Autor Thema: Sei nicht ungläubig, sondern gläubig  (Gelesen 1627 mal)

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Offline Jose

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Sei nicht ungläubig, sondern gläubig
« am: 25 August 2012, 17:11:11 »
Sicherlich habt ihr alle auch schon die Bezeichnung als den „ungläubigen Thomas“ gehört. Thomas war einer der Jünger Jesu, der nicht dabei war, als Jesus sich den Jüngern offenbarte. Aber ist es berechtigt, den Thomas als den „ungläubigen Thomas“ zu bezeichnen? Waren denn nicht alle Jünger „ungläubig“ gewesen, als sie von der Auferstehung des Herrn hörten?

Als Jesus sich den Jüngern offenbarte lesen wir: "Nachher offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie zu Tisch lagen, und schalt ihren Unglauben und ihre Herzenshärtigkeit, dass sie denen, die ihn auferweckt gesehen, nicht geglaubt hatten" Mk 16,14. Waren also die anderen Jünger auch ungläubig gewesen? Die Jünger taten sich alle sehr schwer, alles zu glauben, was Jesus ihnen vorausgesagt hatte, auch lesen wir: "Sie aber erschraken und wurden von Furcht erfüllt und meinten, sie sähen einen Geist" Lk 24,37. Es ist also, wie ich vor einiger Zeit in einer Predigt hörte, nicht fair, gerade den Thomas als den „ungläubigen Thomas“ zu bezeichnen.

Wie kann es aber dazu? "Thomas aber, einer von den Zwölfen, genannt Zwilling, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sagten die anderen Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen das Mal der Nägel sehe und meine Finger in das Mal der Nägel lege und lege meine Hand in seine Seite, so werde ich nicht glauben" Joh 20,24-25. Thomas hatte hier sicherlich das ausgesprochen, was andere in ihren Herzen auch gedacht hatten. Aber auch wenn er es so bestimmt gesagt hatte: „So werde ich nicht glauben“, später lesen wir nichts mehr davon, als ihn Jesus konkret aufforderte: "Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig"! Joh 20,27. Wir lesen nichts mehr davon, dass er seine Forderung, seine Finger in das Mal der Nägel zu legen, nachgekommen war. Er hatte den Herrn gesehen, das genügte ihm, und wie wunderbar ist doch sein Zeugnis: "Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!" Joh 20,28. Er war nicht mehr ungläubig, sondern gläubig.

Möge das auch unser Zeugnis sein: Mein Herr und mein Gott!, auch und besonders in den schweren und dunklen Stunden, in denen wir meinen, nicht mehr glauben zu können.

José

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Jesus spricht: Sei nicht ungläubig, sondern gläubig
« Antwort #1 am: 25 August 2012, 20:53:40 »
Warum war Thomas am Auferstehungsabend nicht bei den anderen Jüngern? Der biblische Bericht schweigt. Wir erkennen aber, dass Thomas sich von der Jüngergemeinschaft nicht generell abgesetzt hatte. Er blieb mit seinen Zweifeln im Kreis der Jesusleute, und diese haben ihn wegen seines Unglaubens nicht weggeschickt. Die anderen waren ja auch keine Glaubenshelden! (Lies Lk. 24,10.11.25; Mk. 9,19; 16,14.) Als die Jünger aber Glauben gefasst hatten, konnten sie nicht schweigen. Sie erzählten Thomas von ihrer Begegnung mit Jesus, und Thomas glaubte kein Wort. Zehn Augenzeugen vermochten es nicht, einen einzigen Zweifler für den Auferstandenen zu gewinnen. Das haben die Zehn ertragen. Ob sie spürten, dass Thomas so heftig zweifelte und seine Forderungen stellte (V. 25), weil er unbedingt die Wahrheit wissen wollte? Es ist besser, Zweifel offen und ehrlich auszusprechen, als sich schweigend im Unglauben zu verbergen.

