Autor Thema: Geben und Nehmen  (Gelesen 5304 mal)

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Ted

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Geben und Nehmen
« am: 30 März 2008, 20:50:37 »
Muss ein Christ immer nur geben, oder darf er auch beanspruchen, zu nehmen?


Offline Roland

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Re: Geben und Nehmen
« Antwort #1 am: 07 April 2008, 22:05:51 »
Hallo Ted,

kannst Du mal ein Beispiel anführen, wie Du die Frage meinst?

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ted

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Re: Geben und Nehmen
« Antwort #2 am: 07 April 2008, 22:13:36 »
Hallo Roland,

ein Beispiel könnte ich wohl geben, sogar mehrere, will es aber nicht...

Eigentlich erhoffte ich mir von Gott gelenkte Antworten auf diese, für mich brennende Frage. Aus diesem Grund habe ich die Fragestellung soweit als möglich neutral gehalten...

Dennoch ein Stichwort: es geht um (von mir so empfundene) Überforderung...


Offline Roland

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Re: Geben und Nehmen
« Antwort #3 am: 07 April 2008, 22:51:41 »
Hallo Ted,

ohne Beispiel bleibt alles ziemlich abstrakt. Folgende Bibelstelle (1. Kor. 8,4-22) ist mir bei Deiner Frage eingefallen:

Sind wir nicht berechtigt, zu essen und zu trinken?
5 Sind wir nicht berechtigt, eine Schwester als Ehefrau mit uns zu führen, wie auch die anderen Apostel und die Brüder des Herrn und Kephas?
6 Oder sind nur ich und Barnabas nicht berechtigt, die Arbeit zu unterlassen?
7 Wer zieht je auf eigene Kosten in den Krieg? Wer pflanzt einen Weinberg und isst nicht von dessen Frucht? Oder wer weidet eine Herde und nährt sich nicht von der Milch der Herde?
8 Sage ich das nur aus menschlicher Sicht? Oder sagt dies nicht auch das Gesetz?
9 Ja, im Gesetz Moses steht geschrieben: »Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er drischt«.5Mo 25,4. Kümmert sich Gott etwa um die Ochsen?
10 Oder sagt er das nicht vielmehr um unsertwillen? Denn es ist ja um unsertwillen geschrieben worden: Der, welcher pflügt, soll auf Hoffnung hin pflügen, und der, welcher drischt, soll auf Hoffnung hin [dreschen], dass er an seiner Hoffnung [auch] Anteil bekommt.
11 Wenn wir euch die geistlichen Güter gesät haben, ist es etwas Großes, wenn wir von euch diejenigen für den Leib ernten?
12 Wenn andere an diesem Recht über euch Anteil haben, sollten wir es nicht viel eher haben? Aber wir haben uns dieses Rechtes nicht bedient, sondern wir ertragen alles, damit wir dem Evangelium von Christus kein Hindernis bereiten.
13 Wisst ihr nicht, dass die, welche die heiligen Dienste tun, auch vom Heiligtum essen, und dass die, welche am Altar dienen, vom Altar ihren Anteil erhalten?
14 So hat auch der Herr angeordnet, dass die, welche das Evangelium verkündigen, vom Evangelium leben sollen.
15 Die Haltung des Paulus bei der Verkündigung des EvangeliumsIch aber habe davon keinerlei Gebrauch gemacht; ich habe dies auch nicht deshalb geschrieben, damit es mit mir so gehalten wird. Viel lieber wollte ich sterben, als dass mir jemand meinen Ruhm zunichte machte!
16 Denn wenn ich das Evangelium verkündige, so ist das kein Ruhm für mich; denn ich bin dazu verpflichtet, und wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigen würde!
17 Denn wenn ich dies freiwillig tue, so habe ich Lohn; wenn aber unfreiwillig, bin ich mit einem HaushalterdienstDer Haushalter- oder Verwalterdienst wurde meist von einem Sklaven ohne Lohn verrichtet. betraut.
18 Was ist denn nun mein Lohn? Dass ich bei meiner Verkündigung das Evangelium von Christus kostenfrei darbiete, so dass ich von meinem Anspruch am Evangelium keinen Gebrauch mache.
19 Denn obwohl ich frei bin von allen, habe ich mich doch allen zum Knecht gemacht, um desto mehr [Menschen] zu gewinnen.
20 Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne; denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich unter dem Gesetz, damit ich die unter dem Gesetz gewinne;
21 denen, die ohne Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich ohne Gesetz – obwohl ich vor Gott nicht ohne Gesetz bin, sondern Christus gesetzmäßig unterworfen –, damit ich die gewinne, die ohne Gesetz sind.
22 Den Schwachen bin ich wie ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne; ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette.


Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ted

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Re: Geben und Nehmen
« Antwort #4 am: 08 April 2008, 01:45:00 »
Mein lieber Bruder Roland

schon als ich in der Forums-Emailbenachrichtigung Deine Worte überflogen habe, war ich sehr gerührt. Jetzt grad, als ich im Forum Deinen Beitrag gelesen habe, kamen mir die Tränen.

Es ging mir nicht um das Materielle. Aber Du hast mir wiederum und wiederholt brüderliche Liebe gezeigt.

Ein Satz, auf den Du mich vormals gestossen hast, den ich nie vergessen werde: "leidet ein Glied, leiden alle Glieder mit". Diesen Satz werde ich immer mit Dir verbinden, bis wir im Himmel bei Jesus sind. Ich spüre bei Dir diese Geschwisterliebe.

Danke, Bruder.
« Letzte Änderung: 08 April 2008, 01:50:03 von Ted »

Offline Roland

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Re: Geben und Nehmen
« Antwort #5 am: 12 April 2008, 22:05:32 »
Lieber Ted,

danke für Deine lieben Worte.

Zitat
Aber Du hast mir wiederum und wiederholt brüderliche Liebe gezeigt.
Diesen Satz kann ich an Dich zurück geben. Auch Du hast wiederholt mir gegenüber brüderliche Liebe erwiesen.

Ich freue mich sehr darüber, dass wir uns über das Internet kennengelernt haben. Gerade in unserer "kalten" Zeit ist diese Erfahrung besonders wichtig. Die Bibel prophezeit ja, dass die Liebe in vielen erkalten wird. Meine Überzeugung ist, dass sich dieser Vers auf Christen bezieht. Und ich denke, dass wir bereits in dieser Zeit leben......

Herzliche Grüße
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ted

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Re: Geben und Nehmen
« Antwort #6 am: 10 Juni 2008, 23:37:49 »
Nun habe ich meine Antwort bekommen. Wie so oft, einfach nur aus der Bibel:

Ich aber will sehr gerne Opfer bringen und geopfert werden für eure Seelen, sollte ich auch, je mehr ich euch liebe, desto weniger geliebt werden! (2. Korinther 12,15 - zitiert nach Schlachter 1951. In dieser sinngemässen Ausdrucksform (als imperative Aussage) findet sich dieser Vers ebenso in Elberfelder 1905, Luther 1545+1912 sowie Jantzen NT. Erst bei Luther 1956/64 und 1984 wird der 2. Teil des Verses als Frage formuliert: "Wenn ich euch mehr liebe, soll ich darum weniger geliebt werden?". Damit kommt Luther 1945 den anderen 3 Übersetzungen wohl am nächsten.)

Das ist es, was mich plagte. Nun kann ich darin aber den Willen und das Wirken Gottes an mir sehen. Es ist wohl "mein Kreuz"...
« Letzte Änderung: 10 Juni 2008, 23:56:52 von Ted »

Offline kenny

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Re: Geben und Nehmen
« Antwort #7 am: 17 Dezember 2008, 15:02:22 »
Ich denke, es ist stets ein Geben und Nehmen. Wir als Menschen haben nicht alles, wir sind begrenzt und darauf angewiesen, dass andere etwas geben von ihrer Zeit, ihren Gaben, ihren Fähigkeiten, ihrem Wissen, ihrem Können, ihren Erfahrungen ...

Aber wir sollen auch das geben, ws wir in dieser Hinsicht haben an Zeit, an Gaben, an Fähigkeiten, an Wissen, an Können, an Erfahrungen ...

Vergessen wir nicht, dass Gott ein fröhlichen Geber lieb hat und Geben seliger ist denn Nehmen.
Jesus ist der Allergrösste!