Autor Thema: Was ist gesetzlich?  (Gelesen 6350 mal)

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Offline Jose

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Was ist gesetzlich?
« am: 12 Juli 2012, 20:51:59 »
Wer darf am Mahl teilnehmen?

Was ist gesetzlich, beschäftigt mich zurzeit sehr. Hierbei geht es mir nicht um das Halten der Gebote Jesu bzw. Seiner Aposteln, denn das hat nichts mit Gesetzlichkeit zu tun. Auch die Tatsache, dass wir uns bewusst und persönlich für Jesus entscheiden müssen, und uns diese Entscheidung nicht abgenommen wird, hat nichts mit dem Gesetz zu tun.

Bei dem Thema hier geht es mir durchaus um das Grundsätzliche dazu: "Was ist gesetzlich?", aber mein aktuelles Anliegen betrifft besonders das Thema "Abendmahl" bzw. "Herrenmahl".

Die Mahlfeier ist nach meiner Überzeugung eine sehr wichtige Praxis in der biblischen Gemeinde und daraus sollte kein offenes Mahl werden. Ich habe erlebt, dass wer sich nur auf das Wort beruft: "Der Mensch aber prüfe sich selbst, und so esse er von dem Brot und trinke von dem Kelch" 1. Kor 11,28, am Ende alle, die sich gläubig nennen, am Mahl teilnehmen lässt. Das finde ich nicht biblisch.

In meiner ersten Gemeinde durften viele am Mahl teilnehmen, auch solche, die in bekannte Sünde lebten. Als Folge davon hatte ich selber keine Freiheit mehr, am Mahl teilzunehmen und bin irgendwann, aus verschiedenen anderen Gründen noch, ausgetreten.

Auf der Suche nach einer anderen Gemeinde war ich auch in einer Gemeinde, in der m.W. einerseits darauf geachtet wurde, dass nur Gläubige am Mahl teilnehmen durften, andererseits aber deutliche Anzeichen, dass jemand nicht richtig im Glauben wandelte, nicht als Anlass genommen wurden, um nachzufragen und ggf. zu ermahnen, vorerst von der Teilnahme am Mahl abzusehen. Ich sprach den Gemeindeleiter daraufhin an, konnte aber anschließend in dieser Angelegenheit kein Vertrauen zu ihm fassen.

Nun bin ich seit langem soweit, dass ich nur in der eigenen Gemeinde am Mahl teilnehme, frage mich aber zunehmend, ob ich das als Haltung einnehmen darf oder dabei in die Gefahr gerate, in dieser Angelegenheit gesetzlich zu werden. Letztlich geht es natürlich auch um die Frage, ob ich mit Glaubensgeschwistern am Mahl teilnehmen darf, die nicht zu meiner Gemeinde gehören.

Weil es leider immer mehr so ist, dass in den meisten Gemeinden ein offenes Mahl gefeiert wird, ist es auch so, dass bei mir in der Gemeinde nur Glieder der Gemeinde am Mahl teilnehmen dürfen. Auf Grund meiner persönlichen Erfahrungen sehe ich es durchaus als sinnvoll und wichtig an. Es ist ein ernstes Vorgehen, geboten durch die Vermischungen in unseren Tagen. Aber hier liegt sicherlich auch die Gefahr vor, gesetzlich zu werden.

Mir geht es aber um meine persönliche Haltung dazu, ich möchte hier nicht gesetzlich denken und handeln und den Segen Gottes hindern.

Wie sind eure Erfahrungen auf diesem Gebiet? Wie nimmt ihr am Mahl des Herrn Teil und wie wichtig ist für euch das Abendmahl? Seht ihr es auch so, dass die Gefahr besteht, gesetzlich zu werden?

