Autor Thema: Christen ohne Gemeinde?  (Gelesen 6207 mal)

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Pilger

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Re: Christen ohne Gemeinde?
« Antwort #15 am: 06 Januar 2013, 13:49:46 »
Lieber Jose,
Du hast am 8.10 geschrieben:
Denke bitte an die 3000 oder die 5000 die hinzugetan wurden: Sie wurden alle zur Gemeinde hinzugetan und haben sich nicht in den Häusern als Gemeinde „verselbstständigt“, sonst hätten die Aposteln ihnen gar nicht in Autorität schreiben können.

Das war an Pfingsten und es steht nicht, dass sie zur Gemeinde hinzugetan wurden, denn sie versammelten sich noch im Tempel. (Höchstens Du nimmst das Gemeinde für die unsichtbare Gemeinde).

Später konnte der Apostel die Briefe adressieren an die Gemeinde in.......und jeder wusste wo sie zu finden war.
Und das ist der Beleg, dass sehr wohl Ortsgemeinden vorhanden waren mit Strukturen und deswegen ist das Christsein ohne Gemeinde mit biblischen Strukturen -Älteste, Diakone, Abendmahl, Gebete, Lehre, Gemeinschaft eine Farce.

Es gibt ja "ganz fromme" die nennen sich: Christen ohne Gemeinde.
Wenn man sie fragt warum, kommt nach längerer Zeit meistens heraus, dass sie ihr Ego nicht pflegen konnten und deswegen gegangen sind.

Es ist also nicht so einfach, Gemeindemitgliedschaft - im Sinne von innerer Zugehörigkeit - äußerlich nicht zu vollziehen.
Ich meine jetzt nicht mit Mitgliedskarte, sondern mit der Treue des Daseins und der Mitarbeit.
Deswegen auch meine Frage im Eingang:
Wie steht es mit 1.Kor.14,26?

Liebe Grüße
Manfred

Offline Jose

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Re: Christen ohne Gemeinde?
« Antwort #16 am: 06 Januar 2013, 15:45:09 »
Lieber Manfred.

Zitat von: Pilger
Das war an Pfingsten und es steht nicht, dass sie zur Gemeinde hinzugetan wurden, denn sie versammelten sich noch im Tempel. (Höchstens Du nimmst das Gemeinde für die unsichtbare Gemeinde).

Wenn wir lesen: "Und mit vielen anderen Worten legte er Zeugnis ab und ermahnte sie und sagte: Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht! 
Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan
" Apg 2,40-41, so wurden sie mit Sicherheit zur Gemeinde hinzugetan, sonst würde der nächste Vers keinen Sinn machen: "Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten" Apg 2,42.

Der Hinweis auf die Lehre der Apostel, als Grundlage zur wahren Gemeinschaft, ist sehr wichtig. Abseits von der klaren Lehre, kann es keine wahre Gemeinschaft geben. Beachten wir auch das Wort: "Ihr seid aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist" Eph 2,20.


Und was die Aussage anbetrifft:
Zitat von: Pilger
Es gibt ja "ganz fromme" die nennen sich: Christen ohne Gemeinde.
Wenn man sie fragt warum, kommt nach längerer Zeit meistens heraus, dass sie ihr Ego nicht pflegen konnten und deswegen gegangen sind.
so sehe ich die Gefahr auch, daher übrigens meine Antwort an Roland, aus der du einen Teil zitiert hast.

Ich bin sehr dafür, dass die Christen zu eine konkrete Gemeinde gehören, nur ist es manchmal sehr schwer, eine biblische Gemeinde zu finden. Der Austausch mit dir über den BFP und die Zugehörigkeit zum ACK, hat es mir erneut verdeutlicht.

Zu deiner Nachfrage:
Zitat von: Pilger
Wie steht es mit 1.Kor.14,26?
Die Ermahnung des Apostels hier, ist m.E. besonders im Zusammenhang mit den Zuständen in Korinth sehr wichtig: "Was ist nun, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder einen Psalm, hat eine Lehre, hat eine Offenbarung, hat eine Sprachenrede, hat eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung" 1. Kor 14,26, und daher lesen wir etwas weiter auch: "Alles aber geschehe anständig und in Ordnung" 1.Kor 14,40.

