Autor Thema: Sektenvergleich: Darbysten vs. Zeugen Jehovas  (Gelesen 17500 mal)

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Offline Roland

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Sektenvergleich: Darbysten vs. Zeugen Jehovas
« am: 13 April 2012, 18:16:58 »
Fortsetzung von http://www.hauszellengemeinde.de/portal/index.php?topic=1160.msg7032;topicseen#msg7032:

Dort wurde folgende Konversation geführt:

Zitat
Zitat von: Roland am Heute um 15:44:25
Es gibt auch Sektierer, wie z. B. Zeugen Jehovas, NAK, Adventisten usw., die ein vorbildliches Leben führen. Dennoch werden die Irrlehren an die diese Irrlehrer glauben nicht richtig, nur weil sie ein vorbildliches Leben führen.

Hallo Roland.
Ich weiß, dass ich mich etwas wiederhole, aber mich stört es einfach und ich kann es nicht nachvollziehen, wenn zu viele Richtungen in einen Topf geworfen werden. Darbysten, z.B., vergleiche ich auf keinen Fall mit Zeugen Jehovas, denn die ZJ haben kein Evangelium, für sie ist nicht einmal Jesus auferstanden.

Vielleicht ist es dir möglich, hier etwas zu differenzieren oder vielleicht lassen sich die Irrlehren etwas besser einteilen.

Danke und herzliche Grüße,
José


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Hallo José,

wie würdest Du denn die Irrlehren einteilen? Du sprichst jetzt den inhaltlichen Aspekt der Irrlehren an:


Zitat
Darbysten, z.B., vergleiche ich auf keinen Fall mit Zeugen Jehovas, denn die ZJ haben kein Evangelium, für sie ist nicht einmal Jesus auferstanden.
Mit meinem Vergleich Darbysten - Zeugen Jehovas sprach ich jedoch nicht den inhaltlichen Aspekt der Irrlehren an, sondern die Sektenstruktur. Ich finde, dass beide Sekten hier durchaus Ähnlichkeiten aufweisen:

Die Zeugen Jehovas haben als Autorität neben der Bibel die Schriften der Wachtturm-Organisation; die Darbysten haben die Schriften der "Brüder". Mit Autorität neben der Bibel meine ich damit, dass hiermit die Bibel ausgelegt und als unangefochtene Autorität anerkannt wird (also einen ähnlichen Status wie die Bibel).

Die Zeugen Jehovas haben eine eigene Bibelübersetzung herausgebracht, um ihre Irrlehren "biblisch" begründen zu können, ebenso die Darbysten.

Wenn jemand nicht in der Spur bleibt, gibt es bei den Z. J. Gemeinschaftsentzug (das bedeutet, dass niemand mit der Person sprechen darf); ebenso gibt es bei den Darbysten Gemeinschaftsentzug, z. B. darf die entsprechende Person nicht am Mahl des HERRN teilnehmen.

Dies waren jetzt nur 3 Beispiele. Ich könnte noch mehr aufführen, möchte es aber dabei bewenden lassen. Hier wird deutlich, dass die sektiererischen Strukturen der Z. J. und der Darbysten sehr ähnlich sind. Daher halte ich es für legitim, beide Sekten miteinander zu vergleichen.

Shalom
Roland


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Zitat
Zitat von: Roland
wie würdest Du denn die Irrlehren einteilen? Du sprichst jetzt den inhaltlichen Aspekt der Irrlehren an

Ich weiß, dass es schwer ist. Aber vielleicht ist der Anfang einer Bewegung hilfreich. Paulus schreibt: "Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf; jeder aber sehe zu, wie er darauf baut" 1.Kor 3,10. Wenn z.B. Zeugen Jehovas mit Darbystem zusammengelegt werden, dann wird somit auch indirekt behauptet, dass die Anfänge von beiden Bewegungen gleich falsch waren. Ist es so?

Ausgehend von 1. Kor. 3,10 kann vielleicht ein neues Thema aufgemacht werden, damit wir das Thema hier: "Die Sünde wider den Heiligen Geist", nicht zu sehr verlassen.

Herzliche Grüße,
José
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Offline Roland

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Re: Sektenvergleich: Darbysten vs. Zeugen Jehovas
« Antwort #1 am: 13 April 2012, 18:39:02 »
Hallo José,

ich finde tatsächlich, dass es deutliche Parallelen gibt, wenn man die Entstehung der Z. J. und der Darbysten vergleicht. Wichtig finde ich, dass wir nicht einen inhaltlichen Vergleich der Irrlehren (hier gibt es natürlich große Unterschiede) anstellen, sondern beide Gruppierungen anhand ihrer Strukturen vergleichen.

Zeugen Jehovas:

Der Ursprung der Zeugen Jehovas findet sich in der Gruppe um Charles Taze Russell, der als Presbyterianer erzogen wurde und Mitglied der Kongregationalistenkirche war und dem späteren Bibellesekreis. Charles Taze Russell war enttäuscht von den Lehren seiner Kirche, begann er ein intensives Studium der Bibel. Im Jahre 1870 gründete er mit Bekannten einen Kreis zur Erforschung der Bibel.