José
« Letzte Änderung: 07 September 2012, 19:58:08 von Jose »

Offline Jose

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #1 am: 07 September 2012, 20:08:56 »
Die Taufform bei Gläubigen

Im Thema: Die biblische Taufe hatte ich einen Beitrag geschrieben:

Zitat

Die Taufform
Es gibt Gemeinden, in denen die Besprengung von Gläubigen als Taufform praktiziert wird. In meinem Eröffnungsbeitrag zu diesem Thema habe ich meine persönliche Erfahrung damit erwähnt. Für mich selber habe ich kein Kompromiss gemacht, nachdem ich meinen Ungehorsam erkannt hatte. Wofür ich allerdings Verständnis habe, ist, wenn ernste Gotteskinder, welche die Besprengungstaufe als Taufe an Gläubigen empfangen haben, sich schwer tun, vielleicht nach 40 oder mehr Jahren sich mit der Untertauchtaufe taufen lassen zu müssen, ohne selbst im Glauben dahinter zu stehen.

Wie soll man sich verhalten?
Für die Gemeindeleiter ist es keine einfache Situation. Ausnahmen bilden eine Gefahr und können zu weiteren Ausnahmen verführen. Aber dies ist ein Thema, welches mich wirklich beschäftigt: Darf jemand, der gläubig getauft wurde, aber nur mit der Besprengungstaufe, in der Gemeinschaft ausgegrenzt werden?

Den ganzen Beitrag: hier


Das Thema ist mir wirklich ernst und es geht mir darum, keine Mauern aufzubauen zu anderen Geschwistern, die treu und hingebungsvoll Jesus nachfolgen, aber eben gläubig getauft wurden mit der „Begießungstaufe“ als Taufform.

Vor einiger Zeit habe ich gesehen, dass es beim CMV-Verlag das Buch gibt: „Begießungstaufe - und ihre biblische Begründung“. Dazu habe ich ein Thema aufgemacht: hier.

José

Pilger

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #2 am: 15 September 2012, 15:25:29 »
Lieber Jose,
ich habe es als Pastor immer so gemacht, dass ich vor dem Mahl darauf aufmerksam gemacht habe, dass das Abendmahl ein Gedächtnismahl ist an das was Jesus getan hat.

Wer Jesus im Glauben angenommen hat und Sündenvergebung hat und nicht momentan in Sünde lebt, der darf am Mahl teilnehmen.

Das war dann für evtl. Ungläubige klar und Gläubige mussten sich dann selbst prüfen und entscheiden.

Liebe Grüße
Pilger

Offline Jose

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Was ist gesetzlich: Wer darf am Mahl teilnehmen?
« Antwort #3 am: 18 September 2012, 08:42:21 »
Zitat von: Pilger
Wer Jesus im Glauben angenommen hat und Sündenvergebung hat und nicht momentan in Sünde lebt, der darf am Mahl teilnehmen.

Lieber „Pilger“,
ich bin auch der Überzeugung, dass es so am unverfänglichsten ist und wir dabei auch kein Risiko eingehen, jemand zu verletzen. Wobei es am Besten wäre, man kennt die Geschwister, mit denen Gemeinschaft am Tisch des Herrn hat. Hast du auch schon mal die Erfahrung, dass du, weil du die Besucher nicht kanntest, sie nicht am Mahl hast teilnehmen lassen können? Es gibt leider auch viele, die obgleich sie gläubig sind, dennoch Lehren vertreten, die wir vielleicht biblisch nicht teilen können. Dürfen sie dennoch am Mahl teilnehmen oder liegt hier bereits die Gefahr vor, gesetzlich zu handeln?

Aus Gesprächen mit Geschwistern, die in Russland viel um des Glaubenswillen gelitten haben, aber nur die Besprengungstaufe hatten, weiß ich, wie sehr es sie schmerzte, dass sie z.B. bei baptistischen Gemeinden nicht am Mahl teilnehmen durften, weil sie nicht die Untertauchtaufe hatten. Ich akzeptiere die Besprengungstaufe nicht, dennoch aber weiß ich, dass es viele Gotteskinder gibt, die gläubig getauft wurden, aber eben nur mit der Besprengungstaufe. Können wir auch mit diesen Geschwistern am Mahl des Herrn teilnehmen?

