Autor Thema: Was ist gesetzlich?  (Gelesen 6384 mal)

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Offline Jose

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Was ist gesetzlich?
« Antwort #15 am: 23 September 2012, 18:29:43 »
Lieber „Pilger“,
das Thema hier lautet allgemein: „Was ist gesetzlich?“, und in diesem Zusammenhang wurde auch das Thema: „Die Kopfbedeckung der Frau“ zusätzlich erwähnt. Viele deine Aussagen, z.B. zu: „Die Taufform bei Gläubigen“ oder „Wer darf am Mahl teilnehmen“, enthielten für mich wichtige Hinweise. Vielen Dank dafür!

Das Thema: „Was ist gesetzlich?“, beschäftigt mich weiterhin sehr, allerdings wurde mir im Austausch auch wieder deutlich, dass man gar zu schnell als gesetzlich bezeichnet wird, nur weil man an bestimmten Lehren, die andere für unzutreffend halten, festhält.

Heute Vormittag wurde in unserem Gottesdienst auch folgende Bibelstelle erwähnt: "Und ihr? Die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht nötig, dass euch jemand belehre, sondern wie seine Salbung euch über alles belehrt, so ist es auch wahr und keine Lüge. Und wie sie euch belehrt hat, so bleibt in ihm!" 1.Joh 2,27. Der Prediger fragte auch, ob es sein kann, dass die Salbung, dem einem das zeigt und dem anderen genau das Gegenteil. Diese Not bewegt mich schon viele Jahre.

Der Herr Helfe uns, in den verschiedenen Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten, dass wir uns auch danach ausstrecken, in der gleichen Weise durch den Heiligen Geist in der Wahrheit geleitet und belehrt zu werden.

Liebe Grüße,
José

Pilger

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #16 am: 23 September 2012, 19:28:08 »
Zitat
Der Prediger fragte auch, ob es sein kann, dass die Salbung, dem einem das zeigt und dem anderen genau das Gegenteil.

Lieber Jose,
ja es kann sein, denn unsere Erkenntnis ist bei jedem nur ein Bruchteil des ganzen (1.Kor.13). Ich habe immer Sorge, wenn so ein Ausspruch kommt, dass der Prediger ganz im Innern meint, seine Überzeugung sei die richtige und alle müssten sie annehmen.

Nicht die umfassende gleiche Erkenntnis ist wichtig, sondern den Bruder und die Schwester mit einer anderen Erkenntnis - auch in äußeren Dingen - stehen zu lassen, ja sie mehr zu lieben als sich selbst!

Liebe Grüße
Pilger

P.S.: Das einzige zu dem wir alle kommen müssen: bis wir alle gelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi. Eph.4,13
« Letzte Änderung: 23 September 2012, 19:49:03 von Pilger »

Offline Jose

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Einheit des Glaubens und der Erkenntnis
« Antwort #17 am: 23 September 2012, 20:28:01 »
Lieber „Pilger“.
Der Prediger, den ich erwähnte, hatte nicht von oben her gepredigt, sondern ihm ist die ganze Situation im Reich Gottes eine persönliche Not. Wer Spaltungen von Gemeinden erlebt hat und über die Jahre beobachtet, wohin sich viele Gemeinden entwickeln, der weiß, dass die größte Gefahr in uns selber liegt, wenn wir nicht in Demut und Ehrfurcht mit Gott wandeln, am Wort festhalten und uns vom Herrn bewahren lassen.

Über deinen Nachtrag war ich übrigens etwas überrascht:
Zitat von: Pilger
P.S.: Das einzige zu dem wir alle kommen müssen: bis wir alle gelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi. Eph.4,13

Dieses Anliegen bewegt mich auch sehr, aber es ist keine Kleinigkeit. Wenn wir jedoch in grundsätzlichen Lehren uns nicht einigen können, wie kann dieser „Einheit des Glaubens und der Erkenntnis“ zustande kommen?