Darbysten:

Im Winter 1827/28 kam Darby mit unabhängigen christlichen Kreisen, den Keimzellen der Brüderbewegung, in Kontakt. Er schloss sich zunächst einer Gruppe um Anthony Norris Groves und John Gifford Bellett an, die sich Ende 1829 mit einem ähnlich gearteten Kreis um den Arzt Edward Cronin vereinigte und im Mai 1830 in einen öffentlichen Saal umzog.

Beide Sekten beginnen damit, dass sie unabhängig von den offiziellen "Kirchen" die Bibel studieren. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Russell seinen Kreis selbst gründete und Darby sich einem bestehenden Kreis anschloss.

Gegen diese Vorgehensweise ist zunächst einmal nichts zu sagen. Interessant ist es, wie beide Sekten sich weiterentwickelt haben (Intrigen, Spaltungen usw.).

Wie beurteilst Du die Anfänge beider Sekten?

Shalom
Roland
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Offline Jose

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Re: Sektenvergleich: Darbysten vs. Zeugen Jehovas
« Antwort #2 am: 14 April 2012, 11:34:38 »
Zitat von: Roland
Wie beurteilst Du die Anfänge beider Sekten?

Hallo Roland.
Als ich das erste Mal mit Lehren der Zeugen Jehovas konfrontiert wurde, war ich noch sehr unwissend und auch unvoreingenommen den ZJ gegenüber. Ich wusste auch von biblischen Lehren nicht viel, erwähnte aber immer wieder den Herrn Jesus, meinen Heiland, der für meine Sünden am Kreuz gestorben war.

Eines Tages sagten mir die ZJ, dass der Jesus, den ich so sehr liebte, der Erzengel Michael sei. Darauf erwiderte ich, dass "mein" Jesus kein Engel sei und bat sie, nicht wieder zu kommen.

Dennoch las ich später auch immer wieder Schriften der ZJ, um mich zu informieren. Wie schrecklich war es, als ich in einer Ausgabe des Wachturms las, dass Jehova den Mann Jesus, nach seinem Tod, aus dem Grab hat verschwinden lassen und der Auferstandene wieder der Erzengel Michael war.

Paulus schreibt an die Korinther: "Wenn es aber keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferweckt; wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist also auch unsere Predigt inhaltslos, inhaltslos aber auch euer Glaube" 1.Kor 15,13-14. So inhaltslos ist für mich auch der Glaube der ZJ.

Ich kann mich an keinem Gespräch mit einem Anhänger der Wachturmgesellschaft erinnern, aus dessen Worten und Zeugnis ich entnommen hätte, dass eine lebendige Hoffnung vorhanden wäre, nämlich Gewissheit der Sündenvergebung, Erlösung und die herrliche Aussicht auf die ewige Gemeinschaft mit Jesus, der gesagt hat: "Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, würde ich euch gesagt haben: Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin" Joh 14,2-3. Wie kostbar sind doch diese Worte Jesu.

In 1. Korinther 3,11 lesen wir: "Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus" 1.Kor 3,11. Diesen Grund, haben nach meiner Überzeugung die ZJ nie gehabt. Das kann ich von der Brüderbewegung, zu der der Darbysmus m.W. untrennbar gehört, nicht sagen, obwohl ich mit manchen Lehren nicht einverstanden bin.


Herzliche Grüße,
José

« Letzte Änderung: 14 April 2012, 11:40:09 von Jose »

mh-ing

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Re: Sektenvergleich: Darbysten vs. Zeugen Jehovas
« Antwort #3 am: 14 April 2012, 19:01:14 »
Hallo Roland,

einer Gleichsetzung von ZJ und "darbystischen" Gruppierungen halte ich -trotz aller Kritik an dem Darbysmus- für völlig unangebracht. Die ZJ haben jeglichen Kern des Evangeliums verloren, die Darbysten vieles hinzugefügt und umgedeutet, im Kern ist aber im Darbysmus ein gutes Christenleben möglich (was auch die vielen teils hervorragenden Persönlichkeiten aufzeigen), bei den ZJ ist aber alles und jedes grundfalsch, bis auf einige spezielle Punkte. Im Darbysmus gibt es gar keine Struktur einer Sekte, keine Organisationsstrukturen usw. Dies ist zentral für eine Sekte heutiger Definition.

Wenn du die ZJ mit einer anderen Sekte gleichsetzen willst, solltest du die Adventisten (STA) nehmen, da die ZJ von der Entstehung und Lehre her dort viel mehr beheimatet und auch sich von dort aus entwickelt haben. Bei den ZJ sollte man auch den freimaurischen Hintergrund von Russel nicht unterschlagen.

Meines Erachtens diskreditiert so eine pauschale und schlecht begründete Gleichsetzung nur deinen Standpunkt bezüglich jeglichem darbystische geprägten Anderen. Überzogene Kritik ist genauso falsch wie gar keine.

Was man gut vergleichen kann und m.W. auch Weremschuk heraus gearbeitet hat, ist der Umstand, wie sehr das Denken von Darby im Katholizismus der Anglikanischen Kirche verankert war. Dieser Aspekt lässt sich sehr gut belegen und das Anathema der kath. Kirche ist genauso hart wie die Ausschlussregeln von Darby. Auch seine Lehre, nur bei ihm sei die Wahrheit, ist von diesem Denken inspiriert. Auch in seinem Taufverständnis und anderen Sonderlehren von ihm deutet sich da einiges an.

