT versöhnen und zu einem neuen Leben fähig machen will (Römer 5,8-11; Epheser 2,4-6).

Darum ist es für jeden Menschen entscheidend, daß er JESUS liebt; wenn wir das tun, erreicht uns damit die Liebe des VATERS (Johannes 16,27).

Die Botschaft der Bibel zielt nun immer darauf, daß wir die Liebe GOTTES in CHRISTUS ergreifen, in ihr bleiben und dadurch von ihr umgestaltet werden.

In dieser GOTTES- und Nächstenliebe gilt es zu bleiben (Johannes 15,9f). Unser Verhältnis zu GOTT und unsere Christuserkenntnis ist davon abhängig (2. Petrus 1,7f; 1. Johannes 4,7f). Wer seinen Bruder nicht liebt, ist nicht aus GOTT (1. Johannes 3,10), wer es aber tut, ist aus dem Tode ins Leben hindurchgedrungen (V. 14). Wer GOTT liebt, der liebt auch seinen Bruder (1. Johannes 4,20f).

Durch das Liebeswerk CHRISTI sind die Jünger Freunde JESU (griech. philoi; Johannes 15,9-15) geworden, eigentlich "Geliebte, Vertraute", die er in GOTTES Weg und Willen eingeweiht hat, so dass sie in ganz anderer Weise als etwa ein Sklave Seine Gebote halten können.

Diese Liebe ist langmütig und gütig; sie zieht keine eifersüchtigen Vergleiche, prahlt nicht, bläht sich nicht auf, verliert nicht die Haltung; sie ist nicht egoistisch, läßt sich nicht aufregen, grübelt nicht über das Böse; sie hat keine Freude am Unrecht, wo es auch geschieht, freut sich vielmehr mit der Wahrheit; sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält alles aus. Sie führt den Jünger in der Nachfolge bis zur Hingabe seines Lebens.

Durch die Liebe in CHRISTUS werden schließlich auch alle sozialen Ordnungen von innen her erneuert: die Ehe, das Verhältnis von Eltern und Kindern in der Familie, das Arbeits- und Dienstverhältnis usw.

Neben der rettenden Liebe zu und aus GOTT steht aber auch die Verderben bringende Liebe, die an Ihm vorbeigeht. So lieben die Menschen, selbst wenn das Licht, das gnädige Rettungshandeln Gottes in JESUS zu ihnen kommt, die Finsternis, d.h. die Dinge dieser Welt und die Verborgenheit der Sünde, mehr (Johannes 3,19). Weil sie die Ehre vor Menschen höher schätzen, bleiben führende, im Herzen angerührte Juden JESUS doch fern (Johannes 12,43). Und das (Wieder-)Liebgewinnen der Welt führt Demas von Paulus und damit vom Herrn fort (2. Timotheus 4,10).

Weil das Herz des Menschen sich immer wieder so binden möchte, rufen JESUS und die Apostel zur klaren Entscheidung auf:

Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebhat, in dem ist nicht die Liebe des VATERS (1. Johannes 2,15).

Liebt ein Mensch das Geld, so kann er GOTT nicht mehr lieben, und umgekehrt (Matthäus 6,24). Wenn die Bindung eines Menschen an Eltern und Familie ihn vom HERRN trennt, dann gilt es, JESUS mehr zu lieben als sie (Matthäus 10,37; Lukas 14,26). Ja, es gilt, ihn mehr zu lieben als das eigene Leben. Wer dies Leben für sich erhalten will, verliert es; wer aber bereit ist, es in Liebe zu JESUS hinzugeben, der wird es finden, d.h. vor GOTT jetzt und in Ewigkeit haben (Matthäus 10,39; 16,25; Johannes 12,25).


Der Apostel Johannes schreibt:

GOTT ist Liebe (1. Johannes 4,8).

ER ist die Liebe in Person, denn die Liebe ist Seine vorherrschende Eigenschaft.

Shalom
Roland

P. S.: - Kannst Du mit den Bibelstellenangaben (z. B. "1. Johannes 2,15") etwas anfangen?
         - Hast Du eine Bibel zur Hand, um Bibelstellen nachlesen zu können?
         - Das war jetzt eine sehr umfangreiche Antwort. Möchtest du kürzere und prägnanter Antworten oder lieber 
           umfassendere Antworten?
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Offline Jose

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Re: Wie versteht ihr Liebe?
« Antwort #5 am: 19 Oktober 2012, 22:16:42 »
Liebe „möchteVerstehen“,
ich habe in Antwort auf deine Frage das Thema: Was ist Liebe?, eröffnet. Mich beschäftigt das Thema selber immer wieder sehr, und ich dachte mir, in einem eigenen Thema kann auch ich mich selber damit besser auseinandersetzen.