Darf man denn eine solche Zeichenforderung, wie Thomas sie verlangte, stellen? »Gewohnheitsmäßig sicher nicht. Aber in suchender Glaubensnot ist sie möglich. Allerdings hat der Mensch niemals auf ihre Erfüllung Anspruch. Er darf auch aus ihrer Ablehnung nicht ohne weiteres den Schluss ziehen, dass dann das, was er mit dem Zeichen sucht, nicht existiere. Hier sind wir im Bereich der schenkenden Gnade, die sich eben nicht zwingen lässt« (G. Maier). Wie gut, dass wir in Jesus den besten Herzenskenner haben! Darum überlassen wir besonders den im Glauben Angeschlagenen der Seelsorge des Herrn. Jesus geht auf Thomas zu und auf dessen Forderung ein. Der Herr gibt sich auch Thomas als der Gekreuzigte zu erkennen und fordert den Zweifelnden auf: »Sei nicht ungläubig, sondern gläubig!« Dieser Herausforderung musste sich Thomas stellen. Der Glaube an Jesus hat zu tun mit einer klaren persönlichen Willensentscheidung. Thomas trifft sie: »Mein Herr und mein Gott!«

Quelle: auftanken.de

Offline Jose

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War Thomas wirklich ungläubig?
« Antwort #2 am: 27 August 2012, 12:59:50 »
War Thomas wirklich ungläubig? Dieser Gedanke beschäftigt mich immer wieder. Thomas war ungläubig, was den Glauben an den auferstandenen Herrn anbetrifft, aber war er grundsätzlich ungläubig? Er war sicherlich „gläubig“ oder zumindest nicht „ungläubiger“ als wir es oft noch sind, aber er tat sich mit der ganzen Situation schwer, wie auch wir uns mit vielen Dingen schwer tun. Ach wären alle so „ungläubig“ wie Thomas, aber bereit, dem Auferstandenen zu begegnen. Ihnen könnte geholfen werden.

Immer wieder muss ich an das Wort Jesu denken: "O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Bis wann soll ich bei euch sein? Bis wann soll ich euch ertragen? " Mt 17,17. Wie viel Unglaube findet der Herr auch noch bei mir, dort wo es mir mangelt, Ihn ganz beim Wort zu nehmen.

José

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Ein wunderbares Bekenntnis: Mein Herr und mein Gott!
« Antwort #3 am: 28 August 2012, 21:30:41 »
Kennt jemand im neuen Testament ein ähnliches Bekenntnis wie dieses des Jüngers Thomas, der zu Jesus sprach: "Mein Herr und mein Gott!" Joh 20,28. Ich denke, dieses Bekenntnis ist ziemlich einmalig.

Die Antwort des Herrn klingt zwar sehr tadelnd: "Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben!" Joh 20,29, aber war Thomas nicht auch „glückselig“, hat er durch Sein Bekenntnis nicht gerade bezeugt, wie tief er überführt wurde? Wir haben nun all die wunderbaren Berichte in der Bibel, und wie viele glauben nicht daran oder haben geglaubt und den Glauben leider wieder verloren.

Das Verzagen Thomas war m.E. nicht schwerer als das Verzagen des Jüngers Petrus, der den Herrn dreimal verleugnete. Auch ihn stellte der Herr zur Rede und fragte ihn dreimal: "Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?", und wir kennen die demütige Antwort dieses einst so sehr von sich überzeugten Jüngers: "Petrus wurde traurig, dass er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alles; du erkennst, dass ich dich lieb habe" Joh 21,17.

Ja, der Herr weiß alles, und bezüglich des Thomas wusste der Herr mit Sicherheit auch, was in seinem Herzen vor sich ging. Dieses Zeugnis: Mein Herr und mein Gott!, finde ich ein wunderbares Zeugnis.

