Autor Thema: Spurgeons Haltung zum Calvinismus  (Gelesen 6189 mal)

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Offline Jose

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Re: Spurgeons Haltung zum Calvinismus
« Antwort #15 am: 08 Februar 2014, 15:37:08 »
Vor einiger Zeit erhielt ich das Buch geschenkt: GANZ AUS GNADE, von C. H. Spurgeon. Ich erachte es für wichtig, Spurgeon's Haltung zum Calvinismus zu kennen, um die eine oder andere Aussage auch besser einordnen zu können.

Im Verlag Betanien gibt es einen Auszug aus dem Buch: Erwählt vor Grundlegung der Welt, von C. H. Spurgeon. In einem Abschnitt geht es auch um die Lehre der "begrenzten Sühne". Interessant fand ich die Vorbemerkung des Übersetzers:

Zitat

Der Titel lautet eigentlich »begrenzte Sühne« (engl. limited atonement), was besagt, dass Christus nur die Sünden der Gläubigen stellvertretend getragen hat. Da es missverständlich ist, das Sühnewerk als »begrenzt« zu bezeichnen, ziehen wir den Ausdruck »wirksame Sühne« vor, im Gegensatz zur »allgemeinen Sühne«, womit gemeint ist, dass Christus das Sühnopfer stellvertretend für alle Menschen geleistet habe, diese dadurch aber noch nicht wirksam erlöst seien.

Quelle: http://www.betanien.de/verlag/material/material.php?id=89


Ob es überhaupt zulässig ist, eine klare Aussage im Original anders wiederzugeben, bezweifle ich persönlich. Aber ob »begrenzte Sühne« oder »wirksame Sühne«, die Kernaussage bleibt die gleiche Irrlehre, nämlich, dass Christus nur die Auserwählten Sühne getan hat und nicht für alle Menschen gestorben ist.

José

Offline Roland

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Re: Spurgeons Haltung zum Calvinismus
« Antwort #16 am: 08 Februar 2014, 15:41:02 »
Hallo José,

die Irrlehre ist dieselbe - allerdings ist sie etwas moderater "verpackt".

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Jose

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Nein, zur begrenzten Sühne
« Antwort #17 am: 08 Februar 2014, 19:24:18 »
In dem erwähnten Auszug aus Spurgeon's Buch steht:

Zitat

Wir geben freimütig zu, dass wir glauben, dass Christus mit der Absicht in diese Welt kam, »eine Volksmenge, die niemand zählen kann« (Offb 7,9) zu erretten. Das Ergebnis ist, so glauben wir, dass jeder, für den er starb, unbedingt von seinen Sünden gereinigt werden muss, um, gewaschen im Blut, vor dem Thron des Vaters zu stehen. Wir glauben nicht, dass Christus eine wirksame Erlösung für jene erkauft hat, die für immer verdammt sind. Wir wagen nicht daran zu denken, das Blut Christi sei mit der Absicht vergossen worden, jene zu retten, von denen Gott im voraus wusste, dass sie niemals errettet werden können und von denen einige sogar schon in der Hölle waren, als Christus – wie manche meinen – für sie starb

Quelle: http://www.betanien.de/verlag/material/material.php?id=89


Es geht nicht um die Ansicht von Menschen. Gibt es eindeutige Bibelstellen zur Lehre der begrenzten Sühne? Warum soll Jesus am Kreuz das Heilsangebot nicht gültig für alle erworben haben? Dadurch erstrahlt doch Gottes Liebe und Gerechtigkeit in so unermesslicher Weise, dass kein Mensch sagen kann, für ihn hätte das Heil nicht gegolten. Das Heilsangebot gilt allen, aber nur die haben einen Nutzen davon, die es annehmen. Es bleibt leider ohne persönliche Wirksamkeit, wenn jemand zu stolz ist, die ausgestreckte Retter Hand zu ergreifen.

Nein, keine begrenzte Sühne. Im Römerbrief steht es ganz klar: „Wie es nun durch eine Übertretung für alle Menschen zur Verdammnis kam, so auch durch eine Gerechtigkeit für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens.“ Röm 5,18

José

Pilger

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Re: Spurgeons Haltung zum Calvinismus
« Antwort #18 am: 09 Mai 2014, 19:22:24 »
Lieber Leser,
Zitat:
Wir wagen nicht daran zu denken, das Blut Christi sei mit der Absicht vergossen worden, jene zu retten, von denen Gott im voraus wusste, dass sie niemals errettet werden können und von denen einige sogar schon in der Hölle waren, als Christus – wie manche meinen – für sie starb

1. Tim.2,4: Gott will, dass alle Menschen errettet werden.
und Joh 16,8:Der Heilige Geist überführt die Menschen von der Sünde des Unglaubens.