Liebe ist nicht einfach ein Gefühl, denn sonst hätten wir ein Problem zu verstehen, warum Gott aus Liebe Seinen Sohn am Kreuz hat sterben lassen. Wenn wir Liebe verstehen wollen, müssen wir Gott verstehen, das können wir mit unserem Verstand nicht. Aber wir fangen an zu verstehen, wenn die Liebe Gottes durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen ist (siehe Römer 5,5).

Herzliche Grüße,
José

möchteVerstehen

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Re: Warum ich hier bin
« Antwort #6 am: 20 Oktober 2012, 13:01:32 »
Lieber Roland,

vielen Dank für deine umfassende Antwort und die Mühe die du dir damit gemacht hast. Zu deinen Fragen zum Schluss, der Umfang deiner Antwort ist für mich völlig in Ordnung, da es ja auch ein sehr komplexes Thema und eben auch ein zentrales Thema der Bibel ist. Aber es kostet dich eben auch viel Zeit, so ausführlich zu schreiben, ich hoffe das ist okay. Wie man Bibelstellen nachschlagen kann wei0 ich, aber ich habe derzeit keine Bibel zur Hand.

Ich glaube, einiges verstanden zu haben. Ich würde das aber gerne ausführen, was ich glaube zu verstehen, damit du mich korrigieren kannst, wenn ich dich mißverstanden haben sollte.

Liebe ist also zum einen das Gefühl der Liebe, wie z.B. die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind und die aus diesem Gefühl entspringenden Handlungen. Diese Handlungen wären dan  so, dass sie darauf ausgerichtet sind, dass es dem geliebten Subjekt so gut wie möglich geht. Ich denke mal, soweit würde sich das nicht von dem unterscheiden, was hier als humanistische Liebe bezeichnet wurde.

Liebe ist demnach auch erst mal neutral, ihr Wert hängt davon ab, auf welches Objekt oder Subjekt sie sich richtet. Also ob auf den Nächsten, auf Besitz, auf das Ego oder auf Gott.

So wie ich das verstanden habe, kommt da noch die Liebe zur Wahrheit ond/oder Gerechtigkeit hinzu, die auch dazu führen kann, dass Gott, der die Menschen liebt, einen Menschen richtet und verwirft.

Auch für seine Anhänger kann es dazu führen, dass sie Bezihungen zu anderen Menschen abbrechen (?), weil die Liebe zu Jesus und seiner Lehre höher steht, selbst wenn es sich um Familienangehörige handeln sollte.

Habe ich das so richtig verstanden?

Nochmals danke für die Zeit und die Bemühung,

herzliche Grüße,

Moe

Offline Roland

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Denn ICH bin gekommen, den Menschen zu entzweien.....
« Antwort #7 am: 21 Oktober 2012, 17:41:58 »
Hallo Moe,

Du hast mich richtig verstanden. Hier noch einige kleine Anmerkungen:

Zitat
die auch dazu führen kann, dass Gott, der die Menschen liebt, einen Menschen richtet und verwirft.
Die Bibel lehrt, dass GOTT will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. GOTT hat alles dafür getan, dass jeder Mensch errettet wird, denn Er hat Seinen Sohn nicht verschont, sondern an unserer Stelle sterben lassen. Du und ich - wir haben diese Strafe verdient, nämlich die ewige Verdammnis. JESUS hat unsere Strafe auf Sich genommen. Wenn jemand das Opfer JESU ablehnt, muss er die Konsequenzen tragen, nämlich dass GOTT diese Person richtet und verwirft (wie Du schon geschrieben hast). Es gibt nach dem Tod keine Gelegenheit mehr, diesen Prozess rückgängig zu machen oder zu beeinflussen. Jeder Mensch wird vor dem Richterstuhl GOTTES erscheinen. Die Frage wird sein, ob wir zu Lebzeiten das Opfer JESU angenommen und unser Leben dem HEILAND übergeben haben.