Es gibt Gemeinden, die bestimmte Erkenntnisse betonen und auch von den Gemeindegliedern erwarten, dass sie sich danach richten. Es ist nicht immer einfach und kann auch zur äußeren Frömmigkeit und Gesetzlichkeit führen. Aber es gibt andere Gemeinden, die alles irgendwie dulden. Das ist dann auch nicht gut und führt zur Verweltlichung.

Konkret gefragt:
Was können wir zwei tun, damit Gott in uns Seine Erwartung nach Eph. 4,13 erfüllen kann? Und was trennt uns eigentlich, die Lehre oder die Gesinnung? Das Thema: Auf dass sie alle eins seien, bewegt mich schon sehr viele Jahre.

Herzliche Grüße,
José

Pilger

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #18 am: 23 September 2012, 20:59:09 »
Lieber Jose,
die Liebe ist des Gesetzes Erfüllung und wenn wir auch nicht in allen Dingen einer Meinung sind, so muß das in Liebe "ertragen" werden.

Man legt sich selbst eine Last auf zu meinen, alle müssten zur gleichen Schrifterkenntnis kommen. Nein, zur Erkenntnis des Sohnes Gottes, das ist Gottes Ziel: damit sie dem Ebendbild seines Sohnes gleich werden.

Und das sind nur geistliche Fakten gemeint, keine Erkenntnis.

Liebe Grüße
Pilger

Offline Jose

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #19 am: 24 September 2012, 13:13:55 »
Zitat von: Pilger
Lieber Jose,
die Liebe ist des Gesetzes Erfüllung und wenn wir auch nicht in allen Dingen einer Meinung sind, so muß das in Liebe "ertragen" werden.

Lieber „Pilger“

Im so genannten „Hohelied der Liebe“ lesen wir über die Liebe: "sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit". Wir dürfen also nicht meinen, dass Gott, weil ER Liebe ist, alles duldet „übersieht“.

Auch das Wort, dass die Liebe die Erfüllung des Gesetzes ist, dürfen wir nicht missbrauchen. Es heißt wohl: "Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt" Römer 13,8b, aber gerade der Vers 9 macht es ganz deutlich: "Denn das: »Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren«, und wenn es ein anderes Gebot gibt, ist in diesem Wort zusammengefaßt: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« " Römer 13,9. Die Botschaft lautet doch, dass wenn wir wiedergeboren und Kinder Gottes geworden sind, in denen Christus lebt, der Heilige Geist uns leitet, den Willen Gottes zu tun.

Würdest du es ertragen, wenn auf „deine“ Kanzel ein Bruder gegen die Geistesgaben predigen würde? Oder würdest du es ertragen, wenn ein geschiedener und wiederverheirateter Bruder die Verantwortung für eine Gemeinde übernehmen würde? Es gibt vieles, was in unseren Tagen von den Gläubigen erwartet wird und ihnen zugemutet wird, mit dem Hinweis auf die Liebe Gottes. Dabei kann man auch schnell als gesetzlich verschrieben werden.

Wir haben in Liebe vieles an Brüdern und Schwestern in Langmut zu vergeben und zu ertragen, wie auch uns vieles vergeben wird. Aber wir müssen vorsichtig sein, damit wir unter dem Deckmantel der Liebe und Gnade nicht der Weltlust und Sünde das Tor zur Gemeinde öffnen.

Liebe Grüße,
José

Pilger

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #20 am: 24 September 2012, 14:09:03 »
Lieber Jose,
ich kann Dir in allem nur zustimmen.
Theorie ist eine Sache; die Praxis wieder eine andere.
Gemeinde ist eine Sache; eigene Erkenntnis wieder eine andere.