Jedoch, auch das ist zu sehen heute, es gibt so viele Lehrrichtungen in den Nachfolgern von Darby, dass man eigentlich gar keine richtige Trennung oder Zuordnung finden kann. Wen will man hier wie dann kritisieren? Es gibt calvinistische Darbysten, großtäuferische Darbsyten, Darbysten, die eine Art Allversöhnung lehren, andere haben nur die Vorentrückungslehre übernommen und mit Charismatik kombiniert, andere sogar das mit einer Eingottlehre oder gar mit der Pyramidenlehre der ZJ. Es ist eigentlich kaum überschaubar.

Daher, es ist gut, dass in dieser HP viel Aufklärung und Info zu diesen einzelnen Lehren und den Personen dazu gibt, jedoch sollte man fair und vernünftig in der Bewertung bleiben und nicht über das Ziel schießen.

Gruß

Martin
 

Offline Roland

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Re: Sektenvergleich: Darbysten vs. Zeugen Jehovas
« Antwort #4 am: 15 April 2012, 00:39:29 »
Lieber José,
lieber Martin,

o.k. - Ihr habt mich überzeugt, dieses Thema (erst einmal) nicht weiter zu verfolgen.

Allerdings sehe ich die Darbysten tatsächlich auf der Ebene der Zeugen Jehovas (weniger inhaltlich, sondern mehr strukturell). Natürlich gibt es unter den Darbysten viele Schattierungen; die gibt es jedoch auch unter den Zeugen Jehovas, da es auch hier viele Trennungen gegeben hat. Ich finde es daher sinnvoll, die "Theologie" und Struktur der "Exklusiven" (= Christliche Versammlung) zu analysieren.

Der Grund, weshalb ich dieses Thema anspreche, ist für mich die Tatsache, dass ich die Darbysten als wesentlich gefährlicher einstufe als die ZJ. Zur Lehre ist zu sagen, dass Darby mit dem Dispensationalismus eine völlig neue Sicht auf die Heilsgeschichte entwarf. Entscheidend ist dabei, dass JESU erste Ankunft eigentlich auch seine letzte hätte sein sollen. GOTT wurde von der Ablehnung JESU durch die Juden völlig überrascht. Deshalb gründete er eine neue Heilsepoche, die christliche Aera, und setzte die Epoche seines Volkes Israel zunächst beiseite.

An dieser Stelle übernahm Darby die jesuitische, gegenreformatorische Auslegung vom Antichristen in den letzten 7 Jahren der Weltgeschichte, wofür man von den 70 Jahrwochen die letzte Woche künstlich abtrennte und ans Ende der Welt verlegte. Das ganze wurde dann durch eine irvingianische Prophetin bestätigt, in deren Haus der ledige Darby einige Zeit verkehrte. In diesen letzten 7 Jahren werden die halb bekehrten Juden dann die ganze Welt bekehren und der Antichrist für 3 1/2 Jahre (1260 Tage) eine Schreckensherrschaft aufrichten.

Die wahren Gläubigen aber (die Darbysten) erleben diese Zeit nicht mehr mit. Sie werden vorher alle bei der ersten Wiederkunft JESU heimlich und plötzlich entrückt. Darüber hat der Baptistenpastor Jim LaHaye eine Romanserie verfasst ("The Left Behind"), durch die er Millionär wurde. Nach den 7 Jahren kommt dann JESUS ein 2. Mal wieder, diesmal zum Gericht, und errichtet auf dieser Erde ein 1000-j. Friedensreich. Dies werden er und die Darbysten dann vom Himmel aus regieren.

Die Darbysten behaupten auch, wer sich einmal bekehrt hat, kann sein Heil nie mehr verlieren. Fällt er aber trotzdem ab, so war er von Anbeginn an nicht echt bekehrt. In diesem Punkt, Martin, liegen wir weit auseinander.

Da sich die verschiedenen Heilsepochen oder Dispensationen in der Bibel wiederspiegeln, glauben die Darbysten auch, dass für Christen nur das Johannesevangelium mit Apostelgeschichte und die Briefe relevant sind. Alles Andere gehört zu anderen Dispensationen. Es ist zwar nützlich zu lesen, hat aber keine verpflichtende Bedeutung für Christen. Ihr System der Bibelauslegung stellen die Darbysten ganz harmlos als das einzig richtige christliche Bibelauslegungssystem vor. Das Gefährliche an den Darbysten ist es, dass sie ein ganzes System haben, welches sie der Bibel überstülpen. Dabei trägt ein Teil das andere. Fällt eines, fällt alles zusammen. Auch hier ähneln sie den Zeugen Jehovas.

Darbysten haben auch ihre eigene Bibelübersetzung, die Elberfelder Bibel, ähnlich wie die Zeugen Jehovas.

Eine ältere Frau, die die Anfänge des Darbysmus im Rheinland miterlebte, gab ihrer Familie für die Zukunft mit: "Kinder, die Darbysten sind schlimmere Bibelverdreher als die Ernsten Bibelforscher" (= Zeugen Jehovas).