Damit es aber keine Missverständnisse gibt, so ist nach meiner Überzeugung dieses Wort dennoch weiterhin gültig und ich freue mich, wenn ich von Versammlungen höre, wo es so von Gott geschenkt wird. Auch ich habe es schon erlebt, aber es ist kein Automatismus. Vieles wird leider in unseren Tagen auch "selber gemacht" und da kann nicht von "Erbauung" die Rede sein, wenn es immer weltlicher zugeht.


Ich lese zurzeit immer noch in dem Buch: Heavenly Man, und staune immer wieder über die Erlebnisse dieser verfolgten und bedrängten Brüdern und Schwestern, die sich nur im Verborgenen versammeln konnten, um sich nicht zu vermischen, mit der staatlich anerkannten Kirche.

Gottes Segen wünschend,
José

Pilger

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Re: Christen ohne Gemeinde?
« Antwort #17 am: 06 Januar 2013, 18:24:40 »
Lieber Jose,
sie versammelten sich noch im Tempel, aber wo brachen sie das Brot?
In den Häusern!"

Liebe Grüße
Manfred

Offline Jose

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Re: Christen ohne Gemeinde?
« Antwort #18 am: 06 Januar 2013, 22:28:23 »
Lieber Manfred

Zitat von: Pilger
sie versammelten sich noch im Tempel, aber wo brachen sie das Brot?
In den Häusern!"
Vielleicht kannst du erklären, was dir dabei so wichtig ist.

Bei dem Thema hier geht es doch um "Christen ohne Gemeinde" und meine Aussage war: Dass die Gläubigen damals zur Gemeinde hinzugetan wurden.

Es gab damals nicht so viele Gemeinden mit unterschiedlichen Ausrichtungen, wie es heute der Fall ist, so dass viele oft verunsichert sind und sich keine Gemeinde anschließen können oder wollen.

Übrigens lesen wir, bereits vor "Pfingsten": "Und als sie hineingekommen waren, stiegen sie hinauf in den Obersaal, wo sie sich aufzuhalten pflegten: sowohl Petrus als Johannes und Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Eiferer, und Judas, der Sohn des Jakobus. Diese alle verharrten einmütig im Gebet mit einigen Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern" Apg 1,13.14.

Meinst du, es war nach Pfingsten anders?

Auch lesen wir: "Und in diesen Tagen stand Petrus in der Mitte der Brüder auf und sprach - und es war eine Menge von etwa hundertzwanzig Personen beisammen" Apg 1,15.

Möge es der Herr schenken, dass Seine Kinder wieder so zusammenkommen und durch das Band des Heiligen Geistes so zusammenstehen, dass mehr Gemeinden nach dem Vorbild der biblischen Lehre entstehen können.

Liebe Grüße,
José

Pilger

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Re: Christen ohne Gemeinde?
« Antwort #19 am: 07 Januar 2013, 16:24:45 »
Lieber Jose,
es war mir wichtig aufzuzeigen, dass es noch keine Ortsgemeinde gab, so wie später, als die Leute wussten, in der und der Strasse ist die Gemeinde und zu der gehöre ich wenn ich mich bekehre.

Aber ein ganz anderer Aspekt bewegt mich, wenn ich jetzt die vielen Argumente lese und darüber nachdenke, dass eine Sache zu kurz kommt:
Wo geschieht die praktische Auferbauung der Gemeinde durch die Gaben, Dienste und Kräfte des Heiligen Geistes um die der Apostel Paulus so ringt?

Ich habe im Laufe der  vielen Jahre gemerkt:
Wenn es in vielen Gemeinden und Kreisen fast nur darum geht äußerlich dazu zugehören durch äußere Dinge, dann ist der Tod im Topf.

Wenn es aber darum geht, das Anliegen des Leibes Christi zu teilen, dann blüht Gemeinde auf und Gott kann hinzutun, auch wenn Äußerlichkeiten nicht "uniform" sind.

Folgender Ausspruch hat mir sehr zu denken gegegen - ich weiß aber nicht mehr wer es geschrieben hat:

"Wenn in meiner Umgebung nur eine BFP Gemeinde wäre, würde ich lieber allein bleiben, als dort hinzugehen."