Liebe Grüße
Pilger

Offline Jose

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Was ist gesetzlich: Die kleinen Füchse
« Antwort #21 am: 24 September 2012, 19:56:14 »
Zitat von: Pilger
Lieber Jose,
ich kann Dir in allem nur zustimmen.
Theorie ist eine Sache; die Praxis wieder eine andere.
Gemeinde ist eine Sache; eigene Erkenntnis wieder eine andere.

Lieber „Pilger“,
über deine Antwort habe ich mich gefreut, auch wenn sich mir leider nicht ganz erschließt, wie du konkret zwischen „Theorie“ und „Praxis“, und zwischen „Gemeinde“ und Gemeindeglieder“ unterscheidest.

Bei welchen Lehren dürfen wir erwarten, dass die Gemeindeglieder sich danach richten, auch wenn sie es selber noch nicht erfasst haben, und wann müssen wir Geduld auf die „Schwachen“ nehmen oder auf die, die obwohl sie längst feste Speise zu sich nehmen sollten, immer noch Milchspeise beanspruchen?

In einer Predigt hörte ich mal: „Überlege nicht, wie nahe du dich an den „Abgrund“ herannahen kannst. Sehe zu, dass der Abstand zwischen dir und der Sünde möglichst groß ist!“. Für die Ältesten nicht immer eine einfache Aufgabe, wenn es gilt zu ermahnen, aber wir sind alle aufgerufen, in Liebe aufeinander acht zu geben und einander zu ermahnen.

Vor einigen Jahren kam eine Schwester auf mich zu, nachdem sie einiges aus meinem Mund zu „ungefährlichen“ Filmen gehört hatte, die man sich auf DVD anschauen kann, auch wenn man keinen Fernseher hat. Sie sagte nur: „Vor einigen Jahren hättest du nicht so gesprochen!“ Ich habe der Schwester schon einige Male für diese Ermahnung gedankt, durch die Gott mich überführte.

Wir kennen das Wort: "Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, die die Weinberge verderben!" Hohelied 2,15. Wie viele kleine Füchse gibt es, denen Zugang zu den Herzen und letztlich in die Gemeinde gewährt wird.

Herzliche Grüße,
José

Pilger

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #22 am: 24 September 2012, 20:50:11 »
Lieber Jose,
das Verhalten in der Gemeinde und das Verhalten als Privatperson sind zwei verschiedene Dinge.

Jeder Mensch hat einen gewissen "Freiraum" in den niemand eindringen darf mit Forderungen.
Meine Freiheit endet allerdings an der Freiheit des anderen und ist somit sehr begrenzt. Das meint Paulus wenn er sagt: Ich dürfte..........aber ich will es nicht!

Natürlich müssen wir Verantwortung übernehmen, aber immer so, dass wir den Freiheitsbereich des anderen achten.

Paulus sagt einmal:Phil. 3/15 Soviele nun vollkommen sind, laßt uns darauf bedacht sein! Und wenn ihr in irgend etwas anders denkt, so wird euch Gott auch dies offenbaren.

Wir müssen auf der einen Seite die Verantwortung übernehmen, aber auf der anderen Seite auch dieses Wort beherzigen, wenn Meinungsunterschiede da sind.

Wenn z.B. eine Schwester trotz Ermahnung das Kopftuch nicht benützt, darf sie deshalb in keiner Weise gering geschätzt oder herabgesetzt oder als ungeistlich angesehen werden.

Das ist natürlich in der Praxis sehr schwierig, aber wie ich schon schrieb: Niemand darf in die persönliche Freiheit des anderen eingreifen.

Predigen ja -aber auch  warten können bis Gott es offenbart.

Jetzt gibt es sicher das Argument: Wir brauchen keine besonders Offenbarung - wir haben das Wort.

Das ist wahr, aber wieviel Streit und Zwist wäre vermieden worden, hätte man warten können, bis die Schwachen im Glauben aufgeholt haben.

Und das in allen geistlichen Bereichen.