Es gibt allerdings auch Überschneidungen zwischen Adventisten und Darbysten in Deutschland über den ev. Brüderverein (= dem Darbysmus zugehörig). Zum Brüderverein gehörten u.a. v. Poseck, Brockhaus, Grafe (späterer Gründer der FeG) und Lindermann (er war viele Jahre beim Brüderverein angestellt und später Gründer der ersten Adventisten-Versammlung in Deutschland). Das bedeutet, dass der Gründer der STA in D. aus dem Darbysmus stammt.

Die "Qualität" des Darbysten-"Evangeliums" reicht m. E. an die "Qualität" des Zeugen-"Evangeliums" durchaus heran, d. h. die Darbysten verkünden wie die Zeugen ein falsches Evangelium. Genau genommen glauben die Darbysten an 3 Evangelien:

- Evangelium der Gnade,
- Evangelium des Reiches,
- das in der Schöpfung angelegte Evangelium.

Mit der Botschaft der Heiligen Schrift haben die Darbysten-"Evangelien" nichts zu tun.

Von den "drei Arten der Leiden" CHRISTI am Kreuz will ich jetzt gar nichts schreiben. Außerdem leugnen die Darbysten die sühnewirkende Wirkung des Todes CHRISTI.

Dass Darbys Lehren heute in christlichen Bereichen weit verbreitet sind, liegt u.a. an der historisch-kritischen Theologie, die den Glauben unterhöhlte. Dagegen setzten die Darbysten dann die Verbalinspirationlehre und den Literalismus. Und in deren Gefolge schlichen sich zahlreiche darbystische Irrtümer in die "christliche" Welt ein.

Das ist das tückische der Darbysten. Ein wiedergeborener Christ erkennt sehr schnell, dass es sich bei den Zeugen Jehovas um eine Sekte handelt. Sie brauchen nur mit ihrer "Christologie" zu kommen, dass JESUS der Erzengel Michael sei. Diese Irrlehre ist für Christen leicht zu erkennen. Bei den Irrlehren der Darbysten ist es wesentlich diffuser und auch für wiedergeborene Christen schwerer zu erkennen. Daher finde ich es wichtig, die Dinge beim Namen zu nennen.

Wie ich anfangs geschrieben habe, habt ihr mich überzeugt, dieses Thema nicht weiter zu verfolgen. Ich werde daher Ende nächster Woche diesen Thread schließen. Ich möchte aber gerne folgendes Thema diskutieren:

Sind die Darbysten eine Sekte? Den neuen Thread findet Ihr hier

Shalom
Roland



Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

mh-ing

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Re: Sektenvergleich: Darbysten vs. Zeugen Jehovas
« Antwort #5 am: 15 April 2012, 09:14:37 »
Hallo Roland,
du hast hier in etwa die gesamte Bandbreite der im "Darbysmus" beheimaten besonderen Irrlehren (weitere wären Allversöhnung, Calvinismus) gelistet. Auch wenn ein Darbyst mit bei den STA ist, oder gar in Deutschland mit gründete, die Lehre der STA ist aus ganz anderer Ecke.

Jedoch, ist diese HP nicht im Charismatischen Bereich anzusiedeln? Sind demnach nicht dann auch alle Irrlehren dort über den Tod Christi und dem eigentlich Opfer erst in der Hölle, die Zungenlehre in all ihren Auswüchsen, die diversen Segnungen und Prophezeiungen dann auch hier und auch dir anzurechnen?

Wie ein alter Lehrer mal sagte: Wer mit einem Finger auf andere zeigt, auf den zeigen 3.

Daher ist Kritik bedacht und seriös zu formulieren und klar zu umreißen. Es gibt im Darbysmus wie überall einen Sack voller Irrtümer und selbst wir, die wir doch manches gemeinsam sehen, finden in einigen Punkten überhaupt keine Übereinkunft. Und wieder andere, nehmen dir mit deiner Befürwortung der Charismatik überhaupt nichts ab (so wie mir wegen meiner Vorentrückungskritik oder meinem Verständnis des Heils).

Die Frage ist daher nicht, ob man jemanden, der sich Darbyst nennt, oder Lehren von dort hat, in eine Sekte stuft (wir richten dabei so schön), sondern ob man hier mit guten Argumenten ihn überzeugen und hinweisen kann, diese Ansichten zu korrigieren. Mit einem Thread "Sind Darbysten eine Sekte" ist es nur eine Diskussion im Stile bekannter anderer Bibeforen und meist nur schäbig diffamierend.

Im Übrigen ist auch der Begriff "Darbysmus" ungenau. Darby hat zwar einiges an Lehren entwickelt, jedoch ist vieles auf dieser Grundlage danach erst entstanden und ausgearbeitet worden. Man sollte daher klar definieren, worüber man spricht und wie das sich so entwickelt hat.

Gruß

Martin

Offline Roland

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Re: Sektenvergleich: Darbysten vs. Zeugen Jehovas
« Antwort #6 am: 15 April 2012, 18:22:34 »
Hallo Martin,

Zitat
Auch wenn ein Darbyst mit bei den STA ist, oder gar in Deutschland mit gründete, die Lehre der STA ist aus ganz anderer Ecke.
Allerdings gibt es Mischformen, denn der ehemalige Darbyst kann seine "Erkenntnisse" bei den STA mit einbringen.