Beides wäre nicht nötig, wenn der Calvinismus Recht hätte.
Was hätten wir für einen "launischen" Gott, der will dass alle gerettet werden, aber Jesu Opfer nur für eine bestimmte Gruppe gelten lässt.

Welch ein Irrsinn und Irrweg!

Offline Jose

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Re: Spurgeons Haltung zum Calvinismus
« Antwort #19 am: 23 Mai 2014, 22:54:27 »
Beitrag überarbeitet

Die Gedanken von Manfred hierzu sind sicherlich richtig, wobei ich nicht von einem "launischen" Gott reden würde, selbst wenn der Calvinismus Recht hätte. Aber auch von mir noch einige weitere Gedanken.

Die Erzählung von dem reichen Mann und den armen Lazarus, bezeugt uns von der leider viel zu späten Erkenntnis des reichen Mannes, als er die Augen im Hades öffnete und Pein litt. Da sprach er zu Abraham, mit Hinblick auf Lazarus: "Ich bitte dich nun, Vater, dass du ihn in das Haus meines Vaters sendest, denn ich habe fünf Brüder, dass er ihnen eindringlich Zeugnis ablege, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen!" Lk 16,27-28. Hieraus sprich die nicht mehr umkehrbare Erkenntnis, sich im Leben verkehrt entschieden zu haben. Aber Abraham wies auf die Verantwortung der Brüder hin - und somit letztlich aller Menschen -, indem er sagte: "Sie haben Mose und die Propheten. Mögen sie die hören!" Lk 16,29. Ja, mögen die Menschen auf Gottes Wort hören und sich nicht blenden lassen oder sich selbst betrügen.

In den verschiedenen Konfessionen existieren über verschiedene Themen sehr diverse Ansichten. Vielfach ereifern sich die unterschiedlichen Gläubigen darüber so, dass es am Ende an der Liebe mangelt und man sich aneinander versündigt.

Wir sollten uns nicht anmaßen, über Gottes Gerechtigkeitsdenken zu urteilen. Ich denke, dass die folgende Aussage im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg für uns auch hierzu eine ernste Ermahnung enthält: "Er aber antwortete und sprach zu einem von ihnen: Freund, ich tue dir nicht Unrecht. Bist du nicht um einen Denar mit mir übereingekommen? Nimm das Deine und geh hin! Ich will aber diesem Letzten geben wie auch dir. Ist es mir nicht erlaubt, mit dem Meinen zu tun, was ich will? Oder blickt dein Auge böse, weil ich gütig bin?" Mt 20,13-15. Aus menschlicher Sicht erschien das Handeln des Hausherrn ungerecht, aber was haben wir darüber zu urteilen?

Ich bin davon überzeugt, dass menschliche Überlegungen oft zu sehr im Vordergrund stehen in unseren Beurteilungen. Hat Gott nicht die Welt geschaffen, obwohl ER wusste, dass die Menschen in Sünde fallen würden und sogar Seinen Sohn ans Kreuz schlagen würden? Und doch hat ER alle Menschen geliebt. Hatte Jesus nicht sogar auch Judas geliebt?

Beim Thema Judas kommen wir aber sicherlich in Überlegungen hinein dessen Tiefe wir letztlich nicht erfassen können - zumindest so geht es mir. Adam hätte im Paradies nicht sündigen müssen, Judas hätte Jesus nicht verraten müssen. Aber wo fangen wir an und wo hören wir auf mit unseren Überlegungen? Wir sollten es spätestens dann tun, wenn wir merken, dass uns unsere eigenen Überlegungen in Widerspruch bringen zu anderen, unmissverständlichen Aussagen der Bibel. Auch Spurgeon lag nicht in allem richtig, auch was die Lehre über die Unverlierbarkeit des Heils anbetrifft. Und auch hier erkennen wir sicherlich seine calvinistische Prägung.

Herzliche Grüße,
José
« Letzte Änderung: 27 Mai 2014, 22:24:30 von Jose »

Offline Jose

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Re: Spurgeons Haltung zum Calvinismus
« Antwort #20 am: 18 Juli 2016, 07:51:45 »
Auf glaubenstimme.de habe ich etwas von Spurgeon gelesen, was für in der Klarheit neu war. In dem Text wird eigentlich das Spannungsfeld offenbar in dem Spurgeon lehrte, als Anhänger der Erwählungslehre auf der einen Seite und auf der anderen Seite, dass der Mensch die Einladung Gottes verwerfen kann. So schreibt er am Ende diese Abschnittes, welches ich hier einfüge: „Wir unterschreiben beide Wahrheiten“.