Liebe Grüße
Pilger

Offline Jose

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Was ist gesetzlich: Wir sind Tempel des Heiligen Geistes
« Antwort #23 am: 27 September 2012, 08:43:22 »
Lieber „Pilger“,
über diese Aussage habe ich lange nachgedacht:

Zitat von: Pilger
Lieber Jose,
das Verhalten in der Gemeinde und das Verhalten als Privatperson sind zwei verschiedene Dinge.

Die Aussage finde ich sehr gefährlich. Geistlich gesehen dürfen es keine unterschiedliche Dinge sein. Wenn der Herr Jesus kommt, will Er uns wachend und wartend vorfinden, bereit auf Sein kommen.

Ich habe versucht dich zu verstehen, aber es gelang mir nicht ganz. Tatsache ist, dass wir keine „Sonntagschristen“ sind und wir nicht in der Gemeinde anders „fromm“ sind als zu Hause oder am Arbeitsplatz. Nicht umsonst haben wir auch die Ermahnung: "Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?" 1.Kor 3,16. Dieses Wort gilt nicht nur, wenn wir in der Gemeinde zusammenkommen.

Einmal wurde ich von einer älteren Arbeitskollegin zu sich nach Hause eingeladen. Ich kannte sie und ihren Mann nur von der Arbeit. Als wir beim Kaffee saßen sagte sie, sie hätte mich eingeladen, weil sie sehen wollte, ob ich privat auch so bin wie in der Arbeit.


Zitat von: Pilger
Jeder Mensch hat einen gewissen "Freiraum" in den niemand eindringen darf mit Forderungen.

Es kommt auf den „Freiraum“ an. Die einen können z.B. mit ungläubigen Verwandten in einer Gaststätte sein, dabei sogar zum Essen ein Bier trinken, andere tun sich damit schwer. Ich war erst vor einigen Tagen erneut bei einem Familientreffen, zu dem ich früher nur sehr selten ging. Mir war es ein Gebetsanliegen, mit einigen ins Gespräch zu kommen über geistliche Themen. Und der Herr hat Gnade dazu geschenkt, so mitten in der Unterhaltung.

Wir haben „Freiräume“, aber nicht solche, aber wir müssen auch aufrichtig zu uns selbst sein. Manche passen sich an und finden gefallen am weltlichen Treiben, ob beim Fasching oder auf Rummelplätzen. Das sind keine gesunden „Freiheiten“.


Ich besuchte mal einen Arbeitskollegen, der mir sagte, er hätte keinen Fernseher und wollte auch keinen haben. Es verging eine Zeit und dann hörte ich ihn mit anderen Arbeitskollegen sich über eine Fernsehsendung austauschen. Als ich ihn später fragte, ob er nun doch einen Fernseher hätte, argumentiert er mit den Kindern, die ansonsten immer zu den Nachbarn gehen würden und er somit keine Kontrolle darüber hätte, was sie anschauten. Offensichtlich aber, saß er selber zumindest ab und zu vor dem Fernseher. Es ist eine Gefahr, dadurch sich mit der Welt zu beflecken - was heutzutage auch über das Internet und DVDs geschehen kann.


Zitat von: Pilger
Wenn z.B. eine Schwester trotz Ermahnung das Kopftuch nicht benützt, darf sie deshalb in keiner Weise gering geschätzt oder herabgesetzt oder als ungeistlich angesehen werden.

Das ist natürlich in der Praxis sehr schwierig, aber wie ich schon schrieb: Niemand darf in die persönliche Freiheit des anderen eingreifen.

Über das Thema haben wir uns schon bereits ausführlich ausgetauscht. Das Wort Gottes ist hinsichtlich Gemeinde eindeutig und eine Frau die öffentlich in der Gemeinde betet oder weissagt und das Haupt unbedeckt hat, schändet ihr Haupt. Ich bin dankbar für die Schwestern, die sich hier gerne unterordnen. Ob sie über die ganze Versammlung sich das Haupt bedecken oder nicht, ist eine freiwillige Angelegenheit.