Herzliche Grüße,
José

Pilger

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #4 am: 18 September 2012, 20:03:24 »
Lieber Jose,

wir können mit allen das Mahl nehmen, die an Jesus gläubig und damit wiedergeboren sind.
Da wir keine "Innenschau" haben, muß das jeder selber für sich entscheiden.

Wenn Gläubige, die keine Glaubenstaufe haben, in die Gemeinde kommen, sind sie selbstverständlich zum Mahl des Herrn zugelassen, denn es geht um Jesus und nicht die Taufe.

Das ist alles "Vereinsmeierei" und schadet dem Volk Gottes.

Liebe Grüße
Pilger


Offline Jose

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Was ist gesetzlich: Das Haar (1.Kor 11,14-15)
« Antwort #5 am: 19 September 2012, 09:50:18 »
Im Thema: Die Kopfbedeckung der Frau, ist auch folgende Aussage gefallen:

Zitat von: Pilger
Lieber Jose,
wenn man mit den langen Haaren der Frauen beginnen wollte, müsste man schnell über den Bart des Mannes reden und dann wären wir beim Frauenfeld ch Forum.

Den ganzen Beitrag: hier

Ich denke, wir müssen nicht nur über die langen Haare bei den Frauen reden, sondern auch bei den Männern. Wann sind die Haare zu lang bei den Männern und wie kurz dürfen die Haare bei den Frauen sein?

Was ich nicht machen will, ist etwas Biblisches abtun, nur weil es in unserer modernen und emanzipierten Gesellschaft nicht mehr hineinpasst. Wenn dabei der Vorwurf: »Das ist gesetzlich« fällt, werde ich besonders vorsichtig. Wir sind auch als Gotteskinder nicht ohne Gesetz, d.h. es ist nicht so, dass wir keine Anweisungen in der Schrift hätten, an denen wir uns zu halten haben.

Zu der Frage nach den Haaren finde ich besonders schlimm, wenn Schwestern, aber auch Brüder, nach ihrem äußerem beurteilt werden, eben z.B. auch ob ein Bruder zu langes Haar hat. Ich denke. Die Beobachtung ist an sich nicht verkehrt, aber wir müssen uns darüber bewusst sein, dass das „Gesetzliche“ zuallererst im eigenen Herzen anfängt. Wenn bei uns aber die rechte Gesinnung und die Ehrfurcht vor Gott und Seinem Wort gefunden werden, dann kann und will der Heilige Geist uns auch die rechte Erkenntnis schenken und die Demut, den Willen Gottes zu tun.

In der Einleitung zu einer Gebetstunde erzählte der einleitende Bruder, wie er etliche Monate davor, in seinem Herzen einer Schwester in einer pharisäischen Art und Weise begegnet war, d. h. sich über sie erhoben hatte, weil sie geschminkt war. Nach einigen Monaten begegnete ihm die Schwester wieder und er erkannte er, dass sie sich verändert hatte, auch äußerlich. Beim Reden über die Heiligung hörte er nur bestätigendes von ihr. Der Herr hatte Sein Werk an ihr. Sie war nicht mehr geschminkt, aber dem Bruder wurde es klar, dass er, als er sich über sie erhob, nicht richtig gehandelt hatte.

Ich musste in diesen Tagen auch daran denken, wie ich, in den ersten Jahren meines Glaubenslebens, damit anfing meine Mutter das Evangelium zu erklären. Ich versuchte auch sie zu ermuntern, ihre Haare wieder wachsen zu lassen, so wie sie es hatte als junge Frau. Meine Mutter ist eine sehr einfache Frau, aber nie vergaß ich ihre Worte: »Mein Sohn, und wenn ich lange Haare hätte, aber ansonsten mich kein bisschen veränderte hätte, würde ich Gott dadurch besser gefallen?« Die Antwort hatte mich sehr beschämt und ich erkannte, dass ich dabei war, jemand, der noch nicht wiedergeboren war, zu einer äußeren Veränderung zu „nötigen“.