Zitat
Auch für seine Anhänger kann es dazu führen, dass sie Bezihungen zu anderen Menschen abbrechen (?), weil die Liebe zu Jesus und seiner Lehre höher steht, selbst wenn es sich um Familienangehörige handeln sollte.
Der HERR JESUS sagt:

Denn ICH bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Feinde des Menschen werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als MICH, der ist MEINER nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als MICH, der ist MEINER nicht wert. (Matthäus 10,35-37).

Das Ergebnis des Evangeliums ist Frieden mit GOTT (Johannes 14,27; Römer 8,6), doch bringt das Evangelium häufig Konflikte. Die Bekehrung zu JESUS kann zu Spannungen in der Familie führen, zu Vertreibung und sogar zum Tod (z. B. in moslemischen oder hinduistischen Familien). Wer dem HERRN JESUS nachfolgt, muss willig sein, solche Nöte zu erleiden. CHRISTUS wird zwar

Friedefürst (Jesaja 9,5)

genannt, doch will ER uns nicht der Illusion überlassen, ER berufe uns zu einem konfliktfreien Leben.

Es gibt viele Beispiele, die die Worte JESU bestätigen. Mir sind beispielsweise Fälle bekannt, dass Kinder drogenabhängig waren. Den Eltern war es völlig egal und kümmerten sich nicht um ihre süchtigen Kinder. Als diese Kinder sich bekehrten (also Christen wurden) und von ihrer Sucht befreit wurden, entwickelten die Eltern plötzlich einen großen Aktivismus. Sie beschimpften ihre Kinder ("was für eine Schande, wenn die Nachbarn das mitbekommen, dass Du "fromm" geworden bist usw.) und wollten ihrem Nachwuchs den Glauben wieder "austreiben".

Ich hoffe, dass ich mich verständlich ausrücken konnte.....

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

möchteVerstehen

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Re: Warum ich hier bin
« Antwort #8 am: 23 Oktober 2012, 21:39:13 »
Lieber Roland,

nochmal danke für die klaren Worte. Ich weiß nicht, ob das nachvollziehbar ist, aber es bedeutet mir viel, meinen Vater zu verstehen und so z.B. bei Verhaltensweisen, die mich manchmal irritiert haben, die dahinter stehenden Motive verstehen zu können.

Ich habe noch eine Frage und hoffe, dass sie nicht als Provokation aufenommen wird. Es ist eine Frage, die mich ernsthaft bewegt, die ich aber nie gestellt habe, weil sie irgendwie dämlich und provokativ klingt. Ich kann aber versichern, ich will niemanden hier provozieren. Ich habe größten Respekt vor euch und der sehr ernsthaften Art, in der ihr euch um den rechten Glauben bemüht. Und ich bewundere auch die Offenheit mit der mir hier begegnet worden ist.

Also hier ist meine Frage.

Ich halte das ganze Gedankengebäude eures Glaubens für in sich sehr schlüssig. Ein ganz entscheidender Stein in diesem Gebäude scheint mir die Aussage Jesu zu sein, dass er die Wahrheit und der einzige Weg zu Gott ist. Wenn man diese Aussage als wahr annimmt, wäre es der pure Wahnsinn, nicht sofort seine Zuflucht bei Jesus zu suchen, da er dann ja die einzige Wahrheit ist und verkündet.

Ich kenne mich nun gar nicht im Koran aus und weiß wenig über den Isalm. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es auch von Mohamed ähnliche Aussagen gibt, die einen Anspruch darauf erheben, die einzige Wahrheit zu haben.

Es wird wahrscheinlich noch weitere monotheistische Glaubensvarianten geben, bei denen man einen ebenso garteten Anspruch findet.

Meine Frage ist die und die ist wirklich ernsthaft gemeint und nicht as Provoktion, aus welchem Grund der Wahrheitsanspruch Jesu gewichtiger ist als der anderer Glaubensvertreter?

Ich bin mir sicher, dass es dafür einen angemessenen grund gibt, ich habe einfach nie danach gefragt.

Danke, für die zeit die ihr euch nehmt. Ich kann mir vorstellen, dass das etwas abstrus wirkt, was ich da von mir gebe.

