Autor Thema: Warum gibt es Leid im Leben von Gotteskindern?  (Gelesen 1840 mal)

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Offline Jose

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Warum gibt es Leid im Leben von Gotteskindern?
« am: 28 April 2012, 21:31:59 »
Es ist eine alte Frage: Warum gibt es Leid auf der Welt?, und sicherlich eine Frage, die wir hier auf Erden nie abschließend beantworten werden können. Schon die Tatsache, dass oftmals die Frage so gestellt wird, dass Gott als der Verursacher gilt, erschwert die Antwort. Für Gotteskinder aber sollte die Frage mit dem Leid immer so gesehen werden, dass alles was uns widerfährt, von Gott zugelassen wurde, somit uns und Seiner Gemeinde letztlich zum Heil und Segen dienen muss.

In der Apostelgeschichte lesen wir: "Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen müssen" Apg 14,22. Hier sind Bedrängnisse, also sicherlich Verfolgungen usw. gemeint, und gerade von diesen Nöten wurden Gotteskinder über die Jahrhunderte hinweg nicht verschont. Sie werden auch weiterhin nicht verschont, wenn man Zeugnisse und Berichte liest von der verfolgten Gemeinde. Aber auch von Krankheitsnöten werden die Gläubigen nicht verschont.


Warum gibt es Leid im Leben von Gotteskindern
Von Paulus wissen wir, dass er ein Leiden hatte, weswegen er dreimal zu Gott gefleht hatte. Hervorheben möchte ich, dass Paulus die Ursache für das Leiden in seinem Fall erkannte, denn er begründete sein Leiden u.a. mit Hinblick auf die außerordentlichen Offenbarungen die ihm zuteil geworden waren: "Darum, damit ich mich nicht überhebe, wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben, ein Engel Satans, dass er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe" 2. Kor. 12,7.

Hiob selber hat es erst hinterher erfahren, dass Gott es am Ende mit ihm noch herrlicher machen wollte. Offenbar, wie auch beim Hiob, durfte der Satan dem Apostel Paulus Leid zufügen, das alles aber unter der Zulassung Gottes, damit Paulus in der Demut blieb.

Aus vielen Lebenszeugnissen wissen wir, dass insbesondere durch Leiden viele Menschen zu Gott geführt wurden. Möge auch jedes Gotteskind das leidet, wenn es Leiden sind die Gott zugelassen hat und von IHM gewollt sind, irgendwann erkennen, dass die Leiden ihn näher zu Gott gebracht haben oder aber, erfahren, dass durch seine Leiden andere Menschen besonders angesprochen und getröstet wurden, weil sie gesehen haben, dass Gott im Leiden hilft. Diese Worte habe ich zwar geschrieben, aber ich weiß nur zu gut, dass ich gar nicht so sehr über Leiden reden kann, denn was sind meine Leiden im Vergleichen mit den Leiden der verfolgten Christen.

Es gibt viele Menschen, die erst nach einem schweren Unfall, schlimme Krankheit oder andere schwere Nöte, sich Gott zugewandt haben. Vorher waren sie blind und taub für die Liebe Gottes. Aber es muss nicht so sein, Gott will auch so unsere Herzen erreichen.


Ich will nicht angefahren werden
Es ist lange her, da sprach ich mit Kindern und sagte ihnen, dass Gott, dadurch dass ich einen Verkehrsunfall hatte, mich zu sich gezogen hat. Da sagte eines der Kinder: "Ich will aber nicht von einem Auto angefahren werden". Dass meine Worte so wirken hatte mich überrascht, und ich bemühte mich es richtig zu stellen. Meine Überzeugung ist nicht, dass Gott uns nur durch Leiden zu Sich ziehen kann, und doch ist es oft so, dass Er erst durch Leiden sein Werk an uns haben kann. Selbst an denen, die bereits viele Jahre im Glauben stehen.


In einem Lied von K. F. Hartmann (Endlich bricht der heiße Tiegel) ist es so wunderbar formuliert:

    Unter Leiden prägt der Meister in die Seele, in die Geister
    sein allgeltend Bildnis ein.
    Wie er dieses Leibes Töpfer, will er auch des künftigen Schöpfer
    auf dem Weg der Leiden sein.
    Leiden sammelt unsere Sinne, dass die Seele nicht zerrinne
    in den Bildern dieser Welt,
    ist wie eine Engelwache, die im innersten Gemache
    des Gemütes Ordnung hält.
    Leiden mach im Glauben gründlich, macht gebeugt, barmherzig, kindlich.
    Leiden, wer ist deiner Wert?
    Hier heißt man dich eine Bürde, droben bist du eine Würde,
    die nicht jedem widerfährt.