Zitat von: Pilger
Das ist wahr, aber wieviel Streit und Zwist wäre vermieden worden, hätte man warten können, bis die Schwachen im Glauben aufgeholt haben.

Ich bin sehr dafür und es mir ein ernstes Anliegen, dass wir allen Glaubensgeschwistern, ob sie zur eigenen Gemeinde gehören oder nicht, in Liebe begegnen und uns um die Einheit im Glauben bemühen. Hierbei haben wir es auch mit vielen zu tun, die noch manche „Schwächen“ haben und manches noch nicht überwunden oder abgelebt haben. Ich denke, dass wir alle an uns noch viel Mangel entdecken, auch wenn es nach außen hin vielleicht nicht so offensichtlich ist.

Und natürlich müssen wir auf die Schwachen Rücksicht nehmen, aber hier ist auch die Seelsorge gefordert, denn zuweilen gibt man sich als Schwache aus, dabei will man nicht von der Sünde lassen. Einmal kam ein Pastor nach Hause, so las ich in einem Kalenderblatt, und rühmte die Gnade Gottes, die im Gottesdienst Herzen ermunterte und stärkte, im Glauben stark zu sein. Darauf erwiderte die Frau, wie schade es sei, dass die Gnade nicht ausreiche, um den Zorn eines Mannes, über einen noch nicht angenähten Hemdenknopf, zu verhindern. Da erinnert sich der Mann, an seinen Zornausbruch in der Früh.

Liebe Grüße,
José

Pilger

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #24 am: 27 September 2012, 12:36:54 »
Lieber Jose,
ich kann deine Bedenken gut verstehe, wahrscheinlich habe ich mich etwas mißverständlich ausgedrückt:

Es ging mir darum, dass wir niemand zwingen können etwas zu tun, von dem wir meinen es sei richtig: denn jeder steht und fällt seinem Herrn!

Sicher darf es im Wandel keinen Unterschied geben - wohl aber in der Erkenntnis, die bei uns allen nur ein Bruchteil des Ganzen ist.

Natürlich gibt es viele Dinge über die man verschiedener Meinung sein kann und die der Einzelne, gemäß seiner Erkenntnis, dann tut oder nicht.

Es gibt ja ausser der Kopfbedeckung noch viele andere Dinge,die in einem Glaubensleben zu beachten sind.

Liebe Grüße
Pilger


Offline Jose

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Was ist gesetzlich: Verschiedene Ansichten
« Antwort #25 am: 27 September 2012, 19:26:44 »
Lieber „Pilger“,

wenn du schreibst:
Zitat von: Pilger
Es gibt ja ausser der Kopfbedeckung noch viele andere Dinge,die in einem Glaubensleben zu beachten sind.
so stimme ich darüber mit dir überein, dass wir nicht gerettet werden auf Grund unseres „Äußeren“ sondern auf Grund unseres Wandels mit dem Herrn. Vielleicht kannst du ja, einige von diesen wichtigen Dingen erwähnen, die zu beachten sind. Die Haltung zu Gottes Wort ist aber unbedingt wichtig, denn wir sollen weder etwas hinzutun noch wegtun.

Das Thema hier lautet: „Was ist gesetzlich?“, und wenn wir über das Abendmahl reden, über die Taufe, oder andere Themen, dann sollten wir nicht bagatellisieren. Viele stellen die Teilnahme am Mahl jedem frei, und in manchen Gemeinden ist es sogar möglich, nachträglich die Kindertaufe als gültig zu akzeptieren, nachdem man zum Glauben gekommen ist. Irgendwann sollte man aber auch die Frage stellen, ob die betreffende Person überhaupt noch im Glauben steht.