Herzliche Grüße,

Moe

Offline Roland

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JESUS - der einzige Weg zu GOTT
« Antwort #9 am: 23 Oktober 2012, 22:48:00 »
Liebe Moe,

ich finde Deine Frage weder provokativ noch "dämlich", sondern absolut berechtigt. JESUS sagt von Sich selbst, dass Er der einzige Weg zu GOTT ist und dann sollten seine Nachfolger, die Christen, diesen Absolutheitsanspruch auch begründen können.

Grundsätzlich ist es so, dass keine Religion rettet, auch nicht die christliche, wenn sie sich als Religion gebärdet. Es gibt nur einen GOTT, nämlich Den, Der Himmel und Erde gemacht hat. Nur die Bibel berichtet von diesem GOTT. Nur Er kann uns darum verbindlich sagen, was zu unserer Rettung dient. Wäre irgendeine Religion in der Lage, uns vor der ewigen Verlorenheit retten zu können, so hätte GOTT uns diese genannt. Der Kreuzestod JESU wäre dann nicht erforderlich gewesen. Da aber das Opfer von Golgatha erbracht wurde, war es zur Rettung unbedingt nötig. Somit gibt uns das Kreuz JESU den eindeutigen Hinweis, dass es keine billigere Methode gab, um die Sünde vor dem heiligen GOTT zu tilgen. Im Kreuzestod JESU hat GOTT unsere Sünde gerichtet, so dass uns nun allein die persönliche Hinwendung zu JESUS CHRISTUS und die Übergabe unseres Lebens an Ihn retten.

In allen Religionen muss sich der Mensch durch eigene Anstrengung selbst erlösen; nach dem Evangelium hat GOTT alles durch seinen eigenen SOHN getan, und der Mensch nimmt das Heil nur noch im Glauben in Empfang. Darum heißt es in Apostelgeschichte 4,12 auch so ausschließlich:

In keinem andern ist das Heil, ist auch kein anderer Name (außer JESUS) unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden.

Außer JESUS gibt es keine andere Brücke in den Himmel! Alle Religionen sind nur glitzernde Fata Morganen in der Wüste einer verlorenen Menschheit. Einem Verdurstenden hilft kein Wahnbild einer Wasserquelle. Ebenso bringt die Toleranzidee gegenüber allen Phantasiegebilden den Menschen letztlich zu Tode (Sprüche 14,12). Er braucht frisches Wasser.

Die Bibel zeigt mit großer Eindeutigkeit auf die einzige reale Oase, auf die einzige Überlebenschance, auf JESUS CHRISTUS:

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch Mich (Joh 14,6).
Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist JESUS CHRISTUS (1. Korinther 3,11)

Wer den SOHN hat, der hat das Leben; wer den SOHN GOTTES nicht hat, der hat das Leben nicht (1. Johannes 5,12).

Vielleicht klingt das jetzt alles etwas theoretisch. Ich finde, dass die obigen Gedanken eine kleine Anekdote gut ausdrückt:


Ich war in eine tiefe Grube gefallen. Mit allen Anstrengungen versuchte ich herauszukommen, doch es gelang mir nicht.

Konfuzius

Endlich kam Konfuzius vorbei und sprach: "Mein Kind, wenn du meiner Lehre gehorcht hättest, würdest du dich jetzt nicht in dieser Grube befinden"
"Das weiss ich",schrie ich, "aber das hilft mir jetzt nichts.Hilf mir,dann werde ich deine Lehre befolgen!" Aber Konfuzius setzte seinen Weg unbekümmert fort und ließ mich ohne Hoffnung zurück.

Buddha

Da schaute ein anderer über den Rand der Grube.Es war Buddha. Er kreuzte die Arme und sagte: "Mein Kind, nur wenn du deine Arme kreuzest und deine Augen schließest und in einen Zustand völliger Ruhe und Unterwerfung kommst, wirst du einmal das Nirwana erreichen, gleich wie ich. Du musst dich gleichgültig verhalten in allen äusseren Umständen, so wirst du Ruhe finden."

Mohammed

Mit stürmischen Schritten näherte sich Mohammed, beugte sich über den Rand und schaute in die Grube."Man, mache keinen solchen Lärm! Gewiß, du bist in einer elenden Lage. Hast du Angst? Du brauchst dich nicht zu fürchten. Siehe, es ist der Wille Allahs, daß du da hineingefallen bist. Bedenke das! Wer kann sich seinem Willen widersetzen? Sprich das Bekenntnis aus: ’Allah ist groß und Mohammed ist sein Prophet’. Murmele dieses Bekenntnis, bis dein Mund sich für ewig schließt – und gehe dann unter. Du wirst danach das Paradies doppelt genießen."
Und Mohammed ging weg. Aber mich elenden Menschen errette er nicht.