    (Strophen 2, 3, 5)


Herzliche Grüße,
José

Offline Jose

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Re: Warum gibt es Leid im Leben von Gotteskindern?
« Antwort #1 am: 05 Mai 2012, 11:56:49 »
Als ich heute Morgen die Andacht im Kalender "Die Gute Saat" las, wurde ich sehr ermuntert. Das ist für mich ein Grund, warum Gott Not zulässt: Um uns das Glauben zu lehren und um uns zu trösten und durch uns auch andere, durch den Trost mit dem wir selber getröstet wurden (siehe 2. Korinther 1,4).


So spricht der Herr: Zur Zeit der Annehmung habe ich dich erhört, und am Tag der Rettung habe ich dir geholfen. Jesaja 49,8
Jesus sprach: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes. Lukas 18,16 


Der Geburtstag

Wir sind im Russland der 70er Jahre. Heute wird die kleine Liuba fünf Jahre alt. Ihr Vater ist seines Glaubens wegen im Gefängnis. Seit Tagen überlegt die Mutter, wie sie diesen Tag ein wenig auszeichnen kann, damit die Kinder ihren Vater etwas weniger schmerzlich vermissen. Doch sie hat ihnen nur Kartoffeln mit einem kleinen Stück Speck vorsetzen können. Zum Glück haben sie wenigstens einen Brief vom Vater erhalten.
Vor der Mahlzeit wenden sie sich an den Herrn. Liuba darf beten. Sie sagt: "Herr Jesus, bewahre unseren Papa, damit er gesund wiederkommt. Segne auch Mama. Als Papa bei uns war, brachte er uns am Geburtstag immer Schokolade mit. Bitte, gib Du uns die jetzt. Amen." Die Älteren wollen sich über die Kleine lustig machen, aber die Mutter bringt sie zum Schweigen.
Da klopft es an der Tür. Wer wird denn zu so später Stunde noch kommen? Es ist ein alter Bekannter. Etwas zerstreut berichtet er, wie er sich gedrungen fühlte, noch eine Tafel Schokolade zu beschaffen und sie ihnen zu bringen, ohne eigentlich zu wissen, warum.
"Hurra!", ruft Liuba, "Jesus hat mein Gebet erhört. Danke, Herr Jesus!" - Der Freund kann nur noch staunen.
Zwei Wochen später liest der Vater seinen Mitgefangenen einen Brief seiner Frau über den Geburtstag von Liuba vor. Dieser Brief bringt ihnen Trost und neuen Grund zum Hoffen. Er zeigt ihnen die Macht eines Gottes, der bis ins Einzelne über die wacht, die Ihm vertrauen.


Quelle: Die Gute Saat, 05. Mai 2012

Ist es nicht ein Wunder, wie Gott Menschenherzen zu lenken vermag. Besonders solche Zeugnisse finde ich immer wieder wunderbar und es ist mir ein Anliegen, selber auch so erfunden zu werden, dass Gott zu mir reden und mich leiten kann durch Seinen Geist.

Was mich bei dem Zeugnis aber auch sehr gefreut hat, ist die Bestätigung des Wortes: "Und es wird geschehen: Ehe sie rufen, werde ich antworten; während sie noch reden, werde ich hören" Jes 65,24, denn ich denke, dass Gott bereits an dem Herzen des Mannes gewirkt hatte, eher das Kind gebetet hatte. Gott handelt treu und wunderbar, im Leben der Seinen.

José
« Letzte Änderung: 05 Mai 2012, 12:17:58 von Jose »

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Gott ermutigt die Niedergeschlagenen (Richard Wurmbrand)
« Antwort #2 am: 09 Mai 2012, 22:02:29 »
Jesus hat das Schwert gebracht
Wenn wir an die vielen, um Christi willen verfolgten denken, können wir die Worte Jesu besser verstehen: "Meint nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert" Mt 10,34. Auch lesen wir weiter: "Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein" Mt 10,35-36. Diese letzte Aussage haben sicherlich einige bereits erlebt, denn der Glaube ist oftmals ein Riss durch die Familie und durch Freunde.

Aber besonders dort, wo die Gläubigen von den Massen verfolgt werden, müssen sie viel Not erleiden. Ich habe noch nicht viel von diesen Leiden erlebt, aber wer weiß was noch alles über uns kommen wird. Die, welche jetzt schon unter Verfolgung Leiden und in Gefängnissen ausharren müssen, um Christi Willen, sind mir Vorbilder, keine Kompromisse einzugehen und treu zu Jesus zu stehen.