Zitat
Jedoch, ist diese HP nicht im Charismatischen Bereich anzusiedeln?
Nein, da liegst Du falsch. In der Sparte "Impressum - über uns" findest Du folgende Aussage:

Zitat
Wir sind keine Pfingstler und gehören auch nicht zur charismatischen Bewegung.

Wir prüfen die Lehren der Pfingstler in der gleichen Weise wie die der Darbysten u. a. Wenn Du dir die HP genauer ansiehst, findest Du kritische Artikel über die Pfingstler.

Zitat
Wie ein alter Lehrer mal sagte: Wer mit einem Finger auf andere zeigt, auf den zeigen 3.
Vielleicht kennt Dein alter Lehrer 1. Joh. 4,1 nicht?

Geliebte, glaubet nicht jedem Geiste, sondern prüfet die Geister, ob sie aus GOTT sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt ausgegangen. 

Zitat
Daher ist Kritik bedacht und seriös zu formulieren und klar zu umreißen.
Darum geht es in diesem Forum.

Zitat
Es gibt im Darbysmus wie überall einen Sack voller Irrtümer
Jetzt relativierst Du die Irrlehren der Darbysten. Genau so gut könnte ich schreiben: "Es gibt bei den Zeugen Jehovas wie überall einen Sack voller Irrtümer......"

Zitat
in eine Sekte stuft (wir richten dabei so schön)
Hier verwechselst Du "richten" mit "beurteilen". Oder richtest Du die Zeugen Jehovas bzw. die Adventisten, wenn Du sie als Sekte bezeichnest?

Zitat
Mit einem Thread "Sind Darbysten eine Sekte" ist es nur eine Diskussion im Stile bekannter anderer Bibeforen und meist nur schäbig diffamierend.
Finde ich nicht, denn wie kann eine Frage "schäbig diffamierend" sein. Noch ist ja gar keine Aussage in diesem Thread getroffen, ob die Darbysten eine Sekte sind. Ich habe den Eindruck, dass Du mit zweierlei Maß misst, wenn es um die Beurteilung der Zeugen, STA und Darbysten geht.

Zitat
Im Übrigen ist auch der Begriff "Darbysmus" ungenau. Darby hat zwar einiges an Lehren entwickelt, jedoch ist vieles auf dieser Grundlage danach erst entstanden und ausgearbeitet worden. Man sollte daher klar definieren, worüber man spricht und wie das sich so entwickelt hat.
Für mich ist der Begriff "Darbysmus" klar umrissen. Die von Darby entwickelte Sicht der Heilsgeschichte als Abfolge von Heilsdispensationen hatte als Auslegungsschema der Bibel großen Einfluß auf die evangelikale Bewegung. Darbys Ideologien bestimmte weitgehend auch die Geschichte der "Brüder" über seinen Tod hinaus.

Shalom
Roland
« Letzte Änderung: 15 April 2012, 18:51:18 von Roland »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

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Re: Sektenvergleich: Darbysten vs. Zeugen Jehovas
« Antwort #7 am: 15 April 2012, 18:53:48 »
Hier ist noch ein Erfahrungsbericht eines Betroffenen:

Ich schreibe, diesen Text, damit ich mich auf der einen Seite endlich mal emotional über dieses Thema entladen kann. Auf der anderen Seite hoffe ich, dass ihr aus meinen Fehlern lernt und handelt, wo ich zu lange gewartet habe. Es ist mir bewusst, dass sich einige Leute an diesen Text wahrscheinlich stoßen werden, aber ich habe es tatsächlich so erlebt und ich möchte ehrlich sein.

Worüber ich schreiben möchte sind die Jahre und Jahre, in denen ich von der sogenannten „Geschlossenen Brüdergemeinde“ emotional und geistlich vergewaltigt wurde. Es ist für mich ein Wunder Gottes, dass ich mich aus den Klauen dieser Sekte losreißen konnte.

Ein großer Teil meiner Jugend, was normalerweise die beste Zeit im Leben eines Menschen sein sollte, wurde von ihr zerstört und in Schmerz, Krampf und Depression umgekehrt.

Bereits seit dem ich denken kann ging ich Sonntag für Sonntag in diese Gemeinde und für mich wurde es normal, was dort statt fand. Es war normal für mich Lieder mit Melodien und Texten aus dem 18. Jahrhundert oder davor zu singen, obwohl ich fast nichts von den Texten verstand und ich die Melodien einfach schrecklich und deprimierend fand. Es war normal für mich, dass Frauen und Männer nicht nebeneinander sitzen durften. Es war normal für mich, dass Frauen keine Hosen tragen durften. Es war auch normal für mich, dass ich fast ausschließlich mit alten Leuten in einem Raum saß. Was auch normal für mich war, war der allgegenwärtige Krampf bloß nichts falsch zu machen und nicht aus der Reihe zu tanzen. Außerdem gewöhnte ich daran, dass am Sonntag sehr freundlich miteinander geredet wurde und zu Hause in den Häusern übereinander hergezogen wurde.