JESUS

Danach hörte ich eine Stimme: "Mein Kind!" Aufblickend sah ich das Antlitz JESU, des Sohnes der Menschen, voller Liebe und Mitgefühl. Kein Vorwurf kam von seinen Lippen. Er kam sofort zu mir in die Grube herab.
Er gab ja sein eigenes Leben, um mich zu erretten – Er umschlang mich mit seinen Armen, hob mich aus der Grube und setzte meine Füße auf festen Boden. Er zog mir meine schmutzigen Kleider aus und bekleidete mich mit Seinem eigenen Kleid. Dann stillte er meinen Hunger und löschte meinen Durst und sprach: "Folge mir, und ich werde dich von nun an leiten und deine Füße vor dem Fall bewahren."

Text: unbekannt

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Jose

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Warum Jesus?
« Antwort #10 am: 25 Oktober 2012, 02:12:14 »
Liebe Moe,
du fragst:

Zitat von: möchteVerstehen
aus welchem Grund der Wahrheitsanspruch Jesu gewichtiger ist als der anderer Glaubensvertreter?

Die Antwort auf die Frage hat bereits jemand vor vielen Jahrhunderten in Alten Bund gegeben: "Wer ist ein Gott wie du, der Schuld vergibt und Vergehen verzeiht dem Rest seines Erbteils! Nicht für immer behält er seinen Zorn, denn er hat Gefallen an Gnade" Mi 7,18. Und auch Petrus durfte bezeugen: "Herr, zu wem sollten wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist" Joh 6,68-69.

Wer Sündenvergebung und Frieden der Seele sucht, der kann nur zu Jesus, der gefragt hat: "Was könnte ein Mensch als Lösegeld für sein Leben geben?" Mk 8,37, aber Er selbst beantwortete die Frage: "Der Sohn des Menschen ist gekommen, um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele" Mk 10,45. Wenn wir uns die Bibelstellen anschauen, um diese Aussagen, so können wir nur stauen über das Liebeshandeln Gottes and uns, der für unseren menschlichen Verstand oft unbegreiflich ist.

Ein Moslem, mit dem ich mal ausgetauscht habe, meinte, dass Gott es nicht nötig gehabt hätte, Seinen Sohn am Kreuz sterben zu lassen. Er meinte auch, dass Jesus nur ein Prophet wie Mohamed gewesen sei, der auch die Wahrheit verkündigt hätte, Mohamed aber sei der letzte Prophet. Als ich ihn auf Johannes 14,6 hinwies: "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich" Joh 14,6, da war mein Gesprächspartner überraschend still.

Irgendwann bleiben in den Religionen die Fragen unbeantwortet oder abstrakt, insbesondere wenn es um die Sündenvergebung und das ewige Heil geht. In der Bibel aber werden genau diese Fragen beantwortet.

Herzliche Grüße,
José

möchteVerstehen

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Re: Warum ich hier bin
« Antwort #11 am: 27 Oktober 2012, 19:07:27 »
Lieber Roland, lieber Josè,

vielen Dank für Eure Antworten. Ich denke ich verstehe, was und warum ihr glaubt. Und ich denke auch, dass ich verstehe, was und warum mein Vater geglaubt hat. Und das war mir sehr wichtig, da ich denke, dass Verstehen eine sehr wichtige Voraussetzung ist, um lieben zu können.

Die Geschichte, die du Roland angeführt hast, ist sehr anrührend, ich kann verstehen, dass es sehr ergeifend sein muss, sich so von Jesus geliebt zu fühlen. Ich will eigentlich an dieser Stelle nicht über meinen Glauben diskutieren, da ich das in diesem Rahmen unangemessen finde und ich auch keinerlei Absicht hege, hier jemanden von irgendetwas zu überzeugen, aber zu dieser Geschichte muss ich doch anmerken, dass ich mir sicher bin, dass Buddha nicht die von dir beschriebenen Worte wählen würde. Die Grube, von der du schreibst, soll wahrscheinlich eine Metapher für das menschliche Leid sein. Der buddhistische Weg, Leid zu übewinden entspricht nicht dieser Aussage Buddhas in der Geschichte.