Bei einem Gespräch mit Zeugen Jehovas, erwähnte ich das Wort auch, als Argument, dass Jesus doch wahrer Gott ist, was ja von den ZJ abgelehnt wird. Auf die Antwort war ich aber nicht gefasst, sie lautete nämlich: »Denken sie, dass Thomas gemeint hat, Jesus sei Gott? Seine Äußerung war doch so ähnlich, wie es viele Menschen auch machen, die sagen: „Ach mein Gott!“, und sich nichts dabei denken«. Mit dieser Erwiderung hatte ich nicht gerechnet und war ziemlich sprachlos. Thomas hatte aber mit Sicherheit nicht so gedankenlos gesprochen.

An dieses Gespräch mit ZJ, bereits vor vielen Jahren, musste ich im Zusammenhang mit diesem Thema wieder denken. Vielleicht sind viele, die sich gläubig nennen, wirklich solche, die etwas gedankenlos von Jesus als Herr und Gott sprechen. Meine Überzeugung ist aber, dass wer Jesus wirklich als sein Herr und sein Gott erlebt hat, nicht wieder zurückweicht zum Verderben, sondern zu denen gehört, von denen im Hebräerbrief die Rede ist: "Wir aber sind nicht von denen, die zurückweichen zum Verderben, sondern von denen, die glauben zur Gewinnung des Lebens" Hebr 10,39.

Mögen wir alle solche sein, die Jesus als Herrn und Gott kennen und lieben, und nicht zurückweichen. Der Herr schenke es.

José

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Glückselig, die das Wort Gottes hören und befolgen!
« Antwort #4 am: 29 August 2012, 19:00:18 »
Glückselig, die das Wort Gottes hören und befolgen!

Jesus spricht: "Glückselig, die das Wort Gottes hören und befolgen!" Lk 11,28, und diese Ermahnung müssen wir unbedingt ernst nehmen. Aber wie werden wir „glückselige Menschen“?

Sicherlich indem wir so eine Beziehung zu Jesus haben, wie es Petrus hier beschrieb: "den ihr liebt, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an den ihr glaubt, obwohl ihr ihn jetzt nicht seht, über den ihr mit unaussprechlicher und verherrlichter Freude jubelt" 1.Petr 1,8. Sind wir solche, die mit „unaussprechlicher und verherrlichter Freude“ über unseren Heiland jubeln? Petrus selbst musste zunächst sich selber in sehr schmerzhafte Weise erkennen und sehr gedemütigt werden, aber der Herr tat großes an ihn.

Es lohnt sich, über Petrus nachzudenken und die erstaunliche Gnade, die er erfahren durfte, dankbar im Herzen zu bewegen. Gott liebt uns alle in der gleichen Weise und Er möchte, dass wir allen Unglauben fahren lassen und von Herzen an Ihn glauben und Ihm vertrauen.

Petrus hatte ein aufrichtiges Verlangen nach dem Herrn, und dennoch war er für den Herrn ein besonderes „Sorgenkind“. Einmal sagte der Herr zu ihm: "Glückselig bist du, Simon, Bar Jona; denn Fleisch und Blut haben es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist" Mt 16,17, nachdem Petrus erkennen durfte und bezeugte: "Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes" (Vers 16). Nicht lange danach musste Jesus ihn aber leider scharf zurechtweisen mit den Worten: "Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Ärgernis, denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist" Mt 16,23. Was war dieser Petrus ein Sorgenkind, dem der Herr sogar sagte: "Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre" Lk 22,32. Aber es gibt Hoffnung, auch für „Sorgenkinder“, die sich selbst noch nicht wirklich erkannt haben.

Es ist aber wichtig, dass wir z.B. die Ermahnung im Jakobusbrief beachten: "Wer aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschaut hat und dabei geblieben ist, indem er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes ist, der wird in seinem Tun glückselig sein" Jak 1,25. Hier ist davon die Rede, dass der Glaube in unserem Tun sichtbar werden muss, d.h. in unserem Gehorsam. Daraus ergibt sich dieser Zustand des „glückselig sein“. Der Herr schenke uns Gnade, dass wir diese Ermahnung beherzigen und in Seiner Gnade befolgen, durch den Glauben. Dann werden wir „glückselig sein“.

José