Bei diesem Ausspruch merke ich, dass nicht verstanden wurde, was Gemeinde in erster Linie ist und was sie nicht ist:
Sie ist der Leib Christi und jedes Glied daran hat die Gemeinde zu erbauen mit dem, was der Geist dazu gibt.
Der Leib Christi ist keine Zwangsanstalt, wo alle gleich denken und handeln müssen.

Der Pietismus zum Beispiel hat in gewissen Gemeinden eine "Uniformität" geschaffen, dass man von weitem schon die Frommen erkannt hat, aber nicht "am leuchtenden Gesicht und am Liede", sondern an einer Art, die an eine Beerdigung erinnert.

Ich habe eine Umfrage gelesen dass viele Gläubige in diesen Kreisen, die unter diesem Druck stehen, psychisch krank wurden- und das gerade in den Kreisen, die ich beschrieben habe.

Wo Hauptsache nicht mehr Hauptsache ist da ist etwas nicht in Ordnung.

Wobei ich mit diesem Beitrag nicht sagen will, dass Äußerlichkeiten nicht wichtig wären, aber es muss alles seine Priorität haben.

Liebe Grüße
Manfred

Offline Jose

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Re: Christen ohne Gemeinde?
« Antwort #20 am: 07 Januar 2013, 22:08:31 »
Lieber Manfred,
der Auspruch kommt von mir, als Folge dessen, was ich über den BFP gelesen hatte und von dir erfahren.

Du hattest damals geantwortet:
Lieber Jose,
ich persönlich bin im Ruhestand und habe bei der Entscheidung der Mitgliedschaft des BFP zur ACK abgelehnt.

Zu Deinen Bemerkungen, lieber gar keine Gemeinde als eine BFP Gemeinde, möchte ich mich nicht äußern, ich finde die Haltung höchst bedauerlich, aber respekktiere sie.

Ich kann meine Aussage nur wiederholen, dass ich, nach allem was ich über den BFP weiß, nicht dazu gehören könnte.


Gerade die Beschäftigung mit dem Thema: Absonderung, hat mir in diesen Tagen - aber es geht schon über Monate, gezeigt, wie sehr wir darauf achten müssen, uns so zu verhalten, dass niemand durch uns zum falschen Tun verführt wird.

Wir lesen im Timotheusbrief: "Strebe danach, dich Gott bewährt zur Verfügung zu stellen als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen hat, der das Wort der Wahrheit in gerader Richtung schneidet!" 2.Tim 2,15. Dieses Ziel hat die Ökumene nicht.

Liebe Grüße,
José

Offline Jose

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Re: Christen ohne Gemeinde?
« Antwort #21 am: 08 Januar 2013, 00:38:22 »
Lieber Manfred.

Aber ein ganz anderer Aspekt bewegt mich, wenn ich jetzt die vielen Argumente lese und darüber nachdenke, dass eine Sache zu kurz kommt:
Wo geschieht die praktische Auferbauung der Gemeinde durch die Gaben, Dienste und Kräfte des Heiligen Geistes um die der Apostel Paulus so ringt?
Auch wenn der Aspekt nicht direkt etwas mit dem Thema zu tun hat, so möchte ich dir zustimmen, das es weitaus fehlt, so mein Eindruck.

Ich denke aber nicht, dass Paulus "gerungen" hat, um die praktische Auferbauung der Gemeinde durch die Gaben, Dienste und Kräfte des Heiligen Geistes, wie du es geschrieben hast. Es stand bei ihm nicht im Vordergrund. Gerade er hat die Korinther sehr ermahnt, die Gaben des Heiligen Geistes in anständiger Weise zu gebrauchen und hat "fünf verständliche Worte" mehr Bedeutung gegeben als zehntausend in einer Sprache (1.Kor 14,19).

Es geht zuerst um die Lehre, dann um die Gaben. Aber wo sind die Gemeinden, die dabei auch weiterhin an der gesunden Lehre festhalten? (2. Tim. 4,3).