Es dauerte bis ich vielleicht 13 Jahre war, als ich überhaupt begann darüber nachzudenken, dass das mit der Bibel und Jesus ja vielleicht für mich relevant sein könnte. Weil ich ja keine anderen Leute um mich hatte und ich ja schon oft gehört hatte, dass wir uns ja nach den Grundsätzen der Urgemeinde versammeln und alle anderen Gemeinden fehlerhaft sind, entschied ich mich dazu auch ein vorbildlicher „Bruder“ zu werden. Diese „Entscheidung“ sollte einen großen Teil meiner Jugend zerstören.

Ich begann damit systematisch die Bibel durchzulesen, wie mir es die „Brüder“ empfohlen. Drei Kapitel pro Tag sind genug, um in einem Jahr durchzukommen. Ich versuchte es und es war einfach nur ein Krampf, weil ich nichts verstand. Es langweilte mich wirklich, aber ich konnte mir das ja nicht zugeben, weil ich ja, wie Gott es ja wollte, ein echter „Bruder“ werden wollte.

Ich begann auch damit Lieder aus unserem Liederbuch „Geistliche Lieder“ auswendig zu lernen, was auch einfach nur eine Qual war. Ich bäumte mich innerlich gegen diese Lieder auf, weil sie absolut gegen meinen Geschmack gingen. Ich müsst verstehen, dass ich wirklich leidenschaftlich gerne Rockmusik höre. Aber ich unterdrückte das halt. Ich wurde sogar so weit beeinflusst, dass ich meine komplette Rockmusiksammlung zerstörte, weil Rockmusik ja Musik des Teufels war.

Richtig böse wurde es dann während meiner Zeit auf dem Gymnasium. Es wurde einem ja förmlich eingeimpft, dass man sich nicht mit der “Welt” (was auch immer das ist) gleichstellen darf. Die Folge war, dass ich ein kompletter Außenseiter in der Schule wurde. Ich war nirgendwo dabei. Ich kam nichts mit ins Kino. Ich wehrte mich dagegen einfach mal mit den Leuten aus meiner Klasse ein Bierchen zu trinken. Ich konnte auch einfach nicht mitreden, wenn die Leute sich unterhielten.

Es kam also dazu, dass ich die Sachen, die Spaß machten nicht tun durfte und Dinge, die mir keinen Spaß machten tat. Ich wurde in den nächsten Jahren wirklich depressiv und nur Gott kann ich es verdanken, dass ich zunächst mit vielen Vorurteilen behaftet in eine andere Gemeinde ging. Ich brauchte nicht lange, um zu realisieren, dass es auch außerhalb der Brüdergemeinde Christen gab. Das mag sich lächerlich anhören, aber das wurde einem so eingetrichtert.

Es ist unglaublich, was sich an meiner Denkweise über so viele Dinge geändert hat, seit ich nicht mehr bei der “Brüdergemeinde” bin. Es brauchte trotzdem lange, bis ich endlich mit meiner Vergangenheit abschließen konnte.

Erst jetzt 2008 kann ich mit den 19 Jahren abschließen, die ich bis jetzt auf der Erde war und die ich gleichzeitig von der „Geschlossenen Brüdergemeinde“ zerstört wurde (Obwohl ich da vorsichtig sein möchte, weil Gott ja auch aus schweren Zeiten durchaus Gutes wachsen lassen kann.)

Ich habe so viele Leute damals gesehen, die genau das durchgemacht haben, wie ich. Die meisten konnten bestimmt bis heute noch nicht ausbrechen, weil sie es einfach nicht anders kennen und weil sie Angst haben den wahren Weg zu verlassen, der sie in Wirklichkeit in den Ruin treibt.

Ich spreche hier also vor allem zu diesen jungen Menschen aber auch zu allen anderen. Seht über den Tellerrand! Besucht andere Gemeinden! Überzeugt euch von der Christlichkeit der Leute in anderen Gemeinden! Lasst euch nicht alles vorkauen! Hinterfragt! Glaubt vor allem nicht den Leuten, die sagen, dass sie dem einzig wahren Weg folgen und alle anderen Wege falsch sind! Wiedersteht der Gehirnwäsche! Gebt euch nie und nimmer mit einem langweiligen und frustrierenden Christenleben zufrieden! Denkt niemals nie, dass das so sein muss und dass Gott das von euch letztlich verlangt!!!

Ich wünsche Euch Gottes Segen und die Erfahrung, dass das Leben als Christ tatsächlich auch Spaß machen kann. Ich durfte es erfahren.

Glücklicherweise ist es ja zur Zeit so, dass sich diese Art von Gemeinde vor einiger Zeit in zwei Lager gespalten hat, die sich nun gegenseitig zerfleischen. Auch der absolut fehlende Nachschub an jungen Leuten deutet darauf hin, dass diese Gemeindeform wohl nicht mehr lange überleben wird.

Ich bitte Euch daher um euretwillen und um den Willen der Nichtchristen, die von den „Geschlossenen Brüdern“ so abgeschreckt werden: Springt vom Boot, bevor es untergeht!


Quelle
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

mh-ing

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Re: Sektenvergleich: Darbysten vs. Zeugen Jehovas
« Antwort #8 am: 15 April 2012, 20:02:14 »
Hallo Roland,
du bist Charismatiker mit den Standpunkten, die du vertrittst. Auch Homuth ist praktizierender Charismatiker mit seinem Zungenreden usw. Da kannst du sonst viel anders schreiben, aber die Zuordnung, was Charismatik ist, erfüllt die Geistestaufenlehre, Zungenredenlehre ..... Auch wenn du zutreffend vieles davon kritisierst, du stehst hinter diesen Lehren.
Nebenbei bemerkt: Wir kennen auch jemanden, der auch sich nicht Darbyst nennen will, obwohl er bis in die Wolle davon getränkt ist. 