Vermutlich fängt hier die Gesetzlichkeit an, wenn auf das Äußere den vorrangigen Wert gelegt wird. Hier aber ist Weisheit von Nöten, denn es geht darum, was biblisch ist nicht abzulehnen, aber das Werk Gottes im anderen nicht zu verkennen oder gar hindernd im Wege zu stehen.

Herzliche Grüße,
José

Pilger

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #6 am: 19 September 2012, 14:20:50 »
Lieber Jose,
ich erinnere mich an die Zeit um die 1970 der Jesus People Zeit, wie viele Gemeinden Mühe hatten, die langhaarigen und mit typischen Attriputen der damaligen Zeit behängten junge Menschen an-und aufzunehmen.

Wie sagt Paulus? Ich bin allen alles geworden um alle zu gewinnen....................
Liebe Grüße
Pilger

Offline Jose

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #7 am: 19 September 2012, 21:14:02 »
Zitat von: Pilger
ich erinnere mich an die Zeit um die 1970 der Jesus People Zeit, wie viele Gemeinden Mühe hatten, die langhaarigen und mit typischen Attriputen der damaligen Zeit behängten junge Menschen an-und aufzunehmen.

Wie sagt Paulus? Ich bin allen alles geworden um alle zu gewinnen....................

Danke für den Hinweis, lieber „Pilger“.
Es ist auch mir sehr wichtig, dass wir alle Menschen lieben und um alle ringen, die Frage ist aber, wie handeln wir z.B. bei denen, die sich bekehrt haben aber sich dann doch wieder der Welt zugewandt haben bzw. doch nicht ganz dem irdischen Treiben entsagen wollen?

Ein Beispiel:
Ich habe mich mal mit einer Schwester unterhalten, die sehr geschminkt war, als ich sie daraufhin ansprach, meinte sie: »Gott will, dass ich mich schön mache!«. Ich lehne die Schwester nicht ab, aber ich fragte mich schon, wie ernst sie es wirklich mit dem Glauben nahm, oder ob nicht doch auch noch Eitelkeit in ihrem Herzen war. Wenn so jemand auch noch mit einem aktiven Mitarbeiter in der Gemeinde verheiratet ist, mit Vorbildfunktion, dann wird es besonders kritisch. Ich muss ehrlich sagen, dass ich auch keine Freudigkeit hätte, mit ihr am Mahl des Herrn teilzunehmen. Wohlgemerkt, es handelte sich um jemand, der jahrelang auf dem Weg war.

Und was die „jungen Leute“ anbetrifft und bestimmte moderne Verhaltensweisen: Sicherlich geht es darum, alle zu lieben und für Jesus zu gewinnen, aber sollen wir deswegen es gut heißen, wenn beispielsweise bei den Jesu Freaks jemand meint, wie ich vor Jahren mal las, man könne das Abendmahl auch mit Cola und Chips feiern? Ich denke, hier fehlt die Ehrfurcht vor Gott, und da hat es nichts mit Gesetzlichkeit zu tun, wenn auf bestimmte Punkte wertgelegt wird.

Ich hoffe, wir verstehen uns.

Herzliche Grüße,
José

Pilger

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #8 am: 20 September 2012, 19:45:16 »
Lieber Jose,
natürlich hast du Recht: Alles hat seine Grenzen.
Wenn es um das Abendmahl geht ist bei dem Ausspruch des Jesus Freaks die Grenze erreicht.
Was das Schmicken der Schwestern anbelangt, ist es jeder Einzelnen ihre Angelegenheit, denn die Bibel verbietet es nicht, zeigt wohl aber Schranken auf.
Du kennst sicher die Anweisungen des Herrn durch Paulus im 1.Tim. Brief.