Hauptursache, warum ich nie einen Zugang zum Glauben meines Vaters finden konnte ist wahrscheinlich, dass ich nie eine Wahrheit oder Gott oder Friede und Erlösung außerhalb von mir gesucht habe, sondern all dies in mir finde. Und das ist nun sehr unvereinbar mit dem Glauben an einen persönlichen Gott und eine Heilsgeschichte. Das habe ich jetzt begriffen. Und momentan sehe ich auch keinen Anlass oder Bedarf woanders zu suchen.

Ich danke euch nochmals sehr, für die Zeit die ihr euch für mich genommen habt und für euer herzliches und liebevolles Bemühen.

Herzliche Grüße,

Moe


Offline Roland

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Re: Warum ich hier bin
« Antwort #12 am: 04 November 2012, 02:20:09 »
Liebe Moe,

die "Grube" ist keine Metapher für das menschliche Leid, sondern für die Sünde (Schuld), die uns von GOTT trennt. Würden wir nicht sündigen hätten wir uneingeschränkte Gemeinschaft mit dem lebendigen GOTT. Wenn Du nicht JESUS CHRISTUS als Deinen persönlichen Erlöser annimmst, wirst Du für immer in dieser Grube bleiben. JESUS ist der einzige Weg zu GOTT - es gibt keine Alternative. In diesem entscheidenden Punkt versagen alle Religionen.

Zitat
muss ich doch anmerken, dass ich mir sicher bin, dass Buddha nicht die von dir beschriebenen Worte wählen würde.
Gestatte mir, Dir in diesem Punkt zu widersprechen. In der Frage der "Erlösung" setzte der alte Buddhismus auf die eigene Initiative und Kraft des Individuums; fremde erlösende Hilfe – über die rechte Belehrung u. das Beispiel hinaus – etwa durch Buddha oder die arhats ist ausdrücklich ausgeschlossen. Nach buddhistischer Auffassung bedeutet "Erlösung" Befreiung aus dem Kreislauf des samsara von Geburt, Tod und erneuter Geburt und von Karma.

Daher bin ich der Meinung, dass Buddha völlig richtig in der Metapher charakterisiert wurde:
Zitat
"Mein Kind, nur wenn du deine Arme kreuzest und deine Augen schließest und in einen Zustand völliger Ruhe und Unterwerfung kommst, wirst du einmal das Nirwana erreichen, gleich wie ich. Du musst dich gleichgültig verhalten in allen äusseren Umständen, so wirst du Ruhe finden."

Durch den Buddhismus wirst Du nicht aus der Grube steigen können, d. h. Deine Religion kann die Trennung von GOTT nicht aufheben.

JESUS sagt:

ICH bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch Mich (Johannes 14,6)

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Dir Deinen Vater zum Vorbild nimmst und Dich zu JESUS CHRISTUS bekehrst. Nur bei JESUS wirst Du wahres Leben finden.

Weitere Fragen/Anmerkungen kannst Du gerne in dieses Forum einstellen.

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

möchteVerstehen

  • Gast
Re: Warum ich hier bin
« Antwort #13 am: 12 November 2012, 16:30:13 »
Lieber Roland,

danke für deine erhellende Antwort.

Gestatte mir, Dir in diesem Punkt zu widersprechen. In der Frage der "Erlösung" setzte der alte Buddhismus auf die eigene Initiative und Kraft des Individuums; fremde erlösende Hilfe – über die rechte Belehrung u. das Beispiel hinaus – etwa durch Buddha oder die arhats ist ausdrücklich ausgeschlossen. Nach buddhistischer Auffassung bedeutet "Erlösung" Befreiung aus dem Kreislauf des samsara von Geburt, Tod und erneuter Geburt und von Karma.