Richard Wurmbrand
Jemand, der viel Not in seinem Leben erdulden musste und 14 Jahre in einem kommunistischen Gefängnis verbrachte, war Richard Wurmbrand. In den letzten Jahren habe ich einige Vorträge von ihm gehört, die teilweise auch auf Video aufgenommen wurden.

Von diesem Vortrag auf Sermon-Online, wurde ich besonders angesprochen: Gott ermutigt die Niedergeschlagenen, Bibelstelle 2. Korinther 7, 1-6. Format: avi (Divx Viever muss vorhanden sein). Direkt zum Download: hier (Dateigröße: 370 MB).

Die Ewigkeit wird es völlig offenbar machen, was Gott durch das Leiden und nur durch das Leiden Seiner Kinder wirken konnte. Vieles ist aber auch schon hier auf Erden offenbar.


Gottes Segen wünschend,
José

Hinweis:
Ich habe den Inhalt des Vortrages auch als MP3-Datei (Dateigröße: 18,3 MB). Bei Interesse dürft ihr mir gerne eine P.N. zukommen lassen.

« Letzte Änderung: 10 Mai 2012, 08:57:35 von Jose »

Offline Jose

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Zeugnis eines Chirurgen
« Antwort #3 am: 20 Mai 2012, 11:32:48 »
Wir können Gottes Wege oft nicht verstehen, aber Gott macht keine Fehler und weiß, was gut für Seine Kinder ist. Auch will ER uns zum Segen für andere gebrauchen und zur Verherrlichung Seines Namens. Daran wurde ich erneut erinnert, als ich im Kalender "Die Gute Saat" die Andacht vom 16. las.

Ich bin überzeugt, dass Gott oftmals die persönliche Not Seiner Kinder gebraucht und Situationen schafft, um Herzen zu öffnen und empfänglich zu machen für sein Reden. Auch ich durfte es bereits erleben, aber sicherlich viele andere. Wenn ich nicht wüsste, dass hinter allem Gottes liebende Hand steht, so könnte man oft sehr deprimiert werden, aber es gilt Gott zu vertrauen und stille vor IHM zu sein.


In seiner Liebe und in seiner Erbarmung hat der Herr sie erlöst; und er hob sie empor und trug sie alle Tage der Urzeit. Jesaja 63,9


Bei einem Mittagessen wird ein Chirurg gefragt, welches die bedeutendste Operation sei, die er je durchgeführt habe. Der Arzt denkt kurz nach. Ihm kommen einige schwierige Eingriffe in den Sinn, die sein ganzes Geschick erfordert haben. Aber dann erzählt er doch von einer Operation, die aus einem ganz anderen Grund sehr bedeutsam für ihn geworden ist: 
Die Überlebenschancen seiner kleinen Patientin lagen bei zehn Prozent. Das Mädchen war so zart und zerbrechlich. Als sie auf die Narkose vorbereitet wurde, sagte die Kleine: "Wissen Sie, Doktor, ich bete jeden Abend, bevor ich schlafen gehe. Und ich möchte gern auch jetzt beten." 
Das erlaubte der Chirurg gern. Und weil er selbst gerade große Schwierigkeiten hatte, die ihn unglücklich machten, bat er das Mädchen, ihn in ihr Gebet einzubeziehen. 
Die Kleine bat Jesus, den Guten Hirten, sein kleines Lamm zu bewahren und ihr in der Dunkelheit nahe zu sein. Sie schloss mit der Bitte: "Und segne auch den Doktor." Dann sagte sie zu dem Arzt: "Ich habe keine Angst, weil Jesus mich liebt. Er ist bei mir; und Er wird mich hindurchtragen." Tief bewegt von dieser Glaubenszuversicht, betete dann auch der Chirurg im Stillen zu Gott. Er fühlte, dass seine Hand von Gott geleitet werden musste, wenn das Leben der Kleinen gerettet werden sollte. 
Das Kind hat die Operation überstanden. Der Chirurg aber weiß, dass an diesem Tag ein sehr bedeutsamer Eingriff an ihm selbst geschehen ist. Er fasst das mit den Worten zusammen: "Dieses Mädchen hat mich gelehrt, dass Jesus mich sicher hindurchtragen wird, wenn ich nur meine Probleme nehme und sie alle in seine Hand lege." 


Quelle: Die Gute Saat, 16. Mai 2012

Was mich immer wieder bewegt bei solchen Zeugnissen, ist immer wieder neu die Erkenntnis und die Tatsache, dass Gott uns Segnen und zum Segen setzen möchte für andere, aber dazu dienen nicht in erste Linie unsere Worte, sondern unser Leben, wenn es IHM hingegeben ist.

José
« Letzte Änderung: 20 Mai 2012, 11:34:24 von Jose »