Es gab einmal eine Zeit, so vor 35 Jahren da galt der Grundsatz: Stellet euch nicht der Welt gleich....
und damit meinte man in pietistischen Kreisen vor allem die Äußerlichkeiten.

Man beurteilte und verurteilte alles, was in den eigenen "Gemeinderahmen" nicht hineinpasste.

Dafür war "die Zunge entbrannt aus der Hölle" wie Jakobus schreibt.

Ich denke dass jeder Freiheit hat sein Glaubensleben in äußeren Dingen zu leben, wie er meint, es vor dem Herrn leben zu können, natürlich in den Grenzen die das NT klar aufzeigt.
Da brauche ich Dir nichts schreiben, denn du kennst das NT gut

Natürlich gilt es manches zu lassen, woran der andere Anstoß nimmt.
Aber ich habe auch kleine "Diktatoren" gesehen, die mit diesem Argument: daran nehme ich Anstoß" den anderen unterdrücken wollte.

Liebe Grüße
Pilger


Offline Jose

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #9 am: 20 September 2012, 21:07:35 »
Zitat von: Pilger
Ich denke dass jeder Freiheit hat sein Glaubensleben in äußeren Dingen zu leben, wie er meint, es vor dem Herrn leben zu können, natürlich in den Grenzen die das NT klar aufzeigt.

Lieber „Pilger“,
danke für deinen Beitrag, denn ich in im Grunde zustimmen kann. Wenn ich aber deine Beiträge zum Thema „Die Kopfbedeckung“ überdenke, so möchte ich dich konkret fragen: Welche „Freiheit“, hinsichtlich der Lehre, gewährst du hier den Brüdern und Schwestern?

Ist es zulässig, wenn Männer mit bedecktem Haupt in der Gemeinde beten oder weissagen, oder wenn Frauen mit unbedecktem Haupt beten oder weissagen? Wir haben schon darüber uns ausgetauscht, dass der bedeutende Abschnitt im 1. Korintherbrief von einigen oder vielleicht von vielen „alternativ“ ausgelegt wird. Aber was machen wir nun: Sollen wir etwa beide Optionen zur freien Auswahl zur Verfügung stellen? Aber was ist, wenn die Lehre, dass der Mann bzw. die Frau das Haupt schändet, die richtige ist? Sollten wir dann nicht lieber auf Nummer sicher gehen - oder würden wir hier schon gesetzlich handeln?

Mir geht es darum, welche Überzeugung vertreten wir, wenn es für uns angeblich „alternative“ Auslegungsmöglichkeiten gibt? Beugen wir uns und bitten Gott: »Herr, zeige mir, was vor Dir wirklich gilt?« Die Situation begegnet und auch in anderen Themen, z.B. bei der Taufe oder die Geistestaufe. Schlimm wird es besonders dann, wenn die Haltung des anderen abgelehnt und er bzw. sie des Unglaubens bezichtigt werden.

Und wenn du von „natürlichen“ Grenzen des NT schreibst, welche Grenzen würdest du „klar“ aufzeigen? Wenn Johannes schreibt: "Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern ist von der Welt" 1.Joh 2,15-16. Was können wir alles in diese Kategorie tun, d.h. die Grenzen aufzeigen, ohne Rücksicht darauf, ob andere uns dann als gesetzlich beschimpfen?

Herzlich Grüße,
José

Pilger

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #10 am: 21 September 2012, 15:40:14 »
Lieber Jose,
jeder steht und fällt seinem Herrn in allen äußeren Dingen, was die Persönlichkeit anbelangt.
In der Gemeinde gelten dann die Anordnungen des Herrn, wie Er es durch den Apostel Paulus niederschreiben ließ.

Wenn eine Schwester meint, sie müsse den Kopf bedecken soll sie es machen, aber es von niemand anderem
fordern.