Die Irrlehren im Darbysmus sind vielfältig, jedoch sind sie vornehmlich vorbei am Kern: Jesus Christus und die Erlösung. Man kann hier vieles Darbysten vorwerfen und vorhalten, aber das ist selbst bei Darby klar zu sehen, was Erlösung in Christus bedeutet. Genau aber das findest du bei den ZJ nicht, bei den NAK ist das überlagert (diese Sekte ist die am stärksten wachsende und dabei fast keine Info/Aufklärung vorhanden!!! auch ich bin hier kaum informiert)  und bei den STA ist nur innerhalb jener Gruppe ein Heil vorhanden und auch das Zentrum (Christus=Michael=Engel => kein Sohn Gottes, nicht Gott selbst) auch falsch.

Was die Bibelauslegung betrifft: Nach dem, was ich mit dieser Bundestheologie so erfahren habe, ist mir die darbystische Vorentrückungslehre fast die "liebere Irrlehre". Falsch und entstellend, die Bibel verdrehend sind leider beide. Völlig schlimm wird es, wenn das noch calvinistisch wird.

Mein Punkt, um die lange Diskussion nicht ausufern zu lassen, ist die Bitte, die Kritik so vorzutragen, dass der Kritisierte diese Kritik auch annehmen kann. Überall dort, wo man vorneweg bereits als häretisch, sektriererisch, irrlehrend ... abstuft, wird es schwierig, dass eine Übertragung statt findet. Daher sollte man die Worte gut wählen und prüfen, ohne aber das Falsche auszublenden oder zu verbergen.

Im Übrigen, dein Erfahrungsbericht könntest du auch anderen "Antidarbysten" zuschreiben. Es gibt auch noch Extremere, welche die Welt für so schlimm halten, dass sich sich ganz abschotten und jeglichen Kontakt (selbst Schule) meiden. Auch in den "pietistischen" Kreisen sind mir solche Personen begegnet, die weiter ihre Kinder in der Kirche taufen ließen. Auch aus charismatischen Kreisen ist dieses "wir und die Welt da draußen" oft gegeben.

Es ist aber hier dein Forum. Es ist dir belassen, wie du das darstellst und formulierst.

Gruß

Martin

Offline Roland

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Re: Sektenvergleich: Darbysten vs. Zeugen Jehovas
« Antwort #9 am: 15 April 2012, 21:09:52 »
Hallo Martin,

auch ich möchte unsere Diskussion nicht ausufern lassen. Bzgl. Deines Sektenverständnisses hast Du einen Punkt genannt. Um zu prüfen und ggfs. zu belegen, ob sich bei einer Gruppierung um eine Sekte handelt, ist es wichtig, sich erst einmal darüber auszutauschen, wie man den Begriff "Sekte" definiert. Ich würde mich freuen, wenn wir uns in
diesem Thread darüber austauschen könnten.

Wenn man aufgrund des Redens in neuen Sprachen Charismatiker ist, dann waren Petrus, Paulus und die anderen Apostel auch Charismatiker. Zumindest befinde ich mich dann in guter Gesellschaft. Aber jetzt im Ernst: Ich finde das Schubldadendenken nicht zielführend.

Wir beurteilen die Irrlehren der Darbysten unterschiedlich, denn ich bin der Meinung, dass sie nicht am Kern vorbei gehen. Wenn eine Gruppierung behauptet, dass der Tod JESU keine sühnewirkende Wirkung hat, dann betrifft das den Kern! Du selbst hast geschrieben, was der "Kern" des Evangeliums ist:
Zitat
Jesus Christus und die Erlösung.
Und hier, bei unserer Erlösung, liegt das darbystische Brüdertum falsch. Es handelt sich um ein falsches Evangelium!

Du hast die STA kritisiert. Fairerweise müssen wir noch ergänzen, dass die STA sich von vielen Irrlehren getrennt haben. Sie verkünden inzwischen den dreieinen GOTT und bezweifeln nicht (mehr) die Gottheit JESU. Wenn man den Sabbatismus einmal außer Acht läßt, sind die STA der Bibel wesentlich näher als das Brüdertum. Denn dass der Tod unseres HERRN angeblich keine sühnewirkende Wirkung hat, lehren die STA nicht.

Der Maßstab ist für mich nicht die Bundestheologie. Die Bundestheologie ist kein Deut' besser als der Darbysmus. Hier sind wir uns vollkommen einig. Der Maßstab für mich ist die Heilige Schrift. Ebenso sind wir uns in der Beurteilung des Calvinismus einig.

NAK: Hier hast Du vollkommen recht. Es gibt sehr wenige Informationen darüber. Dies ist eine gute Anregung von Dir und ich werde in der nächsten Zeit verstärkt Informationen über die NAK ins Netz stellen. Besonders wichtig ist hier m. E. auf die jüngste "Kirchenpolitik" der NAK hinzuweisen, sich der Ökumene anzuschließen. Hier ist eine ähnliche Entwicklung im Gange wie vor einigen Jahren bei den STA. Nochmal danke für Deinen Hinweis!