Du hast mal geschrieben:
Lieber Jose,
der Unterschied zwischen der (deutschen) Pfingstbewegung und den charismatischen Gemeinde sehe ich darin, dass es zumindest in unserem´Bund (BFP) klare biblische Lehre über die Geistesgaben und ihren Gebrauch gibt, während in den charism. Gemeinden die Ansicht herrscht "der Geist wehe wo er will".
Probleme mit dem Umgang des Wortes Gottes sehe ich überall in allen Gemeinden, vor allem im Umgang mit der Zunge, Habsucht und Früchten des Fleisches.

Charismatische Gemeinden sind oft nur auf den Heiligen Geist fixiert und die deutsche Pfingstbewegung ist eine Bewegung des Wortes.
Ich zweifle nicht daran, dass du es so meinst, wie du es schreibst.

Gottes Segen,
José

Offline Jose

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Re: Christen ohne Gemeinde?
« Antwort #22 am: 11 Januar 2013, 22:58:15 »
Lieber Manfred,

ich möchte noch auf diese Aussage antworten:
Zitat von: Pilger
Der Leib Christi ist keine Zwangsanstalt, wo alle gleich denken und handeln müssen.

Das stimmt und so freue ich mich, dass wir in der Bibel lesen: "Nicht dass wir über euren Glauben herrschen, sondern wir sind Mitarbeiter an eurer Freude; denn ihr steht durch den Glauben" 2. Kor 1,24


Zitat von: Pilger
Sie ist der Leib Christi und jedes Glied daran hat die Gemeinde zu erbauen mit dem, was der Geist dazu gibt.
Da gebe ich dir recht, wobei die Schrift sogar sagt: "Sondern gerade die Glieder des Leibes, die schwächer zu sein scheinen, sind notwendig" 1. Kor 12,22.


Darf ich dich fragen, was du hiervon hältst:



„Und jeder Teil erfüllt seine besondere Aufgabe und trägt zum Wachstum der anderen bei, sodass der ganze Leib gesund ist und wächst und von Liebe erfüllt ist.“
Eph 4,16b (Neues Leben. Die Bibel)


Herzlich Willkommen auf der Webseite der BFP-Gemeindeberatung!

Wir träumen von einer dynamischen Gemeinde:
- in der Leben durch Gottes Wirken neu gestaltet wird
- Menschen ihre vom Schöpfer gegebenen Gaben und Fähigkeiten entdecken, entfalten und ergänzend einsetzen
- und Versöhnung und Hoffnung für die Gesellschaft gelebt wird

In einer sich schnell verändernden und mobilen Welt ist es nicht immer einfach mit der Gemeinde auf diesem wünschenswerten Weg mit dem passenden Tempo zu gehen.
Gemeindeberatung trägt zum „Wachstum der anderen bei“. Sie gibt den wertvollen „Blick von Aussen“ und die angemessene Unterstützung um das schöpferische Potenzial der Gemeinde zu nutzen und wirksam werden zu lassen.

Mit unseren qualifizierten Beratern begleiten und unterstützen wir Leiter, Leitungsteams und Gemeinden in vielen Themen rund ums Gemeindeleben: Aufbau neuer Dienstbereiche, Leitbildentwicklung, Personal- und Organisationsentwicklung, Konflikte, Veränderungsprozesse, Pastorenwechsel, etc ...

Unsere Haltung und Arbeitsweise in der Beratung ist wertschätzend, verlässlich, situations- und ressourcenorientiert und dem christlichen Auftrag entsprechend.
Quelle: http://gemeindeberatung.bfp.de/index.html



Wird so Gemeinde Jesu gebaut? Ich komme mit solchen Methoden nicht klar.

Liebe Grüße,
José

Perle

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Re: Christen ohne Gemeinde?
« Antwort #23 am: 12 Januar 2013, 08:42:24 »

Es geht zuerst um die Lehre, dann um die Gaben. Aber wo sind die Gemeinden, die dabei auch weiterhin an der gesunden Lehre festhalten? (2. Tim. 4,3).

Hallo José,

dem kann ich nur uneingeschränkt zustimmen.
Wenn es an der fundamentierten, biblischen Lehre mangelt, bleibe ich lieber fern.

Schalom!