Das sehe ich genauso wie du. Erlösung im Sinne von Erlösung von Sünde und dadurch Einheit mit einem persönlichen Gott gibt es in diesem Sinne im Buddhismus nicht. Es gibt nur Befreiung vom Kreislauf von Geburt und Tod. Dies ist schwer zu verstehen und ich bin in meiner Erkenntnis noch nicht sehr fortgeschritten. Es gibt hier auch nur unzureichende Beschreibungen, da unsere Vorstellung unzureichend ist und nur durch die Praxis aufgelöst werden kann.
Eine Entsprechung zu Gott wäre die immerwährende Existenz eines allumfassenden Geistes und wir, wie auch alles andere, sind ein untrennbarer Teil dieses Geistes. So wie eine Welle eben nicht nur eine Welle sondern auch Wasser ist. Wenn eine Welle entsteht und dann wieder vergeht wird sie nicht geboren und stirbt sie nicht, sondern sie geht aus dem Wasser hervor und wird wieder Wasser, ohne jemals wirklich nicht Wasser gewesen zu sein. Wenn ich erkenne, dass ich immer ein Teil des Geistes bin, aus dem ich hervor in den ich zurück gehe und mein Selbst nur eine Manifestation dieses Geistes ist, aber nicht abgetrennt von diesem Geist, dann gibt es kein Werden und Vergehen. Es gibt keinen Moment an dem ich noch nicht existiert habe, da ich schon in meinen Eltern und diese wiederum in ihren Vorfahren existiert haben und wenn ich sterbe, wird sich meine momentane Manifestation verändern, aber ich werde nicht enden.
So wie ich mich jetzt schon ununterbrochen verändere und mich schon immer verändert habe. Ich bin z.B. nicht mehr das Kind, das ich einst war, bin aber gleichzeitig doch nicht jemand anderes.


Daher bin ich der Meinung, dass Buddha völlig richtig in der Metapher charakterisiert wurde:
Zitat
"Mein Kind, nur wenn du deine Arme kreuzest und deine Augen schließest und in einen Zustand völliger Ruhe und Unterwerfung kommst, wirst du einmal das Nirwana erreichen, gleich wie ich. Du musst dich gleichgültig verhalten in allen äusseren Umständen, so wirst du Ruhe finden."

Von Unterwerfung finde ich in der Lehre Buddhas nichts und gleichgültig würde ich hier gerne durch gleichmütig ersetzen. Die Meditation, auf die du hier anspielst, ist keine Religion sondern nur eine Methode der Kontemplation um die wahre Natur des Selbst zu erkennen. Aber ich stimme mit dir überein, dass Buddha nicht wie ein persönlicher Gott, anbietet die Erlösung zu übernehmen, sondern das ich es bin, der seinen Weg suchen und finden muss. Buddha ist kein Gott, sondern ein Mensch der höchste Erkenntnis erreicht hat und zahlreiche Methoden gelehrt hat, die mir auf meinem Weg hilfreich sind.


Durch den Buddhismus wirst Du nicht aus der Grube steigen können, d. h. Deine Religion kann die Trennung von GOTT nicht aufheben.

Erstens ist Buddhismus meiner Einsicht nach keine Religion sondern eine Art derLebensführung und zweitens ist im Buddhismus die Trennung von einem persönlichen Gott außerhalb meiner selbst nicht das Thema, sondern die Trennung vom allumfassenden sein, das jede Blume, jedes Tier, jeden Menschen, die gesamte Natur und eben alles umfasst. Die Trennung von einem persönlichen Gott wird im Buddhismus nicht aufgehoben, da stimme ich dir zu.

Weitere Fragen/Anmerkungen kannst Du gerne in dieses Forum einstellen.

Ich danke dir für dieses Angebot, aber ich will hier eigentlich keine Diskussion über Buddhismus entfachen, das halte ich für unpassend. Ich will auch niemanden missionieren oder überzeugen. In dem Welt- und Gottesbild an das du glaubst ist Buddhismus mit Sicherheit keine Lösung. Ich teile nur eben diese Sicht nicht.
Ich habe größten Respekt vor eurem Glauben und eurem ehrlichen Bemühen diesen zu leben. Um in deinem Bild zu bleiben muss ich aber sagen, dass ich die Grube derzeit nicht sehe, in der ich mich befinden soll. Was diesen Punkt angeht kann ich meinem Vater derzeit Verstehen, Repsektund tiefe Dankbarkeit für viele gute Dinge die er mir gelehrt hat entgegenbringen. Er hat mir gezeigt, dass Sein wichtiger ist als haben, dass der Erwerb von geistigen Werten und innerem Frieden wichtiger ist als der von materiellen, dass es zu allererst wichtig ist nach Erkenntnis zu streben und das das Leben eine feste und verantwortungsvolle Basis benötigt, damit ich und andere keinen Schaden nehmen.
Seiner Weltsicht folgen kann ich nicht.