Auch Paulus kannte diese "Spannung": Der eine hält einen Tag wichtiger als den anderen".
Der Grundsatz: Alles was nicht aus Glauben geht, ist Sünde, hat oberste Priorität.

Der Apostel hat hier immer darauf geachtet, daß niemand zu nichts gezwungen wird.

Aber heute ist es so, dass auf der einen Seite Gläubige sind, die "Instruktionen" brauchen, andere leben "zu frei" und wieder andere leben im Wort mit dem Geist, der das Wort lebendig macht.

Liebe Grüße
Pilger

Offline Jose

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Was ist gesetzlich: Die Kopfbedeckung
« Antwort #11 am: 22 September 2012, 18:14:09 »
Lieber „Pilger“,
vielen Dank für deine Worte.

Zitat von: Pilger
Wenn eine Schwester meint, sie müsse den Kopf bedecken soll sie es machen, aber es von niemand anderem fordern.

Nicht, dass du denkst, das Thema sei mir zu viel Wert, und dennoch, auch das Thema ist ein Streitthema, bis dahin, dass nach eine „alternative“ Auslegungs- und Übersetzungsmöglichkeit gesucht wurde.

Wenn du als Pastor es aber nicht mehr lehrst, dann ist davon auszugehen, dass immer wenige es praktizieren, denn der Glaube kommt aus der Predigt. Die Verantwortung dazu trägt also in hohem Maße auch der Prediger, daher möchte ich dir dazu auch viel Gnade und Weisheit wünschen.

Es ist sehr schade, dass durch die „alternative“ Auslegung die wichtigen Worte des Apostel Paulus in 1. Korinther 11 über die: Kopfbedeckung der Frau, nun widersprüchlich verstanden werden können. Ich befürchte, dass hier dem Feind ein guter „Schachzug“ gelungen ist.


Zitat von: Pilger
Der Apostel hat hier immer darauf geachtet, daß niemand zu nichts gezwungen wird.

Ich kann dich sehr gut verstehen und ich denke persönlich, dass schon sehr viel Schaden angerichtet wurde, weil Gläubige und sogar bereits Suchende, in eine „Form“ gepresst wurden. Darauf liegt kein Segen.

Weil du aber erneut betont hast, dass alles, was nicht aus Glauben ist, Sünde ist, so steht diese Aussage in Römer 14,23 und ist somit biblisch. Ob es um das Essen, ob um das Halten von Tagen geht, haben wir eine gewisse Freiheit, aber auch da können wir gesetzlich, weltlich oder sündig handeln.

Heute hörte ich von einer Schwester, die im Chor mitsingt, dass im Chor sie wohl nun die einzige sei, die noch ein Kopftuch aufhat. Es fällt ihr nicht leicht, aufzufallen, auch wenn sonst alle das Kopftuch zum Gebetet aufsetzen und einige sogar während der ganzen Versammlung auflassen, wie es auch ihr ein Anliegen ist. Ein alter Bruder hatte mal darum gebeten, dass Kopftuch am Besten immer aufzuhaben in der Versammlung, das sei auch ein besseres Zeugnis für die, welche nicht zur Gemeinde gehören.

Es war eine Bitte, denn die Ältesten können den Gemeindegliedern nur vorschreiben, was das Wort vorschreibt. Wie gut, wenn sich hierbei, was die Kopfbedeckung anbetrifft, die Ältesten einig sind.

Ich werde die Schwester ermuntern, sich nicht viele Gedanken zu machen sondern das zu tun, was in ihrem Herzen ist und wozu sie Freudigkeit hat, auch wenn sie vielleicht alleine, mit Kopfbedeckung vorne im Chor steht.