Ja, es gibt so viele wichtige Themen und so viele unterschiedliche Ansichten. Aber warum eigentlich? Was mich persönlich sehr traurig stimmt, ist dass die verschiedenen Ansichten oft auch zwischen denen bestehen, die erwachsen sein sollten im Glauben. Sie führen zu große Verunsicherung für die ungefestigten und auch für die suchenden Menschen. Diese Verantwortung ist sehr groß.

Herzliche Grüße,
José

Pilger

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Re: Die Ordnungen in der Gemeinde des Herrn.
« Antwort #26 am: 27 September 2012, 20:03:53 »
Lieber Jose,

ich habe vor Jahren diese nachfolgende Ausarbeitung gemacht über die Ordnungen in der Gemeinde des Herrn.
Liebe Grüße
Pilger

http://www.grundtexte.de/index.php?option=com_attachments&task=download&id=286

Offline Jose

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Re: Die Ordnungen in der Gemeinde des Herrn.
« Antwort #27 am: 27 September 2012, 20:38:08 »
Lieber „Pilger“,
vielen Dank für die m.E. sehr gute Zusammenstellung der vielen Bibelstellen zu den verschiedenen Punkten.

Möge der Herr uns Gnade schenken, dass zu dem „Wissen“ auch das „Tun“ kommt, denn "glückselig, die das Wort Gottes hören und befolgen!" Lk 11,28.

Gottes Segen,
José

Offline inchristus

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #28 am: 16 Juni 2013, 09:59:55 »
Liebe Geschwister,
nachdem ich zu dem Thema "gesetzlich" eure Gedanken gelesen habe, ist mir ein Bruder eingefallen, der sich zu diesem wie folgt äußert: Link gelöscht, da einige Beiträge auf dieser Seite mit meinem biblischen Verständnis mittlerweile nicht mehr übereinstimmen 18.1.14

Mir persönlich haben seine Ausführungen sehr geholfen. Vielleicht auch euch!?

Gottes Segen ihr Lieben!

Astrid
« Letzte Änderung: 18 Januar 2014, 14:44:02 von inchristus »
Denn wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen von dem HERRN; wer mich aber verfehlt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod! Spr 8,35.36

Offline Jose

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Gesetzlich oder Gesetzlos?
« Antwort #29 am: 25 August 2013, 21:44:38 »
Liebe Astrid,
es ist ein guter Artikel, auf den du hier hingewiesen hast.

Auszug

Heutzutage hört man immer mehr Christen ein spezielles Wort benutzen, dessen häufige Erwähnung den Eindruck erweckt, es sei ein fundamentaler biblischer Begriff. Häufig wird gewissen Menschen mit diesem Begriff gedroht und in der Regel werden damit bestimmte christliche Gruppen in einer negativen Weise betitelt. Der Begriff von dem hier die Rede ist, lautet “gesetzlich”. Ich kann nicht mehr zählen, wie häufig ich diesen Begriff von Christen gehört habe, wenn sie sich negativ oder herablassend über andere Christen äußerten, welche ein strengeres Leben führten als sie selbst, oder die besonderen Wert auf das wörtliche Einhalten der Gebote Jesu legten. Vermutlich ist das Wort “gesetzlich” eines der am meist ge-brauchten, und leider auch miß-brauchten Begriffe der heutigen Christenheit. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass sich hinter der Verwendung dieses Wortes eine Haltung der Ausrede, und gleichzeitig der Anklage gegenüber solchen verbirgt, die einfach ein gehorsames Leben Gott gegenüber leben wollen.

Da dieser Begriff heutzutage so überschwänglich verwendet wird, sollte man sicherlich etliche Bibelstellen finden, in welchen dieser Begriff verwendet und auch erklärt wird.