Siehe, Himmel und aller Himmel Himmel und Erde, und alles, was darinnen ist, das ist des Herrn, deines Gottes. Noch hat Er allein zu deinen Vätern Lust gehabt, daß Er sie liebte, und hat ihren Samen erwählt nach ihnen, euch. über alle Völker, wie es heutigentags stehet. So beschneidet nun eures Herzens Vorhaut, und seid von nun an nicht halsstarrig.
5. Mose 10, 14. 15. 16.

Wer die ganze Wahrheit, wie sie in Jesus ist, predigt, wird unter beständigen Nachteilen leiden; aber der große Vorteil, die Gegenwart und den Segen Gottes zu haben, wird für den größten Verlust mehr als entschädigen. Es ist mein ernstes Bemühen gewesen, immer seit ich das Wort predige, nie eine einzige Lehre zurückzuhalten, die, wie ich glaube, von Gott gelehrt ist. Es ist Zeit, daß wir die alten, verrosteten Systeme abwerfen, die so lange die Freiheit religiöser Rede eingeengt haben. Der Arminianer zittert, einen Zoll über Arminius oder Wesley hinauszugehen, und mancher Calvinist beruft sich auf Johann Gill oder Johannes Calvin, als eine endgültige Autorität. Es ist Zeit, daß diese Systeme niedergebrochen werden und daß genug Gnade in unser aller Herzen sei, um alles zu glauben, was in Gottes Wort gelehrt ist, ob es von einem dieser Männer gelehrt ward oder nicht. Ich habe häufig gefunden, wenn ich das predigte, was man „hohe“(calvinistische) Lehre nennt, weil ich es in meinem Text fand, so waren einige beleidigt; sie konnten sich nicht daran erfreuen, konnten es nicht ertragen und gingen fort. Meistens waren es Leute, die am besten taten, zu gehen; ich habe nie ihre Abwesenheit bedauert. Auf der andern Seite, wenn ich irgend eine freundliche Einladung zum Text nahm, und die Allgemeinheit der Liebe Christi zu den Menschen predigte; wenn ich die Sünder warnte, daß sie verantwortlich seien, wenn sie das Evangelium hören, und daß, wenn sie Christum verwerfen, ihr Blut über ihrem Haupte sein werde, so fand ich eine andre Klasse von unzweifelhaft trefflichen Menschen, die nicht sehen können, wie diese beiden Dinge übereinstimmen. Und deshalb wenden auch sie sich ab und waten in die trügerischen, schlammigen Sümpfe des Antinomianismus hinein. Ich kann nur sagen, mit Beziehung auf sie, daß ich es auch vorziehe, wenn sie zu ihrer eignen Art gehen, statt bei meiner Gemeinde zu bleiben. Wir suchen die Wahrheit festzuhalten. Wir kennen keinen Unterschied zwischen hoher und niederer Lehre. Wenn Gott sie lehrt, so ist es genug. Wenn es nicht in dem Wort ist, weg damit! weg damit! Aber wenn es in dem Worte ist, angenehm oder unangenehm, systematisch oder unsystematisch, so glaube ich es. Es mag uns scheinen, als wenn eine Wahrheit im Gegensatz zu einer andern stände, aber wir sind völlig überzeugt, daß es nicht so sein kann, daß es ein Irrtum in unserm Urteil ist. Daß diese zwei Dinge übereinstimmen, darüber sind wir ganz klar, obgleich wir noch nicht wissen, wo sie miteinander zusammentreffen, sondern hoffen, es dereinst zu erkennen. Daß Gott ein Volk hat, das Er sich erwählt und das seinen Ruhm verkünden soll, ist, wie wir glauben, eine Lehre, die im Worte Gottes zu lesen ist für jeden, der dies Buch mit einem ehrlichen und aufrichtigen Urteil lesen will. Daß zu gleicher Zeit Christus jeder Kreatur unter dem Himmel frei angeboten wird, und daß die Einladungen und Ermahnungen des Evangeliums ehrliche und wahre Einladungen sind - nicht Erdichtungen oder Mythen, nicht Quälereien und Spott, sondern Wirklichkeiten und Tatsachen - dies glauben wir rückhaltlos. Wir unterschreiben beide Wahrheiten mit herzlicher Zu- und Beistimmung.