Herzliche Grüße,

Moe

Offline Roland

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Ich war Buddhist
« Antwort #14 am: 27 Dezember 2012, 22:10:30 »
Hallo Moe,

nachstehend ein Bericht eines ehemaligen Buddhisten, der Christ geworden ist. Ich wünsche Dir, dass Du ebenfalls den lebendigen GOTT findest:

Elke und Martin Kamphuis berichten aus ihrem bewegten Leben, wie sie von dem Buddhismus zum lebendigen Glauben an Jesus Christus gefunden haben

Die Seligkeit auf Erden zu finden war das Ziel von meinem Mann und mir. Zunächst versuchte ich mein Glück in einer Ehe, die jedoch scheiterte. Ich engagierte mich in der Frauenbewegung. Ich dachte, die Ursache aller Probleme ist die Unterdrückung der Frau. Außerdem besuchte ich eine Selbsterfahrungsgruppe. Dort wurde mir meine Kindheit als unglücklich und bedauernswert vor Augen geführt. Diese Gespräche führten zu noch mehr Problemen, sodass ich sogar an Therapien teilnahm. Weil ich aber auch hier nicht das Glück fand, wendete ich mich der Esoterik zu.

Mit dem Christentum verband ich damals nur Vorschriften. In der Esoterik genoss ich dagegen eine gewisse Freiheit. Niemand sagte mir, was ich zu tun habe. Ich beendete meine psychotherapeutische Ausbildung und lernte Martin Kamphuis kennen. Er war ein praktizierender niederländischer Psychologe. Mit ihm zog ich nach Amsterdam. Dort praktizierte ich "alternative Psychotherapie". Martin war zuvor in Indien tibetischer Buddhist geworden. Er erzählte mir, dass er bei den Meditationen teilweise wunderbare Erfahrungen gemacht hatte, von denen im Alltag jedoch nichts zu spüren war.

Mit meiner therapeutischen Arbeit stießen wir bald an Grenzen. Wir konnten vielen Leuten nur bedingt helfen. Wir entschieden uns, eine Weltreise zu machen und suchten in der Meditation die richtige Route für unser Leben. Wir einigten uns auf Indien und Indonesien. Damals hatte ich einen Traum: Ich sah den Kontinent Australien und hörte ganz klar eine Stimme, die zu mir sprach, dort wirst du in dein Herz kommen. Für mich war die Botschaft klar. In Australien würde ich finden, was ich immer gesucht habe.

In Indien besuchte Martin seinen verstorbenen Guru, der einbalsamiert in einem Glaskasten saß. Während er Kontakt mit dem "Geist" des Gurus aufzunehmen versuchte, hörte auch er eine Stimme, die zu ihm sagte, er solle seinen eigenen Weg gehen. Martin war verwirrt.

Nachdem wir bestohlen wurden und Martin durch den Biss einer Schlange fast gestorben wäre, reisten wir nach Indonesien. Wir spürten dort eine so enorme Präsenz böser Mächte, dass wir den Inselstaat schnell in Richtung Australien verließen. Als wir dort landeten, waren wir völlig am Ende. Unterwegs nahm uns ein Autofahrer mit, der eine tiefe Freude ausstrahlte. Er berichtete uns von seiner Beziehung zu Jesus Christus und lud uns zum Gottesdienst ein. Wir nahmen seine Einladung an.

Nach dem Gottesdienst kam eine Frau auf mich zu, sie wollte mit mir beten. Beim Gebet spürte ich etwas Umwerfendes. Dort war eine Macht, die stärker war als alles, was ich bisher kannte. Und sie hatte etwas mit der Liebe zu tun, die ich immer gesucht habe. Martin wurde von einer Christin aufgefordert, ohne zu wissen, dass er Buddhist ist, seinen anderen Religionen abzuschwören. Martin und ich wurden Christen.

Sieben Jahre später haben wir die Psychotherapie zunächst an den Nagel gehängt. Wir studierten Theologie und Missiologie am deutschen Studienzentrum der amerikanischen Columbia International Universität in Korntal bei Stuttgart. Mit unserer Suche sind wir ans Ziel gekommen. Wir schweben nicht über dem Boden. Aber wir haben eine innere Seligkeit gefunden.

Quelle
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!