Zitat
Mein Punkt, um die lange Diskussion nicht ausufern zu lassen, ist die Bitte, die Kritik so vorzutragen, dass der Kritisierte diese Kritik auch annehmen kann. Überall dort, wo man vorneweg bereits als häretisch, sektriererisch, irrlehrend ... abstuft, wird es schwierig, dass eine Übertragung statt findet. Daher sollte man die Worte gut wählen und prüfen, ohne aber das Falsche auszublenden oder zu verbergen.
Ich werde versuchen, Deine Anregung zu berücksichtigen. Allerdings werde ich auch kein Blatt vor den Mund nehmen und massive Irrlehre verniedlichen.

Shalom
Roland

Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Jose

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Re: Sektenvergleich: Darbysten vs. Zeugen Jehovas
« Antwort #10 am: 15 April 2012, 23:13:15 »
Die Zeugen Jehovas haben eine eigene Bibelübersetzung herausgebracht, um ihre Irrlehren "biblisch" begründen zu können, ebenso die Darbysten.

Hallo Roland.
Ich möchte hierzu nur vermerken, dass das die Neue-Welt-Übersetzung sich nicht mit der Elberfelderübersetzung vergleichen lässt. Die Bibel der ZJ verfälscht Bibelstellen, z.B. dort wo Jesus als Gott bezeichnet wird (Hebräer 1,8), oder die Verheißung an den Schächer am Kreuz, dass er am selben Tag mit Jesus im Paradies sein würde (Lukas 23,43).

Nach meinem bisherigen Kenntnisstand ist die REÜ die zuverlässigste Übersetzung im deutschsprachigen Raum. Die Neue-Welt-Übersetzung aufzuwerten, indem diese mit der Elberfelderübersetzung gleichgesetzt wird, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Ich bin mal gespannt auf deine angekündigten Links im anderen Thread. Ob dabei wirklich etwas Wesentliches und wichtiges enthalten ist?


@Hallo Martin
Ich habe mich sehr gefreut, wieder von dir zu "lesen".


Herzliche Grüße,
José

Offline Roland

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Re: Sektenvergleich: Darbysten vs. Zeugen Jehovas
« Antwort #11 am: 15 April 2012, 23:28:16 »
Hallo José,

die REÜ ist nicht die Bibelübersetzung der Darbysten, sondern die unrev. EÜ. Auch in der UREÜ wurden Veränderungen vorgenommen, z. B. wurde das Wort "Gemeinde" durch das Wort "Versammlung" ersetzt, da nach Ansicht der Darbysten das Gemeindezeitalter (was es eigentlich gar nicht gibt) vorbei ist, d. h. es existiert nach deren Ansicht heute keine Gemeinde mehr.

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Jose

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Re: Sektenvergleich: Darbysten vs. Zeugen Jehovas
« Antwort #12 am: 16 April 2012, 00:43:12 »
Danke für die Klarstellung, Roland. Das beruhigt mich doch etwas.

Mit dem Wort Versammlung hatte ich nie Probleme. In der REÜ wird übrigens Gemeinde verwendet, in der Fußnote steht aber: o. Versammlung. Erscheint mir nicht wesentlich.

Herzliche Grüße
José


mh-ing

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Re: Sektenvergleich: Darbysten vs. Zeugen Jehovas
« Antwort #13 am: 16 April 2012, 07:58:07 »
Hallo Roland,

bezüglich der STA bin ich viel kritischer. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr die STA an ihrer eigenen Position und Lehre festhalten. Die Lehren, dass Christus=Michael=Engel ist, besteht heute noch. Auch die Betonung auf diese Sabbathlehre als einziges Heil in der Endzeit ist nach wie vor da. Daneben exisiteren noch viele andere Verdrehungen bis hin zur Behauptung, dass Satan mitwirkt bei der Erlösung/Sündenvergebung. 

Was du dem Darbysmus bezüglich der Verdrehung des Heils in Christus unterstellst, solltest du genauer belegen. Ich habe da zwar auch einige Unterschiede, aber nichts wesentlich wichtiges gesehen.  Daher ist erst der Beweis zu führen, bevor verurteilt und einteilt.

Gruß

Martin

Offline Jose

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Re: Sektenvergleich(e)
« Antwort #14 am: 26 Mai 2012, 11:39:42 »
Lieber Roland.

Ich würde gerne diesen Hinweis von Martin aufgreifen und mein Anliegen äußern, mehr über die STA zu erfahren:

Zitat von: mh-ing
Hallo Roland,

bezüglich der STA bin ich viel kritischer. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr die STA an ihrer eigenen Position und Lehre festhalten. Die Lehren, dass Christus=Michael=Engel ist, besteht heute noch. Auch die Betonung auf diese Sabbathlehre als einziges Heil in der Endzeit ist nach wie vor da. Daneben exisiteren noch viele andere Verdrehungen bis hin zur Behauptung, dass Satan mitwirkt bei der Erlösung/Sündenvergebung.

Vielleicht kannst du dazu ein Thema eröffnen, falls es nichts Passendes gibt.
Wie siehst du es?

Danke und herzliche Grüße,
José