Im letzten Abschnitt geht Spurgeon auf die „zweite Lehre“ bzw. „zweite Wahrheit“ ein, die mich mehr beschäftigte:

Ein andres Wort der Ermahnung; es ist die zweite Lehre. Es sind einige unter euch, die aus der Lehre von der Erwählung eine Entschuldigung machen, eine Verteidigung für ihren eignen Unglauben und ihr gottloses Herz. Nun, gedenkt daran, diese Lehre übt durchaus gar keinen Zwang auf euch aus. Wenn ihr gottlos seid, so seid ihr es, weil ihr es sein wollt. Wenn ihr den Heiland verwerft, so tut ihr es eben, weil ihr es tun wollt. Die Lehre läßt euch Ihn nicht verwerfen. Ihr mögt sie als Entschuldigung brauchen, aber es ist eine vergebliche; es ist ein Kleid von Spinngewebe, das am jüngsten Tage weggerissen werden wird. Ich bitte euch, legt es beiseite und bedenkt, daß die Wahrheit, mit der ihr es zu tun haben werdet, die ist: „Glaube an den Herrn Jesum Christum, so wirst du selig.“ Wenn du glaubst, so wirst du selig. Wenn du Christo vertraust, magst du sein, wer du willst oder was du willst, in der ganzen weiten Welt, so bist du ein erretteter Mensch. Sprich nicht: „Ich will nicht glauben, weil ich nicht weiß, ob ich erwählt bin.“ Du kannst es nicht wissen, bis du geglaubt hast. Deine Sache ist es, zu glauben. „Wer“ - es ist keine Beschränkung dabei - „wer an Christum glaubt, soll errettet werden.“ Du ebensowohl, wie jeder andre Mensch. Wenn du Christo vertraust, sollen deine Sünden vergeben, deine Missetaten ausgetilgt werden. Das Knie beugend, bitte ich euch: „Küsset den Sohn, daß Er nicht zürne.“ Empfangt seine Barmherzigkeit jetzt, ergebt euch Ihm, und dann werdet ihr finden, daß ihr euch Ihm ergabt, weil Er dies in euch wirkte; daß ihr zu Ihm kamt, weil Er euch zog; und daß Er euch zog, weil Er euch je und je geliebt hatte.

Quelle: glaubenstimme.de


Für mich hatte Spurgeon, mit dem was er hier geschrieben hat, ein Spagat hingelegt, weil er doch „beide“ Wahrheiten im Wort Gottes erkannte: Etwas vom Calvinismus und etwas vom Arminianismus, ich denke an „Bedingungslose Erwählung“ und „Erwählung nach Vorkenntnis Gottes“. Bis heute aber, wird wohl auch daher Spurgeon von vielen gerne gelesen und ist vielen zum Segen.

Offline Mikki

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Re: Spurgeons Haltung zum Calvinismus
« Antwort #21 am: 19 April 2017, 14:47:13 »
Trau mich noch nicht richtig im Forum zu posten.
Bitte bei Bedarf um redaktionelle Verschiebung des Posts.


Ich bin nicht für den Calvinismus! - mag aber sehr die Kleinode göttlicher Verheißungen und auch das Büchlein von Ihm Die Tür ist offen.
Ist Spurgeon grundsätzlich abzulehnen? - oder "nur" der Calvinismus??

Gruß

Offline Jose

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Re: Spurgeons Haltung zum Calvinismus
« Antwort #22 am: 19 April 2017, 19:11:00 »
Hallo Mikki.
Auch von mir ein herzliches Willkommen hier. Es hat mich gefreut zu sehen, dass dir die Verse aus Sprüche 3, 1-8, besonders 5+6, wichtig sind. Das möchte ich mir auch immer wieder zu Herzen nehmen.

Ich habe schon vor Jahren viel Segen aus Spurgeon’s Schriften erfahren. Ihn grundsätzlich abzulehnen liegt mir fern, aber mir wurde es wichtig, seine verkehrten Lehren aus dem Calvinismus zu erwähnen, weil sie in manchen seiner Bücher verbreitet werden und wir uns dessen bewusst sein sollen. Glücklicherweise war Spurgeon kein extremer Calvinist, der ausschließlich an der Erwählung und unwiderstehliche Gnade festhielt. So zumindest meine Einschätzung.