Nun, die einfache und nüchterne Tatsache ist jedoch, dass dieser Begriff nicht ein einziges Mal in der gesamten Bibel vorkommt. Allein diese Tatsache sollte einen skeptisch machen, so dass man sich selbst und das Verwenden dieses Begriffes ernsthaft prüft und der Sache auf den Grund geht. Heutzutage hat man geradezu den Eindruck, dass die größte Verführung der Endzeit darin bestünde, dass man gesetzlich wird, da man immer wieder christliche Geschwister einander zurechtweisen hört, man solle aufpassen nicht zu streng zu werden. Interessanterweise wird dies immer wieder darauf bezogen, wenn Menschen einfach die Gebote des Neuen Testamentes ernst nehmen und sie befolgen wollen. Es geht hier beispielsweise um Themen die den Lebensstil betreffen, wie Kopfbedeckung und keusche Kleidung, dem Enthalten von weltlichen Vergnügungen, aber auch um so extrem wichtige und fundamentale Themen wie Ehe, Scheidung und Wiederheirat oder die Lehre Jesu über das Nichtwehren und des erklärten Pazifismus. Häufig werden “strengere” Christen, die diese und andere neutestamentliche Gebote Jesu wörtlich nehmen und sie verbindlich in ihrem Leben umsetzen wollen von liberaleren Christen als “gesetzlich” verunglimpft. Vieles von dem was wir heute in evangelikalen und liberalen christlichen Gruppen diesbezüglich hören, geht auf ein falsches Verständnis der Gnade Gottes zurück. Im allgemeinen wird von vielen Christen angenommen, dass weil wir aus Gnade, und nicht aus Werken der Gerechtigkeit die wir getan hätten und auch nicht durch das mosaische Gesetz, das Geschenk des Heils empfangen,  wir deswegen nicht darauf achten müssten, Gottes Gebote zuhalten. Dieses Verständnis ist aber vollkommen der Lehre Jesu und des Neuen Testamentes entgegengesetzt. Darüber hinaus wird hier der Unterschied zwischen dem mosaischen und dem neutestamentlichen Gesetz häufig vollkommen übersehen. Es ist wahr, dass wir nicht unter dem mosaischen Gesetz sind, worauf Paulus häufig anspielt, dass wir jedoch ein neues Gebot vom Herrn Jesus empfangen haben, wird häufig entweder verschwiegen oder sehr reduziert.

Letztlich bleibt die Frage: Womit begründen Christen ihre häufige Verwendung des Begriffs “gesetzlich” im Zusammenhang mit Warnungen gegenüber anderen Christen?

Wie bereits gesagt, gibt es den Begriff “gesetzlich” oder “Gesetzlichkeit” in der Heiligen Schrift nicht. Ich fände es durchaus verständlich und sogar löblich, wenn Christen mich vor “Gesetzlichkeit” warnen würden, sofern unser HERR Jesus oder die Apostel davor warnen würden. Doch die nüchterne Wahrheit ist, dass es keine einzige Bibelstelle gibt, in der dies geschieht. Interessanterweise gibt es aber etliche Bibelstellen, in welchen uns unser HERR persönlich, aber auch immer wieder durch seine Apostel vor etwas ganz bestimmten warnt. Gott warnt uns so häufig und so streng vor dieser Sache, dass wir mit Furcht und Zittern prüfen sollten, ob wir selbst dieser Sache schuldig sind. Was ist nun diese Sache, vor der unser HERR uns beständig warnt? Es ist die Gesetzlosigkeit! Ist es nicht ironisch, dass wir heutzutage als Christen immer wieder andere davor warnen, dass sie zu gesetzlich werden könnten, obwohl die Bibel dieses Wort nicht einmal kennt, und dass wir gleichzeitig Menschen sehr selten davor warnen, dass sie gesetzLOS werden, obwohl uns der HERR und seine heiligen Apostel immer wieder ausdrücklich genau davor warnen?

Quelle: http://derschmaleweg.org/2012/08/21/gesetzlich-oder-gesetzlos/


Ich empfehle sehr den ganzen Artikel zu lesen. Es wäre außerdem interessant zu wissen, was Gotteskinder heutzutage als gesetzlich betrachten und warum.

Herzliche Grüße,
José