Liebe Grüße,
José

Pilger

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #12 am: 22 September 2012, 20:31:40 »
Lieber Jose,
Du hast am 20. 9. geschrieben:
Ist es zulässig, wenn Männer mit bedecktem Haupt in der Gemeinde beten oder weissagen, oder wenn Frauen mit unbedecktem Haupt beten oder weissagen?

Ich habe noch nie einen Mann mit bedeckten Haupt beten oder prophezeien hören oder gesehen?

Einmal schrieb mir jemand:
Ich möchte Gott dadurch gefallen..........

Die Bibel sagt aber: Durch das Opfer Jesu sind wir geheiligt ein für allemal. (Hebr.10, 14)

Wir können nichts tun, um Gott "noch besser zu gefallen.

Liebe Grüße
Pilger

Offline Jose

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Die Kopfbedeckung ist nicht gesetzlich
« Antwort #13 am: 23 September 2012, 14:58:43 »
Lieber „Pilger“,

du hast geschrieben:
Zitat
Einmal schrieb mir jemand:
Ich möchte Gott dadurch gefallen..........
Wenn es hier um die Kopfbedeckung ging, dann finde ich es sehr schön, wenn der Geist Gottes noch Herzen für diese biblische Wahrheit öffnet. Ich hörte mal von einer Schwester, wie sie in eine Versammlung war und sich das Haupt bedecken wollte. Dann kam der Pastor der Gemeinde dort zu ihr und sagte, dass es bei ihnen nicht üblich sei.

So weit sind wir leider, dass die, welche treu sein wollen, von anderen, die vielleicht auch treu sein wollen, daran gehindert werden, den Willen Gottes zu tun.

Du hast auch geschrieben:
Zitat
Die Bibel sagt aber: Durch das Opfer Jesu sind wir geheiligt ein für allemal. (Hebr.10, 14)
Was du hiermit sagen wolltest erschließt sich mir nicht ganz, in diesem Zusammenhang. Unsere Erlösung ist vollkommen, aber von dem Gehorsam sind wir nicht entbunden. Auf jeden Fall hat die Kopfbedeckung oder langes Haar nichts mit dem Festhalten an Gesetzeswerken zu tun noch handelt es sich um Werksgerechtigkeit. Es ist das von uns erwartete Festhalten am Wort Gottes.

Auch diese Aussage von dir, lieber „Pilger“, hat mit 1. Korinther 11 direkt nichts zu tun:
Zitat
Wir können nichts tun, um Gott "noch besser zu gefallen.

Es entspricht auch nicht der Wahrheit, denn Gott erwartet von uns, dass wir durch den Gehorsam Ihm gefallen. Lasst und auch das Wort bedenken: "Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird" Hebr 11,6. Wir können wir Gott im Glauben nahen, wenn wir Sein Wort in Frage stellen? Das geht nicht! Gottes Wort gilt, ob es die Lehre hinsichtlich der Kopfbedeckung ist, oder der Geistestaufe und den Gaben des Heiligen Geistes, oder ob es um die Lehre hinsichtlich der Ehe, Ehescheidung und Wiederverheiratung geht, um diese 3 Beispiele zu nennen, die im 1. Korintherbrief erwähnt werden. Der Mensch, der nicht Gehorsam sein will, lässt nicht unversucht, alles zu verdrehen. Möge uns Gott darüber die Augen öffnen und bewahren.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf das Thema: Seid nicht gleichförmig dieser Welt, hinweisen. Es geht darum, zu prüfen "was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene" Römer 12,2b. Wer hier nicht treu ist, riskiert, Gott in vielem nicht u gefallen.

Gottes segen,
José

Pilger

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Re: Was ist gesetzlich?
« Antwort #14 am: 23 September 2012, 16:54:56 »
Lieber Jose,
da wir bei diesem Thema uns nicht näher kommen, möchte ich den Austausch darüber beenden, mit dem Hinweis:
Jeder steht und fällt seinem Herrn- auch in der Erkenntnis und am Festhalten des Erkannten.

Liebe Grüße
Pilger