Gruß, José

Offline Mikki

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Re: Spurgeons Haltung zum Calvinismus
« Antwort #23 am: 19 April 2017, 19:40:26 »
Vielen Dank Jose,

Du hast eine sehr gute Antwort gegeben, möchte dem hinzufügen, daß ich den Calvinismus nicht sehen kann weil ich ihn nicht kenne und so in den Schriften von Spurgeon so etwas wie Nebel sehe, also diese Lehre eben nicht sehe und somit diese Lehre und unser Glaube vermischt. Gut, Spurgeon war kein extremer Calvinist, andererseits zählt Ihr Ihn im Forum zu den Herätikern. Ich denke mir einfach noch fester rann an Gottes Wort, noch mehr Sein Wort studieren :)

Gruß

- - - - - - -

Offline Roland

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Re: Spurgeons Haltung zum Calvinismus
« Antwort #24 am: 19 April 2017, 23:41:59 »
Hallo Mikki,

ich habe Spurgeon unter die Rubrik "Häretiker" eingeordnet, weil es in diesem Thread um seine Haltung zum Calvinismus geht. Calvinismus ist für mich eine klare Irrlehre und diese Irrlehre verbreitete Spurgeon, weil er sich zum Calvinismus bekannte.

Allerdings ist Calvinismus nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was Spurgeon predigte. Vieles was er predigte/schrieb ist gut und das kann ich uneingeschränkt empfehlen. Aber wenn es gerade um die Errettung geht, sollte man sich bewusst sein, dass er ein Calvinist war. Spurgeon lehrte z. B. dass Gott eine bestimmte Anzahl von Menschen zum Heil erwählte und erst dann können bzw. müssen  sie sich bekehren. Ich habe "müssen" geschrieben, weil die Bekehrung keine eigene Entscheidung ist, sondern die "Errettung" von Gott oktroyiert bekommen. Menschen, die von Gott nicht erwählt wurden, können sich auch nicht bekehren.

Wie gesagt, wenn man von diesem Punkt absieht, würde ich Spurgeon empfehlen.

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Mikki

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Re: Spurgeons Haltung zum Calvinismus
« Antwort #25 am: 20 April 2017, 10:26:09 »
aah ok, vielen dank!  :D

Offline frasvet

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Re: Spurgeons Haltung zum Calvinismus
« Antwort #26 am: 20 April 2017, 13:37:04 »
Shalom,

anbei ein Link mit einem Beitrag zum Thema:
Arminianismus und Calvinismus

Ich glaube auch wie hier im Beitrag, das beide Systeme biblisch sind und man es so stehen lassen muß......


http://www.efa-mission.de/wp-content/uploads/publikationen/PROFIL%202%20-%20Arminianismus%20und%20Calvinismus.pdf

Offline Jose

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Re: Spurgeons Haltung zum Calvinismus
« Antwort #27 am: 20 April 2017, 19:09:54 »
Hallo Frank.

Du hast eine Ausarbeitung von der EFA verlinkt. So wie ich die Ausarbeitung verstanden habe, behauptet der Schreiber nicht, dass beide Systeme biblisch seien, sondern dass beide Systeme Wahrheiten enthalten und einander brauchen.

Interessanterweise hatte ich vor einigen Tagen eine kurze Frage zu Calvinismus an einen verantwortlichen Bruder der EFA geschrieben und erhielt, für mein Verständnis, eine klare Stellungnahme:

Zitat
… wir können uns mit den umstrittenen (denn es gibt auch allgemein anerkannte) Punkten bezüglich der sog. 5 Punkte eben nur teilweise identifizieren. Wir lehren weder eine personale Erwählung des Einzelnen noch die daraus folgenden Prinzipien der „irressistible grace“ oder auch der „perseverance of the saints“, aber natürlich die völlige Verderbtheit des Menschen und die unverdiente Gnade Gottes Gottes und auch, dass ohne das vorausgehende Handeln Gottes kein Mensch Jesus erkennen und an IHN glauben kann (Joh 6,44)

Wir lehren eine klare Heilsgewissheit auf Grund des Glaubens, aber wir schließen auch nicht aus, dass jemand sein Heil auch wieder verlieren kann, wenn er „nicht in jesus bleibt“ (Joh 15,4). Das KANN der Fall sein, wenn jemand willentlich in einem Lebensstil der Sünde zurückkehrt und darin verharrt.

Was deinen Beitrag anbetrifft, für mich sind beide Systeme, für sich alleine betrachtet, nicht biblisch. Siehe hierzu auch Calvinismus gegenueber Arminianismus.

Offline frasvet

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Re: Spurgeons Haltung zum Calvinismus
« Antwort #28 am: 21 April 2017, 07:17:26 »
Hallo Jose,

du hast Recht und das hatte ich eigentlich auch so gemeint, das sich die beiden Systeme ergänzen.